Jüdische Weltbevölkerung
Bei der Zählung der jüdischen Weltbevölkerung wurde früher und wird auch heute mit Schätzwerten gearbeitet. Eine mathematisch exakte Zählung der Juden war aus vielen Gründen schon immer unmöglich. So gibt es durch Mischehen Schwierigkeiten bei der Feststellung jüdischer Identität und durch Abtrünnigkeit vom jüdischen Glauben. Die jüdische Wanderhaftigkeit erschwert jede Rechnung. "In den USA", schreibt Sanning, "werden Juden in den Volkszählungen nicht gesondert aufgeführt, tatsächlich lehnen die Juden selbst eine Zählung ab." (Sanning, XIII)
Sanning setzt sich ausführlich mit verschiedenen Ausgaben des "American Jewish Year Book" auseinander, das sowohl Zahlen über die jüdischen Verluste in den Kriegsgebieten Europas und der Sowjetunion vorlegt als über die Entwicklung der jüdischen Weltbevölkerung. Das Year Book von 1946 beginnt Anfang 1939, also mit dem Vorkriegsbestand. Bezüglich Europa und Sowjetunion vermerkt das Year Book zwischen 1939 (9,2 Millionen) und 1945/1946 (3,1 Millionen) bei der jüdischen Bevölkerung eine Gesamtverlust-Differenz von 6,1 Millionen, bezüglich der jüdischen Weltbevölkerung zwischen 1939 (16,6 Millionen) und 1945/1946 (10,9 Millionen) eine Gesamtverlust-Differenz von 5,7 Millionen. Alle jüdischen Verluste sind im Year Book den Deutschen zugeschrieben als alleinigen Verursachern außer im deutsch besetzten Teil Europas auch in der ganzen Sowjetunion. (nach Sanning, S. 255)
Sanning beurteilt die für 1939 und 1946 veröffentlichten Zahlen des Year Book als "manipuliert aus politischen Gründen". (Sanning, S. 261)
- Das Year Book zählt für (Anfang) 1939 an 9,2 Millionen Juden in Europa und in der Sowjetunion.
Sanning rechnet 8,1 Millionen vor nach Berücksichtigung von über 1 Millionen Juden (1,1 Millionen), die in den (30er) Jahren zuvor aus diesem Raum auswanderten (nach Sanning, S. 204; vgl. Kap. II)
- Das Year Book erklärt außer dem deutsch besetzten Teil Europas auch die gesamte Sowjetunion zum deutschen Einflußgebiet, und zwar mit alleiniger deutscher Einwirkung auf die Juden.
Sanning rechnet vor, daß 1 Million sowjetische Juden schon 1939 in Teilen der Sowjetunion wohnten, die nie mit deutschen Truppen in Berührung kamen. (Sanning, S. 255)
- Das Year Book unterstellt, 6 Millionen Juden seien in Reichweite der deutschen Wehrmacht gekommen (und "vernichtet" worden).
Sanning klärt auf, daß für die deutsche Macht während des Krieges überhaupt nur 3,5 Millionen Juden erreichbar waren. (Sanning, S. 242)
- Das Year Book behandelt alle jüdischen Verluste der Kriegszeit als Opfer der Deutschen.
Sanning betont als zentrales Ergebnis seiner Forschung, daß mindestens 1 Million Juden in der Sowjetunion hauptsächlich durch sowjetische Einwirkung zu Tode kamen oder verschollen blieben (durch Deportationen, Evakuierungen, als Rotarmisten, als Partisanen, durch Pogrome u.a.) (vgl. Kap. VI).
- Das Year Book zählt neben etwa 400.000 Juden, die in alliierten und neutralen Ländern Europas (England, Spanien u.a.) getrennt vom Kriege blieben - dieser Zahl stimmt auch Sanning zu - für 1946 an 1,1, Millionen "Überlebende" in Europa und 2 Millionen in der Sowjetunion.
