5. Alfred Rosenberg

Mit den vorstehenden Hinweisen ist die "Beweisführung" durch Öffentliche Äußerungen führender Männer des Dritten Reiches zur angeblich planmäßigen Judenvernichtung an sich schon erschöpft. Lediglich der "Großinquisitor von Feindes Gnaden", der frühere preußische Oberregierungsrat und heutige Frankfurter Rechtsanwalt Robert M. Wassili Kempner, hat es versucht, auch noch den ehemaligen Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, als Gewährsmann von besonderem Gewicht für die Judenmord-Legende zu bemühen. Er verweist auf eine "bisher nicht veröffentlichte, von Rosenberg selbst gezeichnete Niederschrift" über eine Ansprache vor Presseleuten, die "niemand mitschreiben durfte". Danach soll Rosenberg am 18. November 1941 über die ihn in den besetzten Ostgebieten erwartenden Aufgaben u.a. folgendes gesagt haben [157]:

"Im Osten leben etwa 6 Millionen Juden, und diese Frage kann nur gelöst werden in einer biologischen Ausmerzung des gesamten Judentums in Europa. Die Judenfrage ist für Deutschland erst gelöst, wenn der letzte Jude das deutsche Territorium verlassen hat, und für Europa, wenn kein Jude mehr bis zum Ural auf dem europäischen Kontinent steht... Wir haben deshalb vorzubeugen, daß nicht ein romantisches Geschlecht in Europa die Juden wieder aufnimmt. Und dazu ist es nötig, sie über den Ural zu drängen, oder sonst irgendwie zur Ausmerzung zu bringen."

Es ist erstaunlich, welche Einfälle Leute wie Kempner haben, wenn es darum geht, "Beweise" für ihre Judenmordthese herbeizuschaffen. Leider übersehen sie dabei in ihrem Eifer nur allzu oft Dinge, die ihrer Darstellung von vornherein den Anschein der Unglaubwürdigkeit geben müssen. Was sollte wohl eine Pressekonferenz für einen Sinn haben, bei der die Teilnehmer kein Wort mitschreiben und -- so muß die logische Folgerung wohl lauten -- auch nicht über das Gehörte berichten dürfen? Jeder noch halbwegs normal und unbefangen denkende Leser muß sich hier doch sagen, daß es eine solche Pressekonferenz nie gegeben haben kann. Die Fundstelle für seine "Entdeckung" hat Kempner natürlich nicht mitgeteilt.--

Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem "Dokument" also wieder einmal um eine Fälschung. Dafür spricht insbesondere die bereits im ersten Satz auftauchende "magische Zahl" von 6 Millionen Juden, jener Zahl also, die seit den Nürnberger Prozessen die Grundlage der Judenmordlegende bildet. Da nach dieser Legende in den besetzten Ostgebieten 6 Millionen Juden ermordet worden sein sollen, so müssen dort natürlich mindestens ebenso viele Juden gelebt haben. Indessen konnte davon im Zeitpunkt der angeblichen Äußerungen Rosenbergs nicht im entferntesten die Rede sein [158]. Darüber hinaus fällt die Unlogik des ersten Satzes auf, die einem Mann wie Rosenberg kaum zuzutrauen ist. Denn die Frage der im Osten lebenden Juden und die Lösung des gesamteuropäischen Judenproblems stehen in keinem unmittelbaren Zusammenhang. Hier werden in einem Satz zwei verschiedene Probleme miteinander vermengt. Die Sinnlosigkeit der ganzen Passage wird noch vergrößert, indem Rosenberg im zweiten Satz ohne jeden Übergang die deutsche Judenfrage anspricht, die damals bereits durch Auswanderung so gut wie gelöst war [159]. Die angeblichen Ausführungen Rosenbergs sind also nicht nur unlogisch, sondern sie zeugen auch von wenig Sachkenntnis.

