»Gasdichte« Türen in Auschwitz

Von Dr.-Ing. Hans Jürgen Nowak und Dipl.-Ing. Werner Rademacher

Das Wort »Gas« allein bekommt einen dramatischen Unterton, sobald es in Zusammenhang mit »Auschwitz« benutzt wird. Genau diese „Psychologie des Entsetzens" wird häufig angewandt, um aus harmlosen Begriffen, die in der Korrespondenz der Zentralbauleitung des Konzentrationslagers Auschwitz auftauchen, einen Beweis für den Massenmord hochzustilisieren. Die Bestellung und der Einbau tatsächlich oder auch nur angeblich gasdichter Türen in Gebäude des Lagers Auschwitz-Birkenau spielen hierbei eine zentrale Rolle. Aus der Tatsache, daß in verschiedenen Dokumenten der Zentralbauleitung von Auschwitz der Begriff »gasdichte Türe« auftaucht, wurde in der Fachliteratur häufig ohne jede weitere Beweisführung der - unhaltbare - Schluß gezogen, dabei handele es sich um Beweise für die Errichtung von Menschentötungsgaskammern. Tatsächlich aber liefern die betreffenden Dokumente nicht nur keinerlei Hinweise auf die Existenz derartiger Kammern, sondern weisen zudem meist daraufhin, daß diese Türen zu einem ganz anderen Zwecke eingesetzt wurden bzw. werden sollten, nämlich der Abdichtung von Entlausungsgaskammern. Zudem wurde bisher noch nicht geprüft, ob es sich bei den in Auschwitz zum Einsatz gekommenen Türen tatsächlich um »gasdichte« Türen im technischen Sinne handelte, also um Türen, die für die hermetische Abdichtung zum sicheren Ein- bzw. Ausschluß von Giftgasen geeignet sind. Die nachfolgende Untersuchung schließt diese Lücke, indem sie aufzeigt, daß im Lagerkomplex Auschwitz tatsächlich niemals technisch gasdichte Türen zum Einsatz gekommen sind, obwohl bei entsprechender Notwendigkeit die Möglichkeit dazu bestanden hätte.


1. Der Anlaß für diese Untersuchung

In der Publikation »Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz«[1] wurden bereits Grundbegriffen der Seuchengefahr und -abwehr erläutert. Im Rahmen dieser Arbeit wollen wir in notwendigster Form ebenfalls die zeitliche Entwicklung darstellen und versuchen, Fremdeinflüsse herauszuarbeiten, bevor wir uns dem eigentlichen Thema zuwenden.

Wir wollen zunächst klarstellen, warum wir uns hauptsächlich gegen den französischen Apotheker und Hobby-Historiker Pressac wenden. Pressac und seine Werke werden nämlich immer wieder als die technische Autorität schlechthin in Sachen KL Auschwitz betrachtet. Konkret stießen wir auf diesen Sachverhalt bei der Prüfung des leider noch weitgehend unbekannten Gutachtens des Wiener Zeithistorikers Prof. Dr. Gerhard Jagschitz, das dieser im Rahmen eines Strafprozesses zur Frage der Existenz von Menschengaskammern im KL Auschwitz bzw. KGL Auschwitz-Birkenau im Jahre 1992 abgab. Auf dieses Gutachten, das vorgibt, die Existenz dieser Gaskammern erneut bewiesen zu haben, vertrauen natürlich die Exterminationisten und andere, sofern es ihnen bekannt ist.

Am 4.5.1992 gab Jagschitz hinter verschlossenen Türen seine feste, wenn auch falsche, Überzeugung wieder - und das glaubte ihm offensichtlich das Gericht -, daß der französische Apotheker und Hobby-Historiker Pressac(!) »[...] in einem sehr umfangreichen Werk [...[2]], endgültige und eindeutige Beweise für die Existenz der Gaskammern aus den Quellen, die er verwendet hat, geliefert« habe.[3] Gemeint sind Gaskammern zur Tötung von Menschen.

Er traut dem ehrenwerten Apotheker also ein technisches Wissen zu, daß wir und andere Fachleute - mit entsprechendem Studium - laufend widerlegen. Er beweist andererseits, daß er eben nicht die Fähigkeiten hat, die er sich selbst zuschreibt:

»Ich kann aber sehr wohl, was den Bereich der naturwissenschaftlichen und juristischen Fragestellungen betrifft, fragen, wie diese Fachleute zu ihren Ergebnissen kommen.«

Aber Fachleute - vielleicht außer dem Apotheker - hat Jagschitz in seiner „sachverständigen" Überheblichkeit leider nie befragt! Er weiß auch sicher, warum er dies unterlassen hat![4] Wahrscheinlich ist hier die Ursache zu suchen, warum Jagschitz seinen Gutachtensauftrag nach 10 Jahren immer noch nicht erfüllt hat: seine Forschungen vermittelten ihm insgesamt vermutlich ein Wissen, das er aus Angst nicht zu veröffentlichen wagt. Vieles spricht für diese Vermutung. Natürlich ist auch nicht auszuschließen, daß die Richter die von seinem Wissen mit Schreiben vom 10.1.1992[5] erfuhren, zusammen mit Politikern den »Ausweg des mündlichen Gutachtens« absprachen.

Im Schreiben sind einige Sätze enthalten, die besondere Aufmerksamkeit notwendig machen:

»[...] durch Vorlage von Gutachten vor nationalen und internationalen Gerichten substantielle Zweifel an grundlegenden Fragen verstärkt worden, [...] In den letzten Jahren hat sich nämlich der wissenschaftliche Zugang zur Thematik des Konzentrationslagers Auschwitz [...] erheblich gewandelt. [...] Während der bisherigen Arbeit hat sich desweiteren herausgestellt, daß Quellen aus bestimmten Archiven nicht vollständig verwendet wurden und durch die politischen Ereignisse der letzten Jahre auch erstmals Bestände verwendet werden können, die bisher für die westliche Forschung verschlossen waren. Es sind dies vor allem [...] der riesige (mehrere Tonnen umfassende) Auschwitz-Bestand in einigen Moskauer Archiven. [...]«

Allein im ZAM liegen über 83.000 Dokumente, die Jagschitz also nicht kannte. Heute läßt das den Verdacht zu, daß man absichtlich zum vorzeitigen mündlichen Gutachten griff, um zu verhindern, daß der Wissensstand des Prof. Jagschitz sich laufend verbessert,e und das in einem Maße, daß bei ihm weitere Zweifel entstehen konnten. Unsere Kenntnis seines Gutachtens und die der Moskauer Akten unterbauen diesen Verdacht. Zwischen der Beauftragung Jagschitz' zur Erstellung seines Auschwitz-Gutachtens vom 28.1.1987 und seinem Brief liegen 4 Jahre. Wieso reichten dann bis zur Abgabe des mündlichen Gutachtens für den Sachverständigen 1 Jahr und 4 Monate, um einen Berg an Dokumenten verantwortlich zu prüfen? Warum gibt es dieses Gutachten bis heute noch nicht in schriftlicher Form? Wer oder was hindert ihn daran, sein sicher gewonnenes Wissen zu veröffentlichen?

Es erheben sich einige Fragen: Welchen Wert hat ein Rechtsstaat, in dem für den Bürger wichtige gutachterliche Ergebnisse, wie dargelegt, in Gerichtsakten verschlossen bleiben? Welchen Stellenwert hat ein Gutachter, der es nicht wagt, seine fachlichen Bewertungen der Öffentlichkeit schriftlich zu übergeben? Was für eine Welt ist es, in der ein Apotheker ohne Diskussion Fragen entscheiden und beantworten darf, für die Ingenieure, Physiker und andere Wissenschaftler ausgebildet sind? In welcher Ära leben wir, daß qualifizierte Historiker und Juristen in technischen Fragen dem Urteil eines Apothekers(!) folgen? Haben sie alle einfach Angst vor den bekannten Mächten?

Wir werden Jagschitz - trotz der gegen uns gerichteten Verfolgung - seinen Glauben und den seiner „Glaubensbrüder" weiter gründlich und vor allem fachlich widerlegen. Dies gilt, solange es Länder gibt, in denen Meinungsfreiheit keine leere Floskel ist.

2. Die Aufgabenstellung

Wir schicken voraus, daß es in Auschwitz unstreitig »Gaskammern« zur Bekämpfung von Ungeziefer gegeben hat, in denen Zyklon B eingesetzt wurde. Diese Räume werden in den Bauplänen daher auch als »Gaskammern« bezeichnet, wie z. B. im KGL Birkenau die Anbauten der Bauwerke (BW) 5a und 5b im Bauabschnitt (BA) 1.

Umstritten ist hingegen, daß es solche Räume zur Vergasung, d.h. Tötung von Menschen gegeben hat. Es liegt dafür bis heute auch kein Sachbeweis vor. Pressac glaubte, »kriminelle Spuren« entdeckt zu haben, die er zu Indizien aufzubauen versuchte, was ihm jedoch nicht gelungen ist und auch nicht gelingen kann, weil er keine Beweise hat. Wir kommen darauf zurück.

Für eine Auseinandersetzung mit den Aussagen von Zeitzeugen ist hier kein Raum, weil sie unser Thema nicht beeinflussen. Sie weichen im übrigen zu sehr von einander ab und enthalten keine unbestreitbaren Beweise oder unwiderlegbare Dokumente. Ihr Wahrheitsgehalt wird folgerichtig u.a. deshalb angezweifelt. Da demnach keine Beweise vorliegen, gelten diese »Menschengaskammern« für uns bis zu einer Klärung nur als behauptet.

Im deutschen Reichsgebiet vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in der Zivilbevölkerung praktisch keine Probleme mehr mit Läusen oder Flöhen. Völlig anders war dies außerhalb der Östlichen Reichsgrenzen, und zwar z.B. in Polen, wohin die deutsche Wehrmacht bekanntermaßen im Spätsommer 1939 vordrang. Der Interessierte sollte Soldaten befragen, die 1939 dort waren.

