Wissenschaft oder Ideologie?

Erwiderung auf die Darlegungen von Dr. Bettina Brockhorst

Von Dipl.-Chem. Germar Rudolf

Allgemeines

Für den Erfolg der revisionistischen Anstrengung zur Brechung der weltweiten Zensur und Schweigespirale gegenüber abweichenden Auffassungen zur Geschichtsschreibung könnte es wohl kein größeres Lob geben, als uns von einer der führenden deutschen Zensoren zuteil wurde. Daß sie ihren Beitrag mit Worten der Abneigung und Verachtung über die im Internet massenweise anzutreffenden revisionistischen Beiträge füllte, wollen wir dabei großzügig übersehen. Ihre Ausführungen über die angeblichen Arbeitsweisen der Revisionisten bedürfen jedoch einiger Anmerkungen.

Polemisches Fazit?

Laut Dr. Brockhorst ist ein Fazit, es habe zwischen 1933 und 1945 keinen Völkermord an Juden gegeben, polemisch. Fest steht allerdings, daß eine historische These bzw. Schlußfolgerung niemals an sich polemisch sein kann. Sie ist höchstens richtig oder falsch. Wenn Frau Dr. Brockhorst meint, sie (und mit ihr viele andere) habe in dieser Frage die Wahrheit gepachtet und dürfe daher alle anderen Meinungen derart abqualifizieren, so ist sie in dem Augenblick die einzige, die nachweislich polemisch ist. Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, es gebe weder bei den Revisionisten noch bei den Exterminationisten polemisch formulierte Thesen, Beweisführungen und Schlußfolgerungen. Aber die Sachaussagen eines Fazits selbst, auf die Frau Dr. Brockhorst hier ja Bezug nimmt, kann eben per definitionem gar nicht polemisch sein.

Scheinbar seriöse Ermittlungsarbeit, wissenschaftlich verbrämt?

Ein Paradebeispiel für Polemik bietet Frau Dr. Brockhost im Satz danach, wenn sie behauptet, die Revisionisten würden ihre Arbeiten lediglich auf »scheinbar seriöse Ermittlungsarbeit gründen«, und deren »meist umfangreichen Beiträge [seien…] wissenschaftlich verbrämt«. Als Beweis dafür wird erläutert, der Leser könne die zitierten Quellen »von seinem Platz aus nicht selbst überprüfen«, also auch nicht erkennen, ob am Quellenmaterial womöglich manipuliert worden ist. Ob Frau Dr. Brockhorst sich der Tatsache bewußt ist, daß dies auf ausnahmslos alle wissenschaftlichen Arbeiten zutrifft, die ein mehr oder weniger ausführliches Quellenmaterial zurate ziehen? Sind daher in ihren Augen konsequenterweise alle Arbeiten, die Quellen zitieren, die nicht jeder griffbereit hat, lediglich »wissenschaftlich verbrämt«? Ist sie sich klar darüber, daß dann nur noch mathematische und andere logische Beweisführungen sowie Textstudien über die Bibel oder ähnliche, jedem griffbereit zur Verfügung stehende Werke als wissenschaftlich zu gelten hätten? Wird diese Frau, deren Doktortitel die Fähigkeit zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten beweisen soll, vom Wahnsinn geritten?

Widerlegungen aus den Texten allein

Als verwerflich scheint Frau Dr. Brockhorst anzusehen, daß manche revisionistische Arbeiten ein derart hohes Fachwissen aufweisen, daß sie nicht jeder aufgrund des Textes alleine widerlegen könne. Auch das trifft freilich auf so ziemlich jede wissenschaftliche Facharbeit zu. Diesen deshalb zu unterstellen, sie hätten zum Ziel, die Öffentlichkeit mit diesem Fachwissen zu beeindrucken, einzuschüchtern und unsicher zu machen, würde einem Wissenschaftler, für den sich Frau Dr. Brockhorst halten dürfte, aber in allen anderen Fällen nie in den Sinn kommen. Warum polemisiert sie dann aber gegen die Revisionisten mit derartigen Sprüchen? Und welchen Vorwurf würde man von ihr hören, wenn die Revisionisten ohne tiefgehendes Fachwissen argumentierten? Doch wohl den berechtigten Vorwurf der Stümperei, oder?

Meinungsmanipulation und Verunsicherung?

Aus irgendwelchen Gründen scheint Frau Dr. Brockhorst der Auffassung zu sein, die Wissenschaft dürfe die Meinungen und Auffassungen der Menschen über die jeweiligen Fachgebiete nicht verändern (von ihr polemisch als »Meinungsmanipulation« bezeichnet), und dürfe sie nicht in ihren gefestigten Ansichten verunsichern. Ob dieser Gelehrten wohl aufgefallen ist, daß genau das nicht die Aufgaben der Wissenschaft sind? Wissenschaft darf, ja muß vielleicht sogar die Meinung der Menschen zu bestimmten Themen verändern, wenn sie zu neuen Erkenntnissen kommt, und sie darf niemals den Eindruck erwecken, als könne sie eine letzte, „offenkundige" Sicherheit und Wahrheit verbreiten. Die von Frau Dr. Brockhorst an die Wissenschaft gestellte Forderung – Festigung herrschender Auffassungen und Vermeidung von Verunsicherungen – sind hingegen Charakteristika von Ideologien und Religionen.

