V. Fragen

Eingangs wurden dem Leser zwei Fragen unterstellt, die Antwort wird hier gegeben. Material wurde inzwischen vorgelegt, so daß gewisse Aspekte sicher klarer geworden sind.

Zunächst: Warum melden sich die Juden nicht? Aus zwei Grün den. Einmal: Woher sollen diese Menschen überhaupt wissen, daß man »im Westen« nicht weiß, wo sie sind? Von deutscher Seite wurde immer wieder erklärt, die Juden kämen nach dem Osten. Sie wurden in aller, oder zumindest in ziemlicher, Offenheit nach dem Osten transportiert. Was sie nicht wissen können, ist, daß Hitler systematisch verschleiert hat, was sich unter »dem Osten« verbarg. Sie können sicher auch nicht wissen, welche Maßnahmen Stalin ergriffen hat, um den kleinen Kreis der Mitwisser von deutscher Seite, die genau wußten, wo »der Osten« lag, mundtot zu machen. Viele der Juden, die auswandern wollten, konnten nicht in die westlichen Länder gelangen, da ihnen dafür das nötige Geld fehlte. Es scheint auch der Eindruck verbreitet gewesen zu sein: »... unsere Leute wollen uns nicht.«[481] Diese Grundhaltung ist von sowjetischer Seite systematisch verstärkt worden, indem Israel »zum schlimmsten aller Staaten« wurde. Zur Genüge, so meine ich, habe ich dargelegt, daß die Sowjetunion alle möglichen Kontaktwege systematisch abblockt, und wenn jetzt ein junger Jude tatsächlich in den Westen gelangte, ja was soll er vorweisen, daß seine Herkunft glaubhaft wirkt, wie soll er sich legitimieren? Würde er nicht als Provokateur, als Spinner abgetan, und selbst wenn er glaubhaft wirkte, würde es dann nicht heißen, er verkrafte Auschwitz nicht und flüchte sich in Wahnideen?

Weiter: Warum hat keiner, der von deutscher Seite daran beteiligt war, sich gegen den Vorwurf des Massenmordes verteidigt, wenn es so einfach war? Der Kreis, der wußte, was tatsächlich geschah, der mehr wußte als: die Juden kommen nach dem Osten, war sicher sehr klein. Von der Spitze (Hitler, Himmler, Heydrich) abgesehen, wußten es sicher nur wenige, und die meisten waren »vor Ort«. Man bedenke, für die Durchführung war es doch nur für die wenigsten Stellen wichtig zu wissen, was eigentlich geschah. Warum sollte jemand wie Eichmann wissen, wohin die Juden kamen? Und es waren sicher viel weniger an der konkreten Abwicklung beteiligt, als der Leser glaubt. Und jene, die vor Ort von deutscher Seite waren, wurden gewiß von der Sowjetunion im Zuge der Eroberung Weißrutheniens vollständig erfaßt. Ich würde auch vermuten, daß es spezielle Geheimhaltungserklärungen gab, die der Sowjetunion in Berlin in die Hände gefallen sind und woraus sie entnehmen konnte, wer was gewußt hat. Und auch hier gibt es das Problem der Glaubwürdigkeit. Wenn ein Mann wie Stangl - als Kommandant von Treblinka hat er vielleicht etwas gewußt - erklärt hätte, die Juden seien nach dem Osten, nach Minsk abtransportiert worden, wer hätte seinem Wort - und was sollte er sonst vorweisen - geglaubt?

Inzwischen stellt sich dem Leser vielleicht eine ganz andere Frage. Was ist mit der atemberaubenden Entwicklung in der Sowjetunion? Bricht hier nicht vieles auf und wirkt es nicht völlig unglaubhaft, daß hier solche Ungeheuerlichkeiten, wie von mir behauptet, verborgen bleiben könnten? Gibt es nicht inzwischen einen Obersten Sowjet, der zahllose bis dato in der Sowjetunion für unmöglich gehaltenen Gesetze beschließt, die ausschließen, daß Weißrußland so im Dunkel liegt? In der Tat, wenn diese Gesetze dort gelten würden! Aus dem dadurch entstandenen Dilemma wurde ein raffinierter Ausweg gefunden: Tschernobyl. Dazu folgende Meldung vom 13. Juli 1990:

»Die Sowjetrepublik Weißrußland ist auf Beschluß des Obersten Sowjet in Minsk zum Ökologischen Notstandsgebiet erklärt worden... Der Ständige Vertreter Weißrußlands bei den Vereinten Nationen sei angewiesen worden, dies der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Laut ADN wurde der Beschluß nach einer Anhörung zu den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (April 1986) gefaßt, von der auch Weißrußland stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Für Weißrußland seien alle Vorschriften sowjetischer Ministerien und Staatskomitees außer Kraft gesetzt worden, die der ›Umsetzung des Republikprogramms zur Überwindung der Katastrophe im Wege stehen‹.«[482]

