Die Macht des Kapitals

Als man die Juden aus allen ehrbaren Zünften, Innungen und angesehenen Berufen ausgeschlossen hatte, drängte man sie zwangsläufig in jene Erwerbszweige, die mit dem abwertenden jiddischen Ausdruck des Schacherns verbunden waren. Dazu gehörte der Handel mit Waren und der Geldverleih. Im Mittelalter aber hatte die Kirche, einer Lehre des Aristoteles folgend, das Zinsnehmen verboten, und bis ins 18. Jahrhundert hinein galt dieses Zinsnehmen aus ethisch-moralischen Erwägungen als ungerechtfertigt. Folglich spielten sich die Geschäfte mit dem Geld außerhalb der Öffentlichkeit in verschwiegenen Hinterstübchen ab. Zu einem Geldverleiher zu gehen war ebenso anrüchig wie der Geldverleiher selbst.

Da Zinsen verboten waren, waren sie auch nicht einklagbar. Die Geldverleiher stellten daher Schuldscheine aus, deren Summe um die geforderten Zinsen erhöht war; oder sie ließen sich Wertgegenstände, Grundstücke oder gar Gebäude übereignen, welche ohne Rücksicht auf die geschuldete Summe im Falle der Nichtzahlung in ihr Eigentum übergingen. Die cleveren Geldverleiher beherrschten ihr Geschäft und nutzten die Lage ihrer auf Diskretion bedachten Kunden zu einem unmäßigen Wucher aus; denn wer einmal zum Schuldenmachen gezwungen war, kam aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus. So waren die Großgrundbesitzer, die Aristokraten und der Adel besonders lukrative Objekte, von denen die Protokolle in Kapitel VI, Absatz 2, sagen:

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Die Aristokraten der Gojim, erblich unfähig, sich mit Wenigem zu begnügen, werden rasch abbrennen und auszischen.

In dem Kapitel »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« ist bereits erwähnt, daß die Entmachtung und Zerstörung des Adels als Führungsschicht und Mutter des Volkes ein vorrangiges Ziel der politischen Zionisten war. Mit der Aufwiegelung gegen dieses Herrschaftssystem durch die Parolen der Französischen Revolution war dieses Ziel bereits erreicht; doch der Einfluß des Adels auf die Politik und die Gesellschaft war immer noch sehr groß, zu groß. Mit den Mitteln des Geldverleihs wurde das Zerstörungswerk fortgesetzt. Im gleichen Kapitel und gleichen Absatz der Protokolle heißt es daher:

Der Adel der Gojim als eine politischen Macht ist tot.. ., aber als Landbesitzer kann er uns noch gefährlich werden, da er bei den Hilfsquellen, von denen er lebt, Selbstversorger ist. Darum müssen wir ihn um jeden Preis seines Landes berauben. Dieses Ziel wird am besten erreicht werden, wenn man die Lasten auf dem Grundbesitz vermehrt, indem man die Ländereien mit Schulden belädt. Diese Maßnahmen werden die Landwirtschaft zügeln und sie in einem Zustand der ergebenen und bedingungslosen Unterordnung halten.

Man kann sich aus der heutigen Mentalität heraus kaum noch in eine Zeit zurückversetzen, in der nicht »haste was, biste was«, das Bankkonto oder die Bilanzsumme Ansehen und Wert eines Menschen ausmachten, sondern die gesellschaftliche Stellung, die man sich durch Können und Wissen erobert hat, welche die wahren Kriterien einer Autorität ausmachen. Diese Stellung durch eine Überschuldung, jiddisch:Pleite, eingebüßt zu haben, bedeutete einen Verlust an Ansehen, dem man vielfach den Selbstmord vorzog.

In den kommerziellen Existenzen des Gewerbes, des Handels und der Fabrikation war das Kapital nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Die persönliche Haftung des selbständigen Unternehmers war eine wesentliche Voraussetzung für eine korrekte

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und ehrbare Unternehmensführung. Als mit Gesetz vom 20. 4. 1892 die Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingeführt wurde, galt sie als anrüchig und pleiteverdächtig. Mit der Einführung der freien Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die persönliche Haftung insbesondere durch die GmbH & Co KG fast völlig abgeschafft. Damit waren spekulativen Geschäftsgründungen Tür und Tor geöffnet oder von den Gründern gar die Pleiten vorgeplant, indem die Gewinne auf nichthaftende persönliche Konten verschoben wurden, während die Verluste durch das geringe Haftungskapital keine ausreichende Deckung mehr fanden. So wurde das Geld zu einem Selbstzweck, während das Gewerbe zu einem Mittel zum Zweck entartete.

