Das Krematorium von Auschwitz-Birkenau in der Kriegspropaganda und in der sowjetischen Nachkriegsdarstellung

Von Knud Bäcker

Wissenschaft ist die unendliche Revision überkommener Thesen, Paradigmen, Dogmen und Glaubenssätze. Auch die Thesen der Revisionisten selbst unterliegen dieser kritischen Wiederbetrachtung. Ein Beispiel eines solchen Revisionsversuches revisionistischer Thesen wird nachfolgend vorgestellt. Die vom Autor präsentierte These geht davon aus, daß es im größten aller deutschen Konzentrationslager, Auschwitz-Birkenau, nicht, wie von allen Autoren bisher angenommen, vier große Krematorien zur Einäscherung menschlicher Leichen gegeben hat, sondern nur ein Krematorium. Der Autor hat diese These entwickelt, als er sich eingehend mit der Entstehung des Auschwitz-Mythos in der Propaganda der Alliierten sowie der verschiedenen Untergrundorganisationen im deutsch besetzten Europa auseinandersetzte. In diesem Beitrag legt der Autor dar, wie sich seine These aufgrund seiner anfänglichen Studien entwickelte. In einem späteren Beitrag wird er dann auf die vielen vermeintlichen Gegenbeweise eingehen, die in Form schriftlicher Dokumente und Bauzeichungen in großem Umfang vorliegen. Die Redaktion ist sich des provokativen und revolutionären Charakters dieser These bewußt. Sie ist zudem zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon überzeugt, daß sie richtig ist. Angesichts der bekannten Beweise (Zeugenaussagen, Dokumente und materielle Spuren) scheint Bäckers These eher absurd zu sein. Aber behaupten die exterminationistischen Historiker nicht dasselbe von den üblichen revisionistischen Thesen? Und fordern wir von diesen nicht zu Recht, uns dennoch anzuhören und unsere Argumente zu diskutieren? Und weil wir anderen nicht verwehren dürfen, was wir selbst von Dritten fordern, hat sich die Redaktion entschlossen, diesen Beitrag unverändert abzudrucken. Wenn damit erreicht wird, daß bisher ungestellte, aber wichtige Fragen bewußt gemacht und womöglich schlüssig beantwortet werden, so ist schon viel erreicht worden.


1. Vorbemerkung

Im vorangegangenen Artikel »"Ein Kommentar ist an dieser Stelle überflüssig"« (VffG 2/98, S. 120-129) war ein Bild untersucht worden, welches schon lange von einer politischen Propaganda-Genossenschaft dazu benutzt wird, die Legenden des sowjetpolnischen Oswiecim-Museums zu beweisen. Mehrere Bildbearbeiter hatten aus einem schlechten Ölbild einer sowjettschechischen Propagandaabteilung von 1956 mit Retuschen ein »SS-Foto von 1943« fabriziert. Damit wollten sie die angebliche Existenz zweier Birkenauer Krematorien "dokumentieren", die ab 1943 mit je fünf 3-Muffel-Einäscherungsöfen Typ »Buchenwald« ausgestattet worden und in Betrieb gegangen sein sollen. Alleine die Vorstellung, daß im vierten Kriegsjahr die Erfurter Maschinenbaufirma J. A. Topf & Söhne noch eisenverschwenderische Ofenmodelle aus ihrer Friedens-Produktpalette bauen und liefern konnte, ohne materialeinsparende Konstruktionsveränderungen und Ersatzstofflösungen vorgenommen zu haben, ist absurd.

Um auch dem technischen Laien den Zugang zur Einäscherungs-Materie zu erleichtern, sollen hier noch ein paar allgemeinverständliche Bemerkungen im Lexikon-Stil vorangestellt werden.

Feuerbestattung, Leichenverbrennung, Einäscherung, Kremation, Totenbestattung, bei der der Leichnam durch Hitze in Asche verwandelt wird, Feuerbestattung kommt vereinzelt in der Altsteinzeit vor, wird dann gegen Ende der Jungsteinzeit häufiger und von der mittleren Bronzezeit an zur herrschenden Sitte. Nach der Verbrennung auf Scheiterhaufen wurde die Knochenasche, der Leichenbrand, gesammelt und in einer Urne beigesetzt. Die Feuerbestattung war in der ganzen Alten Welt, vorrangig bei den Griechen, Römern, Kelten und Germanen, verbreitet, mit Ausnahme Ägyptens. Sie ist heute noch bei Indern, Japanern und Naturvölkern üblich. Sie verschwand in Europa erst ganz langsam mit der Ausbreitung des Christentums. 784 wurde sie als »heidnischer« Brauch verboten. Erst ab Mitte des 19. Jahrh. wurde sie neben der Erdbestattung wieder zugelassen, vermutlich wegen der damals häufigen Choleraepidemien und aus sonstigen hygienischen und ästhetischen Gründen, sowie der zweckmäßigen Verringerung der großen Friedhöfe bei großen Städten. Anfängliche starke kirchliche Widerstände sind verschwunden; nur die römisch-katholische Kirche lehnt die Feuerbestattung ab und untersagt sie ihren Mitgliedern bis in die Gegenwart. Auch in der jüdischen Tradition kommt die Feuerbestattung nicht vor.

Seit dem letzten Viertel des 19. Jahrh. werden besondere Krematoriumsöfen für die Feuerbestattung verwendet. Die Feuerbestattung erfolgt in Leicheneinäscherungsanstalten (Krematorien), die neben der Verbrennungsanlage Räume für Leichenaufbewahrung und Leichenfeier enthalten. Die Verbrennung erfolgt in Verbrennungsöfen in reiner, etwa 1000 Grad heißer Luft, die durch ein mit Regenerativfeuerung (Brennstoff: Koks) weißglühend gemachtes Schamottemauerwerk erwärmt wird. Die Leiche trocknet zunächst oberflächlich ein, dann verbrennt diese Schicht, die nächste trocknet, verbrennt u.s.f. Flammenbildung an der Leiche ist dabei nur ganz unbedeutend. Eine Verbrennung (Einäscherung) dauert etwa 90 Minuten; es bleibt ungefähr 1 kg weißlicher, pulvrig-bröckliger Asche übrig, die in 20 cm hoher, verlöteter Kapsel, mit Namen, Geburts- und Todestag versehen, den Angehörigen übergeben wird. Die Kapseln werden entweder in Urnen untergebracht, die in Nischen von Urnenhallen (Kolumbarien, meist in der Einäscherungsanstalt) oder in Urnenhainen auf den Friedhöfen stehen, oder dort in Aschengräbern bestattet. (Brockhaus 1928 und 1938)

Gasgenerator, Gaserzeuger, Anlage zum Erzeugen brennbaren Gases, besonders für Gasfeuerungen, meist Schachtofen, in dem das zu vergasende Material (Kohle, Koks, Torf u. dgl.) in hoher Schicht verbrannt wird, wobei, beim Durchgang der im unteren Teil der Schicht entstehenden nicht brennbaren Kohlensäure durch die glühende Oberschicht, erstere zu brennbarem Kohlenoxyd reduziert wird, was durch das Einblasen von Luft (Druckluftgebläse) bewerkstelligt wird. Eine besondere Form der Gasfeuerung ist die Regenerativfeuerung, welche 1856 von Friedrich Siemens erfunden wurde. Diese Gasfeuerung findet Verwendung besonders zum Beheizen von metallurgischen öfen (Puddel-, Siemens-Martin-Hochöfen u. dgl.), Glasöfen, Leichenverbrennungsöfen u.a. Das im Gasgenerator erzeugte Gas wird in einem geschlossenen Raume, der Brennkammer - falsch »Gaskammer« -, verbrannt, in dem oder über dem sich das zu erhitzende Objekt befindet. Das Gas wird unter Beimischung von Luft durch einen Kanal zugeführt. Führt man die heißen, dem Brennraum entströmenden Abgase vor Eintritt in den Kamin durch einen mit Steingitterwerk ausgesetzten Kanal (Regenerator), wobei sich die Steine hoch erhitzen, so ist man imstande, deren Hitze zum Vorwärmen der frischen dem Brennraum zuströmenden Gase zu verwenden, wenn man den Weg (Gang) der Gase zeitweilig umkehrt durch geeignete Umschaltung (Siemens' Generativfeuerung). (Brockhaus 1928 und 1938)

Unter Muffel versteht man einen Ofenraum aus feuerfestem Material, in dem durch indirekte Heizung - die Flammen gelangen nicht in den Muffelinnenraum - eine hohe Hitze erzeugt wird. Öfen, die mit Muffeln ausgestattet sind, sogenannte Muffelöfen, werden in der Kremierungstechnik, in der Metallhärtung, in Ziegeleien, Keramikwerkstätten und der Brotbäckerei benutzt. Eine Muffel bezeichnet man nicht als »Ofen«. Dieser Hinweis ist wichtig, weil in der politischen Propaganda, besonders in der sowjetpolnischen Darstellung über Kremierungsöfen, häufig Einäscherungsmuffeln als Öfen bezeichnet und gezählt werden. Für die Ausstattung des Birkenauer Krematoriums mit 4 Doppelmuffelöfen - gleich 8 Einäscherungsmuffeln insgesamt - und einem Müllverbrennungsofen tauchten bisher folgende irreführenden Bezeichnungen auf: »9 Öfen«, »8 Öfen«, »8 Muffelöfen«, »4 Öfen auf beiden Seiten« , »2 Öfen mit 4 Muffeln« »ein Achtmuffelofen«, »ein Hochofen«, »ein Verbrennungsofen mit 9 Kammer zu je 4 Öffnungen«.

Auf Seite 124 von VffG 2/98 war nun das vermutlich einzige existierende Originalfoto der Inneneinrichtung des Birkenauer Krematoriums abgebildet worden, welches einen der vier eingebauten Doppelmuffel-öfen in der Feierabend-Stellung zeigt. Bildunterschrift:

»Der typische Topf-Doppelmuffel-Einäscherungsofen in der Kriegsversion für KLs: Sarglose Beschickung durch geholmte Muldentragen über klappbare Rollengestelle auf materialschwachen Führungsstangen. Aschekastenmulden vor den Aschetüren und Führungsschienen für den Aschekastenabtransport durch Kastenkarren wurden wegen Materialmangels nicht eingebaut. Bei 10-stündigem Dauerbetrieb konnten in dieser Doppelmuffel-Anlage mit Gasgenerator 12 bis 14 Verstorbene täglich eingeäschert werden.« (aus Baum, Anm. 26f).

Das Baum-Foto ist höchtwahrscheinlich eine heimliche Aufnahme der Auschwitzer Lagerpartisanen.

Der nachfolgende Beitrag will zuerst beweisen, daß das Baum-Foto keine Aufnahme von einer ähnlich aussehenden Ofenattrappe im Mauthausener KL-Museum ist. Ferner soll einer Legende entgegengetreten werden - die u.a. von Pressac erzählt wird -, welche die Modellgleichheit der Mauthausener mit der Oswiecimer Ofenattrappe behauptet. Auch die Fragen, warum Baum nicht die Herkunft seines Fotos preisgab und woher die Mauthausener Ofenbauteile wirklich stammen, sollen beantwortet werden. Dabei wird auch berichtet werden, ab wann, aus welchem Anlaß, mit welchen Inhalten und durch wen die Auschwitzer Krematorien- und Ofenpropaganda benutzt wurde und welche Versionen und Propaganda-Elemente zum heutigen Auschwitz-Bild führten. Nebenbei soll bewiesen werden, daß es im neuen oder »zweiten« Krematorium von Auschwitz in Birkenau vier Doppelmuffel-öfen in der Kriegsversion gab. Diese Ausstattung verdoppelte die bisherige Einäscherungskapazität und machte das »alte« Krematorium überflüssig, welches dann auch Mitte 1943 stillgelegt wurde. Aus kriegsbedingter Rohstoffknappheit waren bei dem neuen Krematorium nicht betriebsnotwendige Eisenteile eingespart worden, wie Schienen, Wartungsloren und Aschekasten-Hunte. Vermutlich wurden Zug um Zug mit dem Aufbau der neuer Öfen, gleichzeitig die beiden Doppelmuffelöfen des »alten« Krematoriums demontiert und deren Bausätze, nach Ergänzung defekter und abgenutzter Teile, im neuen Krematorium wiederverwendet. Die Funktion der Wartungsloren und Hunte wird erklärt werden. Zum Schluß wird Filip Müllers Propagandaeinsatz für das PMO-Museum vorgestellt und seine Legende zerpflückt werden, die behauptet:

»In Auschwitz wurden die Öfen mittels überladener Eisenloren auf Schmalspurgleisen im 20-Minuten-Takt beschickt«.

Wem die notwendige komplizierte, detailgenaue technische oder psychologische Beweisaufnahme in einigen Abschnitten zu langweilig ist, hat mit diesem Vorwort schon eine kurze Inhaltsübersicht bekommen und lese beim nächsten Abschnitt weiter, wo es dann wieder flüssiger und allgemeinverständlicher weitergeht. Leser, die weitere Quellenhinweise, Erklärungen oder Fragen haben, wenden sich bitte vertrauensvoll an die VffG-Redaktion. Für Schreib- oder Ausdrucksfehler wird um Verständnis gebeten, da der kleine Verlag sich noch keinen wissenschaftlichen Lektor leisten kann. Für Denk- oder Beweisführungsfehler tadele man den Autor.

Krematoriumsofen Auschwitz-Birkenau

Abb. 1: Typischer Topf-Doppelmuffel-Einäscherungsofen in der Kriegsversion. Obere Schließknebel am Türrahmen fehlen. Vermutlich einzige veröffentlichte Innenaufnahme des Birkenauer Krematoriums, welches vier solcher Anlagen hatte. (VffG 2/98, S. 124)

2. Die einzige bisher veröffentlichte Innenaufnahme des Birkenauer Krematoriums: Ein Topf-Doppelmuffelofen

Im VffG 2/98, S. 124, wurde ein vermutliches Partisanen-Foto mit dem typischen Topf-Doppelmuffel-Einäscherungsofen in der Kriegsversion abgebildet. Dieses Ofen-Foto ist ein Schlüssel zum Hintergrund verschiedener Propaganda- und Museums-Legenden. Das Foto (Abb. 1) zeigt am rechten Rand eine Krümmung im Mauerwerk und in den Metallstreben. Dabei handelt es sich um einen Kopierfehler. Um den Buchrücken zu schonen wurde die Buchseite mit der Abbildung nicht glatt auf den Kopierer gepreßt. Die verkippte Aufnahme ist aber richtig wiedergegeben und so auch im Baum-Buch Die letzten Tage von Mauthausen zu finden.[1] Damit wird das Foto interessant. Der Fotograf, vermutlich ein Auschwitzer Lagerpartisan, nahm offenbar das Objekt heimlich und in Eile auf und verkantete dabei den Fotoapparat.

Im "großen" Pressac wird eine professionelle und unverkantete Aufnahme aus dem Mauthausener KL-Museum gezeigt, wo ein rekonstruierter Doppelmuffel-Einäscherungsofen der Erfurter Maschinenfabrik J. A. Topf & Söhne nach dem Krieg als museales Anschauungsobjekt aufgebaut worden war.[2] (Abb. 2) Diese Museums-Attrappe wurde scheinbar detailgetreu nach der Vorlage des »Partisanen«-Fotos (Abb. 1) zurechtgemacht und ausstaffiert.

Krematoriums-Ofenattrappe im KL Mauthausen

Abb. 2: Doppelmuffel-Ofenattrappe im östr. KL-Museum Mauthausen. Bauteile stammen aus dem Birkenauer Krematorium. Obere Schließknebel am Türrahmen vorhanden, keine Schienen im Fliesenboden, übertrieben Verbiegung der linken Führungsstange.

Die Mauthausener Ofenattrappe ist ohne Gebläse und E-Motor im Untergeschoß des ehemaligen Häftlingskrankenhauses ausgestellt. Pressac hält sie für ein baugleiches Modell eines Doppelmuffelofens aus dem Mitte 1943 stillgelegten »alten« Krematorium von Auschwitz.[3] (Abb. 3) In seiner Bildunterschrift bezeichnet Pressac die Ofenattrappe als »den berühmten "Weltenbummler"-Doppelmuffelofen, dessen Metallteile Auschwitz gesehen haben und der zum Schluß im KL Mauthausen installiert wurde, wo er noch heute zu besichtigen ist.« Offensichtlich kursiert in den KL-Museen von Oswiecim und Mauthausen eine »dokumentengestützte« Legende über das Auftauchen dieses Doppelmuffelofens »Typ Auschwitz« in Mauthausen. Dessen Einzelteile wären angeblich fehlwaggoniert und am 30.4.1942 irrtümlich in Auschwitz ausgeladen worden.[4] Erst fünf Monate später hätte dann die Auschwitzer SS-Bauleitung ihre Kollegen in Mauthausen mit Schreiben vom 30.9.1942 und beigelegter Teileliste (Abb. 4) darüber informiert und ihnen gleichzeitig mitgeteilt, daß die Irrläuferteile schon seit dem 22.9.1942 wieder auf Achse zu ihrem richtigen Bestimmungsort wären.[5] Anfang Januar 1945, also 27 Monate später, habe man endlich den umhergeirrten und langgelagerten Doppelmuffelofen im KL Mauthausen aufgestellt.[6] Diese ganze Geschichte hat den Fehler, daß in ihr die vielgerühmte preußisch-deutsche Gründlichkeit und Ordnung unberücksichtigt bleibt. Auch die blitzkriegerische deutsche Militärausbildung, wo alle Vorgänge möglichst im Laufschritt und »wie ein geölter Blitz« abzulaufen hatten, haben die beteiligten Akteure erkennbar nicht absolviert. Die geschilderte Legende unterstellt somit der Bauleitung der Waffen-SS ein pflichtwidriges sabotageverdächtiges Bummelantentum. Dadurch wird die Geschichte unglaubhaft!

Die Ofenattrappen im Mauthausener und im Auschwitzer Museum hält Pressac für die Nachbauten der gleichen Serienmodelle der Firma Topf. Für die groben Konstruktionsfehler - vertauschte Ofentüren - im sowjetpolnischen Auschwitz-Museum, hat Pressac die simple Erklärung: Die Öfen wurden aus der Erinnerung und ohne sich in Mauthausen zu erkundigen nachgebaut.[7] Pressac hat aber, widersprüchlich zu dieser Erklärung, selber an anderer Stelle »das hervorragende historische Material der Polen und Sowjets« gelobt und damit die Beuteakten der SS-Bauleitung, nebst den Topf-Ofenbauplänen, gemeint.[8] Gleichzeitig will Pressac aber nicht den Widerspruch zwischen einem »Dokument« im Bundesarchiv und der Mauthausener Ofenattrappe sehen.[9] Die erwähnte Teileliste vom 26.9.1942 spricht von »10 Laufschienen für den Einführwagen« und von »einem Einführwagen mit Abstreifer« so wie sie heute auch im PMO-Museum zu sehen sind. (Abb. 3 u. Abb. 4) Diese angeblich nach Mauthausen gelieferten Teile fehlen aber sichtbar bei der dortigen Ofenattrappe. Keine Schienen mit einem aufgesetzten »Leicheneinführwagen« sind vorhanden. (Abb. 2) Dagegen fehlen bei der Oswiecim-Attrappe die klappbaren Rollenhalter für die Einführung der geholmten Muldentragen.[10] Die Mauthausener Ofenattrappe hat konstruktionsmäßig nichts mit der »Teileliste« und den Oswiecim-Attrappen zu tun, sondern kann eindeutig dem Birkenauer Krematoriumsofen auf dem »Partisanen«-Foto zugeordnet werden. Mit ihrer Legende über den »globe-trotting«-Doppelmuffel-Einäscherungsofen von Mauthausen und seiner Verwandtschaft mit den Altmodellen im »alten« Krematorium, den heute gezeigten PMO-Attrappen, wollen die beteiligten KL-Museen und Pressac offensichtlich eine falsche Spur legen und von der ursprünglichen Herkunft der Mauthausener Ofenteile aus dem Birkenauer Krematorium ablenken.

Rekonstruierter Ofen im Krematorium I, Auschwitz

Abb. 3: (links und unten): Doppelmuffel-Ofenattrappe im nachgebauten »alten« Krematorium des poln. KL-Museums Oswiecim. Keine Bau- und Funktionsgleichheit mit Ofen auf Abb. 1 und Abb. 2. Kein Rollengestell zur Trageneinführung. Angebliche Muffelbeschickung mit 3 Leichen auf Schienenlore im 20-Minuten-Takt.

Rekonstruierter Ofen im Krematorium I, Auschwitz

Bruno Baum hatte das Foto des »gekippten Ofens« ohne Quellenangabe seinem Mauthausen-Buch beigegeben. Er war Vorsitzender des Auschwitzer Häftlingskomitees der DDR und stand politisch auch mit dem Mauthausener Häftlingskomitee, welches die Ausgestaltung des österreichischen KL-Museums besorgte, in enger Verbindung.[11] Baums Foto zeigt einen Doppelmuffelofen mit Gebrauchsspuren in Einäscherungs- und Ascheräumen, eine verbogene Haltestange für das Rollengestell und ein muldenloses Fliesenmosaik vor dem Ofen. Die Mauthausener Ofenattrappe zeigt scheinbar die gleichen Merkmale - selbst die Öffnungswinkel der Ofen- und Aschetüren und eine eingestreute Asche-Imitation stimmen -, so daß man das Baum-Foto für eine verwackelte Aufnahme der Attrappe halten kann oder soll. Aber genau umgekehrt bekommt die Angelegenheit einen Sinn. Die Mauthausener Ofenattrappe wurde mit vorhandenen Bauteilen und nachbesorgten Einzelteilen genau dem Baum-Foto nachgebaut! Drei Fehler verraten noch, daß Baums Foto nicht von der Attrappe aufgenommen wurde. Der Fußboden des Raumes zeigt eine Fliesung mit quadratischen Kacheln. Auf diese wurde vor der Attrappe, in deren gesamter Breite, eine zweite Fliesung mit länglichen Kacheln aufgebracht, welche der Bodenfliesung auf dem Baum-Foto entspricht. Die Fliesenfuge auf dem Baum-Bild, welche genau mit der mittleren Fuge der Ofenrahmenstreben zusammenfällt, ist bei der Attrappe von dieser Mitteposition um eine Daumenbreite versetzt worden. Die linke Verbiegung der Rollenhalterstange wurde, abweichend vom Baum-Foto, zu spitzwinklig und zu stark vorgenommen. Die Mauthausener Attrappe besitzt am oberen Ofentürrahmen Schließknebel für die Muffeltüren, die auf dem Baum-Foto fehlen! Wo aber wurde Baums »Kippofen«-Foto aufgenommen und woher hatte das Mauthausener KL-Museum die Bauteile eines originalen Birkenauer Doppelmuffelofens?

