DIE WEISSE RASSE ALS NATURGEGEBENE EINHEIT

Der Verhaltenforscher Konrad Lorenz prangert die Mißachtung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse als "achte Todsünde der zivilisierten Menschheit" an.

Diese Feststellung trifft vor allem auf die Auswertung mikrophysikalischer und mikrobiologischer Erkenntnisse zu. Es ist unglaublich, wie linke, liberale und christliche Politiker und Journalisten weltpolitische Vorgänge von der Warte ihrer überholten Ideologien beurteilen, die wahren Ursachen übersehen und die hintergründigen naturgesetzlichen Zusammenhänge außer Acht lassen. Das Ergebnis ihrer Wertungen politischer Prozesse ist total verkehrt und verleitet zu falschen Maßnahmen. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, vor allem der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, sind von weittragender Bedeutung und verändern das gesamte Weltbild. Das Mittelalter des Dualismus und des Gegensatzdenkens ist endgültig überholt. Neue Wertordnungen müssen die zwangsläufige Folge dieser umwälzenden wissenschaftlichen Lehren sein. Der Umfang des Wissens hat sich in den letzten Jahrzehnten derart ausgeweitet, daß es den meisten Menschen noch nicht möglich ist, es auch praktisch anzuwenden. Ob Priester, Politiker, Techniker, Lehrer, Künstler, Arzt oder Jurist ist gleich; sie stehen mit ihrem Fachwissen meist neben der Wirklichkeit, wenn es um den Bereich menschlicher Wertung geht. Das ganzheitliche Denken hat noch keine begrifflich geordnete Form gefunden und so sieht jeder das Leben nur durch seine Fachbrille, obwohl sich dessen gesetzmäßiger Verlauf um den "Fachbetrachter" überhaupt nicht kümmert. Wir müssen endlich lernen, daß nicht der Mensch mit seinem Wissen das Leben beeinflußt, sondern ewige naturgesetzliche Gegebenheiten ihm als Wissen bewußt werden und er sie als Wirklichkeit und Wahrheit anerkennen muß, um sie sinnvoll auf sich und die irdische Umwelt anzuwenden. Der Mensch schafft nicht neue Gesetze: er bekommt sie durch eine "natürliche Offenbarung" als Erfahrung oder in Form eines schöpferischen Funkens zum richtigen Zeitpunkt mitgeteilt, es geht ihm in dieser Sekunde "ein Licht auf". Es sei hier eindeutig festgestellt, daß es nur eine wahre Welt gibt, unsere Welt der Lebenswirklichkeit, die vom ewigen kosmischen Kreislauf bestimmt wird. In den Erscheinungen des Lebens wirken keine Zufälle. Unübersehbare und vielfältige Energiefelder als Materieund Energieeinheiten mit unabänderlichen Gesetzen lassen Milchstraßen, Sonnen, Planeten, Pflanzen, Tiere und Menschen entstehen. Sie werden von keinem göttlichen Werkmeister geschaffen, das universelle Gesetz selbst ist das "Göttliche" im nie endenden Zeitraum der Energiematerie. Was wir am Menschen "geistig" nennen ist nichts anderes, als die genetische Einspeicherung aller über einige Jahrmilliarden währenden Lebensphasen dieser Erde. Die Informationen wurden erblich von einer Generation zur anderen zum Zwecke der Anpassung an die sich verändernden Lebensumstände weitergegeben. Geist ist daher unbewußtes biologisch bedingtes "Erinnerungsvermögen", betreffend den gesamten evolutionären Prozeß vom Erdbeginn bis heute. So gibt es den "Geist an sich" nicht; der ganze Leib denkt als konzentriertes Naturgesetz. Das Unterbewußte ist der Kompaß unseres täglichen Verhaltens; die Überlebens-not-wendigkeiten einer jahrmilliardenlangen Höherentwicklung aus dem Protoplasma lenken das Gehirn bis zu seiner sogenannten freien Entscheidung, die in Wirklichkeit keine ist.

Konrad Lorenz nennt diese im Unterbewußten vorhandenen, milliardenfachen, lebenserhaltenden Erfahrungseinspeicherungen "unsere unbelehrbaren Lehrmeister"; das heißt: sie bestimmen unabdingbar, unser Verhalten.

