DAS ENDE DES GEISTIGEN UND POLITISCHEN ABSOLUTISMUS

Die Auswirkungen wissenschaftlicher und philosophischer Erkenntnisse im 19. Jahrhundert auf den metaphysisch konfessionellen Traditionszustand waren von solcher Art, daß die Auflockerung beziehungsweise Auflösung der politischen Ordnung mit der Standeseinteilung: Klerus, Adel, Bürger, Bauer und Arbeiter die Folge war. Ab der französischen Revolution verschoben sich die Autoritätsbeziehungen immer mehr. In Frankreich stellte sich das Volk selbst ohne Rücksicht auf die gewachsenen Gesellschaftsstrukturen, begleitet von der grausamen Liquidation der adeligen Führungsschicht, in den Mittelpunkt des politischen Geschehens. "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" als Parole sollte Europa verändern. Napoleon überrannte als Imperator und neuer selbsternannter Kaiser die Staaten des Kontinents. Mit seiner Kaiserwürde hob er im Grunde die geistige Sprengkraft der französischen Revolution auf. Waterloo beendete nur für kurze Zeit die endgültige Auflösung der erstarrten politischen Verhältnisse. Beim Wiener Kongreß (1815) behaupteten die alten aristokratischen Herrscherhäuser noch einmal ihren Status. Sie nahmen an, daß die Erhebung des deutschen Volkes, so wie sie zum Beispiel in der Völkerschlacht bei Leipzig (1813) erfolgte, nur eine kurzfristige Freiheitsbegeisterung zum Zwecke der Herstellung königlicher und fürstlicher Machtverhältnisse alten Stiles war. Der Adel hat nicht begriffen, daß das Mittelalter geistig und politisch dem Ende zugeht. Das Volk erwartete neue Ordnungswerte, in die es als organisch gewachsene Lebensgemeinschaft eingebunden ist. Es wollte nicht mehr für Herrscherhäuser zum Dienen degradiert sein. Diese letzte Chance hatte der europäische Adel verspielt. (Außer England, wo Ober- und Unterhaus eine symbolische Verbindung zwischen Volkswillen und Führungsauslese herstellte und ständige Blutauffrischungen der sogenannten oberen Schicht ermöglichte. Nur lief es auch dort in die verkehrte Richtung, weil zum Teil der Kapitalbesitz ausschlaggebend war, um in die Hierarchie aufgenommen zu werden. Das ermöglichte zum Beispiel jüdischen, dem Volke nicht verbundenen Kreisen, in einflußreiche Positionen aufzusteigen, mit dem Zweck, ihre Tüchtigkeit im Geld- und Warenhandel egoistisch noch besser zur Entfaltung bringen zu können.)

Umgekehrt hätte sich der Veränderungsprozeß vollziehen müssen: die im Laufe von 1500 Jahren heraus entwickelten, führungsbegabten Familien und Eliten wären verpflichtet gewesen, als charakterliche und geistige Vorbilder die Kultivierung und soziale Gerechtigkeit für das Volksganze zu bewirken. GOETHE hatte ihnen eigentlich mit seiner schönen Sprache und geistigen Reife das Wesentliche gesagt, nur haben sie es wahrscheinlich nicht verstanden oder verstehen wollen. In seinem Roman "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch im Kapitel "Aus Makariens Archiv" schreibt er: "Wir brauchen in unserer Sprache ein Wort, das wie Kindheit sich zu Kind verhält, so das Verhältnis Volkheit zum Volk ausdrückt. Der Erzieher muß die Kindheit hören, nicht das Kind. Der Gesetzgeber und Regent die Volkheit, nicht das Volk. Jene spricht immer dasselbe aus, ist vernünftig, beständig, rein und wahr. Dieses weiß niemals vor lauter Wollen, was es will. Und in diesem Sinne soll und kann das Gesetz der allgemein ausgesprochene Wille der Volkheit sein, ein Wille, den die Menge niemals ausspricht, den aber der Verständige vernimmt, und den der Vernünftige zu befriedigen weiß und der Gute gern befriedigt." Eine Weisheit aus einer tiefenpsychologischen Kenntnis des Volksbegriffes, wie sie seit Platon nicht mehr so vollkommen formuliert wurde. Sie zu verwirklichen, wäre die Aufgabe reifer, gewachsener Führungspersönlichkeiten gewesen, die mit Verständnis, seelischer Hinneigung zum Volksganzen, Abwägung und Entschlossenheit eine Synthese zwischen Kultur, sozialer Ordnung und wirtschaftlicher Organisation erstellen. Es waren vor allem die Stämme des deutschen Volkes innerlich bereit, sich zu einer Gemeinschaft zusammenzuschließen, da ihre Wesensverwandtschaft alle Voraussetzungen für die Errichtung eines Volksstaates erfüllte. Aber man hatte nach dem "Wiener Kongreß" genau das Gegenteil getan: führende Männer des Befreiungskampfes, Denker und Dichter, denen die Sehnsucht "das ganze Deutschland soll es sein" viele Opfer abverlangte, wurden verbannt und eingesperrt. Anstatt die geistige Freiheit in Wort und Schrift, die menschliche Wertigkeit mit dem Maßstab des Respektes vor jeden Angehörigen eines Volkstums anzuerkennen, das soziale Gemeinschaftsgefühl in die Gesetzgebung und ihre Durchführung zu übertragen, hatte der Egoismus einer adeligen Hausmachtpolitik im kleinen wie im großen den Vorrang.

