Jüdische Verluste aus allen Ursachen
in der Sowjetunion
Als Verlustziffer der Juden in der erweiterten Sowjetunion ermittelt Sanning 1,25 Millionen (Tote und Verschollene) (Kap. III):
Von den westpolnischen Juden (bis 800.000), die nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen am 1.9.1939 nach Ostpolen flüchteten, wurden nach der Annexion Ostpolens durch die Sowjets am 17.9.1939 ab Frühjahr 1940 an 600.000 in sibirische Arbeitslager ("Todeslager") verschleppt. (nach Auskunft der polnischen Exilregierung, zit. bei Sanning, S. 36; vgl. Sanning, S. 37/S. 38/S. 131; vgl. J. Hoffmann, "Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945, Verlag für Wehrwissenschaft, München 1995, S. 139/S. 151/S. 198)
"Ungezählte Tausende" von baltischen Juden wurden von den Sowjets erschossen oder gingen den gleichen Weg in den Gulag (Sanning, S. 133). Im Zuge einer Politik der Umsiedlung schickten die Sowjets polnische Bevölkerung nach Nordrußland. Im Verfolg einer "Politik der verbrannten Erde" evakuierten die Sowjets unter furchtbaren Bedingungen große Teile der Bevölkerung mitsamt den Juden vor den anrückenden Deutschen in rückwärtige Gebiete im Innern der Sowjetunion. ("Millionenmassen", Sanning, S. 132) Um eine Vorstellung vom Umfang der Räumungsaktionen zu geben, berichtet Sanning, daß z.B. jeder dritte Ukrainer evakuiert worden sei. (nach Sanning, S. 104) Am Beispiel einiger "alt-sowjetischer Städte" (Minsk, Odessa, Charkow, Winniza, Kiew u.a.) zeigt Sanning, daß sich unter den Evakuierten mindestens dreiviertel der jüdischen Bevölkerungsgruppen befanden. Von etwa 1 Million jüdischen Personen, die vor der Evakuierung in diesen Städten lebten, waren nach der Evakuierung etwa 200.000 zurückgeblieben. (nach Sanning, S. 122/S. 123) Ostpolnische Städte mit hohem jüdischem Bevölkerungsanteil (Brest-Litowsk, Kowel, Rowno, Pinsk u.a.) wiesen zwischen 25 und 90 % Evakuierte auf (nach Sanning, S. 119). Die gegen Ende des Krieges erfolgende Rückwanderung der Deportierten und Evakuierten brachte viele Juden zurück. Aber insgesamt entpuppte sich die sowjetische Massenräumung als "bei weitem bedeutendste Ursache für den ungeheuren Substanzverlust der sowjetischen Juden"! (nach Sanning, S. 163)
Erhebliche jüdische Verluste entstanden auch durch den Tod jüdischer Rotarmisten an der Front. Es könnten 200.000 jüdische Gefallene sein (nach Sanning, S. 161).
Weitere 130.000 Juden kamen durch sonstige "Kampfhandlungen" um, durch "Pogrome" der einheimischen Bevölkerung an Juden, durch "Hunger", "Epidemien", "auf Grund natürlicher Reduzierungen ...", aber auch durch "deutsche Maßnahmen" (Sanning, S. 135).
Zum Thema "Pogrome" schreibt Sanning: "Weiterhin fanden nach dem Rückzug der Sowjettruppen in vielen Orten des Baltikums, Weißrußlands und in der Ukraine Pogrome der einheimischen Bevölkerung gegen Juden statt. Erst das harte Eingreifen deutscher und verbündeter Truppen setzte diesem mörderischen Treiben ein Ende." (nach Sanning, S. 127)
Die spontanen Pogrome an den Juden im Umfeld des Krieges sind als Thema von seiten der Wissenschaft bisher zu wenig herausgearbeitet worden, wohl weil das Thema abgründige Tiefen aufreißt.
Anmerkung: Nach einer eidesstattlichen Erklärung des jüdischen Zeugen Zißmann haben Polen nach Abzug der deutschen Truppen 1945 etwa 1 Million Juden ermordet (gewiß eine Zahl mit typischem Übertreibungs-Charakter).
(nach "Nation Europa", Coburg, 8, 1952, S. 65, zit. nach W. Stäglich, "Der Auschwitz-Mythos", S. 402; nach "Nation Europa", 5, 1967, S. 35ff., zit. nach Walendy, Historische Tatsachen, Nr. 17, S. 11ff.)