Es ist sicher einleuchtend, daß Ungeziefer überall da zu finden war, wo viele Menschen in Lagern oder unter schlechten hygienischen Verhältnissen lebten. »Polnische Verhältnisse« war in jener Zeit ein geflügeltes Wort. Wir führen dies hier nur an, um klar zu machen, wie man aufgrund von Lebenserfahrungen damals dachte. Es lebten damals noch sehr viele Personen, die aus dem Ersten Weltkrieg entsprechende Erfahrung in der Bekämpfung von Ungeziefer hatten. Für Ärzte und für die Verwaltung lagen umfangreiche Erfahrungsberichte über die hygienischen Zustände in Osteuropa vor.

3. Entwicklung der Entlausungsanlagen

Mit dieser folgenden Kurzübersicht soll gleichzeitig geklärt werden, wo, wieviel und wann »gasdichte Türen« notwendig wurden.

Mangelhafte Entlausungsmöglichkeit im KL Auschwitz anno 1943

Abbildung 1: Bericht vom 22.7.1943 über die mangelhaften Entlausungsmöglichkeiten im Hochsommer 1943 (unten: Textausschnitt der zweiten Seite). Zum Vergrößern Dokument anklicken.

Ab Ankunft der ersten 30 Häftlinge im KL Auschwitz (Stammlager) am 20.5.1940 gab es offenbar keine größeren Probleme bei der Entlausung. Ein Dokument vom 22.7.1943,[6] Abbildung 1, dient als Bestätigung solcher Möglichkeiten, das Lager läusefrei zu halten. Nachfolgend führen wir die damals bestehenden Entlausungsanlagen auf.

Eine Heißluftentlausungsanlage (Fa. Topf und Söhne) wurde im Gebäude BW 1 L im Herbst 1940 eingebaut.[7] Sie blieb in Betrieb bis zu einem Brandschaden am 5.11.1942.[8] Nach einer Aufstellung vom 30.7.1943 wurde sie wiederhergestellt (Fa. Klein) und mit gleicher Ausstattung eingerichtet.[9] Die Anlage entsprach einem Befehl des Reichsführers-SS vom 5.6.1940:[10]

»[...] sind künftig keine Blausäure, sondern Heizluftentlausungsanstalten [recte wohl Heißluft, d. V.] zu bauen. (Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres). Diese Anstalten sind in vorhandenen Gebäuden einzurichten.«

Im Krematorium 1 wurde der 1. Doppelmuffelofen am 25.7.40, der 2. am 22.2.41 und der 3. am 30.5.42 fertiggestellt. Die tägliche Kremierungskapazität nach vollem Ausbau bei möglichen 20 Stunden Betriebszeit betrug nach geprüfter, richtiger Berechnung durch Mattogno 120 Leichen.[11] Der Schornstein erlitt Schäden durch Überhitzung, da er vermutlich nicht für 3 Kremierungsöfen konzipiert war.[12]

Am 3.7.1941 gingen für die Planung des BW 160 - Aufnahmegebäude mit Entlausungsanlage und Wäscherei im KL - Schriften über Sachentlausung mit Blausäure und Kreislauf-Begasungskammern (Serienfabrikat) bei der Bauleitung ein.[13]

Mit einem Rundschreiben vom 11.3.1942 änderte das WVHA seinen Standpunkt zu Blausäure.[14] Es blieb grundsätzlich bei Heißluftanlagen an allen Plätzen, die für Anwendung von Blausäure zu gefährlich waren. Im Grundsatz aber folgte:

»Der Endzustand aller Entlausungsanlagen ist auf den Betrieb mit Blausäure abzustellen.«

Welch strenger Maßstab hierbei angelegt wurde, belegen wir mit späteren Ausführungen zu BW 32 und BW 160.

In vorstehendem Schreiben vermuten wir einen Zusammenhang mit den Bunkern I und II, zwei ehemaligen Bauernhäusern außerhalb des eigentlichen Lagerbereiches von Birkenau, in denen Zeugenaussagen zufolge in den Jahren 1942 bis 1944 unzählige Menschen „vergast", d.h. mit Blausäure vergiftet worden sein sollen. Wenn es sie je gegeben hat, was nicht bewiesen ist, sind wir - weil verschiedene Indizien dafür vorliegen - nicht ohne Grund der Meinung, daß diese Gebäude eventuell Blausäure-Entlausungsanlagen mit angeschlossenen Bade- und Saunaanlagen waren (nicht Menschenvergasungsanlagen wie von den Exterminationisten behauptet). Wir bitten auch hier um Verständnis dafür, daß wir ohne abgeschlossene Prüfungen unsere Ergebnisse nicht vorlegen wollen.

Zwei weitere Heißluftentlausungsanlagen wurden vom Standortarzt am 19.5.1942 bestellt. Der Auftrag an die Fa. Hochheim wurde am 29.6.42 bestätigt.[15] Dieser Vorgang beweist einmal mehr, daß der Bereich Entlausung zu den Aufgaben des Standortarztes gehörte.[16]

Im Sommer 1942 ging in einem Altbau im Effektenlager Kanada 1 eine erste »Kammer für Blausäurevergasung« BW 28 in Betrieb.[17] Ein Vorteil dieser Kammern war, daß hitzeempfindliches Entlausungsgut schonend behandelt wurde.

Am 1.7.1942 erschien ein Oberwachtmeister der Gendarmerie aus Auschwitz und sperrte das Zivil-Arbeiterlager der Baufirmen wegen Typhus.[17] Mit diesem Ereignis, das bestätigt ein reichhaltiger Schriftverkehr in unserem Archiv, gerieten alle beteiligten Ämter und Behörden aus Staat, Wehrmacht und SS in größte Aufregung. Ein Übergreifen der Seuche auf Lager und Zivilbevölkerung erschien mit unabsehbaren Folgen u.a. für die in Schlesien zahlreichen Rüstungsbetriebe möglich. Die in unseren Händen befindlichen Akten des ZAM beweisen in aller Klarheit, daß die nachstehend erwähnte Umplanung des Lagers Birkenau und vor allem der Ausbau der Krematorien eine Folge dieser Typhusepidemie war.

In dieser Krisensituation war ausgerechnet noch der Schornstein des Krematoriums 1 am 12.6. abgebrochen worden und wurde erst am 8.8.1942 wieder fertig.[18] Eine Kremierung von Seuchenopfern war zu jener Zeit also nicht möglich.

Als Folge wurde sofort ein neues geändertes Bauprogramm für das Kriegsgefangenenlager Birkenau aufgestellt. Die Akte mit der Aufstellung vom 28.10.1941 und Plänen wurde im Kriegsarchiv in Prag mit der Zusatzbezeichnung »(Durchführung der Sonderbehandlung)« gefunden.[19]

Angebot Fa. Berninghaus über ›gasdichte‹ Türen

Abbildung 2: Angebot der Fa. Berninghaus über die Lieferung »gasdichte[r] Türen für Entlausungsanstalten«, 9.7.1942 (Seiten 1 und 2). Zum Vergrößern Dokument anklicken.

Mit dem ausdrücklichen und besonderen Vermerk »Sonderbehandlung« ist innerhalb der Akte jedoch nur ein Gebäude versehen, die Entwesungsanlage BW 32. Darüber ist bereits 1996 eine Veröffentlichung erschienen, die diese Tatsache ins richtige Licht stellt.[20] Einen Beweis dafür, daß »Sonderbehandlung« in diesem Fall mit Tötung gleichzusetzen ist, hat - trotz häufiger gegenteiliger Behauptungen - bis heute niemand erbracht. Daran werden auch die „Gebetsmühlen" der deutschen Medien nichts ändern, denn uns liegen Dokumente vor, die unsere Interpretation dieses Begriffes als Bezeichnung umfassender Entlausungsmaßnahmen bestätigen.

Das Gebäude BW 32 wurde am 29.1.1944 im KGL Birkenau in Betrieb genommen. Es enthielt reine Heißdampfentlausungsanlagen[21] und beweist somit genau das Gegenteil der behaupteten Tötung von Häftlingen, nämlich daß »Sonderbehandlung« eine reine Entlausungsmaßnahme war. Im übrigen steht das Gebäude heute noch (lediglich das Dach wurde erneuert) und könnte zum Prüfstein gemacht werden. Wenn hier vergast worden wäre, dann müßten die Wände Cyanidspuren enthalten. Warum hat man diesen möglichen Nachweis nach 53 Jahren noch nicht geführt? Sollte man auf einen solchen Gedanken je kommen, dann könnte dies glaubhaft ohnehin nur in der Form geschehen, wie mitten im Kriege von deutscher Seite in Katyn durchgeführt!

Fast zeitgleich mit Bauwerk 32 entstand eine weitere Entlausungsanlage Bauwerk 32a im BA IIe, auch Zigeunerlager genannt. Sie ging am 17.2.1944 auch als Heißluftentwesungsanlage in Betrieb, wurde jedoch elektrisch beheizt. Ein von dieser Anlage vorhandenes Foto wurde in den Stuttgarter Nachrichten durch geänderte Untertitelung gefälscht und zur Volksverhetzung mißbraucht.[22] Die Staatsanwaltschaft wurde unseres Wissens nicht tätig, weil vermutlich Volksverhetzung nur von Wahrheitssuchenden begangen werden kann, und die Wahrheit suchte die genannte Zeitung „offenkundig" nicht.

