ZU VII: NEUE WÄHRUNGSPOLITIK

Bekenntnis: Das Kapital muß der produktiven Wirtschaft und diese hat dem Volk zu dienen. Jede Umkehrung ist eine Sünde wider das Leben.

Forderung:

  1. Arbeit ist Geld! Die gerechte Geldpolitik ist die Voraussetzung für eine gesunde wirtschafts- und sozialpolitische Regelung innerhalb der Volksgemeinschaft.
  2. Die Parole heißt: Kampf dem Kapitalismus!
  1. Das Geld ist keine Ware und stellt lediglich einen Anteilschein an der volkswirtschaftlichen Leistung dar. Es darf daher nicht mit Zins- und Zinseszins verkauft werden.
  2. Das Geldschöpfungsrecht hat der Staat und seine vom Volk gewählten Vertreter.
  3. Die Geldmenge wird an das Produktions- und Dienstleistungsvolumen der Volkswirtschaft (BSP) im Zusammenhang mit seiner Umlaufgeschwindigkeit angepaßt.
  4. Das Geld ist nur ein Kreislaufmittel der Wirtschaft und des Staates. Es ist zinsenfrei und muß summarisch im Arbeitsprozeß verbleiben.
  5. Ein Drittel der Geldmenge wird vorerst als S t a a t s g e 1 d eingesetzt. Es gibt keine Steuern mehr!
  6. Der internationale Handelsverkehr wird ohne Leit- und Reservewährung abgewickelt. Die Verrechnungen im Ex- und Importgeschäft werden über eine Stelle des "Internationalen Zahlungsausgleiches" auf der Basis eines indexgesicherten Meßpunktes innerhalb der nationalen Währungseinheiten geregelt. (Übergangslösungen für einen bestimmten Zeitraum sind möglich.)
  1. Die Staatsführung erstellt eine Wirtschaftsplanung im großen Rahmen, deren Durchführung mit der Initiative freier Unternehmerpersönlichkeiten erfolgt. Der Schutz des Privateigentums, großzügige Förderung von Wissenschaft und Forschung, sowie die Bildung einer Auffanggesellschaft für finanziell in Not geratene Betriebe sind ein grundsätzliches Anliegen.
  2. Von entscheidender Bedeutung ist eine angemessene Bevorratungspolitik für KATASTROPHENFÄLLE!

Die Problematik Wirtschaft, soziale Ordnung und Sicherheit ist von der geldpolitischen Frage nicht zu trennen. Diese muß in ihrer ganzen Tragweite erkannt und erklärt werden, um die Zusammenhänge einer Volks- und Staatspolitik voll erfassen zu können. Das heutige Geldsystem ist weitgehend international verflochten und steht in keinem Verhältnis mehr zu den wirklichen Gegebenheiten einer Volkswirtschaft. Den Spekulationen sind damit Tür und Tor geöffnet und werden in ihren geldtechnischen und kausalen Zusammenhängen von der breiten Masse der Völker überhaupt nicht mehr verstanden. Man baute bewußt eine komplizierte Begriffswelt auf, die nur mehr von sogenannten "Insidern" verstanden werden kann. Der Betrug an den Völkern wird intellektualisiert, sodaß nur mehr eine internationalistisch ausgerichtete Fachwelt bei den legalisierten Wirtschaftsverbrechen mitreden kann. Die wichtigsten Industrieländer haben in ihren Zentren neben den Aktien- auch Geldbörsen errichtet. Der Geldschein wird damit als ein Wert an sich geund verkauft, obwohl er für sich wertlos ist wie ein Stück Zeitungspapier. Der Kaufpreis wird durch zwei Faktoren bestimmt: Vom Zins- und Zinseszins und der Verschiebung von Umtauschrelationen innerhalb den konvertierbaren (umwandlungsfähigen) Nationalwährungen. Dieses die Völker so belastende System kann nicht mehr durch kosmetisch- chirurgische Eingriffe menschlicher gemacht werden, sondern es bedarf einer revolutionären Veränderung und Neuordnung. Der Ausgangspunkt dafür muß von einer Wertgrundlage gewählt werden, die das höchste bedeutet, daß es auf dieser Welt gibt: Die Lebenserhaltung im Rahmen einer Sozialordnung, die der Herkunft und dem Wesen eines Volkes entspricht.

Welche Funktion hat ein Geldschein und welche Bedingungen ergeben seinen Kaufwert? Nachdem vorher schon festgestellt wurde, daß er für sich selbst keinen Wert bedeutet, muß dieser doch durch andere Umstände entstehen. Im Grunde genommen ergibt sich dafür eine logische und einfache Erklärung: Das Geld ist ein Anteilschein an der volkswirtschaftlichen Leistung. Nur der Geist und die Arbeitskraft jener Gemeinschaft, die in den Grenzen des währungspolitischen Bereiches vorhanden sind, bestimmen seine Kaufkraft.

Wie sieht aber die praktische Handhabung der Geldpolitik aus? Einleitend muß die grundlegende

Feststellung getroffen werden, daß der Geldkapitatalismus ein in sich geschlossenes System ist, welches nur von einigen wenigen Akteuren international genutzt wird. Ein großer Teil der Volksgenossen ist der Meinung, daß das Geldkapital nur ein Teil unserer Volkswirtschaft sei. Die größte "Chuzpe" besteht aber darin, daß im politischen Sprachgebrauch nie vom Geldkapitalismus die Rede ist, sondern immer nur vom Kapitalismus, und dieser wiederum aus der Perspektieve der "Linken" seine Anwendung auf den Unternehmer und dessen Gewinnbilanz findet. "Der große Brockhaus" 1955 schreibt unter Kapital: "Volkswirtschaftslehre: Theorie und Begriff des K. sind stark umstritten. Aus den verschiedenartigen Definitionen bildet sich die Auffassung heraus, daß das Kapital als einer der Produktionsfaktoren angesehen werden muß…"

Unter "Kapitalismus" das gleiche Lexikon: "Ein in der Wissenschaft und der polit. Diskussion in Anlehnung an K. Marx gebrauchter Begriff, der in der Politik häufig zum Schlagwort wurde.… Im Sprachgebrauch versteht man unter K. ein Wirtschaftssystem, bei dem die Masse der Arbeitenden nicht Kapitalbesitzer ist". Verschwommener und unklarer kann eine so entscheidende politische Realität nicht mehr erklärt werden. Leider muß ich auf einen weiteren Widerspruch des als objektive Wissenschaftsvermittlung angelegten "Brockhaus" hinweisen. Unter "Indexwährung" ist zu lesen: "Eine von manchen Geldreformen angestrebte Währungsreform, bei der eine krisenfeste, konjunkturlose Wirtschaft dadurch verwirklicht werden soll, daß die Kaufkraft des Geldes durch Regulierung der Geldmenge nach Maßgabe bestimmter Preisindexziffern u. dgl. stabil gehalten wird. Abgesehen von den vielfältigen Schwierigkeiten einer 1.Berechnung liegt darin ein grundsätzlicher Gegensatz zur Orientierung des Geldwertes am Gold." Das nächste Wort in diesem Lexikon heißt "lndexziffern" und hier ist sehr eindeutig zu lesen, wie gültige Indexwerte zu errechnen sind. "lndexziffern, Hauptmeßziffern, Statistik: Die Zusammenfassung mehrerer gleichartiger Zeitreihen zu einer einzigen Reihe. Hauptanwendungsgebiete sind die Produktionsstatistik und die Preisstatistik, die bekanntesten Indexziffern sind die Preisindizes, die 1. der Großhandelspreise und der Lebenshaltungskosten."

Es wäre nun an den Brockhaus-Verlag die Frage zu stellen, ob der Sachbearbeiter für die Geldpolitik einem bestimmten Geldsystem gegenüber nicht zu "hörig" gewesen ist. Wenn er einerseits von Schwierigkeiten einer Indexberechnung schreibt und gleich im nächsten Kapitel die Regel einer solchen Berechnung ganz logisch aufzeigt, dann muß wohl festgestellt werden, daß die "Linke" nicht wußte, was die"Rechte" tut.

Wenn schon ein Wissenschaftswerk wie das Brockhauslexikon solche verworrenen ideologisierten Definitionen der Worte "Kapital" und "Kapitalismus" vornimmt, wie soll erst der Staatsbürger zu einer verständlichen Erklärung des Geldkapitalismus kommen?

Der Begriff Kapital ist keineswegs in seiner praktischen Anwendung umstritten! Mag er vor der Französischen Revolution noch eine bescheidenere politische Rolle gespielt haben, nach ihr wurde er durch die Familie und Sippe Rothschild zum zentralen Begriff der Politik. In diesem Zusammenhang überrascht folgende Feststellung des Brockhaus: "Die Rothschild's waren seit dem Wiener Kongreß (1815) führend im Anleihegeschäft. Auch wirkten sie maßgeblich mit bei der Finanzierung der ersten Eisenbahnen... Im Anleihegeschäft stellten sie mehr und mehr polit. Bedingungen und entschieden so über Krieg und Frieden." Er beschuldigt also die Rothschild's, durch staatliche Anleihegeschäfte Entscheidungen über Krieg und Frieden herausgefordert zu haben.

So urteilt der "Große Brockhaus" im Jahre 1955! Würde der Verlag auch noch im Jahre 1995 die gleiche Feststellung treffen?

Nun, wenn das angesehene Lexikon erklärt, daß der Begriff Kapital umstritten ist und als ein Produktionsfaktor angesehen werden soll, kann man sich nur wundern. Die heutige These, die jeder Wirtschaftsund Jusstudent in den Universitäten "nachbeten" muß, lautet: Die produktive Wirtschaft muß das Kapital bedienen!

Was heißt das in der nationalen und internationalen Wirtschaftspraxis? Das Geldkapital diktiert die produktive Wirtschaft und damit die Sozialordnung eines jeden Staates auf dieser Erde. Das Großkapital (Leihkapital) hemmt oder steigert den Wirtschaftsprozeß. Insofern ist es ein negativer Produktionsfaktor, weil sein Einsatz abhängig ist von der Spekulation mit Zins- und Zinseszins und damit jedes Staatsbudget und jede auf den Markt kommende Ware kalkulatorisch schwer belastet.

Der Zins- und Zinseszins des Weltkapitalismus ist die kälteste und brutalste Diktatur der Weltgeschichte. Als Rathenau in einer schwachen Stunde von den dreihundert Insidern sprach, die mit dem Kapital die Weit beherrschen, stellte er dies zu einem Zeitpunkt fest, als der Umfang nur einen Bruchteil dessen ausmachte, was gegenwärtig und zukünftig an Geldströmen über die Geldbörsen der Welt wie riesige Flutwellen hin- und herfließen. Die gesamte Menschheit wird durch den Kapitalismus beherrscht und ausgebeutet. Einerlei ob Staat, Unternehmer, Freiberufler, Bauer oder Arbeiter - sie alle sind Opfer. Der Zins- und Zinseszins ist ein unbarmherziger Blutsauger, der den Blutkreislauf der Wirtschafts- und Sozialpolitik bis zum Kollaps schwächt. Was der Brockhaus über die Anleihepolitik der Rothschilds im 19. Jahrhundert aussagt, wird in Anbetracht der gegenwärtigen weltweiten Dimension bei weitem übertroffen.