Mit der Weltanschauung des Materialismus wurde gar das Unedle, der schnöde Mammon, geadelt, denn im Gegensatz zu Religionen und Idealismen wurde das wahre Glück der Menschheit allein durch materielle Güter dargestellt. Der das Paradies verheißende Gott des materiellen Glücks war das Kapital, das Geld. Karl Marx hat in seinem Buch Das Kapital diese wahre Macht dargestellt und in seiner Arbeit über den Historischen Materialismus die ganze Geschichte in einen vornehmlichen Kampf um diese Macht als Ursache aller Streitigkeiten, Unzufriedenheiten, Ungerechtigkeiten und als die einzigen Anlässe aller Kriege aufgezeigt. Marx schlußfolgerte, daß die ungerechte, ungleichmäßige Verteilung des Kapitals Unfrieden und Krieg verursache: »Als zum ersten Male der Mensch ein Grundstück einzäunte und dieses als sein Eigentum beanspruchte, begann der Streit.« Das Vermögen dieser Erde aber gehöre allen Menschen gleichmäßig. So forderte er die Sozialisierung des Kapitals und schuf damit die Grundlagen des KommunistischenManifests.

So stünde eigentlich die Marxsche Forderung in einem Gegensatz zu den Zielen der Rothschilds und der politischen Zionisten. Tatsächlich verachtete und bekämpfte Marx diesen jüdischen Privatkapitalismus, doch, wie in dem Kapitel »Über die russische Revolution« bereits erwähnt, besteht in beiden Lagern die entschei-

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dende Gemeinsamkeit der materialistischen Weltanschauung, daß das Kapital über den Geist und damit über alle ethischen und idealistischen Werte herrscht.

Mit der Einführung des Bankenwesens wurde nicht nur der zinsnehmende Geldverleih legalisiert, sondern das Kapital selbst zu einem wichtigen politischen Führungsinstrument erweitert. Führende Politiker hatten sehr bald erkannt, daß sie politische Versprechungen oder ehrgeizige Pläne, welche ihr Ansehen stärken, mit Hilfe des Kapitals verwirklichen können. Wenn sie über das notwendige Geld nicht verfügten, nahmen sie Anleihen auf, um ihre Pläne zu verwirklichen.

Über diesen Unsinn frohlocken die Protokolle im XX. Kapitel,

Absatz 6:

Wie deutlich ist die unentwickelte Denkkraft der blöden, rohen Gojimgehirne in der Tatsache ausgedrückt, daß sie Anleihen mit Zinsverpflichtungen bei uns aufnahmen, ohne je zu bedenken, daß sie doch diese selben Summen zuzüglich der Zinssummen aus ihren eigenen Staatstaschen nehmen müssen, wenn sie uns befriedigen wollen. Was wäre einfacher gewesen, als daß sie das benötigte Geld vorher von ihrem Volk nahmen und die Zinsen sparten! Aber es ist ein Beweis für den Genius unseres auserwählten Geistes, daß wir ihnen die Sache der Anleihen in einem solchen Lichte zeigen konnten, daß sie schließlich einen Vorteil für sich selbst darin sahen.

Hatten und haben die Weisen nicht hundertprozentig recht? Muß nicht das steuerzahlende Volk doch die Tilgungen zuzüglich der Zinsen bezahlen? Es sind ja nicht einmal Notlagen, welche die Regierungen zwingen, sich kurzfristig Anleihen zu verschaffen, sondern oft genug nur eitle und ehrgeizige Vorhaben.

