Die ideologische Versuchung

Beispiel Holocaust-Revisionismus

Dipl.-Chem. Germar Rudolf

Pünktlich zum 50. „Befreiungstag" der Deutschen, am 8.5.1995, veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Leserbrief des Kölner Psychologen Prof. Dr. med. Wolfgang de Boor, in dem er forderte, man solle die Revisionisten nicht etwa strafrechtlich verfolgen, sondern wegen geistiger Abartigkeit zwangsweise in psychiatrische Anstalten stecken. Bereits in Heft 1/98 (S. 56-60) haben A. Röhler und R. Kammerer aufgezeigt, auf welchen gefährlichen Pfaden Prof. de Boor wandelt, der seine These in seinem Buch Wahn und Wirklichkeit begründet hatte: de Boor hat keinerlei Fachwissen, um die historischen Streitfragen zu behandeln, möchte sich aber die Macht aneignen, das bürgerliche Leben von Personen zu vernichten, nur weil sie andere Ansichten haben als er. Bereits 1998 lud Prof. de Boor Germar Rudolf ein, einen Beitrag über die ideologische Versuchung zu schreiben, der sich ein Holocaust-Revisionist ausgesetzt sieht. Er sollte in einem in Planung befindlichen Buch abgedruckt werden, in dem es um Versuchungen zum Übertreten von Verboten geht. Dieser Band erschien im Frühjahr 2000 unter dem Titel Versuchungen (Wienand). Die Revisionisten werden dort unter der Rubrik »ideologische Versuchungen« abgehandelt, wobei de Boor wie schon zuvor den Fall Günter Deckert aufgreift. Auf Seite 159, Fußnote, legt er seine eigene Ansicht nochmals dar: »Vereinzelt wurde bemängelt, dass in der Monographie „Wahn und Wirklichkeit" Sympathien für die Revisionisten erkennbar seien. Das Gegenteil ist richtig. Die sich aus meiner Analyse ergebende Diagnose „wahnanaloge Struktur der Revisionistenpsyche" (=Monoperceptose) zeigt, dass ich das Phänomen Revisionismus diagnostisch als einen „Wahn der Gesunden", als Purifikationswahn beurteile. Das Etikett „wahnanalog" ist keine Sympathiebekundung für Personen, die nach meiner forensischen Auffassung wegen ihrer schweren seelischen Abartigkeit unzurechnungsfähig oder vermindert schuldfähig im Sinne der §§20, 21 StGB sind. Im Anhang befindet sich ein Bericht von Germar Rudolf über seine Entwicklung zum „Revisionisten".« Man merkt wieder: Wahrheit ist keine Verteidigung! Anschließend drucken wir den vollständigen Beitrag Rudolfs ab. Prof. de. Boor druckte nur jene Abschnitte ab, die hier nicht von eckigen Klammern umgeben sind, und er löschte sämtliche Fußnoten (mit Ausnahme von Nr. 24). In einer der nächsten Ausgaben von VffG werden wir aus Gründen der Ausgewogenheit einen Beitrag über die ideologischen Versuchungen der Exterminationisten abdrucken.


1. Kurze Definition des Holocaust-Revisionismus

Der Holocaust-Revisionismus stellt nicht in Frage, daß Juden im Dritten Reich verfolgt, benachteiligt, entrechtet und enteignet wurden. Er bestreitet nicht, daß Juden massenhaft in Gettos konzentriert und in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert wurden. Er bestreitet nicht, daß bei den oft harten und z.T. unmenschlichen Bedingungen von Deportation, Gettoisierung und Haft viele Häftlinge ihr Leben ließen, darunter auch bei gewaltsamen Übergriffen.

