SCHALLERMEIERS »EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG«

Im vorangegangenen Abschnitt über Heydrich brachten wir u.a. den Anfang der eidesstattlichen Erklärung eines Luitpold Schallermeier, die von dem Verteidiger der SS, Rechtsanwalt Dr. Pelckmann, beim Nürnberger Prozeß vorgelegt wurde. Es folgt hier der weitere Wortlaut dieser Erklärung:

»Gegen 1.00 Uhr traf der Reichsführer-SS im Hotel Vier Jahreszeiten ein und gab dem Gruppenführer Heydrich folgenden Befehl für alle Staatspolizei-Leitstellen: ›Die Staatspolizei-Leitstellen haben sich nach den Wünschen der Propaganda-Ämter zu richten, vornehmlich Plünderungen zu verhüten und für Schutz der Personen und Sicherung des jüdischen Vermögens zu sorgen.‹ Der Reichsführer-SS betonte des weiteren in diesem Befehl, daß die Gaupropaganda-Ämter federführend in dieser Aktion seien und daß die Staatspolizeistellen nur Schutzaufgaben wahrzunehmen hätten. Gegen Plünderer solle nachdrücklichst und unnachsichtlich (sic!) eingeschritten werden. Bei Synagogenbränden sei dafür Sorge zu tragen, daß die umliegenden Gebäude durch die Feuerwehr unbedingt zu schützen seien. Die zum kirchlichen Ritus verwendeten Gegenstände und Geräte seien sicherzustellen. Diesen Befehl des Reichsführers-SS an Gruppenführer Heydrich hat Hauptsturmführer Dr. Brandt stenografisch niedergelegt und nach Diktat des Gruppenführers Heydrich an die Fernschreibstelle der Staatspolizei-Leitstelle München sofort telefonisch zur Weitergabe an alle Staatspolizei-Leitstellen des Reiches im Sammelschreibverkehr durchgegeben.

Im Anschluß daran berief der Reichsführer-SS die im Hotel Vier Jahreszeiten anläßlich der Feier des 9. November wohnenden SS-Oberabschnittsführer der Allgemeinen SS in sein Hotel-Appartement. Auch sie wurden von ihm in meiner Gegenwart von diesem Befehl verständigt. Die Oberabschnittsführer telefonierten anschließend mit ihren Heimatdienststellen. Diese Gespräche habe ich selbst als Blitzgespräche angemeldet und mitgehört. Von den Oberabschnittsführern wurde die telefonische Anweisung an die Allgemeine SS gegeben, im Bedarfsfälle die Staatspolizeistellen beim Schutz jüdischer Personen und bei der Sicherung der jüdischen Objekte gegen Plünderung aller Art zu unterstützen.

Gegen 3. 00 Uhr des 10. November diktierte mir der Reichsführer-SS in meinem Zimmer eine Niederschrift folgenden Inhalts:

›Ich bin am 9. 11. beim Führer gewesen, als gegen 23.30 Uhr der Gruppenführer Wolff zu mir kam und mich von den Befehlen des Gaupropaganda-Amtes München unterrichtete. Ich habe den Führer befragt, welche Befehle er für mich habe. Der Führer antwortete mir, daß sich die SS aus dieser Aktion heraushalten solle. Die Staatspolizeistellen sollten für die Sicherstellung des jüdischen Eigentums und für den Schutz der Juden sorgen. Die in den Standorten verbleibende Allgemeine SS solle nur, wenn erforderlich, zu Schutzmaßnahmen herangezogen werden. Ich habe diesen Führerbefehl dem Gruppenführer Heydrich für die Staatspolizeistellen und den Oberabschnittsführern für die Allgemeine SS sofort bekanntgegeben. Als ich den Führer fragte, hatte ich den Eindruck, daß er von den Vorgängen nichts wußte. Der Befehl kommt von der Reichspropaganda-Leitung und ich vermute, daß Goebbels in seinem mir schon lange aufgefallenem Machtbestreben und in seiner Hohlköpfigkeit gerade jetzt in der außenpolitisch schwersten Zeit diese Aktion gestartet hat.‹

