Das üben wir jetzt bis zur Vergasung!

„Wie Lämmer zur Schlachtbank" · Analyse eines Zeugenaussagen-Schemas

Von Dipl.-Chem. Germar Rudolf

Patrick Bahners verkündete einst in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Volksverhetzung durch revisionistische Thesen sei dann am schlimmsten, wenn sie in wissenschaftlicher Form vorgetragen werde:[1]

»Der Staat schützt die Freiheit der Wissenschaft. Er erkennt den Wissenschaftler nicht am richtigen Ergebnis, sondern an der korrekten Form. [...] Aber es wird übersehen, daß die hetzerische Absicht nicht allein an Formfehlern zu erkennen ist, die die Biertischrede vom wissenschaftlichen Vortrag unterscheidet. Im Gegenteil ist die formvollendete Hetze besonders perfide. [...] Aber für den Überlebenden von Auschwitz kann es kaum eine gemeinere Beleidigung geben, als wenn ihm ein Experte mit scheinlogischen Begründungen darlegt, es sei ja nie in Lebensgefahr gewesen.«

In einem Strafurteil gegen einen Revisionisten stellte das Landgericht Stuttgart hingegen fest, daß Humor und Ironie über Zeugen und Zeugenberichte besonders verwerflich und deshalb strafverschärfend seien.[2] So darf man feststellen, daß das größte Verbrechen der Revisionisten neben ihrer Wissenschaftlichkeit ihr Humor ist. Dies ist zweifellos nachvollziehbar, denn Lächerlichkeit tötet bekanntlich, und ein zweites Mal darf man die Opfer des „Holocaust" nun wirklich nicht töten. Wenn also nachfolgend jemand sich zum Lachen gezwungen sieht, so möge er diesen Trieb bitte unterdrücken. Lachen ist in Deutschland nämlich ein Verbrechen! (Noch eines...)


Katyn und anderswo

Die Sowjets haben nach ihrem Polenfeldzug im Herbst 1939 bekanntlich etwa 20.000 polnische Offiziere und Intellektuelle gefangengenommen und etwa ein Jahr später an verschiedenen Stellen erschossen und verscharrt. Von diesen Massakern gibt es freilich keine Überlebenden, die über das Prozedere bei diesen Erschießungen berichten könnten, aber aus den Obduktionsberichten der 1943 auf deutsche Initiative hin eingeleiteten internationalen Untersuchungskommission geht doch hervor, daß die Opfer bei ihrer Exekution gefesselt und teilweise sogar geknebelt und ihre Augen verbunden waren. Nun kann dies nicht weiter verwundern, ist es doch annähernd unmöglich, viele Gefangene auf einmal zu einem Hinrichtungsort zu ihrer Erschießung zu bringen und dann auch noch zu erwarten, daß diese nicht in Panik ausbrechen, geschweige denn, daß sie kooperativ sind. Dies gilt um so mehr, wenn eine solche Hinrichtung unter freiem Himmel oder sogar in einem Wald stattfindet, wo sich die Gefangenen also nicht „gefangen" vorkommen, sondern wo jeder bei einer akuten Gefahr sofort an eine Flucht denkt. Auch bei sämtlichen von deutschen Truppen während des Krieges vollzogenen Partisanenerschießungen oder sonstigen Hinrichtungen waren diese stets gefesselt und oft sogar geknebelt bzw. ihre Augen verbunden. Anders läßt sich nun einmal eine Hinrichtung von vielen Opfern nicht durchführen.

Diese Tatsachen treffen natürlich erst recht zu, wenn man es mit Hunderten oder gar Tausenden von Opfern zu tun hat, die alle mehr oder minder auf einmal umgebracht werden sollen. Selbst wenn diese Opfer äußerst gefaßt wären, ist das Ausbrechen einer Panik praktisch unabwendbar, wenn dieser Menschengruppe plötzlich offenbart wird, daß ihr in Kürze ein grausamer Tod bereitet werden soll. Selbst der Einsatz zahlenmäßig überlegener Sicherheitskräfte könnte eine solche Panik nicht verhindern und diese müßten schließlich auf die in alle möglichen Richtungen wie wild auseinanderstobende Menschenmenge wahllos feuern, wobei sich diese Sicherheitskräfte schließlich selbst gefährdeten.

Mit anderen Worten: Die Hinrichtung mehrerer Menschen zugleich setzt unabdingbar voraus, daß diese gefesselt und, bei größeren Mengen, auch geknebelt sind. Anderfalls dürfte die Beherrschung einer solchen Menschenmenge etwa so schwierig sein wie eine Rinderherde, bei ein Metzger wahllose das Schlachten anfängt.