Der Holocaust-Revisionismus bestreitet, daß es eine planmäßig durchgeführte Massenvernichtung in quasi industriellem Maßstab gegeben hat. Er bestreitet, daß es je Gaskammern oder Gaswagen zur Judenvernichtung gegeben hat. Weiterhin bestreitet er auch zumindest den Umfang von Massenerschießungen hinter der russischen Front bzw. bietet andere Erklärungen dafür an als eine Massenmordintention.[1]

[2. Tabubruch und Gesetzwidrigkeit des Holocaust-Revisionismus

Die Geschichtsschreibung zu revidieren ist eigentlich der normalste Prozeß der Historiographie. Die Revision der geschichtlichen Darstellung des Dritten Reiches jedoch stößt seit jeher auf ideologische Widerstände, ganz besonders in Deutschland selbst, wo eine Art antifaschistischer Grundkonsens herrscht, der auf eine möglichst nachteilige Darstellung des Nationalsozialismus meint angewiesen zu sein.[2] Als Kern der moralischen und ideologischen Bösartigkeit des Nationalsozialismus ist dabei der „Holocaust"[3] anzusprechen. Die Geschichtsschreibung dessen zu revidieren, also kritisch zu hinterfragen und ganz oder teilweise in Zweifel ziehen zu wollen, muß daher auf den größten gesellschaftlichen Widerstand treffen, den es in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt geben kann.[4] Schließlich stellt die Anerkennung der Realität der Massenvernichtung der Juden durch das Dritte Reich in den Augen vieler Repräsentanten Deutschlands eine Art moralische Grundlage dieses Staates dar.[5]

Es ist daher nur konsequent, daß jede Form der Infragestellung der Geschichtsschreibung des Holocaust mit der Neufassung des §130 StGB unter schwere Strafe gestellt wird (bis zu 5 Jahr Haft). Gleichwohl haben kompetente Stimmen in der juristischen Literatur und der allgemeinen Publizistik Zweifel angemeldeten, ob das Gesetz überhaupt verfassungskonform sei,[6] werde damit doch eine bestimmte Meinung zu einem einzigen Sachverhalt verboten, was nach älterer Auffassung des Bundesgerichtshofes unstatthaft sei.[7] Deutsche Spitzenpolitiker rechtfertigen diese Einschränkung der Menschenrechte jedoch mit der besonderen deutschen Geschichte,[8] auch wenn diese eigentlich zur strikten Wahrung der Menschenrechte ermahnen sollte, anstatt zu deren erneuter Einschränkung. Neuerdings werden sogar Stimmen laut, die die Wissenschaftsfreiheit in diesen Fragen aufheben wollen, da die Inanspruchnahme dieses Grundrechtes das Grundrecht der Opfer und ihrer Nachfahren auf Achtung ihrer Menschenwürde unzulässig einschränke.[9]]

3. Die Versuchungen der Holocaust-Revisionisten

[3.1. ZUR METHODIK UND EINGESCHRÄNKTEN RELEVANZ DIESER DARSTELLUNG]

Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf persönlichen Erfahrungen des Autors. Da ich mich jedoch selten explizit für die Beweggründe der Revisionisten interessiert habe, ruht manches auf Nebeneindrücken und indirekten Schlüssen. Diese Darstellung kann daher weder Anspruch auf Vollständigkeit noch umfassende Richtigkeit erheben. Erst recht kann ich kein Urteil darüber abgeben, welche ideologische Motivation bei den Revisionisten welche Rangordnung einnimmt.

Die hier aufgeführten möglichen Motivationen der Revisionisten haben zudem keinerlei Bedeutung für die Beurteilung ihrer Arbeiten unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten, die rein sachorientiert zu erfolgen hat.[10] Außerdem wäre es um der Ausgewogenheit Willen wünschenswert - und nebenbei bemerkt auch interessanter, da bisher völlig unbeachtet -, auch die Motivationen derer zu untersuchen, die sich in den etablierten Institutionen der Geschichtswissenschaft seit Jahrzehnten mit der Erforschung des Holocaust beschäftigen.[11]

[3.2. POLITISCHE VERSUCHUNGEN

3.2.1. RASSISMUS/ANTISEMITISMUS

Der Antrieb zur abwertenden Beurteilung anderer Menschengruppen wegen ihrer (unterstellten) Erbanlagen dürfte darin liegen, daß durch diese Abgrenzung das eigene Selbstwertgefühl gesteigert werden kann. Obwohl dieses Motiv den Revisionisten in der Öffentlichkeit häufig unterstellt wird, kommt es meines Erachtens in der Realität selten vor.

