DIE ZWANGSWEISE AUSSIEDLUNG DER JUDEN UND IHRE ANSIEDLUNG IN GESCHLOSSENEN SIEDLUNGSGEBIETEN

Infolge der maßlosen, immer mehr ausartenden Kriegs- und Vernichtungshetze des Weltiudentums gegen Deutschland mußte die deutsche Regierung erkennen, daß sich das Zusammenleben mit den Juden so schwierig gestalten würde, daß nach dieser schamlosen Vernichtungshetze ein gedeihliches Zusammenleben mit den Juden, die nur als Staatsangehörige in Deutschland lebten, kaum möglich sei. Gleichzeitig neben der Förderung der Auswanderung entstand daher die Absicht, die Juden zwangsweise auszusiedeln und in geschlossenen Siedlungsgebieten anzusiedeln.

DIE SIEDLUNGSPLÄNE IN SIEDLUNGSGEBTETEN AUSSERHALB EUROPAS

Schon seit langem bestanden in aller Welt verschiedene Pläne, die Juden in irgend einem außer-europäischen Land geschlossen anzusiedeln. Wegen des überaus starken Widerstandes der arabischen Welt dachte man dabei nicht an einen Judenstaat in Palästina. Man wollte die Juden in irgend einem anderen Teile der Welt, in Afrika, in Amerika, ansiedeln.

1903 bot die britische Regierung den Zionisten Uganda als Siedlungsgebiet zur Errichtung eines eigenen jüdischen Staates an.

Schon viel früher hatte Cecil Rhodes den Vorschlag gemacht, die Juden in Rhodesien anzusiedeln.

Daneben bestand ein Plan der Ansiedlung in den weiten unbewohnter, Gebieten Südamerikas: So das Argentinieri-Projekt des Baron Hirsch; ferner ein Mesopotamien-Projekt der ITO u. a. m.

Eine Zeitlang wurde Italienisch-Ostafrika als Heimat für die Juden propagiert (Times, 7. September 1.938).

Mussolini wollte den Juden in Abessinien eine sichere Siedlungsmöglichkeit und eine Heimat geben.

Alle Pläne wurden von den Zionisten entschieden abgelehnt; auch der Uganda-Plan wurde als "Uganda-Häresie" verworfen.

Über den Madagaskar-Plan bringen wir im folgenden nähere Angaben.

Viele Stimmen im deutschen Judentum sprachen sich dafür aus, die Gelegenheit zu nützen und eines dieser außereuropäischen Siedlungsprojekte anzunehmen. Der Präsident des jüdischen Weltkongresses, Chaim Weizmann lehnte aber alle Projekte schroff ab. Er setzte mit seinen zionistischen Gesinnungsgenossen allen diesen Projekten leidenschaftlichen und unbedingten Widerstand entgegen und beharrte stur auf dem Palästina-Projekt. Er tat den ungeheuerlichen Ausspruch:

"Lieber will ich den Untergang der deutschen luden sehen als den Untergang des Staates Israel für die Juden."

(Nach einem Bericht Colonel Meinertzhagen 1934, siehe bei Burg - Burg ist das Pseudonym für Josef Ginzburg - "Schuld und Schicksal", S. 77 f.)

Am 7. Februar 1939 erklärte Alfred Rosenberg in einer eigens zu diesem Zwecke einberufenen Pressekonferenz vor den Vertretern der Auslandspresse:

"Da … Palästina … nicht in Frage kommt, so bleibt als einzige Frage zu lösen übrig, ob und welches in sich abgeschlossene große Territorium die Demokratien bereitstellen wollen, um die Juden als Gesamtheit anzusiedeln. Dieses Territorium müßte eine Aufnahmekapazität für rund 15 Millionen vorsehen. Zu diesem Thema müßten die jüdischen Millionäre und Milliardäre aus aller Welt etwa dem Büro der Evian-Konferenz in London ihre Mittel zur Verfügung stellen

("Völkischer Beobachter", 8. Februar 1939)

Am 28. März 1941 spricht Rosenberg von "einem fernen Reservat für die Aussiedlung der europäischen Juden". (Vgl. Max Weinreich, Hitler's Professor, S. 98-99.)

Als Rosenberg vor dem Nürnberger Tribunal unter der Anklage des Völkermordes, der Ausrottung der Juden und Slaven, stand, erklärte er in seinem Schlußworte:

"Ich weiß mein Gewissen völlig frei von einer Beihilfe zum Völkermord. Ich bin eingetreten für die Förderung der physischer, und seelischen Daseinsbedingungen dieser Völker. Statt ihre persönliche Sicherheit und ihre menschliche Würde zu zerstören bin ich gegen jede Politik gewaltsamer Maßnahmen eingetreten … Ich habe Gewissensfreiheit verlangt, jedem … zugebilligt und nie eine Religionsverfolgung veranlaßt, Der Gedanke an eine Vernichtung von Slaven und luden … ist mir nie in den Sinn gekommen … Ich war für die Schaffung eines Minderheitenrechtes, Auswanderung oder durch Ansiedlung der Juden in einem nationalen Territorium in einem jahrzehntelangen Zeitraum."

Wie Himmler über die Gesamtlösung der Judenfrage dachte, geht aus -einer Denkschrift "Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten" (Frühjahr 1940, vgl.in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Stuttgart 1958, 6. Jahrgang, S. 2811 ff.) hervor. Hitler fand diese Gedanken ausdrücklich als "sehr gut" und richtig. In dieser Denkschrift heißt es:

"Den Begriff 'Juden' hoffe ich durch die Möglichkeit einer großen Auswanderung sämtlicher Juden nach Afrika oder sonst in eine Kolonie völlig auslöschen zu können (in Deutschland) … So grausam und tragisch jeder einzelne Fall sein mag, so ist diese Methode, wenn man die bolschewistische Methode der physischen Ausrottung' eines Volkes aus innerer Überzeugung als ungermanisch und unmöglich ablehnt, doch die mildeste und beste …"

Am 19. August 1941 teilt Staatssekretär Martin Luther in einem Bericht an Ribbentrop mit, daß Hitler ihm im August 1940 durch Abetz von seiner Absicht in Kenntnis gesetzt habe, alle Juden aus Europa auszusiedeln. Abetz selbst berichtete, daß Hitler ihm am 3. Juli 1940 erklärte, daß er im Sinne habe, die Juden nach den USA zu schicken, da diese in der Lage seien, noch einige Millionen aufzunehmen.

DER MADAGASKAR-PLAN

Ein Projekt, das lange Zeit sehr im Vordergrunde stand, war der Plan, die Juden auf der Insel Madagaskar, dei- viertgrößten Insel der Erde, anzusiedeln.

In Nürnberg kam dieses Projekt mehrmals zur Sprache (Nürnberger Prozeß NS-2585 und NS 2586).

Von Schirmeister, Referent im Reichspropagandaministerium, sagte aus: "Bis etwa einschließlich das erste Jahr des Rußlandfeldzuges hat Dr. Goebbels in den von ihm geleiteten Konferenzen den Madagüskar-Plan erwähnt. (Die Juden sollten nach Madagaskar evakuiert werden). Später änderte er das ab und sagte, es sollte im Osten ein neuer jüdischer Staat gebildet werden, in den dann die Juden kommen würden."

(XVII, S. 275/6)

Auch Ribbentrop bestätigte die Existenz des Madagaskar-Planes:

"Der Führer hat damals (1942) den Plan gehabt, die Juden aus Europa entweder nach Nordafrika, es war auch von Madagaskar die Rede, zu evakuieren. Er hatte mir den Befehl gegeben, an verschiedene Regierungen heranzutreten und nach Möglichkeit die Auswanderung der Juden herbeizuführen." (X, S. 449).

Am 12. November 1938 teilte Göring bei einer Besprechung über die Auswanderung der deutschen Juden mit, daß Hitler den Plan einer Ansiedlung der Juden in Madagaskar erwäge. Er sagte:

"Man könnte einen israelischen Staat auf Madagaskar errichten."

(Paul Schmidt "Statist auf diplomatischer Bühne", Bonn 1949, S. 485)

Aus einer Eintragung in Franks Tagebuch vom 12. Juli 1940 geht hervor, daß es Frank (Generalgouverneur von Polen) gelungen war, Hitlers Zustimmung zum Madagaskar-Plan zu erhalten.

Viktor Brack (aus der Führerkanzlei) sagte 1947 als Angeklagter aus, daß der Plan bestand, die Juden nach Madagaskar auszusiedeln. (Trial of War Criminals. Washington 1950. I. S. 842)

Am 24. Juli 1942 erklärte Hitler während eines Essens in seinem Hauptquartier, daß er rigoros auf dem Standpunkt stehe, daß die Juden nach Madagaskar oder einem anderen jüdischen Nationalstaat abwandern müßten. (Henry Picker "Hitlers Tischgespräche", Bonn 1951, S. 118).

Am 17. Juni 1941 erörterte Hitler Madagaskar bei einer Unterredung mit Mussolini.

Die Abtretung Madagaskars durch Frankreich als jüdisches Staatsgebiet war eine der vorbereiteten Bedingungen für den Friedensvertrag mit Frankreich. (Sündermann "Das dritte Reich", 1959, S, 84).

Über die Pläne der deutschen Reichsregierung, die Juden auf Madagaskar anzusiedeln, geben die Madagaskar-Akte des Außenamtes Aufschluß.

Am 12. Juli 1940 wurde ein genauer Plan für die jüdische Auswanderung im Außenamt protokolliert. Am 15. August 1940 wurde der Madagaskar-Plan schriftlich fixiert.

Nach der Niederlage Frankreichs erwog man die Überführung der Juden in eine französische Kolonie, z. B. Madagaskar.

Aus einem Bericht des Unterstaatssekretärs Dr. Martin Luther:

" … mit Rücksicht auf den günstigen Verlauf des Krieges mit Frankreich schlug die Abteilung B III im Juli 1940 die Lösung vor: alle Juden aus Europa zu entfernen und als Gebiet für die Aufnahme der Juden die Insel Madagaskar von Frankreich zu fordern. Das RAM hat grundsätzlich der Aufnahme der Vorarbeiten zur Abschiebung der Juden aus Europa zugestimmt."

Ein Bericht vom 21, August 1942 (Dokument M G 2586) mit der Unterschrift Luthers, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, erwähnt Gespräche über dieses Thema zwischen Juli und September 1940.

Nach dem Treffen von Montoire (24. Oktober 1940) brachte Pierre-Etienne Flandin, der Nachfolger Lavals, die Verhandlungen zum scheitern.