3. Drei Doppelmuffel-Einäscherungsöfen werden zu »drei Krematorien«

Vermutlich zeigt Baums »Kippofen«-Foto einen Ausschnitt des »neuen«, größeren Krematoriums von Auschwitz, welches Mitte 1943, pietätvoll verborgen in einem kleinen Wäldchen nahe dem geplanten Birkenauer Lazarett- und Quarantäne-Lager im KGL Bauabschnitt III, in Betrieb genommenen wurde. Es war mit 4 Doppelmuffel-Einäscherungsanlagen mit insgesamt 8 Einäscherungsmuffeln ausgestattet worden. »Ein tapferer Kamerad fotografierte unter Lebensgefahr die Inneneinrichtung.«, berichtete Baum, Führungsmitglied der Auschwitzer Lagerpartisanen, 1945 in einer KPD-Zeitung. »Auch diese Bilder schickten wir den Krakauern.«[12] Das Baum-Foto zeigt mit großer Wahrscheinlichkeit das einzige veröffentlichte Partisanen-Foto des neuen Auschwitzer Krematoriums in Birkenau, welches durch die Mauthausener Attrappe seine Tarnung erhält.[13] Die Sowjets hatten gleich nach der Eroberung des KLs Auschwitz in einer ersten Propaganda-Meldung von »12 Spezialöfen« und einen Tag später dann von »einem Hochofen« gesprochen. (Siehe weiter unten) Später mußten sie diese propagandistische Einäscherungskapazität, in Abstimmung mit anderen Legenden der Kriegspartner, korrigieren. Um sich nicht selber ständig zu widersprechen, mußten sie ihre zuerst behaupteten »12 Spezialöfen« irgendwie nachweisen. Zu diesem Zweck ließen sie »10 Dreimuffelöfen mit 2 Schornsteinen und 2 Achtmuffelöfen mit 4 Schornsteinen« in verschiedenen Birkenauer Bauwerken, die so zu »Krematorien« gemacht wurden, auf dem Papier entstehen (vgl. Abb. 6). In abkopierten deutschen Bauzeichnungen ließen die Sowjets ihre Ofenphantasien einzeichnen und diese fabrizierten »Beweisdokumente« dann als angebliche Originalbauzeichnungen der WSS-Bauleitung in ihrer Propaganda ausschlachten. Besonders auf die bauzeichnerische Umwandlung der vier Doppelmuffelöfen in der Topf-Kriegsversion im Birkenauer Krematorium zu einem einzigen Superofen in einer 8-Muffelversion, den die Sowjets bauzeichnerisch noch in ein zweites Gebäude hineinkonstruierten, legten sie großen Wert.[14] So retteten sie ihre Propagandazahl von »12 öfen«, obwohl es niemals einen 8-muffligen Super-Einäscherungsofen mit der feuerungstechnisch umwälzenden Neuheit von 2 Schornsteinen im Birkenauer Krematorium gegeben hat. Der Mitarbeiter der sowjetischen Untersuchungskommission Dr. Filip (engl. Philip) Friedman hat 1945 diese bauzeichnerische sowjetische Supererfindung in ihrer »deutschen« Leistungsfähigkeit genau beschrieben.[15]

»Der höchste Ausdruck deutscher Technik auf diesem Gebiet waren die Krematorien IV und V, alle in Birkenau, die 1943 in Betrieb genommen wurden. Hier gab es zwar nur 2 Öfen mit je 8 Retorten [=Muffeln], aber sie waren so modernisiert und verbessert, daß mit dieser (Ofen-)Produktion alle vorherigen wesentlich übertroffen wurden. Es wurden in jeder Retorte 5 (fünf) Menschen in 10 (zehn) Minuten verbrannt, d.h. daß ein Ofen in einer Stunde 240 Menschen verbrannte. Die Retorten hatten eine 2 (zwei) Meter breite, viereckige Öffnung, in die die Leichen mit Hilfe eines speziellen Eisenfahrgestells gelegt wurden, so wie bei einem Bäckereiofen (Daher nannten die Gefangenen von Auschwitz das Krematorium in ihrer Lagersprache "die Bäckerei"). Die Leichen wurden in der Retorte so gestapelt, daß unten 2 Kanadier lagen und darauf 3 Muselmannen. Die Muselmannen waren so abgemagert und ohne Fett, daß sie nur sehr schwer brannten. [...] Die Öfen der Krematorien arbeiteten mit Gasgeneratoren. Die sparsamen Deutschen sorgten dafür, daß Heizmaterial nicht umsonst vergeudet wurde. So passierte es, wenn in Birkenau zu wenig Leichen zu verbrennen waren, daß man nach Auschwitz I wegen "Rohmaterial" telefonierte. Dann wurde in Auschwitz I schnell eine Selektion vorgenommen und ein Posten Opfer nach Birkenau geliefert. Der Leiter des Krematoriums war der SS-Mann Moll.«[16]

Versandliste Krematorium I, Auschwitz (21 KB)

Abb. 4: "Dokument" aus dem Bundesarchiv will die Propaganda des Oswiecim-Museums "beweisen":»Leicheneinführung in den Ofen mit Einführwagen und Leichen-Abstreifer auf Schienen«. Dies wurde so nicht in Mauthausen angeliefert und aufgestellt (siehe Abb. 1 und Abb. 2) (Zum Vergrößern anklicken).

In der englischen Übersetzung des Friedman-Urtextes von 1945 wurden in der Londoner Veröffentlichung 1946 die Zahlenangabe zur Muffelbeschickung, die »Muselmannen und Kanadiern« und die »Spontanselektionen« weggelassen und ein paar sinnverändernde Korrekturen vorgenommen.[17] Eine Übersetzung der ersten, polnischen Textversion auch ins Deutsche und deren Veröffentlichung wurde bisher vom Institut für Zeitgeschichte in München unterlassen. Vermutlich würde Friedmans schlampige Beweisführung den aktuellen »Forschungsstand« über Birkenau stören. Bei seinem Versuch, mehrere Krematorien in Birkenau zu »dokumentieren«, beweist Friedman aber, wenn wohl auch unabsichtlich, mehrmals die Existenz von nur einem einzigen Krematorium: SS-Mann Moll ist bei ihm nicht Leiter mehrerer Krematorien, sondern nur Chef »des Krematoriums«, und die Gefangenen bezeichneten bei ihm nicht mehrere Krematorien als »die Bäckereien«, sondern nur »das Krematorium« nannten die Häftlinge in ihrer Lagersprache »die Bäckerei«.

Da sich ein behaupteter »8-Muffelofen« mit 2 Kaminen selbstverständlich und konstruktionsbedingt nicht in vier selbständig funktionierende Topf-Doppelmuffelöfen auflösen läßt, durfte auch kein echtes Partisanen-Foto von einem einzelnen funktionstüchtigen Doppelmuffelofen des Birkenauer Krematoriums gezeigt werden. Daher vermutlich wurde die Legende um die Mauthausener Ofenattrappe und deren angebliche Modellgleichheit mit den 2 (zwei) Doppelmuffelöfen im »alten«, Mitte 1943 stillgelegten, Krematorium im Auschwitzer Stammlager gestrickt.[18] Ob nun die Mauthausener Museums-Attrappe erst nach Baums Veröffentlichung des Partisanen-Fotos oder schon vorher vom österreichischen Häftlingskomitee, unter Berücksichtigung des intern bekannten Partisanen-Fotos, aufgebaut wurde, soll hier nicht näher untersucht werden.

Auch die Häftlingsschreiber Vrba und Wetzler, die im April 1944 aus Birkenau geflüchtet waren, kannten die genaue Ausstattung des »neuen« Krematoriums mit vier Doppelmuffel-öfen. Die auf ihren Angaben fußende Propaganda-Version des US-WRB-Reports vom Herbst 1944 gibt noch die Krematoriumseinrichtung mit »9 Öfen« an. Hinter dieser Angabe verbergen sich höchstwahrscheinlich die 8 Muffeln der 4 Doppelmuffelöfen und ein dazugezählter Müllverbrennungsofen. Von ihrem Partisanengenossen Filip Müller, ein Krematoriumsheizer, der wie Wetzler im Lagerabschitt BII D inhaftiert war, wußten sie auch, daß als Einäscherungszeit für Verstorbene die üblichen 90 Minuten benötigt wurden und daß es im Krematoriumsgebäude noch eine Müllverbrennungsanlage gab, für die vermutlich der zweite Schornstein gebraucht wurde.[19] Um die Massenmord-Legende glaubhaft aufzubauen, hatte der US-WRB-Report die allgemein bekannte und von Vrba/Wetzler mitgeteilte Leicheneinäscherungszeit für Krematoriumsöfen von 90 Minuten nicht propagandistisch reduziert - wie von der späteren Sowjetpropaganda unternommen (auf 30 bis 10 Minuten verkürzt) - , sondern die »9 Öfen« gleich noch in drei weiteren Birkenauer Bauwerken behauptet. Diese wurden dann als »Krematorien I bis IV« bezeichnet und die Öfen bekamen noch je 4 (vier) Riesenmuffeln für die gleichzeitige Einäscherung von je 3 (drei) Leichen angedichtet. Damit sollte eine »tägliche Vernichtungsrate von 6000 Opfern« bewiesen werden. Alle behaupteten »4 Krematorien« wurden dann noch zeichnerisch mit dem gleichen Grundriß in der Umrißform einer deutschen Stielhandgranate vom WRB-Report vorgestellt (vgl. Abb. 5).[73] Wer diese veröffentlichte Propaganda-Version mit den »36 Öfen« erfunden hat - die tschechischen Lagerpartisanen, die Preßburger Anlaufstelle, die tschechischen Kontaktleute in der Schweiz oder die US-Geheimdienstabteilung für »schwarze Propaganda« - ist bisher nicht bekannt geworden.

Nach Baum wurden »Ende Oktober 1944 drei von vier Krematorien in Birkenau abmontiert, in ihren Einzelteilen sorgfältig numeriert und zwei nach Groß-Rosen und eins nach Mauthausen verschickt.«[20] Diese Wortwahl macht stutzig. Natürlich wurden keine drei Krematoriumsgebäude, keine drei Leicheneinäscherungsanstalten mit Ziegelmauerwerk, Schornsteinen und Leichenaufbahrungshallen in Einzelteile zerlegt und zur Verschickung an verschiedene Standorte durchnumeriert. Die Durchnumerierung ergabt nur einen Sinn, wenn in einem Krematoriumsgebäude die Metallskelette, Spannstangen, Winkeleisen und Gußteile dreier Kremierungsöfen, dreier Einäscherungsanlagen, demontiert und auseinandergeschraubt wurden, um sie verwechselungsfrei, zusammen mit ein paar Schamottesteinen, Schürhaken, Rosten, Leicheneinführtragen, Gasgenerator-Anlagen und Wartungsgeräten, zum Bahnversand zu bringen. Die sorgfältige Numerierung der Einzelteile der zerlegten Doppelmuffel-Einäscherungseinheiten, hielt diese Konstruktionselemente in wiederaufbaufähigen Bausätzen zusammen. Die sorgfältige Numerierung beugte auch heimlicher Sabotage durch Teilevertauschung, Entnahme oder Fehlversand vor. Der geschulte KP-Agitpropler Baum bezeichnete die vier Doppelmuffel-Einäscherungseinheiten des Birkenauer Krematoriums in seinem Nachkriegsbericht höchstwahrscheinlich nur aus propagandistischen Gründen als »vier Krematorien« und weil die sowjetischen Direktiven zum Auschwitz-Bild es so vorschrieben.[21] Doch warum wurden drei von vier Doppelmuffelöfen aus dem Birkenauer Krematorium im Oktober 1944 abgebaut und weshalb mußten diese dann später als »Krematorien« bezeichnet werden? In den nachfolgenden Abschnitten wird das untersucht.

4. Auch eine Ziegelei wird zu einem Krematorium

Abb. 5: Aus dem US-WRB-Report vom November 1944: Ein angebliches Birkenauer Krematorium in der Grundrißform einer deutschen Stielhandgranate. Obwohl die US-Aufklärer schon seit Frühjahr 1944 die Grundrisse aller Gebäude genau kannten, arbeitete die Propaganda mit derartigen Phantasieprodukten.

Am 25. Mai 1944 hatten die Auschwitzer Lagerpartisanen ihrem periodischen Bericht über die Zeit vom 5. bis zum 25. Mai 1944 eine Sonderbeilage mitgegeben, um vermutlich die westalliierte Invasion - das Unternehmen »Overlord« am 6. Juni 1944 - greuelpropagandistisch unterstützen zu helfen.[22] Der Kopf der Lagerpartisanen, der spätere sowjetpolnische Ministerpräsident Józef Cyrankiewicz (Deckname »Rot«), ließ Nachrichten aus abgehörten ausländischen Sendern sammeln und unter den Mithäftlingen im KL, sowie über die Krakauer Untergrundzeitung Auschwitzer Echo verbreiten. Seine Redaktionsgruppe, besetzt mit bekannten KP-Schriftstellern, schrieb nicht nur wöchentlich zwei fertige Propaganda-Reden für den Londoner Rundfunk, sondern belieferte auch das Auschwitzer Echo mit Artikeln. Cyrankiewicz »leitete praktisch vom KZ aus die Krakauer Partisanenbewegung« und die Herausgabe der Untergrundzeitung.[23] Auch die Sonderbeilage vom 25. Mai 1944 stammte vom »Arbeiteraktivisten Cyrankiewicz«.[24] Dort war erstmals von »zwei Gasanstalten, vier Krematorien und einer Ziegelei«, welche als Vernichtungswerkzeuge für ein deutsches Massenmordprogramm in Auschwitz dienen würden, gesprochen worden.

»Jede Nacht kommen 8 Züge an, am Tage 5. Die Züge zählen je 48-50 Waggons mit 100 Personen pro Waggon.«

Also 62.400-65.000 »Umsiedler« wurden täglich angekarrt und in »vier Krematorien, einer Ziegelei und auf Scheiterhaufen« - nach den Angaben der Lagerpartisanen - verbrannt.[25]

5. Schwarze Propaganda aus London und aus Auschwitz: Die Lager-KP im Dienste Sefton Delmers?

Möglicherweise war diese Greuelpropaganda mit den Londoner Exilpolen abgestimmt worden.

»Hatte doch die polnische Regierung in London einen Militärbevollmächtigten für das oberschlesische Gebiet entsandt, der von außen auch die Arbeit für das KZ durchzuführen hatte.«[26]

Sefton Delmer, der Chef der britischen pychologischen Kriegsführung und der schwarzen Propaganda gegen Deutschland, beschrieb nach dem Krieg anschaulich die gute Zusammenarbeit der britischen Geheimdienstler mit den polnischen Partisanen.[27]

»Es erschien mir wie ein Symbol der aller-, allerstrengsten Geheimhaltung, die mir bei meiner Arbeit für "Overlord" auferlegt war, daß man mir im Bush House, der neuen Londoner Zentrale unserer Abteilung, ein Büro im neuesten und allerhöchsten Stockwerk anwies. Und hier empfing ich jetzt unsere heimlichen Besucher: Polen, Dänen, Norweger, Franzosen, Holländer, Amerikaner und Engländer - die Leiter der geheimen Widerstandsgruppen in den von Deutschland besetzten Gebieten. Von der SOE und der OSS ausgesandte Flugzeuge hatten sie auf verborgenen Behelfsflugplätzen aufgenommen, direkt vor der Nase des angeblich allwissenden Himmlerschen SD.[28] Von dort waren sie nach London geflogen worden, wo man sie in einer Art Schnellkurs auf die Rolle vorbereitete, die sie und ihre Gruppen bei der kommenden Befreiung Europas übernehmen sollten. Es gehörte zum vorgesehenen Plan dieses Kurses, daß sie auch bei mir vorsprachen, damit ich von ihnen erfuhr, was wir tun konnten, um ihnen zu helfen und ihnen auseinandersetzte, auf welche Weise sie uns unterstützen könnten. Wenn ich den lustigen, schlanken jungen polnischen Aristokraten zuhörte, die die neuesten und elegantesten Londoner Nachtlokale soviel besser zu kennen schienen als ich, konnte ich es kaum glauben, daß diese selben Menschen noch vor wenigen Tagen in Krakau geholfen hatten, eine deutschsprachige Zeitung mit Nachrichten herauszugeben, die sie im Atlantiksender gehört hatten. [...] Aber in fast allen Fällen besaßen meine Besucher bereits alle erforderlichen deutschen Stempel. Ich war erstaunt, wie gut diese Guerillakämpfer mit allem versehen waren, was für die Herstellung gefälschter deutscher Ausweise erforderlich war. Jetzt hatten wir eine eigene Druckerei, die in der Lage war, jedes beliebige deutsche Dokument vom Wehrmachtsbefehl bis zu Briefmarken und Lebensmittelkarten einwandfrei zu kopieren.«[29]

»Die Polen waren«, nach den Erfahrungen des britischen Geheimdienstchefs für schwarze Propaganda, »unsere geschicktesten Mitarbeiter.«[30] Sie hatten auch »einen besonderen Sinn für alles Makabre.«[31]

6. Sowjetpropaganda nach Katyn: »Die Deutschen wollen die Polen ausrotten«

Abb. 6: Hier die »Höchstleistung der deutschen Ingenieurskunst« in der Sowjet-Propaganda, ein »achtmuffel-Einäscherungs Ofen« in einem »verbrennungsraum«, der nach Friedman drei Leichen pro Muffel in 10 Minuten einäschern konnte. Links neben dem »verbrennungsraum« gibt es nach der Vorstellung der sowjetischen Filmregisseure, die sie von den WRB-Propagandisten übernahmen, einen Auskleideraum.

Um den 19.4.1943 herum, eine Woche nach den Katyn-Enthüllungen des Berliner Rundfunks, tauchten in Krakau und im übrigen Polen Wandplakate auf, welche höchstwahrscheinlich von sowjethörigen Partisanen zu Tausenden fabriziert und verbreitet worden waren. Dort pries eine zynisch-raffinierte schwarze Propaganda, unter Anspielung auf die 4000 schon aufgefundenen Genickschuß-Opfer aus der polnischen Oberschicht bei Katyn, »wie humanitär im Vergleich zu den bolschewistischen Methoden die deutschen Einrichtungen sind, mit Hilfe derer die Massenliquidation der polnischen Bevölkerung durchgeführt wird«. Im Gegensatz zur tatsächlichen bolschewistischen Liquidierung einer kleinen polnischen Eliteschicht, wurde ein deutsches Programm zur Ausrottung der Polen insgesamt behauptet:

»Die deutsche Wissenschaft hat hier Ungeheures für die europäische Kultur geleistet, denn anstatt eines grausigen primitiven Massenmordes der unbequemen Bevölkerung kann man in Auschwitz Gas- und Dampfkammern, elektrische Platten usw. sehen, mit deren Hilfe Tausende von Polen in kürzester Zeit auf eine Weise, die der Ehre des großen deutschen Volkes entspricht, vom Leben zum Tode befördert werden können. Es genügt, darauf hinzuweisen, daß das Krematorium allein am Tage 3000 Leichen einäschern kann.«[32]

Im April 1943 gab es also im KL Auschwitz nur ein Krematorium. Hinter dieser wohl frühesten Propaganda-Erwähnung von »Dampf- und Gaskammern« in Verbindung mit Menschenvernichtungen in Auschwitz, schimmern noch die umgedeuteten Hygiene-Einrichtungen zur Desinfektion und Entwesung durch. Bekanntlich wurden in allen deutschen Massenunterkünften Bekleidungsstücke, Decken und Bettwäsche mit Kammerjägergas und Dampf entlaust und desinfiziert zur Bekämpfung der Fleckfieberseuche.[33] Ein besonderes Judenvernichtungsprogramm gab es dort nicht im April 1943, sonst hätten es die Partisanen bestimmt an die große Glocke gehängt und Radio London hätte es der Welt mitgeteilt. Auffällig ist auch, daß der weitgehend untechnisierten, bäuerlichen Bevölkerung unbekannte technische und hygienische Anlagen der hochtechnisierten Deutschen als mögliche Mordwerkzeuge vorgegaukelt werden. Auch dem modernen Krematorium werden makabre Wunderleistungen angedichtet: »es kann...«, wenn es nur wollte, orakelt der anonyme »Hinweisgeber«. Aber es ist wohl noch nichts passiert. So werden Gerüchte fabriziert, die mit der Erzeugung von Bedrohungsängsten den Glauben an mögliche Tatsächlichkeiten erzeugen und bestärken sollen.

Warum wollten die gut informierten Krakauer Partisanen, eine Woche nach der Entdeckung der Massenmordgräber von Katyn, plötzlich mitteilen - ohne ihr »Wissen« schon früher verbreitet zu haben -, daß in Auschwitz »3000 polnische Leichen täglich« im einzig vorhandenen Krematorium eingeäschert werden »könnten« ? Diese erste Auschwitz-Propaganda, die offensichtlich Bedrohungsängste unter der polnischen Bevölkerung verbreiten und Haß gegen die deutsche Hoheitsgewalt schüren wollte, ist für eine unaufgeklärte und wundergläubige Bevölkerung gemacht worden. Erstens ist Polen ein weitgehend katholisches Land. Die katholische Kirche lehnt die Feuerbestattung als heidnisch ab.[34] Kaum ein Pole wußte daher, was ein Krematorium ist, wie dieses »Teufelswerkzeug« technisch funktioniert und über welche tatsächliche tägliche Einäscherungskapazität es verfügen kann. Zweitens gab es nach anderen Propagandameldungen, die die Wirklichkeit nicht so stark übertrieben, zu dieser Zeit nur ca. 10.000 Lagerinsassen in Auschwitz, von denen angeblich monatlich 300 Häftlinge an Unterernährung oder Krankheiten starben. Für die tägliche Einäscherung von ca. 10 Verstorbenen stand ein Verbrennungsofen (gemeint ist ein Krematorium) im Lager zur Verfügung.

So berichtete der gut informierte Londoner Rundfunk in seiner Propagandasendung zur Entwicklung des französischen Widerstandes gegen die deutsche Besatzung am 17. August 1943 u.a.:

»Das Konzentrationslager Auschwitz befindet sich in Oberschlesien, 30 Kilometer von Kattowitz entfernt. Zehntausend Deportierte aller Nationalitäten sind dort zusammengepfercht. [...] Im Lager dieser zu Zwangsarbeit Verurteilten gibt es ein WC für je 500, jawohl für fünfhundert Internierte. Die Wäsche wird nie gewechselt, der Besitz irgendeines Toilettengegenstandes ist verboten. Einmal im Monat gehen sie zur Brause. Tausende dieser Unglücklichen sind mit Läusen bedeckt, von Ungeziefer zerfressen. Jeder Häftling hat mindestens 15 bis 20 Kilo abgenommen. Für die zehntausend Gefangenen gibt es einen Arzt, der innerhalb einer Stunde dreihundert Kranke untersucht. Wer nicht mehr aufstehen kann, wird abgesondert, ohne Speise und Trank gelassen, bis er stirbt. Auf diese Weise sterben monatlich dreihundert dieser Bedauernswerten, zehn pro Tag, und werden in dem im Lager errichteten Verbrennungsofen eingeäschert. Täglich werden Frauen und Männer wahnsinnig oder begehen Selbstmord.«[35]

Diese wohl übertrieben geschilderten »schrecklichen« Zustände lassen auch vier Monate nach dem ersten Greuel-Bericht über Auschwitz noch kein Massenvernichtungsprogramm zur »täglichen Einäscherung von 3000 Polen« erkennen. Zumal nur ein »Verbrennungsofen« zur Verfügung steht. Nach Pressac sollten aber bis zum 24.6.1943 schon »vier Großkrematorien« gebaut, an die KL-Verwaltung übergeben und in Gebrauch genommen worden sein für ein laufendes Vernichtungsprogramm.[36] Wenn das so gewesen wäre, hätte der Londoner Rundfunk es bestimmt mitgeteilt und nicht nur von »einem Verbrennungsofen« alias einem Krematorium gesprochen.

