Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Mehr denn je werden heute diese Parolen der Französischen Revolution glorifiziert als das entscheidende Fanal zum Aufbruch in eine neue Ära, gegen Unterdrückung und Ausbeutung, gegen die Alleinherrschaften adeliger Regenten, gegen religiöse Bevormundungen, gegen utopische Idealismen, gegen Nationalismen, gegen Diktaturen.

»Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« fordert alle Macht für das Volk, welches fortan in der Staatsform der Demokratie durch gewählte Volksvertreter seine Politik, seine Rechte, seine Freiheiten und seine Ansprüche selbst zu bestimmen hat. Jeder soll sagen und schreiben dürfen, was er für gut und richtig hält, jeder soll opponieren und Kritik üben dürfen, und die Mehrheit wird darüber entscheiden, was gut und richtig ist.

Jedermann, ob arm ob reich, ob Gutsherr oder Knecht, ob er studiert hat oder gar nicht lesen und schreiben kann, ist aufgerufen, mitzuwirken an den politischen Entscheidungen und gleichberechtigt neben allen anderen dafür oder dagegen zu stimmen.

Welche erstmalige und großartige Idee, bejubelt von den Massen des Volkes, sich alsbald ausbreitend wie ein Virus gegen autoritäre Herrschaftssysteme! Inzwischen, 200 Jahre später, haben wir eine demokratische Internationale, eine Weltliga gegen Unterdrückung und Unfreiheit, und jeder Nationalismus gilt als Feind der Ideale von der Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen ohne Rücksicht auf Volk, Kultur, Glauben und Rasse.

Wer hatte diese Idee?

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In Kapitel I, Ziffer 7, der Protokolle steht:

Wir waren die ersten, die in die unteren Volksmassen die Worte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hineinwarfen.

Wer sind »Wir«? Ist dieses nur eine Anmaßung, um sich im nachhinein die entscheidende Revolution anzueignen? Im Kapitel III, Ziffer 4, dazu:

Denken Sie an die Französische Revolution, der wir den Namen »die Große« verliehen haben; die Geheimnisse ihrer Vorbereitung sind uns gut bekamt, denn sie war ganz das Werk unserer Hände.

Wer waren »die Hände«, wenn es das Gremium der Weisen von Zion damals noch gar nicht gegeben hat? Besinnen wir uns ein wenig auf die Geschichte dieser Revolution. Eine treibende Kraft war Ludwig Philipp Joseph, Herzog von Orleans, der den Spitznamen »Philippe Egalité« trug. Er stimmte im Konvent für die Hinrichtung des Königs. Und weil - wie so oft - die Revolution ihre Kinder frißt, wurde auch er später hingerichtet.

Der Herzog von Orleans war aber weder Zionist noch Jude. In einer 1800 in Königslutter von Johann Robinson herausgegebenen Schrift Über geheime Gesellschaften erfährt man, daß der Herzog von Orleans Großmeister des Freimaurerordens war und die von ihm mit angeführten Jakobiner eine von den Logen gegründete Institution darstellten.

Was hatten die Weisen von Zion mit den Freimaurern zu tun?

Das ist eine lange Geschichte, der wir anschließend ein gesondertes Kapitel widmen müssen. Da aber der handwerkliche Begriff Maurer so gar nicht typisch ist für das von den ehrbaren Handwerksinnungen ausgeschlossene Judentum, seien einige Anmerkungen zur Vorgeschichte angeführt: Im 14. Jahrhundert entstand in England aus der klösterlichen Innung der Bauhandwerker eine Loge. Es waren zunächst Mönche, die als Baukünstler für Kirchen und Kloster tätig waren und auch außerhalb ihres Landes, in Deutschland

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und Frankreich, arbeiteten. Sie schlössen sich mit den dort arbeitenden Steinmetzen und Baukünstlern zu einer Bruderschaft zusammen, die sich in sogenannten »Bauhäusern« versammelten, ihr Handwerk mit poetischen Formen glorifizierten, bestimmte Rituale entwickelten und sich mit heiligen Eiden und Pflichten untereinander verbanden.