Dieses Diktat mußte ich persönlich in die Maschine schreiben. Der Reichsführer-SS unterschrieb die Niederschrift, steckte sie in einen Umschlag und versiegelte den Umschlag mit seinem Siegelring. Nach Rückkehr nach Berlin übergab ich dem Reichsführer-SS diesen versiegelten Brief, den er in meiner Gegenwart in seinem Panzerschrank einschloß.«[73]

Wir haben diese, im Original drei Seiten umfassende, eidesstattliche Erklärung im vollen Wortlaut zitiert, weil sie bei unserem Kristallnacht-Experten Graml eigentümlich zusammengeschrumpft ist.

Der Inhalt der Erklärung von Schallermeier ist völlig klar: Polizei und SS erhalten genaue Anweisungen, sich aus den antijüdischen Krawallen herauszuhalten und sich zum Schutz der Juden und ihres Eigentums zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen sie auch helfen, jüdische Kultgegenstände zu sichern.

Die Polizei hat:

»Plünderungen zu verhüten und für Schutz der Personen und Sicherung des jüdischen Vermögens zu sorgen« -

»Bei Synagogenbränden ... dafür Sorge zu tragen, daß die umliegenden Gebäude durch die Feuerwehr« geschützt werden -

»Die zum kirchlichen Ritus verwendeten Gegenstände und Geräte ... sicherzustellen«.

Die SS soll:

»im Bedarfsfälle die Staatspolizeistellen beim Schutz jüdischer Personen und bei der Sicherung der jüdischen Objekte gegen Plünderung aller Art« unterstützen.

Diese Anweisungen wurden von Heydrich gegen 01.20 Uhr, 10. November 1938, über das Fernschreibnetz der Polizei im Sammelschreibverfahren durchgegeben.

Unabhängig davon werden die SS-Dienststellen durch Blitzgespräche der SS-Oberabschnittsführer von diesen Anordnungen unterrichtet. Diese Telefonate dauerten von ca. 01.30 bis 02.30 Uhr (Vermerk unter der eidesstattlichen Erklärung).

Schallermeier berichtet außerdem noch von einer Aktennotiz, die Himmler ihm diktiert habe. Darin wiederholt Himmler die vom Führer erhaltenen Befehle, die er bereits an Heydrich und die SS-Oberabschnittsführer weitergegeben hat.

Beim aufmerksamen Lesen der eidesstattlichen Erklärung fallen fünf Sätze auf, die nicht zum Inhalt des ganzen Dokuments passen, ja diesem direkt widersprechen.

Gleich zu Anfang (dieser Text wurde im Abschnitt ›Heydrich‹ zitiert) heißt es,

»daß die Gaupropagandaleitung München-Oberbayern einen Befehl über den Ausbruch der sogenannten Judenpogrome‹ durchgegeben habe, wonach sich die Staatspolizei in die Aktion nicht hindernd einmischen dürfe«.

Weiter:

»Die Staatspolizei-Leitstellen haben sich nach den Wünschen der Propaganda-Ämter zu richten ...«

Und daß

»die Gaupropaganda-Ämter federführend in dieser Aktion seien«.

In der Aktennotiz vom Himmler erwähnt dieser nochmals

»Befehle des Gaupropaganda-Amtes München«

und schließlich äußert er seine Vermutung, daß

»Goebbels die Aktion gestartet« habe.

Lassen wir einmal die letzte Vermutung Himmlers außer acht, die durchaus echt sein kann - die ersten Sätze lesen sich für einen unbefangenen Leser so, als hätte die Gaupropagandaleitung München ›Judenpogrome‹ in ganz Deutschland ›befohlen‹ und gleichzeitig angeordnet, daß die Polizei sich nicht ›hindernd einmischen dürfe‹. Himmler wäre - nach dieser Darstellung - mit dieser Regelung völlig einverstanden gewesen und hätte den Staatspolizeistellen ›befohlen‹, sich nach den Wünschen der Propagandaämter zu richten, da die Gaupropagandaämter ›federführend‹ in dieser Aktion seien.