Sanning rechnet 2,4 Millionen "Überlebende" in Europa und (bis) 4,3 Millionen in der Sowjetunion (vgl. Kap. II und III).
Die 2,4 Millionen ermittelt Sanning dadurch, daß er zu bestimmter Zeit (1970) die Zahl der Juden in den Teilen Europas erfaßt, die während des Krieges deutsch besetzt waren. Er findet, nach Ländern im einzelnen aufgeschlüsselt, insgesamt 880.000. Dazu zählt Sanning den "Exodus", d.h. die Große Wanderung von etwa 1,5 Millionen Juden in der Nachkriegszeit hauptsächlich nach Israel und Übersee. (nach Sanning, S. 231, S. 232; nach Gauss, "Grundlagen", S. 161).
Die (bis) 4,3 Millionen bestätigt Sanning durch kritisch vergleichende Analyse verschiedener Quellen. Er wertet - zur Probe - Zahlen jüdischer Bevölkerung in 15 sowjetischen Großstädten aus, die in der Encyclopedia Judaica, Jerusalem, 1972 aufgelistet sind (zit. bei Sanning, S. 151), und erfährt, daß die im Year Book angezeigte Überlebenszahl der Sowjetjuden mit 2 Millionen viel zu niedrig angesetzt ist. Die statistische Tendenz, die Sanning gewinnt, erschließt eine Gesamtzahl von mindestens dreidreiviertel Millionen jüdischen Bewohnern in der Sowjetunion um 1970 (nach Sanning, S. 147/S. 150). Die Judaica spricht für 1970 von 3-4 Millionen Juden in der Sowjetunion. (nach Sanning, S. 148)
Dr. Michael Zand, Hebräische Universität-Jerusalem, nennt für 1981 sogar an 4,5 Millionen (!) (nach Sanning, S. 148) Dr. Nahum Goldmann, ehemaliger Präsident des Jüdischen Weltkongresses, berechnet für 1980 ca. drei- bis dreieinhalb Millionen Juden in der Sowjetunion (Sanning, S. 158). Sanning selbst zählt weniger als 4 Millionen für 1970 nach einem durch Emigration (Exodus) verminderten Bestand von gut 4 Millionen um 1946 (Sanning, S. 158). Im Zusammenhang mit verstärkter Auswanderung nach Israel um 1970-1980 redeten alle deutschen Medien von mindestens 3 Millionen Juden in der Sowjetunion. Auch von daher bekommt Sanning recht.
In Zusammenfassung:
Das Year Book ist ein Konstrukt schwerwiegender Irrtümer und Fehlinformationen:
Das Year Book mißachtet die Massenabwanderung europäischer Juden in den 30er Jahren.
Das Year Book ignoriert bedeutende kriegsbedingte Vorgänge auf den europäisch-sowjetischen Kriegsschauplätzen. Es verschweigt die riesigen Räumungsaktionen der Sowjets in der Sowjetunion und die dabei durch die Sowjets bewirkten millionenfachen Verluste der Juden.
Das Year Book behauptet, 6 Millionen Juden seien für die Deutschen "greifbar" gewesen, während die deutsche Wehrmacht höchstens mit 3,5 Millionen konfrontiert war.
Das Year Book gibt bezüglich der "Überlebenden" in Europa und in der Sowjetunion Zahlen an, die bei weitem zu niedrig sind.
Der Kritik am "Jewish Year Book" durch Walter N. Sanning sei die Kritik an der Publikation "Dimension des Völkermords" ("Institut für Zeitgeschichte", Herausgeber: W. Benz) angeschlossen. Hier brauchen wir nur der Wahrheitsfindung von Germar Rudolf zuzustimmen, der in den "Grundlagen" (Herausgeber: E. Gauss) das in wesentlichen Punkten offenkundig Falsche der Darstellung von Benz aufdeckt.
