Augenzeugenbericht Nr. 6: Severina Schmaglewskaja.

Die polnische Staatsangehörige Severina Schmaglewskaja trat in Nürnberg am 27. Februar 1946 in den Zeugenstand. Sie war ihren Aussagen zufolge vom 7. Oktober 1942 bis zum Januar 1945 in Auschwitz interniert. Ihre Befragung umfasst nur etwas über sechs Seiten. Hier einige Auszüge (1):

Im Lager geborene Kinder wurden, soweit es sich um jüdische Kinder handelte, sofort getötet (...) Die Kinder wurden den Müttern ein paar Minuten nach der Geburt weggenommen, und diese haben die Kinder niemals wieder gesehen. Ein paar Tage später musste die Mutter wieder zur Arbeit (...) Ich arbeitete sehr nahe am Eisenbahngeleise, das zum Krematorium führte. Manchmal kam ich morgens in die Nähe der deutschen Latrinen, und von dort konnte ich sehen, wie die Transporte einliefen (...) Die Kinder wurden vor den Krematorien von den Eltern getrennt und gesondert in die Gaskammern geführt. Zu der Zeit, als die meisten Juden in Gaskammern vernichtet wurden, wurde ein Befehl erlassen, die Kinder in die Öfen des Krematoriums oder in die Gräben um das Krematorium herum zu werfen, ohne sie vorher zu vergasen (...) Ich weiss nicht, ob die Deutschen Gas sparen wollten, oder weil es keinen Platz in der Gaskammer gab, ich weiss es nicht. Ich möchte hinzufügen, dass man die Anzahl der Kinder nicht, wie zum Beispiel die der Juden, feststellen konnte, da die Transporte direkt ins Krematorium geführt, nicht registriert und daher nicht tätowiert wurden. Sehr oft wurden sie nicht einmal gezählt. Wir, die Häftlinge, versuchten oft, uns über die Anzahl der Menschen, die in den Gaskammern umkamen, Rechenschaft zu geben, aber die Zahl der umgebrachten Kinder konnten wir nur nach der Anzahl der Kinderwagen schätzen, die ins Magazin kamen. Manchmal waren es Hunderte, manchmal Tausende von Kinderwagen.


Anmerkung zur Zeugenaussage

1) IMT VIII, 350 ff.


Kritik

1) Die Zeugin behauptet, jüdische Kinder seien ihren Eltern ein paar Minuten nach der Geburt weggenommen worden, und die Eltern hätten sie nie wiedergesehen. Als Kontrast dazu zitieren wir aus dem Bericht der in Auschwitz als Hebamme tätigen Polin Stanislawa Leszczynska (1): «Ich habe unter diesen [widrigen] Umständen über 300 Kinder entbunden. Trotz des erschreckenden Schmutzes, des Ungeziefers, der Ratten, trotz der ansteckenden Krankheiten und der anderen unbeschreiblichen Schrecknisse, geschah etwas Aussergewöhnliches, Unglaubliches, aber Wahres. Eines Tages befahl mir der Lagerarzt, ihm einen Rapport über die Infektionen bei den Wöchnerinnen sowie die Sterblichkeit bei den Müttern und Säuglingen anzufertigen. Ich erwiderte, weder bei den Müttern noch bei den Neugeborenen sei je ein Todesfall eingetreten. Der Lagerarzt warf mir einen ungläubigen Blick zu und sagte mir, nicht einmal in den besten deutschen Kliniken könne man sich solcher Ergebnisse rühmen.» Stanislawa Leszczynska hätte es gewisslich erwähnt, wenn man die von ihr so aufopferungsvoll entbundenen Kinder gleich vergast oder ins Feuer geworfen hätte.

2) Die Zeugin spricht bald vom Krematorium im Singular, bald von den Krematorien im Plural.

3) Pure Greuelpropaganda ist auch hier die Geschichte von den lebend verbrannten Kindern.

4) Bei den «Gräben um das Krematorium herum» handelt es sich offenbar um die oft erwähnten Verbrennungsgruben. Diese lagen aber dem offiziellen Auschwitz-Bild zufolge nicht um die Krematorien herum, sondern im Nordosten des Birkenauer Lagerkomplexes.

5) Die Zeugin schreibt, man habe die Anzahl der ins Krematorium geführten Kinder nicht wie die der Juden feststellen können, da sie nicht tätowiert und nicht registriert worden seien. Abgesehen davon, dass die Unterscheidung von «Kindern» und «Juden» widersinnig ist, da es sich ja um jüdische Kinder handelt, wurden die erwachsenen Juden der Holocaust-Literatur nach grösstenteils auch nicht tätowiert und registriert, sondern unmittelbar nach der Ankunft vergast.

6) Zur Behauptung, manchmal seien Tausende von Kinderwagen umgekommener Kinder aufsmal in die Magazine gekommen, dürfte sich ein Kommentar erübrigen.

Laut Herrn Dr. Jan Sehn (Konzentrationslager Oswieeim-Brzezinka, Warschau, 1957) wurden in Auschwitz nach der Befreiung neben den Myriaden von Kinderwagen noch 348'820 «Männergarnituren» 836255 «Frauenbekleidungen», 5525 Paar Damenschuhe, 38'000 Paar Männerschuhe, 13'963 Teppiche und noch vieles, vieles mehr vorgefunden (zitiert nach Kurt Vindex, «Das Blaubuch», S. 36).


Anmerkung zur Kritik

1) Comité international d'Auschwitz, Anthologie, Tome II, 2ème partie, S. 164/165.


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