Während des ganzen Jahres 1941 bewahrte Deutschland die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme und erfolgreiche Beendigung dieser Verhandlungen. (Vgl. Rassinier "Was ist die Wahrheit?" S. 115 f.)

In einem Schreiben (gez. v. SS-Hauptsturmführer Theo Dannecker) an das Außenamt heißt es:

"Die folgende Ausarbeitung stellt den Niederschlag der bisher seitens der Sicherheitspolizei geleisteten Vorarbeiten zum Projekt der Ansetzung dieser rund 4 Millionen Juden in Madagaskar dar. Zur Vermeidung dauernder Berührung anderer Völker ist eine Übersee-Lösung insularen Charakters jeder anderen Lösung vorzuziehen. "

Über die Finanzierung der Aussiedlung der europäischen Juden heißt es in den Madagaskar-Akten des Außenamtes:

" … Das zurückbleibende Vermögen der Ausgesiedelten ist der besonders dafür in jedem Lande zu errichtenden 'Treuhandstelle für Judenvermögen' zu melden. Der Gesamterlös nach Verkauf der unbeweglichen Vermögensanteile wird dann einem zu errichtenden Zentral-Aussiedlungs-Fonds' zugeführt…"

Nach einem Bericht Dr. Pickers ( "Tischgespräche", S. 3 11, vgl. hiezu auch die Eintragung in Goebbels Tagebuch) legte Hitler seine Ansicht über die Aussiedlung der Juden am 29. Juni 1942 im Führerhauptquartier seiner Umgebung wie folgt dar:

" … Ganz Europa müsse … nach einer bestimmten Zeit völlig judenfrei sein. Das sei schon deshalb erforderlich, als es unter den Juden immer einen Prozentsatz von Fanatikern gäbe, der das Judentum wieder hochzubringen versuche. Es empfehle sich nicht, die Juden nach Sibirien abzuschieben Viel richtiger sei es, sie, da die Araber sie in Palästina nicht haben wollten, nach Afrika zu transportieren und damit Menschentum auszuschließen …'

Der Plan, die Juden in Madagaskar anzusiedeln, war nicht neu.

Eine polnische Regierung entsandte 1937 eine Studienkommission nach Madagaskar, um die Siedlungsmöglichkeiten für Juden an Ort und Stelle zu studieren und festzustellen, ob man die 3 Millionen Juden Polens nach Madagaskar aussiedeln könne.

Das Ergebnis war nicht befriedigend. Eines der Mitglieder der Kommission, Major Lepetzki, erklärte, daß man 15.000 jüdische Familien auf der Hochebene von Ankaisina ansiedeln könne. Die beiden anderen Mitglieder der Kommission - beide Juden - waren der Meinung, daß nur kleine Gruppen dort leben könnten und daß die Siedler dort tropischen Seuchen ausgesetzt sein würden.

Am 7. November 1938 erklärte der französische Außenminister Bonnet in Paris gegenüber Ribbentrop, daß die französische Regierung erwäge, 10.000 jüdische Flüchtlinge auf Madagaskar anzusiedeln. (Vgl. Akten zur auswärtigen Politik 1918-1945, Serie D, Band IV, Nr. 372, S. 420/21).

Nach dem Fall Frankreichs wurde Martin Luther im Auswärtigen Amte beauftragt, das Madagaskar-Problem im Französischen Kolonialministerium zu studieren und einen Madagaskar-Plan auszuarbeiten. Das Ergebnis waren zwei Rundschreiben, die Luthers Abteilung am 2. Juli und am 15. August 1940 aussandte. Danach sollte die Kolonie in Madagaskar ein autonomes jüdisches Schutzgebiet unter einem deutschen Gouverneur werden. Eine europäische Bank sollte die Übersiedlung von 4 Millionen Juden finanzieren Genügend Schiffe sollten zur Verfügung stehen, um den Transport binnen weniger Jahre durchzuführen.

Auch sonst ist der Vorschlag, die Juden in Madagaskar anzusiedeln, in der Vergangenheit schon mehrmals aufgetaucht. Er wurde u. a. vom Österreicher Dr. Walter Riehl, vom Holländer van Winghene u. a. in. propagiert.

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde. Sie liegt im Indischen Ozean und ist von Süd-Afrika durch den Kanal von Mozambique getrennt.

Sie umfaßt 600.000 km2, ist also fast dreimal so groß wie England, siebenmal so groß wie Irland, doppelt so groß wie die Philippinen, größer als Deutschland, größer als Frankreich, doppelt so groß wie Italien, 18mal größer als die Niederlande, 20mal größer als Belgien, 30rnal größer als Israel.

Sie liegt ungefähr zwischen dem 10. und 25. Grad südlicher Breite, hat tropisches Klima, ist sehr fruchtbar und mineralreich (Gold, Graphit) und hat rund 4,5 Millionen Einwohner (davon 27.000 Weiße).

Seit 1896 war Madagaskar französische Kolonie. Heute ist sie unabhängig und selbständig. Hauptstadt ist Tananarivo.

Der Siedlungsplan teilte Madagaskar in zwei Teile und enthielt folgende Einzelheiten:

1. Der Norden mit rund 260.000 km2 mit über drei Millionen Einwohnern bewohnt, von dem recht kultivierten Volk der Howa (malayischer Herkunft) soll selbständig werden.

2. Der Süden mit rund 240.000 km² (also das 12fache von Palästina, das 8fache von Belgien, das 7fache von Holland, das doppelte von Griechenland, das 6fache der Schweiz, oder so groß wie Italien) ist dünn besiedelt (etwa 6 Menschen auf 1 km2) und ist nach dem Plane als Siedlungsland für die Juden vorgesehen. Die Rechte der einheimisehen Bevölkerung (meist rückständige Negerstämme) müßten entsprechend gesichert werden.

Madagaskar ist zum großen Teile jungfräuliches Land, mit reichen Mineralschätzen (Glimmer, Gold, Graphit und viele Metalle). Alle Möglichkeiten für den Ausbau einer Industrie sind gegeben. Eine polnische Studienkommission erklärt das Klima als für weiße, europäische Siedler ungesund.

DER UGANDA-PLAN

1903 offerierte die britische Regierung Uganda für die jüdisch-zionistische Besiedlung an.

Uganda war britisches Schutzgebiet in Ostaftika. Das Protektorat war schwach besiedelt und lag auf einem klimatisch günstigen Hochplateau; es umfaßt 244.000 km2. Also mehr als 12mal größer als das heutige Israel. Der Kulturboden ist fast 25mal größer als der in Israel. Die wichtigsten Landesprodukte sind Baumwolle und Kaffee; dazu kommen Bananen, Tabak, Sesam, Erdnüsse, Hirse, Weizen und Mais; das Land bietet die größten Viehzucht-Möglichkeiten.

Dr. Herzl und viele andere waren zur Annahme dieses Angebots bereit. 1905, ein Jahr nach Herzls Tod, sprach der Zionistenkongreß in Basel unter Führung Weizmanns, dem Nachfolger Herzls, sich gegen das Uganda-Projekt aus.

DIE ANSIEDLUNG IN GESCHLOSSENEN SIEDLUNGSGEBIETEN IN OST-EUROPA

Die Möglichkeit einer Auswanderung und die Pläne zu einer geschlossenen Übersiedlung der europäischen Juden und ihrer Ansiedlung in geschlossenen Siedlungsgebieten außer Europa fanden durch die völlige Abschließung Deutschlands ein Ende. Die zuständigen Stellen faßten nun den Plan, die Juden innerhalb Europas umzusiedeln. Die Besetzung Frankreichs, vor allem Polens und weiter Gebiete von Rußland, bot die Möglichkeit dazu.

Schon vor der Besetzung Polens beschloß man, die in Deutschland lebenden Juden, die nicht deutsche Stäatsangehörige waren, aus Deutschland abzuschieben.

Zuerst wollte man die etwa 160.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit, die in Deutschland lebten, nach Polen zurückschicken. Die Polen aber verweigerten die Aufnahme ihrer eigenen jüdischen Staatsbürger. Polen erklärte am 6. September 1939 die Pässe aller außerhalb Polens lebenden Staatsbürger als ungültig und erneuerungsbedürftig, wobei die Pässe polnischer Juden einfach nicht mehr erneuert wurden. Praktisch wurde ihnen dadurch die polnische Staatsbürgerschaft aberkannt. Versuche, die jüdischen polnischen Staatsbürger einfach zur Grenze zu stellen, mißlangen (24. Oktober 1938). Die polnische Regierung drohte ihrerseits die Ausweisung aller deutschen Staatsbürger aus Polen als Repressalie an, wenn die deutsche Regierung weiter auf die Ausweisung der polnischen Juden aus Deutschland beharren würde.

Die Aussiedlungspläne der deutschen Regierung wurden erst wieder aktuell, als durch die Kriegserfolge und die Eroberung Polens der deutschen Regierung genügend polnische Gebiete zur Realisierung ihrer Siedlungs-Pläne zur Verfügung standen.

Als man den Krieg benützen wollte, um deutsche Juden nach dem Osten auszusiedeln, erregten die Zwangstransporte die öffentliche Meinung in Deutschland derart, daß man diese Deportationen schon nach wenigen Wochen wieder einstellen mußte.

Die deutsche Regierung war aber fest entschlossen, die europäischen Juden in einem Gebiete Polens geschlossen anzusiedeln oder in den eroberten russischen Gebieten, aus denen die dortigen russischen Juden vor dem Einmarsch der Deutschen entweder in das Innere Rußlands oder nach Ungarn, Rumänien oder weiterhin geflohen oder abgeschoben worden waren. In seiner Rede vor dem Deutschen Reichstag am 6. Oktober 1939, erklärte Hitler:

"Daß es einer der sechs deutschen Hauptziele im Osten sei, eine Ordnung des gesamten Lebensraumes nach Nationalitäten zu schaffen, eine Lösung jener Minderheitsfragen, die nicht nur diesen Raum berühren, sondern darüber hinaus fast alle süd- und südasteuropäiscben Staaten, und den Versuch einer Ordnung und Regelung des jüdischen Problems zu unternehmen."

Die Juden sollten im Gebiet zwischen der Weichsel und dem Bug konzentriert angesiedelt werden.[1]

Die erste Aussiedlung von Juden erfolgte im Oktober 1939. Während dieser ersten Aussiedlungsperiode, die vom 1. Oktober 1939 bis März 1940 dauerte, wurden die Deportierten nicht in geschlossenen Gebieten angesiedelt; sie konnten sich innerhalb des großen Gebietes zwischen Weichsel und Bug ansiedeln und niederlassen, wo sie wollten.