- Benz summiert jüdische Opferzahlen auf 6,2 Millionen, kommt also auf eine Zahl, die Martin Broszat (ebenfalls "Institut für Zeitgeschichte") 1979 als "symbolische Zahl" abwichtete (zit. bei "Historische Tatsachen", Nr. 42, S. 19)
Rudolf weist nach:
Benz operiert mit Schätzzahlen, wenn ihm amtliche Zahlen über jüdische Bevölkerungsgruppen fehlen (vgl. "Grundlagen", S. 145). Sanning hat stets mehrere Quellen zur Verfügung, die er diskutiert.
- Benz zählt in etlichen Fällen jüdische Verluste doppelt. So zählt er bei ihm aufgeführte 180.000 jüdische Personen aus den ehemals polnischen, dann sowjetisch annektierten, dann deutsch besetzten Regionen der "Reichskommissariate Ostland und Ukraine" zuerst unter "Polen", dann nochmals unter "Sowjetunion", jeweils als Opfer der Deutschen. (vgl. "Grundlagen", S. 155) Allein infolge solcher Fehlleistungen vermehrt Benz das deutsche Schuld-Konto um über 533.000 Fälle ("Grundlagen", S. 155).
- Benz beruft sich bei der Ermittlung der Opferzahlen - wie alle etablierten Holocaust-Chronisten - auf Aussagen einzelner Zeugen, "Schätzungen der Zeugen" (Benz, S. 463ff.), und das, obwohl mit der Zeugenschaft gerade bei diesem Thema genügend katastrophale Erfahrungen vorliegen und obwohl die Fälle Rudolf Höß und Iwan Demjanjuk der "exterministischen Seite" eigentlich schwerste Schläge versetzt haben. Rudolf Höß wurde gefoltert, seine Familie wurde bedroht (vgl. Rupert Butler, "Legions of Death", Arrow Books, London, 1986). Selbst Christopher Browning, Vertreter der Etablierten, nennt Rudolf Höß einen "schwachen und verwirrten Zeugen" (vgl. Vanity Fair, 1993, S. 117, zit. bei "Grundlagen", S. 12) und selbst "Exterminist" Jean-Claude Pressac attestiert Höß "grobe Unwahrscheinlichkeit" (zit. bei "Auschwitz: Nackte Fakten", Stiftung Vrij Historisch Onderzoek, Berchem, Belgien, S. 71). Iwan Demjanjuk wurde von "Zeugen" als "Iwan der Schreckliche" von Treblinka angeprangert, obwohl er gar nicht in Treblinka war. Prof. Arno Mayer, Princeton-University, USA, nennt die Quellen für das Studium der "Gaskammern" "zugleich rar und unverläßlich" (zit. bei "Grundlagen", S. 13). Und Benz selbst erklärt, daß die Quellenlage bezüglich "Vernichtung" und "Endlösung" sehr dürftig sei und daß es keinen schriftlichen, d.h. dokumentarisch nachweisbaren Befehl zur "Judenvernichtung" gebe. (nach Benz 3; 458f.; 512; "Grundlagen", S. 154) Letzteres erklärt auch Prof. Yehuda Bauer, Hebräische Universität, Jerusalem, der sagte, es sei "eine törichte Geschichte, daß am Wannsee die Vernichtung der Juden beschlossen wurde." (zit. bei "Grundlagen", S. 12)
- Benz "übersieht", daß die sog. Ereignismeldungen der Einsatzgruppen, gemessen an den Kriterien rechtsrelevanter Dokumentation, höchst fragwürdig sind und mit ihren (unwahrscheinlichen) Zahlen in der Luft hängen, da entsprechende materielle Beweise (vor Ort) fehlen. "Babi Jar", angeblich von einer deutschen Einsatzgruppe verübtes Massaker, war als Zeugen-Greuel-Geschichte mit Fantasien von "Knochenmühlen" und Ein- und Ausbaggerungen zigtausender Leichen für jeden unverbogenen Verstand von Anfang an eine Zumutung, und so erwies sich der Fall ja auch als eine der unzähligen Propaganda-Lügen über das deutsche Volk. (vgl. Kap. VI; "Grundlagen", S. 157)