Am 9.7.1942 ging ein Angebot der Fa. Berninghaus, für gasdichte Türen samt Zeichnung ein, Abbildung 2.[23] Eine ausführliche Beschreibung und die uns vorliegende Zeichnung weisen eine Türkonstruktion aus, die sich einschneidend von den sonst durch die in Lagernähe befindlichen DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) zumeist durch Häftlinge gefertigten Türen unterscheidet. Die Türen wurden für die mit Blausäure betriebenen Kreislauf-Begasungskammern der Fa. DEGESCH angeboten, die in der Entlausungsanlage am BW 160 eingebaut werden sollten. Wir kommen hierauf noch zurück.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte die Zentralbauleitung erkennen, welch mangelhafte Türen unter der Bezeichnung »gasdichte Tür« von den DAW hergestellt worden waren. Es fehlten alle Merkmale einer wirklich gasdichten Tür.

Am 23.7.1942 wurde dann das gesamte Lagergebiet wegen der von den Zivilarbeitern eingeschleppten Typhusepidemie gesperrt.[24] Eine weitere Heißluftentlausungsanlage der Fa. Klein wird im BW 20 L des Stammlagers installiert und geht im Herbst 1942 in Betrieb.[7]

Eine spürbare Erleichterung konnten aber erst Anlagen des im Entstehen befindlichen Lagers Birkenau bringen. Hier waren im BA 1 der Abschnitt a im März 1942 und b im August 1942 fertig geworden. Beide Abschnitte enthielten je eine große Entlausungsanlage mit je einer Heißluftanlage der Fa. Hochheim, einem Desinfektionsapparat der Fa. Werner und einer Saunaanlage.[7] Angebaut war jeweils eine Kammer für Blausäurebegasung. Diese Gebäude mit der offiziellen Bezeichnung BW 5a und 5b gingen im November bzw. Dezember 1942 in Betrieb. Ferner ging eine Anlage mit einem Heißluftapparat der Fa. Hochheim und einem Desinfektionsapparat der Fa. Goedicker für die Zivilarbeiter im Januar 1943 in Betrieb.[7]

4. Die Fleckfieber-Opferzahl des KGL Auschwitz-Birkenau

Zu den Opferzahlen der verschiedenen Fleckfieberepidemien in Auschwitz werden nachfolgend ebenfalls Ausführungen gemacht. Wir hatten uns, da diese erste Epidemie unbestritten ist, bisher noch nicht mit diesen Zahlen befaßt. Andere Arbeiten waren wichtiger. Angaben über Opferzahlen gibt es im zweiten Buch von Pressac jedoch nur unter »Chronologischer Überblick«. Er gibt z.B. den Höhepunkt der ersten Epidemie am 7.11.1942 mit den folgenden Opfern an:[25]

»Die erste Fleckfieber-Epidemie von Auschwitz erreicht ihren Höhepunkt (375 Tote pro Tag).«

Er läßt sie »Mitte November 1942« enden und schließt:

»Ihr sind in viereinhalb Monaten schätzungsweise 20000 Menschen zum Opfer gefallen.«

Trotz intensivster Bemühungen fanden wir nicht den geringsten Beweis für die angegebenen Zahlen in seinen Texten. Auch bei anderen Autoren finden sich keine Beweise, aber ähnliche Behauptungen. Das machte uns sehr stutzig.

Also prüften wir: Auf S. 51 seines Buches gibt er in der Überschrift »[...] die Fleckfieber-Epidemie« eine Zahl an. In der zitierten Auflistung sind es jedoch drei. Die weitere Prüfung ergab dann, daß auf S. 54 monatliche Opferzahlen angegeben sind, zuerst »Mai bis November 1940 monatlich 220« und »Januar bis Juli 1941 verdreifachte sich diese Zahl«. als einzigen Beweis und Fundstelle nennt Pressac dann im Text die Anmerkung 140: »Serie der 46 „Sterbebücher" des KL Auschwitz«. Wir prüften auch diese Angabe und stellten auf S. 193 fest, daß das erste Datum der Sterbebücher der »4. August 1941« ist.[26] Pressacs Quellenangabe untermauert seine Behauptung also nicht. Auch wenn man die weiteren Angaben zusammenzählt: »von August bis Dezember 1941 waren es bis zu 1000; im Juli 1942 waren es über 4000.« ergeben sich keine »20.000«.

Pressac erweist sich somit auch in diesem Punkt als unseriös. Nicht einmal das Kalendarium[27] enthält derartige Feststellungen. Bei den weiteren Angaben geht Pressac ohne Begründung davon aus, daß fast alle Toten der Typhusepidemie zugeordnet werden müssen. Auf S. 54 legt er dann die Grundlage seiner Angaben offen: »Man schätzt [...]« Man kann nur raten, wer »man« ist.

Wir besitzen - nach dem Zufallsprinzip ausgewählt - ca. 1000 Kopien aus den Sterbebüchern und konnten feststellen, daß darin Fleckfieber als Todesursache aufgeführt wird. Allerdings waren wir skeptisch bezüglich Pressacs Angaben in seiner Liste auf S. 193, der zufolge im Monat Juli 1943 4.000 Fleckfiebertote zu verzeichnen waren. Der Gegenbeweis war einfach zu führen. Nach den Sterbebücher von Auschwitz[28] befanden sich unter den dort insgesamt aufgeführten 68.473 verstorbenen Häftlingen lediglich 1.637 an Fleckfieber gestorbene. Unter der ungeprüften Voraussetzung, daß die Angaben in den Sterbebüchern stimmen, muß man wohl feststellen, daß sich die Ausführungen Pressacs in einem weiteren Punkt als falsch erwiesen haben.

Eine Prüfung der Opferzahlen ist auch deshalb so schwierig, weil das Archiv des Staatlichen Museums in Auschwitz, aus welchen Gründen auch immer, komplette Kopien von Stärkemeldungen nicht übersenden will. Man kann nur vermuten, daß man im Archiv sehr genau die Brisanz kennt, die in diesen Unterlagen enthalten ist. Bei einer Anfrage erhält man zunächst die Auskunft, daß alles an Ort und Stelle zu erhalten ist. Bestellt man jedoch mit detaillierten Angaben, dann erhält man eine Antwort mit Ausflüchten. Es ist zu verstehen, daß das Archiv nicht gerade bemüht ist, den Interessierten mit der Nase auf unrichtige Aussagen in der Literatur zu stoßen. Man kennt wahrscheinlich mehr Fälle wie die erwähnten.

Es existieren nämlich für den Zeitraum vom 19.1.42 bis zum 19.8.42 Dokumente in Form etwa eines ausführlichen »Stärkebuches«[27] mit sehr genauen Angaben über die Häftlingszahlen von mehreren Appellen am Tag. Besuche im Auschwitzer Archiv, um diese Unterlagen zu beschaffen, lassen unsere Finanzen jedoch z. Zt. nicht zu.

An einem Beispiel werden wir nun zeigen, daß es dennoch möglich ist, die Wahrheit ans Licht zu holen. Man benötigt nur einwandfreies Wissen darüber, was es gibt und wo man es findet. Den Rest erledigt gesunder Menschenverstand gepaart mit Logik. In diesem Fall waren Kopien der Seiten 68 und 69 im Abbildungsteil des ersten Bandes der Sterbebücher...[26] (Abbildung 3) und Kopien der Seiten 166 und 219/220 des Kalendarium ...[27] erforderlich. Beide Unterlagen betreffen den 3. Juni 1942. Auf obiger Seite 166 ist zu lesen:

»Das Stärkebuch, das für den Zeitraum vom 19. Januar bis zum 19. August 1942 erhalten ist, umfaßt: die Belegstärke des Lagers beim Morgenappell, die Zahl der an dem Tag ins Lager aufgenommenen Häftlinge, das Namens- und Nummernverzeichnis der im Lager gestorbenen Kriegsgefangenen, das Namens- und Nummernverzeichnis der im Lager verstorbenen Häftlinge, das Namens- und Nummernverzeichnis der aus dem Lager entlassenen, aus dem Lager geflohenen und in ein anderes Lager überstellten Häftlinge - ohne bei den Letzteren das Bestimmungslager anzugeben - sowie die Zahl der Häftlinge und Kriegsgefangenen beim Abendappell.«

Aus der Kombination der beiden Unterlagen ergibt sich dann für den 3.6.1942 z. B. folgendes Ergebnis:

Es wurden 58 Häftlinge überstellt. 38 Erziehungshäftlinge wurden aus dem Lager entlassen und 15 Häftlinge verstarben. So entsteht der auf Blatt 68 vollzogene Abzug von 111 Personen und führt zur Stärke von 13.953 Häftlinge am 3.6.1942.

Warum, so fragt man sich, haben die genannten Autoren nicht die gleiche Genauigkeit walten lassen? Es gäbe auch noch andere Wege zu solchen Berechnungen![29]

Zur Vollständigkeit noch eines: Der Brockhaus (Ausgabe 1958) legt dar, daß in Fällen von »Fleckfieber, Flecktyphus«, die Sterblichkeit bei etwa 20 % liegt. Demnach müßten Pressacs 20.000 Tote also diesen 20 % entsprechen. Daraus folgt, daß damals etwa 100.000 Häftlinge an Fleckfieber erkrankt gewesen sein müssen. Abgesehen davon, daß eine solche Menge Kranker eine Katastrophe ausgelöst hätte, widerspricht dem nicht nur die obige Angabe: Wir haben zusätzlich eine Stärkemeldung vom 22.9.1942 vorliegen, die bereits anderswo publiziert wurde.[30] Sie belegt im Lager Auschwitz 12.237 und im Lager Birkenau 4.222 Männer. Das Frauen-KL - ab 26.3.42 bestehend und ab August 1942 nach Birkenau verlegt - war belegt mit 11.748 Personen. Die Gesamtstärke betrug damals also 28.207 Häftlinge, davon 5.481 arbeitsunfähige Personen.

Stärkemeldung KL Auschwitz-Birkenau 3.6.42

Abbildung 3: Auszug einer Stärkemeldung des KGL Auschwitz-Birkenau vom 3. Juni 1942. Zum Vergrößern Dokument anklicken.