Die Wiener und die tschechischen Juden sollten in einem Reservat angesiedelt werden, das sein Zentrum etwa bei dem Städtchen Nisko, westlich des San und südlich von Lublin, hatte.

Die Aussiedlung nach dem Generalgouvernement und dem Gebiete zwischen Weichsel und Bug begegnete nur großen Schwierigkeiten; die erste war, daß sich die ausgesiedelten und nach dem Osten deportierten Juden den Lebensbedingungen und Verhältnissen in den polnischen und russischen Judengemeinden nicht anpassen wollten;

die zweite war der entscheidende Widerstand der dort ansässigen Juden, ihre Glaubensgenossen bei sich aufzunehmen;

die dritte und Hauptschwierigkeit aber erwuchs in den furchtbaren und entsetzlich verheerenden Seuchen und Epidemien, die in diesen Gegenden, besonders in den dichtbewohnten Ghettos und Siedlungen ausbrachen. Von der Zahl und dem Umfang und den katastrophalen Auswirkungen dieser Seuchen kann man sich schwer einen Begriff machen;

die vierte Schwierigkeit war, daß die Deportierten praktisch fast nichts von ihrem Eigentum mitnehmen konnten.

Die Entstehung und Ausbreitung dieser Seuchen wurde durch den Mangel an Kleidung, Nahrung, Wohnraum, Medikamenten und ärztlicher Hilfe verhängnisvoll begünstigt.

Die hygienischen und sanitären Verhältnisse in diesen überbesiedelten, dichtgedrängt bewohnten Ghettos waren verheerend. Alles starrte von unvorstellbarem Schmutz. Die Seuchen wurden unter diesen Verhältnissen geradezu gezüchtet. Der Mangel an Impfstoffen, die Passivität der meisten Juden und ihre unhygienische Lebensweise und die Lebensverhältnisse erschwerten die Bekämpfung. Die Menschen starben zu Tausenden und Zehntausenden. Die Zahl der Opfer war unübersehbar.

Vor allem aber erzwang neuerlich der Widerstand der öffentlichen Meinung in Deutschland wieder die Einstellung der Deportationen im März 1940. Am 23. März 1940 untersagte Göring alle weiteren Deportationen. (In dieser Zeit trat man dem Madagaskar-Plan näher.)

Erst am 31. Juli 1941 erließ Göring einen Erlaß an Heydrich, die Lösung der Judenfrage durch "Auswanderung" wieder in Angriff zu nehmen.

Dieser Erlaß spielte auch im Nürnberger Prozeß eine Rolle.

Hier ein Auszug aus dem Prozeß-Protokoll:

Hauptankläger Jackson: "Dann haben Sie (Göring) am 31. Juli 1941 einen Erlaß unterzeichnet, in dem Himmler und der Chef der Sicherhbeitspolizei Heydrich aufgefordert werden, Pläne für eine vollkommene Lösung der Judenfrage auszuarbeiten."

Göring: "Nein, so ist das nicht richtig. Diesen Erlaß kenne ich genau."

Jackson: "Ich werde Ihnen das Dokument vorlegen; es trägt Ihre Unterschrift. Ist das richtig?"

Göring: "Das ist richtig …"

Jackson: "Damit wir bei der Übersetzung keine Schwierigkeiten haben, korrigieren Sie mich bitte, falls meine Angaben nicht richtig sind: 'In Vollendung der Ihnen am 24. Jänner 1939 übertragenen Aufgabe … "

Göring: "Darin ist ein Fehler. Es heißt 'In Ergänzung', nicht In Vollendung."

Jackson: "Gut. Ich nehme das an. Weiter: 'In Ergänzung der Ihnen am 24. Jänner 1939 übertragenen Aufgabe, welche sich mit der gründlichen, in möglichst günstiger Weise stattzufindenden Emigration und Evakuierung als Lösung des jüdischen Problems befaßte, beauftrage ich sie hiermit, alle notwendigen Vorbereitungen bezüglich der Organisierung und Finanzierung zum Zwecke einer Endlösung der jüdischen Frage in dein deutschen Einflußgebiet in Europa zu treffen."

Göring: "Ich finde das in keiner Weise korrekt."

Jackson: "Geben Sie bitte Ihre Übersetzung."

Göring: "Darf ich es genau vorlesen, so wie es hier steht? 'In Ergänzung der Ihnen bereits mit Erlaß vom 24. Jänner 1939 übertragenen Aufgabe, die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen, beauftrage ich Sie hiermit, alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen …'

Und jetzt kommt das entscheidende Wort, das falsch übersetzt wurde: es heißt hier nämlich für eine 'Gesamtlösung' und nicht für eine 'Endlösung!'

… für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa. Sofern hierbei die Zuständigkeit anderer Zentralinstanzen berührt werden, sind diese zu beteiligen. Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamt-Entwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Voraus-Maßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen." [2]

(Vgl. hiezu auch IMT, Band IV, S. 309 f.)

Die Stelle, die Göring hervorhebt, daß in den Prozeßakten das entscheidende Wort "Gesamtlösung" falsch mit "Endlösung" übersetzt wurde, findet sich in den Prozeßakten des IMT, Band IX, S. 575 f. Für die Verfälschung der Dokumente ist auch bezeichnend, daß in allen deutschen Veröffentlichungen, die den Erlaß Görings zitieren, ebenfalls das Wort "Endlösung" statt des richtigen Wortes "Gesamtlösung" steht, weil eben "Endlösung" viel leichter als "Ausrottung" mißdeutet werden kann. Die deutschen Verfälscher können sich aber nicht auf einen "Übersetzungsfehler" berufen.

DIE WANNSEE-KONFERENZ

Im übrigen wurde an keinen der von den Amerikanern vorgelegten Anklage-Dokumente eine wirklich einwandfreie Überprüfung vorgenommen, die die unbedingte Gewähr gibt, daß keine Fälschung oder Verfälschung erfolgte. Dies gilt im besonderen auch für das im nachstehend angeführten Wannsee-Protokoll.

Zu einer informativen Besprechung aller beteiligten Ämter und Stellen über die Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Bereiche durch Auswanderung und Abschiebung (Deportation) der Juden, fand am 20. Jänner 1942 im Büro der Internationalen-Kriminalpolizei-Kommission (am großen Wannsee 56/58) die sogenannte Wannsee-Konferenz statt. Insgesamt 15 Vertreter der beteiligten Stellen nahmen daran teil.

Über diese Besprechung existiert angeblich ein Protokoll, das von der Anklage-Behörde im Wilhelmstraßenprozeß unter Nr. 16 Trial of War Criminals, Band XII, benützt wurde. (Vgl. auch Ankl. Doc. Bd. 39, S. 104 ff. zum Nürnberger Prozeß Ankl. doc. NG 2586 G.)

Es handelt sich bei dieser Besprechung um gegenseitige Information; in keiner Weise wurden bei dieser Besprechung etwa "Abgestimmt" oder gar "Beschlüsse gefaßt."

Als Beweis für die angebliche bestehende Absicht bzw. "Plan" zur Ausrottung der Juden wird aus dem angeblichen, unüberprüften "Wannsee-Protokoll" folgende angebliche Stelle angeführt:

"Unter entsprechender Leitung sollen im Zuge der Endlösung die Juden in geeigneter Weise im Osten zum Arbeitseinsatz kommen. In großen Arbeitskolonnen unter Trennung der Geschlechter werden die arbeitsfähigen Juden straßenbauend in diese Gebiete geführt, wobei zweifellos ein Großteil durch natürliche Verminderung ausfallen wird.

… Der allfällig endlich verbleibende Rest wird, da es sich bei diesen zweifellos um den widerstandsfähigsten Teil handelt, entsprechend behandelt werden müssen, da diese, eine natürliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen jüdischen Aufbaues anzusehen sind."

Im allgemeinen ist zu diesem angeblichen Protokoll zu sagen: Es wurde bis heute noch niemals durch objektive Wissenschaftler geprüft. Das Dokument ist auch durch den Zeitpunkt der angeblichen Auffindung und die Person des Auffinders suspekt. Es wurde durch den deutschen Gehilfen der amerikanischen Ankläger, dem Emigranten Dr. Kempner, knapp vor seiner Vorlage zur Verhandlung aufgefunden."

Professor Paul Rassinier bringt in seinem Buche: "Was nun Odysseus?" noch eine Reihe von Gründen vor, die den Verdacht einer Verfälschung naheliegen.

Das von Dr. Kempner vorgelegte Dokument weist auch schwere Formfehler auf: Es trägt weder eine Unterschrift, noch einen Amtsstempel, noch ein Datum.

Im besonderen ist zu den oben zitierten zwei gravierenden Absätzen zu sagen. Diese Worte würden - selbst wenn sie echt wären - was fast mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann - nicht etwa einen Beschluß oder das Ergebnis einer Beratung darstellen, sondern wären einzig die Ansicht eines Teilnehmers an dieser Tagung (Heydrich). Sie könnten niemals als Beweis für eine bestehende offizielle Ansicht oder gar Plan herangezogen werden. Zu viele Gründe sprechen dafür, daß diese Worte in dieser Form niemals gesagt wurden und niemals gesagt worden sein können. Im Zuge der unausgesetzten Bemühungen und Anstrengungen, Deutschland um jeden Preis zu einem Verbrecher zu stempeln, sind so viele Unterschiebungen von falschen Dokumenten und Fälschungen und Verfälschungen von echten Dokumenten vorgekommen; im vorliegenden Falle drängt sich ein dahingehender Verdacht fast zwingend auf.

Die nach dem Osten abgeschobenen Juden waren weder "gefangen", noch konnte daher die Absicht einer Freilassung bestehen. Die abgeschobenen wurden einfach ausgesetzt und waren frei; sie wurden auch nicht - weder ausschließlich noch vorwiegend - im Straßenbau eingesetzt. Es ist daher ebenso dumm, wie feige und infam, von einer Absicht oder einem Plan zu sprechen "die Juden durch Arbeit auszurotten."

Gerade bei dieser rein informativen Wannsee-Besprechung wurde auch eine lange und umfangreiche Liste aller möglichen Ausnahmegruppen von Juden festgelegt, die von einer Deportation nach dem Osten ausgenommen sein sollten, was allein schon dem Plane einer Ausrottung widerspricht.

Ausgenommen von einer Deportation (und dies im Jahre 1942) waren:

Im nachstehenden führe ich das angebliche nicht überprüfte sogenannte Wannsee-Protokoll so an, wie es im Nürnberger Prozeß vorgelegt wurde:

"Besprechungsprotokoll"

I. An der am 20. Jänner 1942 in Berlin, am großen Wannsee, Nr. 56158 stattgefundenen Besprechung über die Endlösung der Judenfrage nahmen teil: (Liste der 14 Teilnehmer außer Heydrich.)