Doch sehen wir von diesen naheliegenden ‹berlegungen einmal ab und unterstellen, daß dieses "Dokument" tatsächlich echt ist. Rosenberg spricht darin von einer "biologischen Ausmerzung", was zweifellos nach dem gewöhnlichen deutschen Sprachgebrauch dieselbe Bedeutung wie "Tötung" hat. Doch versteht Rosenberg darunter offenbar gerade nicht die physische Ausrottung der Juden, sondern vielmehr ihre Verdrängung aus dem europäischen Lebensraum über den Ural hinaus. Das geht aus dem letzten Satz des Zitats hervor. Zwar ist die Gleichsetzung von "Ausmerzung" mit "Verdrängung" sprachlich ungewöhnlich; etwas anderes kann aber aus der Wiedergabe des angeblichen Rosenberg-Zitats -- sofern es überhaupt echt ist -- nicht herausgelesen werden. Vielleicht beruhte diese ungewöhnliche Wortwahl Rosenbergs darauf, daß er als Baltendeutscher einen deutschen Begriff nicht zutreffend erfaßt und deshalb falsch angewandt hatte. Ferner muß, da ein so fragwürdiger Gewährsmann wie Kempner das Dokument präsentiert, auch hier wieder an die Möglichkeit sinnentstellender Übersetzungsfehler gedacht werden (vgl. oben Seite 94). Möglicherweise hat also Rosenberg, wenn e seinerzeit vor Presseleuten überhaupt diese oder ähnliche Äußerungen von sich gegeben haben sollte, jedenfalls den Ausdruck "Ausmerzung" gar nicht gebraucht. Letzte Klarheit könnte insoweit nur das Originaldokument geben. Doch dieses ist, wie fast alle wichtigen Dokumente zur angeblichen Judenvernichtung, nicht greifbar.


6. Zusammenfassung

Als Ergebnis dieses Abschnitts bleibt festzuhalten, daß auch die Öffentlichen Äußerungen führender Männer des Dritten Reiches keinen Hinweis auf die angeblichen Gaskammern von Auschwitz-Birkenau geben. Sie bieten nicht einmal ausreichende Anhaltspunkte dafür, daß überhaupt ein Plan zur physischen Ausrottung aller im deutschen Machtbereich befindlichen Juden bestand oder daß Maßnahmen gegenüber den Juden erfolgten, die indirekt auf einen solchen Plan schließen lassen. Allenfalls den Äußerungen Himmlers, wenn sie in der überlieferten Form erfolgten, läßt sich entnehmen, daß in den besetzten Ostgebieten zahlreiche jüdische Menschen -- darunter Frauen und Kinder -- ohne justizförmige Verfahren liquidiert wurden. Doch geschah dies -- darüber kann es überhaupt keinen Zweifel geben -- im Rahmen eines mörderischen Partisanenkrieges, an dem sich erwiesenermaßen auch Frauen und Kinder beteiligten und durch den die deutsche Wehrmacht einige Hundertausend heimtückisch aus dem Hinterhalt ermordete Soldaten verlor [160].

Bezeichnend ist übrigens, daß es keine Öffentlichen Äußerungen von Göring oder Goebbels gibt, die in diesem Zusammenhang herangezogen werden könnten, obwohl beide Hitler am nächsten gestanden haben dürften [161].


Anmerkungen

  1. Kempner, "Eichmann und Komplizen", Seiten 86-87.
  2. Vgl. hierzu Reitlinger, "Die Endlösung", Seiten 557ff.; Härtle, "Freispruch für Deutschland", Seiten 184-186; Rassinier, "Das Drama der Juden Europas", Seiten 113ff.; Harwood, "Did Six Millions Really Die?", Seiten 5ff., deutsche Ausgabe Seiten 7ff.; Butz, "The Hoax...", Seiten 205ff., und "Der Jahrhundert-Betrug", Seiten 263ff.
  3. Von etwa 540.000 im Jahre 1933 in Deutschland lebenden Juden haben zwischen 1933 und 1939 ungefähr 300.000 das Land verlassen; vgl. Rassinier, "Das Drama der Juden Europas", Seite 188, und Reitlinger, "Die Endlösung", Seite 560. Nach einem in den Nürnberger Prozessen vorgelegten Dokument NG-2586 (Bericht des deutschen Außenamtes) waren zwei Jahre später -- nämlich bis zum 31. Oktober 1941 -- bereits 537.000 Juden aus Deutschland ausgewandert: Scheidl, "Geschichte der Verfemung Deutschlands", Band 5, Seite 28. Vgl. ferner Poliakov/Wulf, "Das Dritte Reich une die Juden", Seiten 243ff.
  4. Härtle ("Freispruch für deiutschland", Seite 270) spricht von etwa 500.000 deutsche Soldaten, die nach russischen Erfolgsmeldungen duch sowjetische Partisanen ermordet wurden. Diese Zahl nannte auch der deutsche Abwehrchef Admiral Canaris.
    Über den Anteil der Juden am Partisanenkampf vgl. Härtle aaO. Seiten 271-273, der sich insoweit auf jüdische Quellen stützt. Siehe hierzu auch die Dokumentation von Aschenauer "NS-Prozesse im Lichte der Zeitgeschichte".
  5. Die Goebbels-Reden wurden von Helmut Heiber herausgegeben und kommentiert (siehe Literaturverzeichnis). Die Reden Görings wurden bisher, soviel ich weiß, nicht veröffentlicht.

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