Welche Leihkapitalmacht bis zum 1. Weltkrieg eingesetzt wurde, sollen einige Beispiele verdeutlichen: Das Haus Rothschild hatte bis zum Jahre 1914 ein Vermögen von rund 40 Milliarden Mark (mit der heutigen Markkaufkraft nicht vergleichbar). Zum Vergleich: Im Statistischen Jahrbuch des Deutschen Reiches 1915/1916 wird ein Industrie- und Gesellschaftkapital von 15,3 Milliarden Mark ausgewiesen, Jahresgewinn 1 Milliarde. Rothschild, Cahn, Löb, Schiff, Speyer, Morgan, Vanderbilt, Astor, werden mit mindestens 110 Milliarden Mark Leihkapital ausgewiesen. Das bedeutet bei nur 6% Zinsen eine Jahreseinnahme von 6,6 Milliarden Mark. Diese Zinsensumme ist im Ausmaß so groß, wie vergleichsweise 38 Millionen Deutsche für das tägliche Leben im Jahr zur Verfügung hatten.

Der US-Kapitalismus ruiniert die USA

Mit der Aufhebung der 25%igen Golddeckung des Dollars unter dem Präsidenten Johnson im Jahre 1968 explodierte die Dollargeldmenge in eine unkontrollierbare Höhe. Es gab ab diesem Zeitpunkt keine Währungsdeckung mehr. Es wurden internationale politische Krisenregionen bewußt angeheizt, wie z.B. Israel - Arabische Ölländer. Alle Ölfakturen im internationalen Handel werden auf Dollarbasis ausgestellt. Mit der zwanzigfachen Erhöhung des Ölpreises wurden die Industriestaaten, die alle - außer den USA - Importländer sind, mit den überhöhten Energiekosten preisbelastet und Europas Leistung mit 80 Milliarden Euro-Dollar ausgebeutet, die nach den USA zurückflossen.

Als alle diese Winkelzüge der Dollarpolitik ausgereizt waren, die Spannung USA - UdSSR gesteigert, USPräsident Carter 1980 von Reagan mit der Begründung abgelöst wurde, er sei ein Schuldenpräsident, begann eine Phase der Verschuldungs- und Zinspolitik, wie es sie noch nie vordem in der Währungs- und Wirtschaftspolitik gegeben hat.

Reagan übernahm vom Vorgänger Carter 900 Milliarden Dollar Staatsschulden und versprach ihre Reduzierung. Zugleich haben ihm Finanzberater im Zusammenhang mit der Sicherheitspolitik eine Erhöhung des Rüstungsbudget von 80 Milliarden Dollar auf 300 Milliarden pro Jahr "empfohlen", so daß in seiner Regierungszeit die Staatsschuld von 900 Milliarden auf 2.600 Milliarden Dollar (2,6 Billionen) anschwoll. Unter dem Präsidenten Bush - in seiner nur 4-jährigen Amtszeit - stieg die Schuld auf über 4.000 Milliarden Dollar (4 Billionen) an. Nachdem sein Nachfolger Clinton für das Jahr 1993 ein Budgetdefizit von ca. 320 Milliarden Dollar einplanen mußte, wird also die Verschuldung der USA bei rund 4,5 Billionen Dollar liegen. Das sind Summen, die nicht mehr zu veranschaulichen sind.

Der "Spiegel" veröffentlichte in der Nummer 43/1992 einen Aufsatz mit der Überschrift "Der gefesselte Riese". Es ist sicher sehr aufschlußreich, daraus einige Abschnitte näher zu erläutern. Er schreibt: "So tiefgreifend seien die Veränderungen in der unversehens vom Ost-Westkontlikt befreiten Welt, daß die nun allerorts sichtbaren Wirtschaftsprobleme Anzeichen einer revolutionären Weltrezession sein könnten, glaubt der Washingtoner Kolumnist Jim Hoagland." Der US-Publizist David Halberstam: "Ronald Reagan gewann den Showdown mit der roten Supermacht. Doch der Preis dafür sind horrende Schulden von Staat, Industrie und Privathaushalten, teils vom Ausland finanziert. Wir pumpten uns draußen über eine Billion Dollar und feierten eine riesige Party damit. Nun, da die Party vorbei ist, ächzt das Land unter einer öffentlichen Schuldensumme von acht Billionen US-Dollar, die sich aus Bundeshaushalt, (derzeit über vier Billionen) ausgegliederten Schattenhaushalten des Bundes und den Schulden der einzelnen Gebietskörperschaften ergibt. Zusammen mit den Schulden der Unternehmen und Privathaushalte läuft die Schuldenlast der USA zu rund 14 Billionen Dollar auf, 80 Prozent des gesamten Bruttovermögens der Nation: Eine Gesellschaft am Rande des betriebswirtschaftlichen Abgrunds." Und zum Abschluß dieser dramatischen Darstellung ist zu lesen: "Alle Kandidaten verschweigen - und müssen verschweigen, wollen sie gewählt werden - daß selbst die Optimisten unter Amerikas Ökonomen inzwischen nicht mehr an herkömmliche Konjunkturbewegungen glauben. Sie rechnen damit, daß die Aufschwünge und Rezessionen in den USA bis zur Jahrhundertwende fast unbemerkbar schwach bleiben - wie schon einmal in den dreißiger Jahren, nach der Weltwirtschaftskrise. 'Dies ist eine kranke Wirtschaft', befindet Chefökonom Norman Robertson von der Pittsburgher Mellon-Bank, 'der mit normalen Heilslehren nicht mehr beizukommen ist'."

Ein derartiger Verschuldungsstand des Staates, der Wirtschaft und der Haushalte kann mit dem heute gültigen Geldsystein, also dem Zins- und Zinseszins-Kapitalismus, niemals bereinigt werden. 14 Billionen Dollar mit durchschnittlich 8%iger Verzinsung bedeutet, daß pro Jahr an das Leihkapital 1,1 Billionen Zinsen zu bezahlen sind. Allein für die öffentliche Hand beträgt der jährliche Zinsendienst 640 Milliarden Dollar, das sind 2/3 der Steuereinnahmen des Staates, von Kapitalrückzahlung ist dabei noch keine Rede. Wenn nun der Präsident Clinton vor einigen Tagen mit knapper Mehrheit sein Sparprogramm von 500 Milliarden Dollar im Senat durchgesetzt hat, das er innerhalb von 5 Jahren (pro Jahr also 100 Milliarden) verwirklichen will, so ist dies nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. An sich wäre das der klassische Ausgangspunkt für einen neuen Weltkrieg.

Nachdem der Dollar nach wie vor die Hauptleitwährung der Welt ist, wirkt sich natürlich der wirtschaftliche und geldpolitische Zustand der USA auf alle anderen Staaten der Erde aus. Um den Vorrang der US-Währung behaupten zu können, wird die noch bestehende militärische Kraft weltweit eingesetzt. Zugleich versuchen die Wallstreet-Strategen, die geldpolitischen Kampfmaßnahmen zum Zwecke der Zurückdrängung anderer regional abgestimmten Leitwährungen, wie z.B. die DM, aus dem Hinterhalt mit Erfolg einzusetzen. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Versuch, das Europäische Währungssystem (EWS) zu zerstören. Man kann in diesem Fall den Clausewitz'schen Grundsatz, daß der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel ist, abwandeln: Die Geldpolitik der Insider ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

Für die währungspolitischen Großspekulanten sind die internationalen Geldbörsen die Kampffelder, wo Geld als Ware verkauft wird; mit mühelosem Gewinn von Zins- und Zinseszins. Man bedenke, daß allein in den USA bei deren gigantischer Verschuldung (80% des Staatsvermögens sind mit Krediten belastet) das Geldkapital 1. 100 Milliarden (1,1 Billionen) pro Jahr an Zinsen kassiert und das Großkapital davon mindestens 90% = 1 Billion bekommt.

So vermehrt sich die "Ware Geld" allein in den USA um rund eine Billion Dollar pro Jahr. Dazu kommt noch die Vermehrung des Geldkapitals in anderen Industriestaaten wie Deutschland, England, Frankreich, Japan, um nur die wichtigsten zu nennen, womit sich diese Gewinnsumme zumindest verdoppelt. Es ist übrigens interessant festzustellen, daß nach wie vor die Londoner Geldbörse der Hauptumschlagplatz des Spekulationskapitals mit 2,2 Billionen Dollar ist und dann erst die Wallstreet mit 1,9 Billionen folgt.

Und damit ist die zweite Hauptmethode des Kapitalismus neben der Zins- und Zinseszinsspekulation aufgezeigt; die Ausnützung der Verschiebung von Währungsrelationen nach oben oder unten innerhalb jener Nationalwährungen, die konvertierbar sind. Täglich wird das Tauschverhältnis Dollar-Mark, Dollar-Yen, Dollar-Pfund usw. über die internationalen Geldbörsen veröffentlicht. Der "Spiegel" 2/1993 berichtet mit der Überschrift "Der Feind sind wir selbst": "Bei Währungsgeschäften arbeiten die Makler täglich mit rund einer Billion Dollar, knapp dem Vierfachen des deutschen Bundeshaushalts vom vergangenen Jahr. Binnen Stunden können sie Zentralbankentscheidungen (sprich Notenbankentscheidungen, d. Verf.) unterlaufen, Regierungen unter Druck setzen und Abwertungen erzwingen." Diesen Absatz muß man fünfmal lesen, denn hierin liegt das ganze Verbrechen des Kapitalismus.

So steigert sich die Summe des Spekulationskapitals durch oftmaliges Transferieren im Jahr auf mindestens 200 Billionen Dollar, während der gesamte Welthandel im gleichen Zeitraum 3 Billionen beträgt! Anhand dieses Zahlenbildes kann sich jeder geldpolitisch Interessierte vorstellen, welche gigantische Macht in diesem Geld-Weltkrieg politisch zum Einsatz kommt.

Durch die Totalverschuldung der USA in Höhe von 14 Billionen Dollar ergeben sich pro Jahr 1,1 Billionen Zinsen = ca. 2 Billionen DM. Mit dieser Summe könnten 50 Millionen Familien mit 2 Kindern = 4 Personen = 200 Millionen Menschen das ganze Jahr mit DM 40.000,- ohne Arbeit leben.