II. Chef der Sicherheitspolizei und des SD, SS-Obergruppenführer Heydrich teilte eingangs seine Bestellung zum Beauftragten für die Vorbereitung der Endlösung der europäischen Judenfrage durch den Reichsmarschall mit, und wies darauf hin, daß zu dieser Besprechung geladen wurde, um Klarheit zu schaffen in grundsätzlichen Fragen. Der Wunsch des Reichsmarschalls, ihm einen Entwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Belange im Hinblick auf die Endlösung der europäischen Judenfrage zu übersenden, erfordert die vorherige gemeinsame Behandlung aller an diesen Fragen unmittelbar beteiligten Zentral-Instanzen im Hinblick auf die Parallelisierung der Linienführung … Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD gab sodann einen kurzen Überblick über den bisher gefübrien Kampf gegen die Gegner. Die wesentlichen Momente bilden:

  1. die Zurückdrängung der Juden aus den einzelnen Lebensgebieten des deutschen Volkes;
  2. die Zurückdrängung der Juden aus dem Lebensraum des deutschen Volkes.

Im Vollzug dieser Bestrebungen wurde als einzige vorläufige Lösungsmöglichkeit die Beschleunigung der Auswanderung der Juden aus dem Reichsgebiet verstärkt und planmäßig in Angriff genommen.

Auf Anordnung des Reichsmarschalls wurde im Jänner 1939 eine Reichszentrale für jüdische Auswanderung errichtet, mit deren Leitung der Chef der Sicherheitspolizei und des SD betraut wurde. Sie hat insbesondere die Aufgabe:

  1. alle Maßnahmen zur Vorbereitung einer verstärkten Auswanderung der Juden zu treffen;
  2. den Auswanderungsstrom zu lenken;
  3. die Durchführung der Auswanderung im Einzelfall zu beschleunigen.

Das Aufgabenziel war, auf legale Weise den deutschen Lebensraum von Juden freizumachen.

Die Auswanderungsarbeiten waren in der Folge nicht nur ein deutsches Problem, sondern ein Problem, mit dem sich auch die Behörden der Ziel- bzw. Einwanderungsländer zu befassen hatten.

Die finanziellen Schwierigkeiten, wie: Erhöhung der Vorzeige- und Landungsgelder durch die verschiedenen ausländischen Regierungen, fehlende Schiffsplätze, laufend verschärfte Einwanderungs-Beschränkungen oder -Sperren, erschwerten die Auswanderungsbestrebungen außerordentlich.

Trotz dieser Schwierigkeiten wurden seit der Machtübernahme 1933 bis zum Stichtag 31. Oktober 1941 insgesamt 537.000 Juden aus Deutschland zur Auswanderung gebracht:

vom 30. Jänner 1933 aus dem Altreich rund 360.000
vom 15. März 1938 aus der Ostmark rund 147.000
vom 15. März 1939 aus dem Protektorat Böhmen und Mähren rund 30.000

Zusammen[3]

537.000

Die Finanzierung dieser Auswanderung erfolgte durch die Juden bzw. durch die jüdisch-politischen Organisationen. Um den Verbleib der verproletarisierten, armen Juden zu vermeiden, mußten die vermögenden Juden die Abwanderung der vermögenslosen Juden mitfinanzieren; je nach Vermögen gestaffelt, wurde entsprechende Umlage bzw. Auswanderer-Abgabe vorgeschrieben, die zur Bestreitung der Kosten der Abwanderung armer Juden verwendet wurde.

Neben dem Reichsmark-Aufkommen waren auch Devisen für die Vorzeige- und Landungsgelder erforderlich. Um den deutschen Devisenmarkt zu schonen, wurden die jüdischen Finanzinstitutionen des Auslandes durch die jüdischen Organisationen des Inlandes verhalten, für die Betreibung entsprechender Devisenaufkommen Sorge zu tragen. Hier wurden durch die ausländischen Juden im Schenkungswege insgesamt 9.500.000 Dollar zur Verfügung gestellt.

Inzwischen hat der Reichsführer SS … im Hinblick auf die Gefahren einer Auswanderung im Kriege und im Hinblick auf die Möglichkeiten des Ostens, die Auswanderung von Juden verboten.

III. AN STELLE DER AUSWANDERUNG IST NUNMEHR ALS WEITERE LÖSUNGSMÖGLICHKEIT DIE EVAKUIERUNG DER

JUDEN NACH DEM OSTEN GEKOMMEN …

Im Zuge der Endlösung der europäischen Judenfrage kommen rund 11 Millionen Juden in Betracht, die sich wie folgt auf die einzelnen Länder verteilen:

Land

Zahl

Altreich

131.800

Ostmark

43.700

Ostgebiete

420.000

Generalgouvernement

2.284.000

Byalistock

400.000

Protektorat Böhmen/Mähren

74.200

Estland

judenfrei

Lettland

3.500

Litauen

34.500

Belgien

43.000

Dänemark

5.600

Frankreich: Besetztes Gebiet

65.000

         Unbesetztes Gebiet

700.000

Griechenland

69.600

Niederlande

160.800

Norwegen

1.300

Serbien

10.000

Bulgarien

48.000

England

330.000

Finnland

2.300

Irland

4.000

Italien

58.000

Albanien

200

Kroatien

400.000

Portugal

3.000

Rumänien (mit Bessarabien)

342.000

Schweden

8.000

Schweiz

18.000

Slowakei

88.000

Spanien

6.000

Europäische Türkei

55.506

Ungarn

742.000

UdSSR

5.000.000

Ukraine

2.994.000

Weißrußland

446.484

(Anm. d. Autors: Nach den Ergebnissen der bisherigen Forschungen ist diese Statistik weit nach oben verfälscht.)

( … Hier folgen die zwei bereits oben angeführten Absätze, die angeblichen Worte Heydrichs.

Dann folgen die Anführung der Ausnahmen von der Evakuierung, die Behandlung der Mischlinge und der mit einem deutschen Ehepartner verheirateten Juden. Das angebliche Protokoll schließt mit den Worten):

"Mit der Bitte des Chefs der Sicherheitspolizei, ihm bei der Durchführung der Lösungsarbeiten entsprechende Unterstützung zu gewähren, wurde die Besprechung geschlossen."

Selbst aus diesem völlig unüberprüften angeblichen Protokoll geht hervor, daß diese "Gesamtlösung" und "Endlösung" in der Abschiebung der Juden aus Deutschland und dem deutschen Machtbereich nach dem Osten bestehen sollte. In dieser Besprechung wurden keinerlei Beschlüsse gefaßt oder Richtlinien festgelegt und schon gar keine Ausrottungspläne und Maßnahmen beschlossen oder auch nur besprochen.

Der Mißbrauch der Wannsee-Konferenz als Beweis für die angebliche Ausrottungs-Absicht der deutschen Regierung, ergibt sich auch klar aus folgendem:

Am 20. Jänner 1942 fand die Wannsee-Konferenz statt. Wenige Tage danach, am 26. Jänner 1942, richtete Himmler folgendes Telegramm an den KZ-Inspekteur, SS-Gruppenführer Richard Glück:

"Richten Sie sich darauf ein, in den nächsten vier Wochen 100.000 männliche Juden und bis zu 50.000 Jüdinnen in die KL aufzunehmen. Große wirtschaftliche Aufgaben und Aufträge werden in den nächsten Tagen an die Konzentrationslager herantreten."

Schon allein aus diesen Absichten und Plänen erhellt die Unrichtigkeit der Behauptung von der beabsichtigten und geplanten Ausrottung.

Himmler sah die KZ überhaupt als Sammelstellen, als Reservoir für die Bereitstellung der so dringend benötigten Arbeitskräfte. Er stellte an die KZ sogar die Forderung, Fachkräfte heranzuschulen. In seinem an Heydrich gerichteten Schreiben vom 5. Dezember 1941 forderte er, daß bis zum Kriegsende in den KZ 5000 Steinmetzen und 10.000 Maurer heranzuschulen seien, die für den Neu-Aufbau von Berlin vorgesehen waren. Besonders das damals sehr kleine KZ Auschwitz sollte, weil es verkehrstechnisch besonders günstig gelegen war, zu einem großen Arbeitslager für phantastische Riesenbetriebe der IG-Farben ausgebaut werden, deren Errichtung dort geplant war und gleichzeitig in Angriff genommen wurde. Die Behauptung, daß Auschwitz ein Riesen-Vernichtungslager werden sollte, ist eine infame Riesen-Greuellüge.

Zu diesem angeblichen Wannsee-Protokoll ist vor allem zu sagen, daß es schon durch die Art und Zeit seiner Entdeckung und durch die Person seines Entdeckers sehr suspekt ist. Das Schriftstück wurde angeblich einen Tag oder nur kurze Zeit vor seiner Vorlage in Nürnberg durch den deutschen Emigranten Dr. Kempner aufgefunden. Dr. Kempner agierte in Nürnberg als Gehilfe und Zubringer der amerikanischen Anklage. Er soll einer der glühendsten Haß-Apostel sein.[4]

Der österreichische Publizist Felix Haen wertete in den "Salzburger Nachrichten" vom 8. Dezember 1950 die Tätigkeit Dr. Kempners folgendermaßen:

"Es ist sein Verdienst, die These von der Kollektiv-Schuld des deutschen Volkes gleichsam hintenherum 'bewiesen' zu haken, indem er nacheinander alle Führungsschichten des deutschen Volkes unter Anklage stellte: Wilhelmstraßenprozeß, Generalprozeß, Industriellenprozeß und Ärzte-Prozeß waren, nachdem die NS-Führungsschicht bereits im Hauptkriegsverbrecherprozeß abgeurteilt wurde - die Stationen seiner Beweisführung. Daß er bei der Wahl der Mittel, seine Beweisführung zu unterbauen, nicht immer wählerisch war, zeigt der Fall des einstigen Rechtsberaters des Auswärtigen Amtes, Dr. Friedrieb Gauß, den er sich dadurch gefügig machte, daß er ihn mit der Auslieferung an die Russen bedrohte.

Dieser Dr. Kempner beherrschte nun in München die Lage vollkommen. Im Wilhelmstraßenprozeß legte Kempner eine Aussage (Affidavit) des ehemaligen Unterstaatssekretärs des Auswärtigen Amtes Dr. Friedrich Gauß vor, die dieser am 25. Januar unterschrieben hatte. Bezeichnenderweise hatte Kempner diese Belastungsaussage gegengezeichnet … Diese von Kempner vorgelegte eidesstattliche Erklärung war von A bis Z erlogen."