Aber die Zeit blieb nicht stehen. Trotz dieser politischen Erstarrung der aristokratischen Führungskräfte, setzte sich die wissenschaftliche und damit technische Entwicklung fort. Die Schulbildung umfaßte bereits das ganze Volk; die Drucktechnik wurde immer besser, so daß der Nachrichtenfluß neuer Erkenntnisse und Ideen mehr und mehr in die breite Masse eindrang. Der arbeitsteilige Produktionsprozeß durch die Industrialisierung schuf veränderte soziale Gliederungen, Zentren, politische Spannungen und damit schrittweise Verschiebungen der hierarchischen Gliederung und Verfassung.

1848 revoltierte das Volk in den Städten. Die "Frankfurter Nationalversammlung" unter Vorsitz des Reichsverwesers Erzherzog Johann aus Österreich, sollte im gleichen Jahr die Einheit der deutschen Nation legislativ, und exekutiv entwickeln, jedoch war wieder der Egoismus deutscher Könige und Fürsten, aufgesplittert in ihre deutschen Teilgebiete, stärker als die Reichsidee. Die ersten demokratischen parlamentarischen Spielregeln nahmen in Frankfurt, Berlin und Wien neben den schon lange bestehenden Stadt- und Standesvertretungen in den verschiedenen Ländern ihre Form an.

Nachdem keine herausragende Gestalt aus königlicher Abkunft in der Lage war, die im Volke vorhandenen Strömungen zu nutzen, beziehungsweise nach einem Ziele hin zusammenzufassen, trat ein Mann in die Arena der deutschen und europäischen Politik, der alle Gaben einer starken Führungspersönlichkeit in sich vereinte: wacher Geist, überzeugende Rhetorik, Intuition und Entschlußkraft, gute Erscheinung - BISMARCK. Ihm gelang es, den zaudernden preußischen König Wilhelm 1. für seine Entscheidungen, wenn auch oft nur zögernd, zu gewinnen. Bismarck war im Grunde die "Kaisergestalt", die das 2. Reich der Deutschen nach tausend Jahren wieder schuf, indem von ihm die günstige europäische Konstellation zum Vorteil des deutschen Volkes genutzt wurde. Er erreichte durch seine Bündnis- und Kriegspolitik die Vorrangstellung für Deutschland auf dem europäischen Kontinent. Die technische und wirtschaftliche Dynamik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bewirkte zusätzlich auch eine wirtschaftliche Macht Deutschlands, die das damalige viktorianische England als führenden Industriestaat mit allen Mitteln der Politik bekämpfte. Nach dem vierhundertjährigen Prinzip der englischen Außenpolitik, sich stets mit der zweitstärksten Festlandmacht gegen die erststärkste zu verbinden, um mit dieser sogenannten europäischen Gleichgewichtspolitik den staatlichen Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, begann es, Deutschland mit Hilfe Frankreichs und Rußlands in die Zange zu nehmen. Die englischen Maßnahmen erforderten große Investitionen in die Marine und das Heer, welche die weltweit entstandenen Kolonien in Afrika, Asien und Amerika zu sichern hatten. Mittlerweile verlagerte sich die Kapitalmacht von London nach New York, so daß England ein großer Schuldner des US-Leihkapitals wurde und damit die politische Abhängigkeit von der Wallstreet immer mehr zunahm. Schon der Hauptgeldgeber Morgan allein konnte die englische Regierung unter Druck setzen, weil er riesige Summen an sie verliehen hatte. Nachdem aber Deutschland die Weltmärkte immer mehr eroberte und das "Made in Germany" zugleich ein Gütesiegel war, kam England in die Situation, seine Diplomatie so einzusetzen, daß die Spannungsfelder auf dem Kontinent - deren gab es genug - Explosionsdruck bekamen. Der 1.Weltkrieg wurde jahrzehntelang vorbereitet; der Auslöser Sarajewo im Bereich der österreich-ungarischen Monarchie war nur mehr der berühmte Funke in das Pulverfaß.

