Die russische Revolution

Im Jahre 1879 erschien in Bern ein Buch mit dem Titel Der Sieg des Judentums über das Germanentum von Wilhelm Marr. Er schreibt darin auf Seite 30:

Kein Vorwurf dem Judentum. Es hat 1800 Jahre lang mit der abendländischen Welt gekämpft. Es hat die Welt besiegt, sich untenan gemacht. Wir sind die Besiegten, und es ist ganz in Ordnung, daß der Sieger vae victis ruft.

Wilhelm Marr stellt sich hier in die Reihe der Nichtjuden, aber in Wirklichkeit war er der 1819 geborene Sohn des jüdischen Schauspielers Heinrich Marr. Offensichtlich wollte er vermeiden, daß er eine laudatio pro domo hält. Bemerkenswert aber ist, was er auf den Seiten 34 f. schreibt:

Von allen europäischen Staaten ist jetzt nur noch Rußland übrig, welches der offiziellen fremdherrschaftlichen Invasion Widerstand leistet... In diesem vielgliedrigen Staat findet das Judentum den »archimedischen Punkt«, den es braucht, um die abendländische Welt aus den Angeln zu heben. Die jüdische elastische Leichtlebigkeit wird Rußland in eine Revolution stürzen, wie die Welt noch keine ähnliche gesehen hat... Hat es Rußland lahmgelegt, dann wird der Zusammenbruch der abendländischen Gesellschaft jüdisch-offiziell beginnen, und dieses letzte Stündlein des verurteilten Europa wird in spätestens 100-150 Jahren schlagen.

Marr sagt also nicht nur die russische Revolution voraus, sondern prophezeit bereits auf Seite 30,

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»daß nicht vier Generationen vergehen, und es wird absolut kein Staatsamt, selbst das höchste nicht ausgeschlossen, mehr existieren, das nicht von Juden usurpiert wäre.. .«

Zweifellos gehört Marr nicht zu den »Weisen von Zion«, wenngleich seine Prophezeiungen gut in die Protokolle gepaßt hätten. Diese vermerken in Kapitel XV, Absatz l, hierüber:

So war bisher die russische Selbstherrschaft beschaffen, der einzige Feind, den wir noch haben - abgesehen vom Papsttum.

Die gesellschaftlichen Zustände in Rußland waren ähnlich denen in Frankreich vor der großen Revolution, darüber hinaus aber noch belastet mit den Überbleibseln einer Leibeigenschaft. Die Parolen der Französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit waren aber inzwischen durch den Marxismus, das kommunistische Manifest und Lenins extrem materialistische Naturphilosophien zu einem komplexen weltanschaulichen Konzept geworden, mit dem man das zaristische Feudalsystem noch wirkungsvoller als die französischen Herrschaftsverhältnisse aus den Angeln heben konnte.

Der kleine Mann des Volkes, und das war die große Masse, begriff hieraus nur, daß er über Jahrhunderte versklavt und ausgebeutet worden sei, wenngleich ihm und seinesgleichen alles Land und Reichtümer gehörten. Daß ihm dieses widerrechtlich oder gar gewaltsam vorenthalten wurde, verursachte in ihm einen Stau von Haß und Wut. Ein solches emotionales Engagement kann man natürlich auch als die Dynamik einer Revolution bezeichnen.

Daß diese Revolution alle bisherigen an Blutvergießen übertreffen würde, sahen nicht nur Marr, sondern auch die Protokolle voraus; doch hatte man keine Bedenken, daß die zu erwartenden Grausamkeiten dem Nimbus der Revolution schaden oder sie gar unpopulär machen könnten - im Gegenteil. Im Kapitel XV, 1. Absatz wird wie folgt fortgesetzt:

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Vergegenwärtigen Sie sich das Beispiel, als Italien, bluttriefend, Sulla nicht ein Haar krümmte, obwohl er das Blut desselben vergossen hatte: Sulla genoß in den Augen des Volkes eine Vergötterung eben wegen seiner Macht, obgleich es von ihm in Stücke zerrissen war. Das Volk tastet den nicht an, der es durch seine Kühnheit und Geisteskraft hypnotisiert.

