»Wir dürfen uns eine Frage, die an die Wurzel alles Hasses gegen uns greift. nicht leicht machen, am wenigsten dadurch, daß wir uns selbsterniedrigend aufgeben. Wenn wir gerade diese Frage: weshalb konnten wir, als seien wir Barbaren, so tief gehaßt werden - richtig erfassen und durchdringen, werden wir uns jener Lebensgewißheit edler, deutscher Art ohne Selbstüberhebung und Selbstzerknirschung freier bewußt.«

E. G. Kolbenheyer

Die nachfolgende Untersuchung ist in erster Linie eine Fragestellung. Ich habe mich mit dem Thema »Reichskristallnacht« in der heute zugänglichen Literatur ausführlich befaßt und bin in meiner Untersuchung auf eine Reihe gravierender Unterschiede und Widersprüche gestoßen. Die verschiedenen Darstellungen haben mich darauf gebracht zu fragen, wie es denn wirklich gewesen sei. Was ist erwiesen - was sind lediglich Vermutungen?

Vierzig Jahre nach den Ereignissen ist es schwierig, wenn nicht ausgeschlossen, auf alle entstehenden Fragen klare Antworten zu bekommen. Nicht alle Dokumente sind zugänglich, vieles ist gar nicht aufgezeichnet worden. Die Augenzeugen von damals können sich irren oder vermischen in ihrer Erinnerung manches, was sie erst später - vielleicht sogar erst im Zeitalter der »Umerziehung« - gehört oder gelesen haben, mit dem, was damals wirklich geschehen ist. - Kurz: Auch diese Untersuchung wird nicht die ganze Wahrheit zutage bringen.

Aber ich kann doch etwas mehr Licht in diese verworrene Angelegenheit bringen. Ohne den geringsten Beweis tönt es seit Jahren: Goebbels hat damals die Synagogen angezündet. Mit diesem Pauschalurteil können aber die Historiker vor der Geschichte auf die Dauer nicht bestehen. Wenn er sie angezündet hat, dann muß das bewiesen werden können, völlig klar und eindeutig. Wenn es aber nicht so war, d. h., wenn Goebbels »die Synagogen« nicht »angezündet« hat, dann muß die Sache auch untersucht werden. Was ist also geschehen?

»Reichskristallnacht« - so heißt im Volksmund und in der Öffentlichen Propaganda die Nacht vom 9. zum 10. November 1938, in der jüdische Menschen in ihren Wohnungen überfallen, die Scheiben jüdischer Geschäfte und Warenhäuser eingeschlagen und Synagogen in Brand gesetzt wurden. Mengen von aufgestörtem Volkes zogen durch die Straßen der Städte, drangen in jüdische Wohnungen und Häuser ein, zerstörten mutwillig das Eigentum der Bewohner, plünderten Geschäfte. Ja, einige Juden wurden zusammengeschlagen und sogar ermordet.

Die Jüngeren unter uns fragen vielleicht entsetzt: Ja, warum denn nur? Was war denn geschehen?

Und genau diese Fragen stellen wir uns auch: Warum? Und was?

Diese Nacht hat außer dem schandbaren und tragischen Aspekt noch einen anderen, äußerst merkwürdigen: Die Ereignisse sind bis heute nicht aufgeklärt! Vierzig Jahre nach den Überfällen und Mordtaten jener Nacht wissen wir sowenig über die eigentlichen Initiatoren und die Gründe, die sie bewegten, wie damals zu der Zeit, als es geschah. Obwohl in den Jahren nach der deutschen Niederlage eine wahre Hetzjagd einsetzte, um all der Deutschen habhaft zu werden, die im Verdacht standen, irgendwann einmal einem Juden auch nur ein Haar gekrümmt zu haben, hat es keinerlei ernsthafte Bemühungen gegeben, die Urheber der Kristallnacht aufzuspüren und zur Verantwortung zu ziehen.

Auch das ist ein »Warum?« wert!

Im deutschen Sprachraum gibt es nur eine ausführliche Studie zu diesem Thema: Hermann Graml, Der 9. November 1938. »Reichskristallnacht«, herausgegeben im Jahr 1953 von der Bundeszentrale für Heimatdienst, Bonn.

Im übrigen ist die Kristallnacht in vielen Publikationen kurz oder auch ausführlicher erwähnt, allerdings in so unterschiedlicher und oft widersprüchlicher Art, daß daraus nur zu deutlich die Unsicherheit und Unklarheit zutage treten, die diesen ganzen Themenkreis beherrschen.

Beginnen wir mit einer Zusammenstellung der Ereignisse, die jener Nacht vom 9. zum 10. November 1938 vorausgegangen sind! Es wird dabei interessant sein, die verschiedenen Darstellungen einander gegenüberzustellen und zu vergleichen.