Das ist, schlicht und einfach gesagt, Unsinn.

Erstens: Im Gaupropagandaamt München saß am 9. November 1938 nicht der liebe Gott, sondern - höchstens, wahrscheinlich nicht einmal persönlich - der Gaupropagandaleiter von München. Dieser hätte Anordnungen allein für den Gau München treffen können. Keinesfalls jedoch hätte er der Polizei - dazu noch im ganzen Reich - irgend etwas verbieten können, also z. B. ›sich hindernd in die Aktionen‹ einzuschalten. Schon gar nicht wäre der Chef der Deutschen Polizei, Himmler, mit diesem Übergriff in seinen Dienstbereich einverstanden gewesen und hätte einen solch unsinnigen Befehl noch unterstützt.

Zweitens: Im weiteren Text der »eidesstattlichen Erklärung« heißt es: »Die Staatspolizei-Leitstellen haben sich nach den Wünschen der Propaganda-Ämter zu richten« - also die ›Judenpogrome‹, die angeblich ›angeordnet‹ waren, zu unterstützen. Aber der Satz lautet weiter: »vornehmlich Plünderungen zu verhüten und für Schutz der Personen und Sicherung des jüdischen Vermögens zu sorgen.« Im Klartext hieße das also: »Die Polizei soll Judenpogrome durchführen, indem sie Plünderungen verhütet und die Juden schützt.« - Diesen Irrsinn kann man nicht einmal kommentieren.

Drittens: Himmler habe angeblich Anweisung gegeben, daß die Polizeidienststellen sich ›nach den Wünschen der Propagandaämter zu richten‹ hätten. Trotzdem moniert er in seiner Aktennotiz die ›Hohlköpfigkeit‹ von Dr. Goebbels, dessen ›hohlköpfige‹ Anordnung er gerade unterstützt hatte. - Die Bemerkung hört sich so sehr nach Himmler an, daß man sie für echt halten muß. Gerade in diesem Fall aber, wenn er wirklich der Meinung war, die Aktionen gingen von Goebbels aus, hätte er alle Veranlassung gehabt, entgegengesetzte Anordnungen zu geben, wie es ja auch geschehen ist.

Viertens: Der erste Satz, »daß die Gaupropagandaleitung München-Oberbayern einen Befehl über den Ausbruch der sogenannten ›Judenpogrome‹ durchgegeben habe«, ist sprachlich völlig mißgestaltet. Ein Befehl ist eine Anweisung, etwas zu tun; man befiehlt nicht ›über‹ etwas, sondern ›das und das‹. ›Ober‹ etwas kann man höchstens informieren. Der Ausdruck ›Judenpogrom‹ wurde 1938 in Deutschland ganz sicher nicht benutzt. Im übrigen war die »Kristallnacht« kein ›Judenpogrom‹.

Alle diese Sätze sind ganz offensichtlich in den Text eingefügt worden, um die Schuld Dr. Goebbels' an den Ereignissen zu ›beweisen‹. Ohne diese Einfügungen sind die Sätze sinnvoll und klar.

Lesen wir einmal ohne die kursiv gesetzten Satzteile:

»Die Staatspolizeileitstellen haben sich nach den Wünschen der Propaganda-Ämter zu richten, vornehmlich Plünderungen zu verhüten und für Schutz der Personen und Sicherung des jüdischen Vermögens zu sorgen.«

»Der Reichsführer-SS betonte des weiteren in diesem Befehl, daß die Gaupropaganda-Ämter federführend in dieser Aktion seien und daß die Staatspolizeileitstellen nur Schutzaufgaben wahrzunehmen hätten.«

Ob die eingefügten Teile schon in der eidesstattlichen Erklärung standen, als Schallermeier sie unterzeichnet hat, oder ob sie später eingefügt wurden, ist nicht festzustellen. Beides ist möglich. Wer weiß, wie »eidesstattliche Erklärungen« beim Nürnberger Prozeß zustande kamen, welche Gefahren für Leib und Leben Zeugen der Verteidigung liefen, wenn sie sich zu Aussagen oder Erklärungen bereitfanden, wird sich darüber nicht wundern.