Ein Unternehmer, der investieren will oder muß, ohne dafür ausreichende flüssige Mittel zu haben, nimmt Kredite nur dann auf, wenn er weiß, daß damit eine höhere Leistung und ein Mehrgewinn entsteht, so daß ihm die Kreditaufnahme letztlich kommerzielle

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Vorteile verschafft. Das wäre die einzige Berechtigung, Anleihen aufzunehmen. Wie aber kann man Politikern einreden, daß es für sie von Vorteil wäre, für geplante Aufwendungen nicht erst das Geld zu erheben und sie danach durchzuführen, sondern Anleihen mit Zinsen aufzunehmen, welche die Schuld in 15 Jahren oder gar noch früher verdoppeln. So sind allein die Zinslasten der Staatsanleihen ein ganz beträchtlicher Posten nicht nur im Staatsetat, sondern ebenso in dem Etat der Länder, Städte und Gemeinden.

Das Vorbild der öffentlichen Hand hat sich längst bis zum letzten Bürger durchgesetzt, welcher vornehmlich seine Wohlstands- und Luxusgüter erst kauft und dann auf Raten abstottert. Da gehen sie zuvor von Geschäft zu Geschäft, sich das günstigste Angebot aussuchend, um dann ihren Einkauf durch die Zinslast maßlos zu verteuern. Allein die Geldverleiher werden durch diese Unsitte nicht nur immer reicher, sondern auch mächtiger.

Bereits 1897 befanden sich in den jüdischen Großbanken der Wallstreet 5000 Tonnen Gold; das waren zwei Drittel des Goldbestandes der Welt. »Damit,« so die Protokolle, »sind wir unangreifbar.«

In den zwanziger Jahren waren die Protokolle nach der Bibel das meistgelesene Buch der Welt. Somit war es kaum vermeidbar, daß auch maßgebliche Politiker davon Kenntnis gehabt haben. Wenn sie folglich das Kapitel XX, Absatz 5 gelesen haben, müßten sie, ob die Protokolle echt gewesen sind oder nicht, nachdenklich geworden sein und dürften so schwerwiegende Fehler nicht mehr begehen:

Jede Staatsanleihe beweist Schwäche und einen Mangel an Verständnis für die Rechte, aber auch Pflichten eines Staates. Anleihen hängen wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Gojimherrscher. Anstatt von ihren Untertanen eine zeitgemäße Steuer zu erheben, kommen sie mit ausgestreckten Händen zu unseren Bankherrn betteln. Fremde Anleihen sind Blutegel; es gibt keine Möglichkeit, sie vom Staatskörper zu entfernen, bis sie von selbst abfallen oder der Staat sie abschüttelt. Aber die Gojimstaaten schütteln sie nicht ab,

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sondern setzen sich immerzu neue an, so daß sie unvermeidlich zugrunde gehen müssen, entkräftet vom freiwilligen Aderlaß. Was ist eine Anleihe, besonders eine fremde, anders als eine Blutabzapfung? Sie ist eine Ausgabe von Schuldverschreibungen, die eine Zinsverpflichtung enthalten, entsprechend der Summe des Leihkapitals. Wenn die Anleihe auf 5% lautet, dann hat der Staat eine der Anleihe gleiche Summe in zwanzig Jahren an Zinsen für nichts gezahlt, in sechzig Jahren die dreifache; und immer noch bleibt die Schuld unbezahlt.

An dieser volkswirtschaftlichen Weisheit, bereits vor fast hundert Jahren verfaßt, sind wir Deutschen ebensowenig wie die westlichen Industrienationen entgegen den Voraussagen immer noch nicht zugrunde gegangen. Doch das widerlegt keineswegs die in den Protokollen erklärte einfache Rechnung. Die Anleihen sind ein Vorgriff auf die wirtschaftliche Ertragslage von morgen, und somit hat sich die Politik abhängig gemacht von einem ständigen Wirtschaftswachstum und damit von einem immer Mehr an Produktion. Spüren wir jetzt schon, wie bedrohlich der Massenkonsum unsere Umwelt belastet, so müßten wir uns der Illusion hingeben, daß die Bäume doch in den Himmel wachsen, wo wir schließlich das Wohlstandsparadies erreicht haben werden. Doch das wahre Paradies liegt in jenem Jenseits, in dem sich auch die Hölle befindet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Protokolle und sind auch in vielen Bibliotheken nicht mehr zu finden. Die Nachkriegsgeneration hat von diesen Protokollen kaum jemals etwas gehört. Somit ist auch die aufklärende Wirkung, ob sie von den Autoren der Protokolle beabsichtigt war oder nicht, verlorengegangen. An die Unsitte des Schuldenmachens hat man sich längst gewöhnt und rechtfertigt dieses mit der Spekulation, daß das Wachstum einhergeht mit einer Inflation, die bei gleichzeitiger Erhaltung der Kaufkraft der Löhne und Gehälter diese Schulden abwertet.