Anstehen auf den Tod

Seit Jahren zieht David Irving durch die Lande und verkündet, in Sachen Massenerschießungen von Juden durch deutsche Einheiten in den Jahren 1941-1943 hinter der Ostfront die Wahrheit herausgefunden zu haben: Es hat sie gegeben! Als Beweis dafür führt er vor allem ein Abhörprotokoll an, daß die Engländer angeblich von einem Tonband angefertigt haben. Auf diesem Tonband befindet sich angeblich ein mit illegalen Wanzen abgehörtes Gespräch deutscher Kriegsgefangener, die in einem britischen Gefängnis einsaßen. Unter diesen Gefangenen befand sich auch Generalmajor Walter Bruns, der bis zu seiner Entlassung im Januar 1945 bei der Heereswaffenmeisterschule I in Berlin tätig war.[3] Obwohl von seinen Mitgefangenen in keiner Weise zum Berichten gedrängt, erweist sich Bruns als sehr redselig über angebliche Verbrechen, die er miterlebt haben will. Über die quellenkritischen Probleme möchte ich mich hier nicht weiter auslassen, die ein solches von einer Feindmacht angefertigtes Protokoll eines angeblichen Tonbandes einer angeblichen Aufnahme eines Gespräches zwischen Personen, die angeblich von dieser Aufnahme keine Kenntnis hatten, darstellt. Ich möchte lediglich die Aufmerksamkeit auf den in diesem Zusammenhang wichtigen Inhalt der Aussagen Generalmajor Bruns lenken, wo er über seine eigenen Erlebnisse bei diesen Massenmorden berichtet:

[...] und da zeigt er mir das. SKIOTAWA(?) war es, 8 km von RIGA, zwischen SCHAULEN und MITAU sind ja auch die 5000 Berliner Juden - plötzlich aus dem Zug raus - erschossen worden. Das habe ich zwar nicht gesehen, aber das bei SKIOTAWA(?).

[...] also an jeder Grube sechs Maschinenpistolenschützen - die Gruben waren 24 m lang und ungefähr 3 m breit, mussten sich hinlegen wie die Sardinen in einer Büchse, Kopfe nach der Mitte. Oben sechs Maschinenpistolenschützen, die dann den Genickschuss beibrachten. [...]

Vorher wurden sie aber ausgeplündert an der einen Station - hier war der Waldrand, hier drin waren die drei Gruben an dem Sonntag und hier war noch eine 1 1/2 km lange Schlange und die rückten schrittchenweise - es war ein Anstehen auf den Tod.

Wenn sie hier nun näher kamen, dann sahen sie, was drin vor sich ging. Ungefähr hier unten mussten sie ihre Schmucksachen und ihre Koffer abgeben. [...] und dann, ein Stückchen weiter, mussten sie sich ausziehen und 500 m vor dem Wald vollkommen ausziehen, durften nur Hemd oder Schlüpfer anbehalten. Das waren alles nur Frauen und kleine Kinder, so 2-jährige. [...]

[...] in RIGA haben sie sie zuerst rumgevögelt und dann totgeschossen, dass sie nicht mehr reden konnten.

[...] Dann habe ich zu dem Bericht noch ein Amtsschreiben dazugemacht, und habe ihn persönlich zu JAKOBS hingebracht.

Der sagte: „Hier liegen schon zwei Beschwerden von Pionierbataillonen aus der UKRAINE vor." [...]

Da stehen also wenige hundert oder gar tausend Frauen mit ihren Kleinkindern[4] fein säuberlich aufgereiht in einer 1.500 Meter langen Schlange. 600 Meter vor dem Wald geben sie ihre Habe ab, 500 Meter vor dem Wald legen sie ihre Kleider ab und gehen dann schrittchenweise vor bis zum Wald, was unter Umständen Stunden gedauert hat. Dann, am oder im Wald angekommen, gelangen sie an die Grube, wo sie dann sehen, was sie erwartet: Sie müssen sich in das Grab fein säuberlich hineinlegen und werden mit Maschinenpistolen per Genickschuß umgebracht.