3.2.2. PANARABISMUS/ISLAMISMUS/ANTIZIONISMUS

Dieses ideologische Konglomerat kommt vor allem in arabischen sowie fundamentalistisch geprägten islamischen Kreisen sowie generell bei Gegnern der israelischen Besatzungspolitik und der vom jüdischen Fundamentalismus angeheizten Konfrontation mit den arabischen Nachbarvölkern Israels vor. Da der Holocaust heute eine Art Identifikationsgrundlage der Juden und einen Gründungsmythos Israels darstellt,[12] ist er zugleich auch die Achillesverse und damit zunehmend das Angriffsziel arabisch-islamischer Kräfte, die damit auch die proisraelische Hegemonialpolitik der USA im Nahen Osten treffen wollen. Die dabei mitwirkende antizionistische, d.h. die gegen jüdisches Großmachtstreben gerichtete Motivation wird auch von ungezählten jüdischen Intellektuellen geteilt[13] und genießt die Sympathie des Autors.[14] Die Motive des Panarabismus/Islamismus sind aber nur bezüglich der Befreiung Arabiens von hegemonialen Einflüssen mit meinen Ansichten in Deckung zu bringen. Beide Ansichten des Autors ruhen jedoch auf Erkenntnisprozessen, die dem revisionistischen Engagement selbst zeitlich nachgelagert sind.

3.2.3. NATIONALISMUS/CHAUVINISMUS

Der Nationalsozialismus wird in der politischen Auseinandersetzung mit nationalistischen Gruppierungen häufig als abschreckendes historisches Beispiel für die Auswirkungen von Nationalismus angeführt. Zur Abwehr dieser Instrumentalisierung des Nationalsozialismus haben daher alle nationalen Bewegungen, besonders aber in Osteuropa,[15] eine hohe Affinität gegenüber dem historischen Revisionismus in bezug auf das Dritte Reich im allgemeinen.

3.2.4. KONSERVATISMUS/NATIONALLIBERALISMUS

Die Versuchung der Konservativen und Nationalliberalen liegen im Prinzip gleichartig gelagert wie bei den Nationalisten, da auch sie - völlig ungerechtfertigt - wegen ihrer Betonung der Nützlichkeit altruistischer Werte und Institutionen (Stichworte: Familie, Heimatliebe, Patriotismus, Gemeinnutz) von „antifaschistischen Kräften" und dem egoistisch-hedonistischen Zeitgeist mit der Begründung zunehmend aus dem gesellschaftlichen Diskurs ausgegrenzt werden, derartige „Sekundärtugenden" seien von Hitler mißbraucht worden.[16] Zudem kommt es besonders in Deutschland zu einer immer häufiger konstatierten Unfähigkeit der Gesellschaft zur Problemlösung, da zunehmend »alle Fragen in vollem Bewußtsein um Auschwitz«[17] gestellt werden, d.h. man erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange.[18] Sollte dieser Prozeß zunehmen, wird auch die Versuchbarkeit der so Verstoßenen zunehmen, sich der Waffe „Holocaust-Revisionismus" zu bedienen, um sich der „Faschismus-Keule"[19] und der damit bewirkten gesellschaftlichen und politischen Verzerrungen und Ungleichgewichte zu erwehren. Der Autor ordnet sich selbst dieser Gruppe zu,[20] konnte jedoch dieser Versuchung solange nicht erliegen, bis daß er von der grundlegenden Richtigkeit der revisionistischen Grundthesen überzeugt war.[21] Insofern ist dieser Antrieb nicht ursächlich für das eigene Engagement, wohl aber eine Voraussetzung zur Aufrechterhaltung auch gegen äußere Widerstände.