Das Ansammeln riesiger Vermögen aus dem Geschäft des zinsträchtigen Geldverleihs ist natürlich nicht reiner Selbstzweck,

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sondern verstärkt die Macht des Kapitals und damit dessen Einfluß auf die Wirtschaft. Da sich aber die Politik vollends von der Wirtschaft abhängig gemacht hat - denn alle politischen Probleme werden auf ihre Kosten reduziert und allein mit Geld zu lösen versucht -, beherrscht die Kapitalmacht mit der Wirtschaft zugleich die Politik. So ist denn in Kapitel III, Absatz 3 der Protokolle zu lesen:

... Durch alle diese unterirdischen geheimen Mittel und durch die Macht des Geldes, das ganz in unseren Händen ist, werden wir eine allgemeine Wirtschaftskrise verursachen. Dabei werden wir ganze Arbeitennassen auf die Straße werfen, gleichzeitig in allen Staaten Europas.

Da spricht einerseits der Marxismus von einer ökonomischen Gesetzmäßigkeit, die sich, wie auch alle anderen materiellen Selbstorganisationen, im Sinne eines Fortschritts hochentwickelt, während diejenigen, welche die materialistische Ideologie wie ein Werkzeug handhaben, sehr wohl wissen, wie diese gesetzmäßige Ökonomie sehr wohl aus den Angeln gehoben werden kann. Auf welche Weise das geschehen kann, beschreiben die Protokolle unter anderem im Kapitel VI, Absatz 3:

Zu gleicher Zeit müssen wir Handel und Industrie -unterstützen (Anmerkung: Seinerzeit war diese Maßnahme noch gegen die Vorherrschaft des Landadels gerichtet), vor allem die Spekulation; denn die Abwesenheit der Spekulationsindustrie würde das Kapital in Privathänden vermehren.

Unter einer Spekulationsindustrie versteht man beispielsweise die Tätigkeiten der Börse, den Handel mit Wertpapieren, Aktien, Währungen, mit Warentermingeschäften und anderem mehr. Tatsächlich bieten diese Geschäfte kapitalkräftigen Spekulanten die Möglichkeiten zu Manipulationen, welche einzelne Industriefirmen, Wirtschaftszweige oder gar die Weltwirtschaft erschüttern können, ohne

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daß die eigentlichen Drahtzieher zur Verantwortung gezogen oder gar überhaupt bekannt werden. Man kauft Aktien einer Gesellschaft auf, um die Kapitalmehrheit und damit Einfluß auf die Geschäftsführung zu nehmen, oder man wirft große Aktienpakete zu billigen Preisen auf den Markt, um die Gesellschaft zu ruinieren. Man kauft große Mengen an wichtigen Rohstoffen auf, verknappt sie durch Hortung, um sie dann zu weit erhöhten Preisen anzubieten. Man gewährt fremden Staaten großzügige Kredite, kündigt sie zur Unzeit, macht die Länder abhängig oder politisch erpreßbar.

In den meisten autoritären Staaten war das Spekulieren, das Geldverdienen, ohne dafür zu arbeiten, nicht nur anrüchig, sondern gar verboten, so daß seinerzeit die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und des Privatkapitalismus, der hauptsächliche Übungsplatz für das Spekulantenunwesen war.

Ein zusätzlicher Aspekt wird in den Protokollen im gleichen Kapitel und gleichen Absatz genannt:

Um die Zerstörung der Industrie der Gojim zu vollenden, werden wir die Spekulation auf Prunk unterstützen, den wir unter den Gojim entwickelt haben, jenes gierige Verlangen nach Luxus, das alles andere verschlingt.

Auf den ersten Blick ist es gar nicht einsehbar, warum eine »Spekulation auf Prunk« etwas Zerstörerisches an sich haben sollte; denn wir pflegen in unserem Wohlstandsdeutschland diesen Luxus und Prunk wie eine Kultur, die uns nicht zerstört, sondern gar unser Wohlbefinden steigert.