Sulla war in der Tat gegen Stalin nur ein Waisenknabe. Dessen Revolution war eine dauernde, ein ständiger Krieg gegen Konterrevolutionäre, der unzählige Millionen an Opfern forderte, und als dieser Krieg mit Deutschland fortgesetzt wurde und abermals unzählige Opfermillionen forderte, ihm aber große Machtgewinne einbrachte, war er bis zu seinem natürlichen Tode im Jahre 1953 der größte Russe aller Zeiten.

Es wäre aber ein großer Irrtum anzunehmen, daß die Weisen von Zion den Kommunismus, die kommunistische Revolution oder gar die von Stalin angestrebte Weltrevolution identisch betrachteten mit dem von ihnen erstrebten Staat. Wie man weiß, haben die Weisen die naturphilosophischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus vor allen anderen als falsch erkannt. Diese dienten - ebenso wie die Revolution selbst nur als Instrument zur Zerstörung bestehender Ordnungen.

Nichtsdestoweniger wird der Kommunismus und Bolschewismus als mit den Zielen des Weltjudentums identisch behauptet, nicht nur von Antisemiten, sondern von Juden selbst. So schrieb The Jewish Chronicle, London, am 4. 4. 1919:

Es ist eine Realität, die im Bolschewismus selbst enthalten ist, daß soviele Juden Bolschewisten sind. Die Ideale des Bolschewismus stimmen mit denen des Judaismus überein

So irrte auch The American Hebrew, als sie am 10.9.1920 verlauten ließ:

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Die bolschewistische Revolution war das Werk jüdischer Gehirne, jüdischer Unzufriedenheit, jüdischer Planung mit dem Ziel, eine neue Weltordnung zu schaffen. Was in Rußland dank jüdischer Gehirne in so excellenter Weise vollbracht wurde, wird in gleicher Weise durch dieselben jüdischen Geisteskräfte und physischen Gewalten in der ganzen Welt Wirklichkeit werden.

Von den geistigen Wegbereitern war nur Marx ein bewußter Jude. Von Lenin sagte man, daß sein Großvater mütterlicherseits, Alexander Blank, ein Jude gewesen sei. Der Name Blank ist in Deutschland häufig, in Rußland sind unter Blank fast nur Juden bekannt. So beanspruchen die russischen Juden Lenin als einen der ihrigen, wenn gleich es recht abwegig ist, Blutanteile mit irgendwelchen besonderen Leistungen in Verbindung zu bringen.

Von den zehn Hauptverantwortlichen für die russische Revolution war nur Bubnow ein Vollblutrusse. Stalin war Georgier, Dserschinski ein Pole. Lenin haben wir bereits erwähnt. Die übrigen 6 waren Vollblutjuden: Bronstein (Trotzki), Brillant (Sokolnikow), Radomylski (Sinowjew), Rosenfeld (Kamenew), Swerdlos und Uritzki.'' Alle wichtigen Funktionen wie die der Presse, der Kultur, der Armee, die Leitung der Konzentrationslager, des Postwesens und dergleichen befanden sich in jüdischen Händen, wie sich auch der Oberste Sowjet noch 1939 zu 52% aus Juden zusammensetzte. Daraus darf man keineswegs schließen, daß diese, bewußt oder nicht, den Zielen der Weisen von Zion gedient hätten; vielmehr galten die Juden in Rußland schlechthin als die Intelligenz, ein Grund, warum Stalin nach der Besetzung von Ostpolen im Jahre 1939 etwa 80 % der vorwiegend jüngeren Juden ins Landesinnere holte und viele von ihnen als Partisanenführer ausbildete.

Richtiger beurteilte Blumenthal in der schwedischen Zeitschrift Judisk Tidskrift (Nr. 57/1929) den Marximus-Kommunismus nur als eine Alternative, indem er schrieb:

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Erst kürzlich hat unsere Rasse der Welt einen neuen Propheten geschenkt. Aber dieser hat zwei Gesichter und trägt zwei Namen: Auf der einen Seite lautet sein Name Rothschild - und auf der anderen Karl Marx, der Apostel jener Seite, die die andere zerstören möchte.