Abb. 7: Einige der Propaganda-Helden von Auschwitz

Bruno Baum

Image25.jpg (5625 Byte)

Józef Cyrankiewicz

Hermann Langbein

Bruno Baum

Rudolf Wetzler

Józef
Cyrankiewicz

Hermann
Langbein

Rudolf Vrba

Kazimierz Smolen

Image29.jpg (4432 Byte)

Ella Lingens

Rudolf Vrba

Kazimierz Smolen

Erich Kulka

Ella Lingens

Die dem Londoner Rundfunk propagandistisch verbundene polnische Exilregierung in London war bestens über Auschwitz informiert. Der polnische Geheimdiensthauptmann Witold Pilecki hatte sich freiwillig unter falschem Namen in Warschau verhaften lassen, um unter den inhaftierten Offizieren in Auschwitz eine militärische Untergrundgruppe für einen möglichen Aufstand zu organisieren.[37] Mit einem Kurzwellensender, der im Infektionsblock 20 des Häftlingskrankenhauses versteckt war, hatte er regelmäßig Informationen an die Londoner Polen übermittelt.[38] Bis zur Auffindung der vermißten polnischen Offiziere in den Massengräbern von Katyn war Deutschland für die nationalpolnischen Offiziere der Hauptfeind gewesen. Nun schlug die Stimmung um gegen die Sowjets. Der Geheimdienstler Pilecki muß im Greuelplakat vom 19. April 1943 sofort die sowjetische Handschrift erkannt haben. Die aufkeimende antisowjetische Stimmung unter der polnischen Bevölkerung wegen Katyn sollte vermutlich mit dieser sowjetischen Gegenpropaganda gestoppt und zu einem erneuten Haß und Hauptfeindbild gegen die Deutschen umgebogen werden. Das mußte natürlich aus nationalpolnischer Sicht verhindert werden, wegen möglicher deutscher Massen-Repressalien gegen die Bevölkerung bei unkontrollierten Widerstandsakten. Auch wollten die AK- oder Nationalpolen sich nicht vor den sowjetischen Karren spannen lassen. Daher wohl flüchtete Pilecki am 24. April 1943 (Ostern) aus Auschwitz.[39] Aus eigener Anschauung konnte er den AK-Geimdienstoffizieren im Lande mitteilen: In Auschwitz werden keine »3000 Polen täglich liquidiert«.[40] Der Hauptfeind ist weiterhin die Sowjetunion, auch wenn London mit dieser ein Kriegsbündnis hat. 1947 wurde Pilecki wegen »konterrevolutionärer Tätigkeit« von den Sowjetpolen hingerichtet.[41] Die sowjetpolnisch geprägte Danuta Czech erwähnt in ihrem »Kalendarium« das spätere Schicksal Pileckis mit keiner Silbe.[42]

Am 1. Mai 1943 verbündeten sich im KL Auschwitz die österreichischen und polnischen Häftlinge Burger, Langbein, Cyrankiewicz und Holuj mit ihren Anhängern zu einer sozialistisch-kommunistischen Untergrundorganisation mit Sitz im Krankenrevierbereich.[43],[23] Diese bildeten auch den ersten zentralen Leitungsrat ihrer »internationalen antifaschistischen Widerstandsbewegung«. Dem Zentralrat unterstellten sich noch eine sozialdemokratische und eine 300köpfige jüdische Gruppe für gemeinsame Partisanenaktivitäten.[44] Über polnische Zivilarbeiter und umgedrehte SS-Angehörige wurden regelmäßig Berichte aus dem Lager an den Krakauer Untergrund und die Londoner Polen geschickt.[45] Als ab Juli 1943 die Sowjetpropaganda damit begann, wohl zur Ablenkung von »Katyn«, »deutsche Massenmorde an Sowjetmenschen in Gaskammerwagen« zu behaupten, mischten auch die KP-Lagerpartisanen mit.[46] In ihrem Bericht vom 21.9.1943 an den Krakauer Untergrund behaupteten sie, daß in Auschwitz

»ein Gasauto, Marke Saur, mit einem Motorpflug stationiert wurde, um auf Befehl des Polizeistandgerichtes Exekutionen mit Motorabgasen durchzuführen.«[47]

Also auch im September 1943 wußten diese gut informierten Lagerpartisanen noch nichts von »vier Krematorien« oder anderen Ungeheuerlichkeiten zu berichten. Die Propaganda-Geschichten mit den »3000 Polen, welche das Krematorium täglich einäschern kann« und den »zu sehenden Gas- und Dampfkammern und elektrischen Platten, mit deren Hilfe Tausende von Polen in kürzester Zeit vom Leben zum Tode befördert werden können«, hatten die Krakauer und die Lagerpartisanen nicht wieder aufgewärmt. Täglich arbeiteten unzählige polnische Zivilarbeiter, zusammen mit den Arbeitshäftlingen, auf den zahlreichen Baustellen am Ausbau der Auschwitzer Lager und Industriebetriebe.[48] Gerüchte oder Informationen über ein geplantes oder laufendes »Polenmordprogramm« hätten sich dort mit Windeseile verbreitet. Die verängstigten polnischen Zivilarbeiter wären den Großbaustellen ferngeblieben und hätten den Baubetrieb stillgelegt. Aber auch die Lagerpartisanen hätten ihre Kontaktleute verloren. Welchen Polen wollte man daher mit dem Blödsinn von einem »deutschen Polenmordprogramm« noch ängstigen? Erst später hat man diese Massenmordgeschichte wohl mit neuen Inhalten reaktiviert und durch die Welt gehen lassen.

7. Die Steigerung der Sowjetpropaganda 1944: »Hitlers Todesfabriken«

Nach der Eroberung von Minsk und Lublin begannen die Sowjets die vorgefundenen Arbeitslager propagandistisch als »Todesfabriken« aufzubauen. Die sowjetische Greuel-Propaganda vom April 1943 - »Das Krematorium von Auschwitz kann täglich 3000 Polen einäschern« - diente dabei als Vorlage, nur daß jetzt neben Polen auch noch Juden, Russen, Tschechen, Ukrainer, Antifaschisten und Politische in »diese teuflischen deutschen Massenmordöfen« gestopft wurden.

In der Oktoberausgabe 1944 erzählte das »Freie Deutschland«, eine sowjetische Propagandaagentur mit deutschen KPD-Mitgliedern, Hitlergegnern und Emigranten, in Mexiko:[49], [79 a]

»Das Exekutivkomitee des Lateinamerikanischen Komitees der Freien Deutschen hat mit tiefer Bestürzung und Scham die Berichte über Hitlers Todesfabriken entgegengenommen, die von der Roten Armee bei Minsk und Lublin entdeckt wurden. Die Enthüllungen dieser Mordstätten von Hunderttausenden von wehrlosen Menschen, dieser Menschenschlachthäuser, Gaskammern, Gaswagen und Verbrennungsanstalten für hilflose Kinder, Frauen und Greise, stellen die Gipfelleistung in den Verbrechen der Nazis dar. Die Ermordung von Hunderttausenden von Juden, Russen, Polen, Ukrainern, wehrlosen Kriegsgefangenen und gefangenen deutschen Antifaschisten mit aller Raffinesse der modernen Technik wird auf Jahrhunderte den Namen Deutschlands schänden....Gez. L. Renn , P. Merker, A. Abusch, W. Altner, Luise Heuer, E. Jungmann, Dr. Leo Zuckermann.«[50]

In der Novemberausgabe des »Freien Deutschlands« gibt der Schriftsteller Alexander Abusch, Sohn eines jüdischen Kleinhändlers aus Krakau und späterer hoher DDR-Funktionär, schon die Propagandaelemente zu erkennen, wie sie dann auch in den Sowjet-Museen von Majdanek und Oswiecim nachgebaut wurden.[51]

»Die Enthüllungen von Hitlers und Himmlers Todesfabriken in Maidanek und Bolschoj Trojanetz übertrifft alles an Grausamkeit, was wir uns vorstellen konnten. [...] Es bedurfte dieser schlimmsten Erfahrung unseres Lebens, um uns nicht nur vorzustellen, sondern zu wissen: daß Deutsche diese Mordfabriken erfunden und betrieben haben; daß Deutsche in ihnen Millionen von hilflosen Kindern, Frauen und Greisen vergast und verbrannt haben; daß Deutsche diese Menschenvernichtung ersonnen haben, deren kalt überlegte Bestialität mit Hunnentum oder Kannibalismus zu bezeichnen, nur eine Beleidigung für die Hunnen und die Kannibalen wäre. Die Rote Armee hat in ihrem überraschend schnellen Vormarsch in Polen und in Bjelorußland die Todeslager entdeckt: gewaltige Verbrennungsöfen mit hochragenden Schlöten, Gaskammern mit Gucklöchern zur wissenschaftlich exakten Kontrolle des Mordes. Der Charkower Prozeß hatte bereits die Geheimnisse der Todeswagen, der Vergasungsautos, enthüllt. Die Opfer waren - wie Konstantin Simonow berichtet - Juden, in allen Ländern zusammengefangen, Juden, in Viehwaggons durch ganz Europa zur Vergasung und Verbrennung oder Erschießung und Verbrennung transportiert. Die Opfer waren Russen, Polen, Weißrussen und Ukrainer. Die Opfer waren auch politische Gefangene aus Deutschland, deutsche Antifaschisten. Mit deutscher Gründlichkeit waren im Todeslager von Maidanek Warenlager aus letzten Habseligkeiten der Opfer angelegt: vom Kinderjäckchen bis zu Damenkleidern, von kleinsten Kinderschuhen bis zu größten Männerstiefeln. Alles war zur »praktischen« Verwertung in Deutschland gesammelt. Die Rote Armee fand in Maidanek noch achthunderttausend Paar Schuhe aller Art vor; 16 Waggons, beladen mit Schuhen und Kleidungsstücken, waren einige Tage vor ihrer Ankunft nach Deutschland abgegangen. Den Opfern wurden nach ihrer Vergasung oder Erschiessung die Goldzähne ausgebrochen, dann wurden sie wie geschlachtetes Vieh gestempelt: Reif für die Verbrennung! Und selbst die aus den Öfen kommende Asche fand noch Verwendung als - Düngemittel für Hitlers Landwirtschaft. Jawohl, sprechen wir deutschen Antifaschisten es laut und von Scham erschüttert aus: Deutsche haben diesen Massenmord erdacht und durchgeführt, - deutsche Nazis, aber eben doch Deutsche, die - moralisch degeneriert und vertiert sich als Vertreter der "Herrenrasse" gebärden. [...] Daß das nazistische Verbrechertum ideologisch und praktisch in Deutschland heranwachsen konnte, daß es in Deutschlands Namen handeln konnte, bedeutet den tiefsten moralischen Sturz des deutschen Volkes in seiner ganzen Geschichte. Darum sprechen wir von der schweren Verantwortung des deutschen Volkes.«[52]

Soweit im mexikanischen Exil der »deutsche« Antifaschist aus Krakau mit seiner Kollektiv-Anklage gegen das deutsche Volk.

8. Die deutsche Antwort auf die »Todesfabriken«-Propaganda: Abbau von 3 Doppelmuffelöfen in Auschwitz

Nach der Eroberung des KLs Majdanek bei Lublin am 23. Juli 1944, hatten die Sowjet-Propagandisten diese riesenhafte Greuelpropaganda in der Weltöffentlichkeit aufgezogen, wie schon im vorherigen Abschnitt mitgeteilt wurde. Die vorgefundenen fünf Einäscherungsmuffeln im lagerüblichen Krematorium wurden als »teuflische Öfen« eines angeblichen deutschen Massenmordprogramms bezeichnet.[53] Um die Weltöffentlichkeit von der peinlichen Katyn-Aufdeckung abzulenken, wollten die Sowjets offenbar den Deutschen dafür eine noch viel größere Sache anhängen. Durch Majdanek vorgewarnt, durften daher der vorrückenden Roten Armee im Auschwitzer Lagerkomplex keine 8 Einäscherungsmuffeln - 3 mehr als in Majdanek - im großlagerüblichen Krematorium als weitere Munition für ihre Greuel-Propaganda in die Hände fallen. So wurden im Herbst 1944 drei Doppelmuffelanlagen mit insgesamt 6 Einäscherungsmuffeln abgebaut und nur eine Doppelmuffelanlage übriggelassen. Die Sowjetpropaganda behauptete später über diese Demontageaktion, daß »die Nazis damit die Spuren ihrer Verbrechen beseitigen wollten«.[54]

Da die Fleckfieber-Seuchengefahr im KL Auschwitz durch modernste Hygiene-Maßnahmen - Siemens Kurzwellen-Entlausungsanlage,[55] HDH-Desinfektions-Verfahren des Hygiene-Instituts der Waffen-SS[56] - gebannt worden war und die Lagerbelegschaft laufend vermindert wurde durch Abtransporte in andere Lager im Reichsgebiet, brauchte man im Oktober 1944 auch keine Einäscherungs-Überkapazität von 8 Muffeln mehr. Daher konnten drei Doppelmuffeleinheiten gefahrlos für die Lagerhygiene und die anfallende Leichenentsorgung demontiert werden. Die nach Mauthausen verschickten Metallteile einer Doppelmuffel-Einäscherungseinheit, das »sorgfältig numerierte und in Einzelteile zerlegte Krematorium« Baums, wurden dann nach dem Krieg zur bekannten Ofen-Attrappe im KL-Museum aufgebaut. Die im Birkenauer Krematorium zurückgebliebene Doppelmuffel-Einheit, wurde im Januar 1945 erst kurz vor der anrückenden Roten Armee gesprengt.[57] Doch diese vorbeugenden Maßnahmen gegen die sowjetische Greuelpropaganda nutzten nichts.

9. Die erste sowjetische Propagandaversion über Auschwitz fußt auf Häftlingsgerüchten

Nach der Eroberung des Auschwitzer Gebietes am 27. Januar 1945 erschien am 1. Februar 1945 die erste sowjetische Kurzinformation über das KL in der Moskauer Prawda:

»Aus dem sowjetischen Informationsbüro: Einsatzbericht vom 31. Januar: ... Nach der Besetzung von Auschwitz hat die Rote Armee eine große Anzahl von Häftlingen des Konzentrationslagers befreit. Ein ehemaliger Häftling von Auschwitz namens Lukaschew, der aus der Gegend von Woronesch stammt, sagte aus: "Die Hitlerleute töteten die Kinder, die Kranken sowie die arbeitsunfähigen Männer und Frauen mittels Gas; sie verbrannten die Leichen in Spezialöfen. Im Lager waren 12 dieser Öfen vorhanden."«[58]

Diese Zahl war aus Häftlingserzählungen zusammengebraut worden und sollte propagandistisch den angeblichen Ofen-Bestand bei der Lagereroberung vortäuschen, obwohl nur eine gesprengte Doppelmuffel-Anlage vorgefunden worden war. Die sowjetische Propagandazahl zählte Muffeln als Öfen und setzte sich aus den 2 Doppelmuffel-Anlagen des Mitte 1943 stillgelegten alten Krematoriums mit insgesamt 4 Muffeln und den 4 Doppelmuffel-Anlagen mit insgesamt 8 Muffeln des vergrößerten neuen Krematoriums zusammen.[59]

Die Gasgeschichte war eine weitere Propaganda-Behauptung aus Häftlingserzählungen und konnte noch gar nicht das Ergebnis einer Untersuchungskommission sein. Sie entstammte einem im Lager verbreiteten Gerücht. Die Katyn-Schlappe der Sowjets machte allen KP-Genossen zu schaffen. Auch Langbein glaubte, daß »Katyn« eine deutsche Greuelpropaganda gewesen sei zur Anprangerung der »bösen, unmenschlichen Russen.«[60] Nun kann nicht ausgeschlossen werden, daß im Gegenzug dazu die KP-Zellen die »bösen, unmenschlichen Deutschen« mit ihrer Auschwitz-Propaganda anprangern wollten. Die sozialistisch-kommunistischen Lagerpartisanen um Cyrankiewicz, Langbein und Baum, hatten nicht nur ihre Propaganda über den Londoner Rundfunk in der Weltöffentlichkeit betrieben,[61] sondern verbreiteten selbst im Lager unter den Arbeitshäftlingen Greuelgerüchte,[62] um dadurch deren Arbeitsmoral möglicherweise zu zersetzen und ihre Widerstands- und Sabotagebereitschaft zu fördern. Alle Ankommenden aus den Transporten begrüßten die Lagerguerillas heimlich mit den Worten: »Hier werden Menschen vergast.«[63]

In Verbindung mit der schwarzen Propaganda der heimlich abgehörten britischen Sender, wurden diese Gerüchte von vielen Häftlingen und auch von einigen niedrigen SS-Dienstgraden und einfachen SS-Wachmännern geglaubt. Diese Zersetzungsarbeit führte bei letzteren oftmals zu moralischen Konflikten und säte auch Zweifel und Schuldgefühle, so daß einige ihre Versetzung beantragten, andere aber mit den Lagerpartisanen heimlich symphatisierten oder gar zu ihnen innerlich überliefen und ihre subversive Feindtätigkeit aktiv unterstützten.[64] Nach dem Krieg wurde das Geglaubte verschiedentlich auch als angebliches Selbsterlebnis bezeugt oder als scheinbar mitzuverantwortende Tatsache bereut und gebüßt.[65] Ein heute öffentlich anerkannter Zeitzeuge und ehemaliger SS-Offizier als Prozeßzeuge im März 1946 vor einem alliierten Gericht:

»Nach meiner Erfahrung muß angenommen werden, daß das Wissen um die Ausrottungen in Auschwitz zwar allgemein war, jedoch auf dem Gerüchtwege zustande kam, weil nach meiner Meinung niemand in der Lage war, sich eine tatsächliche Bestätigung, insbesondere über die Art, in der diese Ausrottungen vor sich gingen, [zu] verschaffen [...]. «[66]

Abb. 8: Leicht als Kriegspropaganda erkennbar: Das Birkenauer Internierungslager in der Darstellung des US-WRB-Reports vom November 1944. Vier Gebäude in der Umrißform deutscher Stielhandgranaten sollen vier angebliche Krematorien darstellen, obwohl auf den Bildern der US-Luftaufklärer derartige Gebäude nicht zu erkennen sind. Die US-Luftwaffe unterließ es daher auch, derartige Propaganda-Phantome zu bombardieren und kümmerte sich mehr um die Zerstörung der Kohlehydrierwerke in Lagernähe. (Zum Vergrößern Bild anklicken)

Nur ein alter Prager Jude und Professor für Psychiatrie schenkte der greuelichen Begrüßungs-Propaganda bei seiner Ankunft im Lager keinen Glauben und empfahl den ihn begrüßenden Lagerpartisanen, daß sie sich doch nach Kriegsende bei ihm in seiner Klinik als Patienten melden sollten.[67]

10. Die zweite sowjetische Propagandaversion über Auschwitz: »Elektrifizierte Todesfabrik mit Hochofen«

Einen Tag später, am 2. Februar 1945, wußte die Moskauer Prawda bereits, z.T. aus »Schilderungen der Polen« und einem »telegrafischen Bericht des Sowjetkorrespondenten Boris Poleweu aus der Stadt Auschwitz«, zu berichten:

»...Auschwitz! Eine unparteiische Kommission wird genau die Zahlen der Getöteten und zu Tode Gequälten ermitteln. Aber schon jetzt ist es nach den Schilderungen der Polen möglich festzustellen, daß zwischen 1941 und 1942 und zu Beginn des Jahres 1943 täglich 5-8 Züge mit Menschen hierher gebracht worden sind. Als im vergangenen Jahr die Rote Armee vor der Weltöffentlichkeit die schrecklichen und ekelerregenden Geheimnisse von Majdanek enthüllte, begannen die Deutschen in Auschwitz die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Sie ebneten die mit Hügeln versehenen sogenannten "alten Gräber" im östlichen Teil des Lagers ein, entfernten und vernichteten die Spuren des elektrischen Fließbandsystems, wo hunderte von Leuten gleichzeitig mit elektrischem Strom getötet worden sind. Die Leichen fielen auf ein sich langsam bewegendes Transportband, das mit ihnen in einen Hochofen einmündete, wo die Leichen total verbrannt, die Knochen mit Walzen zermahlen und die Reste als Dünger auf die Felder gegeben wurden. Die besonderen mobilen Apparate zur Tötung von Kindern wurden ins Hinterland verbracht.«[68]

Die Idee eines »Menschenschlachthauses« mit elektrischer Tötungsautomatik am Fließband und nachfolgender Hochofenverschmelzung, schien für die industrieproletarisch orientierten Sowjetmenschen die modernste und rationellste One-Line-Lösung für die Arbeit einer Todesfabrik oder eines Mordkombinates zu sein.[69] Besonders die riesigen und modernsten Chemie-Industrieanlagen Europas der I.G. Farben bei dem östlich vom Auschwitzer Stammlager gelegenen Ort Monowitz muß die Rotarmisten von der Propaganda-Abteilung stark beeindruckt haben.

»Dieses gigantische Kombinat des Todes war nach dem neuesten Stand der faschistischen Technik ausgestattet und versorgt mit allen Versuchsgeräten, welche zu erfinden nur die deutschen Unmenschen in der Lage sind.«

Noch im IMT-Prozeß tauchte die Vorstellung auf, daß Monowitz ein Vernichtungslager gewesen sei.[70] Die Washington Daily News brachte am gleichen Tag den Kabelbericht Poleweus mit zahlreichen Ausschmückungen, wie z.B.