Es muß schon für die Exterminationisten sehr beschämend sein, immer wieder feststellen zu müssen, wie unglaublich leichtfertig man in ihren Reihen mit der Wahrheit umgeht.

Ob jetzt noch glaubhaft ist, daß Erdbestattungen in solchen Mengen wie u.a. von Pressac angegeben vorgenommen wurden, lassen wir für eine spätere Bearbeitung offen. Behauptet werden diese jedenfalls im Bereich des Lagers Birkenau. Eine Lagerskizze mit Eintragungen, die diesen Behauptungen entsprechen, fügen wir als Abbildung 4 bei. Behauptet wird konkret: Exhumierungen ab 21.9. bis 30.11.1942 und eine Verbrennung am Ort von 50.000 Leichen (nach Pressac[31]) oder 107.000 (nach Piper[32]). Zur Frage dieser nach »Augenzeugen« angeblich in tiefen Gruben erfolgten Verbrennungen vergleiche man den Beitrag »Grundwasser im Gelände des KGL Birkenau (Auschwitz)«.[33] Es ist nicht nachvollziehbar, warum man nicht in der Nähe des Stammlagers bestattet hat, zumal hier das Grundwasser nach bekannten Dokumenten aus Moskauer Archiven nicht so hoch stand.

In der folgenden Zeit entstanden an vielen Entlausungsanlagen große Schäden, die auf Überlastung zurückgeführt wurden. In einem Schreiben vom 11.2.1943,[34] Abbildung 5, wird auch darauf hingewiesen, daß einige Anlagen für Blausäure-Entwesung vorgesehen waren und

»[...] lt. Verbot der Blausäure-Entwesung dann für die Heißluftentwesung benutzt [wurden]. Da die Temperaturen bei einer Blausäureentwesung etwa bei +30°C liegen, die bei Heißluftentwesung +95°C betragen, eignen sich diese Apparate für Heißluftentwesung keinesfalls, sondern werden überbeansprucht.«

Am 30.7.1943 wurde nochmals eine Aufstellung aller eingebauten Entwesungsanlagen, Bäder und Desinfektionsapparate gefertigt, in der die bestehende Kapazität für beide Lager berechnet wurde.[9] Die Tagesleistung nur für Häftlinge betrug im KL 5.200 Mann. Die im KGL einschl. des im Bau befindlichen BW 32 betrug 18.800 Mann.

Vergleicht man nun wieder diese Kapazitätsangaben mit den obigen Belegungszahlen,[30] dann erscheint es möglich, daß Gruppen aus dem Stammlager zur Entlausung nach Birkenau mußten, denn die Entlausungskapazitäten und Belegungszahlen der Lager waren bis August 1942 umgekehrt proportional. Ein Grund mehr für unsere Vermutungen, daß es sich bei den Bunkern I und II um Entlausungsanlagen handelte. Solche Unterlagen könnten jedoch nur zufällig in den Akten der Bauleitungen vorhanden sein. Sie könnten in denen des Standortarztes oder anderen liegen, die es entweder nicht mehr gibt oder die noch nicht gefunden wurden bzw. sogar verheimlicht werden. Nichts ist auszuschließen in dieser epochalen Auseinandersetzung zwischen David, d.h. den redlichen Forschern, und Goliath, d.h. der massiv beeinflußten Masse im Schutz von Medien, Justiz und Politik.

Anläßlich einer Besprechung am 7.5.1943[35] mit SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Dr.-Ing. Kammler über Entlausungsanlagen stellt dieser erstmalig

Bauzustand KGL Auschwitz-Birkenau September 1942

Abbildung 4: Bauzustand des KGL Birkenau im September 1942. Für die dargestellten Bunker I und II sowie für die Massengräber und Verbrennungsgruben existieren unseres Wissens keine Sachbeweise. Für letztere wären sie jedoch durch Sachverständige mittels Bodenuntersuchungen erbringbar. Zum Vergrößern Dokument anklicken.

»Als Überbrückung [...] einen neuen Kurzwellen-Entlausungszug leihweise zur Verfügung«

Hierzu wurden anderswo ausführliche Ausführungen gemacht.[1]

Wir glauben an diesen Beispielen ausreichend erläutert zu haben, welche Einflüsse ständig auf das Geschehen in Auschwitz einwirkten. Vollständig konnte und sollte die Aufzählung nicht sein, da das Hauptthema nicht erdrückt werden soll. Ein Beispiel vielleicht noch: In der Zeit der Vorbereitung des Präventivschlages gegen Rußland gab es lange Zeit nicht einen Eisenbahnwaggon zum Transport von Gütern. Ähnliche Verhältnisse gab es in unterschiedlicher Form immer wieder, denn Auschwitz lag an einer der 3 Hauptstrecken der Eisenbahn für die Transporte zu und von der Ostfront.

Mit J.-C. Pressac und seinen Äußerungen zu den geschilderten Anlagen haben wir uns absichtlich hier nicht weiter auseinandergesetzt. Sie sind in vielen Einzelheiten eher ein Roman als eine sachliche Schilderung oder gar ein Beweis für irgend etwas.

5. Unstreitig behauptete gasdichte Türen

Da für die Heißluftanlagen auch luftdichte und wärmegedämmte Türen notwendig waren, gehen wir davon aus, daß die Türtypen in etwa gleicher Konstruktion ausgeführt wurden.

Wir fassen zusammen, für welche Anlagen aus den Dokumenten vom 9.1.1943[7] und 30.7.1943[9] gasdichte Türen erforderlich waren:

1. KL Auschwitz

a) Block 3, OG:

(Vermutlich)

2 Innentüren

b) Effektenlager Kanada 1:

(Vermutlich)

1 Innentür

 

 

1 Außentür

2. KGL Birkenau

a) BW 5a:

4 Innentüren nach Zeichnungen 2-flügelig

b) BW 5b:

4 Innentüren nach Zeichnungen 2-flügelig

Insgesamt also 12 Türen

Überbeanspruchung der Entlausungsanlagen des KL Auschwitz

Abbildung 5: Bericht über die hohe Beanspruchung der Entlausungsanlagen und Saunen im KL Auschwitz, 11.2.1943. Zum Vergrößern Dokument anklicken.

6. Umstrittene behauptete gasdichte Türen

Wir beabsichtigen nicht, uns in dieser Ausarbeitung damit auseinanderzusetzen, warum wir bei den folgend geschilderten Bauwerken daran zweifeln, daß es Räume für behauptete Vergasung von Menschen gegeben hat. Deshalb verweisen wir auch an dieser Stelle nur auf die Tatsache, daß wir zu den namenlosen Räumen in den Krematorien IV und V ebenfalls eine mit Dokumenten belegte andere Meinung haben. Wir werden hierüber in einer gesonderten Arbeit berichten.

Fest steht, daß Pressac und andere bis heute keinen nachvollziehbaren Sachbeweis für die angebliche Existenz von Menschentötungsgaskammern vorgetragen haben. Pressac widerlegt im Gegenteil seine Zeitzeugenbeweise z.T. selbst. Im übrigen sind die veröffentlichten Zeitzeugenaussagen, auf die Pressac sich im wesentlichen stützt, derart unglaubwürdig und abstrus, daß selbst Personen ohne spezielle Kenntnisse erkennen, daß sie unwahr sind. Zu manchen bedarf es nur einfacher Berechnungen aus logischen Folgerungen.

Einige Behauptungen sind inzwischen durch Facharbeiten widerlegt. Weitere Fachartikel sind in Vorbereitung. Wir haben - wie in den bereits vorgelegten Veröffentlichungen - gewichtige Argumente, die noch gründlich ergänzt und abschließend bearbeitet werden müssen. Auch sind weitere Bearbeitungen von Zeitzeugenveröffentlichungen notwendig, die wir noch vergleichend lesen müssen. Nicht zuletzt ergibt die sich ständig bessernde Aktenlage laufend neue Erkenntnisse und Veränderungen, die nachgetragen werden müssen.

Aus diesen Vorbereitungen ergibt sich für uns generell die Frage, ob es in den Lagern von Auschwitz überhaupt eine einzige wirklich gasdichte Tür gegeben hat, die die notwendigen Kriterien erfüllen konnte. Nur diese Frage wollen wir nachfolgend klären.

Wir übernehmen zunächst die strittigen, bei Jean-Claude Pressac angeführten Angaben über gasdichte Türen:[2]

1. KL Auschwitz

a) BW 160 Aufnahmegebäude:

38 Innentüren lt. Zeichng.

2. KGL Birkenau

a) BW 30 Krematorium II:

1 Innentür evtl. 2-flügelig

b) BW 30a Krematorium III:

1 Innentür evtl. 2-flügelig

c) BW 30b Krematorium IV:

3 Innentüren

"

2 Außentüren

"

7 Fenster

d) BW 30c Krematorium V

3 Innentüren

"

2 Außentüren

"

7 Fenster

7. Behauptete Beweise für gasdichte Türen und Fenster

Außer verbalen Bekundungen, die keine Beweiskraft haben, weil nur der Wunsch der Vater der Gedanken ist, legt der Apotheker J.-C. Pressac - und das gilt auch für andere Autoren - folgende Unterlagen vor:

7.1. FOTOS VON BAUTEILEN

Pressac zeigt in seinem ersten Buch mehrfach Fotos ausgebauter Türen und Fenstern, die angeblich jenen entsprechen sollen, die wir oben aufgelistet haben.[2] Wir gehen darauf bei besonders zitierten Abbildungen ein.

7.2. BAUZEICHNUNGEN, DIE LEDIGLICH DIE POSITION DER BAUTEILE ZEIGEN SOLLEN

Da Pressac hier einen Wust von Plänen vorlegt, die teilweise auch Wiederholungen oder Vorstufen der endgültigen Pläne darstellen, verfahren wir auch hier wie erwähnt.