Die Dollarmächtigen, allen voran die Federal Reserve Bank (Notenbank), haben größtes Interesse, Alleinherrschende im internationalen Währungssystem zu bleiben. Daher werden z.B. die dreihundert Insider eine starke Europawährung unter Führung der DM mit allen Mitteln bekämpfen. Nachdem ihr größter Geldumschlagplatz die Londoner Geldbörse ist, war es naheliegend, daß bei einer sichtbar gewordenen Wirtschaftsschwäche Englands das Pfund abwertungsverdächtig gegenüber der DM wurde. Im Rahmen des Europäischen Währungssystems (EWS) galten bekanntlich die sogenannten Bandbreiten im Tauschverhältnis von Nationalwährungen von 2,5% nach oben oder unten innerhalb der EG-Meßwährung ECU. Und nun wurden die Währungsmakler als vordergründige Manager der hintergründigen Geldmachthaber aktiv. Sie überschütteten die Geldbörsen mit Pfund - die abwertungsverdächtige Lira wird in einem Arbeitsgang einbezogen - und so wie auf einer Aktienbörse von einer Firma X viele Aktien angeboten werden und damit der Kursdruck provoziert wird, entsteht die gleiche Wirkung auf den internationalen Geldbörsen gegenüber einer konvertierbaren Nationalwährung. Wie heißt es im "Spiegel" 2/1993: "…binnen Stunden können sie Zentralbankentscheidungen unterlaufen, Regierungen unter Druck setzen und Abwertungen erzwingen."

Das Pfund wurde um 10% abgewertet und schied damit aus dem EWS aus, obwohl die Deutsche Bundesbank für 150 Milliarden DM auf den Börsen Pfunde aufkaufte und die Notenbank Englands fast ihre gesamten Devisenreserven einsetzte. Mit der 10%igen Abwertung verlor die Deutsche Bundesbank so nebenbei 15 Milliarden DM, in der letzten Konsequenz die deutsche Volkswirtschaft! So wurde auch ein vordergründiger Währungsspekulant mit Namen Soro - ein in die USA emigrierter ungarischer Jude - aktiv. Als es für gut informierte Geldspekulanten feststand, daß die Abwertung des Pfundes nicht aufzuhalten ist, kaufte Soro 15 Milliarden DM mit Pfund-Krediten auf. Nach erfolgter Abwertung des Pfundes konnte Soro mit den 15 Milliarden DM um 10% mehr Pfunde kaufen und hatte innerhalb einiger Wochen einen Spekulationsgewinn von über 1 Milliarde Dollar. Das ist Kapitalismus in "Reinkultur" und man kann der Brockhausredaktion nur empfehlen, in der nächsten Ausgabe die Richtigstellung ihrer Kaptalismusdefinition vorzunehmen.

In der Zeitschrift "profil" - linksliberal wie der "Spiegel" - war am 21.9.1992 zu lesen: "Stunde der Spekulanten. Die größte Spekulationswelle der Nachkriegszeit stürzte das Europäische Währungssystem in ein Tohuwabohu. Der Schilling stand gelassen abseits. ... Die größte Spekulationswelle seit dem Zweiten Weltkrieg ließ den über viele Jahre einzig stabilen Währungsblock der Welt faktisch in Trümmern zurück. Notenbank-Präsidentin Maria Schaumayer beeindruckt: 'Solche Unsummen haben wir noch nie in Bewegung gesehen."'

Wie bekannt, ist der Schilling an die DM gebunden. Durch die konstante Währungsrelation DM-ÖS können die Ex- und Importgeschäfte mit dem Hauptabnehmer österreichischer Waren 40% des Exportes Österreichs rollen nach Deutschland wesentlich vereinfacht abgewickelt werden.

Dazu kommt, daß Österreich ein jährliches Außenhandelsdefizit gegenüber Deutschland in der Höhe von durchschnittlich 60 Milliarden Schilling hat, das durch den deutschen Tourismus größtenteils abgedeckt wird. Um dieses ausgezeichnete Wirtschaftsverhältnis zwischen Deutschland und Österreich zu stören, haben die Währungsspekulanten auf den internationalen Geldbörsen versucht, den Schilling mit der gleichen Methode von der DM zu trennen, wie es mit dem englischen Pfund und der italienischen Lira gegenüber dem EWS geschehen ist. Die Spekulanten verkauften große Mengen Schilling. Die Nationalbank in Wien mußte ihre Devisenreserven einsetzen, um damit die eigene Währung zurückzukaufen und eine Schilling-Abwertung zu verhindern, die das gute Währungs- und Wirtschaftsverhältnis zu Deutschland belastet hätte; so geschehen in der ersten Augustwoche 1993.

Vorerst wurde dieser Angriff abgeschlagen, aber er kann sich jeden Tag verstärkt wiederholen. Die enge Wirtschaftsverflechtung zwischen Deutschland und Österreich paßt Frankreich, England und den USA nicht in das politische Konzept. Hier werden politische Interessen auf die Ebene des Geldkapital-Krieges verlagert.

Um wieder den "Spiegel" zu zitieren, der uns aufgrund seines umfassenden Informationsarchivs gute Unterlagen für die Lagebeurteilung liefert, greifen wir auf die Ausgabe 6/1993 zurück, in der es heißt: "Trippelschritt unter Druck. Er habe bisher niemanden gefunden (gemeint ist Helmut Kohl, d. Verf.), der ihm solch 'dramatische Angriffe auf europäische Währungen' einleuchtend erklären könne, beschwerte sich Helmut Kohl in der vergangenen Woche. Aus Frankreich importierte er deshalb hilfsweise eine Verschwörungstheorie: Danach sind, vor allem in Amerika, dunkle Kräfte angetreten, mit Spekulationsmilliarden die Bildung einer starken europäischen Währung zu verhindern."

Dunkle Kräfte sind angetreten? Sie sind, wenn man aufmerksam die Politik des Geldkapitalismus über einen längeren Zeitraum beobachtet, überhaupt nicht "dunkel". Die Tragik dabei ist, daß sich alle führenden Politiker in der sogenannten westlichen Welt der Geldkapitalmacht teils aus Unkenntnis oder bewußt als Werkzeuge unterwerfen, gemäß der Devise: "Geld ist Macht."

Die katastrophal schlechte wirtschaftliche Lage kommt bei Aussagen bekannter Personen in Wirtschaft und Politk unverhüllt zum Ausdruck. Kanzler Kohl beobachtet, wie in Parteien, Gewerkschaften und Kirchen die Autoritäten schwinden. Er sagt: "Jeder macht, was er will. Wenn das so weitergeht, wird dieses Land unregierbar." Der "Spiegel" berichtet über die Zornesausbrüche führender Pesönlichkeiten in der Wirtschaft. Im Congreßzentrum der Hannover-Messe spricht Bonns Wirtschaftsminister Rexrodt vor versammelten Industriellen. Die sonst sehr distinguiert wirkenden Herren verlieren vollends die Beherrschung, als der Minister das allgemeine politische Palaver herunterleiert. Egon Overbeck, Chef des Aufsichtsrates der Mannesmann AG, ruft in den Saal: "Diese leeren Phrasen, diese ganzen Floskeln, ich kann es nicht mehr hören! Dieser Mensch redet ja wie alle andern Politiker auch." Hans Peter Stihl, Chef des Deutschen Industrie- und Handelstages, fordert die Regierung auf, "endlich ihr Gelabere zu beenden". Der sonst so bedächtige Industriepräsident Tyll Necker spricht neuerdings von "der Unfähigkeit der Politik." Deutschlands mächtigster Industrieller, so der "Spiegel", Daimler-Chef Edgart Reuter, sieht die Zukunft düster: "Am Horizont das Schreckensbild eines weltwirtschaftlichen Tiefs mit durchaus krisenhaften Folgen. Dazu die Sorge, der Abschwung sei keine der üblichen temporären Dellen, sondern ein Übel, das die Welt über die nächsten 30 oder 50 Jahre prägen werde. Daraus ergibt sich die Erkenntnis: Das vereinigte Deutschland scheint einmal mehr mitten drin im Schlamassel." "Nur eine abgestimmte Wirtschafts- und Währungspolitik könne die drohende Krise abwenden" meinte der Finanzsekretär und Kanzlerberater Horst Köhler. Der "Spiegel" Nr.23/1993: "Das Inlandsprodukt sank im ersten Vierteljahr um 3,2 Prozent. Schon heute sind de facto sechs Millionen Menschen ohne Job... Ein überforderter Wirtschaftsminister Rexrodt verbreitet täglich aufs neue seine Ratlosigkeit. Reporterfrage: 'Sie können zur Zeit nur abwarten?' Rexrodt nickt: 'Ja, doch. Im Augenblick können wir nichts weiter tun."'

Der Leiter des Managementzentrums in St. Gallen, Fredmund Malik, in der Zeitung "Die Presse" vom 16.3.1993: "Erstmals seit 60 Jahren sind alle Voraussetzungen für eine deflationäre Depression wie in den dreißiger Jahren gegeben."

Die breite Masse des Volkes wird diese riesige öffentliche Verschuldung zwar als Wahnsinn bezeichnen, sich aber einbilden, daß damit die eigene Geldbörse nicht unmittelbar betroffen ist. Der Staat wird aber vom Volk getragen. Daher ist nur durch die Arbeitskraft des Einzelnen und dem sich daraus ergebenden Steueraufkommen des gesamten Volkes die Schuld samt den Zinsen zu tilgen. Eine deutsche Staatsschuld im Jahr 1995 in der Höhe von 2,5 Billionen DM bedeutet, daß ein durchschnittlicher Haushalt (vier Personen) bei 75 Millionen Einwohnern mit rund DM 133.000,- (einhundertdreiunddreißigtausend) belastet ist. In Österreich beträgt die öffentliche Schuld von Bund, Ländern, Gemeinden, Schattenhaushalten, Haftungen usw. zur Zeit 2,5 Billionen Schilling. Bei 8 Millionen Einwohnern ist ein wie oben angeführter Haushalt mit S 1.200.000,- verschuldet.

Aus der aufgeschlüsselten Kalkulation des Endpreises für den täglichen Lebensbedarf wird die noch viel schlimmere finanzielle Belastung einer 4-köpfigen Familie durch die kapitalistische Zinsund Zinseszinspolitik erkennbar. Bei Kleidung, Möbeln, Lebensmitteln usw * beträgt der Anteil des Zinses ca. 40%, für die Wohnungsmiete 70%. Das bedeutet im Schnitt eine 50%ige Belastung des Jahreseinkommens. Bei einem Lebensaufwand für eine 4-köpfige Familie von DM 40.000,- im Jahr, in Österreich von S 240.000,- müssen DM 20.000,- bzw. S 120.000,- als Zins- und Zinseszinsanteil bezahlt werden. Soll diese Zinsbelastung durch Sparen ausgeglichen werden, wäre ein Bankkonto von mindestens DM 300.000,-(S 2.000.000,-) nötig. Eine durchschnittliche Sparreserve von DM 30.000,- bzw. S 200.000,- wäre aber schon eine optimistische Annahme. Dafür erhielte der Sparer bestenfalls DM 1.500,- bzw. S 10.000,-, Zinsen, dagegen ist ein Haushalt mit DM 20.000,-(S 120.000,-) pro Jahr belastet.