»Die Hauptabteilung war der "Hochofen", in dem die Opfer nach ausgeklügelten Quälereien verbrannt wurden.«[71]

11. Der »Hochofen« in der Auschwitz-Propaganda: eine tschechische Erfindung?

Der »Hochofen« tauchte vermutlich erstmals in einer Zusammenfassung des Auschwitz-Berichtes von Vrba/Wetzler[72] - den tschechischen Birkenau-Flüchtlingen[73] - auf, welche Hubert Ripka von der tschechoslowakischen Exilregierung in London am 4. Juli 1944 dem britischen Auswärtigen Amt übergab:

»Ende Februar 1943 wurden vier neue Krematorien, zwei große und zwei kleine, im Lager Birkenau selbst gebaut. Zu jedem Krematorium gehörte ein großer Vorraum, eine Gaskammer und ein Hochofen. [...] Die Leichen werden dann auf Karren geladen und zur Verbrennung im Hochofen gebracht. Der Verbrennungsofen hat neun Kammern, jede von ihnen mit vier Öffnungen. In jede Öffnung passen drei Leichen auf einmal. Sie sind nach eineinhalb Stunden vollständig verbrannt. Somit können in jedem Krematorium täglich 1500 Leichen verbrannt werden. Die Krematorien erkennt man von außen an ihrem hohen Schornstein.«[74]

Die ersten Angaben der Sowjetpropaganda über Auschwitz widersprachen kraß den Propaganda-Elementen der Auschwitzer Lagerpartisanen von 1944, welche mit dem Cyrankiewicz-Bericht vom 25. Mai 1944,[22] dem Vrba-Wetzler-Bericht in einer New York Times Notiz vom 3.6.1944,[86] in einer Zusammenfassung mit dem Mordowicz-Rosin-Bericht in der BBC-Sendung vom 18. Juni 1944[75] und in der Version des US-WRB-Reports vom 25. November 1944[76],[86] schon der Weltöffentlichkeit bekannt geworden waren. Auch hatten die Sowjets nicht die Juden in die erste Reihe gestellt und zu Hauptmärtyrern des Krieges gemacht, wie es die anglo-amerikanische Propaganda besorgte, sondern den »friedliebenden Bürgern der überfallenen Sowjetunion« wurden die Hauptlast an der »Erduldung der faschistischen Eindringlinge« und der »Vertreibung der deutschen Okkupanten« zugesprochen.[77]

12. Die Sowjets müssen nach Anmahnung durch die Verbündeten ihre Auschwitz-Propaganda korrigieren.

Die Westalliierten waren vermutlich verstimmt über diese sowjetischen Propaganda-Alleingänge. Die groben, wildübertriebenen Behauptungen der sowjetischen Kriegspropaganda konnten der westalliierten Welt nicht als glaubhafte Tatsachen verkauft werden. Daraus konnten auch keine Anklagen, mit welchen Mitteln auch immer fabriziert, und Schauprozesse gegen »die deutschen Kriegsverbrecher« gezimmert werden. Außerdem hatten die Sowjets mit ihrer andersartigen Aussage über Auschwitz auch den US-WRB-Report vom November 1944 torpediert und unglaubhaft gemacht. Völlig unakzeptabel aber schien es vermutlich den Westalliierten für eine gemeinsame Anti-Hitler-Propaganda zu sein, daß die Sowjets den »antibolschewistischen Kreuzzug der Nazis«, und die »Bekämpfung der Sowjetmenschen« als Hauptziele des deutschen Kriegsgegners propagierten. Die politischen Anführer der Anglo-Amerikaner hätten sich - nach dem vorhersehbaren gemeinsamen Sieg der Anti-Hitler-Koalition - auch bestimmt nicht als »Retter des Bolschewismus« feiern lassen wollen. Anders als die Moskauer Sowjetpropaganda, schien dagegen die mexikanische Sowjetfiliale des »Freien Deutschlands« einem philosemitischen, demokratischen »Antinazismus« das Wort zu reden und somit einen gemeinsamen Propaganda-Nenner für alle Hitlergegner gefunden zu haben, wie es schon Abusch mit seinem Lublin-Artikel vorgemacht hatte.[78] Diese »Abweichler« aber wurden dafür später, z.Z. des kalten Krieges, teilweise als »zionistische Agenten« oder »kapitalistische Lakaien« verfolgt und verschwanden in den sowjetischen Zuchthäusern oder kamen unter dem Roten Fallbeil ums Leben.[79]

Die britische Diplomatie, in Vertretung des "höchsten" psychologischen Kriegers Delmer und unsichtbarer Regisseure, schob die Moskauer Propaganda dann im Februar 1945 auf eine vorgezeichnete Legenden-Linie, wie es Gilbert beschrieb:[80]

»Obwohl nun sowjetische Truppen Auschwitz erreicht hatten, wurden "Tatsachen" über die Vorgänge in diesem Lager (Anm.: die "Bestätigung" der Briten-Propaganda vom Juni 1944 und des US-WRB-Reports vom 25. November 1944) nicht sofort bekannt. Mehr als zwei Wochen später, am 15. Februar 45, telegrafierte das Londoner Auswärtige Amt an die britische Botschaft in Moskau:

"Presseberichten zufolge haben die sowjetischen Streitkräfte unlängst das sogenannte "Vernichtungslager" in Oswiecim in Oberschlesien befreit; möglicherweise ist auch das ähnliche Lager in Birkenau befreit worden."

Da die britische Regierung, so teilte man dem Botschafter in Moskau mit, im Oktober 1944 eine Erklärung "über die abscheulichen dort herrschenden Bedingungen" veröffentlicht habe, "fangen die Leute hier natürlich an, zu fragen, ob wir irgendwelche Informationen darüber haben, was dort möglicherweise entdeckt worden ist".

Vier Tage später, am 19. Februar, gab der britische Botschafter die Frage nach "Informationen" über Auschwitz an den sowjetischen Außenminister Wyschinskij weiter. Indes, trotz Anmahnung durch den Botschafter kam acht Wochen lang keinerlei einschlägige Antwort. "Ich würde es gern nochmals versuchen", vermerkte Paul Mason am 25. April, als er von der ausbleibenden Antwort erfuhr, und er fügte den Gedanken hinzu: "Vielleicht können die Enthüllungen von Buchenwald (11.4.45 durch US-Militär) und Belsen (15.4.45 durch GB-Militär) die Russen anspornen?"«

Soweit die Aufforderung in der umschreibenden Diplomatensprache, die bedeuten könnte: Nun zeigt der Welt endlich konkret und anschaulich ein paar Leichenhaufen - wie wir es schon dramatisch in Buchenwald und Belsen taten -, ein paar Krematorien, Gaskammern und andere Massenvernichtungsstätten, damit wir nach dem baldigen Kriegsende mit moralisch begründeten Anklagen die Sieger-Tribunale gegen die »deutschen Nazi-Kriegsverbrecher« rechtfertigen können (im Sinne von Anm. 28 c).

»Zwei Tage später traf ein kurzes Telegramm von der Moskauer Botschaft in London ein. Wyschinskij habe, so berichtete der britische Botschafter, nunmehr mitgeteilt, "daß aus Untersuchungen über den Konzentrationslagerkomplex Oswiecim hervorgeht, daß die Deutschen mehr als 4.000.000 Bürger verschiedener europäischer Länder liquidiert haben." Außerdem habe Wyschinskij hinzugefügt: "Unter den Überlebenden wurden keine Engländer gefunden."«[81]

»Paul Mason in London kommentierte dieses Telegramm, als er es am 30. April las, mit den Worten: "Ein seltsames Telegramm: Wörtlich verstanden, könnte es bedeuten, daß 4 Millionen im Komplex Oswiecim (d.h. ?Os und Birkenau) getötet wurden, aber so ist es, wie ich glaube, nicht gemeint. Ich glaube, es soll heißen, daß die dort gefundenen Unterlagen es zulassen, diese Schlußfolgerung im Hinblick auf ganz Europa zu ziehen; im anderen Falle ist diese Zahl ganz sicher stark übertrieben."«[82]

Da die Sowjets gegen Ende des zweiten Weltkrieges noch nicht gedachten, aus der Kriegs- und Propaganda-Allianz mit den Westalliierten auszusteigen, kamen sie der britischen Anmahnung vom 15. Februar 1945 nach und begannen in Auschwitz die Kulissen aufzustellen, wie sie in der bisherigen anglo-amerikanischen Propaganda behauptet worden waren. Bei der Korrektur ihrer ersten Auschwitz-Propaganda orientierten sich nun die Sowjets Ende Februar/ Anfang März 1945 am früheren Cyrankiewicz-Bericht, der aber in wesentlichen Details vom späteren US-WRB-Report abwich.[83]

13. Die korrigierte Sowjetpropaganda beschreibt nun »richtig« Gaskammern, Krematorien und Öfen.

Die sowjetische »Außerordentliche staatliche Untersuchungskommission der UdSSR zur Aufklärung der deutschen Kriegsverbrechen in Auschwitz« ließ die Propaganda-Elemente der Lagerpartisanen und des polnischen Cyrankiewicz-Berichtes in einem »Plan Rajona« vom 3. März 1945 zu Papier bringen. Vier Bauwerke auf einem Birkenauer Lageplan, deren Lage und Grundriß auch auf US-Luftaufnahmen zu finden und schon vom US-WRB-Bericht in Nord-Süd-Richtung als »Krematorien I bis IV« bezeichnet worden waren, bestimmten sie abweichend als »Krematorien II bis V«. Statt der »Ziegelei« aus dem Cyrankiewicz-Bericht, machten sie das Mitte 1943 stillgelegte alte Krematorium im Stammlager zur fünften ständigen Einäscherungsstätte, der sie den Namen »Krematorium I« gaben. Gemäß dem Cyrankiewicz-Bericht wurden die 2 (zwei) behaupteten »Gasanstalten« nun fernab des Lagergeländes in den angenommenen Baracken zweier angeblicher Freiluftanlagen zur Leichenverbrennung lokalisiert. Die »fünf Krematorien« wurden noch ohne »Gaskammern« markiert. Ein polnisches Mitglied der Untersuchungskommission »beglaubigte« diesen Plan.[84] Vermutlich waren so, neben dem ursprünglichen Krematorium mit 4 Doppelmuffel-Einheiten, drei weitere Birkenauer Bauwerke mit ehemals ganz anderen Lagerfunktionen zu »Krematorien« gemacht worden.[85]

Abb. 9: »Das ist Auschwitz!« lautet die Titelübersetzung dieser sowjetpolnischen Propagandaschrift. Sie diente vermutlich als Vorlage für den sowjetischen Untersuchungsbericht über Auschwitz vom Mai 1945. Friedman stellt hier erstmals jenes Auschwitz-Bild auf, wie es später durch die Sowjetpropaganda zur »Offenkundigkeit« geworden ist.

Der Grund für die langausbleibende Antwort der Sowjets an die Briten konnte auch darin gesehen werden, daß der sowjetische »Plan Rajona« noch immer nicht dem gewollten anglo-amerikanischen Auschwitz-Bild entsprach.[86] Der »Plan Rajona« wurde von Dr. Filip (engl. Philip) Friedman noch einmal überarbeitet. Friedman hatte über die jüdische Geschichte in Polen geschrieben und gelehrt. Als Lemberger Partisanenführer stellte er sich der sowjetischen Propagandaeinheit nach der Einnahme Lublins 1944 zur Verfügung und gründete ein »jüdisches zentrales historisches Institut in Polen«.[87] Als Mitglied der sowjetpolnischen Untersuchungskommission in Auschwitz waren ihm die verschiedenen propagandistischen Auschwitz-Berichte bekannt, die er nun versuchte zu einem geschlossenen, widerspruchsfreien Bild zusammenzufügen. Das Ergebnis war ein Manuskript, welches mit großer Gewißheit die Vorlage zum Abschlußbericht der sowjetischen Untersuchungskommission bildete und gleich nach Kriegsende als Broschüre in Polen veröffentlicht wurde. Der Titel »To jest Oswiecim!«, »Das ist Auschwitz!«, bedeutet höchstwahrscheinlich, daß Auschwitz so, wie von ihm beschrieben und nicht anders, zu sehen und zu propagieren sei (vgl. Abb 9). Die Ende 1945 erfolgte Übersetzung ins Englische »This was Oswiecim« korrigierte noch einige Propaganda-Schnitzer und machte die Friedman-Darstellung, zusammen mit einem Diplomaten- Vorwort, zum offiziellen Auschwitz-Bild.[88]

Am 7. Mai 1945 stellte die Prawda diesen »Untersuchungsbericht« mit den beschriebenen Korrekturen vor. Weitere propagandistische Ausschmückungen und Übertreibungen ließen aber nicht übersehen, daß besonders oft und verwirrend auf Ofen- und Retortenanzahlen hingewiesen wurde. Aus dem »Hochofen« ihrer Februar-Propaganda, waren nun »4 mächtige Krematorien«, »4 neue Krematorien mit 12 Öfen und 46 Retorten«, »4 Krematorien: Nr. 2 und 3 mit je 15 Öfen; Nr. 4 und 5 mit je 8 Öfen« und »5 Krematorien mit 52 Retorten« geworden. Auch in ihren Zeitungen für die deutsche Bevölkerung sprachen die Sowjets 1945 immer nur von »5 (fünf) Krematorien«, deren gesprengte Teile sie angeblich in Auschwitz vorgefunden hätten.[89] Die ebenfalls im Mai 1945 von den Sowjets in Mauthausen eingesammelten Auschwitzer Lagerpartisanen mußten sich natürlich dieser Sowjetregelung beugen.[90] Daher wohl bezeichnete Baum nun die drei demontierten Doppelmuffel-öfen des Birkenauer Krematoriums als »drei Krematorien«.

14. Propaganda und Wirklichkeit: Nur ein gesprengter Doppelofen kann als Horror-Requisite gezeigt werden

Wie die ersten Auschwitz-Vorstellungen dann von den Sowjets und Friedman korrigiert wurden, um sie halbwegs mit der schon früher veröffentlichten Propaganda der Auschwitzer Lagerpartisanen in Übereinstimmung zu bringen, wurde schon oben berichtet.

Trümmer des Krematorium V in Auschwitz-Birkenau

Abb. 10: Im Januar 1945 gesprengter letzter Doppelmuffel-Ofen des Birkenauer Krematoriums mit verbeulter geholmter Muldentrage. (Vergl. Abb. 1 und Abb. 2) Weitere Ofen- oder Muffelteile des Krematoriums oder behaupteter weiterer Krematorien wurden von der Sowjetkommission nicht gefunden und fotografiert.

Die Sowjets haben dann aber nach Kriegsende, im Mai 1945, nur die Trümmerteile des einen gesprengten Doppelmuffelofens im zerstörten Birkenauer Krematorium der Weltöffentlichkeit propagandistisch präsentiert (Abb. 10). Entgegen ihrem »Plan Rajona« und ihrem Propagandabericht in der Prawda, gelang es ihnen noch nicht, weitere gesprengte Gebäudetrümmer oder Maschinenteile anderer Birkenauer Bauwerke als »Krematorien« oder »Krematoriumsöfen« zu präparieren und vorzustellen.[91] Im Gegensatz zu den anderslautenden Behauptungen späterer Propagandisten sind im Oktober 1944 niemals »10 Drei-Muffelöfen« und »ein 8-Muffelofen« mit insgesamt 38 behaupteten Einäscherungsmuffeln aus »drei Krematorien« in Birkenau demontiert und diese riesige Metallmenge - »zerlegt und numeriert« - verschickt worden. In Mauthausen kamen jedenfalls niemals 5 (fünf) 3-Muffelöfen oder ein 8-Muffelofen »zerlegt und numeriert« an, sondern nur ein kleines zerlegtes Doppelmuffel-»Krematorium«, der zweitürige Einäscherungsofen aus dem Birkenauer Krematorium, wurde angeliefert. Neben dem verschwundenen realen Bernsteinzimmer spuken aber immer noch drei irreale »Krematorien mit 38 Muffeln« in der Weltphantasie umher und hinterlassen unverkennbare sowjetpropagandistische Spuren auf Moskauer »Dokumenten«, in Prager »Archiven« und im polnischen PMO-»Museum«.[92]

15. »Ein echtes Gottesgeschenk für Revisionisten«

Wer nun wissen will, wo denn das einzige Birkenauer Gebäude mit den »vier Krematorien« Baums, mit den vier Doppelmuffel-Einäscherungseinheiten, stand, der sehe sich im großen Pressac[93] die Seite 512 an mit dem WSS-Bauleitungsplan Nr. 2521 vom 4.6.1943 (Abb. 11). Oben links ist auf dem Lageplan der Grundriß[94] des einzigen Birkenauer Krematoriums, des »neuen« oder »zweiten« Krematoriums im Gegensatz zum »alten« oder »ersten« Krematoriums im Gesamtlagerkomplex, abgebildet. Da mit der Inbetriebnahme des neuen, größeren Krematoriums am Birkenauer Standort ab Mitte 1943, das »alte« Krematorium am Standort »Stammlager« nicht mehr gebraucht und stillgelegt wurde,[95] entfiel auch eine unterscheidende Numerierung. Das »zweite« Krematorium oder »Krematorium 2« wurde zum »ersten« und einzigen Krematorium: Das neue Krematoriumsgebäude war ab Mitte 1943 nur allein noch »das Krematorium« im Lager-Komplex Auschwitz-Birkenau-Monowitz! Die Manipulierung und Teilfälschung des WSS-Bauplanes Nr. 2521 mit der üblichen Umbezeichnung des einzigen Krematoriums in ein »Krematorium V« oder »Krematorium IV« (Abb. 10) durch die Sowjet- oder PMO-Propagandisten,[96] wurde unterlassen, weil man nicht vorhatte mit diesem Plan an die Öffentlichkeit zu gehen und mit ihm eine antideutsche Propaganda zu betreiben. Der Plan enthält die Bauplanung für den Birkenauer Bauabschnitt III, wo riesige Häftlings-Lazarette und Quarantäne-Lager für Männer und Frauen mit modernster Hygiene-Vorsorge und Krankenversorgung entstehen sollten. Diese häftlingsumsorgenden und humanitären Absichten der deutschen Ärzteschaft im SS-Dienst widersprachen natürlich entlarvend der sowjetischen Vernichtungspropaganda! Pressac meinte ironisch, daß der Plan Nr. 2521 »ein echtes Gottesgeschenk für die Revisionisten wäre.« Gleichzeitig erklärte er den Plan aber sofort zu einer Orwellschen Doppeldeutigkeit, weil in der Nähe des humanen Projektes zur Gesundheitserhaltung der Häftlinge »gleichzeitig der Aufbau einer Vernichtungsstätte mit vier Krematorien« geplant worden wäre. Dazu verweist er auf einen anderen Birkenauer Bauplan aus dem PMO-Museum, der den Lagercharakter als »Todesfabrik« bestätigen würde. Pressac unterstellt damit der WSS-Bauplanung, daß

»diese schon im Frühjahr 1943 falsche Fährten gelegt hätte mit der aufwendigen Anfertigung gefälschter Sanitätslagerpläne, die die vermutlich siegreichen Sowjets und ihnen nahestehende Historiker später finden und täuschen sollten über den Vernichtungs-Charakter des Lagers.«

Ausschnitt aus Bebauungsplan KL Auschwitz-Birkenau (245 KB)
Abb. 11 : Unmanipulierter Bauplan Nr. 2521 der SS-Bauabteilung von Mitte 1943 aus einem Moskauer Archiv. Die sowjetischen Bilder- und Plänebearbeiter haben vergessen, das hier gezeigte einzige Birkenauer Krematorium als "Krematorium V" wie üblich zu verfälschen. Man beachte die Lagerbelegungszahlen des geplanten Lazarett- und Quarantänelagers. (Zum Vergrößern anklicken)

Als Beweis für die bewußte Planung einer »Vernichtungsstätte mit vier Krematorien« zeigt Pressac gleich anschließend auf Seite 514 einen angeblichen »SS-Bauleitungsplan Nr. 3764« [PMO file BW 2/38] vom »23.III.1944«, auf dem - quer über vier Bauwerksgrundrisse und bauzeichnerisch unüblich - die Bezeichnungen geschrieben sind: »Krematorium II. 5 x 3 Muffelofen« [»ofen« so im Original erkennbar], »Krematorium III. 5 x 3 Muffelofen«, »Krematorium IV. 1 Achtmuffelofen«, »Krematorium V. 1 Achtmuffelofen«. Diese und andere Beschriftungen sind in nichtdeutscher Normschrift ausgeführt worden. Der französische Apotheker Pressac machte sich natürlich keine Gedanken darüber, warum die WSS-Bauleitung angeblich erst 1944 einen Lageplan des »2. K.G.L.« aufgestellt hätte, dafür aber schon die sowjetischen Gebäudebezeichnungen und Zählungen aus dem kyrillischen »Plan Rajona« vom 3. März 1945 vorausschauend übernommen haben soll![84] Auch sieht Pressac nicht, daß die letzte Ziffer »4« in der Datumsangabe des »Häftl.«-Planzeichners eine ganz andere Form hat, als die vorangehende »4«. Die letzte »4« wurde über eine Ausradierung hineinmanipuliert. Der »Plan 3764« wurde höchstwahrscheinlich am 23. März 1945, 20 Tage nach der Aufstellung des sowjetischen »Plans Rajona«, von einem Mitglied der sowjetpolnischen »Untersuchungskommission zur Aufklärung deutscher Kriegsverbrechen in Auschwitz« angefertigt. Mit den Propaganda-Vorgaben aus dem kyrillischen »Plan Rajona« sollte dieser sowjet-fabrizierte »originale SS-Bauleitungsplan« die deutsche »Todesfabrik« beweisen und offenkundig machen. Der sowjetpolnische Manipulateur »beglaubigte« dann seine »Urkunde« mit dem aktuellen Herstellungsdatum, so wie er es auch auf seiner Vorlage, dem »Plan Rajona«, fand. Da aber der »Plan 3764« als »deutsches Dokument« herhalten sollte, mußte das Plan-Herstellungsdatum in die deutsche Herrschaftszeit für Auschwitz verlegt werden, die bekanntlich schon im Januar 1945 beendet war. Daher die Manipulation mit der »4«. Nicht bemerkt und nicht korrigiert wurde dagegen eine verräterische Eintragung, die ein Bauwerk lautmäßig mit dem polnischen Wort für »Baracke« bezeichnet. Der »Plan 3764« wurde dann auch 1946 als »Beweismittel« dem »Untersuchungsbericht über Auschwitz«, des sowjetpolnischen Untersuchungsrichters Dr. Jan Sehn, im Bulletin I der »Hauptkommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen in Polen« als Abbildung Nr. 7 beigefügt. Bildunterschrift:

»Plan des Lagers in Auschwitz-Birkenau auf dem ein Eisenbahngleis zu sehen ist das zu den Gaskammern und Krematorien führt. Links vom Gleis liegt das Frauenlager (FL), rechts das Männerlager B II und hinter diesem weiter rechts, hier nicht erkennbar, das nicht fertiggebaute Lager B III.«

Dieser »Plan 3764« (Quersumme »2« , »1« war der »Plan Rajona«) diente dann offensichtlich als Propaganda-Regieanweisung und Vorlage für alle späteren sowjetpolnischen Manipulationen und Legenden des Oswiecim-Museums.

Da Pressac nicht die Normalität erkennen konnte, hielt er den WSS-Plan 2521 für eine »1984«er Tarnung der SS-Bauleitung und nicht für ein Versehen der »1984«er Sowjetmanipulateure. Neben dem unnumerierten Krematorium wurden auch die richtigen Belegungszahlen der Lagerabschnitte nicht der Sowjetpropaganda angepaßt. Pressac empörte sich darüber, daß der deutsche Lazarett-Plan Nr. 2521 für den Lagerabschnitt B III nur 16.000 Insassen vorsah, im Gegensatz zum »deutschen Vernichtungslagerplan 3764«, der ihm glaubhafter erschien mit der behaupteten Zusammenquetschung von »60.000« Häftlingen. - »16« oder »60« ? Hatte da mal jemand fremder Zunge etwas nur falsch gehört oder absichtlich lautmäßig verwechselt? - Pressac weiß offenbar auch nicht, daß der »Plan 3764« den Abschlußbericht der sowjetischen Untersuchungskommission beweiskräftig unterstützen sollte, welcher von der Prawda am 7.5.1945 veröffentlicht worden war. Die Sowjets hatten in ihrem Bericht bekanntlich die Behauptung aufgestellt, daß das Lager ständig mit »200.000 bis 250.000« Häftlingen belegt gewesen sein soll. Das wäre aber nur möglich gewesen, wenn das Lager mit 3 Abschnitten zu je 60.000 und einem zu 20.000 Insassen geplant und fertiggestellt worden wäre, wie es der »Plan 3764« teilweise behauptet, oder wenn 3 bis 6 Häftlinge in einem Bett geschlafen hätten, wie es einige »Sowjetzeugen« tatsächlich glaubhaft machen wollten.