Wieder geschieht, bezogen auf Weißrußland, etwas Ungewöhnliches, was eine Sonderrolle dokumentiert. Tschernobyl liegt in der Ukraine, nur beschließt diese bislang kein solches Programm t Welche Möglichkeiten sich für Weißrußland aus dem obigen Beschluß ergeben, ist offensichtlich. Doch auch damit nicht genug. Am 3. August 1990 findet sich folgende Meldung:

»Die Sowjetunion hat die Bahn- und Straßenübergänge an ihrer Grenze zu Polen für Sowjetbürger geschlossen. Im Moskauer Fernsehen hieß es weiter, die Regierung habe die Maßnahme verfügt, um dem Schmuggel- und Wucherwesen ein Ende zu machen.«[483]

Nun zu den Fragen. In den vorherigen Kapiteln haben sich aus den zusammengetragenen Fakten vielerlei Fragen ergeben, teils wurden sie schon dort gestellt, teils geschah es nicht. Hier soll jetzt eine komprimierte Zusammenstellung von möglichen Fragen folgen, wenngleich keineswegs eine vollständige Frageliste vorgelegt wird. Fragen, die man eigentlich sinnvoll beantworten müßte, wenn man meine These ablehnt.

  1. Wieso hat sich die Bevölkerung Weißrußlands so beträchtlich erhöht?
  2. Warum gibt es diese eigentümlichen Bevölkerungsnester?
  3. Was sind das für neue Siedlungen, die 1943 auf deutschen Heereskarten auftauchen?
  4. Was heißt: Hitler schickt die Juden in den Morast?
  5. Warum vergleicht Hitler das Schicksal der Juden immer wieder mit dem der deutschen Auswanderer? Warum rechtfertigt er sich damit so oft?
  6. Wieso macht sich Hitler Gedanken, was mit den Juden nach dem (gewonnenen) Krieg geschehen soll?
  7. Was ist aus den Plänen Rosenbergs über die Umsiedlung der Juden nach Weißruthenien geworden?
  8. Warum wird die Planung für WeiSruthenien plötzlich umgeworfen, warum wird es in eine zivil- und eine militärverwaltete Zone geteilt?
  9. Was soll im Protokoll der Wanuseekonferenz die Formulierung »kommende Endlösung«? Haben die Aktionen der Wanuseekonferenz demnach nicht irgendwie einen vorläufigen Charakter?
  10. Worin besteht die Sonderrolle Weißrutheniens?
  11. Worin besteht die Pflicht der Weißruthenen dem kommenden neuen Europa gegenüber?
  12. Was bedeutet: Weißruthenien muß neu geformt werden? Warum?
  13. Warum werden Bauern aus dem Ostteil Weißrutheniens in den Westteil umgesiedelt?
  14. Warum wird dieser Vorgang auf regionaler Ebene so groß herausgestellt?
  15. Weshalb sollen nach dem Kriege neue Siedlungen in Weißruthenien gegründet werden?
  16. Warum sind die Dörfer in Weißruthenien übervölkert? Gibt es keine Kriegs- und Fluchtfolgen?
  17. Warum wird Weißruthenien in der Ostkartei so stiefmütterlich behandelt?
  18. Warum gibt es im Ostteil von Weißruthenien keine Dienstpostämter?
  19. Warum gibt es keinen Postverkehr für die Zivilbevölkerung in Weißrußland, wohl aber in der Ukraine?
  20. Weshalb ist das Zeitungswesen in Weißruthenien so schwach ausgebaut im Gegensatz zu anderen besetzten Gebieten?
  21. Warum fehlen plötzlich die Durchgangsstraßen im Raum Bobruisk?
  22. Ist es Zufall, daß die »Vernichtungslager« alle an der Grenze von Eisenbahnverwaltungsbereichen liegen?
  23. Welche Transportkommandos konnte Höß an Zigeuner vergeben?
  24. Was heißt »SB nach sechs Monaten«?
  25. Warum gibt es 1942 soviele Transporte nach Minsk und Um
  1. gebung? Warum wurden diese Menschen nicht in den Vernichtungslagern getötet?
  1. Warum wurden die Insassen des Zuges, der am 31.7.1942 Minsk erreichte und aus Warschau kam, nicht in Treblinka getötet?
  2. Was heißt West-Ost-Verschiebung? Welche Hilfsarbeiten waren dafür nötig?
  3. Welche Siedler sollen nach Globocnik Leistungen in Brasilien oder im fernen Osten erhalten?
  4. Wieso kann das Abschieben rumänischer Juden die Evakuierung deutscher Juden stärkstens gefährden?