Der kurz zusammengefaßte historische Prozeß des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges bedarf der Ergänzung durch die geistige, ideologische Entwicklung, die sich in der tagespolitischen Praxis immer nachhaltiger auswirkte. Die durch 1500 Jahre währenden Kämpfe um die Macht zwischen Königen, Stämmen und Völkern innerhalb Europas hatten, einerlei für wen sich die Waagschale der Kriegsgunst neigte, keine geistig und religiöse Veränderung herbeigeführt. Rom blieb bei aller Intrige und menschlicher Schwäche das religiöse Zentrum. Auch nach der Reformation hat sich glaubensinhaltlich nichts geändert. Nur das Ritual und Dogma hat den Einfluß auf die Glaubenspraxis der Protestanten verloren. Die absolute Macht des Papstes wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg, der die deutsche Volkssubstanz halbierte, mit dem Westfälischen Frieden (1648) im Norden Europas endgültig beendet; aber machtpolitisch und geistig blieben die mittelalterlichen Zustände.

Das erste Mal hat die französische Revolution die Sprengung der klerikalen und adeligen Macht herbeigeführt. Obwohl ihr eine philosophische Aufklärung vor allem durch Voltaire vorausging, war sie vorerst nicht mehr als eine Emotionsentladung der Masse. Der Inhalt war lediglich eine politische Phrase, ohne mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die damals im Ansatz bereits vorhanden waren, abgestimmt zu sein. Alle Hoffnungen auf eine wirkliche geistige und konstitutionelle Befreiung der europäischer Völker wurden durch den Imperator Napoleon zur Illusion.

Trotzdem war der weltanschaulich politische Gärungsprozeß eingeleitet. Ein solcher, wenn der Boden dafür einmal vorbereitet ist, setzt sich in Richtung eines gesellschaftlichen Verwandlungsprozesses unaufhaltsam fort.

DIE HERAUSBILDUNG POLITISCHER IDEOLOGIEN

Welche theoretischen, ideologischen Triebsätze beunruhigten und veränderten die politischen Machtverhältnisse des 19. und 20. Jahrhunderts? Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß mit der Abnahme des Einflusses gottesbegrifflichen Denkens im geisteswissenschaftlichen Bereich und mit der Zunahme naturwissenschaftlicher Erkenntnisse die Entwicklung neuer Weltanschauungen mit politisch-ideologischer Auswirkung begonnen hat.

Liberalismus (Kapitalismus), Sozialismus und Nationalismus waren die drei politischen Richtungen außerhalb der bestehenden Machtordnung der Aristokratie und Kirche, die eine systematische Veränderung der geistigen und politischen Verhältnisse anstrebten und auch herbeiführten. Der Liberalismus hat sich unterirdisch bereits im 17. und 18. Jahrhundert innerhalb von "Freimaurerzirkeln", denen oft namhafte Persönlichkeiten angehörten, vorbereitet. Damals vertrat die "Freimaurerei" in erster Linie geistige Interessen, die im Gegensatz zur Kirche standen. Das sich Abzirkeln und Kreisbilden hatte primär damit zu tun - vorher waren es mit dem Symbol des Dreiecks und des Zirkels die Baulogen - die noch immer vorhandene Macht des Klerus im Zusammenhang mit den Herrscherhäusern nicht herauszufordern.

Nicht allzu lange lag die Zeit der Inquisition für die sogenannten Häretiker zurück. Die neuen geistigen Strömungen nach der Periode aufklärungsphilosophischer Bestrebungen breiteten sich hinter der "vorgehaltenen Hand" flüsternd weiter aus. (Diese Frühphase der Freimaurerei ist nicht vergleichbar mit der in der zweiten Hälfte des 19. und des 20. Jahrhunderts entstandenen. Die sogenannte Spätfreimaurerei hatte und hat teilweise weltweiten Verschwörungscharakter, verbunden mit wirtschafts- und machtpolitischen Spekulationen zum Nachteil der Völker.)