- Benz "glaubt" einfach an Tötungen durch sog. Gaslastwagen (mit Dieselmotoren). Als einzigen "Beweis" bietet er Anklage-Papiere von stalinistischen Schauprozessen in Charkow und Krasnodar (nach "Grundlagen", S. 157). Es gibt keine einzige Konkretion. Frau Prof. Ingrid Weckert und Dipl. Ing. Friedrich Paul Berg entlarven in den "Grundlagen" diesen Lastwagen als bloßes Schemen. (S. 183/S. 321) Dipl. Ing. Walter Lüftl bezeichnete in "Holocaust - Glaube und Fakten" die Anwendung von Diesel zu Tötungszwecken als "schiere Unmöglichkeit". (zit. bei E. Gauss "Vorlesungen", a.a.O., S. 46)
- Benz versucht, bei einzelnen Ländern Opferzahlen dadurch zu errechnen, daß er, ausgehend von (geschätzten) Ausgangszahlen vor der deutschen Besetzung die offiziellen Rückmeldungen der nach Freilassung heimgekehrten Juden im Land zählt und von da auf die Zahl der Überlebenden bzw. der Verluste schließt. (vgl. "Grundlagen", S. 145/S. 146) Rudolf erklärt die extreme Unsicherheit dieser Zählmethode. In den Wirren der Nachkriegszeit haben sich keineswegs alle "Überlebenden" "ordnungsgemäß" zurückgemeldet. Schon vor dem Kriege bzw. in den 30er Jahren zuvor gab es unregistrierte Flüchtlinge und Auswanderer. (nach Sanning, S. 166) "Zwischendurch", d.h. während der Kriegszeit gab es "Unregistrierte". Und eben nach dem Kriege in großer Zahl.
- Benz verschweigt den "Exodus", d.h. die Massenauswanderung der Juden nach dem Kriege.
Rudolf zeigt in "Grundlagen" eine Statistik, nach der ab 1945 insgesamt eineinhalbmillionen Juden (!) aus Europa und der Sowjetunion auswanderten, und zwar nach Palästina, Israel, nach den USA, nach Lateinamerika, Kanada, Australien, England, Südafrika. (S. 161)
- Benz hat im Gegensatz zu Sanning keinen Platz für die Bestimmung natürlicher Geburts- und Sterberaten.
- Benz geht zumeist so weit, daß er alle bei Kriegsende am alten Ort fehlende Juden für tot erklärt und die Toten pauschal den Deutschen anlastet. Das Unmögliche dieser Auffassung zeigt sich am deutlichsten auf den in Bezug auf jüdische Bevölkerung zahlenmäßig wichtigsten Kriegsschauplätzen Polen und Sowjetunion.
- So belastet Benz die Deutschen mit den jüdischen Opfern sowjetischer Deportationen und Evakuierungen, deren Opferzahl er allerdings als gering vermutet, während Sanning mit reichem Belegmaterial gerade diese Verluste mit über 1 Million jüdischen Opfern sowjetischer Maßnahmen ins Zentrum rückt. "... bei weitem bedeutendste Ursache für den ungeheuren Substanzverlust der sowjetischen Juden." (vgl. Kap. II, III, VI, VII; Sanning, S. 163; "Grundlagen", S. 155/S. 166)
- Benz belastet die Deutschen mit allen Opfern von Pogromen, mit denen deutsche Soldaten nichts zu tun hatten. (vgl. "Grundlagen", S. 166)
- Benz belastet die Deutschen mit den als Soldaten der Roten Armee gefallenen Juden.
- Benz belastet die Deutschen mit den jüdischen Gefallenen im Partisanenkrieg. (nach "Grundlagen", S. 166)
Es ist der - unhaltbare - Alleinschuld-Gedanke, der Benz zur Generalisierung deutscher Schuld veranlaßt.