  5. Wieso spielt es eine Rolle, daß die deutschen Juden ein Vielfaches intelligenter sind als die Juden Weißrußlands?
  6. Was sollen die Kategorien:
  7. Wieso wird in den vertraulichen Informationen der NSDAP von »Vorbereitenden Maßnahmen zur Endlösung« gesprochen? Und das Ende 1942?
  8. Wieso ist nach einem siegreichen Krieg, »der Augenblick für eine endgültige Lösung der Judenfrage gekommen«?
  9. Was veranlaßt Bormann 1943 zu erklären, daß jede Erörterung einer künftigen Gesamtlösung unterbleiben muß?
  10. Wieso konzentriert sich der Schwerpunkt der Partisanenbewegung auf Weißrußland?
  11. Wieso beginnt der Partisanenkampf nicht unmittelbar nach dem Abzug der sowjetischen Truppen sondern erst ein Jahr später?
  12. Wieso kämpfen so viele Tschechen, Slowaken, Griechen, Spanier und Franzosen in Weißruthenien in der Partisanenbewegung? Wie kamen sie da hin?
  13. Warum stoppt Horthy plötzlich den Transport der ungarischen Juden nach Auschwitz?
  14. Ist es reiner Zufall, daß im selben Moment Weißruthenien von den sowjetischen Truppen überrannt wird?
  15. Wieso kommt es plötzlich zur Umkehr der Transporte?
  16. Warum wird in Auschwitz nicht bis 1945 weiter getötet?
  17. Weshalb läßt die Sowjetunion einen »eisernen Vorhang« an ihren Einflußbereich herunter? Und das in dem Moment, in dem sie ihr Territorium befreit hat!
  18. Wieso entsteht in den von Deutschland besetzten sowjetischen Gebieten in dem Moment ein neuer Antisemitismus, in dem die Juden dort alle ermordet werden?
  19. Warum wird Raoul Wallenberg festgenommen?
  20. Wieso wird Weißrußland Gründungsmitglied der UN?
  21. Weshalb läßt Stalin Michoels ermorden?
  22. Warum werden plötzlich so viele jüdische Einrichtungen zerschlagen?
  23. Warum werden nach dem Krieg Sperrgebiete eingeführt? Warum sind diese Gebiete so groß?
  24. Warum werden plötzlich bestimmte deutsche Einheiten gesperrt? Warum geschieht dies nicht gleich nach dem Krieg? Warum kämpften so viele dieser Einheiten in Weißruthenien?
  25. Warum beginnen diese Maßnahmen alle 1948?
  26. Was soll der Vorwurf gegen Slansky, er habe eine zionistische Verschwörung organisiert?
  27. Ist es rein zufällig, daß durch diese Prozesse die Juden in den sowjetisch kontrollierten Ländern aus Partei- und Staatsstellungen entfernt wurden?
  28. Warum will Stalin die verbliebenen sowjetischen Juden in die Ostbezirke der Sowjetunion deportieren lassen?
  29. Warum wird das Judentum in der SU systematisch zerstört
  30. Wieso ist Israel der »schlimmste aller Staaten«?
  31. Welche Aufgabe hat die Jüdische Abteilung der Fünften Hauptverwaltung des KGB?
  32. Was verbirgt sich hinter den unterschiedlichen Bevölkerungsangaben von Weißrußland?
  33. Warum darf sich ein Sowjetbürger auch heute noch nicht frei bewegen?
  34. Warum werden ausländische Touristen in der Sowjetunion und vor allem im Raum Minsk so intensiv überwacht?
  35. Weshalb ist der Grenzübergang Brest geöffnet, wenn offenbar nur 15 Autos am Tag ihn passieren können?
  36. Warum hat Weißrußland ein so großes Gewicht innerhalb der KPdSU?
  37. Weshalb hat das Polizeiwesen eine so zentrale Bedeutung in Weißrußland?
  38. Wieso entstehen in Weißrußland Tausende Ortschaften und Dörfer neu? Ist das kein Widerspruch zu der Bevölkerungsabnahme?
  39. Wieso braucht Weißrußland 500000 Hilfspolizisten?
  40. Warum investiert die Sowjetunion nach dem Krieg soviel in Weißrußland? Woher kommen die vielen qualifizierten Kader?
  41. Was verbirgt sich hinter Marina Gorka?
  42. Und was ist mit dem Gedicht zu Ehren Michoels?

Viele, viele Fragen! Noch viel mehr könnten gestellt werden, und der aufmerksame Leser weiß sicher weitere. Wie kann man sie beantworten? Durch eine einzige Annahme: Die Endlösung bestand im Kern darin, daß die Juden in den Ostteil von Weißruthenien umgesiedelt wurden.