DER FALL GRÜNSPAN

»Die polnische Regierung erließ am 6.10.1938 und veröffentlichte am 15.10.38 eine Verordnung, wonach alle Auslandspässe zu ihrer Weitergeltung einen Kontrollvermerk besitzen müssen. Auslandspässe, die diesen Vermerk nicht aufweisen, berechtigen nicht mehr zum Übertritt in das polnische Staatsgebiet. Mit dieser Verordnung beabsichtigte die polnische Regierung offensichtlich, den zahlreichen im Ausland - insbesondere in Deutschland - lebenden polnischen Juden die Rückkehr nach Polen unmöglich zu machen. Praktisch würde das bedeuten, daß etwa 70000 polnische Juden im Reichsgebiet dauernd im Inland geduldet werden müssen.«[1]

Mit diesen Worten informierte am 29. Oktober 1938 Ministerialdirigent Dr. Werner Best im Auftrag des Chefs der Deutschen Polizei, Reichsführer-SS Heinrich Himmler, den Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers, über die plötzlich getroffenen Maßnahmen der polnischen Regierung. Dr. Best führte in seinem Schreiben weiter aus, daß das Auswärtige Amt die deutsche Botschaft in Warschau sofort angewiesen hätte, bei der polnischen Regierung vorstellig zu werden, um zu erwirken, daß die in Deutschland ansässigen polnischen Juden auch ohne diesen Sichtvermerk nach Polen einreisen können. Ferner wurde der polnischen Regierung mitgeteilt, daß sich die deutsche Regierung vorsorglich genötigt sehe, mit kürzester Frist alle polnischen Juden aus dem Reichsgebiet zu verweisen.

Die polnische Paßverordnung sollte mit Ablauf des 29. Oktober 1938 in Kraft treten. Dr. Best teilt in diesem Zusammenhang weiter mit:

»Im Laufe des 28.129.10.38 wurden daraufhin im ganzen Reich etwa 15000 polnische Juden - namentlich männliche Erwachsene - in Abschiebungshaft genommen und in Sondertransporten an die polnische Grenze verbracht.«

Die Züge der Aussiedler wurden von Sanitätspersonal begleitet, die Juden selbst reichlich mit Essen versorgt. »Die korrekte Durchführung der Maßnahmen, soweit sie auf deutschem Boden durchgeführt wurden, konnte durch zahlreiche Aussagen, auch von Juden, Belege und Fotografien nachgewiesen werden.«[2]

Und wieder Dr. Best:

»Trotzdem diese polnischen Juden im Besitz gültiger polnischer Pässe waren und die polnische Paßverordnung erst mit dem 30.10.38 in Kraft tritt, wurde die Übernahme der polnischen Juden von den polnischen Grenzbehörden - offensichtlich auf Weisung von Warschau hin - beim Grenzübertritt nach Polen verweigert. Durch die Zusammenballung tausender polnischer Juden in wenigen Grenzorten an der deutsch-polnischen Grenze entstanden teilweise sehr unerfreuliche Zustände. In der Nacht vom 28. auf den 29.10.38 gelang es, etwa 12000 polnische Juden teils über die Grenzübergangsstellen, teils über die grüne Grenze nach Polen abzuschieben.«

Es war nicht generell beabsichtigt, alle diese polnischen Juden aus Deutschland auszuweisen - das muß hier ausdrücklich betont werden. Sie sollten sich lediglich von den polnischen Heimatbehörden den erforderlichen Kontrollvermerk besorgen, damit ihre Pässe weitere Gültigkeit besäßen und sie nicht als Staatenlose den deutschen Behörden zur Last fallen würden.

Die polnische Regierung reagierte zunächst auf die unerwünschte Einwanderung so vieler polnischer Juden mit der Abschiebung deutscher Juden, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befanden. Aber noch im Laufe des 29. Oktober 1938 führten diplomatische Verhandlungen zwischen Berlin und Warschau zu dem Erfolg, daß die Abschiebung der beiderseitigen Staatsangehörigen gestoppt wurde. Die noch in Abschiebungshaft befindlichen polnischen Juden in Deutschland wurden wieder nach Hause entlassen. Die meisten der nach Polen eingedrungenen Juden kamen nach einiger Zeit zurück, entweder, um ihre Familie und ihren Besitz nachzuholen, oder mit dem gewünschten Sichtvermerk, der ihre polnischen Pässe verlängert hatte.

Die überwiegende Mehrzahl der damals in Deutschland lebenden polnischen Juden war überdies von dieser ganzen Aktion nicht betroffen.

Diese - wie man sagen muß, völlig überflüssigerweise heraufbeschworene - »polnische Paßkrise« war ein Ergebnis der absolut judenfeindlichen Politik der damaligen polnischen Regierung[3]. Leidtragende waren nicht nur in Deutschland lebende polnische Juden, sondern ebenfalls deutsche, in Polen lebende Juden.

Darauf nehmen nun die antideutschen Nachkriegsliteraten wenig Rücksicht. In ihren Augen handelt es sich um »Heydrichs« erste »Massendeportation«, die sich »wenig von den späteren Deportationen nach Auschwitz« unterschied[4]. Die Opfer wurden »über die Grenze getrieben - vor die MGs polnischer Grenztruppen«[5]. Das ist der Tenor der gesamten deutschen Nachkriegs-»Geschichts«schreibung: Wo auch immer antijüdische Maßnahmen ergriffen wurden, wer auch immer der Urheber ist - macht nichts, Deutschland wird verurteilt.