3.2.5. DEUTSCHE IDENTITÄT

Der Holocaust stellt besonders für die Deutschen eine Art nationales Trauma dar. Als eine Art Gründungsmythos der Bundesrepublik hochstilisiert[5] muß er jedoch aufgrund seines negativen Inhalts bezüglich jeder Identitätsbildung ertötend wirken. So ist E. Nolte zuzustimmen, der deswegen feststellte, daß fünfzig Jahre nach dem Ende des Krieges in Deutschland ein Zustand eingetreten ist, der in Hinblick auf das nationale Selbstverständnis vom geistigen Tode nicht weit entfernt ist.[22] Da der Holocaust-Revisionismus jedem Deutschen bezüglich seiner nationalen Identität die Befreiung von diesem Trauma verspricht, stellt er grundsätzlich für jeden Deutschen eine Versuchung dar. Der Autor dieses Beitrages muß sich, da selbst Deutscher, in dieser Gruppe einschließen, wenngleich höchstens ein unterbewußter Antrieb erfolgt.]

[3.3. APOLITISCHE VERSUCHUNGEN]

[3.3.1.] DER ZORN DES KONVERTITEN

Fast alle Revisionisten waren früher selbst fest von der Richtigkeit der öffentlich verordneten und im allgemeinen anerkannten Wahrheit überzeugt. Nicht wenige von ihnen engagierten sich selbst in der Bekämpfung rechter Ideologien und standen zum Teil kämpferisch im Lager des „Antifaschismus". Aus den verschiedensten Gründen hatte ein jeder von ihnen irgendwann ein Paulus-Erlebnis. Die sich daran anschließende Erkenntnis, daß bereits Zweifel an dem offiziellen Geschichtsbild gesellschaftlich massiv geächtet und inzwischen gar pönalisiert werden, schockiert, war man doch überzeugt, daß derartige Unterdrückungsmechanismen nur bei fanatisierten politischen wie religiösen Ideologien zu finden sind. In vielen der frisch zum Revisionismus Konvertierten wächst zudem Zorn über die Tatsache, daß man ihnen Zeit Lebens den Holocaust als eine Art unvergleichlichen moralischen Polarstern des Weltbildes der westlichen Zivilisation vorstellte, um den alles kreise, und nun empfinden sie, daß es sich dabei nur um eine Sternschnuppe handele.[21] Die sich so betrogen Vorkommenden (zu denen sich der Autor in der Anfangszeit seines Engagements zählte) ziehen aus dieser Enttäuschung und der Wut gegen die vermeintlichen Betrüger nicht zu unterschätzende Energien, um sich nun auf der „Gegenseite" zu engagieren.

[3.3.2.] WISSENSCHAFTSGLÄUBIGKEIT

Insbesondere nach einer gewissen Zeit des wissenschaftlichen Engagements in Sachen Holocaust-Revisionismus kommt es zu Reaktionen, die im Prinzip bei jedem Wissenschaftler zu beobachten sind: Es entsteht eine Sucht, offene Fragen beantwortet und Zweifel beseitigt sehen zu wollen. Außerdem können einen neue Erkenntnisse selbst in eine Art Hochstimmung bringen, die man eigentlich nur als „Eros der Erkenntnis"[21] beschreiben kann. Letztlich befindet man sich nach eigener Auffassung auf einem Pfad der Erkenntnis, von dem man selbst unter Strafandrohungen nicht mehr ablassen wird, da man an seinem Tun nichts Rechtswidriges entdecken kann[23] und weil eben ein richtiger Wissenschaftler, den die Neugier auffrißt, das Mausen nicht lassen kann. Der Autor selbst zählt sich diesem Kreis zu.