Anmerkungen zu: Fragen

  1. Ebbo Demant(Hrsg), Auschwitz - ›Direkt von der Rampe weg...‹ Kaduk, Erber, Klehr: Drei Täter geben zu Protokoll. Reinbek bei Hamburg, 1979, S. 32. Auch bei Simon Wiesenthal kann man die Fassungslosigkeit spüren über die Entdeckung, daß sowohl die jüdischen Zeitungen in Palästina als auch in den USA so gut wie nichts berichteten. Wiesenthal: »Wo war da, wenigstens in den jüdischen Zeitungen, ein Aufschrei, eine tägliche Mahnung?« In Simon Wiesenthal, Recht, nicht Rache. Frankfurt/ M.-Berlin 1988, S. 285.
  2. »Weißrußland zum Ökologischen Notstandsgebiet erklärt«, in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. Juli 1990, S. 1.
  3. »Sowjetunion schließt die Grenzen zu Polen« In Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. August 1990. S. 1.

VI. Die Endlösung

Was verbirgt sich hinter dem Wort »Endlösung«? Was ist tatsächlich geschehen? Ich werde versuchen, eine gesamte Darstellung der Entwicklung zu geben. Sie wird sicher im Detail und hin und wieder auch in wesentlichen Aussagen fehlerhaft sein, die Grundzüge dürften aber stimmen. Ich bin mir der Problematik von Aussagen, die sich auf deduktive Schlüsse stützen, bewußt. Dieser Abschnitt wurde auch erst nach langem Schwanken und letztlich selbst jetzt noch widerwillig geschrieben. Widerwillig, weil er als Basis für böswillige Auslassungen dienen könnte, letztlich doch, da ich meine, daß es hilfreich sein könnte, wenn der eine oder andere Leser eine geschlossene Darstellung für sein Urteil erhält. Betonen möchte ich ausdrücklich, daß sich meine Aussagen, die den Kern der Arbeit bilden, in den Kapiteln: ›Eine Entdeckung‹,›Fakten I‹ und ›Fakten II‹ finden.

A. Die deutsche Seite

Beginnen will ich mit der Situation, wie sie zum Zeitpunkt der Arbeitstagung des »Instituts zur Erforschung der Judenfrage« am 27. März 1941 bestand. Die Mächtigen des Dritten Reiches suchten nach einem Ort, an dem sie die Juden in ihrem Einflußgebiet ansiedeln könnten. Innerhalb ihres Machtbereiches war der Raum Lublin zunächst in Erwägung gezogen, dann aber verworfen worden, da dort die Siedlungsdichte zu groß war und die Juden sich nicht aus sich selbst heraus hätten ernähren können. Die Suche richtete sich deshalb auf Gebiete außerhalb des deutschen Einflußbereiches.

Durch den Einmarsch in die Sowjetunion änderte sich plötzlich die Situation. Ein siegreicher Abschluß des Feldzuges mußte bei dem riesigen Territorium der Sowjetunion völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Deshalb erhielt Heydrich von Göring den Auftrag, die Voraussetzungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet zu schaffen.

a). Die Entscheidung. Auch die Deutsche Botschaft in Paris, die die Juden Frankreichs ausgesiedelt haben wollte, trat mit entsprechenden Vorschlägen an Himmler heran. Rosenberg, auf der Suche nach Gegenmaßnahmen zum Kalinin-Plan, die Rußlanddeutschen umzusiedeln, erwog ebenfalls die Möglichkeiten, die Juden nach dem Osten umzusiedeln. Auf sein Geheiß unterbreitete Bräutigam den Plan Hitler, der großes Interesse bekundete, aber die Stellungnahme des Auswärtigen Amtes forderte. Langsam nahm der Plan Gestalt an. WeiGruthenien, von Rosenberg als Auffangbecken »unsozialer Menschen« aus den baltischen Ländern vorgesehen, schien prinzipiell geeignet. Als Raum wurde der Östliche Teil Weißrutheniens ausgewählt. Am 25. Oktober 1941 empfing Hitler Himmler und Heydrich, um ihnen seine Entscheidung mitzuteilen und weitere Schritte zu besprechen. Nach den Erfahrungen mit der Euthanasie befürchtete Hitler Proteste der deutschen Öffentlichkeit - das für die Juden vorgesehene Gebiet war sehr unwirtlich - und verfügte deshalb strengste Geheimhaltung. Auf der Wannseekonferenz wurde dann die grundsätzliche Planung von Heydrich den Vertretern des Auswärtigen Amtes mitgeteilt, die ja bei der europaweiten Umsiedlung der Juden mithelfen mußten.