Bei diesen Zuständen überlegen sich junge Ehepaare, Kinder zu haben, weil sie beide verdienen müssen, um sich eine Wohnung anschaffen, einrichten und erhalten zu können. Dies ist auch ein entscheidender Grund für die bevölkerungs- und arbeitspolitische Lage des deutschen Volkes.

Bei dieser Geldpolitik verdient nur das internationale Großkapital auf Kosten des Werte schaffenden Volkes. Da schließt sich der Kreis des Lehrsatzes der Wirtschaftsuniversitäten: Die Wirtschaft hat das Kapital zu bedienen. Das heißt nichts anderes als: Das Volk muß mit seiner Arbeitsleistung die Machtkonzentration des geldraffenden internationalen Großspekulantentums unterhalten. Die konsequente Antwort darauf kann nur lauten: Soll eine gerechte Weltordnung eintreten gegenüber dem heutigen Zustand, muß die Machtwillkür des internationalen Geldkapitals gebrochen werden.

So ist die Lage in Deutschland, Österreich, im übrigen Europa und in den USA, also dort, wo der Geldkapitalismus die absolute, wenn auch unsichtbare Macht ausübt.

Dem Zusammenbruch des Kommunismus folgt nach den ehernen Gesetzen der Natur und Mathematik das Scheitern des Geldkapitalismus. Es gibt kein unendliches Wachstum, das aber im Zins- und Zinseszinssystem die Voraussetzung wäre für die "Bedienung des Geldkapitals."

Heute bedroht nicht mehr der kommunistische Klassenkampf mit dem Schlachtruf: "Proletarier aller Länder vereinigt euch" die Existenz der Völker, sondern die Internationale des Geldkapitals. Sie wird genau so scheitern wie die bolschewistische Weltrevolution. Nur eine weltanschaulich bedingte Wertsetzung kann das unsittliche, betrügerische Geldsystem verändern. So sehr es auch, methodisch gut verschleiert, weltweit wirksam werden konnte, es muß durch eine neue sittliche Wertordnung besiegt werden zum Vorteil gerechter sozialer Lösungen. Sein Zusammenbruch vollzieht sich unaufhaltsam.

Es ist bezeichnend für die gegenwärtige Politik in Deutschland und Österreich, daß kein verantwortlicher Politiker die Klarsicht und den Mut aufbringt, die Konsequenzen aus dem Tatbestand zu ziehen, der besagt: die öffentlichen Schulden sind weder mit Einsparungen, noch mit Steuererhöhungen zukünftig zu begleichen. Wenn ca. ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen pro Jahr nur mehr für den Zinsendienst aufgewendet werden müssen und damit noch keine Mark bzw. Schilling für die Abdeckung der Kapitalschulden eingerechnet ist, dann gibt es nur eine Zukunftsprognose: Dieses System geht dem Ende zu!

Die grundlegende Entscheidung besteht nun darin, welche geldpolitische Neuordnung geschaffen werden muß, um den zwangsläufig sich ergebenden Zusammenbruch zu überwinden. Die Voraussetzung für ein neues Geldsystem ist die Festlegung grundsätzlicher Werte. Die Frage lautet ganz einfach: Steht der Mensch und das Volk im Mittelpunkt einer politischen Ordnung oder ist das Geldkapital der zentrale Machtfaktor, dem der Mensch zu dienen hat. Wer einmal die gesamte Tragweite der Entwicklung des Lebens an sich erfaßt hat, weiß auch, daß die Wissenschaft, Religion und Politik die Aufgabe haben, dem Menschen von Generation zu Generation weiter und höher zu führen. Gemäß des Gesetzes der Evolution gibt es weder im Universum noch auf dieser Erde einen Entfaltungsstillstand. Es ist ein steter Prozeß einer Veränderung der Umstände und Formen im Gange. Somit haben eben alle gesellschaftlichen Institutionen der positiven Ausformung des menschlichen Lebens zu dienen. Von dieser grundsätzlichen Erkenntnis ergibt sich wie von selbst, daß es keine Geldmacht an sich geben darf, sondern dasselbe nur ein Mittel zum Zweck sein kann. Jeder Denker, Politiker und Seelsorger der dies anders sieht, ist ein bewußter oder unbewußter Feind des Lebens.

Von dieser grundsätzlichen Position ausgehend ist daher die Feststellung notwendig, daß ohne Änderung des heutigen Geldsystems, welches eine weltweite Macht ausübt, keine Verbesserung des sozialen und seelischen Zustandes der Völker auf dieser Erde zu erreichen ist. Jede gutgemeinte Reform, einerlei von welcher weltanschaulichen und politischen Gruppe sie gefordert wird, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht in den Mittelpunkt ihres Wollens ein menschengerechtes Geldsystem stellt.

VII/2: Die neue Geldordnung

Ausgehend vom Grundsatz, daß das Geldkapital lediglich eine Kreislauffunktion im Rahmen der produktiven Wirtschaft hat und diese wieder dem Menschen und dem Volke zu dienen hat, ergibt sich folgerichtig:

  1. Das Geld ist keine Ware, die mit Zins und Zinseszins verkauft werden darf.
  2. Das Geldschöpfungsrecht geht vom Volke und seinen gewählten Vertretern aus.
  3. Die Geldmenge wird an das Produktions- und Dienstleistungsvolumen der Volkswirtschaft im Zusammenhang mit seiner jährlichen Umlaufgeschwindigkeit angepaßt.
  4. Das Geld als Kreislaufmittel der Wirtschaft wird zinsenfrei an diese weitergegeben und muß summarisch im Arbeitsprozeß verbleiben.
  5. Die Steuern und das Finanzamt werden aufgehoben.
  6. Es gibt keine Leit- und Reservewährung im internationalen Handelsverkehr. Die Verrechnung der Exporte und Importe wird über eine Stelle des "Internationalen Zahlungsausgleiches" auf der Basis eines indexgesicherten Meßpunktes mit den nationalen Währungseinheiten geregelt.

Zu 1):

Nachdem die gedruckte Geldnote nur einen Symbolwert im Rahmen der Volkswirtschaft darstellt, gibt es für sie keinen Wert an sich. Sie dient der Vereinfachung des Austausches zwischen menschlicher Leistungskraft (Lohn, Gewinn) und den mehr oder weniger notwendigen Lebensbedarf des Einzelnen bzw. der Familie. Sie bedeutet damit eine sehr angenehme Vereinfachung des Abwicklungsprozesses zwischen Produktion und lebensnotwendigen Verbrauch derselben. Jede Spekulation mit dieser Geldnote, die ihren Kaufwert nur durch die Leistungskraft des gesamten Volkes bekommt, muß daher unterbunden werden. Der Zins und Zinseszins bedeutet eine solche Spekulation und daher ist er mit allen Nachdruck abzulehnen und aufzuheben. Nachdem die Geldnote als solche keinen Selbstwert hat, ist auch ihr Verkauf - und das ist eben der Zins und Zinseszins - nicht möglich, ohne die relativierte Kaufkraft des Geldes negativ auf Kosten der breiten Masse des Volkes zu beeinflussen. Die moralische Begründung der kapitalistischen Wirtschaftslehre besteht darin, daß der Sparer für seinen "Konsumverzicht" durch Zinsen belohnt werden muß. Diese psychologischtaktische Erklärung ist in Anbetracht der mathematischen Wirklichkeit bezüglich der Kalkulationsbelastung des Endproduktes nur noch als zynisch zu bezeichnen. Wie schon an einer anderen Stelle kalkulatorisch aufgezeigt wurde, ist der Zinsenanteil im Preis des Endproduktes, ob Nahrung, Kleidung, Wohnung und Möbel ca. 50%. Das heißt, die breite Masse der Familienerhalter geben die Hälfte ihres Lohnes oder Gewinnes dem Geldkapital. Mit der Aufhebung des Zins- und Zinseszinsdienstes bekommt sein gegenwärtiger Lohn die doppelte Kaufkraft.

Den Zinsen steht kein Wert gegenüber; so müssen sie also, übertragen auf eine volkswirtschaftliche "Buchhaltung", eine laufende Vermehrung der Geldmenge provozieren. Dieser Prozeß bedeutet aber, daß die werteschaffende Produktion, die aus dem Arbeitseinsatz des Menschen entsteht, sich immer mehr ausweiten muß, um den an sich nicht gedeckten Zins eine Wertgrundlage zu geben. Daher muß die Parole des Kapitalismus heißen:

Wirtschaftswachstum um jeden Preis!

Und damit beginnt der Teufelskreis zwischen abnormem Energie- und Rohstoffverbrauch - Umweltbelastung - der Mensch als Ausbeutungsobjekt. Die Wirtschaft verliert damit ihren lebenserhaltenden Sinn und wird zum Spielball des Spekulationskaptitals (Die ungeheuren Belastungen der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und des Privathaushalts ist bereits an einer anderen Stelle ziffernmäßig zum Ausdruck gebracht.)

Zu 2):

Das Geldschöpfungsrecht kann keiner privaten Person, anonymen Gesellschaft, Genossenschaft oder einer überstaatlichen internationalen Bankorganisation übertragen werden. Ein derartiges Monopol für den Notendruck kann nur vom Volke und seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, übertragen auf das Parlament und die Regierung, ausgehen. Die Vertreter der gegenwärtig noch gültigen Wirtschaftslehre behaupten, daß die Geldschöpfung nicht von den Politikern abhängig sein darf, weil sie diese mißbrauchen könnten. Die Gegenfrage lautet: Sind die von der internationalen Hochfinanz abhängigen Notenbankpräsidenten, denen das Volk keinen Auftrag geben kann, Vollkommene, Auserkorene, Gerechte und Lautere? Das ist doch Unsinn mit degradierender Wertung für die vom Volke gewählten Vertreter. Die für das Leben des Volkes entscheidende Frage, ob eine Wirtschaft gesund ist, besteht darin, wie weit die Geldmenge (GM) im richtigen Verhältnis zum Bruttosozialprodukt (BSP) steht. Das Produktionsvolumen im Zusammenhang mit der Menge Geld und seiner Umlaufgeschwindigkeit pro Jahr in der Wirtschaft bestimmt den Wert des Geldes. In diesem Zusammenhang ergibt sich folgendes Zahlenbild:

Die BRD hatte im Jahr 1989 ein BSP in der Höhe von 2.249,1 Milliarden DM und einen Notenumlauf von DM 162,14 Milliarden. Dies bedeutet eine fast vierzehnmalige Umdrehung der Geldmenge.