Es wurden bald auch weltliche Steinmetzinnungen aufgenommen. Mit der Gründung einer Großloge in London im Jahre 1717 traten die Bruderschaften erstmals in die Weltgeschichte ein. Aus ihr entwickelte sich eine »Geistesmaurerei«, welche die »sittliche« Baukunst der »Tempel der Humanität« erweiterte zu einer allgemeinen Menschenliebe über alle Rassen, Nationen, konfessionelle und soziale Unterschiede hinweg. Sie predigten eine absolute Gewissensfreiheit, Toleranz und Pazifismus.

So war sie scheinbar eine unpolitische Vereinigung mit hehren Zielen, die zu bekämpfen es keinen Anlaß gab. Aber schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, daß die Zugehörigkeit zu einer Loge ein politisches Bekenntnis verlangte und eine politische Weltanschauung vertrat. So setzte sie sich für eine liberalistische Aufklärung ein und richtete sich mit der Forderung einer absoluten Gewissensfreiheit und einem philosophischen Atheismus schließlich offen gegen die Kirchen.

Die Juden - richtiger die politischen Zionisten - erkannten sehr früh die Möglichkeit, diese Organisation für ihre Zwecke einzusetzen. Nicht zuletzt die strenge Verpflichtung zur Geheimhaltung gab ihnen die Möglichkeit, selbst im Hintergrund zu bleiben und das Organisationssystem für ihre Zwecke arbeiten zu lassen. Bereits im Jahre 1736 lassen sich jüdische Namen in der Großloge von England nachweisen.

Wenn in den Protokollen von »unseren Agenten«, von »unseren Händen«, »unseren Regierungsmitgliedern« die Rede ist, dann kann auf diese Freimaurerei geschlossen werden, die auch ganz offen als solche oder als »unsere Geheimorganisation« angesprochen wird.

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In dem Kapitel IV der Protokolle liest man beispielsweise

hierüber:

... Sie ruht in den Händen irgendeiner geheimen Organisation, deren Handlungen insofern die skrupellosesten sind, als sie hinter einer Kulisse arbeitet, hinter dem Rücken von allen Agenten. Deren Wechsel wirkt nicht nur schädlich, sondern hilft tatsächlich der geheimen Macht, indem sie, dank dem ununterbrochenen Wechsel, von der Notwendigkeit befreit, ihre Hilfsquellen für die Belohnung langer Dienste zu verbrauchen. Wer oder was kann eine unsichtbare Macht überwinden? Und genau das ist unsere Macht! Die nichtjüdische Freimaurerei dient uns blindlings als Kulisse für uns und unsere Ziele; aber der Handlungsplan unserer Macht, selbst ihr eigentlicher Sitz, bleibt für das ganze Volk ein unbekanntes Geheimnis.

Die Preisgabe dieses Geheimnisses und das Eingeständnis, daß ihre Agenten in dem »ununterbrochenen Wechsel« offensichtlich eliminiert oder liquidiert werden, um die Hilfsquellen für die Belohnung nicht zu verbrauchen - vielleicht auch, um sie als gefährliche Zeugen mundtot zu machen -, ist recht ungewöhnlich und mag anzeigen, daß man sich seiner Sache trotz dieser Preisgabe absolut sicher ist. Andererseits sollte man bedenken, daß die Geheimsitzung von 1897, wenn sie überhaupt stattgefunden hat, nur für ohnehin Eingeweihte bestimmt war. Ebenso ungewöhnlich ist es aber auch einzugestehen, daß die Ideale der Französischen Revolution nur Teil oder Anfang eines langfristigen Planes gewesen sind, der selbst alles andere als die wirkliche Verwirklichung dieser Ideale zum Ziel hatte; denn im Kapitel I, Ziffer 7, der Protokolle lesen wir:

Diese Worte (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) sind seit jenen Tagen oft wiederholt worden von dummen Papageien, die von allen Seiten auf diesen Köder zuflogen. Mit ihnen trugen sie das Wohlsein der Welt, echte Gerechtsamkeit der einzelnen, hinweg, die früher gegen den Druck des Pöbels geschützt waren. Die sich für weise haltenden Männer der Gojim, die Intellektuellen, konnten in ihrer Weltfremdheit nichts aus diesen Worten machen. Sie merkten den

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Widerspruch zwischen ihrer Bedeutung und ihrer Nebeneinanderstellung nicht; sie sahen nicht, daß in der Natur keine Gleichheit, keine Freiheit sein kann, daß die Natur selbst die Ungleichheit der Geister, der Fähigkeiten bestimmt hat, gerade so unwandelbar, wie sie die Unterordnung unter ihre Gesetze bestimmt hat.