b) Die Maßnahmen. Die eben gebildete organisatorische Struktur Weißrutheniens wurde umgehend umgeworfen. Südliche Teile wurden dem Reichskommissariat Ukraine zugeschlagen, ein neuer, erheblich verkleinerter, auf die westliche Hälfte reduzierter Generalbezirk Weißruthenien gebildet, der Rest unter Militärverwaltung gestellt; die dort gerade gegründeten Gebietskommissariate wurden aufgelöst. Unklar war nur, und das blieb so bis zum Ende des Krieges, ob die Juden im Ostteil von Weißruthenien auf Dauer verbleiben oder ob sie später noch in einem anderen Gebiet angesiedelt werden sollten. Rosenberg, der »sein« Ostland natürlich irgendwann »judenfrei« haben wollte, war für die Umsiedlung. Hitler wollte erst den Ausgang des Krieges abwarten und entschied sich für die Sprachregelung, daß die »eigentliche Endlösung« erst nach dem »Endsieg« durchzuführen sei.

Als erstes werden in Weißruthenien mit Hilfe der vorhandenen jüdischen Arbeitskräfte in den Städten Gettos und auf dem Lande Lager aus- und aufgebaut, um die Juden aufzunehmen. Nach diesen Vorbereitungsarbeiten für die sogenannte »West-Ost-Verschiebung« werden die Juden, bis auf wenige wichtige Handwerker, in die militärverwaltete Zone verbracht, um Platz zu schaffen für die Juden aus dem Generalgouvernement, aus Deutschland, die solange in den Zwischenlagern der zivilverwalteten Zone Weißrutheniens verbleiben, bis für sie Lager in der militärverwalteten Zone bereit stehen. So werden die Juden etappenweise im Ostteil Weißrutheniens konzentriert. Im Generalgouvernement wird Globocnik mit der Organisation der Umsiedlung der Juden beauftragt. Er errichtet an der Grenze zwischen dem Generalgouvernement und dem Osten drei Lager: Belzec, Sobibor und Treblinka. Die Juden werden regional gesammelt, dann in das eisenbahntechnisch am günstigsten gelegene Lager gebracht und von dort weiter nach Weißrußland transportiert. Für die Juden aus den anderen Teilen Europas wird Auschwitz als Zwischenlager vorgesehen, da Auschwitz an einem großen Eisenbahnknotenpunkt liegt und somit als Sammelpunkt der Juden aus dem restlichen Teil Europas bestens geeignet ist. Höß baut als eigentliches Zwischenlager Birkenau auf, von dem die Transporte nach dem Osten, von den restlichen Häftlingen in Auschwitz unbemerkt, abgehen können. Die Transporte der Juden aus den west- und südeuropäischen Ländern werden durch die dortigen Behörden mit Unterstützung der einheimischen Polizei und gegebenenfalls mit Hilfe der deutschen Truppen zusammengestellt. Eichmann organisiert den Transport der Juden nach Auschwitz und übergibt sie an Höß. Höß sucht sich noch geeignete Arbeitskräfte für die dem KZ Auschwitz angeschlossenen Industriebetriebe aus, der Rest wird nach dem Zwischenlager Birkenau gebracht, und von dort geht es in Sonderzügen weiter nach Weißruthenien.

In Weißrußland wird zunächst die Bevölkerung propagandistisch auf die anzusiedelnden Juden und auf ihre Umsiedelung vorbereitet. Die Grundmuster der Argumentation lauten: Der Westteil von Weißruthenien sei die eigentliche Heimat der Weißruthenen, die Heimat der Väter, da hätten sie ethnographisch ihren Schwerpunkt. Generell müsse Weißruthenien neu geformt werden und im entstehenden nationalsozialistischen Europa die Aufgabe übernehmen, den Juden Raum zu geben.

Um zu verhindern, daß über die Judenansiedelungen Nachrichten nach Deutschland gelangen, werden in Weißruthenien nur wenige Zeitungen zugelassen, der Reiseverkehr wird auf ein Minimum beschränkt, und der Postverkehr für Private ist nicht erlaubt.

Schrittweise werden die Weißruthenen aus dem Ostteil des Landes nach Westen umgesiedelt. Sie finden zunächst Aufnahme in den vorhandenen Dörfern. An die Gründung neuer Ortschaften ist während des Krieges nur begrenzt zu denken. Das wird für die Zeit nach dem Krieg angekündigt. Einzelne Bauern aus dem Ostteil erhalten während des Krieges schon neue Höfe, um den anderen Hoffnung zu geben. An der Grenze zur militärverwalteten Zone werden Dörfer als Wehrdörfer ausgebaut mit der Aufgabe, die Grenze zwischen dem Ost- und dem Westteil zu bewachen, um zu verhindern, daß die Juden ihr Territorium verlassen.