7.3. DOKUMENTE, DIE IN IRGENDEINER FORM DAS WORT »GAS« ENTHALTEN

Darunter fallen insbesondere jene Dokumente, die Pressac in seinem Kapitel 8 als: »39 kriminelle Spuren« kennzeichnet hat. Auch diese bezeichnen wir nur genau, wo wir sie konkret erwähnen.

8. Allgemeine Stellungnahme zu behaupteten Beweisen

Zunächst gehen wir auf den jeweiligen Gesamtbegriff ein. Erst danach begründen wir, wo erforderlich, unsere Stellungnahme auch im Detail. In einem weiteren Abschnitt folgen dann ausführliche Begründungen auf Bauten und Bauteile bezogen.

Zu erwähnen ist, daß nur ein Mitarbeiter unseres Arbeitskreises in Auschwitz Ortskenntnisse erworben hat. Im Hinblick darauf, daß die meisten Gebäude nicht mehr vorhanden sind und nur wenige Türen in situ sind, kommt dieser Tatsache wenig Bedeutung zu, weil auch eine eingehende Untersuchung einer Tür, die nur durch deren Zerlegung möglich wäre, sicher nicht gestattet würde. Nur so könnten jedoch die notwendige Erkenntnisse beschafft werden. Eingelagerte Bauteile können ohnehin keine Auskunft darüber geben, wo sie vor über 50 Jahren eingebaut waren, es sei denn, sie hätten besondere Merkmale, die sie unverwechselbar machten.

Wichtig sind uns in diesem Zusammenhang angeblich eingelagerte »39 gasdichte Türen«. Pressac versucht auf Seite 31 seines ersten Buches[2] den Eindruck zu erwecken, daß die 19 Blausäure-Kreislaufbegasungskammern im BW 160 fertiggestellt worden wären. Sein kurzer Text an dieser Stelle läßt erkennen, daß er weder wußte, wie solche gebaut, noch wie sie betrieben wurden. Er schreibt zwar:

»Der jetzige Zustand der Gebäude macht es unmöglich, die angewendete Technik zu rekonstruieren.«

geht jedoch offenbar davon aus, daß es eine »Technik« gegeben habe. Da er 1989 noch nichts von den UKW-Entlausungsanlagen ahnte, ging Pressac vermutlich davon aus, daß die Blausäuregaskammern fertiggestellt wurden. Darauf deutet jedenfalls seine Formulierung hin:

»[...] und warum die es möglich machten, 38 gasdichte Türen zu bergen.«

Es ist bezeichnend für Pressacs Art zu schreiben, daß er immerzu versucht, Beweise zu konstruieren, auch wenn es dazu nicht den geringsten Anhalt gibt. Er täuscht Wissen vor, wo er nicht die geringste Ahnung hat. Nicht nur der unkundige Leser fällt darauf herein, wie sich zeigte.

Tatsache ist jedoch, daß diese „Degesch Kammern" nie fertiggestellt wurden. Wir belegen dies weiter unten mit einigen Dokumenten. Sie beweisen auch, daß es nicht eine der 38 gasdichten Türen für die Kammern gegeben hat. Hans Lamker legt im nachfolgenden Beitrag aus einem Privatarchiv sogar zwei Fotos dafür vor. Ein neuer Beweis für unsere Überzeugung, daß die Geschichtsschreibung über Auschwitz noch weitere Überraschungen bringen wird.

8.1 STELLUNGNAHME ZU FOTOS IM ALLGEMEIN

Kein Sachverständiger ist in der Lage, nach Fotos zu beurteilen, ob ein Bauteil wie eine Tür »gasdicht« ist, bei dem es auch darauf ankommt, ob die nicht sichtbaren Teile ebenfalls fachgerecht ausgeführt wurden. Dies gilt z. B. bei Türen für jede Schraube, die durch das Türblatt geschraubt war.

Es ist allgemein bekannt, daß Holzbauteile sich bei Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen verziehen, bedingt vor allem durch den sich ständig ändernden Wassergehalt im Holz. Es bedürfte also sicherer Kenntnis, ob, wann und wie z. B. die einzelnen Teile einen wasserdichten Anstrich erhielten. Dies kann entscheidend sein für die Aufnahme von Feuchtigkeit. Es gibt darüber jedoch keine Angaben. Mehr noch gilt dies bei Außentüren, die z. B. auf der Südseite von Gebäuden eingebaut waren oder sind. Bei starken Temperaturunterschieden zwischen Innen und Außen verwerfen sich solche Türen erheblich. Da keine der abgebildeten Türen mehr als 2 Vorrichtungen hatte, mit denen sie an den jeweiligen Rahmen angedrückt werden konnte, war dies ein wesentlicher Mangel.

Die vorhandenen Fotos zeigen im Grunde nur eines, nämlich daß entweder eine Tür oder ein Fenster abgebildet wurde, mehr nicht. Nicht einmal der Zeitpunkt der Aufnahme ist bestimmbar. Im günstigsten Fall gibt es noch Anhaltspunkte dafür, wo das Teil eingebaut gewesen ist. Wenn eine darüber hinausgehende Aussage möglich ist, dann folgt sie.

Wie groß bei Untertitelung von Fotos die Gefahr von Fälschungen ist, belegt der Bericht: »Volksverhetzung? Volksverhetzung!«[22]

8.2 STELLUNGNAHME ZU BAUZEICHNUNGEN ALLGEMEIN

Ein Sachverständiger kann nicht an Hand von Bauzeichnungen Gebäude beurteilen, die zum Zeitpunkt der Begutachtung bereits 50 Jahre nicht mehr existieren, da er keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Es gibt keine Fotos, die sichere Aussagen ermöglichen. Auch divergieren die niedergelegten Zeugenaussagen so extrem, daß sie als Beweismittel unbrauchbar sind. Es gibt sogar sogenannte »Bestandszeichnungen«, bei denen sicher ausgesagt werden kann, daß sie nicht den bekannten Bestand darstellen.

Eine Ausnahme liegt bei der Entlausungsanlage am Gebäude BW 160 vor. Pressac berichtet in seinem zweiten Buch[18] von erweiterten Kenntnissen über UKW-Entlausungsanlagen. Nach seinen Hinweisen haben wir unsere Unterlagen darüber hinaus noch erheblich weiter ergänzen können. Darüber wurde bereits anderswo berichtet.[1]

8.3. STELLUNGNAHME ZU SONSTIGEN DOKUMENTEN ALLGEMEIN

Aus der Tatsache, daß irgendwer ein Bauteil mit dem Wort »gasdicht« versah bzw. versieht, ist nicht zwingend zu schließen, daß es auch wirklich gasdicht war oder ist. Das Wort besagt nur, daß es diese Eigenschaft haben sollte. Ein Foto, in dem Einzelheiten erkennbar sind, kann für diese Beurteilung Anhalte geben; gleiches gilt auch für Texte. Gibt es für Bauteile jedoch keine Beschreibung der Ausführung und/oder keine Zeichnung, so fehlt bereits die Basis für eine Beurteilung.

Die Unterlagen zur erwähnten stationären UKW-Entlausungsanlage erlauben zum Thema konkrete, noch darzulegende Schlüsse.

9. Als Beweismittel vorgelegte Fotos

9.1. FESTSTELLUNGEN ZU GEZEIGTEN FOTOS

Alle zitierten Fotos sind aus J.-C. Pressac[2] und zeigen ausschließlich Bauteile aus Holz. Die Feststellungen gelten natürlich auch für andere Veröffentlichungen, sofern deren Fotos die gleichen Merkmale aufweisen oder aus der gleichen Quelle stammen.

Auf den Seiten 28 und 29 zeigen die Fotos 14 bis 19 die Außentür einer Heißluftentlausungsanlage im Block 1 des KL Auschwitz. Es sind die einzigen, die nachprüfbar einem Gebäude zugeordnet werden können. Ob es noch die Originaltüren sind, ist nicht beweisbar. Sie gehören jedoch nicht zu unserem Thema, es sei denn, daß die Annahme beweisbar wäre, der Bautyp entspräche dem der gasdichten Türen. Die Untertitel der Fotos entsprechen nicht den unbezweifelbar echten Dokumenten.[7],[9] Ein weiterer Beweis dafür, daß Pressac mit großer Vorsicht zu lesen ist. Wir wollen ihm nicht unterstellen, daß er absichtlich die Anzahl der mit Zyklon B betriebenen Entlausungsanlagen vergrößern wollte, sondern nur, daß er nicht über die jetzt vorliegenden Akten verfügte.

Die Fotos 13 bis 18, 21, 22, 23, 25, 26, und 29/30 auf den Seiten 41 bis 52, betreffend das BW 28 in Kanada 1, lassen die Vermutung zu, daß die Annahme einer gleichen Fertigungsart der Türen richtig ist (vgl. Abb. 6).

Hiervon ausgehend zeigen die Fotos die Beschläge solcher Türen. Diese sind: ein Handgriff aus Rundeisen, zwei Langbänder auf Türbreite aus Bandstahl (durch das Türblatt geschraubt!), gelagert auf in den Türstock geschraubten Kloben (eine kräftige Form von Türbändern für schwere Türblätter). Am freien Ende der Bänder sind schwenkbare Riegel (Fensterruder) eingearbeitet, die in wieder am Türstock befestigte Fanghaken aus Bandstahl einschlagen. Letztere Fanghaken haben eine Gewindebohrung, in die ein abgewinkelter Schraubenbolzen eingeschraubt den schwenkbaren Riegel feststellen soll. Gleichzeitig sollen diese Schrauben das Türblatt gasdicht anpressen.