Man muß sich aber in die Zeit von 1897 zurückversetzen: Ein ganz erheblicher Teil der Völker lebte - nach unseren heutigen Begriffen - in Armut und Primitivität. Prunk und Luxus waren das stillschweigend anerkannte Vorrecht der Kaiser, Könige, der Fürsten und Grafen. Einige reich gewordene Kohle- oder Stahlbarone begannen damit, den Prunk des Adels nachzuahmen. Für das Volk blieb es etwas Unerreichbares. Das Hinlenken auf Prunk und Luxus

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hatte zweierlei Folgen: Das hierfür aufgewandte Geld war für wichtigere Produktions- und Investitionszwecke verloren. Außerdem vergrößerte sich die Kluft zwischen den Armen und den Reichen um so mehr, als diese ihren Prunk und Luxus auch noch zur Schau stellten.

Wenn wir uns unseren heutigen Lebensstandard betrachten, mögen wir uns an den Uraltphilosophen Sokrates erinnern, der da sagte: Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf. Aus seiner Sicht lebt selbst der Wohlfahrtsempfänger heute im überflüssigen Luxus. Das allgemeine Streben nach Luxus, Prunk und Vergnügen, hinter dem alle anderen Interessen zurückstehen, ist ein sicherer Weg zur Dekadenz und Degeneration, die Aufforderung zur Kriminalität und die Flucht in eine Rauschsucht.

Auffallend mag sein, daß in den Protokollen auch der Handel mit der Spekulation verbunden wird, zumal dieser Gewerbezweig die wichtige Aufgabe der Verteilung übernahm. Es ist ganz interessant, die Entwicklung dieses Gewerbezweiges zu einer Spekulationsindustrie zu verfolgen: Die Produzenten von Waren und Gütern waren zunächst ganz auf ihre eigentliche Aufgabe der Produktion konzentriert. Es existierte eine Organisation von Großhändlern, welche die regionale Verteilung der Waren an die Einzelhändler, die Ladengeschäfte, übernahm. Für diese Waren herrschte eine Preisbindung: Der Produzent bestimmte den Endverbraucherpreis, gewährte darauf dem Großhändler einen Rabatt von 50%, welcher davon an den Einzelhändler einen Rabatt von 33% weitergab. Die gleiche Ware hatte folglich in allen Ladengeschäften denselben Endpreis. Der Produzent selbst brauchte nur seine Verkaufskontakte mit der relativ kleinen Gruppe von Großhändlern zu unterhalten.

Zum Spekulationsobjekt wurde dieser Handel zunächst durch das Auftauchen von großen Kaufhäusern und Ladenketten. Sie forderten entweder auf Grund ihres Großeinkaufes oder für die Funktion der Verteilung an die Ketten den Großhandelsrabatt von 50%, den sie dazu ausnutzten, die Waren an den Endverbraucher

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billiger abzugeben. Das Billigersein als die anderen wurde zu einem spekulativen Erfolgsrezept. Anfangs wehrten sich noch die Produzenten dagegen, indem sie für diese Billighäuser auch eigens billigere Ware anfertigten.

Mit der Liberalisierung der Wirtschaft im Nachkriegsdeutschland wurde das Groß- und Einzelhandelssystem mit den Funktionsrabatten endgültig aufgeweicht. Der Einzelhandel forderte eine Wettbewerbsgleichheit mit den Kaufhäusern, beanspruchte den 50%igen Rabatt. Der Großhandel mußte ausgeschaltet werden, und die Produktionsbetriebe mußten selbst die ursprüngliche Funktion des Großhandels übernehmen und ihren Verkaufsapparat erheblich vergrößern. Die Preisbindung wurde aufgehoben, die Kaufhauskonzeme betrieben ihre eigene Verkaufspolitik, zwangen die Produzenten zu immer günstigeren Konditionen, so daß der Mittelstand verschwand und der Markt beherrscht wurde von den kapitalkräftigsten Konzernen der Industrie und des Handels.