Unter den Personen, die an die deutsch-polnische Grenze gebracht wurden, befanden sich auch die Eltern und. Geschwister des in Paris lebenden 17jährigen Herschel Feibel Grynszpan - jenes jungen Mannes, der durch seine unglückseligen Schüsse in den nächsten Tagen und Wochen von sich reden machte.

Hören wir uns zunächst an, was Vater Zindel Grynszpan uns zu sagen hat. Dreiundzwanzig Jahre später, während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem, hat er seine Erinnerungen hervorgekramt und bringt eine dramatische Schilderung:

»Die SS-Leute trieben uns mit Peitschen an, und denen, die nicht mitkamen, versetzten sie Peitschenhiebe, und Blutfloß auf die Straße. Sie rissen uns unsere Koffer weg, sie behandelten uns auf die brutalste Weise; damals sah ich zum erstenmal die wilde Brutalität der Deutschen ... Ich wurde auch geschlagen und fiel in einen Graben.«[6]

Armer Vater Grynszpan - so schrecklich war es? - Mit Peitschen geschlagen? Aber die deutschen Polizisten trugen doch keine Peitschen, sondern Pistolen! - Und das Blut floß auf die Straße? Ja, aber, wenn man auf einen bekleideten Menschen mit einer Peitsche einschlagen würde, bekäme er wahrscheinlich Striemen. Bei wiederholten Schlägen könnten diese aufplatzen und bluten. Aber das austretende Blut würde dann von der Kleidung aufgesogen werden, es »flösse« sicher nicht »auf die Straße«!

Man sollte endlich damit anfangen, sich die Dinge nüchtern vorzustellen, dann kommt man schnell dahinter, daß vieles in den Aussagen, die von angeblichen deutschen Bestialitäten berichten, praktisch gar nicht geschehen sein kann. - Sicher ist, daß die ausgewiesenen Juden nicht mit Peitschenschlägen über die polnische Grenze getrieben wurden.

Der international anerkannte Rechtswissenschaftler Professor Friedrich Grimm, der sich um die Erforschung der damaligen Ereignisse intensiv bemüht hat, betont ausdrücklich: »Die Ausweisung, so bitter sie auch für die Betroffenen war, ist damals in humaner Weise durchgeführt worden.«[7]

Herrn Zindel Grynszpans Aussagen sind schlicht und einfach Phantasie. U. a. berichtete er z. B., daß er mit seiner Familie in Hannover zum Polizeirevier 11 befohlen wurde. Dort waren »viele Leute«. Sie hätten »irgend etwas« unterschreiben müssen. »Alle haben unterschrieben. Nur einer hat nicht unterschrieben; ich glaube, er hieß Gerschon Silber, und er mußte 24 Stunden in einer Ecke stehen und durfte sich nicht rühren.«

Das hat Vater Grynszpan also gesehen, daß der Herr Silber da in der Ecke stand und sich 24 Stunden lang nicht rühren durfte? - Na ja, so genau natürlich nicht, 24 Stunden später war er ja bereits selbst an der polnischen Grenze. Und überhaupt, er, Zindel Grynszpan, wurde ja gleich nach der Unterschrift unter das ominöse Dokument - das er sich leider nicht so genau angesehen hat, so daß er noch wüßte, was es gewesen ist - vom Polizeirevier fort zu einer Sammelstelle gebracht.

Aber während seines Aufenthaltes auf dem Polizeirevier, wo die »vielen Leute« waren - nach einer anderen Darstellung mehrere hundert! - da konnte er genau sehen, was jeder einzelne tat oder nicht tat? Und den Namen des ihm bis dahin unbekannten Juden (»ich glaube, er hieß Gerschon Silber«), hat er sich 23 Jahre lang gemerkt?

In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober kam sein Transport an die deutsch-polnische Grenze. »Da kamen Züge aus allen möglichen Orten, aus Leipzig, Köln, Düsseldorf, Essen, Bielefeld, Bremen. Zusammen waren wir ungefähr 12000 Menschen.«

Ah ja, das ist klar: Herr Zindel Grynszpan ließ alle Versammelten antreten und durchzählen - oder?

Von 12000 spricht auch der Bericht Dr. Bests, aber diese 12000 Juden sind in mehreren Schüben, an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten über die polnische Grenze geschleust worden! Irgendwer hat Herrn Grynszpan etwas von 12000 gesagt - oder hat er es gelesen? - und schon stehen sie vor seinem geistigen Auge aufmarschiert an der Grenze, und er, Zindel Grynszpan, mitten unter ihnen.

Armer, alter Mann! Da hat man ihn nach Jerusalem gebracht und ihn zu einer Aussage verführt, die er mit seinem Gewissen sicher nicht vereinbaren kann, denn auch der jüdische Gott verlangt, daß man die Wahrheit sagt, allgemein, im menschlichen Zusammenleben und erst recht vor Gericht.

Hannah Arendt, in Berlin geborene Jüdin, Professor der Philosophie und Soziologie, die für die amerikanische Wochenschrift »The New Yorker« den Eichmann-Prozeß in Jerusalem verfolgte und darüber berichtete, sieht das anders. Für sie konnte es nicht einer der übrigen Zeugen »weder vorher noch nachher ... mit der unantastbaren schmucklosen Wahrhaftigkeit des alten Mannes aufnehmen«[8].