Man muß sich wiederum vorstellen, daß sich im Jahre 1897 eine materialistische Wissenschaftsauffassung durchzusetzen begann, die bis heute eine ungeheure Dynamik an Erkenntnissen und technischem Fortschritt gebracht und somit die Richtigkeit ihrer weltanschaulich-ideologischen Grundlagen zu beweisen scheint. Diese Auffassung rechtfertigt oder »beweist« sogar die Richtigkeit und Nützlichkeit der Parolen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Täglich hören und lesen wir immer wieder von dieser Freiheit, keine politische Rede und keine politische Beschwörung ohne dieses Ideal von der Freiheit, für das wir kämpfen, das wir verteidigen und für das wir leben wollen. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, daß wir es »wie dumme Papageien« nachplappern, daß wir alles Unheil dieser Freiheit kritiklos in Kauf nehmen, um nur nicht das vermeintliche Ideal zu gefährden.

Womit wird dieses Ideal wissenschaftlich untermauert? Versuchen wir, das Wesentliche des neuen naturwissenschaftlichen Weltbildes darzustellen:

Alles Sein und Geschehen wird auf die Funktionen von Physik und Chemie, von Materie und Energie reduziert und damit zu erklären, zumindest zu beschreiben versucht. Das Kausalitätsprinzip, inzwischen zumindest in den physikalischen Grenzbereichen in Frage gestellt, führt uns in der dauernden Verfolgung von Ursache und Wirkung zurück zu einem zeitlichen Anfang oder materiellen Ursprung. So nehmen wir beispielsweise an, daß unsere Erde anfangs ein glühender Feuerball gewesen sei, lebensfeindlich und tot. Er ist, warum auch immer, erkaltet und hat eine Kruste, Rinde, einen Mantel gebildet, der - zufällig - die Bildung von Leben

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erlaubte. Nichts anderes war am Anfang als die tote Materie und die freien Kräfte der Natur, Sonne, Tag und Nacht, Kälte, Wärme, Vulkanismus, Wind, ultraviolette und radioaktive Strahlungen. Diese freien Kräfte der Natur haben die materiellen Substanzen über Jahrmilliarden bewegt, vermischt, verändert, bis sich, wie auch immer, ein erster Lebensbaustein ergeben hat, der durch eine (seinerzeit zwar technisch unmögliche) Polymerisation schließlich erste Organellen und dann Organismen gebildet hat.

Wenn auch bis heute noch kein Laboratorium in der Lage ist, aus toter Materie, aus Atomen und Molekülen, eine erste Zelle zu synthetisieren, und selbst wenn man das eines Tages können würde, wüßte man immer noch nicht, wie man Leben in diese Zelle bringt (weil man immer noch nicht weiß, was Leben an sich ist), so ist doch dieses Leben vorhanden und muß also entstanden sein.

Und nichts anderes als die Materie und das freie Spiel der Kräfte waren vorhanden, um aus diesen ersten Anfängen einen Prozeß zu entwickeln, den wir als Evolution verwissenschaftlicht haben. Vom einfachsten Bakterium bis hin zum Hochschullehrer haben allein die freien Kräfte der Natur ein sich selbst gesetztes Ziel so vollkommen verfolgt, wie es unsere mehr als zweitausend Wissenschaftsdisziplinen nicht einmal nachzuvollziehen vermögen.

Es sind also die freien Kräfte der Natur, deren intelligentem Tun und Lassen wir uns blindlings anvertrauen können. Ihr verdanken wir das Prinzip der Ordnung in einer insgesamt harmonischen Natur. Nur wenn wir selbst, nach Besitz und Macht strebend, in diese Natur eingreifen, stören wir die Ordnung und Harmonie. Auch die menschliche Gesellschaft ist schließlich ein Ergebnis der freien natürlichen Kräfte, und so kann sich diese Gesellschaft auch nur dann zu einer Harmonie und Ordnung entwickeln, wenn kein nach Macht strebender Diktator diese Menschen seinen Machtinteressen unterordnet, sie unterdrückt, versklavt und ausbeutet. Da in einer christlich geprägten Irrlehre der Mensch dazu aufgerufen ist, einer Obrigkeit zu dienen, Untertan zu sein und zu gehorchen, maßten sich diktato-

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rische Herrscher die Rolle einer Obrigkeit an und versklavten die Menschheit.