Zur Erläuterung nur zwei Beispiele von unzähligen. Sie stammen aus Masers Buch »Nürnberg. Tribunal der Sieger«:

»Zeugen und Helfer der Verteidigung, zuweilen rechtzeitig und nachhaltig eingeschüchtert, werden nicht selten entweder gewaltsam ferngehalten oder aber zugelassen und dann auf dem Wege der Kontrolle oder der Beschlagnahmung ihrer Erklärungen zu Zeugen der Anklage gemacht.

Oswald Pohl, der erst im Mai 1946 in Gefangenschaft gerät, wird während eines Verhöres von amerikanischen und britischen Beamten an einen Stuhl gefesselt, bewußtlos geschlagen, mit Füßen getreten und so lange mißhandelt, bis er bereit ist, Walter Funk schriftlich zu belasten.

Der SS-General Karl Wolff, der für Ernst Kaltenbrunner aussagen will, landet kurzerhand in einem Irrenhaus.«[74]

Es würde zu weit führen, hier Näheres über die Praktiken im Nürnberger Prozeß auszuführen. Aus verschiedenen Veröffentlichungen wissen wir heute, daß unmenschliche Folterungen der Angeklagten und der Zeugen eher die Regel als die Ausnahme waren. Die ganze dort aufgeführte Tragödie ist sachlich und rechtlich ohne den geringsten Wert. Inwieweit Dokumente echt oder gefälscht sind, kann niemand mehr sagen. Ein Großteil wurde so ›behandelt‹, wie wir das bei der Schallermeier-Erklärung gesehen haben: gefälschte Passagen wurden so geschickt in den ursprünglichen Text eingefügt, daß sie beim flüchtigen Durchlesen gar nicht auffielen. Wo das nicht möglich war und Dokumente allzu unliebsame Enthüllungen machten, wurden sie einfach ›entfernt‹. »Tausende Dokumente, die geeignet erscheinen, die Alliierten möglicherweise zu belasten und die Angeklagten zu entlasten, sind plötzlich verschwunden.«[75]

Im Fall der eidesstattlichen Erklärung von Schallmeier war der Hauptzweck, den der Verteidiger Dr. Pelckmann mit der Einbringung dieser Erklärung anstrebte, erreicht worden: Das Dokument bewies ganz klar, daß, ausgehend vom Führer, über Himmler und Heydrich eindeutige Befehle an Polizei und SS gegeben worden waren, die antijüdischen Ausschreitungen zu unterbinden und den Schutz der jüdischen Bevölkerung wahrzunehmen. Ob durch die eingeschobenen Sätze Dr. Goebbels belastet wurde, interessierte damals nicht. Goebbels war tot; ihm tat es nicht mehr weh, was man über ihn in diesem Schauprozeß sagte. Rechtsanwalt Pelckmann ging es um die Ehre der SS, sein Beweismittel hatte nur den Zweck, den Nachweis dafür zu liefern, daß die Deutsche Polizei und die SS nicht an den Krawallen der »Kristallnacht« beteiligt waren.

Wir leben jetzt aber nicht mehr in der Ära der Nürnberger Prozesse. Es ist an der Zeit, sich auf die historische Wahrheit zu besinnen, die um irgendwelcher Prozeßtaktiken willen ziemlich oft auf der Strecke blieb.

Diese Forderung gilt im besonderen Sinn für unsere Zeitgeschichtsschreiber, denen es nach so vielen Jahren möglich sein sollte, eine objektive Darstellung der Geschehnisse zu liefern. Leider sind sie weit davon entfernt.

Herr Graml, der Kristallnacht-Experte, erwähnt den Namen Schallermeier natürlich mehrmals. Er gibt auch den IMT-Band und die Dokumenten-Nummer an, wo man die eidesstattliche Erklärung nachlesen könnte. Nur, was Schallermeier wirklich gesagt hat, das teilt er seinen Lesern nicht mit. Er zitiert aus der drei Seiten langen Erklärung lediglich drei Sätze - und zwar ausgerechnet jene, die wir als sinnwidrigen Einschub erkannt haben.