1989: BSP 2.249,1 Mrd. : GM 162,14 Mrd. = 13,9 fache Umdrehung

1990: BSP 2.448,2 Mrd. : GM 179,69 Mrd. = 13,6 fache Umdrehung

1991: BSP 2.653,7 Mrd. : GM 194,61 Mrd. = 13,6 fache Umdrehung

1992: BSP 2.798,8 Mrd. : GM 227,28 Mrd. = 12,3 fache Umdrehung

1993: BSP 2.820,0 Mrd. : GM 238,64 Mrd. = 11,8 fache Umdrehung

Das oben ausgeführte Zahlenbild zwischen BSP, GM und Umdrehung beweist eindeutig die Abnahme der Umlaufgeschwindigkeit des Geldkapital innerhalb der produktiven Wirtschaft. Es müssen also sehr große Summen privat gehortet und ins Ausland transferiert worden sein, da ansonsten mit der Erhöhung des Geldvolumens bei einer fast vierzehnfachen Umdrehung für 1993 das Zahlenbild folgendermaßen sein müßte:

1993: GM 238,64 Mrd. x 14 fache Umdrehung wäre ein BSP in der Höhe von 3.340,96 Mrd. = eine Differenz zwischen wirklichen und möglichen BSP in der Höhe von rd. 520 Mrd. DM!

An einem Beispiel möge die Tragweite der Geldspekulationen dargestellt werden. Der "Spiegel" Nr.22/1993 berichtet über den Geldtransfer deutscher Banken in das sogenannte Steuerparadies Luxemburg, nachdem die Zinsertragsteuer eingeführt wurde. Er schreibt:" Seit Bundesfinanzminister Theo Waigel im November 1991 eine neue Zinsabschlagsteuer auf die Kapitalerträge ankündigte, sind die Deutschen mit ihrem Geld auf der Flucht. Mehrere Hundert Milliarden Mark haben dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Banken bereits ihren Weg in die Schweiz, nach Luxemburg, in das Kleinwalsertal oder auf die Bahamas gefunden. ... Insgesamt haben Bundesbürger mindestens 150 Milliarden Mark innerhalb der vergangenen 18 Monate in das Herzogtum geschafft. Fachleute schätzen, daß noch einmal soviel in die traditionelle Fluchthochburg Schweiz, nach Österreich und in die für Ausländer quellensteuerfreie Nachbarländer Belgien oder Dänemark geflossen ist. 300 Milliarden Mark - das ist mehr als die Summe aller in den neuen Bundesländer im vergangenen Jahr erzielten Einkommen."

Was bedeutet dieser Vorgang für die wirtschaftliche und soziale Praxis in Deutschland? Mit diesen riesigen Beträgen wäre ein Arbeitsauftragsvolumen für den Staat und die Wirtschaft in einem Ausmaß möglich, daß es keine Arbeitslosigkeit geben würde. Ein ganz einfaches Rechenbeispiel soll diese Feststellung untermauern: Wenn nur eine zehnfache Geldumdrehung pro Jahr angenommen wird, so wäre dies eine BSP-Erhöhung um 3 Billionen Mark. Das würde theoretisch eine Verdoppelung des BSP des Jahres 1993 bedeuten. Der richtige Einsatz dieses Geldkapitals löst schlagartig das Problem der Wohnpolitik, sowie auch die kapitalmäßige Unterversorgung der produktiven Wirtschaft.

Es wird also ein Anteilschein an der deutschen Volkswirtschaft, sprich Geldnote, der nur seinen Wert durch die Tüchtigkeit und den Fleiß des deutschen Arbeiters, Ingenieurs, Bauern, Gewerbetreibenden, Unternehmers und den freien Berufsausübenden zugeschrieben bekommt, wegen einiger Prozente Zinsenspekulationen der Volkswirtschaft entzogen und damit der Wirtschaftskreislauf entscheidend geschwächt.

Diese wichtige Abstimmung zwischen Geld und Wirtschaft muß von einem Bundesfinanzrat, welcher den gleichen Status wie der Verfassungsgerichtshof hat, monatlich erfolgen.

Das bedeutet technisch kein Problem, denn die wirtschaftlichen Monatsmeldungen der Firmen sind mit dem Computer in kurzer Zeit erfaßt und nach einem bestimmten Schlüssel ausgewertet. Die Kapazitäten der menschlichen Arbeitskraft, der Betriebsanlagen und des Bodens geben den Verantwortlichen das Signal, daß noch ungenutzte Leistungsreserven mit einer Vermehrung der Geldmenge mobilisiert werden können. Höhere Leistung bedeutet mehr Geld, niedrigere weniger!

Der Bundesfinanzrat muß ein Bestandteil der Verfassung sein. Die Räte dürfen keiner Partei angehören und haben strengen Auslesebedingungen zu entsprechen. Arbeit gibt es immer genug, wenn die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Es gibt keine nichtfinanzierbare Arbeit, wenn die Geldmenge vom Gesichtspunkt der Arbeitsleistung abgeleitet wird. Es kann daher auch keine Arbeitslosigkeit und Unterversorgung schwächerer Volksgenossen geben.

Der Energieeinsatz anstelle der menschlichen Arbeitskraft im Zusammenhang mit der elektronisch gesteuerten Produktion bringt zwangsläufig die größte Revolutionierung der Erzeugungs-, Verteilungs- und Verwaltungstechnik mit sich. Nach dem heutigen kapitalistischen Geldsystem, in welchem das Geld als Ware mit Zins und Zinseszins gehandelt wird, ist im Zusammenhang mit der modernen Technik die Arbeitslosigkeit unvermeidbar, da jeder Unternehmer, der Fremdkapital mit hohen Zinsen aufnehmen muß, die teure menschliche Arbeitskraft wegrationalisiert, um preislich auf dem Binnen- und Weltmarkt konkurrenzfähig sein zu können. Dieses von Menschen für Menschen geschaffene lebensfeindliche System der Geld- und Zinsenpolitik, das jede Mehrleistung des Volkes aufsaugt, kann und muß wieder von Menschen im lebensbejahenden, positiven Sinne zum Besseren geändert werden. In diesem Augenblick, wo dem Geldkapital die dienende Funktion auferlegt wird und dasselbe nicht mehr mit Zins und Zinseszins als Ware verkauft werden darf, entsteht ein ganz neues Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit. Nicht mehr die Arbeitszeit als solche ist die entscheidene Frage, in wieweit eine Arbeitsteilung die Möglichkeit der sozialen Abstimmung mit sich bringt, sondern die Kaufkraft des Volkes paßt sich jeweils dem Produktionsvolumen an. Das heißt, die Geldmenge steht jeweils in einem vernünftigen Verhältnis zur volkswirtschaftlichen Leistung und ermöglicht es damit, der breiten Masse des Volkes jene Ware und Dienstleistung, die durch seine Arbeit erreicht wurde, auch kaufen und nutzen zu können. Zum Beispiel: Mit den heutigen technischen Möglichkeiten der Elektronik ist die Rationalisierung des Produktionsprozesses so weit entwickelt, daß statt einer 40-Stunden-Woche eine 20-Stunden-Woche genügen könnte um jenes Produktionsvolumen zu erzeugen, das für die Versorgung der Bevölkerung ausreicht. Entscheidend ist, daß mit der vorhandenen Geldmenge die Kaufmöglichkeit der geschaffenen Werte als gegeben angenommen werden kann.

Wenn intellektuelle Linke behaupten, der Unternehmer sei Kapitalist, dann kann man dies nur als Dummheit oder Böswilligkeit bezeichnen. Fast jeder Wirtschaftsführer - und das ist wohl ein Unternehmer - hat das größte Problem mit dem Umstand, daß Investitionsfinanzierungen durchschnittlich erst mit mindestens 80% Fremdkapital verwirklicht werden können. Die Bildung eines Betriebskapitals als Reserve für umsatzschwächere Phasen ist nicht möglich, weil die öffentliche Abgabepflicht den größten Teil vom Endpreis in Anspruch nimmt. Mit diesen abnorm hohen Fremdkapitalsanteil am Betriebsvermögen wird dem Unternehmen im Bereich Forschung und Neuanlagen die totale Abhängigkeit vom kapitalistischen System auferlegt. Jede Mehrleistung des Betriebes wird daher vorn Leihkapital aufgesaugt und dem werteschaffenden Menschen entzogen. Es ist erwiesen, daß zum Beispiel bei den jährlich anstehenden Insolvenzen in der Höhe von rund 25.000 zu 90% das kapitalistisch ausgerichtete Finanzierungssystem die Ursache ist. Die daraus resultierenden Menschenschicksale werden von dem eiskalt kalkulierenden Kapital überhaupt nicht berücksichtigt. Und so sei abschließend festgestellt: Die relativ mögliche Freiheit des Menschen innerhalb einer Volksgemeinschaft kann nur verwirklicht werden, wenn das Zins- und Zinseszinssystern beseitigt wird. Nun ihr Völker dieser Welt, hört einmal diese Signale!

Zu 3) und 4):

Das Geld muß ohne Diskont-, Lombard- und Kommerzzinsen in die Wirtschaft einfließen und kann nur die Funktion haben, den Warenaustausch störungsfrei zu ermöglichen.

Bis zur Gegenwart läuft der geldtechnische Prozeß so ab, daß die Notenbank als Aktiengesellschaft den Papierzettel Geld mit einem sogenannten Diskont- und Lombardzinsfuß an die Geschäftsbanken verkauft. Je nach Kapital- und Wirtschaftslage wird nun die Zinsenhöhe festgelegt. Steigert sich die Geldnachfrage, weil die Wirtschaft ihre Investitionen erhöht, dann wird sofort der sogenannte Diskontzinsfuß gegenüber den Geschäftsbanken angezogen und diese geben wieder in Form von Kreditzinserhöhung denselben an den Endverbraucher weiter. Was bedeuten dann Lombardzinsen? Brauchen die Kommerzbanken noch mehr Geld, als sie durch ihre eigene Deckung bekommen können, dann setzen sie Wertpapiere der Kunden wie Obligationen, Wechsel usw. zum Zwecke der Erhöhung der angeforderten Geldmenge von der Notenbank ein. Dafür verlangt die Notenbank wieder um durchschnittlich einen 2% Prozent höheren Zinsfuß, als der momentan festgelegte Diskontsatz ausmacht. So steigert sich die Zinsenbelastung gegenüber dem Kreditnehmer in einem Ausmaß, welches in der letzten Konsequenz die breite Masse des Volkes durch die Erhöhung der Warenendpreise zu bezahlen hat.