Mit den Parolen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, waren die Menschen aufgerufen, diese Obrigkeiten abzuschaffen und jene Freiheiten zu fordern, der wir doch letztlich die natürliche Ordnung und Harmonie zu verdanken haben.

Sollen nur die Weisen von Zion damals schon gewußt haben, daß dieses Denken wider die wahre Natur ist? Muß nicht die Naturwissenschaft Physik in ihrer technischen Praxis schon erkannt haben, daß in ihren Maschinen, Apparaten und Anlagen die Energien und Kräfte so gebändigt werden, daß sie nichts anderes als den Willen des Konstrukteurs bewirken können? Jede kleinste Nachlässigkeit, eine ungenügende Dichtung oder Isolierung, würden die freigewordenen Kräfte nur dazu nutzen, zu zerstören. Schließlich ist es eine Folgerung aus dem Entropiegesetz, daß ein System von Freiheiten um so mehr zum Chaos neigt, je mehr Freiheiten gewährt werden.

Sie haben es gewußt, daß diese Freiheiten jenes Chaos verursachen, welches sie als Voraussetzung ansehen, daraus eine neue Ordnung, nämlich ihre Weltherrschaft aufzubauen. Lesen wir im Anschluß an das vorherige Zitat darüber weiter:

Überall in der Welt kamen die Worte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit aus unseren Reihen, dank unseren Agenten ganze Legionen, die unser Banner mit Begeisterung trugen. Und zu allen Zeiten waren diese Worte Bohrwürmer, damit beschäftigt, sich in das Wohlbefinden der Gojim zu bohren; überall den Frieden, die Ruhe, die Einigkeit zu zerfressen und alle Grundlagen der nichtjüdischen Staaten zu zerstören. Wie Sie später sehen werden, half uns das zu unserem Erfolge. Es gab uns die Möglichkeit, neben anderem, den Haupttrumpf in unsere Hände zu spielen, nämlich die Vernichtung der Vorrechte, oder mit anderen Worten, der eigentlichen Existenz des Adels der Gojim, jener Klasse, welche der einzige Schutz war, den Völker und Länder gegen uns besaßen.

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Damals hatten Marx und Engels bereits das Kommunistische Manifest veröffentlicht, die Befreiung von den Herrschenden und von der Macht des Kapitals und »alle Macht dem Volke« gefordert und damit beunruhigende revolutionäre Parolen verbreitet, indem sie die »Proletarier aller Länder« zu einem weltweiten Kampf für diese neuen Ideale der Freiheit aufriefen. Während diese Schichten, angeführt von Intellektuellen, überzeugt waren, für eine neue, gerechte Ordnung zu kämpfen, wußten die Weisen sehr wohl, wem diese Parolen in Wahrheit nützen würden; denn sie schlössen das oben zitierte Kapitel mit den Sätzen ab:

Der Begriff der Freiheit hat uns in den Stand gesetzt, dem Pöbel aller Länder einzureden, daß seine Regierung nichts anderes sei als der Diener des Volkes, welches der wahre Eigentümer des Landes sei, und daß diese Diener gewechselt werden könnten wie ein abgetragener Handschuh. Diese Möglichkeit des Wechsels der Volksvertretung gibt sie in unsere Hand und uns die Macht, über sie zu bestimmen.

Warum und wie die Völker sich durch das demokratische System der Wahlen, des Wechsels ihrer Volksvertreter, in die Hand der politischen Zionisten begeben, das wird von den Weisen an anderen Stellen noch eingehend begründet. Zunächst kommt es aber darauf an, die bestehenden staatlichen Ordnungen zu zerstören; denn Freiheit fordert dazu auf, alles das, was man in einer bestehenden Ordnung soll und muß, abzuschütteln und zu verweigern und dafür alles das, was man gerne möchte und hätte, durchzusetzen.