Ja, das haben wir in den letzten Jahrzehnten mühsam lernen müssen, daß der Begriff ›Wahrhaftigkeit‹ nicht überall und immer etwas mit der Wahrheit zu tun hat! - Welcher Art mögen dann wohl die Aussagen der anderen Zeugen im Eichmann-Prozeß gewesen sein? -

Vater Grynszpan erzählt auch noch, wie es ihm beim Grenzübertritt erging: »Die Polen holten einen polnischen General (!) und einige Offiziere, und die untersuchten unsere Papiere und sahen, daß wir polnische Staatsbürger waren, daß wir Sonderausweise hatten. Sie beschlossen dann, uns hereinzulassen. Wir wurden in ein Dorf von 6000 Einwohnern gebracht.« - Das »Dorf« hieß Bentschen. »Dann schrieb ich einen Brief nach Frankreich ... an meinen Sohn.«

Damit wären wir also wieder beim Herschel Grynszpan, dem Sohn. - Hören wir uns an, was nun eigentlich geschah. Zunächst die »offizielle« Version. (Wir beziehen uns nachstehend auf die Darstellung in folgenden Werken: Günther Deschner: Reinhard Heydrich; Friedrich Grimm: Politische Justiz; Joe Heydecker/Johannes Leeb: Bilanz der tausend Jahre; Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf-, Erich Kern: Adolf Hitler und das Dritte Reich; Gerald Reitlinger: Die Endlösung; Curt Riess: Joseph Goebbels; Kurt Zentner: Illustrierte Geschichte des Dritten Reiches. Genaue bibliographische Daten s. Anmerkungsteil.)

Aus »Empörung« über das Schicksal seiner Familie geht der 17jährige hin, kauft sich einen Revolver, erscheint damit am 7. November 1938 morgens in der deutschen Botschaft in Paris und erschießt den dritten Botschaftssekretär Ernst vom Rath. Dieser wird zunächst schwer verwundet ins Krankenhaus gebracht, operiert, erliegt jedoch am Nachmittag des 9. November 1938 seinen Verletzungen.

Der Mörder Grünspan (wie er in der deutschen Presse geschrieben wird) wurde sofort, noch am Tatort, von der französischen Polizei festgenommen und in Paris verhört. Ein Gerichtsverfahren wurde vorbereitet. Die Ermittlungen wurden auf französischer Seite auf drei verschiedenen Ebenen geführt: von der Polizei, vom Untersuchungsrichter und schließlich von den Ärzten (wegen der Jugendlichkeit des Grünspan). Weitere Ermittlungen wurden von den deutschen Behörden angestellt. Der französische Untersuchungsrichter bat die Deutschen um Angaben über das Vorleben und die Familie des Grünspan, der aus Hannover stammte, sowie über die Vorgänge, die zur Ausweisung seiner Eltern geführt hatten. Es kam also eine vierte Untersuchungsreihe zu den drei vorangegangenen hinzu.

Alle diese Vorgänge sind schriftlich festgehalten worden - man sollte also meinen, daß es für Historiker eine Kleinigkeit wäre, die Persönlichkeit des Mörders und seine Tat genau darzustellen. Wie wenig unsere »Zeitgeschichtler« tatsächlich an der Wahrheit interessiert sind, ergibt sich schon in diesem Punkt: die Angaben über Grünspan, seine Familie, den Tathergang, seine Motive differieren und widersprechen sich in fast allen Darstellungen!

Zufall - oder Absicht?

Das sieht dann so aus: Name des Mörders: Herschel Feibel Grynszpan (wie bereits gesagt, in der deutschen Presse mit ›Grünspan‹ phonetisch wiedergegeben); Alter: 17 Jahre. - In diesen beiden Punkten sind sich alle Veröffentlichungen einig. Aber dann geht es los:

Sein Vater war ein Schneidermeister - weiß Höhne (und Deschner)[9]. Nein, nicht doch, ein Schuster - berichtet Zentner[10]; ein Flickschuster, erläutert Heydecker/Leeb[11], der noch den Vornamen des Vaters, Sendel, beisteuert.

In den Gerichtsakten in Paris wird der Beruf des Vaters jedoch mit Flickschneider angegeben[12]. Er kam nach dem 1. Weltkrieg zusammen mit seinen drei Brüdern - ebenfalls Flickschneider - aus Polen nach Deutschland und ließ sich in Hannover nieder. - Hier protestiert Frau Arendt, der die Gerichtsakten offensichtlich unbekannt sind: er kam schon 1911 nach Deutschland, und Flickschneider war er auch nicht, ein Lebensmittelgeschäft hat er gehabt!

Seine Brüder gingen nach Essen, Brüssel und Paris. In Deutschland ging es der Familie leidlich. Der Vater war zwar eine Zeitlang ohne Arbeit, erhielt aber - noch nach 1933 (!) - insgesamt mehrere tausend Reichsmark Unterstützung.

Herschel war kein guter Schüler. Frau Arendt sagt von ihm, er sei »ein Psychopath« gewesen, »unfähig, die Schule abzuschließen«[13]. Nicht nur seine Schulzeugnisse, die sämtlich in Paris vorlagen, waren schlecht, auch in der jüdischen Glaubensschule ließ er zu wünschen übrig. Nach Kern[14] hatte er die Rabbinerschule in Frankfurt/M. besucht, doch das ist mit schlechten Schulzeugnissen unwahrscheinlich.