[3.3.3.] NONKONFORMISMUS

Der Antrieb, sich gerade für das zu engagieren, was von der Gesellschaft vernachlässigt oder sogar bekämpft wird, liegt in dem intellektuellen Reiz, der konformen Masse und den gesellschaftlichen Normen im Sinne eines advocatus diaboli zu widersprechen. Diese Motivation reicht jedoch nicht aus, um den bald einsetzenden massiven Repressionen standzuhalten.

[3.3.4.] MENSCHENRECHTE

Eine angeblich liberale Gesellschaft, die vorgibt, sie gewähre Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit, verurteile jede Form der Zensur, fördere den kritischen, alles hinterfragenden Bürger, sei allen Zweiflern gegenüber tolerant und schreibe niemandem vor, an was er zu glauben und was er für richtig halten müsse, darf sich nicht wundern, wenn sich trotz härtester Strafandrohungen immer mehr Menschen weigern, sich in Sachen Holocaust einer mit brachialer Gewalt verordneten staatlichen Wahrheit unterzuordnen, die noch dazu damit gerechtfertigt wird, daß durch derartige Einschränkungen der Menschenrechte verhindert werden solle, daß jemals wieder die Menschenrechte in Deutschland eingeschränkt werden können. Es ist gerade die innere Widersprüchlichkeit der deutschen Gesellschaft in diesem Punkt und die Paradoxie ihrer Begründung, die die Revisionisten - und nicht nur diese - auf die Barrikaden gehen läßt:[24]

»Hitlers Ungeist, seine Abwehr von bloßen Zweifeln, seine Neigung, einfach zu verbieten, was nicht ins herrschende System paßt, muß auch noch in seinen Überwindern überwunden werden.«

Das faßt zugleich recht gut zusammen, was mich heute am meisten motiviert, mich weiterhin im Holocaust-Revisionismus zu engagieren, und dies wird sich solange nicht ändern, bis man mich mit Argumenten davon überzeugt, daß meine Ansichten falsch sind.


Anmerkungen

Im Beitrag von Prof. de Boor mit Ausnahme von Anm. 24 alle nicht abgedruckt.