Der Publizist Richard Tüngel erklärte als erster das Geheimnis dieser Aussage, indem er schrieb:

"Wenn Gauß zu opponieren wagte, so erzählte man sich, pflegte Kempner ihn mit sanftesten Lächeln daran zu erinnern, daß Moskau einen Auslieferungsantrag gestellt hätte."

Das Protokoll von Wannsee zeigt überdies alle Merkmale eines apokryphen Dokuments. Nach den Photokopien in Kempners Buch "Eichmann und seine Komplizen" (Europa-Verlag, Zürich 196 1, S. 132 ff ) trägt es weder Datum noch irgendeinen Stempel (Stampiglie), noch eine Unterschrift.

Die Nürnberger Nachfolge-Prozesse waren keine internationalen Prozesse, sondern rein amerikanische Prozesse vor, rein amerikanischen Richtern nach rein amerikanischen Verfahren.

Mit dem Nürnberger Prozeß hatte sich der Internationale Gerichtshof aufgelöst, da sich die Russen, Engländer und Franzosen daraus zurückzogen und bei dieser unmöglichen Gerichtsbarkeit nicht mehr mittaten. Nur die amerikanischen Morgenthau-Rache-Juden drängten auf Fortsetzung dieser reinen Racheverfahren. Diese Nachfolgeprozesse, die vor rein amerikanischen Gerichten stattfanden, bezeichneten sich vollkommen zu unrecht als IMT, als Internationale Militär-Tribunale. Nur bei solchen rein amerikanischen Gerichten, bei denen die amerikanischen Rachejuden dominierten und den Ton angaben, war es möglich, daß ein Mensch wie Kempner eine solche Rolle spielen konnte und nach Herzenslust gegen das deutsche Volk wüten konnte.

Daß es bei der deutschen Judenpolitik und auch bei der Besprechung in Wannsee nur um Abschiebung und Auswanderung der Juden ging und nicht um die Ausrottung der Juden, bezeugt auch Generalgouverneur Dr. Frank. In seinem Tagebuch heißt es:

"Die Juden müssen verschwinden Sie müssen weg. Ich habe Verhandlungen zu dem Zwecke angeknüpft, sie nach dem Osten abzuschieben. Im Januar findet über diese Frage eine große Besprechung in Berlin statt, zu der ich Herrn Staatssekretär Dr. Bühler entsenden werde. jedenfalls wird eine große jüdische Wanderung einsetzen…

Das Generalgouvernement muß genau so judenfrei werden, wie das Reich … "

Richtet Powers stellt im Wilhelmstraßen-Prozeß fest:

"Meiner Beurteilung nach ist es nicht richtig, wenn man behauptet, alle Deutschen, mit wenigen Ausnahmen, haben an der Judenverfolgung teilgenommen … Mir scheint es auch nicht richtig, anzunehmen, daß jedes Erwähnen der 'Endlösung' der Judenfrage Ausrottung bedeutet. Tatsache ist, daß mit den ersten Aktionen gegen die Juden der Begriff 'Endlösung' zur Anwendung gelangte. Anfänglich bedeutete im allgemeinen der Begriff 'Endlösung' meistens erzwungene Auswanderung. Einige Zeit bedeutete sie Abtransport der Juden nach Madagaskar. Nach der Wannsee-Konferenz bedeutete sie Abschiebung in die Arbeitslager im Osten. Außer für wenige Eingeweihte hat sie nie Ausrottung bedeutet …"

Daß mit dieser Gesamtlösung und "Endlösung" nur an die Abschiebung der Juden nach dem Osten gedacht war, geht auch klar aus den Maßnahmen der deutschen Regierung in dieser Zeit hervor.

Die seit dem 23. März 1940 eingestellten Abtransporte deutscher Juden nach dem Osten wurden in dieser Zeit wieder aufgenommen. Am 20, Oktober 1941 wurden die ersten Deportierungen nach dem Osten wieder aufgenommen.

In einer Aussendung des Deutschen Reichsministers für Finanzen vom 4. November 1941, Zahl 05205-740 VIg heißt es:

"… Juden, die nicht in volkswirtschaftlich wichtigen Betrieben beschäftigt sind, werden in den nächsten Monaten in eine Stadt in den Ostgebieten abgeschoben … Die Abschiebung hat schon begonnen in den Gebieten der 0,berfinanzpräsidenten: Berlin, Kassel, Hamburg, Köln, Weser-Ems in Bremen und Düsseldorf. Es werden demnächst weiter abgeschoben im Oberfinanzbezirk …"

Am 10. Februar 1942 ergingen neue Weisungen in Hinsicht auf die Aussiedlung der Juden an die Abteilungen des Auswärtigen Amtes. In diesen heißt es:

"Der Krieg gegen die Sowjetunion hat inzwischen die Möglichkeit gegeben, andere Territorien für die Endlösung der Judenfrage zur Verfügung zu stellen. Demgemäß bat der Führer entschieden, daß die Juden nicht nach Madagaskar, sondern nach dem Osten abgeschoben werden sollen. "

Im Zuge der weiteren Verfolgung des Abschiebungsplanes fanden, als Fortsetzung der Wannseebesprechungen, weitere Sitzungen statt:

Am 6. März 1942 (vgl. Dok. Bd. 59, S. 119 NG 2586-H) und am 27. Oktober 1942 (Ankl. Dok. Bd. 59, S. 169, Dok. NG 2586-H).

DIE ZWANGSWEISE AUSSIEDLUNG

Am 21. August 1942 berichtete Unterstaatssekretär Luther an den Reichsminister (Ankl. Dok. Bd., S. 149, Dok. NG 2586-J zum Nürnberger Prozeß):

"… Reichsmarschall Göring beauftragte am 31. Jänner 1941 … alle erforderlichen Vorbereitungen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa zu treffen (Vgl. D III 709g) … Es wurde … über die deutschen Gesandtschaften in Preßburg, Agram und Budapest bei den dortigen Regierungen angefragt, ob sie ihre (in Deutschland lebenden Juden) in angemessener Frist abberufen oder ihrer Abschiebung in die Ghettos nach dem Osten zustimmen wollten … Die deutsche Gesandtschaft in Bukarest berichtet zu D III 602g, die rumänische Regierung überlasse es der Reichsregierung, ihre Juden gemeinsam mit den deutschen Juden in die Ghettos nach dem Osten abzuschieben. Sie habe kein Interesse daran, daß die rumänischen Juden nach Rumänien zurückkehrten.

Die Gesandtschaft Agram teilt mit, die kroatische Regierung danke für die Geste der deutschen Regierung; sie wäre aber für die Abschiebung der kroatischen Juden nach dem Osten dankbar (Vgl. D III 624g).

Die Gesandtschaft Preßburg berichtete zu D III 661g, die slowakische Regierung sei mit der Abschiebung in die östlichen Ghettos grundsätzlich einverstanden …

Auf Grund der Berichte der Gesandten habe ich dem Reichssicherheits-Hauptamt zu D III 661 mitgeteilt, die Juden rumänischer, kroatischer und slowakischer Staatsangehörigkeit könnten mitabgeschoben werden. … Die Zahl der auf diese Weise nach dem Osten abgeschobenen Juden reichte nicht aus, den Bedarf an Arbeitskräften dort zu decken. Das Reichssicherheits-Hauptamt trat daher an das Auswärtige Amt heran, die slowakische Regierung zu bitten, 20.000 kräftige slowakische Juden aus der Slowakei zur Abschiebung nach dem Osten zur Verfügung zu stellen … Die Gesandtschaft Preßburg berichtete hiezu (D III 1002), die slowakische Regierung habe den Vorschlag mit Eifer aufgegriffen … Auf die freudige Zustimmung der slowakischen Regierung hin wurde vorgeschlagen, auch den Rest der slowakischen Juden nach dem Osten abzuschieben und die Slowakei m judenfrei zu machen … Durch Drahtbericht zu D III 2005 berichtete die Gesandtschaft, die slowakische Regierung habe sich, ohne jeden deutschen Druck mit dem Abtransport aller Juden einverstanden erklärt … Sie hat außerdem zugestimmt, daß sie für jeden evakuierten Juden als Unkostenbeitrag RM 500,- auszahlt … Inzwischen sind 52.000 Juden aus der Slowakei fortgeschafft …

Die kroatische Regierung ist ebenfalls mit der Aussiedlung der Juden aus Kroatien einverstanden. Im Besonderen hält sie den Abtransport der vier- bis fünftausend Juden aus der von den Italienern besetzten zweiten Zone (Zentralen Dubrovnik und Mostar) für wichtig, die eine politische Belastung darstellen und deren Beseitigung zur allgemeinen Beruhigung dienen würde."

Die Abschiebung der Juden erwies sich auch aus Sicherheitsgründen als wünschenswert, ja notwendig. Sie gefährdeten - besonders in den besetzten Gebieten - die Sicherheit der Besatzungstruppen auf das Schwerste. Sie gehörten zu den Hauptbeteiligten an Sabotageakten, an Überfällen und Mordtaten an deutschen Zivilisten und Soldaten. In dem Bericht des Unterstaatssekretärs Dr. Luther für den Staatssekretär Dr. Weiszäcker vom 24. September 1942 heißt es (Ankl. Doc. Bd. 60, S. 7 Doc. Dr. NG 3757):

"Der Herr Reichsminister hat … die Weisung erteilt, die Evakuierung der Juden aus den verschiedenen Ländern Europas möglichst zu beschleunigen, da feststeht, daß die Juden überall gegen uns hetzen und für Sabotageakten und Attentate verantwortlich gemacht werden müssen … "

Telegramm des Gesandten Benzler (Belgrad) vom 3. September 1941: "Nachweislich haben sich bei zahlreichen Sabotage- und Aufruhrakten Juden als Mittäter herausgestellt; es ist daher dringend geboten, nunmehr beschleunigt für Sicherheit und Entfernung zumindest aller männlichen Juden zu sorgen. Die hiefür in Betracht kommende Zahl dürfte etwa 8000 betragen … Es erscheint ratsam, sie auf Leer-Frachtkähnen die Donau abwärts auf rumänisches Gebiet (Insel im Donau-Delta) zu bringen. Ich bitte um die Schaffung der entsprechenden Voraussetzungen bezüglich der Duldung durch Rumänien."

(Ankl. Dok. Bd. 61, S. 2, Ankl. Dok. Nr. 3354, S. 1.)