Dem unaufmerksamen Sowjetarchivar und dem französischen Apotheker und Hobbyhistoriker Pressac sei aber gedankt, daß sie diese unmanipulierte Birkenauer Lazarett-, Apotheken- und Krankenrevierplanung Nr. 2521 an das Licht der Öffentlichkeit gelangen ließen![97]

16. Der Doppelmuffelofen in der Kriegsversion: Eisensparer ohne Schienen und Wartungsloren

Hier nun weitere Anmerkungen zum typischen Topf-Doppelmuffel-Einäscherungsofen in der Kriegsversion auf dem verkippten Partisanenfoto Baums, der in vierfacher Ausfertigung in das Birkenauer Krematorium eingebaut worden war. Das »Kippofen«-Foto Baums und die Bauteile der Mauthausener Ofenattrappe, welche Rollengestelle an den Muffeltürrahmen aufweisen, stammten eindeutig aus dem Birkenauer Krematorium. Filip Müller, ein Krematoriumsarbeiter,[98] liefert dazu den Beweis:

»Die (Birkenauer) Ofenlöcher unterschieden sich äußerlich nicht wesentlich von denen des Auschwitzer Krematoriums, lediglich zwei Rollen mit einem Durchmesser von 15 cm, die sich am Rand jedes Ofens befanden, gehörten zu den bemerkenswerten Neuerungen. Über diese Rollen konnte die Metallpritsche leichter in die Öfen geschoben werden.«[99]

Verschiedene Metallteile wurden wegen rüstungsbedingten Materialmangels fortgelassen. So fehlen die Schienen vor den Öfen, die noch im Buchenwalder Krematorium vorhanden waren. Sie hatten zwei Funktionen. Im Einäscherungsbetrieb rollten auf ihnen kleine, flache Eisenwägelchen, Hunte, auf denen die Aschekästen mit der heißen Einäscherungsasche zum Abkühlen vom Ofen weggerollt wurden. Im hinteren Ofenraum fanden dann auch die Umschüttungen der abgekühlten Aschen in die Urnen statt. Für Wartungs- und Reparaturarbeiten im Innenraum der engen Muffeln mußte ein Schamottemaurer auf einem stabilen Auslegearm an einer kippsicheren Eisenlore in den abgekühlten Ofenraum eingefahren werden (vgl. Abb. 14). So konnte er bequem in der Rücken- oder Bauchlage, vom hohen Rand des Auslegearms gegen Abrollung gehalten, alle Ofenbereiche auf Überhitzungsschäden prüfen und notfalls mit feuerfestem Material Risse zukitten oder die Schamottesteine auswechseln. Auch gelegentlich von außerhalb angelieferte flache Holzkistensärge mit amtlich Exekutierten konnten mit der Wartungslore in den Einäscherungsraum eingeführt werden. Der Eisenkasten auf dem Lorenfahrgestell war mit schwerem Gewicht gefüllt, welches als Hebelkraft den beladenen Auslegearm jederzeit in einer kippsicheren, stabilen Lage hielt. Die von Filip Müller behauptete Neuerung (s.o.), daß in Birkenau, im Gegensatz zum alten Krematorium, erstmals Rollengestelle zur leichteren Einführung des Einäscherungsgutes benutzt wurden, ist ein Propagandamärchen. Schon das ältere Krematorium in Buchenwald besaß diese rollengestützten Einführhilfen.[100] In allen Lagern waren die vereinfachten Einäscherungsöfen - zur sarglosen Beschickung mittels geholmter Muldentragen - mit Rollenhaltergestellen ausgerüstet gewesen.[101] Da das sowjetpolnische PMO-Museum vor seinen Ofen-Attrappen im Schauobjekt »altes Krematorium« keine Rollenhalter anmontiert hat, sondern dem Publikum die angebliche Ofenbeschickung mit dramatisch zurechtgemachten Wartungsloren vorgaukelt, ist das sowjetdeutsche Buchenwald-Museum der Propaganda-Schaustellung des Oswiecim-Museums gefolgt und hat ebenfalls die Wartungsloren blumengeschmückt vor ihre öfen gerollt, ohne die Funktion der gleichzeitig sichtbaren Rollengestelle zu erklären.[102]

Plan des Lagers in Auschwitz-Birkenau (264 KB)

Abb. 12: Von Sowjetpolen 1945 angefertigter »deutscher« Lagerplan 3764 des »2. K G L« mit richtigen Birkenauer Gebäudeumrissen. Vier Wirtschafts- und Hygienegebäude wurden mit »Krematorium II. - V.« und einer behaupteten Ofenausstattung nach sowjetischen Vorgaben beschriftet. Dieses vorgetäuschte »Dokument aus dem Lagerbaubüro« sollte die Sowjetpropaganda glaubhaft machen, welche das KGL Birkenau als »Todesfabrik« bezeichnete. Erste Veröffentlichung 1946 im Biuletyn I, der Krakauer Sehn-Kommission (Übersetzung der Bildunterschrift im Text).

17. Das alte Krematorium und die Filip-Müller-Story: Reger Schienenverkehr im 20 Minuten Takt

Der sowjet-tschechische Propagandist Müller aus der Kulka-Vrba-Wetzler Partisanen-Gruppe[103] hat zur Unterstützung der Ofenbeschickungs-Legende die Benutzung der Wartungsloren als angeblichen Leicheneinführwagen beschrieben:

»Wir befanden uns im Verbrennungsraum des Auschwitzer Krematoriums. [...] Es waren gußeiserne Verbrennungsöfen, zu denen Häftlinge auf einer Lore Leichen hineinschoben. [...] Mitten durch den Raum war in einer Bodenvertiefung, die vielleicht ein Meter breit und 20 bis 25 cm tief war, ein Gleis verlegt. Es war ungefähr 15 Meter lang. Von ihm führten sechs Quergleise , die etwa vier Meter lang waren, zu den Öfen. Auf dem langen Gleis stand eine fahrbare Drehscheibe, die man hin- und herschieben konnte. Mit ihrer Hilfe war es möglich, den Rollwagen auf die Quergleise zu rangieren.

Der gußeiserne Rollwagen hatte einen kastenförmigen Aufbau aus Stahlblech. Mit dem Aufbau war er knapp einen Meter hoch, genauso breit und vielleicht 80 cm lang. Hinten war ein eiserner Griff angebracht, der über die ganze Breite reichte. Vorn ragte die Ladepritsche aus starkem Stahlblech heraus, die knapp zwei Meter lang war. Sie hatte Seitenwände, die 12 bis 15 cm hoch waren. Die Pritsche, vorn offen, war nicht ganz so breit wie die Ofenöffnung, so daß sie in der Ofenmuffel gut Platz hatte. Auf der Pritsche befand sich noch ein kastenförmiger Schieber aus Stahlblech. Er war ihrem Querschnitt angepaßt, war aber höher als die Seitenwände und oben abgerundet. Er war ungefähr 50 cm tief und 30 bis 40 cm hoch. Man konnte ihn auf der Pritsche leicht hin- und herschieben. Vor dem Beladen des Wagens wurde er an das hintere Ende der Pritsche geschoben.

[...] Dann wurde der Rollwagen mit Hilfe der Drehscheibe vor ein Quergleis gebracht und die Pritsche vorn mit einer Holzlatte abgestützt, damit der Wagen beim Beladen nicht kippen konnte. Nun goß ein Häftling einen Eimer Wasser auf die Pritsche, damit sie in dem glühenden Ofen nicht zu heiß wurde. Unterdessen waren zwei andere damit beschäftigt, einen Toten auf ein Brett zu legen, das neben der Pritsche auf dem Boden lag. Dann hoben sie es hoch und kippten es seitlich ab, so daß die Leiche auf die Pritsche fiel. Ein Häftling auf der anderen Seite brachte sie in die richtige Lage.

Abb. 13: Filip Müller

Wenn der Wagen beladen war, lagen an beiden Seiten der Pritsche zwei Tote mit dem Kopf zum Ofen, während der dritte umgekehrt zwischen diesen eingeklemmt worden war. Jetzt war es soweit, daß der Ofen geöffnet werden konnte. Glühende Hitze schlug einem entgegen.

Nachdem die Stützlatte entfernt worden war, packten zwei Mann vorne rechts und links die Pritsche, trugen sie bis an den Ofen und setzten sie am Rand der Muffel ab. Gleichzeitig schoben hinten zwei andere den Rollwagen und drückten so die Pritsche in den Ofen. Die beiden, die vorne getragen hatten, waren inzwischen ein paar Schritte zurückgesprungen, stemmten sich mit den Armen gegen den Haltegriff am Wagen und drückten mit einem Bein von hinten kräftig gegen den Schieber. Auf diese Weise halfen sie mit, die Toten vollends in den Ofen zu befördern. Wenn sich der vordere Teil des Schiebers im Ofen befand, wurde der Wagen mit der Pritsche schon wieder zurückgezogen. Um zu verhindern, daß beim Zurückfahren die Fracht wieder herauskam, stieß ein Häftling eine Eisengabel von der Seite in den Ofen und stemmte sie gegen die Leichen. Während die Pritsche, die sich mit mehr als drei Viertel ihrer Länge im Ofen befunden hatte, mit dem Rollwagen auf die Drehscheibe zurückbugsiert wurde, wurde die Ofentür geschlossen. [...] Für die Verbrennung von drei Leichen hatte man höheren Ortes 20 Minuten veranschlagt, und (SS-Mann) Starks Aufgabe war es, dafür zu sorgen, daß diese Zeit eingehalten wurde.«[104]

Soweit ein ehemaliger Häftling, der mit seinen Lagerpartisanen-Genossen Kulka, Vrba, Wetzler u.a. im Frankfurter Auschwitz-Prozeß als Zeuge auftrat und für die heutigen Offenkundigkeiten in der BRD sorgte. Der Hintergrund der Ofenbeschickungs-Legende mittels der Montage- und Wartungslore wird klar: Drei Leichen mit über 3 Zentner Gewicht lassen sich kaum mit der geholmten Muldentrage einführen. Um hohe tägliche Einäscherungszahlen für die angenommene hohe Vernichtungsrate beweisen zu können, haben die verschiedenen Legenden-Erzähler zu unterschiedlichen, mathematisch-naturwissenschaftlich nicht haltbaren Problem-Lösungen gegriffen: Neben der Krematoriums- und Ofen-Multiplizierung, wurden Einäscherungszeiten zwischen 10 und 30 Minuten und Muffelaufnahmekapazitäten von 3 bis 12 Leichen erfunden (vgl. Liste 1).

18. Die Wartungslore mit »Schieber« war auch eine Montagelore

Montage- und Wartungslore im Krematorium Auschwitz I

Abb. 14: Grifflose Montage- und Wartungslore mit Bombensplitter-Beschädigung. Aufgesetzte Montagehaube mit Profillehre. Darunter ausrangierter Eisenhunt zum Aschekastentransport. Mann in Häftlingskleidung demonstriert auf dem Werksgelände der Maschinenbaufirma Topf die Lage von Ofenmaurern bei der Muffelreparatur.

Nach der Müller-Aussage ist es beschämend für die deutsche Erfinder- und Techniker-Zunft, die den Otto- und den Diesel-Motor, den Düsenjäger und die Weltraumrakete erfand, daß sie nicht in der Lage war, einen hydraulischen Leichenschieber zu konstruieren. Da mußten die Häftlinge tatsächlich ein Bein einen Meter hochheben und gegen den »Schieber« stemmen, um über 3 Zentner Einäscherungsgut bewegen zu können. Spaß beiseite: Die Wartungslore diente nicht als »Leichenwagen«, jedoch auch als Montagelore. Die sogenannten »Schieber« waren Montage- und Abstandslehren der Topf-Techniker. Um die zentnerschweren gußeisernen Ofentürrahmen paßgenau auf die Bolzen am Ofenquergestänge einzufahren und anschrauben zu können, wurde mit einem Flaschenzug der Gußrahmen auf den »Schieber« gehievt und mit Holzkeilen justiert. Beim Einfahren des Gußrahmens konnten die Bohrungen am oberen Türrahmen mit Hilfe der Keile auf die genaue Höhe der Stehbolzen am Ofenrahmenquerträger gebracht werden und so mit Dichtungsmasse und Gewindemuttern am Mauer- und Eisenwerk generatorgasdicht befestigt werden. Bei schienenlosen Anlagen in der Kriegsversion wurde für die Montagelore vermutlich ein mobiles Montagegleis oder hartgummibezogene Eisenräder an der Baulore benutzt. Die seitlichen Bleche des »Schiebers« waren mit einem bestimmten Profil versehen worden. Auf den Ofentürrahmen aufgesetzt und bis zum vorgegebenen Anschlag am Profilblech eingeschoben, blieb eine abstehende Profilnase, die als Abstandslehre zur genauen Justierung und Montage der Rollenhalter-Führungsstange dienen konnte. In den Werkstätten und Lagerhallen der Topf Maschinenfabrik wurden nach dem Krieg verschiedene Justierhauben (»Schieber«) und Wartungsloren gefunden, die teilweise unfertig oder bombensplitterbeschädigt waren. Diese Gerätschaften wurden dann als Legenden-Exponate in die entstehenden KL-Museen verschleppt. So gelangten rad- und grifflose Montageloren auch ins Oswiecim-Museum.[105] Die kleinen Aschekasten-Hunte und die Wartungslore, im Abstellschuppen eines anderen Lagers oder auf dem Topf Werkgelände aufgenommen, sind im großen Pressac auf Seite 228 abgebildet, wo sich zur Demonstration ein gestreifter Häftling auf dem Auslegearm einer Wartungslore ausruht (vgl. Abb. 14).

19. Beglaubigt und staatlich anerkannt: Sowjet-tschechische Propaganda mit Schienenfahrzeugen

Müller hätte als »Neuerung« die schienenlose, eiseneinsparende Bauart der 4 Doppelmuffel-öfen im Birkenauer Krematorium beschreiben können, wie sie auf dem Baum-Foto und im Bausatz der Mauthausener Ofenattrappe noch zu erkennen ist. Aber dann hätte er sich selbst und einige Freunde als Märchenerzähler enttarnen müssen. Müllers Genosse Erich Kulka schrieb im Vorwort und in einer Bildunterschrift seines Buches Die Todesfabrik:

»Modell einer der Auschwitzer Todesfabriken, das in Prag nach den Angaben dieses Buches angefertigt und von einem ehemaligen Angehörigen des "Sonderkommandos" , der in der Tschechoslowakei lebt, beglaubigt worden ist.«[106]

»Das Modell der Krematorien I und II wurde auf Anregung der Autoren angefertigt und dem Jüdischen Staatsmuseum in Prag übergeben.«[107] (Vgl. Abb. 15.)

Propaganda-Modell des Krematorium II in Auschwitz-Birkenau

Abb. 15: Aus Kraus-Kulka (K4) vor S. 81: »Modell einer der Auschwitzer Todesfabriken, das in Prag nach den Angaben dieses Buches angefertigt und von einem Angehörigen des "Sonderkommandos", der in der Tschechoslowakei lebt [Anm.: vermulich Filip Müller], beglaubigt worden ist.« Vor den Öfen sind zahlreiche Schienen "beglaubigt" worden, wogegen andere Bilder und Berichte für das Birkenauer Krematorium eine schienenlose Ofenbeschickung mittels Muldentragen bezeugten. Andere Fehler: Dachform der Giebelseite und Fledermausgaupen.

Der Ofenraum des Modells der angeblichen Birkenauer Krematorien I und II, der sowjetpolnischen Zählung »II und III« widersprechend, zeigt vor allen öfen verschwenderisch ausgelegte Schienen für diverse »Einführwagen«. Filip Müller, das Mitglied des »Sonderkommandos«, der in Kulkas Todesfabrik über die unkonventionelle Aschen-Einurnung im Auschwitzer und Birkenauer Krematorium berichtete, hatte also schon früher seine oben geschilderte Rangiertätigkeit mit übervollen und zweckentfremdeten Wartungsloren »beglaubigt« und über eine staatliche Ostblockorganisation verbreiten lassen.

Aber auch mit seiner Beschreibung der Rollen-Neuerung als Einführhilfe bei der Arbeit mit der »Metallpritsche«, macht Müller sich unglaubwürdig. Unter »Pritsche« versteht Müller den Auslegearm der Wartungslore. Auf allen Fotos haben die Rollen eine Rille wie bei Seilrollen. Die Rillen dienten zur Aufnahme und Führung der Holme an der Muldentrage. Der Auslegearm der Wartungslore, die »Pritsche« Müllers, hat keine erkennbaren Bauteile zum Gleiten über Rollen. Das aufgerichtete Rollengestell hatte ab unterem Ofentürrahmen eine Höhe von ca. 17 cm. Ein gewaltsam eingefahrener Auslegearm hätte den aufgerichteten Rollenhalter unterhalb seiner Mitte gerammt und verbogen oder abrasiert. - Da Baum bei seiner Schilderung der Lagerpartisanen-Organisation auch einen Genossen im Birkenauer »Sonderkommando« erwähnte,[108] darf stark angenommen werden, daß Müller mit seinen Geschichten nur die Legenden des sowjetpolnischen Oswiecim-Museums unterstützt und sowjet-tschechische Propaganda betreibt.

20. Der Doppelmuffelofen in der Kriegsversion: Pietätlose Ascheentnahme wegen Eiseneinsparung

In der Kriegsversion der Topf-Ofenanlage wurde die Einäscherungsasche etwas pietätlos auf ein Schippenblech oder eine große Kohlenschaufel gekratzt und zur Abkühlung weggezogen. So wurden Aschekästen, Aschekasten-Hunte, Führungsgleise für Eisen-Hunte und Wartungsloren eingespart. Für Wartungsarbeiten stieg der Maurer auf die, vom Rollengestell geführte, geholmte Muldentrage und ließ sich so im abgekühlten Ofenraum von zwei Helfern bewegen. Diese Notlösung führte oft aber - bei unsachgemäßer Hantierung und Verhebelung - zur Verbiegung der Holmgabel. Auch die materialschwache Führungsstange für die Rollengestelle war nicht als Einstiegstritt gedacht worden. Auf dem »Kippofen«-Foto ist die trittgeschädigte Führungsstange gut zu erkennen. Diese Kriegsversion der Topf-Einäscherungsanlage, ohne Schienen, Wartungslore und Aschekasten-Hunte, sparte eine Menge kriegswichtigen Eisens ein. Die von der PMO-Propaganda im Oswiecim-Museum genährte Vorstellung, daß mit den Wartungsloren angeblich das Einäscherungsgut in den Ofenraum verbracht wurde, ist irrig.[109] Auch die Behauptung, daß mit der Wartungslore ständig 3 bis 5, nach Tauber sogar 8, »Muselmannen« in den Einäscherungsraum eingeführt worden seien, ist unglaubhaft, da die Ofentüröffnung nur 60 x 60 cm groß war! Mit dem aufgeklapptem Rollengestell blieb für die Einführung des Einäscherungsgutes nur noch eine lichte Weite von ca. 44 cm zwischen oberem Türrahmen und Muldenholmen übrig.[110]

21. Wo sind die Propaganda-Krematorien der Auschwitzer Lagerpartisanen geblieben ?

Auf der Potsdamer Konferenz hatten die Sowjets alle ihre Beutewünsche nach deutschen Territorien und neuen polnischen Grenzen von den Vereinigten Nationen erfüllt und bestätigt bekommen, entgegen den Festlegungen in der Atlantic-Charta. Stalin konnte zufrieden sein, den Krieg mit Deutschland als siegreich abgeschlossen betrachten und an die politische Umwandlung der von der Roten Armee besetzten Staaten bis zur Elbe denken. Daher wollte er auch einen Schlußstrich unter die deutschfeindliche Kriegspropaganda ziehen lassen. Schon kurz nach der Eroberung Berlins hatte die Nr. 2 der Täglichen Rundschau - Tageszeitung des Kommandos der Roten Armee für die deutsche Bevölkerung am 16.5.1945 damit begonnen, den größten sowjetischen Greuelhetzer abzurüsten und zu demontieren. Im nachgedruckten Prawda-Artikel »Genosse Ehrenburg vereinfacht« griff G. Alexandrow den Völkerhaß Ehrenburgs an:

»Gen. Ehrenburg schreibt in seinem Artikel im Roten Stern, es gäbe kein Deutschland, sondern nur eine "kolossale Bande". Wenn man den Standpunkt Gen. Ehrenburgs richtig erachtet, so müßte man daraus folgern, daß die ganze deutsche Bevölkerung das Schicksal der Hitlerclique teilen muß. Man braucht nicht zu betonen, daß Gen. Ehrenburg in diesem Falle nicht der öffentlichen Sowjetmeinung Ausdruck gibt.«

Auch die erschütterten deutschen Kommunisten, die im sowjetischen Herrschaftsbereich ein »Neues Deutschland« aufbauen sollten, mußten aus ihrer Scham und Mutlosigkeit erlöst werden, die ihnen Abusch im fernen Mexiko im »Freien Deutschland«, in dem auch Ehrenburg schrieb, eingeredet hatte: »Deutsche haben diesen Massenmord erdacht und durchgeführt, - deutsche Nazis, aber eben doch Deutsche...« So sollten nun die deutschen KPler auch aus erster Hand erfahren, daß vielleicht nicht alles so ernst gemeint war, wie es gesagt worden war. Schon am 31. Juli 1945, kurz vor dem Ende der Potsdamer Konferenz, durfte daher der allwissende ehemalige Leitungsrat der Auschwitzer Lagerpartisanen, der KPD-Funktionär Bruno Baum, seinen deutschen Genossen in der Parteizeitung verraten - wenn auch noch propagandistisch getarnt und zwischen den Zeilen versteckt, aber doch schon augenzwinkernd und satirisch -, was denn an den ungeheuerlichen »Krematorien« von Auschwitz dran war und wo sie denn nun geblieben wären.

»Erfolg der Propaganda. Das Wichtigste war nun, daß infolge der Propaganda die Zustände im Lager besser wurden. Selbst in Birkenau, wo man nach der letzten großen Vergasung im Oktober 1944 dazu überging, von den vier Krematorien drei abzumontieren. In wenigen Tagen waren an der Stätte der größten Menschenvernichtung nur noch Grünflächen zu sehen. Die abmontierten Krematorien jedoch sind nicht etwa der Vernichtung anheimgefallen, sondern wurden, in ihren Einzelteilen sorgfältig numeriert, verschickt. Und zwar: zwei nach Groß-Rosen und eins nach Mauthausen.«[111]

Also selbst »Krematorien« wurden nicht vernichtet und mit dem schnell sprießenden Grün wollte der KP-Propagandist über diese von ihm und den »polnischen Kameraden« erfundene Greuel-Geschichte nun »Gras wachsen lassen«.[112]

Damit nun nicht übereifrige revisionistische Auschwitz-Archäologen im oberschlesischen Polen die Grasnarben nach Fundamentresten durchpflügen - die heute im PMO-Museum gezeigten Ruinen waren also, bis auf eine, nachweislich nicht die behaupteten »Krematorien« - , sei ihnen noch mitgeteilt, wo vermutlich die »nicht vernichteten Krematorien« wieder aufgetaucht sind.