[1]Zur Selbstdarstellung vgl. A.R. Butz, Der Jahrhundertbetrug, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung 1976; W. Stäglich, Der Auschwitz-Mythos, Grabert Verlag, Tübingen 1979; E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert Verlag, Tübingen 1994 (für wissenschaftliche Zwecke beziehbar bei: VHO Pb 46, B-2600 Berchem 1); zur Fremddarstellung vgl.: E. Nolte, Streitpunkte, Propyläen, Berlin 1993; D.E. Lipstadt, Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio, Zürich 1994; B. Bailer-Galanda u.a. (Hg.), Auschwitz und die Auschwitz-Lüge, Deuticke, Wien 1995. Viele dieser und nachfolgend angegebener Quellen sind online erhältlich unter: http://www.vho.org.
[2]Vgl. U. Backes u.a. (Hg.), Die Schatten der Vergangenheit, Ullstein, Frankfurt/Main 1990, bes., aber nicht nur: S. 25-57; H. Höhne, Gebt mir vier Jahre Zeit, Ullstein, Berlin 1996, S. 8f.
[3]Ich definiere hier den „Holocaust" als die planvolle Massenvernichtung der Juden durch das Dritte Reich insbesondere durch die technische Einrichtungen „Gaskammer" und „Gaswagen".
[4]Zur den verschiedenen Ausdrucksformen gesellschaftlichen Widerstandes vgl. z.B. meinen Fall: G. Rudolf, »In der Bundesacht«, in: H. Verbeke (Hg.), Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, VHO, Pb 46, B-2600 Berchem 1, 1996, S. 51-57; allgemein vgl.: R.-J. Eibicht, Unterdrückung und Verfolgung deutscher Patrioten, Hutten, Viöl 1997.
[5]J. Fischer, nach Der Spiegel, Nr. 28/1987; K.-H. Janßen, »Die Rattenfänger«, Die Zeit, 31.12.1993, S. 51; P. Philipps, »Quo vadis, BGH?«, Die Welt, 16.3.1994, S. 6; R. Wassermann, »Die Justiz hat Klarheit«, Die Welt, 28.4.1994, S. 4; H. de With, MdB (SPD), Bundestag, 18.5.94, Bundestagsprotokoll S. 19669; P. Bahners, »Objektive Selbstzerstörung«, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.8.1994, S. 21; vgl. auch: R. Hepp, »Die Kampagne gegen Hellmut Diwald 1978/1979 - Zweiter Teil«, in: R.J. Eibicht (Hg.), Hellmut Diwald, Hohenrain, Tübingen 1994, bes. S. 128, 140ff. Zur Diskussion dieser seltsamen Grundlage vgl. E. Gauss, in: ders. (Hg.), aaO. (Anm. 1), S. 36ff., 406f.
[6]Vgl. Dreher/Tröndle, Strafgesetzbuch, 47. Auflage, Rdnr. 18 zu §130; Stefan Huster, »Das Verbot der „Auschwitz-Lüge", die Meinungsfreiheit und das Bundesverfassungsgericht«, Neue Juristische Wochenschrift, 1995, S. 487ff., hier S. 489; Daniel Beisel, »Die Strafbarkeit der Auschwitz-Lüge«, Neue Juristische Wochenschrift, 1995, S. 997-1000, hier S. 1000; Karl Lackner, Strafgesetzbuch, 21. Auflage, München 1995, Rdnr. 8a zu §130; Theodor Leckner, in: Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, 25. Auflage, Beck, München 1997, S. 1111; die kritischen Stimmen zu diesem Paragraphen sind Legion, vgl.: Hans A. Stöcker, NStZ, 1995, 237-240; Manfred Brunner, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.8.1994; Ernst Nolte, ebenda, 8.9.1994; Ronald Dworkin, Tageszeitung, 17.5.1995; Horst Meier, Die Zeit, 15.9.1995; ders., Merkur, 12/1996, S. 1128-1131; bez. juristischer Analysen der Betroffenen vgl.: J. Schüßlburner, »Verfassungsumsturz mit der Volksverhetzungskeule«, Staatsbriefe 12/1994 (Pf 14 06 28, 80456 München); K. Salm, »Der Justizskandal im Fall Thomas-Dehler-Stiftung«, ebenda, 2, 3-4 & 6/1995; J. Lober, »Bonn auf dem Weg in den Ausnahmerechtsstaat« ebenda 3-4 & 7/1994 (zusammengefaßt in Sonderheft Staatsbriefe-Consiliarien 1/1995); auch allgemein H. Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 4).
[7]Vgl. dazu die Ausführungen zu Art. 5 GG in: Karl-Heinz Seifert, Dieter Hömig (Hg.), Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 2. Auflage, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden Baden, 1985.