Als Dichtungsmittel wurde Filz benutzt, wie einerseits einige Fotos aber andererseits auch Dokumente, z. B. eine Materialaufstellung vom 24.2.43 belegt (Pressac,[2] S. 444). Wenig elastische Filzstreifen, 7 mm dick und unterschiedlicher Breite, wurden zu diesem Zweck in Türblatt- und Türstockfalze eingenagelt. Letzteres beweist ein Foto auf Seite 61 und andere. Viele weitere Kleinigkeiten liegen als Beweise vor, mit denen wir unsere Leser nicht langweilen wollen. Wesentlich ist nur noch, daß nicht in jedem Foto prüfbar ist, ob am Fußboden eine notwendige 5 cm hohe Schwelle vorhanden ist, ohne die keine Türe am Boden gasdicht verschlossen werden kann.

Diese Bauweise von Türen stammte aus den provisorischen Luftschutzbauprogrammen der Kriegszeit. Es ist sicher einleuchtend, daß nicht industriell gefertigte Bauteile zu Ungenauigkeiten führten.

Eine besondere Bauform hatten die angeblichen Fenster/Türen der Krematorien IV und V. Sie hatten zwar Fenstergröße, aber keine Verglasung, und waren daher eigentlich Türen in Fensterhöhe. Für sie gelten sinngemäß die vorstehenden Ausführungen. Auf Besonderheiten lohnt sich nicht einzugehen.

9.2. STELLUNGNAHME ZU GEZEIGTEN FOTOS

Wir fassen uns hier kurz, weil hier später noch detaillierte Beschreibungen von Türen und Ausschnitte einer Zeichnung für Auschwitz vorgelegt werden, die die Richtigkeit der folgenden Ausführungen untermauern.

Abb. 6: Tür einer Entlausungskammer in Auschwitz. (J.-C. Pressac[2] , S. 49.)

Wichtigste Kriterien einer wirklich gasdichten Tür finden sich reichhaltig in der Fachliteratur der Zeit zu Luftschutz- und Entlausungsanlagen mit Blausäure. Stellvertretend für erstere nennen wir Schutzraumabschlüsse[36] und für letztere Blausäuregaskammern zur Fleckfieberabwehr,[37] weil diese Schrift bereits die Erfahrung der ersten Kriegsjahre berücksichtigt. Diese Kriterien sind:

  1. Wegen der hohen Durchdringungsfähigkeit von Blausäure unbedingte Gasdichtheit aller Bauteile.
  2. Das Türblatt muß an allen Teilen des Türstockes Parallel und gleichmäßig dicht anliegen. Dies bedingt eine Gummidichtung. Dem wird oft entgegnet, daß es im Kriege in Deutschland kein Gummi gab. Das ist nur bedingt richtig. Wir hatten ein z.T. besseres Material, nämlich Buna, (Kradschützenmäntel von 1937 sind daher heute noch absolut einwandfrei, solche aus Naturgummi nicht mehr!).
  3. Im Türstock war eine 5 cm Schwelle erforderlich.
  4. Die Türkegel benötigten eine freie Achse, damit das Türblatt auf der Bandseite beim Schließen ausweichen konnte. Diesen wichtigen Punkt zeigt Abb. 9. Um das Türblatt einerseits anpressen zu können, es andererseits aber auch ausweichen zu lassen, ist das Türbandende auf dem Dorn des Kloben nicht anliegend rund, sondern oval hergestellt. So ist eine Bewegung des Türblattes möglich. Das ist eine notwendige Voraussetzung für eine gasdichte Tür, denn ohne Anpressung kann keine Gasdichtigkeit erreicht werden. Das gilt noch mehr für Filz- als für Bunaschlauchdichtungen.
  5. Als Verschlüsse waren schon bei Stahltüren, wie wir in der Folge belegen, mindestens 8 Keilverschlüsse erforderlich, je drei auf beiden Seiten und je einer oben und unten. Die Keile machten es möglich, Türblätter gleichmäßig anzudrücken. Wenn dies für Stahltüren notwendig war, so gilt dies um so mehr für Holztüren (vgl. Abb. 5).

Schon diese 5 Kriterien erfüllt keine der abgebildeten Türen:

  1. Die Türen hatten durchgehende Schrauben etc.
  2. Die Türen hatten nur 2 feste Punkte und 2 minimal nachstellbare Riegel.
  3. Filz ist nicht gasdicht.
  4. Die Türbänder hatten keine regulierbaren Achsen.
  5. Die Türblätter konnten sich verwerfen. (Wer sich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen will, sollte die vorgenannte Ausarbeitung über Blausäuregaskammern... wenigstens gelesen haben.)

Die erwähnten zwei Fotos[38] aus dem Anbau am Gebäude BW 160, die zur KW-Entlausungsanlage gehören, beweisen, daß der Bau der restlichen Anlagen nicht fertiggestellt war (vgl. deren Wiedergabe im nächsten Beitrag in diesem Heft).

Abb. 4 von H. Lamker zeigt den Rohbau, in dem auf einem Tisch die Bekleidungsstücke etc. angefeuchtet und zu Paketen hergerichtet werden. In einer neu errichteten Trennwand ist die Öffnung zu sehen, hinter der ein Förderband beginnt. Auf dem Weg über dieses Band werden Läuse und Nissen etc. durch Kurzwellenbestrahlung abgetötet. Abb. 3 von H. Lamker zeigt das andere Ende des Förderbandes im ausgebauten Raum des Gebäudes.

10. Als Beweismittel vorgelegte Bauzeichnungen

10.1. FESTSTELLUNGEN ZU GEZEIGTEN BAUZEICHNUNGEN

Wir beschränken uns natürlich nur auf Punkte, die zum Thema relevant sind. So ist zu den Zeichnungen der Krematorien II und III lediglich festzustellen, daß die Eingangstür zum Leichenkeller 1 unterschiedlich gezeichnet ist. Es gibt Türen, die in den Raum aufschlagen, aber auch solche, die sich nach außen Öffnen. Ferner werden 1-flügelige, aber auch 2-flügelige Türen dargestellt. Die glaubhaftesten Zeichnungen sind vermutlich die Abrechnungszeichnungen des ausgeführten Rohbaues. Es sind dies Zeichnungen der Firma HUTA der Serie 109; sie zeigen z. B. bei Pressac,[2] S. 327 und 329, eindeutig eine zweckmäßige 2-flügelige Tür.

In den Zeichnungen der Krematorien IV und V ist nur auf die Darstellung der kleinen Fenster/Türen hinzuweisen. Hier zeigen die gezeichneten Maueranschläge eine ungewöhnliche Form. Sie sind nämlich so ausgebildet, daß vermutlich ein Aufgehen nach außen vorgesehen war, zu erkennen auf S 399.[2] Die Maueranschläge sind ungewöhnlich auf der Mauerinnenseite gezeichnet. Unbekannt ist, wie tatsächlich ausgeführt wurde. Im Zusammenhang mit Dokumenten ergeben sich hier Besonderheiten, die jedoch zur Thematik unwesentlich sind. Wir haben hierzu schon eine gesonderte Arbeit angekündigt.

10.2. STELLUNGNAHME ZU GEZEIGTEN BAUZEICHNUNGEN

Wir haben schon ausgeführt, daß eine unbestreitbare Aussage zu den Zeichnungen nicht möglich ist. Wenn jedoch 2-flügelige Türen ausgeführt wurden, dann ist sicher, daß diese in Holz unmöglich gasdicht sein konnten. Zwischen zwei beweglichen Flügeln ist eine Abdichtung mit Filz nicht möglich. Hinzu kam, daß die handwerkliche Fertigung vor Ort bei dem im Kriege herrschenden Facharbeitermangel nicht die Genauigkeit von industrieller Fertigung haben konnte. Das gilt für die Türen selbst, mehr aber noch für die Filzdichtungen. Ähnliches gilt für die Fenster-Türen. Nur sind diese so zu beurteilen wie oben, weil es in dem Zusammenhang unwichtig ist, nach welcher Richtung sie aufschlugen. Am gefährdetsten ist die Konstruktion auf den Fotos 32 und 33, Seite 427, bei großen Temperaturunterschieden zwischen innen und außen. Die Konstruktion auf den Fotos 29 und 30 erinnert im übrigen mehr an eine Eisschranktür, die es bekanntlich auch in den Lagern gab.

Die Fa. Berninghaus lieferte zum Angebot vom 9.7.1942 eine Werkzeichnung ihrer Tür vom 20.3.1942 »Entlausungskammertür St. 3596«. Dieses Angebot von gasdichten Türen ist für die Bauten in Auschwitz vor allem zeitlich von größter Bedeutung. Es lag nämlich bereits vor, als noch keines der Krematorien in Birkenau gebaut wurde. Wenn man »menschentötende Gaskammern« in diesen Krematorien geplant hätte, wie behauptet wird, dann wären solche Türen auch frühzeitig bestellt worden, was aber nicht geschah. Solche von der gleichen Firma hergestellten Türen waren dagegen beispielsweise im KL Buchenwald nachweislich vorhanden (wohlgemerkt: im KL Buchenwald gab es keine »Menschengaskammern«!)

Von der Zeichnung der Fa. Berninghaus zeigen wir Ausschnitte, die belegen, wie gravierend die Unterschiede zu den Türen der in Auschwitz ansässigen Deutschen Ausrüstungs-Werke (DAW) waren, die die angeblich gasdichten Türen für das Lager zum großen Teil mit Hilfe ungelernter Hilfskräfte herstellte. Sie beweisen, daß die unter 8.2. aufgestellten Kriterien bekannt waren:

  1. Durch Stahlprofile genauere und steifere Konstruktion: Abbildung 7
  2. Vermehrte und bessere Verschlüsse: Abbildung 8
  3. Freie Achsen u. Keilverschlüsse: Abbildung 9 & 10

11. Als Beweismittel vorgelegte sonstige Dokumente

11.1. FESTSTELLUNGEN ZU GEZEIGTEN DOKUMENTEN

Bei der gegebenen Sachlage kann auf Kleinigkeiten verzichtet werden. Wir haben oben schon einmal erwähnt, daß es inzwischen Dokumente gibt, die vermutlich Pressac auch nicht bekannt sind oder waren.