Die Juden erhalten innerhalb ihres Gebietes eine beschränkte Selbstverwaltung unter deutscher Kontrolle. So bleibt die Gerichtsbarkeit für schwerwiegendere Fälle bei Deutschland.

c) Komplikationen. Die planmäßige Durchführung der Umsiedlung wird durch vielerlei Widerstände erschwert. So begann Rumänien seinerseits, rumänische Juden in die Sowjetunion abzuschieben, wodurch die Aussiedlung deutscher Juden behindert wurde. Auch Frank war bestrebt, die Juden aus dem Generalgouvernement möglichst rasch nach dem Osten umzusiedeln, schneller, als man im Generalbezirk Weißruthenien die ankommenden

Juden um- und ansiedeln konnte. Hier ergaben sich nämlich unvorhergesehene Schwierigkeiten: Unter den deutschen Juden, die nach Weißruthenien kamen, befanden sich viele weltkriegserfahrene Männer. Diese begannen mit dem Aufbau einer Partisanenbewegung, die sich auf viele der einheimischen Juden stützen konnte, die sich aus Angst vor den Deutschen noch in den Wäldern befanden. Dadurch wurde nicht nur die Versorgung der Front erschwert, sondern auch die Ansiedlung der ankommenden Juden. Verstärkt wurde die Partisanenbewegung noch durch kommunistische Spanienkämpfer, die aus den Lagern in Frankreich nach dem Osten abgeschoben wurden. Viele jüngere Juden aus allen europäischen Ländern schlossen sich der Partisanenbewegung an. Im Zuge der Umsiedlung der Weißruthenen aus ihrer angestammten Heimat in den Westteil erhielt die Partisanenbewegung weiteren Zulauf.

In Polen ergaben sich ganz andere Schwierigkeiten. Durch die Aussiedlung der Juden aus teils abgelegenen ländlichen Gebieten Polens wurden Seuchen nach Auschwitz und nach dem Osten eingeschleppt, gegen die zwar die Überträger immun waren, aber nicht die anderen Juden oder die SS-Mannschaften. Um diese Seuchen zu stoppen, wurden diese potentiellen Überträger in Birkenau ein halbes Jahr in Quarantäne gegeben. Der fortlaufende Transport der Warschauer Juden nach Treblinka und deren scheinbar spurloses Verschwinden von dort führte dazu, daß die umzusiedelnden Juden im Getto den Gerüchten über den Massenmord Glauben schenkten und so voller Verzweiflung den Aufstand des Warschauer Gettos begannen.

d) Der Abbruch der Endlösung. Nach der Niederlage der deutschen Truppen in Stalingrad begann die Front, sich langsam wieder nach Westen zurückzubewegen. Die sowjetischen Truppen schoben sich immer mehr an den Ostteil von Weißruthenien heran. Horthy, der sich bei Hitler direkt über die Lage der Juden im Osten erkundigt hatte, gab schließlich zögernd seine Einwilligung für die Deportation der ungarischen Juden. Mitten in diesem Umsiedlungsprozeß überrannten sowjetische Verbände mit ungeheurer Wucht und Schnelligkeit den Ostteil von Weißruthenien. Horthy stoppte darauf den Transport der ungarischen Juden, da die Züge kein Ziel mehr hatten. Himmler, immer auf eine Wendung des Kriegsglücks hoffend, schloß sich nur zögernd an. Die in Auschwitz verbliebenen Juden, zum größten Teil arbeitsfähig, wurden daraufhin nach Deutschland gebracht.

B. Die sowjetische Seite

1. Der Zeitraum bis Juli 1944

Die ersten Nachrichten über die Ansiedlung der Juden durch Deutschland in Weißruthenien und die damit verbundene Umsiedlung der Weißruthenen lösten bei den weißrussischen Soldaten eine Welle des Antisemitismus aus. Vermutlich wurde das durch entsprechende Nachrichten von Stalin gefördert, der ziemlich rasch die Möglichkeiten gesehen haben dürfte, die sich einer skrupellosen Macht hier boten. Die sowjetische Führung versuchte, die in Weißrußland entstehende jüdische Partisanenbewegung zu kontrollieren, was ihr auch zum Teil gelang, da sie Waffen und Munition liefern konnte.

Das Problem war natürlich, was aus diesen Menschen nach dem Kriege werden sollte. Hitlers Antisemitismus hatte dem Wunsch der Juden nach einem eigenen Staat neuen Auftrieb gegeben, und es scheint, daß viele der angesiedelten Juden in Weißrußland, wo es eine alte jüdische Tradition gab, ihre Zukunft sahen, wenngleich natürlich nicht unter deutscher Kontrolle. Eine jüdische Republik im Verband der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken war denkbar, nur würde sich diese neue Unionsrepublik nicht so naht- und problemlos dem Schicksal der anderen russisch kontrollierten Sowjetrepubliken fügen, zumal sie auf bedeutende internationale Unterstützung zählen konnte. Stalin hat die Weichen - auf die totale Kontrolle der Juden - gestellt, da vor allem die westlichen Juden hochqualifiziert waren und somit ein enormes wirtschaftliches Potential darstellten. Als Zubrot ergab sich die Möglichkeit, Deutschland auf Jahrzehnte zu diskreditieren.