Und Harry Watson beschreibt in seinem Buch A Program for the Jews (1939), wie die Arbeiten von Karl Marx in zwei verschiedenen Interpretationen ausgelegt werden sollten:

Es gibt ein Werk über die Soziologie - und zwar nur ein Werk, und das ist Karl Marx' Kapital. Nur ein Jude konnte dieses Werk schreiben .. . Der Staatskapitalismus kommt von unten durch eine Revolution, wie es in Rußland der Fall war, der Privatkapitalismus aber von oben, wie es für die USA zutrifft.

Wenn man also glaubt, daß der Staatskapitalismus und der Privatkapitalismus erbitterte ideologische Feinde seien, so ist dieses in der Tat ein Irrtum. Beiden gemeinsam ist die Anerkennung des Kapitals als eines Machtinstruments, beide sind sie Erscheinungsformen derselben Ideologie des wissenschaftlichen Materialismus.

Doch die prophetische Intelligenz, wie sie aus den Protokollen der Weisen hervorgeht, würde sich niemals die marxistischen Ideen für ihr künftiges Königreich zueigen machen, wohl wissend, daß eine ökonomische Gesetzmäßigkeit ebensowenig funktioniert wie eine Selbstorganisation der Materie. Die im Kommunismus erwartete ständige Revolution oder Evolution, die Überbauung des Lebensstandards durch Fortschritt als Ursache und Quelle aller gesellschaftlichen und auch kulturellen Hochentwicklungen muß ausbleiben, wenn die Phantasie, die unternehmerische Initiative und Strategie unterdrückt wird und der Staat sich einer organisatorischen Gesetzmäßigkeit unterwirft, die es gar nicht gibt. So haben sie denn damals schon vorausgesehen, wohin sich das Paradies der Arbeiter und Bauern nach der kommunistischen Revolution entwickeln wird, beschrieben im Kapitel III der Protokolle:

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Wir erscheinen als berufene Retter der Arbeiter von ihrer Bedrückung, wenn wir ihnen vorschlagen, in die Reihen unserer Streitkräfte einzutreten - Sozialisten, Anarchisten, Kommunisten. Wir gewähren ihnen allzeit Unterstützung, gemäß der behaupteten Brüderlichkeit (der Gemeinbürgschaft aller Menschen) unserer sozialen Freimaurerei. Der Adel, der durch Gesetz den Arbeitsertrag der Arbeiter genoß, war daran interessiert, daß die Arbeiter gut genährt, gesund und stark waren. Wir sind gerade am Gegenteil interessiert - an der Verminderung, der Verkümmerung der Gojim. Unsere Macht liegt in der dauernden Nahrungsknappheit und der körperlichen Schwäche des Arbeiters, weil er dadurch zum Sklaven unseres Willens wird. Und er wird bei seinen eigenen Führern weder die Kraft noch den Willen finden, sich unseren Absichten zu widersetzen. Das Recht des Kapitals erzeugt Hunger, der die Arbeiter sicherer beherrscht, als es der Adel mit der gesetzlichen Königsmacht vermochte. Durch Mangel, Neid und Haß, die so erzeugt werden, werden wir die Massen bewegen, und mit ihren Händen werden wir alles beseitigen, was uns auf unserem Wege hindert.

Weder Marx, Engels, Lenin noch jene Juden, Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten haben erkannt, wohin ihre revolutionären Ideen führen werden oder gar zwangsläufig führen mußten, wie es sich inzwischen, siebzig Jahre später, erwiesen hat. Die neue Ordnung, das wahre Königreich, soll wie ein Schrei nach Befreiung angerufen werden; und dieser Schrei wird erst kommen und um so inbrünstiger werden, wenn das Chaos groß genug ist. Für das Chaos wird jener wissenschaftliche Materialismus sorgen, welcher in der Übergangsphase die enttäuschten Arbeiter dazu verlockt, aus dem einen Extrem des Staatskapitalismus in die vom Privatkapitalismus beherrschten freiheitlichen Demokratien hinüberzuwechseln. Sie werden dann mit um so größerem Eifer dem Wohlstand und dem Luxus nachjagen und hinter diesem Ziel alle jene Idealismen und Tugenden vernachlässigen, welche die eigentliche Kraft eines Volkes ausmachen.

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