Am 11. September 1941 (ebenda S. 4, Dok. Nr. 3354, S. 3) antwortet das Außenamt:

"Einem Abschieben der Juden auf fremdes Staatsgebiet kann nicht zugestimmt werden. Damit wird eine Lösung der Judenfrage nicht erreicht. Die Juden wären in Arbeitslagern sicherzustellen und für notwendige öffentliche Arbeiten heranzuziehen."

Am 12. September 1941 telegrafierte Benzler aus Belgrad neuerlich: "Abschiebung zunächst der männlichen Juden ist wesentliche Voraussetzung für die Wiederherstellung ordnungsmäßiger Zustände. Wiederhole daher dringend meine Bitte. Falls sie erneut abgelehnt wird, bleibt nur noch sofortige Abschiebung etwa nach dem Generalgouvernement (Polen) oder Rußland …"

(Ankl. Dok. Bd. 61, S. 7, Dok. Nr. 3354, S. 6/7)

Antwort des Außenamtes vom 13. September 1941 (ebenda S. 9, Ankl. Dok. 3354, S. 8):

"Wenn die Juden nach wie vor dort Unruhe schüren, muß gegen sie mit verschärftem Standrecht vorgegangen werden …"

Daß die deutschen Regierungsstellen nicht an eine Ausrottung der Juden dachten, geht auch aus folgendem Telegramm des deutschen Gesandten in Budapest hervor.

Bericht vom 14. Dezember 1943 (Ankl. Dok. Bd. 201, S. 37 ff, Dok. Nr. NG 55, 60):

"Der Jude ist hier Feind Nr. 1. Die 1,1 Millionen Juden Ungarns sind in gleicher Zahl Saboteure… Die Bereinigung der Judenfrage ist die Voraussetzung … für den Abwehr- und Existenzkampf des Reiches …"

Bericht des deutschen Gesandten in Budapest, Dr. Veesemayer, vom 2. April 1944 (Ankl. Dok. Bd. 62 A, S. 79/80, Dok. Nr. NG 1915): "Die Ungarn fordern, daß für jeden (durch die alliierten Luftangriffe) getöteten Ungarn 100 Juden erschossen werden und deren Vermögen zur Wiedergutmachung der Bombenschäden verwertet wird. Wenn dies auch praktisch nicht durchführbar ist, da wir dann mindestens 30.000 bis 40.000 Juden erschießen lassen müßten, so liegt in dem Grundsatz der Vergeltung eine wirksame Propaganda-Möglichkeit und je nach dem auch eine abschreckende Wirkung. Ich hätte keine Bedenken, beim nächsten Male für jeden getöteten Ungarn zehn Juden erschießen zu lassen. In Berücksichtigung des Vorschlages … alle Juden Roosevelt und Churchill als Geschenk anzubieten, bitte ich um Unterrichtung, ob dieser Vorschlag weiter verfolgt wird, oder ob ich mit derartigen Vergeltungsmaßnahmen nach dem nächsten Angriff beginnen kann."

Wenn wirklich eine Ausrottungsabsicht bestanden hätte, wäre es nicht verständlich, daß sich die deutschen Stellen den von Ungarn vorgeschlagenen Repressalien als Vergeltungsmaßnahmen widersetzten, sie nicht duldeten und nicht erlaubten.

Daß auch die nach Polen gebrachten Juden nicht ausgerottet werden sollten, sondern wichtige, ja unentbehrliche Arbeitskräfte waren, geht auch aus den wiederholten dringenden Bitten der deutschen Regierung an ihre Verbündeten hervor, ihre arbeitsfähigen Juden als Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen.

Bericht von Dr. Veesemayer (Budapest) vom 14. April 1941 (Ankl. Dok. Bd. 62 A, Dok. Nr. NG, 1815):

"Sztojay gab mir die verbindliche Zusage, daß seitens Ungarn bis Ende April mindestens 50.000 arbeitsfähige Juden dem Reiche zur Verfügung gestellt werden … Gleichzeitig werden in Kürze auch die Juden zwischen 36 und 48 Jahren, die bisher durch den ungarischen Arbeitsdienst noch nicht betroffen wurden, nunmehr erfaßt und (für den Arbeitsdienst in Ungarn) eingezogen … Dadurch dürfte es möglich sein, im Laufe des Monats Mai 1944 weitere 50.000 Arbeitsjuden dem Reich zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die Zahl der (im ungarischen Arbeitsdienst) in Arbeitsbataillonen zusammengefaßten Juden auf 100.000 bis 150.000 zu steigern."

Im übrigen sollten die ungarischen Juden innerhalb Ungarns in geschlossenen Gebieten zusammengefaßt und ghettoisiert werden.

Bericht des Budapester deutschen Gesandten vom 23. April 1944 an das Außenamt (Ankl. Dok. Bd. 62A, S. 91, Ankl. Dok. NG 2233): "Am 16. April 1944 begann im Karpathenraum die Ghettoisierungsarbeit. 150.000 Juden wurden erfaßt. Bis Ende nächster Woche ist die Aktion abgeschlossen. Sie umfaßt schätzungsweise 300.000 Juden. Daran anschließend gleiche Arbeit in den Siebenbürgen und weiteren Grenzkomitaten gegen Rumänien geplant und bereits in Vorbereitung, Zu erfassen sind weitere 250.000 bis 300,000 Juden. Darnach Erfassung der an Serbien und Kroatien grenzenden Komitate, zuletzt Ghettoisierungsarbeiten im Landesinneren mit Abschluß in Budapest."

Die Aussiedlung bzw. Deportation nach Polen war hart und grausam und brachte für die davon Betroffenen unendliches Leid mit sich.. Weniger hart waren die Deportationen der Juden aus dem Saarlande und aus dem besetzten Frankreich in das unbesetzte Frankreich. Weniger hart waren auch die Ghettoisierungsarbeiten in Ungarn und anderen Ländern. Während des Nürnberger Prozesses erklärte Göring entschieden, daß die Absichten der Reichsregierung niemals auf eine Ausrottung der Juden gerichtet waren, sondern nur auf Auswanderung.

Aus dem Protokoll des Nürnberger Prozesses:

Sir David Maxwell-Five (der britische Ankläger): "Wollen Sie (Göring) nun auch einen Bericht über eine Konferenz ansehen, die Sie am 6. August 1942 hatten. Wollen Sie bitte sehen, wo steht … dann sagt Lhose: 'Es gibt nur noch ein paar Juden, wo hingegen wir Zehntausende erledigt haben …' Wollen Sie immer noch angesichts dieser Dokumente behaupten, daß weder Sie noch Hitler gewußt hätten, daß die Juden ausgerottet wurden?"

Göring: "Ich bitte, daß meine Bemerkung richtig verstanden wird. Sie ist völlig falsch wiedergegeben. Ich darf den Originaltext vorlesen: Lhose: 'Die Juden leben nur noch zum kleinen Teil … zigtausend sind weg.' Hier steht nicht, daß sie vernichtet worden sind. Aus dieser Bemerkung ist nicht zu schließen, daß sie getötet worden sind, sondern daß sie von dort weg sind. Also evakuiert …"

Sir David: "Ich schlage vor, daß Sie ganz klar machen, was Sie unter der Bemerkung 'es sind nur noch ein paar Juden am Leben' meinten."

Göring: "Leben noch dort - so ist das aufzufassen."

Sir David: "Sie sagen also immer noch, daß weder Sie noch Hitler von der Judenausrottung etwas wußten?"

Göring: "Soweit es Hitler betrifft, habe ich gesagt, daß ich nicht glaube, daß er etwas gewußt hat; soweit es mich betrifft, habe ich gesagt, daß ich auch nicht annähernd von diesem Ausmaß (das hier behauptet wurde) etwas gewußt habe."

Sir David: "Sie wußten also nicht in welchem Ausmaße. Sie wußten jedoch, daß eine Politik bestand, die auf Ausrottung der Juden hinzielte?"

Göring: "Nein! Es bestand keine Ausrottungspolitik; die Politik war nur auf die Auswanderung und nicht auf die Ausrottung der Juden gerichtet. Ich wußte nur, daß in dieser Hinsicht in Einzelfällen Vergehen vorgekommen waren."

Reitlinger behauptet in seiner Greuel-Sammlung, die wahllos alle Greuelbehauptungen zusammenkehrt, daß in Rußland und Polen vier Vernichtungsgruppen bestanden, die mit der Ausrottung der Juden beauftragt waren. Das ist eine infame, völlig unrichtige Behauptung. Im ganzen Osten wütete damals ein mörderischer, erbarmungsloser Partisanenkrieg im Rücken der deutschen Front gegen die deutschen Truppen und den deutschen Nachschub. Ungezählte Deutsche wurden von zivilen Partisanen heimtückisch ermordet; jede deutsche Bewegung wurde den Sowjets verraten; jeder Nachschub angegriffen; Leben und Sicherheit der deutschen Truppen und des Nachschubs in den weiten Räumen hinter der Front waren auf das Schwerste bedroht.

Der sowjetische Sachverständige Ponomarenko rühmte sich mit Stolz, daß die Partisanen nicht weniger als 500.000 Deutsche ermordet hätten.

Diese Partisanenbanden, die den Deutschen ungeheure Verluste an Menschen und Material zufügten, waren eine schwere Sorge für die Deutschen. Zu ihrer Bekämpfung im Rücken der Front waren eigene Einsatzverbände, sogenannte "Sonderkommandos" aufgestellt und eingesetzt. Diese zur Sicherung eingesetzten Sonderkommandos gingen gegen die Partisanen radikal und rücksichtslos vor. Sie vernichteten sie erbarmungslos, wie es gegen solche heimtückische, erbarmungslose Mörder geboten war. Wo man auf Verdächtige stieß, wurden sie vernichtet, auch wenn es Juden waren. Das war Kriegsrecht. Niemals aber richtete sich die Tätigkeit dieser Einsatzverbände, dieser Sonderkommandos nur gegen die Juden; niemals war ihre Aufgabe die Vernichtung und Ausrottung der Juden als solche.

Heinrich Himmler zu Dr. Norbert Masur (En Jod talar med Himmler):

"Der Krieg brachte uns in Berührung mit den proletarischen jüdischen Massen des Ostens und dadurch entstanden ganz neue Probleme. Wir konnten einen solchen Feind nicht in unserem Rücken dulden … Die Juden halfen den Partisanen. Außerdem schossen sie auf unsere Truppen …"

Die selben Probleme mit den Juden hatten auch die Russen schon im Ersten Weltkriege. Das russische Militär mußte im Interesse seiner Sicherheit mit größter Schärfe gegen die jüdische Bevölkerung vorgehen. Es kam zu schweren Vergeltungsmaßnahmen und zu umfassenden vorbeugenden Massenevakuierungen. Kern führt in seinem Buche "Deutschland im Abgrund" eine Reihe dahingehender russischer Armeebefehle im Wortlaut an.

Generaloberst Jodl erklärte in Nürnberg als Zeuge unter Eid:

"Ich kann nur im vollsten Bewußtsein meiner Verantwortung hier zum Ausdruck bringen, daß ich niemals, mit keiner Andeutung, mit keinem Wort, mit keinem Schriftstück von einer Vernichtung von Juden gehört habe." (XV, S.365)

J. v. Ribbentrop ("Zwischen London und Moskau", 1954, S.276) berichtet, daß Ribbentrop angesichts des Todes bestätigte:

"Nie bis zum 22. April 1945, als ich ihn zum letzten Male in der Reichskanzlei sah, bat er auch nur mit einem Wort von der Tötung der Juden gesprochen. Er könnte es auch heute noch nicht glauben, daß der Führer Judentötungen angeordnet habe."

Auch in den "Tischgesprächen", wo sich Hitler im engsten Kreise immer wieder zu allen politischen und militärischen Fragen geäußert, hat (siehe Dr. Pickler "Tischgespräche") ist nichts zu finden, wonach, sich ein Ausrottungsplan annehmen oder gar beweisen ließe.

Auch die Untersuchungsrichter Dr. Morgen und Dr. Reinecke, die die Zustände in den deutschen KZs untersuchten, auf Grund deren dann einige Todesurteile gegen KZ-Leiter und Funktionäre erfolgten, erklärten vor dem Gerichte in Nürnberg ausdrücklich:

RA Pelckmann: "Sind Ihnen, Herr Zeuge, im Laufe ihrer Untersuchungen Maßnahmen oder Befehle Hitlers oder Himmlers zur biologischen Ausrottung der Juden bekanntgeworden?"

Reinecke: "Nein, wir haben weder solche Befehle jemals gesehen, noch ist es uns auf Grund unserer Untersuchungen gelungen, ihrer habhaft zu werden oder sie anderswie zur Kenntnis zu bekommen. Solch ungeheuerliche Befehle waren uns auch unvorstellbar.

Uns gegenüber hat Himmler stets nur ein ideales Gesicht gezeigt: Sauberkeit, Anständigkeit, Verbrechensbekämpfung um jeden Preis. Mir persönlich hat er Ende 1943 in einem Vortrag diese Grundsätze bestätigt. Wenn tatsächlich Befehle von oben vorgelegen hätten, wäre es den Beschuldigten wohl ein leichtes gewesen, zu Himmler zu geben und eine Niederschlagung des Gerichtsverfahrens gegen sie zu erreichen."

Es wäre doch selbstverständlich gewesen, daß die des Mordes Beschuldigten sich auf Befehle von oben berufen hätten, wenn solche vorgelegen wären. (Die Lagerkommandanten von Buchenwald, Koch, von Lublin und von Hertogenbosch, Grünwald, waren zum Tode verurteilt worden und wurden in ihren Lagern angesichts der Häftlinge gehängt.)

Der Bonner Staatssekretär und Finanzfachmann Vialon, der einstige Leiter der Finanzabteilung beim Reichskommissar Ostland in Riga, erklärte 1964 als Zeuge in einem KV-Prozeß in Koblenz:

"Der Tatbestand der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung ist mir nicht bekannt gewesen. Wie jeder Andere habe ich erst nach dem Kriege davon erfahren."

Das heißt also, daß der Zeuge, der mitten im Zentrum des Schauplatzes der angeblichen Judenvernichtung lebte und wirkte, nichts davon gesehen und erlebt hat von dem, was die Lügenpropaganda nachher alles behauptete.

Was Vialon wie mancher andere wußte und was er auch ohne weiteres zugab, waren Einzelaktionen im Zuge polizeilicher Maßnahmen gegen Partisanen, Saboteure und gegen die kommunistische Spionageorganisation hinter der Front. Die standrechtlichen Exekutionen haben aber ebensowenig wie damit zusammenhängende übergriffe irgend etwas zu tun mit einer planmäßigen Judenvernichtung.

Durch diese Aussage Vialons und vieler anderer Zeugen in gleicher Lage, ist immer wieder aktenkundig geworden, daß die in Polen und Rußland - also dem Tatorte und Schauplatz der angeblichen Judenvernichtungen - eingesetzten Deutschen bis in die höchsten Stellungen hinauf, von einer Judenausrottung nichts bemerkten und nichts wußten.

Der Krupp-Bevollmächtigte, Bertold Beitz, bekundete vor den, Bremer Schwurgericht unter Eid, daß er als Direktor eines zahlreiche jüdische Zwangsarbeiter beschäftigenden Industrieunternehmens in Galizien zwar mitangesehen habe, wie die Ghettos geräumt und die Juden ausgesiedelt wurden, daß er aber ebensowenig wie irgend ein anderer Deutscher in Polen die geringste Ahnung davon gehabt habe, welches Schicksal die Internierten in Auschwitz angeblich erwartete.

Auf die ausdrückliche Frage des Gerichtsvorsitzenden, ob es damals nicht hätte klar sein können, daß die Ausgesiedelten mit dem Tode bedroht waren, antwortete Beitz:

"Niemand konnte annehmen, daß sie getötet wurden, jeder nahm an, daß sie in den Lagern zur Arbeit gebraucht wurden. Von der Einrichtung von Gaskammern habe ich in Auschwitz nichts gesehen oder gehört."

Erst nach dem Kriege hörte er dahingehende Behauptungen.

Reichsminister Dr. Lammers vor dem Nürnberger Tribunal zur Endlösung (IMT XI, 61 ff., vgl. auch 160):

Dr. Thomas: "Ich habe noch eine Frage: Haben Sie etwas davon gewußt, daß Hitler sich entschieden hat, die Judenfrage durch die Endlösung, d. b. durch die Vernichtung der Juden, zu lösen?"

Lammers: "Ja, darüber ist mir sehr vieles bekannt. Die Endlösung der Judenfrage ist mir zum ersten Mal bekannt geworden 1942. Da habe ich erfahren, daß der Führer angeblich über Göring einen Auftrag gegeben hat, an den SS-Obergruppenführer Heydrich zur Lösung der Judenfrage. Den näheren Inhalt dieses Auftrages kannte ich nicht. Infolgedessen, da ich keine Zuständigkeiten hatte, habe ich mich zu dieser Frage zunächst ablehnend verhalten. Als ich dann aber etwas wissen wollte, habe ich mich selbstverständlich zunächst mit Himmler in Verbindung gesetzt und habe ihn gefragt, was denn eigentlich unter Endlösung der Judenfrage zu verstehen sei. Da hat mir Himmler erwidert, er habe von Hitler den Auftrag, die Endlösung der Judenfrage herbeizuführen bzw. Heydrich und sein Nachfolger hätten diesen Auftrag und dieser Auftrag bestünde im wesentlichen darin, daß die .luden aus Deutschland evakuiert werden sollten …

Daß inzwischen irgendwelche Evakuierungen vollzogen worden waren, hatte ich erfahren. Von Tötung der Juden war damals jedenfalls nicht das Geringste überhaupt bekannt. Soweit krasse Einzelfälle vorkamen, habe ich mich immer an Himmler gewandt und Himmler hat diese Einzelfälle immer sehr entgegenkommend erledigt. Schließlich aber im Jahre 1943 tauchten Gerüchte auf, daß Juden umgebracht wurden. Ich hatte keine Zuständigkeit auf diesem Gebiete: auf Grund dieser Beschwerden bin ich den Gerüchten nachgegangen. Diese Gerüchte haben sich aber jedenfalls für mich immer nur als Gerüchte erwiesen. Jeder sagte, er habe es von einem anderen gehört, aber keiner wollte irgend etwas ausdrücklich versichern: ich bin sogar der Ansicht, daß es meistens beruhte auf dem Abhören ausländischer Sender und daß die Leute dann nicht sagen wollten, wo sie es her hatten. Das veranlaßte mich erneut, einen Vorstoß in dieser Angelegenheit zu unternehmen. Ich habe erstens, da ich ja auf Himmlerschen Gebiet meinerseits keine Untersuchungen anstellen konnte, mich nochmals an Himmler gewandt. Himmler hat die gesetzliche Tötung abgeleugnet und berief sich auf den Befehl des Führers: Ich habe die Juden zu evakuieren und bei solchen Evakuierungen gibt es natürlich alte, kranke Leute. Da kommen Todesfälle vor, da kommen Fliegerangriffe vor … da gibt es weiter Revolten, die ich stark und blutig unterdrücken muß, als abschreckendes Beispiel. Im übrigen werden die Leute im Osten in Lagern untergebracht. Er holte eine Menge Bilder und Alben und zeigte mir, wie in den Lagern von Juden gearbeitet wird für den Kriegsbedarf.

Er sagt mir: "Das ist ein Auftrag des Führers; wenn Sie glauben, daß Sie dagegen vorgeben müssen, dann sagen Sie das dem Führer und dann zeigen Sie mir die Leute, die Ihnen das berichtet haben." Die konnte ich ihm natürlich nicht nennen; erstens wollten sie nicht genannt sein, und zweitens wußten sie es selber nur vom Hörensagen. Also konnte ich ihm da kein Material an die Hand geben. Ich habe aber gleichwohl die Angelegenheit noch einmal beim Führer zum Vortrag gebracht und da hat mir der Führer genau die selbe Antwort gegeben, wie sie Himmler gegeben hat. Er sagte mir: "Ich werde später bestimmen, wohin die Juden kommen. Vorläufig sind sie da untergebracht."

Dr. Thomas: … "Der Zeuge (Dr. Lammers) will meines Erachtens schildern, daß die ganze Endlösung geheim und zwar unter Belügung der nächsten Umgebung Hitlers gemacht wurde … Ich stelle jetzt, Herr Zeuge, an Sie die Frage: Hat Himmler jemals zu Ihnen gesagt, daß die Endlösung der Judenfrage durch deren Vernichtung erfolgen soll?"

Lammers: "Davon ist nie die Rede gewesen. Er hat nur von Evakuierung gesprochen."

Dr. Thomas: "Nur von Evakuierung hat er gesprochen?"

Lammers: "Nur von Evakuierung!"

Dr. Thomas: "Wann haben Sie gehört, daß 5 Millionen Juden vernichtet worden sind?"

Lammers: "Davon habe ich erst hier vor einiger Zeit gehört."