Geduldiges Schlange stehen vor dem Tod?
Holocaust-Propaganda von
history1900s.about.com/education/history1900s/library/holocaust/bleinsatz6.htm

Genickschüsse werden mit Pistolen durchgeführt. So etwas mit Gewehren durchzuführen ist schon schwierig wegen der Länge des Laufes. Eine Maschinenpistole aber, die ersten eine recht seltene Waffe im deutschen Heer war und ist, ist dafür gänzlich ungeeignet, und zwar allein schon wegen des hohen Munitionsverbrauchs. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Denn man stell es sich einmal plastisch vor:

Da rattern ununterbrochen sechs Maschinenpistolen, und die Hunderte und Tausende von Opfern, die da Schlange stehen, merken erst, was gespielt wird, als sie »sehen«, was sich dort am Massengrab abspielt? Und dennoch entsteht auch unter den vielen zig Opfern, die im oder am Wald am Grab stehen, keine Panik? Keine Schreie, die in Verbindung mit den Schüssen bei den restlichen Hunderten oder Tausenden von Opfern Panik auslösen würden? Nein, sie stehen diszipliniert in Reih' und Glied und gehen Schritt für Schritt vorwärts, ignorieren Schreie, Schüsse, Leichen, zerfetztes Fleisch, Fluchtversuche Einzelner und den über allem hängenden Blut- und Verwesungsgeruch...

Es ist daher unmöglich, daß Bruns das Geschilderte tatsächlich erlebt hat, denn ein solches Verhalten von Opfern vor einer Massenhinrichtung ist völlig absurd und undenkbar.

Ich kann erklären, warum Bruns, der in britischer Gefangenschaft saß, diese Aussage getätigt hat (wenn er sie denn gemacht hat). Womöglich wußte er, daß seine Gespräche mit seinen Mitgefangenen belauscht wurden, und seine Aufgabe war es, eine solche Aussage auf das Band zu sprechen und womöglich ähnliche Aussagen aus seinen Mitgefangenen herauszuholen.

Ein weiterer Hinweis, daß dem so ist, gibt uns sein Verhalten während des Internationalen Militärtribunals. Während diesem versuchte er nämlich, sich selbst von seiner Aussage zu distanzieren, indem er behauptete, dies nicht selbst gesehen, sondern angeblich von Dritten berichtet bekommen zu haben - die, so müssen wir schließen, entweder ihrerseits logen, oder die Bruns völlig mißverstanden haben muß. Schließlich wußte Bruns, daß schon die bloße Anwesenheit seiner Person bei einem solchen hypothetischen Massenmord für ihn selbst gefährlich werden konnte.[5]

Daß sich Bruns Aussage mit vielen anderen deckt, vor allem jenen Holocaust-„Überlebenden", die derartige Massenerschießungen durch die üblichen Wunder überlebt haben - wie viele polnische heldenhafte Offiziere und Intellektuelle haben doch gleich die sowjetischen Erschießungen überlebt? -, zeigt nur, wie mangelhaft die menschliche Phantasie ist: sie deckt sich eben nur selten mit der Realität, als daß man sie nicht von ihr unterscheiden könnte.

Es ist mir aber ein Rätsel, wie ein intelligenter und kritischer Mann wie der britische Historiker David Irving solch einen Unsinn ernstnehmen kann.

Szene in einer Massendusche

Folgendes Problem stellt sich uns: in einem Gefangenenlager warten 1.000 dreckige Häftlinge darauf, alle auf einmal(!) ein Duschbad nehmen zu können. Sie stellen sich ordnungsgemäß in einer 300 Meter langen Schlange vor dem Auskleideraum auf und warten geduldig. Der Auskleideraum hat eine Fläche von 390 m2. Es steht also jedem zum Ausziehen lediglich eine Fläche von 60 cm Kantenlänge zur Verfügung. Erfahrungsgemäß rücken die Menschen aber nicht selbständig gleich bis zum Raumende dicht auf dicht auf, und zwar selbst dann nicht, wenn sie prinzipiell gewillt sind, dies zu tun.[6] Um die Menschen dennoch dazu zu bringen, muß man diesen Vorgang mit ihnen üben; man muß sie also dazu bringen, sich einzuprägen, worum es geht und was zu tun ist, und sie müssen hilfsbereit sein. Man versucht dies, indem man ihnen klarzumachen versucht, es gehe hier darum, daß ihre Kleider entlaust und sie selbst geduscht werden. Da die Menschen alle kunterbunt gemischt sind, alt und jung, Mann und Weib, dürfte es fast unmöglich sein, sie freiwillig dazu zu bewegen, sich ganz zu entkleiden. Aber dieses Problem übergehen wir hier elegant, weil wir sonst in einer Sackgasse landen. Also nehmen wir einmal an, die tausend Menschen sind allesamt gewohnte FKKler. Es dürfte jedoch unmöglich sein, Menschen dazu zu bewegen, diszipliniert eng auf eng in einen langgestreckten Raum zu gehen und sich dort auszuziehen, denn zum Ausziehen wird jeder wohl mindestens einen Quadratmeter für sich und seine Klamotten beanspruchen.