Im neuen Krematorium in Birkenau waren vier Doppelmuffelöfen eingebaut worden. Vermutlich die beiden überholten Modelle aus dem »alten« Krematorium und zwei neue in der Topf-Kriegsversion. Bei einem Ofen hatte man nicht einmal mehr die oberen Ofentürverschlußknebel angeschraubt. Als in der zweiten Oktoberhälfte 1944 drei Öfen demontiert wurden, ließ man den schlechtesten, den mit den fehlenden Verschlußknebeln, im Krematorium zurück. Das nach Mauthausen verschickte »Krematorium«, vermutlich ein Doppelmuffelmodell in der Kriegsversion, wurde nach dem Krieg als Museums-Exponat originalgetreu wieder aufgebaut. (Abb. 2) Die beiden nach Groß-Rosen bei Breslau verschickten »Krematorien«, vermutlich die Bausätze der beiden in Birkenau wiederverwendeten Doppelmuffelöfen aus dem »alten« Krematorium, wurden sowjetpolnische Beute. Diese wurden dann im PMO-Museum an ihrem alten Standort im ehemaligen »alten« Krematorium wieder aufgebaut, wobei man mehr auf propagandistische Effekte als auf Detailtreue achtete. So wurden alle Ofentüren seitenverkehrt montiert und die Halteträger für die verschiedenen Türrahmen weggelassen, da diese von sabotierenden Häftlingen beim Abbau im Herbst 1944 zerschnitten worden waren. (Laut Steiner Anm. 57/1) Der auf dem Baum-Foto gezeigte Doppelmuffelofen ohne obere Türknebel wurde als einziges »Krematorium« 1945, zusammen mit seinem Domizil, dem Birkenauer Krematoriumsgebäude, vor der anrückenden Roten Armee mit Dynamit »vernichtet«. Die sowjetischen Fotografen haben dann auch nur dessen vorgefundenes verbogenes Eisengerippe aufgenommen und der staunenden Weltöffentlichkeit gezeigt. Auf keinem Sowjetfoto von 1945 sieht man weitere demolierte Eisenskelette anderer gesprengter Doppelmuffelöfen in der Krematoriumsruine. Baum hatte also teilweise recht, als er den Abbau von »drei Birkenauer Krematorien« im Oktober 1944 bezeugte. Nur sind eben, wie von den Propagandisten gerne verwechselt, Muffeln keine »öfen«, sondern nur Teile von Öfen und Doppelmuffelöfen sind keine »Krematorien«, sondern nur Teile von Krematorien!

Quod erat demonstrandum.


Abbildungsnachweis:


Tabelle 1: Das Birkenauer Krematorium, das »Neue« oder das »2.« – im WSS-Sanitätsbauplan 2521 lokalisiert –, und seine Funktion in der Propaganda.

Datum

Propagandisten / Zeugen / Realität des Birkenauer Krematoriums Bezeichnung des neuen, 2. Krematoriums von Au.

Öfen

Muffeln je Ofen

Muffeln insgesamt

Muffel-Ladung

Einäscherung in Minuten

Tagesleistung behauptet/real

Bemerkungen

13.04.1943

Radio Berlin: Sowj. Massenmord von Katyn               über 4000 Polen wurden von Sowjets ermordet

19.04.1943

Partisanen-Propagandaplakate in Polen das Krematorium * 1 - - - - 3000 Polen sollen von Deutschen ermordet werden

17.08.1943

BBC-Sendung für die Franzosen, London Verbrennungsofen im Lager * 1 - - - - 10 Internierte, incl. franz. Patrioten (Kommunisten)

07.04.1944

Vrba/Wetzler, tsch. Au-Partisanen, Flucht Krematorium 9 - - - 90 - 8+ ein Müllverbrennungsofen, tsch. Juden

25.05.1944

Cyrankiewicz, pol. Au-Partisanenchef »Rot« Krematorium - - - - - - 4 Krematorien + 1 Ziegelei, Juden aus Ungarn

04.07.1944

Tsch. Exilregierung, London (nach Au-Part.) Hochofenkammern 9 4 36 3 90 1500 »nur Juden, keine Arier«, Ripka an brit. AA

10.10.1944

WSS-Bauleitung Au II, 4 Öfen vorhanden Krematorium 4 2 8 1 90 48-56 vor Abbau von 3 Öfen, Ofentür 60 x 60 cm

25.10.1944

WSS-Bauleitung Au II, 3 Öfen demontiert Krematorium 1 2 2 1 90 12-14 nach Abbau v. 3 Öfen, 1 nach Mauthausen

25.11.1944

US-WRB-Report, (nach tsch. Au-Partisanen) Krematorium IV 9 (2) 18 3 90 1000 Kapazität: Hälfte von 9 4-Muffelöfen, Juden

01.02.1945

Prawda, Moskau, Häftlingsgerüchte (8 von) 12 Spezialöfen 8 - 8 - - - Kinder, Kranke, Alte, Arbeitsunfähige, 12 Öfen

02.02.1945

Prawda, Moskau, Poleweu-Bericht ein Hochofen 1 - - - - - mobile Kindertötungsapparate

03.03.1945

Sowjetischer »Plan Rajona« Krematorium V. (kyrillisch) - - - - - - der kyrillische Plan behauptet »5 Krematorien«

03.1945

Friedman, galiz. Partisanenchef, Sowj.-Komm. Krematorium V 1 8 8 5 10 5520 Eisenfahrgestell, 2 m breite Retortentür
07.05.1945 Prawda, Moskau, Au-Kommissionsbericht Krematorium 5 1 8 8 3-5 20-30 1104-2760 Bürger der Sowjetunion u.a. Länder
07.05.1945 dito. Dragon/Tauber, Au-Partis., Sowj.-Komm. Krematorium 5 8 - 8 - - 1740-2087 herangeschaffte Leute
10.05.1945 Dragon Zeuge vor sowj.-poln. Sehn-Kommis. Krematorium V 4+4 - 8 3 15-20 1656-2208 erwähnt Rollengestell und geholmte Muldentrage
24.05.1945 Tauber Zeuge vor sowj.-poln. Sehn-Kommis. Krematorium V 2 4 8 4-8 - - spricht von Rollenwagen mit Pritsche, Gleise
05.1945 Sowjetkommission zeigt nur einen Ofen in (r) Krematoriums Ruine 1 2 2 1 90 - nur ein gespengter Doppelmuffelofen vorhanden
31.12.1945 Bruno Baum, KP-Au-Partisan, in KPD-DVZ 1 Ofen = 1 Krematorium 1 2 2 - - - im Okt. 44 wurden »3 Krematorien« abgebaut
31.12.1945 Kulka, tsch. Au-Partisanenchef, Todesfabrik Krematorium IV 8 - 8 3 20 1656 Orientierungsplan mit Au II Krematorien I-IV

1946 Sehn/Friedman, poln./ jüd.-Kommission Krematorium V 1 8 8 3-5 30 1104-1840 Lageplan »3764« mit Au II Krematorien II-V
* Die Nachkriegspropaganda behauptet die Inbetriebnahme »der Krematorien« in Birkenau im März 1943, vor der Katyn-Entdeckung. Hier haben wir den Beweis, daß am 19.4. und 17.8.1943 nur ein Krematorium im Lagerkomplex existierte. Da am 19.7.1943 das »alte« Krematorium geschlossen wurde und die Krematoriumsarbeiter zu ihrer neuen Betriebsstätte nach Birkenau überführt wurden, kann unter dem 19.4. noch das »alte« und unter dem 17.8.1943 nur das neue Krematorium gemeint sein.

Tabelle 2: Angebliche Grundrisse des Birkenauer Krematoriums nach frühen Quellen/Mitteilern

Planaufstellungsdatum vermutl. Planaufsteller Quelle, Mitteiler Grundriß, Bezeichnung
4.6.1943 Deutsche WSS-Bauleitung: Plan 2521 für Häftlingskranken-Lager in B III Pressac (P1) S. 512 aus Ostarchiv Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
Krematorium
Anfang 1944 Orientierungsplan des KGL Birkenau für Partisanenzwecke, tsch. Agentin u. Bauzeichnerin Foltynova Aus dem Tschech.: Kraus /Kulka, Die Todesfabrik, Ostberlin 1958, Einleitungsende S. 14 Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
nach 7.4.1944 Handzeichnung der geflüchteten tsch. Lagerpartisanen Vrba/Wetzler in Preßburg Mendelsohn (M1) Plan III Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
Cremat
26.11.1944 US-WRB-Report, Zusammenfassung der Lagerpartisanenpropaganda (Vrba-Wetzler-Mordowicz-Rosin) Szenes/Baron(S10) Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
Cremat. IV
Juli bis Dez. 1944 US-Luftaufklärungsbilder der Industriewerke und Häftlingswohnlager von Auschwitz J. Ball, Air-Photo Evidence, Ball Resource Service Ltd, Delta (B.C.), 1992 Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
3.3.1945 Sowjetischer Plan Rajona, in Anlehnung an den Cyrankiewicz- Partisanenbericht vom 25.5.1944 Pressac (P1), S. 179 (vgl. VffG 1/98, S. 3). Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau

KREMATORIUM V. (kyrillisch)

1945/1946 Sowjetpolnische Kommission, (Sehn-Friedman) Biuletyn 1 Plan 3764 Sehn (S1); Pressac (P1), S. 514 Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
1946/1955/1957/1958 Kulka-Foltynova, tsch. Partisanenplan »Orientierungsplan des KGL Birkenau« Kraus/ Kulka (K4), »1.= Krematorium IV dieser Eintrag war nicht auf dt. Plan.« Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
1. (Krematorium IV)
1990/1993 Kulka-Foltynova, tsch. Partisanenplan aus Kulkas (K4), Todesfabrik Enzyklopädie des Holocaust (engl. Ausgb.nennt Kulka als Quelle, was die dt. Ausg. verschweigt.) Grundriß Krematorium Auschwitz-Birkenau
Krematorium V.