Welchen Inhalt weist der Liberalismus auf? Während die christliche Weltanschauung mit ihren Konfessionsriten die Völker symbolisch als "Herden" bewerten, die vom "Oberhirten" und von "Hirten" im Namen Gottes gehütet werden, stellt der Liberalismus die Freiheit der Einzelperson in den Mittelpunkt seiner Ideologie. Er bezog damit die klare Gegenposition zur Kirche, weil er den Einzelmenschen eine unbeschränkte Freiheit zumißt. Diese übertriebene Ich-Freiheit war als Antwort auf das Extrem des Herdenkollektivs einer christlichen Weltanschauung psychologisch verständlich. Daraus resultierte die Forderung nach unbeschränkter Meinungsfreiheit, Forschung, die praktische Anwendung derselben in der Öffentlichkeit und Wirtschaft, sowie die ungebremste Expansion des Geldkapitaleinsatzes, der sich dann auf Kosten der gewachsenen Produktionsstrukturen im bäuerlichen und gewerblichen Bereich negativ auswirkte. Damit die Klein- und Mittelbetriebe am Rande des industriellen Prozesses bestehen konnten, mußten sie Kredite aufnehmen und diese mit hohem Zins und Zinseszins abdecken. In vielen Fällen war dies trotz eines totalen Arbeitseinsatzes nicht möglich; dann brach das Lebenswerk mehrerer Generationen zusammen. So vollzog sich eine Verflechtung zwischen freier Entfaltung der Einzelperson mit dem sogenannten "Manchester-Liberalismus", dessen Auswirkung auf das Gemeinwesen eines Volkes destabilisierende Folgen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens hatte. Statt der ersehnten Gerechtigkeit und Freiheit für den Menschen, entstand die Abhängigkeit von anonymen, aus dem Hintergrund wirkenden Kapitalgruppen. Ohne Skrupel wurden die in den Arbeitsprozeß eingespannten Personen - auch Kinder -ausgebeutet. Durch die industrielle Verästelung und ihre immer weniger übersichtliche Arbeitsteilung entstand ein seelenloser Mechanismus zwischen Geld- und Produktionswirtschaft, dessen Opfer der größte Teil des Volkes wurde.

In der weiteren Folge gingen die Forderungen des Liberalismus bezüglich der Presse- und Informationsfreiheit, verbunden mit eigenen Verfassungsparagraphen, in Erfüllung. Mit der Verbesserung der Drucktechnik ergaben sich billige und rasche Produktionen von Zeitungen, Büchern und Broschüren. Nach der Einführung der Schulpflicht konnte der größte Teil des Volkes bereits lesen und schreiben, sodaß die im leicht erfaßlichen Stil geschriebenen Informationen weite Kreise der Bevölkerung erreichten. Im Hintergrund standen wieder die Eigner des Geldkapitals und beeinflußten gemäß ihrer Interessen die öffentliche Meinung.

Es wird leider im Zusammenhang mit der Auswirkung liberaler Auffassungen auf das politische und kulturelle Geschehen viel zu wenig die Rolle des Geldkapitals in die Beurteilung eingebunden. "Geld ist Macht". Wer hatte nach der Besiegung Napoleons die Kapitalmacht inne? Es war das Haus Rothschild. Es gab keinen Kaiser, König, Fürsten in Europa, der nicht Schuldner Rothschilds gewesen wäre. Dafür bekam er Privilegien innerhalb staatlicher Regionen, die den Reichtum Tag für Tag ausweiteten, so daß im Jahre 1850 die Rothschilds mehr Kapitalreichtum hatten, als alle Adelshäuser Europas zusammengenommen. Somit erfüllten sie den Grundsatz, den der reiche Römer Crassus gegenüber Julius Caesar einnahm: "Niemand ist reich, der nicht allein mit seinen Zinsen ein Kriegsheer aufstellen und unterhalten kann."