Die heutige Volkswirtschaftslehre sagt aus, daß es ohne Zinsen keine Sparer mehr geben würde. Ohne die Sparer, die Konsumverzicht leisten, könnten keine zusätzlichen Geldmittel in die Wirtschaft gelenkt werden, so daß die Entstehung neuer Arbeitsplätze und Produkte unmoglich wäre. Diese über die Massenmedien verbreitete These ist grundfalsch, da das Sparen, wie schon an einer anderen Stelle begründet, durch Jahrtausende hindurch eine Selbsterhaltungsfunktion hatte und hat.

Nach den Grundsätzen der neuen Geldpolitik gibt es kein Geld ohne Deckung. Die Höhe der Geldmenge wird auf jenem Niveau gehalten, welches durch die Leistung der gesamten Volkswirtschaft seine Absicherung bekommt. So bleibt der Kaufwert des angesparten Geldes konstant. Das bedeutet sachlich für den Sparer mehr Sicherheit, als wenn er für sein auf die Bank gelegtes Geld Zinsen bekommt, die durch den inflationären Entwertungseffekt nicht nur aufgehoben werden, sondern auch noch das angesparte Geld in einigen Jahren weniger Kaufwert hat, als zum Zeitpunkt seiner Einlage. Die Spargesinnung darf keine spekulative - in dem mit Hilfe von Zinsen ein müheloses Einkommen geschaffen wird -sondern muß eine volkswirtschaftlich befruchtende sein, sodaß letzten Endes jeder Einzelne im Rahmen der Gemeinschaft die relativ beste Existenzgrundlage hat.

Entscheidend ist, daß die vom Bundesfinanzrat festgelegte Geldmenge im Wirtschaftskreislauf bleibt, weil sie die Aktivität desselben bestimmt. Dazu bedarf es eines Gesetzes, welches ein stilles Zurücklegen von Geldscheinen verhindert; jeder aus dem Kreislauf herausgezogene Geldschein ist Ursache einer Umsatzverringerung. Die Verwaltungstechnik des Geldes muß daher mit einer Durchführungsbestimmung versehen sein, die im Sinne des "gotischen Schwundgeldes" (der Geldverruf) erlassen wird. Helmut Creutz schreibt z. B. in seiner Broschüre "Die fatale Rolle des Zinses im gegenwärtigen Wirtschaftssystem": "Alle Banknoten werden in jeweils 3 Serien in Verkehr gegeben und mit entsprechend gut sichtbaren (und evtl. verschiedenfarbigen) Kennbuchstaben versehen. Einige Male im Jahr werden einzelne Banknotensorten und einzelne ihrer Serien durch Auslosung ermittelt und zum Umtausch ausgerufen, wobei eine besondere Gebühr in Höhe von z.B. 5% des Nennwertes der betroffenen Scheine als Abschlag einbehalten wird. Um dieser möglicherweise anfallenden Geldrückhaltegebühr auszuweichen oder sie auf ein unumgängliches Minimum zu begrenzen, wird jedermann nur soviel Bargeld solange im Besitz halten, wie das für ihn aus praktischen Gründen erforderlich ist. Die nichtbenötigten Einkommensteile oder sonst wie erhaltene Geldbeträge wird man als Ersparnis auf die Banken legen, die ihrerseits auf dem Kreditwege dieses Geld weiterleiten. Damit bliebe alles Geld kontinuierlich im Umlauf und könnte so mengenmäßig exakt an den Umfang des Sozialproduktes, d. h. an die Erfordernisse des Marktes, angepaßt werden. Ein gleichmäßiger Konjunkturverlauf und die Stabilität der Währung wären damit gesichert."

Nur diese grundsätzliche Einstellung zum Geld- und Zinsbegriff ist in der Lage, das "Wunder" der elektronischen Leitsysterne in den Produktionsabläufen für den Menschen sozial nutzen zu können. Nicht mehr die Arbeitszeitfrage ist entscheidend für die Kalkulation, sondern welches Produktionsvolumen steht der Arbeitszeit und Geldmenge gegenüber. Wir leben ja bereits in einer Phase der Überproduktion! Warum noch mehr produzieren? Um Kreditkapital mit Zins und Zinseszins an den Kreditgeber zurückzahlen zu können?

Der bis zur Hysterie hochgespielte Zwang zum Wirtschaftswachstum ist nicht notwendig, wenn der Wirtschaft die ursprüngliche Funktion der Versorgung des Menschen zugeschrieben und der Geldkapitalismus abgeschafft wird. So kann man auch mit einem Schlag das ganze Problem Umweltschutz, Ökonomie und Ökologie vernünftig regeln. Es wird genug Geld für diese so wichtigen Arbeiten geben, weil der größte Teil des Volkes bereit sein wird, in diesem Sinn Leistungsverlagerungen der Wirtschaft anzuerkennen.

Mit der elektronischen Steuerung der Fließbandproduktion ist es mit dem richtigen Geldsystem das erste Mal in der Geschichte der Menschheit möglich, einen "paradiesischen" Zustand im Bereich des menschlichen Daseins herbeizuführen

Zu 5):

Mit den oben angeführten Wertungen einer volks- und menschenbezogenen Geldordnung kann der entstandene Steuerdschungel, mit Paragraphen und Novellierungen rettungslos verfilzt, in ein einfaches System umgeändert werden.

Nachdem das Geldschöpfungsrecht von der Staatsführung in Anspruch genommen wird, kann dieselbe jene Menge Geld, welche für die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben notwendig ist, als sogenanntes Staatsgeld gleich von der Notenbank abzweigen lassen. Wird von den gegenwärtigen Ziffern betreffend BSP und Geldmenge ausgegangen, dann kann mit nachfolgendem Beispiel erklärt werden, wie dieses neue System funktioniert.

1991 ergab sich ein BSP von 2.653 Milliarden Mark und die vorhandene von der Notenbank ausgegebene Geldmenge betrug 194,61 Milliarden Mark. Im Verhältnis BSP und Geldmenge ergab sich damit eine 13,6 fache Umdrehung der Geldmenge im Jahr. Würde nun ein Drittel der Notenmenge als Staatgeld deklariert werden, so bedeutet das ca. 65 Milliarden Mark. Mit einer dreizehnmaligen Umdrehung dieser Geldmenge im Jahr ergibt sich eine Summe von ca. 850 Milliarden Mark.

Laut "Woche im Bundestag - Parlamentskorrespondenz" vom 21.12. 1994 wurde für die Haushaltsplanung 1995 eine Summe von 484 Milliarden als Gesamteinnahme festgelegt und davon sind 62 Milliarden als neue Bundesschuld ausgewiesen. Bei dieser Zahlengegenüberstellung ergibt sich das Resultat, daß sich bei einer Inanspruchnahme von einem Drittel der Geldmenge für den Staat eine 50% höhere Umsatzsumme für öffentliche Aufgaben ergibt, als es mit dem herkömmlichen Steuersystem möglich wäre. Um dieses Zahlenverhältnis noch zu verdeutlichen, wird ein Rechenbeispiel mit einem "Mehrwertsteuersatz" von 20%, wie er heute durchschnittlich in der EU üblich ist, nachstehend angeführt:

20% von 194,61 Milliarden = rd. 40 Milliarden Staatsgeld x 13 fache Umdrehung im Jahr = 520 Milliarden staatlicher Umsatz.

Das in die Wirtschaft hineinfließende sogenannte Staatsgeld wird in der Form wieder an den Staat rückgeführt, indem von jeder Fakturasumme dieses Drittel einzubehalten ist. Alle Verrechnungen laufen über die bestehenden Banken, bei denen automatisch das Sonderkonto "Staatsgeld" errichtet wird. Mit diesem einmaligen Abzug hat jede Firma ihre Abgabepflicht gegenüber dem Staat erfüllt. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist der Umstand, daß mit dem gegenwärtigen System bereits 40% des BSP durch die öffentlichen Abgaben einbehalten werden.

Somit sind die Steuern und das Finanzamt aufzuheben!

Warum soll der Staat auf Umwegen das Geld, welches er für die Allgemeinheit nützlich ausgibt, umständlich zurückholen? Er schiebt doch das Geld von einer "Hosentasche" in die andere. Der Bundesfinanzrat und die paralamentarischen Ausschüsse, sowie die exekutive Regierung werden sich bemühen müssen, dem Volk - also dem Wähler - vernünftige Perspektiven des Geldeinsatzes zu eröffnen. Sollten sich die verantwortlichen Politiker bezüglich öffentlicher Arbeiten an der wirtschaftlichen Leistungskraft vorbeibewegen und der privaten Wirtschaft zu große Kapazitätsentzüge zumuten, dann erfolgt sicher die Korrektur durch den Wähler. Sie werden also nur soweit eine bestimmte Geldmenge den staatlichen Institutionen zuweisen, bis die Leistungsgrenze der freien Wirtschaft erreicht ist. Auftragsüberhitzungen wird es sicher nicht geben, weil dann das Waren- und Dienstleistungsangebot für die Bevölkerung schrumpft und damit Unzufriedenheit entsteht. Im übrigen gibt es schon heute Erfahrungssätze zwischen Verbrauchern und Leistungen der öffentlichen Hand. Dieses Inanspruchnehmen wirtschaftlicher Potenzen durch den Staat wird sich in kurzer Zeit eingespielt haben. Die beamtete Belastung der produktiven Wirtschaft wird auf ein Mindestmaß herabgesetzt. Die einzige bürokratische Aufgabe der Betriebe besteht darin, die Monatsmeldung an den Bundesfinanzrat zu erstatten, die das Produktionsergebnis, Verkauf, Lager, Arbeitskräfteanzahl und Auftragsvolumen für den Zeitraum X beinhalten muß.

Aufgeteilt werden die Meldungsinhalte in Urproduktion, Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Vorhaben der öffentlichen Hand. Mit den daraus resultierenden Gesamtzahlen ergibt sich für den Bundesfinanzrat die Möglichkeit, das richtige Verhältnis zwischen der Menge des Geldumlaufes und der zu erwartenden wirtschaftlichen Leistung herzustellen.

Zu 6):

Dieses unter Punkt 1 bis 5 dargestellte Geldsystem kann nur im nationalen bzw. in einem in sich geschlossenen Wirtschaftsraum seine Anwendung finden. Es ist auch nicht verwendbar als international konvertierbare "Geldaustauschware", mit der man sogenannte Devisenspekulationen betreiben kann. Keine nationale Währung wird als internationale Leitwährung (Reservewährung) anerkannt, wie dies heute mit dem Dollar geschieht. Jede Währungseinheit ist nur in diesem Bereich einsetzbar, für den sie bestimmt ist. Die internationalen Geld- und Devisenbörsen können ihre Schalter schließen, weil es keine mit Geld durchgeführten Geld- und Währungskäufe mehr gibt, mit denen man anderen Währungen nutzt oder schadet, sowie es gerade in dieser Zeit geschieht. Die Geldkapitalisten der Wallstreet können dann nur mehr die US-Bevölkerung betrügen, solange sich diese das Spiel gefallen läßt: Sie können aber mit dem Papierzettel Dollar und der spekulativen Zinsenpolitik keine Macht mehr ausüben und ihren "Verbündeten" ehrlich erarbeitete Werte durch die Veränderung der Währungsrelation stehlen.