11.2. STELLUNGNAHME ZU GEZEIGTEN DOKUMENTEN

Es liegt ein Angebot für gasdichte Türen zur Entlausungsanlage am BW 160 vor. Eine typische »Kreislauf-Begasungskammer der Fa. Degesch«, über deren besondere Gestaltung und Bauausführung Pressac sich wahrscheinlich nicht informiert hat. Darum unterliefen ihm hier viele Fehler und Falschinterpretationen. Das detaillierte Angebot mit Zeichnung, die uns vorliegt, ging bei der Zentralbauleitung am 13.7.1942 ein, Abbildung 2.[23] Aus dem reichhaltigen Schriftverkehr ist nur wesentlich, daß diese Türen erst am 5.5.1944 bestellt wurden.[39] Sie waren jedoch wegen der inzwischen ausgeführten KW-Entlausungsanlage auf 22 Stück reduziert worden.

Wichtig ist weiterhin das Schreiben der Fa. Berninghaus vom 12.5.1944,[40] in dem sie mitteilt:

»[...], dass wir heute Gaskammertüren nur noch in doppelwandiger Ganzstahlausführung liefern, da es sich ergeben hat, dass die Türen in stahlsparender Bauart nicht den erforderlichen Ansprüchen genügen.«

Winkeleisen sowohl am Türblatt als auch am Türrahmen umlaufend geben der gesamten Türkonstruktion mehr Steifigkeit und Maßgenauigkeit.

Vermehrte und konstruktiv verbesserte Verschlüsse (8 Stück) ermöglichen ein gleichmäßigeres Anpressen an den Türrahmen.

Abbildungen 7-10 (von links oben nach rechts unten): Ausschnittsvergrößerungen aus den Konstruktionszeichnungen gasdichter Türen der Fa. Berninghaus vom 20.3.1942, gefunden in der Korrespondenz des KL Auschwitz. Derartige massive und gasdichte Türen wären für Menschenvergasungen mindestens nötig gewesen, wurden aber nachweislich nie an das KL Auschwitz geliefert. (Erläuterungen erscheint, wenn Maus über dem Bild ist.)

Sobald beim Schließen der Tür Druck am Dichtungsprofil (in der Mitte beider Bilder) entstand, konnte des Türblatt dank der oval geformte Türbandenden (links unten) ausweichen. Jeweils unten: Keilverschluß

Sobald beim Schließen der Tür Druck am Dichtungsprofil (in der Mitte beider Bilder) entstand, konnte des Türblatt dank der oval geformte Türbandenden (links unten) ausweichen. Jeweils unten: Keilverschluß

Diesem Schreiben war ein neues Angebot vom 12.5.44 mit ausführlicher Beschreibung beigefügt, Abbildung 11.[41] Mit Einschreiben vom 20.6.44 wurden die Türen bestellt.[42] Abschließend ist einem Brief vom 21.11.44 zu entnehmen, daß die Fa. Berninghaus angefragt hat, ob die Türen noch geliefert werden sollten.[43]Es ist anzunehmen, daß sie nicht mehr geliefert wurden.

Wenn selbst die schon 1942 erheblich verbesserten Türausführungen nicht gasdicht waren, so belegt dies zusätzlich unsere abschließende Stellungnahme. Bessere Gegenbeweise als die vorstehenden kann sich ein Sachverständiger nicht wünschen. Ein Hersteller einer erheblich verbesserten, aber eben dennoch provisorischen „gasdichten Tür", der in Zeiten größter „Stahlengpässe" nur eine reine Stahltür für wirklich gasdicht erklärt und sie liefern will, ist kaum als Beweis zu überbieten.

 

12. J.-C. Pressacs »39 kriminelle Spuren«

12.1. FESTSTELLUNGEN ZU »39 KRIMINELLE SPUREN«

Eine vollständige Bearbeitung macht es erforderlich, sich auch mit diesem Teil des Buches[2] von Pressac zu befassen. Jedoch nur derjenige, der das Buch bis zur letzten Zeile gelesen und durchgearbeitet hat, weiß, was er sich damit antut. Um jeden unsinnigen oder unlogischen, mehr noch technisch oder physikalisch falschen Satz, der in diesem Buch zur Frage der gasdichten Türen und Fenster geäußert wird, zu widerlegen - und davon gibt es leider sehr viele - bedürfte es eines eigenen Büchleins. Es ist im gegebenen Rahmen somit unmöglich, Pressacs Abschnitt von 29 DIN A 3 Textseiten vollständig zu bearbeiten. Wir greifen deshalb nur 3 Beispiele heraus:

1. Auf S. 429 formuliert Pressac:

»Voraussetzung A: Eine gasdichte Tür kann nur für eine Gaskammer bestimmt sein.«

Wie sich zeigen wird, eine leichtfertige und unhaltbare Behauptung. Seine weiteren Folgerungen können somit nur stimmen, wenn dieser Satz stimmt. Wer aber die Zeit erlebt hat, muß aus der Behauptung folgern: Deutschland war voller Gaskammern, denn vor dem Kriege gab es gesetzliche Bestimmungen, die den Bau von Luftschutzkellern bei Neubauten forderten. Dazu gehörte, daß die Abschlüsse solcher Keller gasdicht sein mußten. Seine Voraussetzung ist also falsch!

Angebot der Fa. Berninghaus über 22 Gaskammertüren für Auschwitz

Abbildung 11: Angebot der Fa. Berninghaus über 22 Gaskammertüren vom 12.5.1944 (Seiten 1 und 2). Zum Vergrößern Dokument anklicken.

2. Er benutzt auf S. 432 unter »2. 10 Gasprüfer« dieselben als Beweis für das Vorhandensein von Gaskammern. Dazu ist festzustellen, daß es Geräte, die eine Blausäure-Gasprüfungsfähigkeit haben sollten, damals nicht gab. Die genannten »Gasprüfer« wurden zudem vom Heizungsfachmann der Zentralbauleitung Jährling für die 10 Öfen der Krematorien II und III zur Abgasregelung bestellt, und nicht vom für Entlausungskammern zuständigen Standortarzt. Im übrigen hat C. Mattogno den Gegenbeweis einwandfrei geführt.[16] Pressacs „Beweismittel" ist also keines.

3. Pressac erklärt auf S. 454 den polnischen Untersuchungsrichter Jan Sehn dafür verantwortlich:

»[...] einen Text für mit dem Original übereinstimmend erklärt zu haben, der keine genaue Abschrift war, oder, um es einfacher zu sagen, einer unwahren Kopie Rechtsstatus gegeben zu haben.«

Wenig später schreibt er:

»[...], Jan Sehn hatte ganz recht,[...]«

Er ist also der Auffassung, daß die durch ihn selbst bewiesene Fälschung einer Urkunde rechtens zulässig ist. Er sollte sich einmal von Prof. Dr. Jagschitz unterrichten lassen über „Quellenkritik". So schreibt also Pressac Zeitgeschichte und so fälschte ein polnischer Jurist eine Urkunde. Was soll man von seinem Buch dann halten, und was sind Beurkundungen eines Jan Sehn im Krakauer Prozeß und anderen dann wert gewesen?

Allein mit solchen Beispielen aus Pressac könnte man ein Buch füllen. Sehen wir uns die Texte weiter an! Er behauptet dubiose »39 kriminelle Spuren«, weist aber nur 34 nach. Zudem ist seine „Beweisführung" mehr von Wunschdenken geprägt als von belegten Fakten. Offenbar hat er sich selbst bezüglich der angestrebten Beweisführung unter Druck gesetzt (oder wurde er unter Druck gesetzt?). Anders ist nicht zu verstehen, daß er aus dem einem Punkt »gasdichte Tür« in seiner Ausarbeitung 17 Punkte macht, wie z. B.:

»23. Gastüren verankerungen 210 Stk/ [...]«.

Wir hätten ihm noch weitere empfehlen können wie z. B.: »35. Muttern für Schrauben in gasdichter Tür«. Der Ernst des Themas hindert uns daran.

12.2. STELLUNGNAHMEN ZU »39 KRIMINELLEN SPUREN«

Dieses Kapitel beweist in eindringlicher Deutlichkeit den Kardinalfehler nicht nur des gesamten Buches: statt des Apothekers J.-C. Pressac hätten alle Bereiche, die spezielles, also sachverständiges Fachwissen voraussetzen, eben von solchen Sachverständigen bearbeitet werden müssen. Ein Apotheker ist nicht die geeignete Person um »gasdichte Türen« zu konstatieren. Man duldet - berechtigt - auch keinen Bauingenieur in der Apotheke.

Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Fachgebiete von Historikern und Juristen. Hier schreiben die Gesetze sogar die Beiziehung geeigneter Sachverständiger, die aus allen Fachdisziplinen zur Verfügung stehen, vor. Man muß sich als Sachkundiger also fragen: Warum weigern sich gerade diese beiden Fachrichtungen fortwährend und unter Verletzung geltenden Rechtes, solches Fachwissen zu nutzen? Lassen es die Heloten unserer Zeit, die Politiker, nicht zu?

Die Begründung ist ebenso einfach wie einleuchtend zu finden: Ingenieure und Naturwissenschaftler sind nicht zu »manipulieren« oder zu »politisieren« wie Juristen und Historiker. Ihr Fachwissen ist konkret und nicht »auslegungsfähig«, Es würde sich jeder Sachverständige unsterblich blamieren, der vom Weg der Wissenschaft und damit der Wahrheit abweichen würde. Darum muß man eben auch Juristen durch »Offenkundigkeit« disziplinieren und entmündigen, weil das mit Naturwissenschaftlern und Ingenieuren nicht möglich ist. Ist hier der Grund dafür zu suchen, warum Prof. Dr. G. Jagschitz sich wenigstens in einigen Punkten auf die Seite der Wahrheit stellt?