Kern weiß auch zu berichten, daß Herschel Grünspan als Fünfzehnjähriger Deutschland verließ. Er ging zunächst zu seinen verschiedenen Verwandten nach Essen, nach Brüssel und schließlich zu seinem Onkel nach Paris. Hier geriet er bald in schlechte Gesellschaft, wurde bei einer Polizeirazzia geschnappt und am 15. August 1938 aus Frankreich ausgewiesen. Jedoch er verließ Frankreich nicht - obwohl sein Onkel ihm sein Haus verbot - sondern tauchte unter, d. h. lebte illegal, ohne Aufenthaltserlaubnis. Er nahm ein Zimmer in einem kleinen Pariser Hotel auf dem »Boulevard de Strasbourg« - eine Querstraße vom Haus seines Onkels entfernt.

Wovon lebte er eigentlich, mittellos, wie er war? Wer bezahlte sein Zimmer, sein Essen? Was tat er den ganzen Tag?

Eines Tages erhielt er die Nachricht, daß seine Eltern aus Hannover ausgewiesen und nach Polen zurücküberführt worden waren. So - und wie erhielt er diese Nachricht? Per Postkarte aus Polen von seinem Vater (Heydecker/Leeb); nein, eine Karte von seiner Schwester, meint Grimm; wir erinnern uns, daß Vater Grynszpan selbst behauptete, einen Brief geschrieben zu haben, keine Karte - aber das war 23 Jahre später. Nun, was immer es war, ob Postkarte oder Brief - die Pariser Post scheint Hellseher zu beschäftigen, wo der Herschel doch gar nicht gemeldet war, sondern im Untergrund lebte! Aber die Postzustellung klappte trotzdem? Die Karte traf also am 3. November 1938 bei ihm ein (sagt Kern), und Heydecker/Leeb scheint sie sogar gelesen zu haben: »In bewegten Worten schildert er (der Vater), was sich ereignet hat.«[15]

Am 3. November sitzt Herschel Grynspan also in Paris, ohne Geld, ohne Papiere. Er liest die Postkarte mit den bewegten Worten und fängt an zu grübeln. Er grübelt vier Tage lang. Am Morgen des fünften Tages - es ist inzwischen der 7. November 1938 - weiß er, was er zu tun hat. Er steht früh auf, verläßt seinen Unterschlupf, geht eine Querstraße weiter in die Rue de Faubourg St. Martin in ein Waffengeschäft (so Heydecker/Leeb; Graml kann noch ergänzen, daß der Waffenhändler Carpe heißt[16]) und kauft sich einen Revolver für 250 Francs - eine Kleinigkeit für einen mittellosen jungen Mann, nicht wahr? Und wozu braucht er einen Revolver? Kann er denn schießen? Wo hat er das gelernt? So selbstverständlich waren 1938 solche Kenntnisse nicht für den psychopathischen Sohn eines Flickschneiders. - Und das alles morgens um 7.30 Uhr.

Aber war es denn wirklich ein Revolver? Ja, sicher, ein Trommelrevolver, betonen Zentner und Heydecker/Leeb. Höhne - und mit ihm Deschner - sind sich nicht so sicher, sie reden von ›Pistole‹. Und überhaupt: Waffenhändler? Bei einem Trödler hat er sie gekauft! (Kern).

Im Besitz dieser Waffe marschiert er also weiter, der Herschel Grünspan, zur deutschen Botschaft in der Rue de Lille (ein Fußmarsch von einer knappen Stunde). Er trifft dort um 8.30 Uhr ein. (Kern findet das zu früh, er läßt Grünspan erst um 9.40 Uhr in der deutschen Botschaft ankommen.) Es ist kurz vor Dienstbeginn. Der deutsche Botschafter, Graf Welczek, verließ gerade das Grundstück, um seinen Morgenspaziergang zu machen (so Grimm, dem Welczek es erzählt hat; aber Heydecker streitet: er kam zurück von seinem Spaziergang!). Wie auch immer - Graf Welczek befand sich im Hof des Anwesens, als Grünspan eintraf. Er war es, der von Grünspan nach dem deutschen Botschafter gefragt wurde und der den vermeintlichen Bittsteller an den Amtsdiener Nagorka verwies. Graml, von dem die einzige ausführliche Darstellung der »Reichskristallnacht« stammt, wie wir schon sagten, ist dieses kleine Intermezzo entgangen. Er ist der Meinung, Grünspan hätte beim Amtsdiener nach »einem der Legationssekretäre« verlangt[17]. Nagorka führt Grünspan zum Legationssekretär vom Rath. Er ist in dieser frühen Stunde als einziger anwesend und zudem für den Empfang von unangemeldeten Besuchern zuständig.

Und jetzt geschieht ein Mord! Jeder Kriminalschriftsteller weiß, wie er so etwas aufzubauen hat: Alles muß exakt und logisch sein, die Einzelheiten müssen zusammenpassen. Wer wird ermordet? Wo und wann? Wodurch und wie? Leider fühlen sich unsere »Zeitgeschichtsschreiber« solchen literarischen Gesetzen nicht verpflichtet - weder diesen noch der Wahrheit. Hat einer nachgeforscht, wie es wirklich gewesen ist? Jeder behauptet irgend etwas - ob es stimmt, ist zweitrangig.