In Zusammenfassung:
Die Publikation von Benz ist ein Konstrukt von Auslassungen, Übertreibungen, Behauptungen, Geschichtsfälschungen, falschen Zuweisungen, wohinter historische Tatsachen verschwinden und womit der Zahlen-Mythos maximiert wird. Die Fehlinformation besteht hauptsächlich in folgendem:
Benz verbreitet - ohne Sicherheit von Grundlagen-Forschung - riesige etablierte Nachkriegs-Zahlen über Lager-Opfer. So wählt er für Auschwitz 1 Million, für Treblinka 900.000.
Benz verkennt die gewaltige Dimension der sowjetischen Deportations-Maßnahmen mit ihren Folgen des millionenfachen Verlustes bei den Juden. Benz ignoriert die Schuld der Sowjets.
Benz wirft alle jüdischen Verluste (z.B. Tod an jüdischen Rotarmisten und Partisanen) in den Topf der deutschen "Alleinschuld".
Benz verschweigt die historische Tatsache des Exodus, der millionenfachen Wanderung der Juden nach dem Kriege.
Daß Benz gegnerische Tote bei Kampfhandlungen wie im Partisanenkrieg deutscher "Alleinschuld" zuweist, ist nicht nur falsch, sondern eine Beleidigung und besonders eine Verunglimpfung des Andenkens aller toten deutschen Soldaten.
Nach Richtigstellung von "American Jewish Year Book" (1946) und "Dimension des Völkermords" bleibt festzuhalten:
Die beiden kritisierten Publikationen halten einer wissenschaftlichen Probe in entscheidenden Punkten und im ganzen nicht stand. Als "Extrembewältiger" zeichnet Benz ein Zerrbild der Geschichte, das von der Wirklichkeit weit weg in die Irre führt. So ist die Publikation von Benz ein Politikum, keine Wissenschaft. Sannings Buch besticht durch seinen nüchternen Realismus und die Sprache des Experten. Gleichwohl rechnet Sanning damit, "in Konflikt mit zeitgenössischen Tabus" zu geraten. (Sanning, S. 263)
Benz - im Gegensatz zum Year Book - meidet die statistische Erhebung der jüdischen Weltbevölkerung. Sanning beobachtet die Entwicklung der jüdischen Weltbevölkerung, um dabei die Zahlen jüdischer Überlebender und jüdischer Verluste zu überprüfen.
Die folgende Übersicht informiert über statistische Daten zur Entwicklung der jüdischen Weltbevölkerung aus originalen - meist zionistischen - Quellen:
Vor 1939 und nach 1945
Qu 1: 15,8 Mill = Juden in der gesamten Welt - 1939
(Sanning, S. 247/S. 248)
14,7 Mill. = Juden in der gesamten Welt - 1945
(Sanning, S. 279)
16,3 Mill. = Juden in der gesamten Welt - 1983
Qu 2: 15 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1928 - 1931
(Großer Brockhaus 1970, 17. Aufl., Bd. 9)
13,9 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1968
(Großer Brockhaus 1970, 17. Aufl., Bd. 9)
14,2 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1977
(Großer Brockhaus 1979, 18. Aufl., Bd. 6)
15 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1990
(Großer Brockhaus 1990, 19. Aufl., Bd. 11)
Qu 3: 15,2 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1930 - 1939
15,2 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1945 - 1949
(Weltalmanach des amerikanisch-jüdischen
Komitees, zit. bei Butz, S. 7ff.)
Vor 1939
Qu 4: 14 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1933
(Daily Express am 24.3.1933, zit.
bei "Historische Tatsachen", Nr. 54,
Walendy, Vlotho)
Qu 5: 16,7 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1938
(A. Ruppin, jüdischer Soziologe,
zit. bei Butz, S. 7ff.)
Nach 1945
Qu 6: 15-18 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1948
("New York Times", zit. bei Butz, S. 7ff.)
Qu 7: 15-18 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1949
("New York Times", H. Baldwin,
zit. bei Butz, S. 7ff.)
Qu 8: 14,4 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1958
(Israel Almanach, 1958/59, Zionistische Weltorganisation,
ZWO, Jerusalem, zit. bei Sanning, S. 258)
Qu 9: 14,4 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1971
(Diccionario Enciclopédico España, 1981)
Qu 10: 14,5 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1979
(American Jewish Year Book,
zit. bei Sanning, S. 277)
Qu 11: 16,5 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1982
(Dr. Nahum Goldmann, ehem. Präs. des
Jüdischen Weltkongresses,
zit. bei Sanning, S. 277/S. 308)
Qu 12: 17,9 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1986
18,1 Mill. = Juden in der ganzen Welt - 1993
(Britannica Book of the Year)
Anmerkung 1: Dr. Stephen Pinter, jüdischer Rechtsanwalt, 1946 bis Juli 1947 Anwalt und Ankläger der US-Armee in Dachau, sagte im sog. Pinter-Bericht, die jüdische Weltbevölkerung habe sich von 1933 bis 1950 um mehr als 3 Millionen vermehrt.
(zit. bei Walendy, "Historische Tatsachen", Heft 43, S. 23)
Anmerkung 2: Dr. Bruno Kreisky, ehem. Österreichischer Bundeskanzler (jüdischer Herkunft) bezifferte anläßlich eines Vortrages vor der Arabischen Gesellschaft im März 1988 die jüdische Weltbevölkerung mit etwa 15 Millionen.
(zit. nach G. Honsik, "Freispruch für Hitler?", Ed. B.R. Lim., Gibraltar, 1994, Distr. Librería Europa, Ap. 6169, Barcelona)
Nach Auswertung verschiedener statistischer Daten konstatiert Sanning (Quelle 1) 15,8 Millionen Personen als jüdische Weltbevölkerung vor Kriegsbeginn 1939, wobei sich Sanning durch einen mittleren Wert am deutlichsten von Arthur Ruppin (Quelle 5) mit 16,7 Millionen und vom Daily Express (Quelle 4) mit 14 Millionen absetzt. Die Verluste der Juden in der Kriegszeit berücksichtigend (1,6 Millionen), kommt Sanning nach dem Kriege (1945) auf 14,7 Millionen, nachdem er einen (geringen) Geburtenzuwachs in der Zeit von 1939-1945 wieder hinzugerechnet hat, nämlich insgesamt 3,5 % in 6 Jahren, das ist 0,6 % durchschnittlich pro Jahr. Für 1983 schreibt Sanning die Zahl von 16,3 Millionen. Das bedeutet, daß seit 1945 die Zahl der Juden um 1,6 Millionen zugenommen hat, was einer Rate von insgesamt 9,8 % in 38 Jahren entspricht, das ist 0,3 % durchschnittlich pro Jahr. Niedrige Geburtenüberschüsse sind - mit Ausnahme Israels - laut Sanning für die jüdische Weltbevölkerung besonders seit der Kriegszeit charakteristisch. (Sanning, S. 273/S. 274)
Wie Sanning und "Year Book" von 1946 haben auch "Großer Brockhaus" (Quelle 2) und der jüdische "Weltalmanach" (Quelle 3) für Vor- und Nachkriegszeit eigene Eckdaten, scheinen also vergleichbar.
Beide Quellen setzen eine von Sanning (15,8 Millionen) und "Year Book" 1946 (16,6 Millionen) deutlich abweichende Ausgangszahl (15,0 bzw. 15,2 Millionen), kommen deshalb zu entsprechend anderen Nachkriegszahlen. Auf die unterschiedlichen Ausgangszahlen soll es hier nicht ankommen - damit beginnen freilich die Probleme jüdischer Volkszählung - sondern auf die Differenz zwischen Vorkriegs- und Nachkriegsbestand.
Brockhaus zählt Ende 1968 an 13,9 Millionen, Ende 1977 an 14,2 Millionen und 1990 an 15 Millionen. Hieraus ersieht man, daß Brockhaus keineswegs einen jüdischen Verlust in Höhe der Zahlen des "Year Book" (1946) oder der Tabellen von Benz festsetzt, sondern eher Sannings Zahl. Übernimmt man die von Sanning für die Nachkriegszeit ermittelte durchschnittliche Zuwachsrate der Juden (0,3 % pro Jahr), so sind die Zahlen bei Brockhaus folgerichtig: 15 Millionen Juden in 1990.
Der jüdische "Weltalmanach" schreibt für die Vorkriegszeit 15,2 Millionen und für 1945-1949 weiterhin dasselbe. Da der "Almanach" keinerlei statistische Differenzierung vornimmt, ist es möglich, daß er seine Zahlen ohne Kontrolle einfach fortgeschrieben hat. Deshalb möchten wir die "15,2 Millionen" nicht weiter kommentieren.
Weitere in unserer Übersicht genannten Quellen jüdischer Volkszählung müssen individuell erläutert werden, denn es mangelt an Vergleichszahlen jeweils eigener Registrierung, so daß die Relation fehlt. Jedoch sagen sich alle weiteren Quellen so aus, daß sie Sanning stützen!
"Daily Express" (Quelle 4) und Ruppin (Quelle 6) setzen den Rahmen, innerhalb dessen die Vorkriegszahlen der Juden einzuordnen sind (zwischen mindestens 14 und höchstens 16,7 Millionen). Alle Nachkriegszahlen sind höher als beim Daily Express oder bewegen sich um den Wert von Ruppin herum oder gehen sogar darüber hinaus. Das American Jewish Year Book korrigiert sich selbst (Quelle 10)! Für 1979 meldet es 14,5 Millionen. Die Zionistische Weltorganisation ZWO Jerusalem (Quelle 8) kommt für 1958 auf 14,4 Millionen, das Diccionario Enciclopédico España (Quelle 9) für 1971 auf 14,4 Millionen. Alle drei Quellen - gleichlautend - müßten heute 15 bzw. 15,5 Millionen anzeigen.
Die New York Times (Quellen 6 und 7) beziffert die Zahl der Juden schon 1948/1949 auf 15-18 Millionen, das "Britannica Book of the Year" (Quelle 12) nennt 17,9 (1986) bzw. 18,1 Millionen (1993) als höchste konkrete Nachkriegszahl der Juden.
Alle hier zusammengestellten Quellen, besonders letztgenannte, sind weit und sehr weit entfernt vom holocaustischen 6-Millionen-Verlust bei Year Book (1946) und Benz. Unser Zahlen-Vergleichs-Material beweist eindeutig, daß ein mehr-millionenfacher Verlust, d.h. ein über 1-2 Millionen (1,6 Millionen) hinausgehender jüdischer Verlust auszuschließen ist. Zu Sannings exakten Studien zurückgehend und unsere ganze Untersuchung abschließend, wollen wir das Ergebnis auf den Punkt bringen:
Sannings Zahlen bzw. Zahlenverhältnisse, wonach die Zahl der Juden in der ganzen Welt 1939 etwa 15,8 Millionen betrug, nach einem Verlust von 1,6 Millionen bei geringem Geburtenzuwachs nach 1945 etwa 14,7 Millionen und 1983 etwa 16,3 Millionen, treffen den Kern der Wahrheit.
Hervorragende Unterstützung empfängt Sanning von dem ehemaligen Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Dr. Nahum Goldmann (Quelle 11), der mit 16,5 Millionen für 1982 eine Zahl nennt, die mit Sanning so gut wie genau übereinstimmt. (zit. bei Sanning, S. 308)
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