[8]Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jorzig, Ruge. NeunzehnZehn: »Ehrenschutz für Soldaten - Gesetz gegen die Meinungsfreiheit?«, 3-SAT, 10.3.1996, 19:10; ders., Mut, Nr. 351, 11/1996, S. 32-35; Wolfgang Schäuble, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 24.4.1996, S. 41.)
[9]Justizministerium Baden-Württemberg, Stuttgart, 23.09.1996, Az. 4104 - III/185, Dr. Ulrich Goll, auf einen Kleine Anfrage des Abg. Michael Herbricht REP, »Appell der 500« Stuttgart, 27.08.1996, Landtag Baden-Württemberg, 12. Wahlperiode, Drucksache 12/334; zur Diskussion vgl. Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung (VHO, BP 60, B-2600 Berchem 1), 1/1997, S. 34-37.
[10]So der ehem. Präsident der Organisation Amerikanischer Historiker, Carl Degler, vgl. D.E. Lipstadt, aaO. (Anm. 1), S. 246; U. Backes, E. Jesse, R. Zitelmann, in: diess. (Hg.), Die Schatten der Vergangenheit, Ullstein, Frankfurt/Main 1990, S. 31-34; E. Jäckel, »Vom Kampf des Urteils gegen das Vorurteil«, in: J. Dülfer, B. Martin, G. Wollstein (Hg.), Deutschland in Europa. Kontinuität und Bruch, Ullstein, Frankfurt 1990, S. 12f.
[11]Ein erster Ansatz: G. Rudolf, »Über richtige und falsche Erkenntnisse«, in: H. Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 4), S. 23-28.
[12]Vgl. M. Zimmermann, »Israels Umgang mit dem Holocaust«, in: R. Steininger (Hg.), Der Umgang mit dem Holocaust, Band 1, Böhlau, Wien 1994, S. 387-406; Y. Auron, Jewish-Israeli Identity, Tel Aviv 1993; C. Schatzker, Aus Politik und Zeitgeschichte, 40(15) (1990) 19-23; vgl. auch R. Garaudy, Les mythes fondateurs de la politique israelienne, La Vielle Taupe, Paris 1995; bez. seiner großen Resonanz in Arabien: Dagens Nyheter, 2.2.1998, S. 3.
[13]Vgl. bes. I. Shahak, Jewish History, Jewish Religion, Pluto Press, London 1994.
[14]Vgl. G. Rudolf, »Semitischer Revisionismus«, Staatsbriefe, 11/1997.
[15]Ausführliche Berichte darüber sind in deutschen Medien merkwürdigerweise kaum anzutreffen. Man muß dazu schon zur rechten „Getto-Literatur" greifen, vgl. die vielen Beiträge von W. Strauß in den Staatsbriefen. Vgl. auch beispielhaft die polnische revisionistische Zeitschrift Szczerbiec mit einer Monatsauflage von 7.000 Stück (diesen Hinweis verdanke ich M. Dragan).
[16]Nebenei: Der Altruismus ist mit Sicherheit die Primärtugend schlechthin!
[17]P. Jenninger, Rede am 9.11.1988, Das Parlament, 25.11.1998, Dok. S. 9.
[18]Vgl. U. Backes... aaO. (Anm. 10), S. 28, 556.
[19]H.-H. Knütter, Die Faschismus-Keule, Ullstein, Frankfurt/Main 1993.
[20]Ausführlich dazu: G. Rudolf, »Wissenschaft und ethische Verantwortung«, in: Andreas Molau (Hg.), Opposition für Deutschland, Druffel-Verlag, Berg am Starnberger See 1995, S. 260-288.
[21]Vgl. auch G. Rudolf, »Vom Eros der Erkenntnis«, in: H. Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 4), S. 7-14.
[22]E. Nolte, Die Deutschen und ihre Vergangenheit, Propyläen, Berlin 1995, S. 217.
[23]Im Falle des Autors wurde seine Tätigkeit von zwei etablierten Historikern als legale wissenschaftliche Tätigkeit anerkannt, was aber die deutsche Justiz trotz Fehlens von Gegengutachten nicht daran hindert, mich weiter zu verfolgen, vgl. die Gutachten von Dr. J. Hoffmann (abgedruckt in: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3/1997, S. 205ff.) und Prof. Dr. E. Nolte zum Buch von E. Gauss (Hg.) (=G. Rudolf), aaO. (Anm. 1) im Einziehungsverfahren gegen dasselbe, AG Tübingen, Az. 4 Gs 173/95.
[24]Arno Plack, Hitlers langer Schatten, Langen Müller, München 1993, S. 310.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(2) (2000), S. 202-205.


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