Grünspan wird also zu vom Rath geführt, zieht seinen Revolver und schießt auf ihn.

Einfach so? - Nein, doch nicht so einfach, das macht doch keinen Eindruck! Zuvor ruft er mit pathetischer Stimme: »Ich bin Jude und gekommen, das jüdische Volk zu rächen!« - dann erst zieht er seine Waffe und schießt vom Rath nieder.

War es wirklich so? Diese Worte hat nur Kern gehört, der übrigen Welt sind sie verborgen geblieben, die Polizeiakten wissen nichts von einem Wortwechsel. (Weiter unten werden wir sehen, daß Kern diese Szene wahrscheinlich von David Frankfurter entlehnte, der mit diesen Worten Gustloff erschoß.)

Und wo hat Grünspan auf vom Rath geschossen? In dessen Zimmer natürlich, in das er ja geführt worden war (Graml, Grimm, Kern). - Nein, vor der Tür des Zimmers (weiß Heydecker/Leeb). Nicht doch: Auf der Treppe der deutschen Botschaft (so Reitlinger und Zentner).

Schließlich: wieviel Schüsse sind gefallen? Zwei - nein: vier - auch nicht: fünf![18]. - Dem ärztlichen Bericht zufolge wurde vom Rath von zwei Kugeln getroffen. -

Nach den Polizeiakten war Grünspans Mordmotiv Rache wegen der Unbill, die man seiner Familie in Deutschland angetan hatte. Zumindest bei den ersten Vernehmungen gab er solche heldischen Erklärungen ab. Später zog er sich dann Stück für Stück von dieser Linie zurück: eigentlich sei es ein Unfall gewesen, die automatische Pistole sei von allein losgegangen; er habe nur sich selbst umbringen wollen; er wisse nicht mehr genau, wie es gewesen sei; er könne sich gar nicht erinnern, da er unter Zwangsvorstellungen gehandelt habe. - Fast wortwörtlich ergab sich ein Schema, das bereits beim Frankfurter-Prozeß - auf den wir noch zu sprechen kommen werden - angewandt worden war.

Auch Frau Arendt hält vom Rachemotiv nichts: »Die Motive für Grynszpans Tat sind niemals voll aufgeklärt worden, und sein Bruder, den die Anklage (im EichmannProzeß) ebenfalls als Zeugen aufrief, war bemerkenswert zurückhaltend mit Auskünften hierüber.«[19] Ihrer Meinung nach gilt die Erklärung des Rachemotivs »allgemein für höchst unwahrscheinlich«. Eher wäre es noch wahrscheinlich, daß er von einer noch unbekannten Gruppe »als unwissendes Werkzeug« mißbraucht worden sei.

Eine sehr interessante Vermutung, die die Frau Professor hier äußert! Wir werden noch einmal darauf zurückkommen.

Auch unsere Zeitgeschichtler pflügen, etwas unsicher, auf dieser Spur: Vielleicht hat gar Goebbels, der nationalsozialistische Bösewicht, seine Hand im Spiel gehabt und durch seine Provokateure den Grünspan zu diesem Mord anstiften lassen? Solche Vermutung ist schließlich nicht so abwegig! Graml greift diesen Gedanken von Riess[20] zunächst auf, ihn von allen Seiten begutachtend, muß dann aber, fast bedauernd, zugeben, daß es einen »Beweis für diese Version« nicht gibt[21].

Nun, wenn ein auf die schiefe Bahn geratener junger Mann einen anderen Mann erschießt, kann es ja auch noch andere Gründe geben, nicht wahr? Vielleicht bestand zwischen den beiden eine homosexuelle Beziehung? Zentner erwägt es behutsam - Maser[22] ist begeistert: Das ist es! Völlig klar! Der Grünspan war in Frankreich sogar schon einschlägig vorbestraft - eine Tatsache, die den französischen Behörden bei ihren Ermittlungen erstaunlicherweise völlig verborgen geblieben ist! (Die literarischen Opfer des Maser müssen sich ja seine Neugier, mit der er in ihren Intimbereichen herumwühlt, meistens hilflos gefallen lassen, da sie nicht mehr leben. Was früher nur bei Reportern von Kolportageblättern üblich war, gehört heute zum Stil von Professoren.) - Aber wir wollen dem Herrn Professor nicht Unrecht tun: tatsächlich steht er mit seiner Ehrabschneidung eines ermordeten deutschen Regierungsbeamten nicht allein. Grünspan selbst hat Jahre später in einer Vernehmung so etwas Ähnliches behauptet. Das konnte jedoch sofort als ihm eingeredete Lüge widerlegt werden, und er hat diese Aussage dann auch widerrufen. -

Soweit also der erste Akt im »Fall Grünspan«. Die Angelegenheit wurde von den französischen Behörden mit aller Sorgfalt bearbeitet.