Man könnte meinen, daß eine solche Entwicklung ebenso natürlich wie zwangsläufig gewesen sei, doch letztlich ist die Idealisierung der Freiheit ein ideologisch-politisches Konzept und die Liberalisierung der Wirtschaft eine zwangsläufige Folge. Daß damit das Kapital nicht nur zum wirtschaftlichen, sondern auch politischen Führungsinstrument geworden ist, war, wie die Protokolle ausweisen, ein langgehegter Plan, der sich geradezu fahrplanmäßig erfüllt hat.

Aber auch weitere Zeiterscheinungen wurden bereits 1897 geplant. So heißt es im Absatz 4 des Kapitel VI:

Wir werden die Löhne erhöhen, was indessen den Arbeitern keinen Vorteil bringen wird, da wir zu gleicher Zeit eine Preiserhöhung der notwendigsten Lebensbedürfnisse erzeugen werden. Wir werden ferner die Produktionsquellen kunstvoll und tief untergraben, indem wir die Arbeiter an Liederlichkeit und Trunksucht gewöhnen... Damit die wahre Bedeutung dieser Dinge den Gojim nicht vor der Zeit bekannt wird, werden wir sie unter dem vorgeblichen glühenden

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Wunsch verbergen, den arbeitenden Klassen zu dienen, sowie den großen Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre, für die unsere wirtschaftlichen Lehrsätze eine nachdrückliche Werbung entfalten.

Immer wieder muß man sich vergegenwärtigen, daß dieses zu einer Zeit - von wem auch immer - geschrieben wurde, als der Handel noch vom ehrbaren königlichen Kaufmann betrieben wurde, der Arbeiter tüchtig, qualifiziert und diszipliniert war und die Gewerkschaften noch keinen wesentlichen Einfluß besaßen. Inzwischen ist der haarsträubende Unsinn von einer jährlichen Lohn- und Preiserhöhung schon zu einer traditionellen Institution geworden, von der die politischen Ideologen behaupten, daß dieses Gewerkschaftstreiben ein wesentlicher Bestandteil der freiheitlichen Demokratie sei.

Ist das Machtinstrument Kapital erst einmal geschmiedet, so zeigen die Protokolle, für welche umfassenden Zwecke und Ziele es eingesetzt werden soll. In Kapitel IX, 2. Absatz lesen wir:

Die Völker haben über die Notwendigkeit, die soziale Frage auf dem Wege einer internationalen Übereinkunft zu ordnen, großes Geschrei erhoben. Die Zersplitterung in Parteien hat sie in unsere Hand gegeben, denn um einen Wahlkampf auszufechten, brauchen sie Geld, und alles Geld ist in unseren Händen.

Im Klartext soll es heißen, daß jeder Politiker, der eine Führungskarriere beabsichtigt, abhängig ist von dem Geld, welches sich in jüdischen Händen befindet. Bis zum damaligen Zeitpunkt wurde dieses bereits in den USA praktiziert. Neben dem notwendigen Geld brauchten die Wahlkämpfer auch die Presse, die sich ebenfalls in jüdischen Händen befand. Jeder Politiker begab sich folglich in Abhängigkeit von den Mächtigen, die ihm in seine Stellung geholfen haben. Man mag den Faden mit der Behauptung weiter spinnen, daß diese Mächtigen von vornherein entscheiden, wer eine führende Rolle in der Politik spielen soll.

Weiter heißt es dazu im gleichen Kapitel, Absatz 3:

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Um die Einrichtungen der Gojim nicht vorzeitig zu vernichten, erfassen wir nur geschickt die Triebfedern, die ihren Mechanismus bewegen. Diese Triebfedern liegen in einem strengen, aber gerechten Ordnungssinn: Wir haben diesen durch die chaotische Ungebundenheit des Liberalismus zersetzt. Wir haben unsere Hand in der Gesetzgebung, in der Leitung der Wahlen, in der Presse, in der Freiheit der Person, aber hauptsächlich in der Bildung und Erziehung als den Ecksteinen eines freien Daseins.

In welch relativ kurzer Zeit ist es gelungen, die einstigen Werte, die auf einem gerechten Ordnungssinn beruhten und damit Disziplin und Tüchtigkeit bewirkten, völlig auf den Kopf zu stellen und als Kadavergehorsam zu Gunsten einer Diktatur abzuwerten, während die liberale Ungebundenheit zum wahren Ideal der Menschheit eingebleut wurde.

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