Wie soll nun der internationale Handel, der für die verschiedenen Volkswirtschaften dieser Erde wichtig ist, verrechnungstechnisch abgewickelt werden?

In diesem Zusammenhang hat Dr. Hartl, Wien, in einer Broschüre mit dem Titel "Konzept eines einwandfreien rationalen Weltwährungssystems", erschienen in der Zeitschrift "Österreichisches Bank-Archiv" im Heft X/76 eine gerechte und klare Konzeption angeboten. Sie besagt, daß der jetzt bestehende "Internationale Währungsfonds (IWF)" seine Funktion als Kreditgeber an alle Staaten, vor allem aber an die sogenannten "Unterentwickelten", aufheben und nur mehr vom Gesichtpunkt der Registrierung entstandener Export- und Importspitzen eine wertausgleichende Aufgabe haben soll. D.h., es wird ein für die ganze Welt geltender Lebenskostenindex festgelegt und daraus der Währungsmeßpunkt abgeleitet. Dr. Hartl nennt ihn "Internationale Währungseinheit (IMO)". Der gesamte internationale Handelsverkehr wird dann nur mit der Nationalwährung verrechnet. Z.B.: Die Exportfirmen des Landes A fakturieren in der Währung ihres Landes über die Banken den Importeuren des Landes B die Ware. Sie bekommen in ihrer Landeswährung die Summe gutgeschrieben. Die Importeure des Landes B werden bei ihrer Bank mit den Importrechnungen belastet und bezahlen diese mit der Währung ihres Landes: Genauso exportiert das Land B in das Land A, sodaß mit Jahresende die von den Kommerzbanken an die Notenbank gemeldeten Außenhandelswerte abgerechnet werden. Die Export- und Importspitzen sind nach IMO-Meßwerten der "Intemationalen Währungsverrechnungsstelle" zu melden. Verschiebt sich der Kaufwert der nationalen Währungen durch mehr Import oder Export, so verändert sich auch die internationale Beurteilung dieser nationalen Währung. Wiederholt sich nun öfter der Umstand, daß ein Land mehr importiert als exportiert und die Passiven laut IMO-Verrechnungseinheit steigern sich gegenüber den anderen Ländern immer mehr, kommt es zugleich zu einer leistungsgerechten Einschätzung dieser Volkswirtschaft. Es gibt dann kein durch eine überzogene Kreditpolitik des "Internationalen Währungsfonds (IWF)" aufgeschwemmtes Bruttosozialprodukt (BSP), sondern nur mehr die echte Leistung dieses Volkes zählt. Das bedeutet auch ein gerechtes, naturentsprechendes ökonomisches System innerhalb der Menschheit. Diese "One-World-Strategen" dürfen doch nicht glauben, daß sie die Völker glücklich machen, wenn sie allen das gleiche Wirtschafts- und Sozialsystem durch ihre verheerende Geldpolitik aufzwingen.Das ist ein Kolonialismus neuzeitlicher Prägung; er ist nur hervorragend getarnt mit den Sprüchen der internationalen Humanität, "Nord-Süd-Hilfe" USW. In Wirklicheit wird mit der internationalen Leitwährung Dollar den sogenannten "Unterentwickelten" ihr Rohstoffpotential, welches als einzige Kreditsicherheit angeboten werden kann, um einen Spottpreis abgehandelt. Die materiell ärmeren Südvölker sind heute an die Dollarmachthaber mit weit über eine Billion Dollar verschuldet. Sie können zum Teil nicht mehr mit ihrer Arbeitskraft und den Rohstoffreserven die Zinsen bezahlen, geschweige das Kreditkapital. Die sozialen Spannungen werden durch die sprunghafte Vermehrung der Bevölkerung noch größer; es ist ihnen von außen ein Lebensrhytmus mit utopischen Gleichheitsparolen aufgezwungen worden, der sie nur unglücklich machen kann.

Zusammenfassend wird festgestellt, daß sich mit der Neuordnung der Geldpolitik die internationalen Spannungen innerhalb der Großmächte aufheben könnten.

VII/3:

Die Neuordnung einer Wirtschaftspolitik kann nur vom Gesichtspunkt des organisch gewachsenen Volksganzen erfolgen. Die Wirtschaft bleibt damit ein Mittel, dem Einzelnen, der Familie und dem Volk die notwendigen Lebensgrundlagen zu schaffen. Weder das sozialistisch-kommunistische Kollektiv, noch der egoistisch wirkende Liberalismus-Kapitalismus kann daher eine Synthese zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft herstellen. Diese ist aber eine Voraussetzung, um das ideale Ziel einer individuellen Entfaltungsmöglichkeit im Rahmen eines volksbezogenen Gemeinschaftsgefühls zu erreichen. Damit wird grundsätzlich festgestellt, daß die Staatsführung ein wirtschaftliches Gesamtkonzept entwirft, welches als Richtlinie für die frei wirkenden Unternehmerpersönlichkeiten zu gelten hat. Innerhalb dieses Rahmens kann sich die schöpferische Persönlichkeit voll entfalten, sodaß seine Leistungen letztendlich wieder der Gemeinschaft zu Gute kommen. Mit dieser Wechselbeziehung ergibt sich die höchstmögliche Ergänzung zwischen einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung und dem sozialen Standard des Volkskörpers.

In diesem Zusammenhang ist es eine Selbstverständlichkeit, daß dem ehrlich erworbenen Eigentum der volle Schutz durch den Staat zu gewähren ist.

Der alte Erfahrungssatz, daß ein Entwicklungsstillstand der Anfang des Endes ist, fordert von selbst die volle Unterstützung der Wissenschaft und Forschung heraus. Je großzügiger die Förderung dieses entscheidenden Bereiches, umso gefestigter und konkurrenzsicher kann sich die Produktion mit der ausländischen Wirtschaft messen.

Es ist von wesentlicher Bedeutung, Unternehmungen, welche durch allgemeine, vorübergehende Negativzustände des Marktes in Bestandsschwierigkeiten kommen, mit entsprechenden Maßnahmen abzustützen. Diesbezüglich sind die heute geltenden Gesetze betreffend die Insolvenzverfahren so umzugestalten, daß es zu keinen volkswirtschaftlichen Wertverlusten durch die Substanzvernichtung kommt.

VII/4:

Es ist von lebensentscheidender Bedeutung für den Einzelnen, wie für das Volk, eine entsprechende Bevorratungspolitik zu betreiben. Z.B.: Weltweit sind heute atomare Katastrophen möglich. Ob sie durch Kriege oder durch nicht richtig abgesicherte Atomkraftwerke entstehen, die Auswirkung ist immer die gleiche: Die Nahrungsversorgung der Bevölkerung ist auf das schwerste gefährdet. Weder das Land, noch die Großstädte haben die notwendigen Einrichtungen, um für einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr die Ernährung mit den notwendigsten Lebensmitteln zu sichern. Es gibt weder in Deutschland noch in Österreich eine strahlensichere Bevorratung. Das bedeutet im entscheidenden Augenblick, daß weder Brot noch Milch als die wichtigsten Grundnahrungsmittel ohne Gefahr für die Gesundheit und Erbmasse genießbar sind.

Es ergeht daher die Aufforderung an die politisch Verantwortlichen, sofort mit der Errichtung von strahlensicheren Vorratsbunkern zu beginnen. Diese sind mit Getreide, Milchfett, Salz, Obstpulver, Milchpulver und Medikamente zu füllen. Die notwendigen Mengen für 70.000 Personen und einer Versorgungsdauer von sechs Monaten, einschließlich der Errichtung des Bunkers ergeben einen Kostenpunkt von ca. 100 Millionen Schilling. Für Österreich genügen 100 solche Vorratsbunker = eine Gesamtinvestition von 10 Milliarden Schilling. Das ist annähernd jener Betrag, der jährlich aus den Steuermitteln als Preisstützung für den Export der Getreide- und Milchprodukte zugeschossen werden muß. Mit dieser Summe kann den Bauern die Produktion mit normalen Preisen abgenommen werden, sodaß diese Steuermittel der eigenen Bevölkerung zugute kommen. Es ist also für eine derartig wichtige Maßnahme keine zusätzliche Finanzierungsquelle notwendig, weil es nur einer Umschichtung von Steuergeldern bedarf. (Das gleiche gilt für Deutschland.)

In diesem Zusammenhang muß noch erwähnt werden, daß die Förderung des Zivilschutzes und der Feuerwehren im ausreichenden Ausmaße erfolgen muß. Der größte Trugschluß besteht darin, daß in satten und nicht spannungsgeladenen Zeiten die Möglichkeiten solcher Gefahren nicht ins Auge gefaßt werden. Der verantwortungsbewußte Politiker muß solche Gefahren für möglich halten und erkennen, daß dann die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen sind, solange noch die Zeitreserve besteht.

ZU VIII: BAUERNTUM

Bekenntnis: Wir bekennen uns zu einer den lebensgesetzlichen Erkennntnissen gemäßen Geschichtsund Weltauffassung, zur Kultur und Lebensart, die in unserem Volke verwurzelt und ursprünglich aus der Kraft des Bauemtums gewachsen sind.

Forderung:

  1. Die Sicherung der Ernährung aus dem eigenen Boden muß für die Politik oberstes Gebot sein.
  2. Die Gesundung und Festigung des Bauern ist die einzige Garantie für die Erhaltung des Volkes vom Grunde her: Erbe und Boden sind eine Einheit.
  3. Die Förderung der Umsiedlung von Teilen des Volkes aus den städtischen und industriellen Ballungsräumen in die Landregionen ist für das Erreichen einer seelisch-geistigen Harmonie von großer Bedeutung.
  4. Der Widerstand gegen die Verfälschung der deutschösterreichischen Geschichte ist zu verstärken. Ein Volk, das sich nicht zu seiner Geschichte bekennt, nimmt sich selbst die Kraft für die Zukunft.
  5. Schluß mit der durch öffentliche Mittel gefördert Zersetzung von Sitte, Kunst und Ordnung.