Leugnung als Ziel?

Auch Dr. Brockhorsts Behauptung, das Ziel der Revisionisten sei die in ihren Augen verwerfliche Leugnung des Holocaust selbst, offenbart ihre eigene Unwissenschaftlichkeit: Wenn man das (bloß unterstellte) Ziel eines anderen als verwerflich bezeichnet, so sagt man damit ja nichts anderes, als daß man das eigene Ziel, also hier die Bestätigung des Völkermords an den Juden, als einzig legitim hinstellt. Damit hat man zwar nicht die Voreingenommenheit der Revisionisten bewiesen (sie wurde ja nur behauptet), sehr wohl aber die eigene. Diese wissenschaftlich wahrlich selbstvernichtende Brockhorst’sche Argumentationsweise zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte exterminationistische Polemik gegen den Revisionismus. Sie führt sich daher mit derartigen Verdächtigungen selbst ad absurdum.

Auch hier bin ich weit davon entfernt zu behaupten, es gebe unter den Revisionisten nicht auch solche, die die eine oder andere Voreingenommenheit haben. Voreingenommenheiten sind allzu menschlich und eigentlich überall in der Wissenschaft anzutreffen, auch wenn sich das manche nicht recht bewußt machen – auch und insbesondere unter den Exterminationisten. Es geht in dieser Auseinandersetzung aber eben nicht darum, irgend jemandem ein Ziel vorzuwerfen, sondern um die Frage, welches geschichtliche Fazit aufgrund der Beweislage zutrifft und welches nicht.

Reaktionen auf Holocaust-Leugnung

Dr. Brockhorsts Beobachtungen über Intention und Funktionsweise der deutschen Schweigespirale ist wohl nur hinzuzufügen, daß so mancher aufgrund dieses Totschweigens den Eindruck erhält, als könnten die Exterminationisten die revisionistischen Argumente nicht widerlegen. Das kann uns Revisionisten freilich nur recht sein, denn dies hilft uns angesichts der verbreiteten Zensurmaßnahmen, wenigstens ab und zu Gehör zu finden.

Dr. Brockhorsts Ausführungen zur Offenkundigkeit entsprechen der landläufigen juristischen Praxis, sind jedoch ganz klar rechtswidrig. Tatsächlich erlaubt der §244 der deutschen Strafprozeßordnung nur, daß Beweisanträge zum Beweis offenkundiger Tatsachen abgelehnt werden dürfen, wobei aber die Offenkundigkeit selbst angreifbar ist, etwa durch merklichen Widerspruch in der Öffentlichkeit, in der Wissenschaft oder bei Vorlage eines neuen, qualitativ überlegenen Beweismittels. Tatsächlich aber lehnen deutsche Gerichte auch solche Beweisanträge ab, die lediglich eruieren sollen, ob neu vorgelegte Beweismittel in der Lage sind, die Offenkundigkeit zu erschüttern, obwohl der Beweiswert eines angebotenen Beweismittels schlechthin nicht offenkundig sein kann. Die deutsche Generalblockade gegen „revisionistische" Beweisanträge sind daher nicht »prozessual« sinnvoll, sondern höchstens politisch sinnvoll im Interesse bestimmter Lobbyisten.

Ohne gründliches Wissen um seine Geschichte kann kein Volk bestehen

Bei Fortdauer der momentanen kulturellen und demographischen Entwicklung ist damit zu rechnen, daß das Deutsche Volk in seiner althergebrachten, Jahrtausende währenden Definition gegen Ende des 21. Jahrhunderts im wesentlichen nicht mehr existieren wird. Man kann durchaus der begründeten Ansicht sein, daß einer der Hauptfaktoren für diese Entwicklung der Umstand ist, daß die Deutschen wegen der Verengung ihrer Tradition und Geschichte auf das auf ihnen lastende Kainsmals „Auschwitz" geschichts- und selbstvergessen sind und eine dem Eigeninteresse des Volkes dienende Politik noch nicht einmal formuliert, geschweige denn umgesetzt werden kann. „Auschwitz" wird somit zum Hauptinstrument beim Völker(selbst)mord am Deutschen Volk. Ob nun die Geschichtsschreibung über den Holocaust richtig ist oder falsch, ist dabei nur zweitrangig. Es wäre allerdings schrecklich, wenn sie falsch wäre, denn dann gälte um so mehr mit Roman Herzog: »Ohne gründliches Wissen um seine Geschichte kann kein Volk bestehen.« Dem ist nichts hinzuzufügen.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(4) (1999), S. 362.


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