Die Zahl der Juden in der Sowjetunion vor und nach dem Kriege

Von den insgesamt 9,5 Millionen Juden Europas und der Sowjetunion (1931) lebten etwa 3 Millionen in der Sowjetunion (nach Sanning, S. 243). "Sowjetunion" ist hier definiert als "Vorkriegs-Sowjetunion", ehe die Sowjets im Kriege begannen, ihr Staatsgebiet nach allen Seiten durch Eroberung zu erweitern.

3 Millionen

ist die Ausgangszahl für die Beobachtung der gewaltigen jüdischen Bevölkerungs-Verschiebungen in der Sowjetunion während der Kriegszeit.

Wie gesagt, gewann die Sowjetunion im Kriege durch Annexion seit 1939 und 1940 große jüdische Populationen hinzu, und zwar aus Polen (Ostpolen), aus den Baltenstaaten (Estland, Lettland, Litauen), aus Ostrumänien (Nordbukowina, Bessarabien). Durch insgesamt 2,5 Millionen Juden aus den Annexionsgebieten erhöhte sich die Zahl der sowjetischen Juden auf

5,5 Millionen

(nach Universal Jewish Encyclopedia, zit. bei Sanning, S. 49. Stichtag: 22. Juni 1941)

Übersicht

3 Millionen sowjetische Juden - 30er Jahre, Vorkriegszeit

Hinzugekommen:

- 2 Millionen polnische Juden (nach der Annexion - ab 17.9.1939

Ostpolens durch die Sowjetunion;

einschließlich der nach dem deutschen Einmarsch in Polen (1.9.1939) nach Ostpolen geflüchteten (bis) 800.000 westpolnischen Juden

(nach Sanning, S. 50)

- 225.000 baltische Juden - ab 6.8.1940; 5.8.1940;

(Estland, Lettland, Litauen) Juni 1940

(nach Sanning, S. 50)

- 225.000 rumänische Juden - ab 26.6.1940

(Nordbukowina, Bessarabien)

(nach Sanning, S. 50)

Zusammen:

5,5 Millionen jüdische Einwohner hatte die erweiterte Sowjetunion am Stichtag des 22. Juni 1941

Die Zahl von 5,5 Millionen sowjetischen Juden dezimierte sich wieder durch hohe Verluste, welche die Juden im Territorium der Sowjetunion erlitten.

Von 5,5 Millionen sowjetischen Juden des Stichtages 22.6.1941 wurden nach dem Kriege (1945) (bis) 4,3 Millionen im Raum der Sowjetunion wiedergefunden (nach Beth Shalom, Israel, zit. bei Sanning, S. 148/S. 242/S. 265).

Es fehlten bei Kriegsende 1,25 Millionen Juden (Tote und Verschollene). Die Verluste entstanden ganz überwiegend durch "sowjetische Barbarei" (nach Sanning, S. 267).


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