Die "deutschen Maßnahmen", die sich gegen Juden richteten, erfolgten im Rahmen von Kampfhandlungen. Hitler hatte am 13.5.1941 den im Frühjahr 1942 wieder aufgehobenen "Kommissarbefehl" erlassen, der anordnete, die (oft jüdischen) Politkommissare zu erschießen, die innerhalb der Roten Armee Aufträge hätten, deutsche Soldaten, insbesondere Angehörige der SS und der Polizei nicht nach den Bestimmungen der Genfer Konvention zu behandeln, sondern zu ermorden. Der sowjetische Rundfunk hatte ab 3. Juli 1941 Stalins Befehl verbreitet, keine deutschen Gefangenen zu machen, sondern alle zu töten (vgl. "Historische Tatsachen", Nr. 16, S. 9ff.). Tatsächlich stießen deutsche Generäle schon zu Beginn des Krieges mit der Sowjetunion auf grauenvolle Mord-Exzesse an deutschen Soldaten, Gefangenen und Sanitätssoldaten, eine "Kampfesweise", die sich über den Partisanenkrieg im Laufe des Krieges steigerte und bei Kriegsende im deutschen Osten (während der "Befreiung") im Inferno unvorstellbarer Greuel an der deutschen Zivilbevölkerung endete. (vgl. J. Hoffmann, S. 215ff./S. 235ff.) Helke Sander und Barbara Johr in "Befreier und Befreite", Verlag Kunstmann, München 1992, dokumentieren ein besonders schreckliches Beispiel alliierter Kriegsschuld bzw. der Verbrechen zügelloser alliierter, nicht nur sowjetischer Soldateska: 2 Millionen deutsche Frauen und Mädchen wurden mißbraucht, davon 240.000 mit Todesfolge! Im Rahmen der Bekämpfung der (oft jüdischen) Partisanen kam es zu Gefangennahmen sowjetischer bzw. jüdischer Geiseln mit Erschießungen, ein Vorgang, der - so grausam er ist - nach Maßgabe festgelegter Regeln kriegsrechtlich zugelassen wird zum Schutz der regulär kämpfenden Truppen bzw. zwecks Aufrechterhaltung von Kriegsregeln. Die sowjetischen Partisanen folterten und verstümmelten die deutschen Soldaten. Laut sowjetischer Statistik wurden 500.000 deutsche Soldaten von Partisanen ermordet. (nach Sanning, S. 127/S. 128) Die in der etablierten Geschichtsversion verbreitete Meinung, deutsche Einsatzgruppen hätten im Umkreis der Partisanen-Bekämpfung "die Vernichtung" der Juden durchgeführt, entbehrt jedes wissenschaftlich-soliden Beweises. Sog. Ereignismeldungen (Tätigkeitsberichte der Einsatzgruppen) mit Angabe hoher Zahlen getöteter Partisanen, im Reichssicherheitshauptamt Berlin (RSHA) zusammengestellt, sind wegen auffälliger Ungenauigkeiten bei dokumentarischen Daten wie Ort, Zeit, Militäreinheit allein schon als Papiere zweifelhaft und der Fälschung oder Teilfälschung (z.B. bei den Zahlen) verdächtig. Der jüdische Autor Gerald Reitlinger (zit. in "Historische Tatsachen", Nr. 16, S. 6) mißtraut den "Statistiken" des RSHA. Ohne genaue - kriminalistische - Prüfung der Authentizität, bisher nicht erfolgt, können die "Ereignismeldungen" nicht akzeptiert werden, so auch nicht die etablierten Autoren Krausnick und Wilhelm, die in "Die Truppe des Weltanschauungskrieges - Die Einsatzgruppen" (Stuttgart 1981) millionenfache Exekutionen durch "Einsatzgruppen" zu belegen suchen. (vgl. "Historische Tatsachen", Heft 16; vgl. Gauss, "Grundlagen", S. 157) Die Greuel des Massenmordes an polnischen Offizieren in Katyn wurden von den Sowjets bis 1989 offiziell den Deutschen angelastet ("Fall Katyn"). Bei Kiew sind inzwischen zahlreiche Massengräber ukrainischer und jüdischer Opfer entdeckt worden, die von sowjetischen Kommandos erschossen wurden ("Fall Babi Jar"). Für angeblich dort durch deutsche Einsatzgruppen geschehene Greuel gibt es hingegen keinen Beweis (vgl. "Historische Tatsachen", Heft 51). Die Stellungnahme von Generälen wie Generalfeldmarschall von Manstein, die an der Ostfront die deutsche Wehrmacht führten, erbringt keinen Hinweis auf Befehle für Tötung von (zivilen) Bevölkerungsgruppen oder deren Durchführung (durch Einsatzgruppen) (vgl. "Historische Tatsachen", Heft 17).