Die Weisen wußten sehr wohl, daß der intelligente Mensch nur deswegen intelligent, das heißt lern- und anpassungsfähig, ist, weil er im Verlaufe der Evolution alle seine Instinkte, welche den Kreaturen einen vernünftigen Verhaltenszwang auferlegen, reduziert hat, so daß sein Genotyp dazu neigt, seine Triebe auszuleben. Nur durch eine Erziehung und eine strenge Disziplinierung durch Autorität und Ordnung werden diese Triebe gebändigt und in geregelte Ordnungsbahnen gelenkt. Durch das Ideal von der Freiheit

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wird jedoch jede erziehende Autorität entautorisiert und jede disziplinierende Ordnung abgelehnt. Die Freiheit zu idealisieren ist letztlich ein Appell an die niederen Triebe des Menschen.

Was aber ist mit jener kritischen Vernunft, der sich der Mensch als »Krone der Schöpfung« rühmt? Glaubt er, daß diese, von einem reglementierenden Zwang befreit, einen naturgesetzlichen Dirigismus von Harmonie und Ordnung entwickeln wird? Was ist denn der wahre Zweck der Natur? Die Intellektuellen glauben es zu wissen.

Doch die Weisen wußten es schon damals besser: Des Menschen Tun und Lassen, sein Wollen und Denken werden primär diktiert aus einer unterschwellig geprägten Gefühlswelt, während er die so hochgelobte Vernunft nur dazu verwendet, sein emotionales Engagement zu rechtfertigen. Wenn ihm gar die Parolen von der Freiheit und Gleichheit mit der einzig wahren Wahrheit des wissenschaftlichen Materialismus als richtig und vernünftig erklärt werden - was soll dann seine kritische Vernunft Besseres wissen können?

Glauben wir heute gar, daß die Menschen vor 100 Jahren noch in strenger und gottesfürchtiger Zucht und Ordnung lebten, so erkannten die Weisen damals schon die deutlichen Früchte ihres Erfolges, die sie in Kapitel I, Ziffer 5, der Protokolle mit einer gewissen Genugtuung darstellten:

Sehen wir diese alkoholisierten Tiere, berauscht von Getränken - das Recht zu ihrem unmäßigen Gebrauch kommt von der Freiheit. Wir und die Unseren gehen diesen Weg nicht... Die Völker der Gojim sind entnervt von alkoholischen Getränken; ihre Jugend ist.. . durch frühe Unsittlichkeit verdorben, in die sie von unseren besonderen Agenten geführt worden ist - von Lehrern, Dienern, Erzieherinnen in den Händen des Reichtums, von unseren Frauen in Vergnügungsstätten, die von den Gojim besucht werden.

Welchen Triumph würden die Weisen von damals heute genießen zu erleben, wie die vom Adel, von Monarchien und Diktaturen befreiten Völker nicht nur vom Alkohol, sondern auch noch von Rausch-

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giften, von der Porno- und Abtreibungswelle und Vergnügungsexzessen beherrscht werden!

Was aber wollen die Weisen damit bezwecken? Was wollen sie mit einem Volk oder gar mit einer völkischen Internationale, für deren Degenerierung sie mit allen Mitteln ihrer einflußreichen Macht gesorgt haben? Wann ist das von ihnen angestrebte Chaos groß genug, um darauf eine neue Ordnung aufzubauen, und wie soll diese Ordnung aussehen?

Natürlich berichten die Protokolle auch über das Konzept ihrer Ordnung und gewähren uns in Kapitel I, Absatz 5, bereits einen kleinen Einblick:

Nur durch einen Zwingherrn können Pläne großzügig und vollständig durchgeführt werden, so wie man das Ganze passend auf die einzelnen Teile der Staatsmaschinerie verteilt: hieraus ist der Schluß unvermeidlich, daß für ein Land die Regierung die beste ist, die von einer zuständigen Person zusammengefaßt ist. Ohne unbeschränkte Zwingherrschaft kann keine Zivilisation bestehen, die ja nicht von den Massen, sondern von ihren Führern weitergeführt wird, wer auch immer die Person sein mag. Der Pöbel ist ein Rohling und entfaltet diese Roheit bei jeder Gelegenheit. Im dem Augenblick, da der Pöbel die Freiheit in seinen Händen hält, verwandelt er sie sofort in Anarchie, die an sich der höchste Grad an Roheit ist.