Benutzte Quellen

Anmerkungen

[1]Baum (B1), nach S. 32.
[2]Pressac (P1), S. 207 Doc. 18b (Foto von Michel Folco).
[3]a) Pressac (P2), Dok. 6 Bilderklärung; b) Pressac, (P1), S. 207 Doc. 18b Bilderklärung.
[4]Pressac (P2), (Chronik) S. 154 bei »30. April 1942« und S. 157 f. bei »22. September 1942«. Im Textteil S. 47 f. mit Fußnoten 119 u. 120 und S. 74 nicht erwähnt, bzw. nur dunkle, indirekte Andeutungen.
[5]Pressac (P1), S. 207 Doc. 18 (links) und 18a (rechts). Quelle Bundesarchiv Koblenz, NS 4 Mauthausen/54, Seite 25. Das „Dokument" aus dem Bundesarchiv ist mit verschiedenen Fehlern behaftet: Schreibmaschine hatte kein Runen „S", falsche Schreibweisen „Waffen-ss", „Auschwitz O/S." Schreibweise „O/S." tauchte zuerst auf dem »Plan 3764« der sowjetpolnischen Sehn-Kommission 1946 in deren Bulletin 1 (S1) vor S. 65 auf. Siehe auch Kapitel Ein echtes Gottesgeschenk für Revisionisten.
[6]Pressac (P2), S. 167 bei »Anfang Januar 1945«.
[7]Pressac (P1), S. 207 Doc. 18b Bilderklärung.
[8]Pressac (P2), S. 124 mit Fußnote 318.
[9]Pressac (P1), S. 207, Doc. 18a, »10 Laufschienen für Einführwagen« - Warum keine Maßangaben in Metern? »Einführwagen mit Abstreifer« - Hier soll eine Legende von Filip Müller „bewiesen" werden. Die »Einführung« fand mit geholmten Muldentragen statt. (V1, S. 124)
[10]Zur Funktion der geholmten Muldentragen: VffG (V1), S. 124, Absatz 5.1.
[11]a) Über Bruno Baum: VffG (V1), S. 128, Fußnote 26; b) Die Tat, 1.4.1949, Aufruf »Kämpfer gegen den Faschismus, Kämpfer für den Frieden«, Unterzeichner u.a. »Alfred Reinert, Mauthausen-Komitee", Bruno Baum, Auschwitz-Komitee«; c) Partei- und Haftgenossen u.a.: Baum (B1) , S. 121: »Hans Marsalek war Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs. Im KZ Mauthausen war er führend an der Widerstandsbewegung im Hauptlager beteiligt. Nach 1945 war er in Wien Polizeirat. Er betreut heute (1965) im Auftrage der österreichischen Regierung das Museum des ehemaligen Konzentrationslagers von Mauthausen.«
[12]Baum (B3); Baum (B5), S. 89; Baum (B4), S. 35.
[13]Tarnung: Da die Bilder von Birkenauer Krematoriumsinneneinrichtungen, die von »einem tapferen Genossen« aufgenommen und der Krakauer Partisanenbewegung übergeben worden waren, offensichtlich nicht die sowjetischen Propagandabehauptungen über die „Krematorien und Öfen von Birkenau" wiedergeben konnten, durften sie auch nicht veröffentlicht werden oder nur als Bilder von „Öfen aus dem alten Krematorium" erscheinen. Das Baum-Foto konnte so immer für eine Aufnahme der Mauthausener Ofenattrappe aus dem »alten Krematorium« gehalten werden. Das Ofen-Foto in Baums Mauthausen-Buch bekam dann auch eine nichtssagende oder vieldeutige Bildunterschrift: »Verbrennungsöfen im Krematorium.«
[14]a) Pressac (P1), S. 402: »Bauleitungsplan 2036 vom 11.1.1943«, Grundrißzeichnung eines nichtlokalisierbaren Gebäudes, ein »achtmuffel-Einäscherungs Ofen« (mit kleinem Anfangs-»a«) in slavischer Schreibweise, der noch einmal auf Russisch als »8-facher Retortenofen« bezeichnet wird, und ein »verbrennungsraum« (kleines »v«) in nichtdeutscher Normschrift markieren ein leeres Rechteck in einem quadratischem Raum mit 4 unbekannten Symbolen, die nicht als Sinnbilder für das Bauhandwerk vom deutschen Normenausschuß festgelegt wurden. Die übrigen Gebäuderäume werden in russischer Sprache als »Gaskammern«, »Vergasungskammer« und »Auskleideraum« bezeichnet. Eine handgezeichnete schwenkbare Beleuchtungseinrichtung am linken Bildrand, an eine Filmregieanweisung für Beleuchtungseffekte erinnernd, vervollständigt diese angebliche „deutsche Bauzeichnung von 1943".
b) Mendelsohn (M1), S. 263: Der Gebäudegrundriß von »Bauplan 2036« entspricht genau dem des einzigen Krematoriums auf dem handgezeichneten »Plan III« (vermutlich von Vrba-Wetzler), welcher der WRB-Report-Version des OSS-Soos-Papieres beiliegt.
c) Kulka (K4), nach S. 16: Der Gebäudegrundriß von »Bauplan 2036« entspricht auch der Gestalt des Bauwerkes »IV« auf dem »Orientierungsplan des Konzentrationslagers Birkenau«. Bei Kulka nimmt das Gebäude die Position ein, die in der sowjetpolnischen Gebäudezählung als Standort für ein »Krematorium V« angegeben wird.
d) Szenes - Baron (S10), S. 126: Die Gebäudeaufteilung auf dem sowjetischen »Bauplan 2036« ist - funktionsmäßig unlogisch - auch dem im Herbst 1944 veröffentlichten »Grundriß der Krematorien I und II« im WRB-Report - nach den Angaben der Kulka-Genossen und Lagerpartisanen Vrba/Wetzler - angepaßt worden:
GASKAMMER « AUSKLEIDERAUM (große Halle) « OFENRAUM mit 8(9)-Öfen.
[15]Friedman (F1) war schon 1944 Mitarbeiter der sowjetischen Untersuchungskommission in Lublin und Lemberg gewesen, dann 1945 Mitglied der sowjetpolnischen Untersuchungskommission über Auschwitz im Jan-Sehn-Stab in Krakau (S1).
[16]Friedman (F1), S. 72 f. »Kanadier«: In der Lagersprache nannten die Häftlinge die Magazine und Effektenkammern »Kanada«, weil die dort beschäftigten Häftlinge, die »Kanadier«, durch Diebstahl, Verschiebung und Tauschhandel sich ein geradezu luxoriöses Wohlleben leisten konnten und rund und fett waren. (siehe auch Kraus - Kulka (K4), S. 123) »Muselmannen« waren Häftlinge, die schwach und nicht durchsetzungsfähig waren, nicht organisieren konnten und sich von Mithäftlingen die Nahrung stehlen ließen - die Wurst vom Brot nehmen ließen. In pessimistisch gebeugter Haltung und halb verhungert, machten diese Gestalten in ihren ungepflegten Lumpen den Eindruck von Bettelmönchen oder fastenden, moslemischen Mekka-Pilgern - den Muselmannen.
[17]Friedman (F2), S. 54 f. a) Um eine Angleichung an die WRB-Report-Legende herzustellen, wurden in der englischen Friedman-Version „die Krematorien" schon im »März 1943 in Betrieb genommen«. WRB-Report: »Ende Februar wurde das neu gebaute moderne Krematorium und Vergasungsanstalt in Birkenau eröffnet.« [Szenes - Baron (S10), S. 125]; In der sowjetbeeinflußten Nachkriegspropaganda wollte man den Verdacht unterdrücken, daß die Auschwitzer Massenmordlegende nur eine greuelpropagandistische Antwort auf die deutsche Katyn-Entdeckung war. Daher mußte die Fertigstellung und Inbetriebnahme „des neu gebauten Krematoriums" bzw. „der Krematorien" vor den 13. April 1943 verlegt werden. Auch die ersten polnischen Greuelplakate vom 19. April 1943 über das Super-Krematorium von Auschwitz, die einen frühen Friedman-Text ahnen lassen, konnten so nachträglich der Absicht ihrer Katyn-Gegenpropaganda entkleidet und in einen unabhängigen, „aufklärerischen Auschwitz-Bericht" umgemünzt werden. (siehe auch Kapitel »Sowjetpropaganda nach Katyn.«; Anm. 32; über die wirkliche Inbetriebnahme Birkenaus samt dem neuen Krematorium im August 1943 siehe Anm. 95; b) WSS-Mann Moll wird in der englischen Friedman-Version zum »Leiter der Krematorien« gemacht, da der US-WRB-Report schon der anglo-amerikanischen Öffentlichkeit „mehrere Krematorien" propagandistisch vorgestellt hatte. (Friedman (F2), S. 54.)
[18]Friedman (F1), S. 72 und Friedman (F2), S. 54. »Zunächt errichteten sie ein kleines Krematorium in Auschwitz I mit 4 Retorten (Anm.: also zwei Doppelmuffelöfen). Dann wurden 2 große Krematorien, II und III, in Auschwitz II (Birkenau) gebaut.« - Vom angeblichen Einbau eines dritten Doppelmuffelofen in Au. I ist hier noch keine Rede. Auch im Broad-Bericht werden ausdrücklich »4 Öfen« erwähnt, womit nur die 2 Doppelmuffelöfen mit ihren insgesamt 4 Muffeln (die »4 Retorten« Friedmans) gemeint seien können. (Rawicz (Hr.), KL Auschwitz in den Augen der SS, PMO, 1973, S. 159) Erst im sowjetischen Prawda-Bericht vom 7.5.1945 taucht ein dritter Ofen auf. In der zweiten polnischen Friedman-Version in „Friedman - Holuj, Oswiecim, 1946, Warschau/Landsberg", S. 83, wird diese sowjetische „3-Ofen"- Legende für Au. I übernommen: Nach Friedmans Textstelle mit dem »kleinen Krematorium in Au. I mit 4 Retorten«, wurde eine Textpassage von einem Jankowski eingefügt. Widersprüchlich zum vorangegangenen Friedman-Text werden dort »drei Öfen mit je zwei Öffnungen« (Anm.: meint wohl „je zwei Muffeln") behauptet. Über „Jankowski alias Feinsilber alias ..." siehe Jürgen Graf, Auschwitz: Tätergeständnisse..., Neue Visionen Verlag, Würenlos (CH) Aug. 1994, S. 100 ff.
[19]Müller (M3), S.162: »In großer Erregung lief ich gegen Mittag in die Schlosserwerkstatt [Anm.: Birkenau, im Lager BII d]. Dort traf ich Otto (Ota) Kraus, Laco Langfelder und Erich Schoen-Kulka. [Anm.: Dem altbekannten Kulka, Autor der Todesfabrik, wird hier ein Doppelname zugelegt] Ich war mit allen seit langem befreundet, und jeder wußte, daß er sich auf den anderen verlassen konnte. [...] Neben der Schlosserwerkstatt war seit einiger Zeit auch der Block 9 eine häufige Zuflucht für mich geworden, weil dort mein alter Freund Alfred Wetzler als Blockschreiber tätig war. Unsere Freundschaft ging auf die Zeit zurück, als wir beide das Gymnasium in Trnava besuchten. [...] Er hatte sich entschlossen, zusammen mit Walter Rosenberg, der sich später Rudolf Vrba nannte, zu flüchten.« Über das »Krematorium V«: S. 94 »... mit 8 Öfen gebaut worden...«. Über einen Müllverbrennungsofen im Krematorium erzählt Müllers Partisanengenosse Kulka (K4), S. 116, 2. Absatz: »Da gab es ferner noch einen Maschinenraum, Elektromotoren, Ventilatoren, einen Ofen für das Verbrennen von Kehricht und Fetzen...«. Über die Zusammenarbeit der Müller-Kulka-Vrba-Wetzler-Gruppe mit der Lagerpartisanenleitung u.a. Müller (M3), S. 249: »Gegen Mittag verständigten die Essenholer unsere Kontaktleute zur Widerstandsbewegung im Lager von allem, was vorgefallen war.« Auch Jankowski (Anm. 18) gehörte zu dieser Partisanen-Bande: »Mit meinem Kameraden Jankowski [...] teilte ich eine Pritsche in der dritten Etage.« (Müller (M3), S. 87)
[20]Baum (B3) im Kapitel »Erfolg der Propaganda«; Baum (B4), S. 36.
[21]Über die sowjetische Agitprop-Schulung ehemaliger Auschwitzler, incl. Baums: VffG (V1), S. 128, Fn. 26.
[22]Czech (C2), S. 784. Die Czech verschweigt den „Bericht" weitgehend, weil er den heutigen „Forschungsstand über Auschwitz" grundsätzlich widerlegen würde. Auch das IfZ München hüllt sich dazu in Schweigen. Siehe Anm. 25.
[23]Baum (B2); Baum (B3), Kapitel »Internationale Solidarität«, »Lichtbilder und Zeitungen«; Baum (B4), S. 30 f.
[24]Friedman (F1), S. 75.
[25]Vgl. Anm. 22. In einem nächsten VffG wird dieses Zeitgeschichtsdokument vollständig veröffentlicht werden.
[26]Baum (B3); siehe auch Delmer (D2), S. 541.
[27]Delmer (D2).
[28]a) S.O.E. und OSS waren anglo-amerikanische Geheimdienstorganisationen unter der Koordination und obersten Leitung Sefton Delmers, welche die psychologische Kriegsführung und Zersetzungsarbeit gegen Deutschland mit allen Mitteln, u.a. »Schwarzer Propaganda«, betrieben. S.O.E. (Special Operations Executive) britische Geheimdienstorganisation, verantwortlich für die Organisation von Widerstands- und Sabotageakten, Ermordungen u. ä. Unternehmungen. OSS (Office of Strategic Services, Vorgängerorganisation der CIA) US-Geheimdienstorganisation mit gleichen Aufgaben. Die unter Delmers oberster Leitung zusammenarbeitenden Organisationen unterhielten u.a. »Gerüchteagenten« in den Hauptstädten der neutralen und in den von Deutschland besetzten Ländern, besondere Agenten führten in den gleichen Gebieten und in Deutschland auch subversive anonyme Briefaktionen, Wandparolen und Klebeaktionen mit Wandplakaten durch. Vgl. Delmer (D2), S. 441, 481, 531, 533. Baum (B3), »Briefaktionen«.
b) Noch zum OSS: »Anfang des Jahres 1943 trat eine Gruppe deutscher Emigranten, die bislang an Horkheimers Institut für Sozialforschung ("Frankfurter Schule", Columbia Universität) gearbeitet hatte, in den amerikanischen Geheimdienst ein, genauer in die Research & Analysis Branch [R&A] des OSS. Es handelte sich um den Gewerkschaftsjuristen Franz L. Neumann, der soebend ein voluminöses Werk über den Nationalsozialismus publiziert hatte, um den Staatsrechtler Otto Kirchheimer und um den Philosophen Herbert Marcuse.« (Söllner (S9), S. 7)
c) Das »voluminöse Werk« Neumanns, Behemoth, war mit einem Begriff aus der jüdischen Eschatologie - babylonischen Ursprungs - betitelt worden. »Die militärische Überlegenheit der Demokratien und Sowjetrußlands muß dem deutschen Volk bewiesen werden. Die Ideologie des Nationalsozialismus steht und fällt mit seiner angeblichen „Leistungskraft". Diese muß widerlegt werden. Eine Dolchstoßlegende wie 1918 darf sich nicht wieder erheben können. Mehr und bessere Flugzeuge, Panzer und Gewehre sowie eine vollständige militärische Niederlage werden den Nationalsozialismus im Bewußtsein des deutschen Volkes vernichten. Aber das genügt nicht. Der Krieg muß durch die Spaltung Deutschlands, die Trennung der großen Massen des Volkes vom Nationalsozialismus, verkürzt werden. Dies ist Aufgabe der psychologischen Kriegsführung, die nicht von der Innen- und Außenpolitik der Gegner Deutschlands zu trennen ist. Psychologische Kriegsführung ist nicht Propaganda; sie ist Politik.« (Neumann (N1), S. 17 f.)
[29]Delmer (D2), S. 533-535. Der britische Atlantic-Sender verbreitete u.a. Delmers Propaganda.
[30]Delmer (D2), S. 541.
[31]Delmer (D2), S. 542.
[32]Akten der deutschen Abwehr (nichtkatalogisierter NARS-Mikrofilm T-77, Rolle 1443, Rahmen 919/920.) Mitgeteilt von David Irving (I1), S. 33 mit Fußnote 66.
[33]a) Kliewe (K2); b) Dr. med. Walter Dötzer, »Entkeimung, Entseuchung und Entwesung«, in Mrugowsky (M2); c) Dr. med. B. Schmidt-Berlin, »Desinfektion, Sterilisation, Entwesung«, in Handloser (H1), S. 172-209 (mit umfangreichem Literaturverzeichnis); d) Germar Rudolf und Ernst Gauss, »Die „Gaskammern" von Auschwitz und Majdanek«, in Gauss (G2), S. 249-279, Fußnote 70.
[34]a) Brockhaus 1928; b) Prof. Reche (R1), S.16 »Kapitel 7 (Gesetz): „Wenn jemand den Körper eines verstorbenen Mannes nach dem Brauch der Heiden durch Feuer verzehren läßt und seine Gebeine zu Asche macht, werde er mit dem Tode bestraft." [...] Dies Verbot der Leichenverbrennung hängt mit dem Gedanken der „Auferstehung des Fleisches" zusammen.«; c) Kohlschmidt (K3), S. 669 ff.: »Fegefeuer, ignis purgatorius, ist nach kath. Lehre der Mittelzustand zwischen Himmel und Hölle. Alle mit läßlichen Sünden oder ungebüßten zeitlichen Sündstrafen aus dem Leben Scheidenden gelangen ins Fegefeuer, um eine bestimmte Zeit in einem Feuer gequält und dann in den Himmel befördert zu werden. Das Fegefeuer ist „nach gemeinsamer Ansicht der Theologen", wie Bellarmin (De purgat, 11) ausführt, „mit unserem irdischen Feuer identisch." Durch Gebet, Almosen, Meßopfer, Ablaß können die Gläubigen die Bußzeit der Einzelnen im Fegefeuer verkürzen. [...] Der ganze kath. Begräbnisritus ruht auf dem Glauben an die Existenz des Fegefeuers und an die Möglichkeit, den leidenden Seelen durch Fürbitte, gute Werke, den Segen und die Opferfeier der Kirche und zahllose vollkommene und unvollkommene Ablässe beizuspringen.«; Anm.: Wenn also das Fegefeuer die sündhaften Seelen sauber fegen soll für die Himmelfahrt, durch heißes Auskochen oder feuriges Wegbrennen dunkler Seelenflecke, dann stellt eine Feuerbestattung einen unzulässigen Eingriff in diesen Prozeß dar. Das zeitlichbegrenzte Halten und Einschüren des kath. Körpers in irdischem Feuer von ca. 90 Minuten durch kirchlich nichtbefugte und nichtgeweihte Krematoriumsarbeiter, ist eine Kirchenlästerung und läßt auch keinen Spielraum für Opferbeiträge zu. Der feuertechnische Vergasungsprozeß mittels heißer Gasgeneratorgase zur Auflösung des kath. Körpers, führt zur blasphemisch gleichzeitigen Himmel- und Höllenfahrt durch den Kaminaufstieg und durch den Rostenfall. Die von der atheistischen, sowjetpolnischen Propaganda benutzten Greuelbilder, wie „teuflisch" und „Hölle" , wurden mit diabolischer Berechnung eingesetzt, um damit eine christlich-katholische Bevölkerung gegen das vermeintlich „Böse" zu mobilisieren und zum Partisanenkampf aufzustacheln.
[35]Grenier (G4), S. 222 Dokument: »Wortlaut der am 17. August 1943 über den Londoner Sender gehaltenen Ansprache über die Hölle von Auschwitz.«
[36]Pressac (P2), S. 97 »Anlieferung und Umwandlung der Krematorien von Birkenau.« und S. 159-165.
[37]Langbein (L2), S. 87, 96, 102, 290, 429 Fußnote 46; Buzco (B7), 119.
[38]Langbein (L2), S. 262.
[39]Langbein (L2), S. 290. Der von Langbein behauptete Fluchtgrund ist irrig, da er Katyn und den Umschwung des Hauptfeindbildes der polnischen Offiziere gegen die Sowjets nicht berücksichtigt. Langbein ist sichtlich bemüht, die politische Gegnerschaft zwischen Nationalpolen und sozialistischen Sowjetrussen zu verschleiern. Der Verdacht, daß die internationalistischen Langbein-Cyrankiewicz-Partisanen möglicherweise ihre Gegner im Lager, die führenden Nationalpolen, durch Denunzierung bei der politischen Abteilung aus dem Wege räumten, ist ein noch unaufgeklärtes Kapitel.
[40]Garlinski (G1), Die Schilderung der raffinierten Pilecki-Flucht, die nur mit Hilfe von verschiedenen gutorientierten polnischen Obercapos durchgeführt werden konnte, läßt erkennen, daß die polnische Häftlingsorganisation, die von Pilecki selbst aufgebaut worden war, über den letzten Winkel des Lagers und dessen Zweck bestens informiert war.
[41]AK = poln. Abkürzung für die „Heimatarmee" der Nationalpolen; a) Garlinski (G1), S. 265; b) Langbein (L2), S. 426, Fußnote 43: Hier muß Langbein die Feindschaft der Sowjetpolen mit den Nationalpolen zugeben. c) Baum (B2): Der Sowjetinternationalist über Hindernisse beim Aufbau einer Antifa-Guerilla im KZ Auschwitz: »Es gab natürlich genug Schwierigkeiten der Polen untereinander; als erstes schon in der Wehrfrage, wo jeder Kavallerieleutnant, der im KZ sass, glaubte, dass die Befreiung Polens von ihm kommen müsse, sich hinsetzte und einen Plan ausarbeitete und nun annahm, dass damit die Rettung Polens in die Wege geleitet sei. Es gab Auseinandersetzungen mit den reaktionären AK-Kräften.« Warschauer Gesprächspartner des Autors halten den sowjetpolnischen Ministerpräsidenten Cyrankiewicz sogar für den Verräter und Mörder Pileckis.
[42]Czech (C2), S. 478 und Fußnote. Die Czech gibt eine ähnlich konstruierte Begründung für die Flucht Pileckis an wie Langbein. (Anm. 39)
[43]Langbein (L1), S. 112 ff. ; Langbein (L2), 150-151 und S. 437, Fußnote 28.
[44]a) Baum (B2); b) Baum (B4), S. 27-28; c) Erich Kulka, »Kampf der jüdischen Häftlinge gegen die Endlösung in Auschwitz« in Zeitgeschichte Aug./Sep. 1986, S. 381 f.
[45]Über polnische Zivilarbeiter als Kontaktleute zwischen der Auschwitzer Lagerguerilla und den Krakauer Partisanen informieren zahlreiche „Widerstandsberichte". Ausführliche Beispiele bei Sobanski (S8). Über „korrupte SSler" u.a. Baum (B4), S. 30 f.; Baum (B5), S. 85-87; auch Arthur R. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, dt. Ausgabe (Vlotho) S. 120.
[46]Ingrid Weckert, »Entstehung der Gaswagen-Überlieferung«, in Gauss (G2), S. 194 ff.
[47]Friedman (F1), S. 70-71; Friedman (F2), S. 54 (Grober Unsinn in der polnischen Textversion (F1) wurde in der englischen Ausgabe entfernt. Dem westlichen Publikum wäre sonst höchstwahrscheinlich der „Bericht" sofort als unglaubhaftes Propaganda-Märchen aufgefallen.)
[48]Sobanski (S8), verschiedene Berichte.
[49]Abusch / Kiessling (A2), FD-Artikel der sowjetischen Massenmord-Propaganda mit teilweise philosemitischer Einfärbung:
- Charkow-Prozeß u.a.: Heft 3/3. Jahrg. (Febr. 1944), S. 33 »Erklärung des LAK zum Charkower Prozess«; Heft 8/3.Jahrg. (Juli 1944), S. 14 E. Jungmann, »Schule für Massenmörder«; Heft 1/4. Jahrg. (Dez.1944) S. 5 Paul Merker, »Das Gericht kommt«; S. 31 A. Blum, »Ein Film: der Prozess von Charkow«.
- Lublin-Majdanek u.a.: Heft 11/3. Jahrg. (Okt. 1944) S. 10 »Erklärung des LAK, zu Hitlers Todesfabriken« ; Heft 12/ 3. Jahrg. (Nov. 1944) S. 13 A. Abusch, »Hitlers Todesfabriken und die Verantwortung der Deutschen«; S. 18 R. Fuerth, »Von der Müllabfuhr zur Todesfabrik - Kleines Potraet einer Nazi-Bestie«; Heft 2/4. Jahrg.( Jan. 1945), S. 33 G. Caden, Praesident des dt. Antifa-Komitee in Cuba, »Gegen den Massenmord von Lublin«; Heft 3/4. Jahrg. (Febr. 1945) S. 18 »Der Prozess von Maidanek«; Heft 5/4. Jahrg. (April 1945), S. 18 P. Meyer, »Das Schuhlager von Maidanek«.
- Auschwitz: Keine Erwähnung bis zum Nürnberger Prozeß 1946!
[50]Abusch/Kiessling (A2), Heft 11/3. Jahrg. (Okt. 1944), S. 10. »Erklärung des LAK (Lateinamerikanisches Komitee), zu Hitlers Todesfabriken«.
[51]a) A-Z (A1), S. 753 (Abusch); b) Cerny (C1); c) Kiessling (K1).
[52]Abusch/Kiessling (A2), Heft 12/3. Jahrg. (Nov. 1944), S. 13. A. Abusch, »Hitlers Todesfabriken und die Verantwortung der Deutschen«.
[53]Simonow (S5, S6). Der Rote Armee Propagandist Simonow schrieb zusammen mit Vasilij Grosmann (vom Jüdischen Antifaschistischen Komitee der Sowjetunion) auch »Die Vernichtungslager Maidanek und Treblinka«, (roter) Stern-Verlag, Wien 1945 und 1946. Simonow-Artikel erschienen auch im FD in Mexico.
[54]Baum (B3); Baum (B4), S. 36 f.; Czech (C2), S. 990 bei »26. Januar«.
[55]Dr. Ing. Hans Jürgen Nowak, »Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz«, VffG (V1), S. 87-105.
[56]HDH = Heißluft-Dampf-Heißluft: Dötzer, aaO. (Anm. 33b), S. 23; Schmidt, aaO. (Anm. 33c), S. 192.
[57]1) Ofenausbau aus Birkenauer Krematorium: Langbein (L3), S. 942: »32. Verhandlungstag, 3. April 1964: Zeugeneinvernahme von Rudolf Steiner (45 Jahre, Kriminalrevierinspektor, Österreich). H-Nr. 112.289; 3. April 1943 bis zur Evakuierung Häftling in Auschwitz; Werkstätten-Bauleitung.« S. 161:
»Vor der Evakuierung von Auschwitz mußte ich bei der Demontage der Öfen des Krematoriums I arbeiten. Die Öfen sollten in das Konzentrationslager Mauthausen gebracht werden. Wir haben manche Stücke teilweise zerschnitten, damit die Öfen nicht gebrauchsfertig sind.«
Von welchem Krematorium spricht Steiner? Als ehemaliger Auschwitzler ist er höchstwahrscheinlich in der zuständigen „Lagergemeinschaft" organisiert gewesen, welche die Zeugen gemäß der Sowjetpropaganda präparierte. (Anm. 57/2) Langbein gab seiner Prozeß-Dokumentation auf Seite 930 f. einen Birkenauer Lageplan bei, der 4 Krematorien in der Sowjetzählung II bis V vorstellt. Auf Seite 1022 gibt Langbein dagegen u.a. folgende Stichworte an: »Krematorium (allgemein)«, »Krematorium (altes oder kleines)« und »Krematorium (neues)«. Verschiedene Zeugen sprachen auch vor Gericht, wie von ihm unkommentiert abgedruckt, nur von einem Krematorium in Birkenau ohne eine Zahlenangabe. Dem Gerichtsvorsitzenden fielen diese Widerspüchlichkeiten nicht auf. Darauf soll hier aber nicht näher eingegangen werden. Steiner kann das »alte« Krematorium nicht gemeint haben, da es schon Mitte 1943, aus Gründen der Lagerumorganisation, im Stammlager abgebaut worden war. Nur in der sowjetpolnischen Propaganda nach dem 3. März 1945 wird es als »Krematorium I« bezeichnet. Steiner gab aber versteckt zu erkennen, wo was „vor der Lagerevakuierung" abgebaut worden war: Das „widerständlerische" Zerschneiden von Ofenbauteilen machte diese Bausätze unvollständig. Diese unvollständigen Ofenbausätze sind nach dem Krieg wieder aufgetaucht. Zwei Doppelmuffelöfen mit „zerschnittenen Teilen" kamen vor der Evakuierung nach Groß-Rosen und wurden später, ohne die „zerschnittenen" Ofenrahmen-Querträger, als Attrappen im Oswiecim-Museum wieder aufgestellt! Nur der Bausatz mit den unzerschnittenen Teilen kam nach Mauthausen. Somit demontierte Steiner tatsächlich nur die drei Doppelmuffelöfen im einzigen Krematorium von Birkenau, was er mit seiner doppeldeutigen Aussage zu verschleiern und der Sowjetpropaganda anzupassen suchte.
2) Laternser (L4), diverse Stellen informieren über die Zeugen-Beeinflussungen durch politische Organisationen und durch die Ostblockgeheimdienste.
3) Sprengung des Birkenauer Krematoriums (unterschiedliche Angaben):
a) Friedman (F1), S. 105 f. : 18.1.1945
b) Kulka (K4), S. 230: 18.1.1945 zwischen 16 u. 18 Uhr gesprengt.
c) Sehn (S1) 1946, S. 129: 20.1.1945 verbrannt und Mauern gesprengt.
d) Pressac (P2), S. 120; 168: 22.1.1945 um 1 Uhr morgens mit Dynamit gesprengt.
e) Czech (C2), S. 990: 26.1.1945 um 1 Uhr morgens von SS-Kdo. gesprengt.
[58]Übersetzt: Dipl. pol. Udo Walendy, Historische Tatsachen Nr. 31, Vlotho 1987, S. 5.
[59]Friedman (F1), S. 72: »Das letzte Produktionsstadium der Auschwitzer Todesindustrie waren die Krematorien. Wie wir schon erwähnten, wandten die Deutschen seit Frühjahr 1942 diese 'geniale' Erfindung an. Zunächst errichteten sie ein kleines Krematorium in Auschwitz I mit 4 (vier) Retorten. Dann wurden zwei große Krematorien, II und III, in Auschwitz II (Birkenau) gebaut.« Hier haben wir aus erster Hand von einem Mitglied der sowjetischen und der sowjetpolnischen Kommission gleich 1945 die wirkliche Ausstattung des »alten« Krematoriums mitgeteilt bekommen: Zwei Doppelmuffelöfen mit zusammen vier Retorten (Muffeln)!(siehe auch Anm.18) Erst im Prawda-Bericht vom 7.5.1945 werden drei Öfen behauptet.
[60]Langbein (L1), S. 83.
[61]Baum (B3); Baum (B5), S. 87 f.