Die Verantwortung für den völkerrechtswidrigen, über alle Maßen furchtbaren Partisanenkrieg liegt bei der Sowjetunion, einschließlich aller Folgen erlaubter Gegenwehr mit Geiselnahme.
In den sowjetischen Gebieten, die im Laufe des Krieges von deutschen Truppen besetzt wurden, trafen die Deutschen auf höchstens noch 720.000 Juden, meist ältere Menschen, nachdem die Sowjets Millionen von Bewohnern abtransportiert hatten, darunter 2,8 Millionen Juden. Die Zahl von 720.000 verminderte sich bis 1946 auf etwa 590.000 infolge natürlicher Faktoren wie "Hunger", "Kälte", "Epidemien", in geringerem Maßstab durch deutsche Maßnahmen in Fortsetzung der Partisanen-Bekämpfung. (nach Sanning, S. 127/S. 128) Die große Masse der unter deutsche Herrschaft gekommenen dreiviertel Million Juden in der Sowjetunion hat den Krieg überlebt. (nach Sanning, S. 126/S. 129/S. 130)
Zahlreiche Dokumente nationalsozialistischer Führungs-Politik belegen, daß Hitler im Zuge der Neuordnung Europas die Juden "im Osten" (Weißrußland, Weißruthenien) ansiedeln wollte, in einem eigenen Territorium. Der Plan versank im Chaos des Kriegsgeschehens. (nach Steffen Werner, "Die zweite babylonische Gefangenschaft", Grabert-Verlag, Tübingen). Die Sowjets hatten schon 1928 bzw. 1934 ein autonomes jüdisches Gebiet in Birobidschan eingerichtet.
Anmerkung
Das 1997 in Paris herausgegebene "Schwarzbuch des Kommunismus" (Le livre noir du communisme", Ed. R. Laffont) erwirbt sich große Verdienste durch die Bewältigung der kommunistischen Vergangenheit, d.h. durch die Erfassung, Besprechung und Anprangerung der gigantischen historischen, universell organisierten Massenverbrechen des sowjetischen und internationalen Kommunismus - nach Zusammenschau aller bisherigen diesbezüglichen Erkenntnisse und neuen Auswertungen von Material insbesondere aus sowjetischen Archiven ("100 Millionen Opfer").
Bezüglich des Nationalsozialismus bzw. wichtiger Aspekte des Nationalsozialismus verbleibt Stephane Courtois, einer der Autoren, jedoch auf dem Niveau der alliierten Feindpropaganda des Zweiten Weltkrieges bzw. auf dem ähnlichen Niveau der konventionellen Geschichtsschreibung. Courtois zeichnet ein grob falsches Bild, wenn er dem Nationalsozialismus "25 Millionen Opfer" anrechnet, darunter "15 Millionen in den (deutsch-)besetzten Gebieten getötete Zivilisten", "5,1 Millionen Juden", "1,1 Millionen in den Lagern gestorbene Deportierte", "mehrere Hunderttausend Roma und Sinti", "3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene". Daneben "8 Millionen Zwangsarbeiter". (vgl. Kapitel "Die Verbrechen des Kommunismus").
Mit "15 Millionen getöteten Zivilisten" meint Courtois keine Juden, keine Roma und Sinti, keine (sowjetischen) Kriegsgefangenen oder in Lager Deportierte, also keine "besonderen Gruppen", vielmehr ausschließlich Angehörige der sonstigen nicht-kämpfenden (z.B. russischen oder polnischen) Bevölkerung, wenn er nicht auch Partisanen als Zivile rechnet. Courtois unterstellt, die Deutschen hätten in den besetzten Gebieten passive Zivilisten in großer Zahl willkürlich dezimiert. Für diesen Vorwurf kann Courtois keinerlei Beweise beibringen.
Das "Schwarzbuch" wiederholt - ebenso unkritisch - die falschen Zahlen über jüdische Verluste ("5,1 Millionen") und Verluste der Zigeuner ("mehrere Hunderttausend") sowie die Legende von den Gaskammern.
Der ehemalige Kommunist Courtois, der beklagt, daß viele Menschen auf den Kommunismus mit Verblendung und Wahrnehmungsstörung reagiert haben und reagieren, reagiert selbst verblendet, sobald er - mit anderen Augen - den Nationalsozialismus ansieht.
Courtois übernimmt von etablierten Historikern krasse Irrtümer und insoweit deren charakteristischen wissenschaftlichen Rückstand. Dadurch ist der wissenschaftliche Wert des "Schwarzbuches" erheblich gemindert.
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