EINHEIT VON NATUR- UND GEISTESWISSENSCHAFT

Der international bekannte Evolutionsbiologe Universitätsprofessor DR. RUPERT RIEDL, brachte vor kurzer Zeit ein vielbeachtetes Buch heraus mit dem Titel: "Die Spaltung des Weltbildes". Darunter versteht er die in der sogenannten Fachwelt nach wie vor gültige Trennung zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Er sieht darin eine der wesentlichen Ursachen für das gestörte Verhalten der Menschheit. Die Religionen und Humanphilosophen sprechen vom Geist als einem Absolutum, dessen Göttlichkeit weder an die Erde, noch an das Körperliche gebunden sei; und so verflüchtigt er sich ins unfaßbare, ätherische, jenseitige Etwas. Sein willentlicher Einfluß auf die Gestaltung des körperlichen Ich's wird damit entscheidend gehemmt, seine Idealströme gehen am Sinnlichen, an der Verhaltensveredelung vorbei, werden egoistisch bis zum Wunsche nach Unsterblichkeit und erzeugen künstliche Bruchlinien zu seiner wirklichen Herkunft, weil sie angeblich primitiv und materialistisch sei (Erbsündenkomplex). In der einfachen Materie ruht aber bereits die ganze Vielfalt der Lebensformen. Man vergleiche doch diese Einfachheit mit der menschlichen Keimzelle, die nach außen als Eiweiß- und Nukleinsäurepünktchen erscheint, während schon der ganze Mensch einschließlich seiner geistigen Leistungsfähigkeit in ihr enthalten ist. Rupert Riedl schreibt: "Halten wir uns vor Augen, daß sich unser Körper aus Organen zusammensetzt, diese aus Geweben und Schicht für, Schicht weiter aus Zellen, Zellstrukturen, Biomolekülen, Molekülen, Atomen und Quanten; und daß es, hinauf zu, der Individuen bedarf, um Gruppen, Gesellschaften und Zivilisationen zusammenzusetzen." Weiter sagt Riedl aus, daß die lebensgesetzliche Fortentwicklung aus Teilen, die selbst wieder aus Teilen vorangegangener Synthesen stammen, zum hierarchisch höheren Ganzen führen. So stufte sich das Leben durch Jahrmilliarden hinauf. Die sich immer mehr steigernde verfeinerte Vernetzung vollzieht sich nicht vorbestimmt, sondern zweckbestimmt aus der jeweiligen Konstellation der Materie und Energie. Der "Spiegel" schreibt in seiner Buchbesprechung zu diesem Thema: "Die von ihm vor ausgesetzten Wechselwirkungen springen aus der Evolution der Natur über auf die Schichtungen der kulturellen Evolution, die durch die Pforte des menschlichen Bewußtseins aus der Natur herausgestiegen ist und mit millionenfacher Beschleunigung in diese zurückwirkt. Der Geschichte machende Mensch auf dem Boden einer ahistorischen Natur - diese aberwitzige Fehleinschätzung hat, sich für Atomphysiker wie Evolutionsbiologen längst verflüchtigt. Natur ist Geschichte, ob es sich um die Entstehung der Galaxien, die Ermöglichung von Leben oder das Gehirn von Hitler handelt. Nichts ist in ihr, auch nicht die Genese des Menschen könnte sich aus den Quintillionen von Möglichkeiten je noch einmal so ergeben." Soweit der "Spiegel". Dieses Blatt, als "linksliberal" einstufbar, bringt Gedanken zum Ausdruck, die den heutigen internationalen Weltanschauungen gänzlich widersprechen. Was bleibt von der Phrase der französischen Revolution: Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit? Die gleiche Zeitschrift besprach einen Vortrag des Nobelpreisträgers und Chemikers Manfred Eigen. Er fand mit den eingeladenen Direktoren des Max-PlanckInstitutes in der Universität München statt. Das Thema betraf die erste mathematisch exakte Theorie der Entwicklungsgeschichte des Lebens und lautete: "Die Selbstorganisation der Materie und die Evolution biologischer Makromoleküle". Der "Spiegel" schreibt dazu: "Seine Theorie, so hatte Eigen erklärt, erhebe den Anspruch, die wissenschaftlichen Grundlagen von Physik und Biochemie miteinander in Einklang zu bringen. ... ' Aus einer brodelnden "Ur-Suppe" (Eigen), in der die Bausteine des Lebens wahllos vermischt waren, erwuchsen nach Ansicht der Biochemiker die ersten lebenden Organismen. Im Laufe der Jahrmillionen entwickelten sich die primitiven Organisationsformen des Lebens zu immer komplizierteren Gebilden - zu Einzellern, Pflanzen, Tieren und schließlich zum Menschen. Welche biochemischen Vorgänge den Fortgang der Evolution über Generationen hinweg ermöglichen, wurde den Forschern erst um die Mitte dieses Jahrhunderts deutlich, als es ihnen gelang, den Mechanismus der Vererbung im Detail zu erkennen: Im Kein jeder lebenden Zelle, in den dort gespeicherten Genen, ist das vorläufige Ergebnis der Evolution in einer Art Geheimschrift niedergelegt - die verschlüsselte Botschaft mit den Bauanweisungen für den ganzen Organismus wird von einer Generation zur nächsten vervielfältigt und weitergereicht. Daß die Zeitspanne (3 1/2 Milliarden Jahre, der Verfasser) gleichwohl ausreichte, liegt Überdies an dem von Eigen beschriebenen Prozeß des Aufschaukelns. Dieser Vorgang beruht nach 'Ansicht des Göttinger Forschers auf der Fähigkeit der Lebensstoffe zur Selektion - zur zielsicheren Bewertung und Auswahl der Erbinformationen: Informationen, die dem jeweiligen Organismus nützen, werden bewahrt und gespeichert, andere Informationen von geringerem Wert werden im Evolutionsprozeß ausgeschieden und nicht weitergegeben. Die Fähigkeit lebender Systeme zur Auswahl von Informationen hat Eigen als Selektionswert in das mathematische Gebäude seiner Theorie eingesetzt. Auf dem Weg mathematisch widerspruchsfreier Theorie und ausgehend von den Grundlagen der modernen Physik (der Quantenmechanik) kommt Eigen zu dem Schluß, daß sich die lebende Materie im Laufe der Evolution selbsttätig zu immer höheren Lebensformen organisiert habe: Es ist nicht nötig", so erklärte Eigen in München, "an einen Dämon zu glauben, der die Evolution vorangetrieben hat."


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