Nachwort des Herausgebers

Als Vorsitzender des Burgenländischen Kulturverbandes halte ich es für angebracht, auch den Autor dieses Buches in wenigen Worten vorzustellen:

HONSIK Gerd, Dichter, Alleinautor der politischen Zeitung "HALT". Schöpfer der Balladen "Abschied von Deutschlands Pferden", "Der Untergang von Dresden" und "Der Blumenkrieg".

VERFOLGUNG: Fünfeinhalb Jahre Gefängnis. Hundert gerichtliche Voruntersuchungen. Trotz Schreibverbot verfaßte er in der Männerstrafanstalt Stein die Gedichtbände "Lüge, wo ist Dein Sieg?" und "Fürchtet euch nicht!". Die Manuskripte wurden von deutschgesinnten Gefängniswärtern nach draußen geschmuggelt. Das Buch "Lüge, wo ist Dein Sieg?" wurde nach siebenjähriger (!) Voruntersuchung beschlagnahmt (die Auflage war allerdings längst vergriffen) und der Dichter zu 45.000 Schilling Geldstrafe verurteilt. Der Präsident des Österreichischen Obersten Gerichtshofes, Dr. Habich, stellte fest, daß die in klassischen Versen geschriebenen Balladen keine Kunst seien. Eine gerichtliche Feststellung, die in der zivilisierten Welt seit Beginn der Neuzeit einmalig sein dürfte. Gegen den zweiten Gedichtband läuft seit fünf (!) Jahren eine gerichtliche Voruntersuchung. Wegen zahlreicher Flugblätter, Schriften und Zeitungsartikel gerichtlich verfolgt.

1978 wurde Honsik durch die Österreichische Staatspolizei die Psychiatrierung und die Einweisung in eine Irrenanstalt angedroht. 1986 wird Honsik nach fünfzehnjähriger Betriebszugehörigkeit auf Grund von politischen Interventionen gekündigt. In diesen Zeitraum fallen auch zahlreiche Repressalien gegen die noch schulpflichtigen Kinder des Autors. Dabei sind nicht nur antifaschistische Lehrkräfte und Staatspolizisten in unrühmlicher Weise beteiligt, sondern auch als Biedermänner getarnte Polizeikonfidenten, die bei Vereinen und Bünden unter Verwendung des Vokabulars der Staatspolizei gegen Honsik und seine dichterische und politische Arbeit Stimmung zu machen versuchen. Die Popularität Honsiks und seiner Schriften nimmt dennoch weiter zu.

Alleine in den letzten vierzehn Monaten stand der Autor achtzehnmal vor Gericht und mußte insgesamt 140.000 Schilling Geldstrafen sowie Prozeß- und Anwaltskosten bezahlen.

Auf die politische Intoleranz und Verfolgung seitens seiner Gegner antwortet Gerd Honsik nun mit dem vorliegenden Buch. Es ist ein Buch der Versöhnung. Nicht Rache, Vergeltung oder Wiedergutmachung verlangt er, ja nicht einmal, daß der vorgelegten Beweisführung geglaubt wird. Er bittet nur um Überprüfung ungehörter Zeugen und stellt der Österreichischen Justiz die Revision des geltenden "gerichtsbekannten" Geschichtsbildes frei. Dennoch glauben seine Freunde befürchten zu müssen, daß nach Herausgabe dieses Buches die Kräfte der politischen Intoleranz ihre Repressalien gegen den Autor noch bedrohlich verschärfen werden. Das vorliegende Buch vereint nicht nur mit den wichtigsten Revisionisten die geballte Kraft der gesamten Revision, es ist Honsik auch gelungen, den Hauptbelastungszeugen von Nürnberg, Dr. Höttl, ausfindig zu machen, um diesen nach 43jährigem Schweigen mit seinem sensationellen Widerruf zu Wort kommen zu lassen. Ein Widerruf, der allerdings kurz vor Erscheinen dieses Buches, offenbar unter Druck, wieder widerrufen worden ist.

Auch der Bericht des Autors über sein Zusammentreffen mit dem letzten Gejagten, SS-Hauptsturmfährer Alois Brunner, der von angeblichen "Vergasungen" erst nach 1945 erfuhr, sowie zwei bisher unveröffentlichte Briefe der Ritterkreuzträger Hans-Ulrich Rudel und Otto Skorzeny lassen dieses Buch, das eigentlich nur als flüchtige Zusammenstellung für den Laien gedacht war, zu einer Fundgrube selbst für den Historiker werden.

Hans Strobl
Vorsitzender des Burgenländischen Kulturverbandes.


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