»Im August 1939 war die Voruntersuchung in Paris abgeschlossen. Der Untersuchungsrichter nahm eine Schlußvernehmung des Angeklagten vor und machte einen abschließenden Bericht. Dann sollten die Akten über die Staatsanwaltschaft der Beschlußstrafkammer in Paris vorgelegt werden, die über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden hatte. Man rechnete damit, daß die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht in Paris im September oder Oktober 1939 stattfinden würde. Darüber brach der Krieg aus, so daß der Prozeß nicht mehr verhandelt wurde.«[23]

Im Jahr 1940, nach der Niederlage Frankreichs, wurde Grünspan von der französischen Polizei den deutschen Behörden übergeben und nach Berlin gebracht. »Das Reichsjustizministerium war der Ansicht, daß eine Aburteilung Grünspans in Deutschland möglich sei, weil die Tat auf exterritorialem Boden in der deutschen Botschaft gegen ein Mitglied der Botschaft begangen worden sei. Die französische Regierung erhob gegen die Aburteilung Grünspans in Deutschland keine Einwendungen. Der französische Untersuchungsrichter und alle französischen Zeugen sollten nach Berlin geladen werden.«[24]

»Grünspan war, nachdem er nach Deutschland gebracht worden war, noch zweimal polizeilich vernommen worden. Bei der ersten Vernehmung widerrief er überraschenderweise seine ganze bisherige Darstellung. Er gab jetzt an, daß er nicht aus politischen Gründen, sondern wegen eines privaten Motivs vom Rath getötet habe. Das war ihm offensichtlich von dritter Seite vorher eingegeben worden für den Fall, daß er in die Hände der Deutschen fallen würde. Die Darstellung war offenbar unrichtig und leicht zu widerlegen. Er widerrief sie auch sofort bei seiner zweiten Vernehmung.«[24]

Der Prozeß in Deutschland wurde niemals durchgeführt - warum, ist nicht bekannt. Selbst Professor Dr. Friedrich Grimm, der als Vertreter der Angehörigen vom Raths bereits bei der Voruntersuchung in Paris dabei war und ebenfalls nach Berlin kommen sollte, erfuhr den Grund nicht. Desto orientierter zeigen sich unsere Herren Zeitgeschichtsautoren. Grünspan wurde ›natürlich‹ von den Deutschen »ohne Prozeß getötet«[25]. Auch die »Bundeszentrale für politische Bildung« belehrt die Bundesbürger, die von ihr ihre Bildung beziehen, entsprechend. In einem Faltblatt zum 40. Jahrestag der »Kristallnacht« heißt es schlicht und einfach: »Als er (Grünspan) 1940 nach der deutschen Besetzung Frankreichs in die Hände der Nationalsozialisten fiel, wurde er ohne Verfahren getötet.« Natürlich - warum auch nicht. Einer mehr oder weniger spielt doch wahrlich keine Rolle bei 6 Millionen. »Der Jude wurde ermordet« - das kann man einfach so dahersagen, das bedarf keines Beweises, da es sich dabei um eine »allgemein bekannte, historisch erwiesene Tatsache« handelt.

Nun, weder die Familie Grynszpan, die zunächst nach Polen ausgewiesen worden war, wurde ermordet, noch ihr Sohn Herschel. Familie Grynszpan »fand in Bentschen ... eine provisorische Unterkunft. Jüdische Organisationen, vor allem das ›American Joint Distribution Committee‹ halfen ihnen und ermöglichten ihnen die Auswanderung nach Palästina«. Herschel überlebte den Krieg - wahrscheinlich in einem deutschen Gefängnis - ebenfalls. »Die Niederlage Deutschlands gab ihm die Freiheit zurück. Unter verändertem Namen ging er wieder nach Paris.«[26] - Und er tat gut daran, einen anderen Namen anzunehmen, schließlich war er ein Mörder, der - auch nach 1945 - mit einer Verurteilung hätte rechnen müssen. Aber er ging nach Paris, wohin er offensichtlich noch sehr gute Beziehungen hatte.

Nun kommen wir zu dem Punkt, der schon 1938 die Pariser Untersuchungsbeamten beschäftigte: Mit wem stand Herschel Grünspan in Paris in Verbindung? Wer hatte damals für seinen Unterhalt gesorgt, als er polizeilich ausgewiesen worden war und das Haus seines Onkels verlassen mußte? Wer hat ihm das Hotel bezahlt? Wer gab ihm das Geld für den Revolverkauf? Wie kam er überhaupt auf die Idee des Mordanschlags auf vom Rath? - Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß sein Onkel, Abraham Grynszpan, bei dem er vorher in der Rue Martel gewohnt hatte, mit all diesen Dingen nichts zu tun hatte.

Es war klar, daß er mit bestimmten Kreisen in Berührung gekommen sein mußte, die ihn zu dem Mord an vom Rath überredeten, denn das Rachemotiv glaubten ihm damals die Beamten so wenig, wie es später Frau Arendt tat. Es gab Verdachtsmomente genug, die auf eine Verbindung zu einer gewissen jüdischen Organisation hinwiesen - allein, ein schlüssiger Beweis ließ sich nicht erbringen. Und da in einem Rechtsstaat keine »allgemein bekannten Tatsachen« als Beweise gelten, sondern nur unwiderlegbare Indizien, und da Herschel Grünspan sich eisern ausschwieg, verzichtete die französische Anklagebehörde schweren Herzens auf den Vorwurf der »Anstiftung« und ließ sein angebliches persönliches Rachemotiv gelten.