Deshalb braucht man einen Apotheker Pressac, dem es weniger ausmacht, sich in Spekulationen oder Phantasien ohne Beweiswert zu ergehen. Ihm sind seine unglaubhaften „Erfindungen" deshalb vielleicht nicht peinlich, obschon er andererseits ungeschminkt manche Zeitzeugen berichtigt. Da es nicht in unserer Absicht liegt, den Berufsstand der Apotheker zu verunglimpfen, ist hier die Erklärung notwendig, daß J.-C. Pressac ein „außergewöhnlicher Apotheker" sein soll. Ebenso notwendig ist es zu wiederholen: Ein „Fachmann" für Bau, Technik und Naturwissenschaften ist er nicht.

Beweise dafür, daß es andere, wirklich gasdichte Türen oder Fenster gab, sind im genannten Abschnitt nicht enthalten. Pressacs Versuch, auf „indirektem Weg" Beweise zu erbringen, scheitert ebenso, wie wir in einer späteren Ausarbeitung darlegen werden. Für ihn selbst gilt der Satz, den er auf Seite 421 auf andere münzt:

»Es ist niemand so blind wie der, der nicht sehen will!«

13. Zusammenfassung

Nach sorgfältiger Prüfung aller zur Beurteilung vorliegenden Fotos, Bauzeichnungen und Dokumente stellen wir übereinstimmend fest, daß die angeführten Türen in Auschwitz nicht gasdicht waren. Es fehlten ihnen insbesondere folgende Eigenschaften:

  1. Der als Dichtungsmittel verwendete Filz ist nicht ausreichend elastisch, um Verwindungen des Türblattes auszugleichen. Das gilt verstärkt auf der Bandseite des Türblattes, weil dort kein Ausgleich durch Anpressen möglich ist, zumal
  2. keine freien Achsen ausgebildet sind.
  3. Die Anzahl der Riegel, um das Türblatt gleichmäßig festzuhalten, ist zu gering, und es fehlen geeignete Teile, die einerseits ein gleichmäßiges Anpressen ermöglichen und andererseits ein Verwinden ausschließen.

Die Türen konnten nicht verhindern, daß Gas in die Gebäude und in die Umgebung austrat. Behauptungen, die diesen Tatsachen entgegenstehen, sind falsch.

Es hat in den beiden Lagern von Auschwitz keine gasdichte Tür gegeben.

© 1998: Hans Jürgen Nowak, Werner Rademacher


Abbildungen

  1. Schreiben des Lagers BA II d an die Kommandantur vom 22.7.43, ZAM 502-1-336-101.
  2. Angebot der Fa. Berninghaus an die ZBL vom 9.7.42, ZAM 502-1-354-8. Mit ausführlicher Beschreibung der gasdichten Türen.
  3. Seiten 68 und 69 aus Abbildungsteil, Sterbebücher.[26]
  4. Skizze KGL-Birkenau, Bauzustand September 1942, mit behaupteten Bunker 1 und 2 sowie Massengräbern und Verbrennungsgruben
  5. Schreiben des Chef des Amtes C VI an den Chef Amtsgruppe C vom 11.2.43, ZAM 502-1-332-37/38.
  6. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 2), S. 49.
  7. bis 10.:  Ausschnitte aus Plan der Fa. Berninghaus St. 3596, v. 20.3.42, Beilage zu Dok. aus Abb. 2, ZAM 502-1-354-8.
  1. Angebot der Fa. Berninghaus über 22 Gaskammertüren vom 12.5.1944, ZAM 502-1-354-4

Abkürzungen

BA:Bauabschnitt
BW:Bauwerk
Exterminationist:Eine von der Vernichtungstheorie der KL-Häftlinge überzeugte Person. Englisch: extermination = Vernichtung.
KGL:Kriegsgefangenenlager
WVHA:Wirtschafts- und Verwaltungs-Hauptamt
ZAM:Zentrum für die Aufbewahrung historisch dokumentarischer Sammlungen, Moskau.

Anmerkungen

[1]Jürgen Nowak, »Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz, Revolutionäre Entlausungstechnik als Lebensretter im Konzentrationslager«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung (VffG) 2(2) (1998), S. 87-105; vgl. die Ausarbeitung von Hans Lamker in diesem Heft.
[2]Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Fondation, New York 1989.
[3]Landesgericht für Strafsachen Wien. Geschäftszahl 26 b Vr 14184/86, Eröffnung des Beweisverfahrens. 29.4.92 - 30.4.92, Seite 261-521 und 4.5.92 Seiten 1-67, Gesamt 222 Seiten Protokoll, hier Blätter 3/4 des Protokolls.
[4]Jedenfalls hat Jagschitz die ihm kostenlos angebotene sachverständige Hilfe des damaligen Präsidenten der Österreichischen Bundesingenieurkammer Dipl.-Ing. Walter Lüftl ohne Begründung ausgeschlagen, vgl. W. Rademacher, »Der Fall Lüftl«, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 44.
[5]Gutachten, Protokoll aaO. (Anm. 3), hier Blatt 262ff.
[6]ZAM 502-1-336-101; 22.7.1943.
[7]ZAM 502-1-332-46; 09.01.1943.
[8]ZAM 502-1-332-54; 05.11.1942.
[9]ZAM 502-1-332-9; 30.07.1943.
[10]ZAM 502-1-333-145; 05.06.1940
[11]Carlo Mattogno, Auschwitz The End of a Legend, A Critique of J.-C. Pressac, Institut for Historical Review, Newport Beach 1994., Tabelle 3, S. 24; dt. vgl.: ders, »Auschwitz. Das Ende einer Legende«, in: H. Verbeke (Hg.), Auschwitz; Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995.
[12]ZAM 502-2-54-36; 01.06.1942.
[13]ZAM 502-1-332-86; 01.07.1941.
[14]ZAM 502-1-336-94; 11.03.1942.
[15]ZAM 502-1-332-97; 29.06.1942.
[16]Vgl. hierzu die Darlegungen bei Carlo Mattogno, »Die „Gasprüfer" von Auschwitz«, VffG 2(1) (1998), S. 13-22; vgl. auch VffG 2(2) (1998), S. 160.
[17]ZAM 502-332-151; 01.07.1942.
[18]Jean-Claude Pressac, Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, München 1994, Anm. 131.
[19]Historický ústav Armády Ceske republiky. »Bauvorhaben Kriegsgefangenenlager Auschwitz, Kostenüberschläge 28.10.1942«, 43 Seiten mit Lageplänen. In diesem Archiv liegen riesige Mengen deutscher Akten, u.a. das Kriegsarchiv der Waffen-SS, die auch bis 1992 unerreichbar, ja nicht einmal bekannt waren und es wieder werden sollen, vgl. G. Rudolf, »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«, VffG 2(3) (1998), S. 165.
[20]Wilhelm Stromberger »Was war die „Sonderbehandlung" in Auschwitz?«, Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 44(2) (1996) S. 24-25.
[21]Uns liegen Dokumente bis in die letzte Einzelheit samt zugehörigen Zeichnungen und Bedienungsanleitungen vor, die wir dem interessierten Leser gerne gegen Kostenerstattung zur Verfügung stellen.
[22]Michael Gärtner, »Volksverhetzung? Volksverhetzung!«, VffG 1(4) (1997), S. 244f.
[23]ZAM 502-1-354-8; 09.07.1942.
[24]ZAM 502-1-332-143; 23.07.1942.
[25]J.-C. Pressac. aaO. (Anm. 18), S. 157.
[26]Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hg.), Sterbebücher von Auschwitz, 3 Bd., hier Bd. 1: Berichte, K. G. Saur, München 1995.
[27]Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz - Birkenau 1939 - 1945, Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg 1989.
[28]Staatliches Museum..., aaO. (Anm. 26), Tab. 3, S. 244/245. Unter »Nr. 39« fanden wir die Zahl der an Fleckfieber gestorbenen.
[29]Man darf sich allerdings von der Genauigkeit des Kalendariums... für diesen Tag nicht beeindrucken lassen. Der Anteil im Buch ohne jede Quellenangabe, der die gleiche Romanform wie Pressacs Bücher hat, übertrifft jedes vertretbare Maß.
[30]ZAM 502-1-19-90; 22.09.1942; vgl. H.J. Nowak, aaO. (Anm. 1), S. 88.
[31]Jean-Claude Pressac, aaO. (Anm. 18), S. 73.
[32]Franziszek Piper u.a., Auschwitz, faschistisches Vernichtungslager 2. Aufl., Interpress, Warschau 1981, S. 123. Piper meint, Höß würde in seinen »Memoiren« »[...] fälschlicherweise von 107.000 Leichen [...]« berichten.
[33]Michael Gärtner, Werner Rademacher, VffG 2(1) (1998), S. 2-12.
[34]ZAM 502-1-332-37/38; 11.02.1943.
[35]ZAM 502-1-233-37; 07.05.1943.
[36]R. Scholle, »Schutzraumabschlüsse«, Baulicher Luftschutz Heft 3, W. Ernst & Sohn, Berlin 193 9.
[37]Franz Puntigam, Hermann Breymesser, Erich Bernfus, Blausäuregaskammern zur Fleckfleberabwehr, Sonderveröffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943.
[38]Aus einem Privatarchiv.
[39]ZAM 502-1-354-7; 5.5.1944.
[40]ZAM 502-1-354-3; 12.5.1944.
[41]ZAM 502-1-354-4; 12.5.1944.
[42]ZAM 502-1-354-5; 20.6.1944.
[43]ZAM 502-1-333-2; 22.11.1944.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(4) (1998), S. 248-261.
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