In der Praxis zeigt sich dies in allen Einzelheiten der europäischen Politik. Zum Beispiel Bismarck mußte 1865 bei Paul Mendelsohn Bartholdy anfragen, wie die deutschen Bankiers einen Krieg mit Österreich-Ungarn auffassen würden. Er hat im Reichstag zugegeben, daß der Agent Rothschilds, Bleichroeder, der einzige war, der ihm die zur Heeresorganisation erforderlichen Mittel beschaffen wollte und konnte. Zugleich aber finanzierte Rothschild auch das österreichische Kaiserhaus und die Regierung von Frankreich. Heinrich Heine schwärmte als Dichter und Freund des James Rothschild über das Haus in der Rue Lafitte, Paris, in dem sich die Macht des Geldclans resümierte: "Jenes Privatkabinett ist in der Tat ein merkwürdiger Ort, welcher erhabene Gedanken und Gefühle erweckt, wie der Anblick des Weltmeeres oder des gestirnten Himmels: wir sehen, wie klein der Mensch und wie groß Gott ist, denn das Geld ist der Gott unserer Zeit und Rothschild sein Prophet."

Man darf nicht übersehen, daß die ungeheuren Mittel solcher Geldhäuser nicht aus Handel und Industrie stammten, auch nicht aus gewöhnlichen Bankgeschäften, sondern aus dem Leih- und Geldhandel mit den Staaten. Diese mußten in Notlagen Bedingungen hinnehmen, die geradezu verbrecherische Erpressungen darstellten. Als Präsident Lincoln Maßnahmen forderte, welche die Ausbeutung des Staates durch Anleihen verhindern sollten, wurde er 1865 ermordet. Thomas Jefferson schrieb an den späteren sechsten Präsidenten der USA John Adams: "Ich glaube ehrlich wie Sie, daß die Bankeinrichtungen um vieles gefährlicher sind als stehende Armeen".

Der frühere englische Ministerpräsident Disraeli erklärte in seinem Buch "Conningsbay" : "Er (Rothschild) war Herr und Meister des Weltgeldmarktes und damit t atsächlich Herr und Meister über alles."

Der Präsident der "Alliance Israeliti Universelle, Itzig Aaron Cromieux verlautete 1864 in seinem Manifest: "Der Tag ist nicht mehr fern, wo alle Reichtümer, alle Schätze der Erde das Eigentum der Kinder Israels werden sollen."

Die Zeitschrift "People Jui" vom 8.2.1919 schrieb: "Weltrevolution muß unsere Angelegenheit bleiben und ihre Vorbereitung muß in unseren Händen sein. Der Zweck dieser Weltrevolution ist die Erreichung der Macht des Judentums über alle Nationen der Welt."

Und am 5.1.1926 brachte das in Leipzig erschienene "Israelitische Wochenblatt" die Aufforderung: "Wir müssen unseren Kampf fortsetzen, nicht für unsere eigene Existenz, sondern um als Ganzes die Weltmacht für die Judenheit zu erringen; hierfür haben wir seit 2000 Jahren gearbeitet."

Mit der Einführung des Toleranzpatentes unter Friedrich dem Großen von Preußen und Josef 11. von Österreich wurde die Gleichberechtigung des Judentums im deutschen Raum anerkannt. Seine geldpolitische Naturbegabung und der missionarische Drang, die Welt nach ihrer religiösen Fasson zu beherrschen, bewirkten in kurzer Zeit im Rahmen der liberalistischen Bestrebungen einen entsprechenden Einfluß im öffentlichen Leben. Im Buch "Das österreichische Judentum" von Drabek, Häusler, Schubert, Stuhlpfarrer und Vielmetti verfaßt und mit der zweiten Auflage 1982 erschienen, wird ohne Umschreibung die Feststellung getroffen, daß das Judentum die Revolution 1848 stark beeinflußte. Doktor Adolf Fischof verkündete das Programm vor dem Niederösterreichischen Landhaus in Wien mit der Forderung: Sturz des Regimes und Pressefreiheit. Zeitweise beherrschten die Juden die Exekutivmacht. Doktor Koppe, Doktor Goldmark, Doktor Goldner führten damals bereits die Linke des Parlaments an. Auf der anderen Seite war das Haus Habsburg genauso finanziell von den Rothschilds abhängig wie die Hohenzollern. Der Zangengriff Liberalismus (Pessefreiheit) Kapitalismus (Verschuldung der Herrscherhäuser) einerseits und der marxistische klassenkämpferische Sozialismus andererseits umschlang bereits im 19. Jahrhundert die Traditionsgruppen Adel, Kirche und produktive Wirtschaft. Die endgültige Auflösung einer tausendjährigen geistigen und politischen Ordnung ist damit eingeleitet und im Jahre 1918 vollzogen worden.


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