Der Angriff auf Weißruthenien wurde so geplant und vorbereitet, daß das Gebiet in wenigen Tagen überrollt werden konnte, so war sicher gestellt, daß kaum jemand Weißruthenien verlassen konnte. Prominente Mitwisser, wie der Schwede Wallenberg, wurden unter fadenscheinigen Vorwänden festgesetzt und verschwanden für immer. Da die Rote Armee als erstes Berlin erreichte und sichergestellt war, daß sie für etwa acht Wochen die Stadt allein kontrollierte, war es leicht, die einschlägigen Unterlagen, wie auch Personallisten über potentielle Mitwisser außerhalb Weißrutheniens, zu erbeuten. Die Tätigkeiten der Betreffenden bezogen sich auf die Sowjetunion, und so war es leicht, die Alliierten zu einer Auslieferung zu bewegen. Dort aber, wo sie in Polen tätig gewesen waren, wurden die befreundeten Polen tätig, so bei Gerstein und Höß.

2. Der Zeitraum von Juli 1944 bis 1947

Die befreiten Juden wurden zunächst vertröstet. Erst war natürlich der Krieg zu gewinnen, aber gleichzeitig begann Stalin, sich des jüdischen Potentials zu bedienen. Riesige Mittel, mehr als jemals zuvor, wurden umgehend in Weißrußland eingesetzt. Hunderte neuer Betriebe wurden gegründet, die Dörfer wiederaufgebaut oder neu gegründet, soweit das nicht schon unter der deutschen Besetzung geschehen war.

Vor allem bei den aus dem Westen kommenden Juden regte sich der Wunsch, dieses unwirtliche Gebiet zu verlassen. Sie wurden über Michoels bei Stalin vorstellig, er möge ihnen die verlassene Krim als neue Heimat zur Verfügung stellen. Stalin verzögerte die Entscheidung.

3. Das Jahr 1948

Ende 1947 fällt Stalin die endgültige Entscheidung: Die Juden und ihr Schicksal sind totzuschweigen. Als Auftakt läßt er Michoels in Minsk ermorden. Dann wartet er noch die Gründung des Staates Israel ab und nimmt sie als Anlaß, bei den Juden in Weißrußland den Eindruck zu verstärken, daß der Rest der Welt kein Interesse an ihnen habe. Dann geht es Schlag auf Schlag:

Zahllose jüdische Einrichtungen werden aufgelöst, prominente Juden in der Sowjetunion aus ihren Stellungen verdrängt, jüdische Zeitungen verboten. Stalin trifft Vorbereitungen, um Juden in einflußreichen Positionen in den kommunistischen Parteien Ungarns, Polens, Rumäniens, der Tschechoslowakei, Bulgariens und der Ostzone auszuschalten. Alle Möglichkeiten der Juden, über prominente kommunistische Juden Kontakte zum Westen aufzunehmen, sollen unterbunden werden.

Die Informationsmöglichkeiten der ausländischen Diplomaten werden drastisch beschnitten: zahllose Sperrgebiete entstehen, die sie nicht betreten dürfen.

Die Grenzen werden zu einem perfekten System ausgebaut, damit jede Flucht verhindert werden kann.

Die deutschen Kriegsgefangenen werden zunächst grob sortiert in Einheiten, die auf Grund ihres Einsatzortes etwas über die Juden in Weißruthenien wissen könnten, die sogenannten gesperrten Einheiten entstehen. Deren Mitglieder werden detaillierten Befragungen unterworfen, wer etwas wissen könnte, verschwindet in Sibirien. Die Spur von Hunderttausenden wird verwischt.

4. Der Zeitraum von 1949 bis 1953

Stalin verstärkt diese Anstrengungen, alle beschriebenen Maßnahmen werden fortgeführt und perfektioniert. So werden die geplanten Prozesse durchgeführt, der Antizionismus gefördert und vor allem die Assimilation der nicht in Weißrußland lebenden Juden. Sein Hauptziel ist es jedoch, die Juden endgültig in Sibirien verschwinden zu lassen. Dazu veranlaßt er den sogenannten Ärzte-Prozeß und ein entsprechendes Szenarium zur Verschickung der Juden. Stalins Tod verhindert die Ausführung.