So liest sich die Schallermeier-Erklärung bei Graml:

»Um 1 Uhr kehrte er (Himmler) in sein Hotel (›Vier Jahreszeiten‹) zurück und gab dort endlich Heydrich einen Befehl, in dem es heißt: ›Die Staatspolizeileitstellen haben sich nach den Wünschen der Propagandaämter zu richten.‹ (Ein wichtiger Satz, der dokumentarisch beweist, daß Goebbels die Verantwortung für die gesamte Aktion zu tragen hat). Himmler betonte dann, daß die Gaupropagandaämter in dieser Aktion federführend seien. ... Anschließend diktierte er dem persönlichen Referenten Wolffs, SS-Hauptsturmführer Schallermeier, eine Aktennotiz, in der dies alles als Ergebnis seiner Besprechung mit Hitler und damit als Führerbefehl charakterisiert wurde.«[76]

Abgesehen davon, daß das Ergebnis einer Besprechung mit Adolf Hitler nicht als »Führerbefehl« gekennzeichnet werden konnte, verrät Graml auch nicht, was der eigentliche Inhalt dieses ›Führerbefehls‹ - und damit der Anweisung von Himmler - war, nämlich: Niederschlagung der Unruhen, Schutz der Juden und ihres Eigentums. Worauf es ihm allein ankommt - und er sagt das ausdrücklich - ist, Goebbels zu belasten. -

Das Fernschreiben Reinhard Heydrichs, das in der Nacht 9./10. Nov. 1938 um 01.20 Uhr an alle Polizeileitstellen ging, spielt in den Nürnberger Akten noch eine große Rolle. Im Verlauf der weiteren ›Abhandlung‹ der Kristallnacht vor den Schranken dieses Tribunals wird es wieder hervorgeholt - jetzt ist es plötzlich in vollem Wortlaut vorhanden - aber, o Wunder, wie hat es sich geändert! Die eingeschobenen Stellen über die Propagandaämter, und Goebbels sind verschwunden. Dafür hat man es mit anderen zahlreichen ›Ausschmückungen‹ versehen. Auf dem Gerüst der Schallermeier-Erklärung ist ein Zauberschloß entstanden, so unwirklich wie ein - böses - Märchen. Wir werden noch zu diesem Geistesprodukt der amerikanischen Anklagebehörde kommen.

Auch Graml ist dieser, ach so unähnliche, Zwillingsbruder des Heydrich-Fernschreibens natürlich bekannt. Triumphierend weist er mehrere Male darauf hin. Daß in diesem zweiten Text ausgerechnet die Abschnitte fehlen, auf die er seine Anklage gegen Goebbels gebaut hat, ficht ihn nicht an.

Hier handelt es sich um die gleiche gewissenlose Methode der Zeitgeschichtsschreibung, die wir oben schon gerügt haben. Zuerst werden Fälschungen in einen Text hineinmanipuliert, dann zitiert man aus dem ganzen Dokument nur die gefälschten Partien und zaubert aus ihnen einen »unwiderlegbaren, dokumentarischen Beweis«. -

Der übrige Inhalt der Schallermeier-Erklärung, daß Wolff in die Führerwohnung gegangen und dort Himmler getroffen hätte, entspricht nicht den Tatsachen. Möglicherweise sollte Wolff Himmler dort suchen, aber er konnte ihn dort nicht sprechen, da Himmler sich nicht beim Führer befand. Das Gespräch Hitler - Himmler hat erst nach Mitternacht stattgefunden, wie wir aus dem Bericht eines Augenzeugen entnehmen können, der sich den ganzen Abend in der Führerwohnung aufgehalten hat.


Anmerkungen

  1. IMT Bd. XIII, S. 511-513, SS(A)-5.
  2. Werner Maser, Nürnberg. Tribunal der Sieger, Taschenbuchausgabe München 1979, S. 115.
  3. Maser, aaO, S. 113.
  4. Graml, Der 9. November 1938, S. 29

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