Also muß man die Entkleideprozedur Schritt für Schritt durchführen. Dies setzt voraus, daß sich die bereits entkleideten Menschen schon einmal in den Duschraum begeben und dort viele Minuten geduldig auf die nächste Ladung eintretender Nackedeis warten, denn, wie gesagt, bevor nicht alle 1.000 Menschen in der Dusche sind, kommt kein Wasser aus den Duschköpfen.

Aber spätestens im Duschraum stellt sich das Problem wieder, denn der ist noch kleiner als der Auskleideraum (ca. 210 m²). Hier steht jedem Menschen nur einen Fläche von 45 cm Kantenlänge zur Verfügung. Hier müssen sie sich also wirklich dicht auf dicht aneinanderpressen, damit alle hineinpassen. Wie man dabei allerdings noch duschen soll, dürfte den Häftlingen schwer beizubringen sein, aber man muß es ihnen irgendwie beibringen. Wie das geschieht, umgehen wir hier. Wir nehmen einfach an, daß die Häftlinge einsichtig sind. Und wie gelingt es, daß sie sich diszipliniert dicht an dicht aufstellen? Das geht wie folgt:

Die ersten, die den Raum betreten, müssen diszipliniert bis zum Raumende vorgehen und sich dort an der Wand aufstellen. Die nächsten bilden die folgende Reihe direkt davor, und so weiter, bis die ganze Kammer voll ist, was bei perfekter Choreographie etwa eine halbe Stunde in Anspruch nehmen dürfte.

Wie bekommt man nun aber diese 1.000 Menschen soweit, daß sie sich diszipliniert dicht auf dicht aufstellen, wie man dies etwa von über Wochen gedrillten Soldaten beim Antreten verlangen kann? Die einzige Lösung ist auch hier, daß man es durch Exerzieren üben muß, Stil Kommiß:

»In Reih und Glied in der Dusche angetreten! Das klappt ja immer noch nicht! Das werden wir jetzt bis zur Vergasung üben!«

Und wenn es dann nach viel Üben endlich klappt, werden die Türen geschlossen und das Gas eingeworfen, denn wir befinden uns im Jahr 1943 in Auschwitz-Birkenau...[7]

Deutsches Organisations- und Disziplinierungstalent macht es möglich!

Ach ja, die tausend Menschen brechen natürlich nicht in Panik aus und zertrümmern nicht die hölzerner „Gaskammertür", da sie ja von deutschen Soldaten diszipliniert wurden, sondern sie singen statt dessen die Internationale sowie polnische und jiddische Heldenlieder.[8]

Wer lacht hier? Auf Sie wartet schon der Staatsanwalt!


Anmerkungen

[1]»Objektive Selbstzerstörung« FAZ, 15.8.1994, S. 21.
[2]Urteil im Verfahren gegen Germar Rudolf, Az. 17 KLs 83/94, S. 81f.
[3]Quelle: CSDIC Bericht GRGG.294, Gespräch am 2.-5.5.1945 (PRO: WO.208/4177); vgl. Irvings Ausführungen dazu online: www.fpp.co.uk/Auschwitz/documents/BrunsIndex.html. Der gesamte Inhalt des Dokuments wurde in VffG 1/2000, S. 11f. wiedergegeben.
[4]Warum waren da nur Kinder im Alter von 2 Jahren? Etwa um den emotionalen Eindruck beim Hörer zu maximieren?
[5]Irving stellt die Sache allerdings auf den Kopf, indem er schreibt:
»In seiner Aussage beim OKW-Prozess (Fall XII) drei Jahre später (18. Februar 1948), S.841ff, verschwieg er wohlweislich, daß er selber Augenzeuge war; er habe sich lediglich durch zwei anonymen Offiziere [wohl Abberger und Schulz-Du Bois] Bericht erstatten lassen«
[6]Man erinnere sich nur an die S-Bahn oder den Linienbus, wo sich alles an der Tür staut, auch wenn weiter hinten Platz ist.
[7]Die in diesem Beispiel verwendeten Flächenangaben der Räume entsprechen den Auskleide- bzw. „Vergasungskellern" der Krematorien II und III in Birkenau. Die Anzahl der Menschen, die in diesen Räumen unterzubringen ist, ergibt sich aus Zeugenaussagen über Menschenvergasungen, die mitunter sogar noch größere Zahlen angeben, vgl. J. Graf, Auschwitz: Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust, Neue Visionen, Würenlos 1995.
[8]Vgl. H. G. Adler, H. Langbein, E. Lingens-Reiner (Hg.), Auschwitz - Zeugnisse und Berichte, Europäische Verlagsanstalt, Köln 1984, S. 76.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(2) (2000), S. 165-167.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis