Die Protokolle der Weisen von Zion

Diese umstrittenen Protokolle hier zu erwähnen oder sie gar in den Mittelpunkt dieser Arbeit zu stellen hat einen sehr wichtigen Grund: In ihnen wurde erstmalig eine Ideologie, die des wissenschaftlichen Materialismus, in aller Offenheit als ein geistiges Instrumentarium behandelt, mit dessen Hilfe zunächst jede staatliche autoritäre Ordnung zu Gunsten liberaler Demokratien zerstört werden soll, um in diesen die Völker mit Hilfe des Kapitals und der Massenmedien in eine geistige Desorientierung, in die Unerträglichkeit eines geistigen Chaos zu versetzen. Sobald dieses Chaos groß genug ist, werden die Völker bereit sein, eine Zwingherrschaft auf sich zu nehmen, weil sie sich nach einer ordnenden Macht sehnen.

Die Protokolle verraten eine geniale Kenntnis der menschlichen Seele und ihrer Verführbarkeit. Mit einer mitleidslosen Konsequenz wird der Leser in den Mißbrauch ideologischer Macht und Verführung bei vergangenen Entwicklungen eingeweiht und über die künftigen Entwicklungen bis zur Erlangung der jüdischen Weltherrschaft informiert. Wenn man bedenkt, daß diese Protokolle aus dem Jahre 1897 stammen, und die hiernach eingetretenen Entwicklungen verfolgt, muß man anerkennen, daß es sich um eine prophetische Meisterleistung handelt.

Was war 1897 geschehen?

Da fand in Basel der erste Zionisten-Weltkongreß statt, offensichtlich vorbereitet und einberufen von dem seinerzeitigen

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Zionistenführer Theodor Herzl. Dieser erstmalige Kongreß erregte weltweites Interesse; viele Zeitungen sandten dorthin Beobachter. Da aber auch maßgebliche Führer der jüdisch-freimaurerischen Geheimbünde B 'nai B 'rith und B 'nai Moische sowie deren Gründer Achad Haam, genannt Ginsberg, anwesend waren, wurden auch Geheimdienste neugierig. Zumindest von Frankreich und Rußland weiß man, daß sie fähige Agenten dorthin gesandt haben. Das zaristische Rußland gehörte seinerzeit noch zu den kritischsten Beobachtern der Judenheit und und hatte es bis dahin als einziges Land verstanden, den jüdischen Einfluß auf die Bevölkerung und erst recht auf die Regierung zu verhindern.2

Einem der beiden von der russischen politischen Polizei entsandten jüdischen Agenten, Asew oder Manassewitsch-Manuilow, soll es gelungen sein, der Protokolle vertraulicher Sitzungen habhaft zu werden und sie nach Rußland zu bringen. Erst sechs Jahre später hat der Russe Krushewan in seiner Zeitung Znamja diese Protokolle veröffentlicht. Zwei Jahre später, im Jahre 1905, brachte der russisch-orthodoxe Pfarrer S. Nilus die Protokolle als Buch heraus.

In Deutschland erschienen diese Protokolle erstmals im Jahre 1919, herausgegeben im Hammer-Verlag von Hauptmann a.D. Müller v. Hausen unter dem Pseudonym Gottfried zur Beek. Der Judenforscher Theodor Fritsch hielt diese Ausgabe für unglaubwürdig, beschaffte sich die russische Nilus-Ausgabe und übersetzte sie selbst. Hiernach war er von der Echtheit der Protokolle überzeugt. Seine Ausgabe erreichte 1924 eine Auflage von 30 000, 1935 wurde das 107 000. Buch gedruckt.

Alsbald begann ein heftiger Streit um die Echtheit der Protokolle, ein Streit, der bis heute noch nicht endgültig entschieden ist. In den verschiedenen vor dem Zweiten Weltkrieg erschienenen Lexika wurden die Protokolle als echt bezeichnet, während die nach dem Zweiten Weltkrieg herausgegebenen Lexika die Protokolle als Fälschung erklärten. Beide Seiten haben ihre Argumente. Nilus sprach von 24 Geheimsitzungen während des Baseler Kongresses, aber die

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Zionisten behaupten, daß dieser Kongreß nur drei Tage gedauert habe, so daß praktisch gar keine Zeit für 24 Geheimsitzungen gewesen sei. Tatsächlich haben die Protokolle 24 Kapitel, doch einige davon haben den Umfang von nur einer Buchseite. Es könnten sehr wohl an einem Abend soviele Kapitel behandelt worden sein, daß an drei Abenden alle 24 Kapitel erledigt gewesen wären.

Die Protokolle nennen an keiner Stelle einen Namen, so daß weder die Person des Vortragenden noch anwesende Teilnehmer den Protokollen entnommen werden konnten. Es wird angenommen, daß entweder Theodor Herzl oder Ascher Ginzberg der Vortragende gewesen ist. Als Beweis dafür, daß diese bestrittene Geheimsitzung stattgefunden hat, wird eine Tagebucheintragung von Theodor Herzl zitiert, der unter dem 10. März 1897 vermerkt hat: »Der Kongreß wird ein öffentlicher und ein vertraulicher sein.«

Völlig unbekannt ist, wie diese Protokolle in unbefugte Hände geraten konnten; denn aus dem Inhalt ergibt sich eindeutig, daß die Konferenz auf keinen Fall für fremde Ohren bestimmt war. Wurde überhaupt ein Protokoll angelegt? Hat der Vortragende seine Reden vorher schriftlich festgelegt und hiervon gar Kopien angefertigt? An einer Stelle des Textes werden die Zuhörer aufgefordert, das Vorgetragene nach einer gewissen Zeit noch einmal durchzulesen, um das Gesamtkonzept völlig zu verstehen. Aber wenn die Protokolle schon gefälscht sind, wäre es keine Schwierigkeit, auch eine solche Passage hineinzufälschen.

Von niemandem wurden die Protokolle mehr gehaßt als von den Juden selbst, die, von der Echtheit überzeugt, dieses als ein zerstörerisches Machwerk verurteilten oder, von der Echtheit nicht überzeugt, die Protokolle als ein übles Machwerk antisemitischer Agitation bezeichneten.

So glaubten die Zionisten herausgefunden zu haben, daß der Text der Protokolle bereits 1865 von einem jüdischen Polizeispitzel der zaristischen Geheimorganisation Ochrana, namens Jakob Brafmann, zusammengestellt wurde. Dieser wiederum habe sich im wesentli-

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eben der Texte einer Streitschrift gegen Napoleon III. bedient, die der französische Hochgradfreimaurer, Jude und Journalist Maurice Joly verfaßt und in einem Buch mit dem Titel Dialogues aux enfers entre Macchiavelli et Montesquieu veröffentlicht hatte.

Tatsächlich enthalten die Protokolle nicht nur sehr viele Gedankengänge, sondern umfangreiche Passagen aus Jolys Streitschrift in fast wörtlicher Übereinstimmung. Wenn also dieser Jakob Brafmann die Protokolle von Joly in etwa abgeschrieben haben sollte, handelte es sich jedenfalls um jüdisch-freimaurerisches Gedankengut. Das wiederum schließt nicht aus, daß Ginzberg, Herzl oder wer auch immer die Geheimkonferenz in Basel vorbereitet hat, dieses Gedankengut zu einem verschwörerischen Programm verwendet haben könnte.

Jedenfalls erregten die Protokolle weltweites Aufsehen. Russische Geheimdienstoffiziere sollen die Protokolle nach London geschmuggelt haben, wo sie 1920 von dem Verlag Eyre & Spot-tiswood Ltd, der sich »His Majesty's Printers« nannte, unter dem Titel The Jewish Peru herausgegeben wurden. Am 8. Mai 1920 widmete die Times diesem Buch einen ausführlichen Artikel und kommentierte: »... woher kommt denn das unheimliche Prophetische dieser Voraussagen, die zum Teil erfüllt, teils der Erfüllung sehr nahe sind?« Bisher habe noch niemand die Unechtheit dieser Protokolle nachweisen können.

Der seriöse Spectator bezweifelte in einem Leitartikel vom 18. Mai 1920 die Echtheit der Protokolle nicht. Sie zeugten von »sehr großem Talent« und seien »brillant geschrieben«. Am 16. Oktober 1920 forderte die Morningpost eine Kommission, welche prüfen müsse, ob es diese geheime weltweite Verschwörung, von Juden geführt, gäbe und ob man dann noch die Zulassung von Juden als britische Staatsbürger dulden dürfe. Erst im August 1921 äußerte die Times Zweifel an der Echtheit der Protokolle und versuchte, die Fälschung nachzuweisen.

In Polen erschien ebenfalls die erste Ausgabe der Protokolle 1920 und war ein Jahr später bereits vergriffen. Der polnische

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Episkopat identifizierte Judentum, Kapitalimus und Bolschewismus und warnte in einem Aufruf vor dieser die Welt erobernden Macht. In Frankreich erzielten die Protokolle von 1921 bis 1925 fünfundzwanzig Auflagen. Im November 1920 erschien die wohl berühmteste antisemitische Schrift in Amerika unter dem Titel The international Jew - the world foremost problem, die von dem Wirtschaftsführer Henry Ford veranlaßt wurde und auf den Protokollen beruhte. Wenige Jahre später allerdings hat der mächtige Industriegigant sein Buch widerrufen - und jeder wußte, unter welchem Druck er das tat. Ford hatte in seinem Buch die Frage, ob die Protokolle echt sind oder nicht, als unerheblich offengelassen.

In den Jahren 1934/35 fand schließlich jener bekannte »Berner Prozeß« statt, von dem später fälschlicherweise behauptet wurde, er habe über die Unechtheit der Protokolle entschieden. Ein Gericht wäre aber mit einer solchen Frage überfordert. Es wurde vielmehr über die Frage verhandelt, ob die Veröffentlichung der Texte nach Schweizer Gesetz den Tatbestand der Veröffentlichung von Schundliteratur erfülle. Journalisten aus aller Welt kamen als Beobachter. Schließlich wurde hier doch im wesentlichen über die Herkunft der Protokolltexte gestritten. Unter den namhaften Zeugen befand sich auch Chaim Weizmann. Auf der anderen Seite legte der Herausgeber der antisemitischen Zeitung Weltdienst, Oberstleutnant a.D. Fleischhauer,2 ein 416 Druckseiten starkes Gutachten vor, in dem er keineswegs eine Teilurheberschaft Jolys bestritt. Das Gericht verurteilte schließlich die Angeklagten zu einer Geldstrafe, jedoch nicht, weil sich die Texte als falsch erwiesen hätten, sondern weil sie Schundliteratur seien.

In einer Berufungsverhandlung im Oktober 1937 wurde das Urteil der ersten Instanz aufgehoben mit der Begründung, die Protokolle seien nicht unzüchtig und könnten daher nicht als Schundliteratur deklariert werden.

Die jüdische Seite zog aus diesen Prozessen die Schlußfolgerung, daß die Protokolle als Fälschung erwiesen seien. Fleischhauer ließ

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hingegen in einer Konferenz von Experten im Jahre 1937 »feierlich« erklären und feststellen, daß die Protokolle echt seien. Bei diesen gegensätzlichen Darstellungen ist es bis heute geblieben, ohne daß von der einen oder anderen Seite neue, bisher unbekannte Argumente oder Beweise vorgelegt worden wären.

Natürlich hatte auch Hitler Kenntnis von diesen Prolokollen, zumal sein Chefideologe, Alfred Rosenberg, seinerzeit noch Leiter des außenpolitischen Amtes der NSDAP, die Protokolle der Weisen von Zion in einem gleichnamigen Buch ebenfalls bearbeitet hatte. Hitler war von den Protokollen - nicht ohne Respekt - fasziniert und dürfte insbesondere das Konzept für die in den Protokollen geplante »Zwingherrschaft« studiert und womöglich für sein eigenes Herrschaftsprogramm ausgewertet haben. In Mein Kampf schrieb er auf Seite 337:

Wie sehr das ganze Dasein dieses Volkes auf einer fortlaufenden Lüge beruht, wird in unvergleichlicher Art in den von den Juden so unendlich gehaßten Protokollen der Weisen von Zion gezeigt. Sie sollen auf einer Fälschung beruhen, stöhnt immer wieder die Frankfurter Zeitung in die Welt hinaus; der beste Beweis dafür, daß sie echt sind. Was viele Juden unbewußt tun mögen, ist hier bewußt klargelegt.. .

Hitler hat seinen Antisemitismus keineswegs vornehmlich mit den Protokollen begründet und sehr wohl gewußt, daß er die Juden in ihrer Gesamtheit nicht mit diesen Protokollen identifizieren konnte, sondern daß diese gar von ihrer Mehrheit »unendlich gehaßt« wurden.

So schrieb denn auch Dr. Oscar Levy in Kenntnis der Protokolle in einem Vorwort zu einem Buch über die russische Revolution von Pitt-Rivers im Jahre 1921:

»Wir (die Juden), die wir uns als die Retter dieser Welt aufgespielt haben, die wir uns gebrüstet haben, der Welt den Heiland gegeben zu haben, sind heute nichts anderes als die Verführer der Welt, ihre

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Zerstörer, ihre Aufwiegler, ihre Scharfrichter. Uns, die wir versprachen, euch in einen neuen Himmel zu führen, ist es schließlich geglückt, euch in eine neue Hölle zu führen. Es hat keinen Fortschritt gegeben, am wenigsten einen moralischen. Und es ist gerade unsere Moral, welche den wirklichen Fortschritt verhindert hat - und was noch schlimmer ist -, welche jedweder zukünftigen und natürlichen Wiederherstellung dieser ruinierten Welt im Wege steht. Ich sehe diese Welt an und schaudere vor ihrem geistigen Aussehen; ich schaudere um so mehr, als ich die geistigen Urheber all' dieses Grausens erkenne.«

Bis in die heutige Zeit hinein sind es mehr als die Nichtjuden die Juden selbst, welche diesen Plan »einer Handvoll Juden, die sich aus dem Sanhedrin zusammensetzen, welche die Weltherrschaft erobern wollen« (so der jüdisch-amerikanische Rechtsanwalt und Publizist Henry Klein im Jahre 1950) anprangern, geißeln, verurteilen und sich davon distanzieren.

Andererseits wäre es verständlich, daß »eine Handvoll« dieses über Jahrtausende vertriebenen, verfluchten und verfemten Volkes in dem Bemühen, sich zu wehren und zu behaupten, nun aber zu Macht und Einfluß gekommen, auf den Gedanken verfällt, nunmehr die Rolle umzukehren, sich für alles Leiden zu rächen und - bedingt schließlich durch den Glauben vom Auserwähltsein - eine Herrschaft über alle Nichtjuden anzustreben.

Daß hierbei auch eine maßlose Arroganz zum Ausdruck gebracht werden kann, offenbart uns Marcus Eli Rivage, ein bedeutender Kenner der jüdischen Geschichte und Verfasser zahlreicher Dokumentationen zur jüdischen Geschichte, in einem Beitrag, der 1929 in der Januarausgabe des amerikanischen Monatsmagazins The Century Magazine erschienen ist. Aus diesem entnehmen wir:

Ein russischer Tölpel fälscht ein Bündel Papiere und veröffentlicht dieses in einem Buch, das er Die Protokolle der Weisen von Zion nannte. Das Buch läßt durchblicken, daß wir ein Komplott machten, um den letzten Weltkrieg zu entfesseln. Nun gut, wegen der Beweis-

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führung wollen wir jedes Wort unterschreiben. Es ist ungefälscht und authentisch. Aber was hat das zu sagen neben der geschichtlich unleugbaren Verschwörertätigkeit, die wir vollführt und niemals geleugnet haben. Weil Ihr niemals den Mut hattet, uns dessen zu beschuldigen.

Was hat es für einen Zweck, Worte zu verlieren über die angebliche Kontrolle Eurer öffentlichen Meinung durch jüdische Finanzleute, Zeitungsschreiber und Kinomagnate, wenn Ihr uns ebenso gut der bewiesenen Oberaufsicht über Eure ganze Zivilisation durch den jüdischen Mythos anklagen könnt.

Wie dem auch sei, es soll uns fernliegen, den Tenor der Protokolle, ob sie echt sind oder nicht, in einem Pro oder Kontra zu werten und zu verurteilen. Hier interessiert vornehmlich der naturphilosophische Aspekt des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Materialismus, den die Weisen als ideologisches Intrument aufgegriffen und zur Verfolgung ihrer Pläne vervollkommnet haben. Denn diese Ideologie ist längst zu einem geistigen Eigentum der zivilisierten Industrienationen geworden, an deren Richtigkeit und Gültigkeit nur noch einzelne Rufer zweifeln.

Haben die Leninisten darzustellen versucht, wie die Päpste und Kleriker den religiösen Idealismus als ideologisches Instrument zur Verdummung, Beherrschung und Unterdrückung der Menschheit gehandhabt haben, so haben die Weisen von Zion, selbst streng religiös, mit dem gegensätzlichen Extrem des ungeistigen Materialismus offen zugegeben, mit diesem ideologischen Instrument, wohl wissend, daß es falsch ist, alle bestehenden Ordnungen nichtjüdischer Staatswesen zerstören zu wollen und ein Chaos zu schaffen, um hierauf ihr Herrschaftssystem zu errichten.

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