Nichts hindert uns jedoch, uns die Verdachtsmomente für »Anstiftung« einmal anzusehen.

Eines war zum Beispiel, daß Grünspan zwar seit dem 15. August 1938 nicht mehr bei seinem Onkel wohnte, sondern, wie bereits gesagt, sich ein Zimmer in einem kleinen Hotel auf dem Boulevard de Strasbourg genommen hatte. Die Verbindung zu seinem Onkel riß jedoch nicht ab, er besuchte ihn fast täglich. Das war kein Problem, da der »Boulevard de Strasbourg« nur eine Querstraße von der Wohnung seines Onkels in der Rue Martel entfernt war. Auf dem Weg zwischen Onkel und Hotel passierte Herschel jedesmal ein altes Pariser Mietshaus, an dem nichts weiter Auffälliges war - mit Ausnahme eines kleinen, schlecht lesbaren Schildes rechts neben der Haustür. Die Aufschrift lautete LICA.

Ein weiteres Verdachtsmoment ergab sich, als unmittelbar nach der Festnahme des Grünspan sich ein Pariser Rechtsanwalt bei der Polizei meldete und die Verteidigung Grünspans übernahm. Sein Name war: Moro Giafferi.

Beiden, der LICA und Moro Giafferi, werden wir gleich wieder begegnen. Um die Zusammenhänge zu verstehen, müssen wir jedoch zunächst einen Sprung zurück machen und uns einige Dinge ins Gedächtnis rufen, die sich zwischen 1933 und 1938 abgespielt haben.


Anmerkungen

Das Motto von E. G. Kolbenheyer stammt aus: »Wem bleibt der Sieg?« in: Vorträge, Aufsätze, Reden, S. 401 (Gesamtausgabe der Werke letzter Hand in zwei Abteilungen, Abt. 2, Bd. VII).

  1. Der Originalbrief von Dr. Best sowie der weitere Briefwechsel in dieser Angelegenheit ist vorhanden im Bundesarchiv Koblenz; Fotokopien bei der Verfasserin.
  2. Friedrich Grimm, Politische Justiz, Preuß. Oldendorf 1974. Zum Fall Grünspan vgl. die Seiten 117-124. Professor Dr. Friedrich Grimm vertrat im Grünspan-Prozeß in Paris die Angehörigen vom Raths. Er ist daher mit den ganzen Vorgängen aufs beste vertraut.
  3. Eine ausführliche Darstellung der »polnischen Paßkrise« findet sich bei: David L. Hoggan, Der erzwungene Krieg. Ursachen und Urheber des 2. Weltkrieges, 11. Aufl. Tübingen 1977, S. 206-213.
  4. Gerald Reitlinger, Die Endlösung, Berlin 1956, S. 11; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 10-21.
  5. Heinz Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf, München 1967, S. 312; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 312-317.
  6. Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, München 1965, S. 274.
  7. Grimm, Politische Justiz, S. 122.
  8. Arendt, Eichmann in Jerusalem, S. 275.
  9. Günther Deschner, Reinhard Heydrich. Statthalter der totalen Macht, Eßlingen 1977, S. 169; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 167-173.
  10. Kurt Zentner, Illustrierte Geschichte des Dritten Reiches, München 1965, S. 514; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 191, 513-516.
  11. Joe Heydecker/Johannes Leeb, Bilanz der tausend Jahre. Die Geschichte des Ill. Reiches im Spiegel des Nürnberger Prozesses, München 1975, S. 210; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 208-222.
  12. Zu dieser und den folgenden Informationen s. Grimm, Politische Justiz, S. 121.
  13. Arendt, Eichmann in Jerusalem, S. 272.
  14. Erich Kern, Adolf Hitler und das Dritte Reich. Der Staatsmann, Preuß. Oldendorf 1971, S. 322; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 319-332.
  15. Heydecker/Leeb, Bilanz der tausend Jahre, S, 210.
  16. Hermann Graml, Der 9. November 1938, »Reichskristallnacht«, Bonn, 1958, S. 14.
  17. Graml, Der 9. November 1938, S. 13.
  18. Graml und Heydecker/Leeb plädieren für 2, Kern meint 4 und Höhne und Deschner reden von 5 Schüssen.
  19. Arendt, Eichmann in Jerusalem, S. 272.
  20. Curt Riess, Joseph Goebbels, Zürich 1949, S. 226; zur Reichskristallnacht vgl. die Seiten 225-228.
  21. Graml, Der 9. November 1938, S. 15.
  22. Lina Heydrich, Leben mit einem Kriegsverbrecher - mit Kommentaren von Werner Maser, Pfaffenhofen 1976, S. 164.
  23. Grimm, Politische Justiz, S. 122f.
  24. Grimm, aaO, S. 124.
  25. Graml, Der 9. November 1938, S. 14,beruft sich auf Riess, Joseph Goebbels, S. 228.
  26. Judenverfolgung. Materialien zur Judenpolitik des Nationalsozialismus; nach den Empfehlungen des Niedersächsischen Kultusministers (SVBI. 8/ 78), S. 28.

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