Von einer lebensgesetzlichen und ganzheitlichen Weltanschuung aus betrachtet ist die Entwicklung zum Volke als lebendiger Organismus der Ausgangspunkt für die richtigen politischen Maßnahmen im legislativen und exekutiven Bereich. Wer diese Grundtatsachen aus anderen ideologischen Überlegungen mißachtet, fügt der Existenzsicherung einer derartigen gewachsenen Gemeinschaft größten Schaden zu. Jede politische Partei und sonstige Gruppierung bilden bestimmte Schwerpunkte des politischen Wollens; jedoch dürfen solche nie im Widerspruch zur Erhaltung des Volksganzen stehen, weil sie ansonsten auf längere Sicht gesehen, auch ihre Hauptaussagen nicht verwirklichen können. In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, daß eine relativ mögliche, objektive Geschichtsauffassung in der Schule, in allen öffentlichen Kultureinrichtungen, sowie auch in den Massenmedien vertreten wird. Wenn aus Gründen der Opportunität dieser Erkenntnis nicht Rechnung getragen wird, wie es zum Beispiel nach 1945 im Auftrage der Besatzungsmächte im Sinne einer Umerziehungsstrategie der Fall war, sind die geistigen und psychologischen Schäden innerhalb des Volkskörpers unabsehbar. Aus dieser Verfremdung ergibt sich eine Schizophrenie zwischen der gewachsenen Kultur und einer politischen Lebensgestaltung, welche das Verhalten des Volkes auf das äußerste verunsichert und daher das Verhältnis zwischen Gefühl und Vernunft in eine gefährliche Spannung versetzt.

So ist zum Beispiel der breiten Masse des deutschen Volkes der kulturhistorische Bezug zwischen Bauerntum und der klein- wie großstädtischen Bevölkerung verloren gegangen. Dazu kommt der starke Abwanderungsprozeß aus dem bäuerlichen Lebensbereich in die Industrie- und städtischen Ballungsräume. Seit 1945 hat sich der Anteil des Nährstandes an der Gesamtbevölkerung von 20% auf 4% reduziert. Der Begriff des Bauerntums wurde systematisch umgewandelt in einen landwirtschaftlichen Produktionsbetrieb, auf der Basis eines Farmerdenkens. Diese Art von Zivilisation im Zusammenhang mit der Aufhebung des tiefen Gefühlszusammenhanges zwischen Boden, Heimat und Kultur kann nur entartete Lebensverhältnisse innerhalb der Volksgemeinschaft hervorbringen; früher oder später entsteht daraus eine Existenzgefährdung für alle Volksangehörigen.

Zu VIII/I:

Es gibt keine wichtigere Frage für eine politische Grundordnung, als die Sicherung der Ernährung des Volkes aus eigenem Boden. Diese einfache Grundtatsache wird erst dann in ihrer ganzen Tragweite erfaßt, wenn der Umstand im Leben eines Volkes eintritt, in dem es nur um das Überleben geht. In diesem Augenblick wird der Begriff "Brot" zum zentralen Wort des Tagesablaufes. Das mag sehr pathetisch klingen in einer Zeit, in welcher die Brotversorgung eine Selbstverständlichkeit ist und die breite Masse des Volkes nicht mehr nachdenkt, wie sich dieselbe ergibt. Es kann sich aber sehr rasch eine weltpolitische Lage ergeben, in der schlagartig der internationale Lebensmittelhandel sich auf Null reduziert, weil die produzierenden Länder den Großteil der Nahrungsbestände für sich in Anspruch nehmen, oder dieselben spekulativ gehortet werden, um die Welthandelspreise entsprechend anheben zu können. In diesem Augenblick wird der breiten Masse unseres Volkes bewußt werden, was es bedeutet, den Hauptteil der Nahrung durch eine gesicherte Selbstversorgung zur Verfügung zu haben.

Es wird sehr viel von einer landwirtschaftlichen Überproduktion im Bereich Getreide, Molkereiprodukte und Fleisch gesprochen und geschrieben. Die Wirklichkeit in Deutschland und Österreich besteht darin, daß der EiweißfÜttermittelimport die höhere Milch- und Fleischproduktion bewirkt. Wird dieser Import unterbrochen oder reduziert, sinkt die Leistung um die Hälfte, sodaß die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigsten Nahrungsmitteln nicht mehr im ausreichenden Maße möglich ist. Die zweite entscheidende Frage betrifft das Saatgut für Getreide, welches über den internationalen Handel erworben werden muß. Nachdem es sich um ein sogenanntes Hybriden-Saatgut handelt, welches nur einmal ausgesät werden kann und dessen Ernte kein neues genetisch erbfähiges Saatgut hervorbringt, entsteht der verhängnisvolle Umstand, daß der Bauer aus dem eigenen Ernteertrag einen Teil dessen für die nächste Aussaat nicht verwenden kann. Tritt eine Unterbrechung des Saatgutimportes ein, gibt es für das darauf folgende Jahr keine Ernte mehr und damit würde eine hundertprozentige Abhängigkeit vom Getreideimport bestehen. Die Gretchenfrage lautet: Wer beherrscht den Welthandel für Weizen? Daher die eindeutige Forderung: Die Futtermittelgrundlage und das Saatgut muß aus dem eigenen Boden gewonnen werden. Eine Regierung, die im Rahmen der politischen, landwirtschaftlichen Maßnahmen dieser Erkenntnis nicht gerecht wird, vergeht sich an der Existenz des Volkes.

Zu VIII/2:

Die öffentliche Meinungsbildung über die Politik und Massenmedien richtet sich mehr oder weniger gegen den Stolz und das Selbstbewußtsein des bäuerlichen Menschen. Der Standesehre wird gesellschaftlich nicht entsprochen, sodaß daraus eine psychologisch negative Auswirkung in der Form entsteht, daß der bäuerliche Nachwuchs immer mehr reduziert wird. Der Bauer wird durch einen Zangengriff zwischen Produktionsmethode und Wertauflösung immer mehr zur Selbstaufgabe gezwungen. Damit verliert der volkspolitisch entscheidende Bauernstand sein Traditionsbewußtsein. Wenn zu diesem Umstand noch der wirtschaftlich-kalkulatorische Nachteil kommt, ist es nur mehr eine Frage der Zeit, daß sich das Bauerntum als eigenständige Gruppe unseres Volkes auflöst. Wer soll dann den Boden des Heimatlandes kultivieren? Es müssen so viel wie möglich öffentliche Mittel für die Erhaltung des Bauernstandes eingesetzt werden, da sich diese zum Vorteil des Volksganzen auswirken.

Zu VIII/3:

Die Rückführung eines Teiles der seit 1945 abgewanderten Landbevölkerung in den ländlichen Bereich ist eine langfristige Aufgabe für die Vision, daß die Menschen aus den großstädtischen industriellen Ballungsräumen in eine biologisch gesunde Umwelt schrittweise rückgeführt werden können. Es müssen die Existenzgrundlagen auf dem Lande insofern eine Erweiterung erfahren, daß spezielle Berufe wie: vollbiologischer - Landbau, besondere Bearbeitung des Waldbodens zum Zwecke der Beendigung des Baumtodes, systematische Boden- und Humusanalysen, um den größtmöglichen Anbau- und Ernteeffekt zu erzielen, Beendigung der Monokulturen, die durch den übertriebenen Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen kalkulatorisch notwendig geworden sind, weitgestreute Betriebe mit dem Auftrag zu gründen, boden- und klimafestes Saatgut zu erzeugen. In diesem Zusammenhang ist der Wohnhausbau auf dem Lande eine wichtige sozial-politische Maßnahme. Auch die Bildungseinrichtungen müssen eine stärkere Streuung bekommen, indem sie zum Teil im ländlichen Raum angesiedelt werden. Der Mensch wird damit wieder einen entsprechenden Bezug zwischen Natur, Wissen und ganzheitlicher Bildung erfahren. Über diesen Weg der Synthese ist eine Harmonisierung zwischen Körper, Geist und Seele trotz des Fortschrittes der Zivilisation erreichbar. Nur über diesen Weg kann ein relativ mögliches Glücksgefühl entstehen.

Zu VIII/4:

Wenn der Traditionswert des Bauerntums im obigen Abschnitt besonders herausgehoben wurde, dann ist diese Erkenntnis auch für die Beurteilung der Volksgeschichte von wesentlicher Bedeutung. Geschichtsfälschungen und Bewertungen, die das Selbstgefühl des Einzelmenschen im Volksganzen unterminieren, führen zur Zerstörung des natürlichen Bezuges zwischen dem Individuum und der es einschließenden Volksgemeinschaft. Eine ständige Differenzierung in Form einer künstlichen Ich-Liberalisierung gegen die eigene Nation muß früher oder später verheerende Folgen haben. Wenn ein Volk auf die Dauer einer solchen gesellschaftspolitischen Atmosphäre ausgesetzt und diese in erster Linie von den Massenmedien künstlich erzeugt wird, dann hat dasselbe keine Zukunft mehr und damit wird auch die Lebensgrundlage des Individuums zerstört. Wenn zum Beispiel ein vom Staat geförderter sogenannter "Schriftsteller" anläßlich der Eröffnung einer Bruckner-Festwoche in Linz (1995) als Festredner in Anwesenheit des Bundespräsidenten und Regierungsmitgliedern erklärt: Es gibt keine Österreicher, sondern sie bestehen nur aus Juden, Slawen, Zigeunern U.s.w., daher sind sie eine Promenadenmischung und keine deutschen Schäferhunde. Und bei dieser Formulierung lacht der Präsident und die Regierungsmitglieder - wie bei der Fernsehübertragung zu sehen war -und applaudierten demonstrativ, dann ist die unterste Stufe der menschlichen und historischen Wertung erreicht.

Gerade die Geschichte Österreichs hat vom reichischen Gesichtspunkt aus gesehen eine deutsche und europäische Dimension und kann niemals von der Kleinheit des heutigen österreichischen Staatsgebildes beurteilt werden. Nicht umsonst ist die deutsche Kaiserkrone mit ihren Insignien in der Schatzkammer Wiens aufbewahrt. Wer hier nicht beim Anblick dieser Reichssymbole den Hauch einer großen Geschichte verspürt, der kann auch niemals dieses Österreich verstehen. Die Göttin der Geschichte wird auf solche Politiker, die die Größe ihres Landes auf diese Art und Weise - wie oben geschildert - verraten, nur ein Urteil fällen können: Sie sind unwürdig, diesen Staat mit seiner großen Tradition nach innen und außen zu vertreten.

So wie jeder normale Mensch sich zu seinen Eltern bekennen wird, so muß sich auch jedes normale Volk zu seiner Geschichte bekennen, einerlei, welche Erfahrungen aus ihr für die Zukunft abzuleiten sind. Ist ein Volk aus Opportunitätsgründen nach einem verlorenen Krieg nicht mehr bereit, seine Geschichte so anzunehmen wie sie war und ist, dann verliert es ganz sicher seine Zukunft. Von diesen Gesichtspunkt aus gesehen ist es von wesentlicher Bedeutung, in den Schulen Deutschlands und Österreichs den Geschichtsunterricht im Sinne des großen Historikers Ranke zu gestalten: Er muß so ausgerichtet sein, wie der geschichtliche Verlauf in seiner Zeit sich vollzog, welche Ursachen und Wirkungen bestimmte Maßnahmen erforderten, ohne rückblickend gegenwärtig gültige Maßstäbe anzuwenden.


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