Dr. Thomas: " … Können Sie mir sagen, welche Menschen etwas davon gewußt haben müssen, außer denen, die die Vernichtung unmittelbar vollzogen haben müssen? Wer müßte etwas davon gewußt haben?"

Dr. Lammers: "Zunächst muß (richtig müßte) Himmler doch anderen den Auftrag weitergegeben haben und da müßten einige Leute dagewesen sein. Diese leitenden Leute müssen natürlich wieder andere leitenden Leute nach unten gehabt haben, die die Kommandos weggebracht haben und die eben alles absolut geheim gehalten haben müssen (richtig müßten)."

Generaloberst Jodl erklärte vor dem Nürnberger Gericht:

"Ich kann nur im vollsten Bewußtsein meiner Verantwortung hier zum Ausdruck bringen, daß ich niemals, mit keiner Andeutung, mit keinem Wort und mit keinem Schriftstück von einer Vernichtung von Juden gehört habe."

Kaltenbrunner, Chef der Sicherheitspolizei (am 16. Oktober 1946 in Nürnberg gehenkt) erklärte vor dem Nürnberger Tribunal (ITM Band XI):

Kaltenbrunner: "Ich bin mir der Schwere der gegen mich erhobenen Vorwürfe voll bewußt. Ich weiß, daß sich der Haß einer Welt gegen mich stellt … Ich bin mir bewußt, daß ich die Wahrheit hier auszusprechen habe, um den Gerichtshof und die Welt in die Lage zu versetzen, Vorgänge im Deutschen Reich in diesem Kriege restlos zu erkennen, zu erfassen und gerecht zu beurteilen. (a. a. 0. S. 260)… In Österreich hatte bereits seit 1934 eine vollkommen friedliche und sachliche Auswanderung der Juden Platz gegriffen. Es war jede persönliche und physische Verfolgung von Juden vollkommen überflüssig. Ich verweise auf ein Dokument - einen Bericht des Polizeipräsidenten in Wien vom Dezember 1939, in welchem ziffernmäßig dargetan wird, daß von 1934 - 1939 von insgesamt 200.000 Juden mehr als die Hälfte ins Ausland abgewandert waren … "

Dr. Kaufmann: "War Ihnen gleichzeitig mit der Erkenntnis der Existenz des KZ Auschwitz auch die Bedeutung dieses Lagers bekannt, nämlich als ein ausgesprochenes Vernichtungslager für von Eichmann eingelieferte Juden?"

Kaltenbrunner: " … Nein. Als solches konnte es auch niemanden bekannt sein; Himmler hat stets auf die Frage, warum dort ein so großes KZ errichtet worden sei, erklärt: Wegen der Nähe der großen deutschen Rüstungsbetriebe." (A. a. 0. S. 304).

Dr. Kaufmann: "Der Zeuge Höttl hat in einem Affidavit bekundet er habe von Eichmann gehört, daß insgesamt eine Zahl von vier bis fünf Millionen jüdischer Menschen vernichtet worden seien. Davon in Auschwitz etwa zwei Millionen. Haben Sie derartige Zahlen gehört?"

Kaltenbrunner: "Ich habe niemals derartige Zahlen gehört!" (a. a. 0. S. 307).

Dr. Kaufmann: "Es liegt nahe, daß Sie Kenntnis über die 'Endlösung' und deren Begriff gehabt haben müssen, wenn Sie öfter mit Himmler zusammen kamen. Ich frage Sie deshalb noch einmal: Hat Ihnen Himrnler nicht einmal reinen Wein über diese Endlösung eingeschenkt?"

Kaltenbrunner: "Nein, in dieser Form nicht. Ich habe gestern hier erklärt, daß ich auf Grund aller Unterlagen, die sich bei mir im Sommer und Herbst 1943 angesammelt haben, auch Feindfunk, auch Auslandsmeldungen, die Überzeugung durchgesetzt hatte, daß die Behauptung von Vernichtung jüdischen Lebens richtig sei, und daß ich mit dieser nunmehr gereiften Überzeugung sofort zu Hitler gegangen sei und 24 Stunden später zu Himmler und ihnen dies vorgehalten und erklärt habe, daß ich hierzu meine Hand nicht reiche (a. a. 0. S. 338 und S. 352).

Der Chef des persönlichen Stabes von Hitler, SS-Obergruppenführer Karl Wolff, erklärte:

"Ich bin überzeugt, daß Hitler von der Vernichtung von Juden nichts wußte."

Eichmann erklärte gegenüber Dr. Masur:

"Himmler hatte gewollt, daß die Juden durch die Ausübung einer fast vollkommenen Autonomie das Gefühl einer rassischen Gemeinschaft erwerben sollten. Später sollten sie in irgend eine Gegend transportiert werden, wo sie - abgeschieden von der deutschen Bevölkerung - leben könnten."

(Dr. Norbert Masur, "En Jod talar med Himmler", Stockholm, 1946, ferner "Documents sur l'activiti du Circ …" S. 99).

Am 5. Oktober 1942 teilte der ungarische Gesandte in Berlin, Dome Sztojay, dem deutschen Staatssekretär Martin Luther mit:

"Der Ministerpräsident (Kallay) ist besonders an der Frage interessiert, ob den Juden nach ihrer Evakuierung eine weitere Existenz ermöglicht würde. Es gingen Gerüchte in dieser Beziehung um, die er persönlich natürlich nicht glaube … Ministerpräsident Kallay wolle sich aber nicht den Vorwurf machen lassen, die ungarischen Juden und ihre Existenz dem Elend oder, noch Schlimmerem überantwortet zu haben."

Luther versicherte Sztojay, daß die Juden zuerst als Arbeitskräfte beschäftigt würden und später in ein jüdisches Reservat kommen sollten. (Vgl. hiezu auch Nürnberger Prozeßakten XI NG - 1800 und NG 1.855. Abgedruckt auch in "La persecution des juifs dans les pays de l'europe." S. 228).


  1. Selbst im angeblichen Wannsee-Protokoll heißt es in Punkt III: "Anstelle der Auswanderung ist nunmehr … die Evakuierung der Juden nach dem Osten getreten … Es kommen (dafür) rund 11 Millionen Juden in Betracht.- (Siehe weiter unten.)
    Zeuge Bühler, Staatssekretär im Generalgouvernernent, erklärte am 23. April 1946 unter Eid: "Heydrich habe erklärt, der Reichsführer der SS habe vom Führer den Auftrag erhalten, die gesamten Juden Europas zusammenzufassen und im Nordosten Europas, in Rußland, anzusiedeln. Aus dieser Mitteilung habe er entnommen, daß die Umsiedlung der Juden … um des Rufes und des Ansehen des deutschen Volkes willen, in humaner Weise vor sich gehen werde."
  2. Der Mißbrauch des Wortes "Endlösung" durch seine Gleichsetzung mit der Bedeutung "Ausrottung" ist eine bewußte und gezielte Infamie der Greuellügenpropaganda. Selbst Reitlinger schreibt:
    "Der Ausdruck 'Endlösung' wurde von deutschen Beamten nach dem Sommer 1941 gebraucht … der Ausdruck war auch schon vorher in verschiedenen Zusammenhängen verwendet worden, wobei man offenkundig immer Auswanderung im Sinne gehabt hatte.
    Im übrigen scheint mir der Streit um die Bedeutung des Wortes 'Endlösung' deshalb als überflüssig, weil die Gleichsetzung mit der Bedeutung 'Vernichtung' völlig willkürlich und unberechtigt ist. Dr. Theodor Herz! gebraucht das Wort 'Endlösung' genau in derselben Bedeutung, in der es die deutschen Beamten gebrauchten, Als Untertitel seine Buches 'Der Judenstaat'. Und es wird doch keinem Menschen einfallen, das Wort Endlösung hier im Sinne von 'Vernichtung' mißzuverstehen."
    Nur böse Absicht kann diesen Erlaß Görings als "Ausrottungs-Erlaß" deuten.
  3. Poliakow und Joseph Wulf geben die Zahl der jüdischen Auswanderer aus diesen Gebieten bis 31. November 1942 mit 557.357 an.
  4. Der deutsche Emigrant Dr. Kempner spielte nach 1945 eine so verhängnisvolle Rolle, daß wir uns mit seiner Person etwas befassen wollen. E. Kern ("Deutschland im Abgrund", S. 286 f. und S. 314 f) schreibt über ihn:
    "In diesen zwölf Nachfolgeprozessen in Nürnberg (die, wie Richter Jackson selbst offenherzig verriet, geführt wurden, um die Nachkriegspolitik der USA zu rechtfertigen, also politische Prozesse waren) wurde gegen 177 Männer in 1194 Gerichtstagen verhandelt, in denen 1355 Anklage- und Verteidigungszeugen vernommen wurden. Einer der tragenden Manager dieser Nachfolgeprozesse war Dr. Robert Kempner. Im Haupt-Kriegsverbrecherprozeß hatte man ihn nur als kleines Mitglied der Anklagebehörde am Rande mitspielen lassen. Jetzt war seine große Stunde gekommen, in der er auch als Hauptankläger gegen seine eigenen Landsleute auftreten durfte. (Diese Prozesse waren rein amerikanische Prozesse.)
    Dr. Kempner, der von sich behauptet, ehemals Angehöriger der Kaiserlich-Preussischen Garde gewesen zu sein, hatte es in der Weimarer Republik bis zum Oberregierungsrat im preußischen Innenministerium gebracht. Seine Hauptaufgabe bestand darin, unter dem sozialistischen Innenminister die Preußische Partei sozialistisch auszurichten. Als das Dritte Reich ausbrach, blieb Oberregierungsrat Dr. Kempner vorerst ruhig auf seinem Posten und diente solange weiter, bis eine Verwendung als 'nichtarischer Kriegsteilnehmer' des Ersten Weltkrieges infolge der verschärften Rassenbestimmungen für Beamte unmöglich wurde. Dr. Kempner emigrierte nach den USA und kehrte mit den amerikanischen Truppen in seine Heimat zurück. Der ebenfalls aus rassischen Gründen emigrierte Publizist Robert Ingrimm schilderte in der 'Schweizerischen Weltwoche' vom 1. Oktober 1948 die damalige Situation von Nürnberg folgendermaßen:
    Anständige Amerikaner … drängten sich nicht dazu, die Anklagebank und Richterbank mit den Vertretern der Katyn-Mörder zu teilen und mit Nachkriegsverbrechern über Kriegsverbrecher zu Gericht zu sitzen … die Kernpners haben sich die Aufgabe gesetzt, ihre falschen Behauptungen aus der Kriegszeit nachträglich zu beweisen."

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