5. Der Zeitraum ab 1953

Nach Stalins Abtreten geht der eingeleitete Prozeß stetig weiter. Die Wirtschaft Weißrutheniens wird weiter ausgebaut, der einsetzende Arbeitskräftemangel führt zu Umsiedlungen aus dem Westteil nach dem Ostteil. Die Orte werden weiter ausgebaut. Die belorussische KP gewinnt an Einfluß durch die Leistungen der einheimischen Industrie. Verstärkt werden aber auch der Überwachungsapparat und die Polizei. 1983 verfügt der Innenminister über 500000 Hilfspolizisten, um seine Überwachungs- und Kontrollfunktionen wahrnehmen zu können.

Die UdSSR muß sich langsam für den Westen Öffnen, der Tourismus kann nicht völlig unterbunden werden: dazu wird der Geheimdienstapparat geeignet erweitert. Spezielle Einrichtungen entstehen, um die Touristen völlig überwachen zu können. Die Sperrgebiete werden ausgeweitet.

Die Juden werden, soweit es sich um sowjetische Juden handelt, verstärkt zur Assimilation angehalten. Jüdische Kultur wird systematisch vernichtet, der Staat Israel zum »schlimmsten Staat« der Welt propagiert.


VII. Was ist zu tun?

Der nachdenkliche Leser wird fragen, was man tun soll. Da es sich bei meinen Ausführungen um einen Indizienbeweis handelt, so kann er durch weitere Indizien erhärtet werden. Am besten wäre es natürlich, wenn sich die einschlägigen Akten fänden und wenn man Zugang zu den entsprechenden Gebieten hätte!

Und Gorbatschow? So wird mancher fragen, der nicht glauben kann, daß er - und das muß man unterstellen - diese Ungeheuerlichkeiten deckt, wo sich mit seinem Namen soviel Hoffnung für viele verbindet. Es gäbe zwei einfache Maßnahmen, die Gorbatschow veranlassen könnte, um meine Argumentation zu widerlegen. Maßnahmen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten und von denen eine von einem glaubwürdigen Gorbatschow schon lange angeordnet sein sollte, da sie doch den Kern von Glasnost trifft: die Herstellung der Bewegungsfreiheit in der Sowjetunion. Im einzelnen:

Aufhebung der Sperrgebiete in der Sowjetunion für die Diplomaten.

Reisefreiheit für Touristen und vor allem Journalisten; man bedenke, daß alle Berichte über die Unruhen in der Sowjetunion aus sowjetischen Quellen stammen. Warum können westliche Journalisten darüber nicht unmittelbar berichten? Weshalb können Besucher in der Sowjetunion sich nicht genauso frei bewegen wie in anderen sozialistischen Ländern? Wäre das nicht Glasnost?

Sehr hilfreich und überzeugend wäre es, wenn die Sowjetunion alle deutschen Akten und Unterlagen über Weißruthenien an Deutschland zurückgeben oder zumindest der internationalen Öffentlichkeit zugänglich machen würde. Warum sollte sie das 45 Jahre nach dem Krieg nicht tun?

Was die Bundesregierung betrifft: Wäre es unbillig, wenn sie solche Forderungen erhebt? Gorbatschow verdient doch so viel Vertrauen! Wird sie etwas tun? Ich befürchte, man hat Angst, Gorbatschow könnte das »Vertrauen« nicht verdienen, und wird deshalb das tun, was man in solchen Fällen immer tut: nichts!

Am sinnvollsten, weil noch am realistischsten, würde es mir aber erscheinen, wenn die Regierungen des Staates Israel und der Bundesrepublik Deutschland eine unabhängige Kommission einsetzten, um die hier aufgestellten Behauptungen zu überprüfen!

Aber ich vermute, daß keiner der erwähnten Schritte geschehen wird. Was kann der Leser aber dennoch tun? Interessant wären weitere Fakten über den Themenkomplex, und da gibt es viele Bereiche, wo noch weitere Informationen so oder so hilfreich sein könnten. Beispiele:

A. Informationen aus der Zeit 1941 bis 1944

B. Informationen aus der Sowjetunion nach 1944

Woher haben westdeutsche Verlage die Bevölkerungsverteilungskarten in den hier erschienenen Atlanten über die Sowjetunion?

Es gibt durchaus zugängliche Literatur über Weißrußland, die nach 1945 in der Sowjetunion erschienen ist. Wer beherrscht die Sprachen und kann sie durcharbeiten? Wer hat Zugang zu Presseerzeugnissen aus Weißrußland?

Wer hat Karten über das heutige Weißrußland? Wer hat das Land bereist und einschlägige Erfahrungen?

Welche Fragen stellten die sowjetischen Vernehmer, um deutsche Kriegsgefangene von »Gesperrten Einheiten« auszusondern?


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