Das ist ein Plädoyer für eine Diktatur in der krassesten Form einer »Zwingherrschaft«. Diejenigen also, welche heute mehr denn je alle Völker und Staaten, die noch keine freiheitliche Demokratie eingeführt haben, als Diktaturen verurteilen und sie von internationalen Kapitalhilfen dieserhalb ausschließen, behaupten die Diktatur oder Alleinherrschaft als die beste Regierungsform. Und die bestehenden Demokratien schützen sich selbst, indem sie bei jeder Gelegenheit behaupten, daß nur von den Diktaturen alles Böse und Schlechte, alles Ungerechte und Gewalttätige komme und daß diese die Quelle aller Kriege dieser Welt seien. Die Weisen haben dem Volk einge-

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redet, daß alle mündige Bürger seien, fähiger als alle Herrschaftssysteme, sich selbst zu regieren, und sie wußten sehr wohl, was das Volk damit aufgibt. Dazu erwähnen sie in Kapitel III der Protokolle:

Das Volk hat unter unserer Führung seinen Adelstand vernichtet. Er war sein einziger Schutz und seine Pflegemutter um des eigenen Vorteils willen, der untrennbar mit dem Wohl des ganzen Volkes ist. Heute, nach Zerstörung des Adels, ist das Volk in die Hände herzloser, gewinnsüchtiger Schelme geraten.

Aber immer noch haben nationalistische Traditionen, Werte von Anstand, Treue und Sitte, insbesondere aber der moralethische Einfluß der Kirchen ein Volk geistig miteinander verbunden. In der Zerstörung dieser geistigen Bastionen sahen daher die Weisen die größere und ungleich schwierigere Aufgabe, wie wir dem Kapitel IV entnehmen können:

Aber alle Freiheit kann harmlos sein und ohne Schaden für das Wohl der Völker, die ihren Platz in der Volkswirtschaft haben, wenn sie auf dem Glauben an Gott, auf der Brüderlichkeit der Menschen beruht und nicht mit dem Begriff der Gleichheit verbunden ist, die durch die wahren Schöpfungsgesetze widerlegt wird, denn diese haben die Unterordnung bestimmt. In einem solchen Glauben kann das Volk von einer Bevormundung von Priestern regiert werden, die den Gesetzen Gottes auf Erden unterworfen sind. Das ist der Grund, weshalb es für uns unerläßlich ist, allen Glauben zu unterwühlen, den wahren Begriff der Gottheit und des Geistes aus ihren Sinnen zu reißen und an deren Stelle arithmetische Berechnungen und materielle Bedürfnisse zu setzen.

Der weltanschauliche und wissenschaftliche Materialismus also, dem sich die westlichen demokratischen Industrienationen ebenso hingegeben haben wie der kommunistische Ostblock, die einen als Privatkapitalismus, die anderen als Staatskapitalismus, ist jenes geistig-ideologische Instrument, mit dessen Hilfe die Bindungen an einen Glauben auszurotten sind. »Arithmetische Berechnungen«

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stehen hier für den Kausalitätsbegriff, und »materielle Bedürfnisse« kennzeichnen das Wesen des Materialismus, der nur materielle Glücksgüter als das einzig Erstrebenswerte darstellt.

Die Kirchen haben in ihrem Bestreben, sich den modernen Entwicklungen anzupassen, nicht nur ihre Aufgabe, sondern auch ihren erzieherischen Einfluß verspielt. Und wer die Wende nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland miterlebt hat, wird sich darauf besinnen, wie die seinerzeitigen Umerzieher alle traditionellen Werte von Ordnung, Treue, Disziplin, Gehorsam und Anstand verhöhnt, karikiert und ausgetrieben haben, wie sie die Ära des Nationalsozialismus als die übelste Diktatur aller Zeiten mit Schande und Verbrechen belastet und alle Deutschen mit einer untilgbaren Schuld disqualifiziert und demoralisiert haben. Es war dieses ein Exempel für jenes geistige Chaos, das notwendig ist, um bereitwillig jedes andere aufgezwungene System zu übernehmen.

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