[62]Baum (B5), S. 97: »Es war vereinbart, daß Heinz Dürmayer und ich bleiben sollten (Anm.: Flucht der Lagerpartisanenleitung), um die Widerstandsarbeit im Lager nicht zum Erliegen kommen zu lassen. Auch Cyrankiewicz wurde von den polnischen Kameraden beauftragt zu bleiben.« Baum (B2): »Wir haben auch vereinbart, welche Genossen nicht gehen durften, denn wir waren uns darüber im klaren, dass die Propaganda im Lager nicht aufhören durfte, auch nicht die Propaganda nach außen, sowie die allgemeine Lagerarbeit.« Also auch die Propagandagerüchte im Lager stammten von den KP-Partisanen.
[63]Friedman (F1), S. 8 f.
[64]Baum (B5), S. 86 »Bei unserer Widerstandsarbeit haben wir uns auch einiger SS-Leute bedient. Einer von ihnen war so korrupt, daß er gegen entsprechende Belohnung für uns Briefe nach auswärts transportierte.« Baum (B2): »Wir stellten auch die Frage des Herangehens an SS-Leute. Wir hatten hier einige Erfolge. Das heisst, wir gewannen einige SS-Leute, die sich in Bezug auf Kuriertätigkeit an unserer Arbeit beteiligten. Wir haben auch einige zu Symphatisierenden gemacht.«
[65]u.a. Demant (D1), S. 44 f. Der Tscheche Houstek-Erber, ein Spinnereiarbeiter mit Militärdienst in verschiedenen ausländischen Armeen, wurde als WSS-Hiwi beim Auschwitzer Wachkommando eingesetzt. Brachte es bis zum Mannschaftsdiensgrad eines SS-Oberscharführers und war in der Häftlingsaufnahme wegen seiner Sprachkenntnisse beschäftigt. Aus Häftlingsgerüchten und der späteren Auschwitz-Literatur klärte er sich über seinen engeren Dienstrahmen hinaus auf und verinnerlichte das angelesene Auschwitz-Bild als Selbsterlebnis. Oder war er vom sowjettschechischen Geheimdienst als „Gerüchteagent" angeworben worden? Vermutlich ließ er sich dann an Biertischen als „Leiter der Rampe" bewundern. Am 1. Oktober 1965 wurde er verhaftet und in einem weiteren Auschwitz-Prozeß wegen mehrmaligen »Rampendienstes« (Registrierung und Durchzählen von mindestens 70 Häftlingstransporten) im September 1966 wegen »gemeinschaftlichen Mordes in siebzig Fällen« für schuldig befunden und zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Houstek-Erber leugnete nicht das behauptete Geschehen, da er sich sonst vermutlich seiner Rolle als „Held" oder „Märtyrer" beraubt hätte. Er verurteilte lediglich die „Ungerechtigkeit", daß der gleichfalls mit ihm auf der Rampe anwesende Dr. Lucas freigesprochen worden sei. Selbst aus dem Zuchthaus heraus verteidigte er sein für Wahrheit erachtetes Auschwitz-Bild mit Empörung gegenüber »Auschwitz-Leugnern«:
»Interviewer: Herr Erber, es gibt heute Menschen, und ihre Zahl nimmt eher zu und geht auch bis hin zu Erziehern, es gibt Menschen, die behaupten, in Auschwitz hätten nie Vergasungen stattgefunden. Was sagen Sie dazu? - Houstek-Erber: Dazu ist folgendes zu sagen. Ich hatte mir mal das Buch bestellt: „Hexeneinmaleins einer Lüge". [...] Und darin fand ich unter anderem, daß man in dem Buch schrieb, da waren keine Todesfabriken usw. usw., keine Krematorien und das, und da habe ich an den Verlag geschrieben. [...] Und da habe ich ihnen klipp und klar geschrieben, das stimmt nicht, denn die Krematorien waren wirklich da, die sind erst bei der Lagerräumung oder zuvor, weil im Oktober 1944 ist jede Vergasung eingestellt worden, und da sind die Krematorien abgerissen worden, regelrecht abgetragen. Und die Eisenteile, die wurden in Waggons verladen und sollten nach Mauthausen in Österreich. Denn ich verstehe nicht, denn das ist mal geschehen, warum man da heute noch kommt, das ist überhaupt nicht wahr usw. Das kann ich nicht verstehen.«
Hat Houstek-Erber auch Steiners Zeugenaussage gelesen? (Anm. 57/1) Woher sonst wollte ein kleiner Unteroffizier wissen, daß demontierte Ofenteile »nach Mauthausen sollten«? Oder verwechselte Houstek-Erber nur 3 demontierte Doppelmuffelöfen, deren Bausatz-Verladung er auf dem Birkenauer Lagerbahnhof beobachtet hatte - »bei der Lagerräumung oder zuvor« - mit den „3 Krematorien" in der Nachkriegsliteratur ?
[66]Final Trial letter of the Prosecution, Part IV. (184), in Walendy (W1), S. 50: Zeugenaussage 1946 von Dr. Hans Münch, Mediziner, ehemaliger SS-Untersturmführer mit halbjähriger Dienstausbildung und stellvertretender Leiter des Hygiene-Instituts der Waffen-SS in Raisko bei Auschwitz. Arbeitete höchstwahrscheinlich mit dem Sanitäts-Obercapo Langbein von der Lagerpartisanenführung zusammen. Nach seiner Auslieferung an Polen wurde er als einziger im Krakauer Prozeß gegen Auschwitzer SS-Personal am 22.12.1947 freigesprochen. Wird von der sowjetpolnischen Propaganda im Sehn-Bericht ab 1955 (S2, S3) und in den gegenwärtigen PMO-Broschüren (S7) als „Zeuge" für »Hunger und Lebenserwartung in Auschwitz« angeführt. Lebt in der BRD und arbeitete zusammen mit Langbein in der Antifa- Agitprop.
[67]Friedman (F1), S. 9.
[68]Übersetzt: Dipl.-Pol. Udo Walendy, Historische Tatsachen Nr. 31, Vlotho 1987, S. 4.
[69]Berliner Zeitung Nr. 16 vom 5.6.1945 (Schriftleitung A. W. Kirsanow, UdSSR) »Russischer Film über KZ Auschwitz. (Moskau, 3. Juni) Russische Kinooperateure haben einen Film über das Konzentrationslager Auschwitz gedreht. Die 620 Baracken mit einem Fassungsvermögen für mehr als 200.000 Gefangene, die teuflischen Laboratorien des Faschismus, ausgestattet mit den neuesten Errungenschaften der Technik, die Schuppen von besonderer Konstruktion, die an Schlachthausräume erinnern, die fünf Krematorien und die Bilder der Gefangenen sind ein erschütterndes Dokument für das bestialische Wüten der nazistischen Mörder.«
[70]IMT, Band XX, S. 545 f. (8.8.1946): »Morgan: Ich verstehe als Vernichtungslager Einrichtungen, die lediglich zum Zwecke der Menschenvernichtung unter Anwendung technischer Mittel, wie Gas, geschaffen worden sind. [...] Ich schilderte bereits gestern die vier Lager des Kriminalkommissars Wirth und gab schon den ersten Hinweis auf das Lager Auschwitz. Mit „Vernichtungslager Auschwitz", meinte ich nicht das Konzentrationslager. Das gab es dort nicht. Ich meinte ein besonderes Vernichtungslager in der Nähe von Auschwitz, „Monowitz" bezeichnet. [...] Dieses Vernichtungslager bestand aus einer Reihe von Krematorien. Das Vernichtungslager Monowitz lag weit von dem Konzentrationslager entfernt. Es befand sich in einem weitläufigen Industriegelände und war als solches nicht zu erkennen und überall am Horizont standen Schornsteine und es rauchte.«
[71]Übersetzt: Dipl. pol. Udo Walendy, Historische Tatsachen Nr. 31, Vlotho 1987, S. 6.
[72]Gilbert (G3), S. 309-310.
[73]Mendelsohn (M1) und Szenes/Baron (S10).
[74]Gilbert (G3), S. 309. In der ersten Version des Vrba/Wetzler-Berichtes, der am 26. April 44 vom führenden slowakischen Zionisten in Preßburg, Oskar Krasnansky, in mehreren Exemplaren angefertigt wurde, war vermutlich nur von einem Krematorium mit »9 Öfen« in Birkenau die Rede gewesen, wie es sich aus dem Exemplar von Dr. Soos von der ungarischen Untergrundbewegung erschließen läßt (Mendelsohn (M1), »Plan III«). Erst in der Zusammenfassung mit dem Mordowicz-Rosin-Bericht (Szenes-Baron (S10)), welcher nach dem 6.6.44 auftauchte und auch Propaganda-Elemente des Cyrankiewicz-Berichtes vom 25.5.44 enthielt, wurden erstmals vier genauer beschriebene Krematoren in das Agitprop-Bild eingeführt und grob mit je einem Hochofen propagandistisch ausgestattet. Deren »9 Kammern« erinnerten noch stark an das Krematorium mit den »9 Öfen« aus der ersten Vrba-Wetzler-Version.
[75]Gilbert (G3), S. 275: BBC sendet am 18.6.44 eine kurze Zusammenfassung des Vrba-Wetzler- und Mordowicz-Rosin-Berichtes. Miss Wiskemann, nachrichtendienstliche britische Agentin in der Schweiz, zuständig für die besetzte Tschechoslowakei, hatte den Bericht vom tschechischen Diplomaten und Völkerbundler Kopecky und in Abstimmung mit Riegner vom Jüdischen Weltkongress erhalten. Diese hatten auf eine Veröffentlichung gedrängt, weil am 20.6.44 die Quarantänezeit für das tschechische Familenlager ablief und man dann eine deutsche Teufelei gegenüber diesen Theresienstädter Juden befürchtete. Der ebenfalls informierte amerikanische Agent Alan Dulles hatte es dagegen nicht so eilig, die Stimme Amerikas zu informieren.
[76]Deutscher Text bei Szenes/Baron (S10).
[77]u.a. Tägliche Rundschau (T1), S. 18: »Im Plan der Hitlerregierung war die Massenvernichtung der slawischen Völker und hauptsächlich der Sowjetbürger vorgesehen.«
[78]Abusch/Kiessling (A2), Paul-Merker-Artikel u.a.: Heft 12/1.Jahrg. (15.10.42), S. 9 ff. »Hitlers Antisemitismus und wir«; »Echo« (1/2Jahrg. März,43; 3/2.Jahrg. Mai; 4/2.Jahrg. Juni); »Wiedergutmachung« (6/2.Jahrg. Aug. 1943).
[79]a) Kiessling (K1a); b) ND 4.1.1953: »Lehren aus dem Prozeß gegen das Verschwörerzentrum Slansky - Beschluß des ZK der SED vom 20.12.1952. [...] Die Entlarvung der Zionisten als eine Agentur des amerikanischen Imperialismus entlarvt zugleich die feindliche Rolle des Agenten Paul Merker in der deutschen Emigrationsgruppe in Mexiko von 1942 bis 1946. Während dieser Zeit arbeitete Merker eng mit dem im Prager Prozeß verurteilten Verbrecher André Simone-Katz zusammen. Die von dem Genossen Alexander Abusch mit vielen Beiträgen von Paul Merker, Andr‚ Simone und dem Genossen Erich Jungmann in Mexiko herausgegebenen Zeitschrift "Freies Deutschland" entwickelte sich immer mehr zu einem Publikationsorgan zionistischer Auffassungen. Von dem Zeitpunkt an, als Paul Merker die Leitung der Emigrationsgruppe übernimmt, beginnt in der Zeitschrift „Freies Deutschland" die Verteidigung der Interessen zionistischer Monopolkapitalisten. In der August- Ausgabe 1942 [Anm.: richtig „Oktober-Ausgabe"] bezeichnet Merker die zusammengeraubten Kapitalien des mit der Wallstreet eng liierten Bankhauses Warburg & Co und des Siemens-Schuckert-Konzerns als „jüdisches Gut". Die amerikanische Familie Warburg ist Partnerin des USA-Bankkonzerns Kuhn, Loeb & Co, New York. J.P. Warburg, der ehemalige Leiter der Bank of Manhattan und der International Acceptance Bank, war 1933 Finanzberater der USA-Delegation bei der Londoner Wirtschaftskonferenz und von 1942 bis 1944, also zur Zeit von Merkers Aufenthalt in Mexiko, stellvertretender Leiter der Deutschlandabteilung des USA- Informationsdienstes. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß Merker ein Subjekt der USA-Finanzoligarchie ist, der die Entschädigung der jüdischen Vermögen nur forderte, um dem USA-Finanzkapital das Eindringen in Deutschland zu ermöglichen. Das ist die wahre Ursache seines Zionismus. [...] Merker fälschte die aus den deutschen und ausländischen Arbeitern herausgepreßten Maximalprofite der Monopolherren in angebliches Eigentum des jüdischen Volkes um. In Wirklichkeit sind bei der „Arisierung" dieses Kapitals nur die Profite „jüdischer" Monopolkapitalisten in die Hände „arischer" Monopolkapitalisten übergewechselt. [...] Die Agenten Merker und Simone beschränkten sich nicht darauf, den Zionismus in ihrer Presse zu propagieren, sie setzten alles daran, die gesamte deutsche Emigration in Mexiko in das feindliche Agentennetzt einzubeziehen. Zu diesem Zweck beauftragten sie den größten Teil der deutschen Emigration, in die zionistische Loge „Menorah" einzutreten.« usw.
[80]Gilbert (G3), S. 395.
[81]Gilbert (G3), S. 395. Die erwähnte »Erklärung der britischen Regierung vom Oktober 1944«, war eine Rundfunkwarnung von BBC und Washington an Deutschland am 10. Oktober 44. (Gilbert (G3), S. 381 und Fußnote 5). Sie hatte folgenden Hintergrund: Nach der Eroberung Lublins und dem Beginn der sowjetischen »Todesfabriken«-Propaganda, bekam Otto Moll, Chef des Krematoriums, den Befehl 3, Doppelmuffelöfen in Birkenau abbauen zu lassen. Da durch vorangegangene alliierte Luftangriffe auf die Auschwitzer Industrieanlagen auch Hunderte von Zivilarbeitern, Häftlingen und WSS-Wachen getötet worden waren, wollte Moll auf die bestehende Einäscherungskapazität nicht verzichten. In seinem Unmut, drei Doppelmuffelöfen geordnet abbauen zu müssen, muß er wohl im alkoholisierten Zustand die unqualifizierte Äußerung gemacht haben: Am besten ist es, wenn ein paar deutsche Flugzeuge mit amerikanischen Hoheitsabzeichen hier alles in Schutt und Asche legen. Dann brauchen wir keine Öfen mehr wegen der Iwan-Propaganda abzubauen und die ganze rote Partisanenbande sind wir hier auch gleich los. - Diese Äußerung wurde prompt als »Moll-Plan« in einem Kassiber der Lagerpartisanen am 7. Sep. 1944 an Krakau und von dort, noch etwas ausgeschmückt, an London weitergefunkt. (Baum (B2); Baum (B4), S. 40; Baum (B5), S. 93; Buszko (B7), S. 131) Die polnische Exilregierung in London hatte nun in einem vom »Rat für die Rettung der jüdischen Bevölkerung in Polen« abgefaßten Appell darauf hingewiesen, daß die Deutschen die Vernichtung aller in Auschwitz und Birkenau inhaftierten Personen vorbereiteten. Die anglo-amerikanischen Regierungen ließen sich daher überzeugen, an die deutsche Regierung eine Warnung auszusprechen. Die gemeinsame Erklärung, die Sowjets hatten sich nicht angeschlossen, sprach von Plänen der Deutschen, die auf eine »massenhafte Exekution der Menschen in den Konzentrationslagern Oswiecim und Brzezinki« abzielten. In diesen Lagern seien, so wurde erklärt, »tausende Menschen aus vielen europäischen Ländern eingesperrt«. Weiter hieß es in der Rundfunkerklärung, falls »dieses Vorhaben oder irgendein ähnliches Vorhaben andernorts ausgeführt wird«, werde die britische Regierung »alle diejenigen zur Verantwortung ziehen, die in irgendeiner Weise darin verwickelt sind, von der höchsten Spitze bis zu den untersten Handlangern.« In engster Zusammenarbeit und Übereinstimmung mit den Verbündeten werde man keine Mühe scheuen, die Schuldigen vor Gericht zu bringen. Am 11. Okt. verkündete der Deutsche Telegrafendienst aus Berlin: »Diese Berichte sind von A bis Z falsch.« - Es wurde also nicht vor der weiteren ständigen Deportation tschechischer und ungarischer Juden gewarnt, deren Vernichtung die Berichte der Lagerpartisanen Vrba, Wetzler, Cyrankiewicz, Mordowicz und Rosin behaupteten und Gilbert irrtümlich annahm, sondern lediglich die zivilisierte Behandlung von Häftlingen und Kriegsgefangenen angemahnt. Diese Warnung sprachen die Alliierten nochmals kurz vor Kriegsende in einer Flugblattaktion am 23.4.45 an alle Lagerkommandaten und Wachmanschaften aus. (Florian Freund, Arbeitslager Zement (Ebensee), Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1991, S. 405)
[82]Gilbert (G3), S. 395. Paul Mason: Britischer Diplomat, 1944 Leiter der Flüchtlingsabteilung im Auswärtigen Amt.
[83]vgl. Anm. 25; Szenes/Baron (S10). »Zwei separate, ebenerdige Gasanstalten - als Badeanstalten getarnt - hinter denen die Leichen gestapelt werden zur Abholung in die 4 Krematorien, 1 Ziegelei und mehrere Gruben, noch keine Ofenzahlangaben, noch keine unterkellerten Kremas.«
[84]Pressac (P1), S. 179, S. 514 (Plan 3764).
[85]Versteckte Hinweise: Großdampfwäscherei mit Entlausungsdesinfektion an der Lagerstraße gegenüber dem Krematorium: Lussia Ferstenberg,»Wäscherei«, in Adler, Langbein u.a. (A3), S.137-138. (Artikel nur in dieser Ausgabe!). Dieses Gebäude wurde, vermutlich wegen seines Schwitzbudencharakters, von den Häftlingen auch die »große Sauna« genannt: Czech (C2), S. 953, 1. Fußnote.
[86]Am 3. Juli 1944 hatte die New York Times in einer kleinen Notiz dem Vrba-Wetzler-Bericht Beachtung geschenkt. Am 26. 11.1944 gab der US- Kriegsflüchtlingsausschuß (WRB) eine Pressekonferenz. Am nächsten Tag veröffentlichte die New York Times auf der ersten Seite das auf der Pressekonferenz Vorgestellte und sprach von dem »ersten detaillierten Bericht einer Regierungsbehörde der Vereinigten Staaten, der Augenzeugenbeweise anführt für den von Deutschen begangenen Massenmord.« Szenes/Baron (S10), S. 29. Die Vrba-Wetzler-Version im WRB-Bericht spricht von 4 Krematorien mit eingebauten Gaskammern in Birkenau. Der sowjetische »Plan Rajona« zeigt nur je eine Gaskammer (nach der Planlegende mit eingekreister 2 markiert) bei zwei Freilufteinäscherungsanlagen. Die vier als Krematorien bezeichneten Gebäude werden noch ohne Gaskammern vorgestellt. Vgl. auch Pressac (P1), S. 179.
[87]Zur Friedman-Biographie: Philip Friedman, Das andere Deutschland - Die Kirchen, arani Verlag, Berlin-Grunewald 1960 [im Klappentext]; Encyclopaedia Judaica, Band 7, Jerusalem 1971 [mit Bild]; Schneiderman/Carmin, Who's who in world Jewry, Monde publishers, New York 1955; Zusammenarbeit mit der Roten Armee: Viktor Mika (Übersetzer aus dem Poln.) Im Feuer vergangen - Tagebücher aus dem Ghetto, Verlag Rütten & Loening, Ostberlin 1961 [6. Auflg.; 1. Auflg. 1958], S. 13 ff.; Zusammenarbeit mit den Sowjetpolen: Biuletyn I, Verlag Glownej Komisji Badenia Zbrodni Niemieckich w Polsce, Krakau-Posen 1946, S. 165 ff.; Gründer und Direktor der »Zentralen Jüdischen Historischen Komission in Polen« (1944): N. Blumental, Dokumenty i Materialy, Teil I Lager, Lodsch März 1946, (Vorwort). Friedman (F2), Vorwort.
[88]Friedman (F2), S. 3 f.: Vorwort vom poln. Botschafter M. Henryk Strasburger, London, 6.4.1946. »Autor's preface« S. 5: »I have written this book because it is important that the world should know of the terrible sufferings inflicted by the Germans upon millions of people, mostly Jews, in the death factory which they established at Oswiecim. [...] I was a member of the Polish State Commission for Investigating the Germans Crimes in Poland, and I attended the meetings of the Commission which heard the evidence about what was done in Oswiecim. I also spoke privately to the witnesses, and received a great deal of additional material, personal memories, diaries, statisties, etc. I also obtained material through the Central Jewish Historical Commission in Poland, of which I am the Direktor. The central Jewish Historical Commission in Poland has a large collection of original documents iussed by the German Central Administration in Berlin for Concentration Camps, the Chief Security Office in Berlin, the Economic Administration in Berlin, the Concentration Camp Office, and the German Administration in Oswiecim, and other German sources. All these materials are now in the archives of the Central Jewish Historical Commission in Poland. This is the first attempt to make a systematic survey of what happened in Ocwiecim Camp. The Central Jewish Historical Commission considers it a modest beginning. [...] Friedman, Lodz Nov. 1945.« - Später gelangte ein Teil der Beutematerialen mit Friedman und Josef Wulf nach Paris und nach Westberlin (arani Verlag), woraus dann die „Dokumentationen" von Poliakov/Wulf nach dem Vorbild von »Dokumenty i Materialy« entstanden. »A Word of Introduction« S. 7: »The manuscript of this book was brought back from Poland by the representative of United Jewish Relief Appeal when he visited Poland in October, 1945. It is a scientific work written by Dr. Filip Friedman, the Direktor of the very active Jewish Historical Commission in Poland. [...] This book may therefore be regarded as the standard work on history's greatest murder machine. Oswiecim is not a single camp or incident; it is the lowest place on earth's surface - the „Dead Sea" of humanity's achievement.« usw.
[89]Übersetzung: Walendy (W1), S. 21-32. Aufgefunden von Prof. Faurisson. Auch »Russischer Film über KZ Auschwitz« in Berliner Zeitung Nr. 16 vom 5.6.1945.
[90]VffG (V1), S. 128, Fußnote 26.
[91]Heute werden im PMO-Museum, gemäß dem sowjetischen »Plan Rajona« und dem sowjetpolnischen »Plan 3764«, verschiedene Gebäudereste als Krematorien ausgegeben. Grobe Mauerdurchbrüche, nachträglich an den Ruinen angebracht, sollen die Propaganda-Legenden der Lagerpartisanen und der Sowjets den heutigen Besuchern des Wallfahrts-Museums der Sowjet-Antifa nacherzählen. Vgl. Gauss (G2), S. 255-256 und Abb. 6, Abb. 7.
[92]Die gefälschten Bauzeichnungen, Lagepläne und Schriftwechsel aus dem angeblichen Bestand der WSS-Bauleitung von Auschwitz werden in einem nächsten VffG vorgestellt werden.
[93]Pressac (P1), S. 512 - 514.
[94]Dieser Grundriß entspricht auch den Luftfotos von 1944 (John C. Ball, Air Photo Evidence, Ball Recource Ltd., Delta, BC, 1992, bei VHO erhältlich).
[95]Am 1. Juli 1943 wird im neuen Kriegsgefangenenlager (KGL) in Birkenau der Zaun der Bauabschnitte BII d, BII e und BII f an das elektrische Leitungsnetz angeschlossen. Damit wird das Männerlager im KGL teilweise betriebsfertig. Am gleichen Tag findet aus diesem Grunde eine KL-Verwaltungsumorganisation statt. Czech (C2), S. 535-536. Am 12. Juli werden männliche Häftlinge in den fertiggestellten Lagerabschnitt BII d des KGLs Birkenau eingewiesen. Am 19. Juli wird das »alte« Krematorium geschlossen und die Bedienungsmannschaft ins neue Krematorium nach Birkenau überführt. Am 23. Juli wird das Häftlingskrankenhaus im Bauabschnitt BII f im KGL Birkenau eröffnet und mit kranken oder schonungsbedürftigen Häftlingen aus anderen HKBs oder Lagerbereichen belegt. Die vorher von Männern bewohnten Baracken im Bauabschnitt BIb werden generalentlaust und desinfiziert und mit Frauen ab 25. Juli belegt. Am 1. Aug. wird der Lagerabschnitt BII a des KGL als Quarantänelager in Betrieb genommen. Am 13. Aug. meldet der Arbeitseinsatzführer Sell der KL-Verwaltung, daß in 14 Tagen die neuen Arbeitslager Janinagrube, Fürstengrube, Sosnowitz und Lagischa in Betrieb gehen können und bittet um die Sicherstellung der Versorgung. (Vermutlich weil dann die Quarantänezeit für die ins neue KGL Birkenau eingewiesenen Häftlinge abläuft und sie ihre Arbeit in den neuen Betriebsstätten aufnehmen können.) Alle Angaben: Czech (C2), Juli u. Aug. 1943. WSS-General Pohl besichtigt am 17. Aug. 1943 das teilweise fertiggestellte, umzäunte und schon belegte KGL in Birkenau. Nach seiner Abnahme des Lagers und der Versorgungseinrichtungen, wird es versorgungsmäßig als selbständiges Lager geführt. (»Aktenvermerk 34637/43/Ki/Go« im Archiv ZA Moskau, 502-1-26-124 [Die Czech weiß nichts von dem Pohl-Besuch und der Abnahme des neuen KGLs.]). Am 31.Aug. 1943 werden die letzten Toten in das Leichenhallenbuch des »alten« Krematoriums eingetragen, dann werden die Verstorbenen im Auschwitzer Lagerkomplex nur noch in die Leichenhalle des neuen Krematoriums in Birkenau verbracht. Czech (C2), S. 590.
[96]Die tschechische Propaganda - Vrba-Wetzler, US-WRB-Bericht, Erich Kulka - behauptete »4 Krematorien« und nannte daher das Krematorium das »IV.« Die sowjetpolnische Propaganda - Friedmann, UdSSR-Bericht, Jan Sehn - behauptete »5 Krematorien« und nannte daher das Krematorium das »V.«
[97]Der »Plan 3764« wird auch bei Pressac (P1), S. 514 gezeigt.
[98]Kulka (K4), S. 130-134: über Müller, Autor von (M3).
[99]Müller (M3), S. 94.
[100]Siehe VffG (V1), S. 123, linkes Bild.
[101]IMT-Prozeß, Vortrag Smirnows (UdSSR) am 19. Febr. 1946 (Band VII, S. 642): »Es ist die Firma Didier-Werke. Der Briefwechsel bezieht sich auf die Errichtung eines Krematoriums, das für das größte Lager in Belgrad vorgesehen war.[...] „Für das Einführen der Leichen in den Ofen schlagen wir eine auf zwei Rollen laufende einfache Rohrgabel vor. Die Öfen erhalten je einen Einäscherungsraum von nur 600 mm Breite und 450 mm Höhe, da die Verwendung von Särgen nicht geplant ist."«
[102]In den Propaganda-Broschüren des Buchenwalder KL-Museums werden Bilder gezeigt, welche gleichzeitig und kommentarlos das Rollengestell am Ofenrahmen und die aufgegleiste Wartungslore zeigen.
[103]Zur Partisanen-Gruppe: Müller (M3), S. 162-163; Kulka (K4), S. 219 f.; Baum (B5), S. 75 f.; Langbein (L2), S. 270 f., S. 453 Fußnoten 41, 42, 43.
[104]Müller (M3), S. 22 unten, S. 23 oben, S. 26: 4. Absatz, S. 29.
[105]Teresa Swiebocka, Auschwitz - A History in Photographs, PMO, 1990, engl. 1993, S. 156, Foto 167 (Innenaufnahme »altes« Krematorium in heutiger Museums- Aufbereitung) zeigt auf dem linken Gleis eine Wartungslore mit fehlendem Rad und falsch aufgesetztem »Schieber«; rechte Wartungslore ohne Griff, Abstandslehre am »Schieber« verbogen.
[106]Kulka (K4), vor S. 81.
[107]Kulka (K4), S. 14.
[108]Baum (B2); Baum (B4), S. 19 f., Baum (B5), S. 75; Baum (B6), S. 75. (Teilweise andere, ausgeschmückte Texte.)
[109]a) Sehn (S2), S. 60 letzter Absatz (»3-5 Leichen je Muffel« S. 58); Sehn (S3), S. 173 2. Absatz: »Im Krematorium I wurden die Leichen mit Hilfe eines, besonders zu diesem Zweck konstruierten Wagens in die Verbrennungskammer gebracht. [...] In die Öfen [Anm.: in Birkenau] wurden die Leichen anfangs mit Hilfe eines Wagens, wie er im Krematorium I zur Anwendung kam, geladen. Dies war jedoch eine zu komplizierte Einrichtung und wurde daher durch eine von der Firma Topf speziell zu diesem Zweck projektierte Leichentrage, die auf Rollen in den Ofen eingeschoben wurde, ersetzt. Nach Einführung der Trage in das Innere der Muffel hielt ein Häftling die Leichen [Anm.: hier mehrere!] mit einem eisernen Haken fest, während ein anderer die Trage unter diesen wegzog«.; b) F. Piper »Gaskammern und Krematorien« in Buszko (B7), S. 103 3. Absatz. (Die Sehns und PMO-Pipers sollten sich mal die gleislose Mauthausener Ofenattrappe ansehen!)
[110]Der Didier-Ofen maß 60 x 45 cm (Anm. 101). Der Topf-Ofen maß 60 x 60 cm. Pressac (P2), »Dokument 6: Plan D. 57253.«
[111]Baum (B2); Baum (B3); Baum (B4), S. 36; in Baum (B5) u. (B6) nicht zahlenmäßig aufgeschlüsselt.
[112]Baum (B2); Baum (B3); Baum (B4), S. 36; in Baum (B5) u. (B6) nicht angeführt.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(1) (1999), S. 17-26.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis