Der multikulturelle Abyssus

Kürzlich war im Focus (19/93) ein Leserbrief von Krysztof Wasilewskij zu lesen: »Als Pole, der schon seit langem in der BRD lebt, bin ich erschüttert darüber, daß manche Politiker versuchen, Deutschland, eines der am dichtest besiedelten Länder der Welt, in ein Einwanderungsland umzufunktionieren. Daß die sogenannte multikulturelle Gesellschaft eine Gefahr in sich birgt, zeigen uns die Rassenunruhen in Los Angeles und zuletzt auch in Frankreich. Wie man so viele Menschen aus fremden Kulturkreisen integrieren will, ist mir schleierhaft.«

Wasilewskij hätte auch das Verhältnis der mosaischen Juden und der Palästinenser in Israel, den Libanon, den blutigen Balkan, ein multikultureller Abyssus (Abgrund) vor unserer Tür, oder die von den Medien stiefmütterlich behandelten Konflikte im Süden der früheren UdSSR nennen können. Aber auch auf deutschem Boden bzw. im westeuropäischen Ausland haben diese Auseinandersetzungen bereits begonnen, wenn indogermanische Kurden auf ihre türkischen Unterdrücker losgehen oder umgekehrt. Dies alles ist freilich nur der Anfang.

Das Problem mit der multikulturellen Gesellschaft ist nicht, daß es gerechtfertigt wäre, der noch durch die christlich-jüdische Religion dominierten Kultur der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der islamischen Kultur einen höheren Rang einzuräumen; denn beide sind gleichermaßen aufManipulation, Versklavung, Entmündigung des Menschen angelegt. Das Problem ist zunächst auch nicht, daß die Anhänger verschiedenartiger Kulturen häufig nach außen durch verschiedenartige Hautpigmentierungen und Physiognomien erkennbar und als vermeintliche Feinde ohne Visier sind. Dieses Problem wird erst in einer späteren heißen Kulturkriegsphase virulent. Das eigentliche Problem ist, daß die Bevölkerungskreise, die in den jeweiligen religiös konditionierten Kulturen verstrickt sind, es eher vorziehen, ihre Unterschiede künstlich zu kultivieren, das heißt die Unterschiedlichkeit selbst als Kulturform zu zelebrieren, als die sie trennende und versklavende Religion hinter sich zu lassen. Diese Attitüde bedeutet aber für die Gemeinschaft ein ständiges Unruhepotential, ein Manko an Homogenität und Stabilität und ist in ihrer Entwicklung zu einer harmonischen Solidargemeinschaft ein lähmendes, retardierendes, paralysierendes Element. Zerfaserte, chaotische Gemeinschaften dieser Art werden in Zukunft zwangsläufig hinter homogenen Gemeinschaften wie Japan, China, Südkorea, Singapur zurückfallen. Dies zeigt das Verhältnis USA/Japan bereits überdeutlich.

Betrachten wir wiederum die USA als den Prototyp eines unheilvollen multikulturellen Psychogramms. Die Selbstspiegelung der verschiedenen ethnischen Gruppen nimmt dort immer groteskere Formen und Ausmaße an, und sie wird sich voraussehbar in einem Ansteigen bürgerkriegsähnlicher Unruhen, wie sie sich bereits in Los Angeles angedeutet haben, auswirken.

Paranoia, Mißtrauen, Minderwertigkeitsgefühle und vermeintliche oder tatsächliche Unterprivilegierung haben zum Beispiel unter den Schwarzen eine Bunker- und Festungsmentalität entwickelt, aus der heraus sie irgendwann den Befreiungsschlag werden führen müssen, ihrem inneren Zwang folgend. Es ist unter ihnen eine imaginäre, irreale Gegenwelt entstanden, in der die Weißen sie mit heimlicher, durchtriebener und unbarmherziger Bösartigkeit verfolgen. Sie fühlen sich als ewige Opfer der Weißen. Welcher Kompromiß ist mit einer weißen Gesellschaft möglich, die, so ihre Fixierung, ihnen nur Böses will? Welche Kommunikation kann in einer Atmosphäre von Furcht und Mißtrauen stattfinden? Paranoia teilt die Gesellschaft und verhindert das Aufkommen von Hoffnung, offener Begegnung und Ausgleich. Das Opferdenken geht so weit, daß junge Schwarze ein Mittelklasseleben mit guten Jobs, schönem Haus, konservativer Kleidung und Hochschulabschluß nur deshalb ablehnen, weil sie befürchten müssen, unter ihresgleichen sich den Vorwurf einzuhandeln, daß sie damit weiß handeln (»acting white«) beziehungsweise weiß werden (»turning white«), ein Phänomen, welches wir in Deutschland auch bei jungen Türken beobachten können, die sich unter ihresgleichen mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, deutsch zu handeln beziehungsweise deutsch zu werden.

Afroamerikanische »Gelehrte« haben in den USA ein Netzwerk von Stützpunkten etabliert, von denen aus sie Angriffe gegen europäische Geschichte und Kultur lancieren. Die Geschichte wird von ihnen auf skurrile Weise neu geschrieben, um das Gefühl schwarzer Minderwertigkeit zu kompensieren.

Der afroamerikanische Guru Asa Hilliard lehrt, daß die ägyptische Zivilisation schwarz gewesen und die Mutter der westlichen Zivilisation sei. In Hilliards Welt haben Schwarze die Geburtenkontrolle, den Stahl, die Medizin, die Wissenschaft und die Künste erfunden. Sie entdecktenAmerika, lange bevorKolumbus daran dachte. Beethoven und der Dichter Robert Browning sind in Hilliards Welt Afroeuropäer. Andere Afroamerikaner lehren, daß Cleopatra und Sokrates schwarz gewesen seien. Yosef ben-Jochanan bezichtigt in seinem Buch Africa, Mother auf Western Civilization Aristoteles, seine Ideen von den Afrikanern gestohlen zu haben.

Das alles ist natürlich barer Unsinn. Sokrates war Bürger Athens und Cleopatra wahrscheinlich mazedonischer Herkunft. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, daß die griechische Philosophie aus ägyptischen Quellen entstanden ist.

Moleti Kete Asante lehrt in seiner Gegenrealität, daß es ein einheitliches afrikanisch-kulturelles System gäbe, das alle afrikanischen Menschen umfasse. »Wir sprechen auf dieselben Rhythmen des Universums an, dieselben kosmologischen Sensibilitäten. Unser afrikanisches Sein ist unsere endgültige Realität.«

Die Realität ist, daß Afrikaner sich selbst am Sklavenhandel beteiligten, Stammeskriege führten oder dem Kannibalismus nachgingen. Andere waren Monotheisten, glaubten an mehrere Naturgötter oder gar an Geister. Es gibt kein einheitliches afrikanisches System, so wenig wie es ein einheitliches europäisches System gibt. Tatsächlich geht es auch nicht um die Wissenschaftlichkeit schwarzer Gegenrealitäten. Das Ziel ist vielmehr, die Vergangenheit nicht zu studieren, sondern sie zu manipulieren, um das Selbstwertgefühl junger Schwarzer zu erhöhen. Dabei stören alle Negativa, die völlig undemokratischen Strukturen afrikanischer Gesellschaften, Stammesmassaker, das ärmliche Los der gewöhnlichen Menschen, die in die Sklaverei verkauften Gefangenen, die Mitschuld am atlantischen Sklavenhandel, die Fortdauer von Sklaverei in Afrika, nachdem sie in Amerika längst abgeschafft war.

Militante Afroamerikaner sehen die Welt mehr denn je durch die Linse der Hautpigmentierung. Der schwarze Psychiater Francis Cress verstieg sich sogar dazu, daß Weiße deshalb nach Überlegenheit strebten, um ihre rassische Minderwertigkeit zu kompensieren, die aus ihrem genetischen Unvermögen resultiere, Melanin, das für die Hautpigmentierung verantwortlich ist, zu produzieren.

Eher noch stärkere Animositäten und Abneigungen finden sich in der multikulturellen Gesellschaft der USA zwischen Schwarzen und Asiaten (insbesondere Koreanern), Hispaniern und mosaischen Juden.

Schwarze Aktivisten riefen vor den Unruhen in Los Angeles in New York zum Boykott koreanischer Geschäfte auf (wir kennen das auch: »Kauft nicht beim Juden! «). Der Boykottführer Sonny Carson verkündete in WLIB, einem afroamerikanischen Radiosender: »Als die Juden gingen (und ihre Geschäfte an Koreaner verkauften, der Verfasser), stellten sie sicher, daß die Geschäfte an Leute verkauft wurden, die ihre Betrügereien fortführen würden.«

Im Jahre 1991 kam es in Washington, D.C., zwischen Hispaniern und Schwarzen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf ein schwarzer Polizist einen Hispanier erschoß. Die Klagen der Hispanier gegen das schwarze politische Establishment in Washington wiesen dieselbe Rhetorik auf, die Schwarze bei anderer Gelegenheit gegen Weiße verwenden.

Umgekehrt gibt es amerikanische Städte, zum Beispiel Miami, in denen die Hispanier durch Fleiß und Korruption die Schwarzen weit hinter sich gelassen haben.

Die wohl tiefsten Abneigungen gibt es zwischen Schwarzen und mosaischen Juden. Eine Karikatur, die nach einem Ausbruch jüdisch-schwarzer Gewalttätigkeiten in New York veröffentlicht wurde, veranschaulicht diese Kluft.

Der jüdische Mann sagt: »Ich bin eine Minderheit in dieser Nachbarschaft.« Der schwarze Mann antwortet: »Ich bin eine Minderheit in dieser Nachbarschaft. Und ich bin ein Opfer.« »Ich bin ein Opfer«, echot der jüdische Mann..., »und wegen meiner Religion werde ich anders angesehen.« »Wegen meiner Rasse werde ich anders angesehen,« antwortet der schwarze Mann ... « Und er fährt fort: »Und du hast keine Ahnung, wie es ist, ich zu sein.« Der jüdische Mann antwortet: »Du hast keine Ahnung, wie es ist, ich zu sein. . ., also hast du nichts mit mir gemein.« »Und du hast nichts mit mir gemein«, antwortet der Schwarze, »und deshalb hasse ich dich.« »Und ich hasse dich!« antwortet der Jude.

Im August 1991 tötete in New York ein mosaischer Jude mit seinem Fahrzeug ein schwarzes Kind und verletzte ein anderes schwer. Innerhalb von Stunden stach eine Gruppe schwarzer Teenager einen jungen mosaischen Juden als Rache zu Tode, worauf die New York Times bemerkte: »Für beide Gruppen wurden die Umstände, die den Unfall umgaben, zu einer Metapher für ihr Opferdasein.«

Obwohl sie dieselben Straßen Brooklyns benutzen, dieselben städtischen Herausforderungen zu bestehen haben und ihnen ähnliche soziale Schranken auferlegt sind, bestehen zwischen ihnen gegenseitiges Mißtrauen und gegenseitiger Haß. In Unkenntnis, daß sie eine historische Tragödie nachlebten, schrien schwarze Jugendliche: »Heil Hitler!« zu den Juden, die ihrerseits den Zorn der Schwarzen als eine Wiederholung des Holocausts und europäischer Pogrome ansahen. Die Schwarzen wiederum beschwerten sich über die Abgesondertheit der Juden und ihre besonderen Privilegien.

Kommt uns das nicht alles bekannt vor?

Multikulturismus führt nicht zum Schmelztiegel, sondern zur künstlichen Kultivierung des Andersseins. Je mehr ethnische Gruppen und Minoritäten, desto mehr eingebildete oder tatsächliche Opfer, desto mehr Frontenbildungen.

In Studentenquartieren amerikanischer Universitäten hatten sich Studenten in afrikanischen, asiatischen, hispanischen, jüdischen und ausländischen Häusern voneinander abgesondert. Die Gruppen begannen sehr bald, sich darüber zu streiten, welche Gruppe unter ihnen die größten Opfer erleide, anstatt Prinzipien wie Gerechtigkeit und Gleichheit zu diskutieren.

Der Schritt vom verletzten Opfer zur Anmaßung gesellschaftlicher Vorrechte oder gar eines Notwehrrechts auf Generalpardon ist offensichtlich nicht sehr weit.

In Milwaukee hat ein schwarzer Kommunalpolitiker eine Black-Panther-Miliz formiert und verkündete in der Sendung »60 Minutes«: »Kein schwarzer Mann in Amerika sollte physisch oder moralisch für irgend etwas verantwortlich gemacht werden, was er in den Vereinigten Staaten tut... Ich kann verstehen, warum ein schwarzer Mann in eines dieser Einkaufszentren (»malls«) marschiert und dort beginnt, Leute zu töten. Das ist Krieg, Mann, wenn alle diese Leute sich gegen dich verschwört haben.«

Die meisten Bürgerkriege fangen »klein« an.

Multikulturismus ist eine Reaktion von Minderheitengruppen gegen eine vorherrschende, etablierte Kultur. Multikulturismus führt nicht zu einer homogenen Einebnung ethnischer Konflikte, sondern prononeciert vorhandene oder vermeintliche Unterschiede, führt zur ethnischen Abgrenzung dieser Gruppen, nicht zu deren Verschmelzung, zur Atomisierung der Gesellschaft, nicht zum Pluralismus.

Schon gibt es in Deutschland erste höchstinstanzliche Urteile des Bundesverwaltungsgerichts, daß zum Beispiel Mädchen, die im islamischen Glauben erzogen werden, nicht am normalen Schwimm- oder Sportunterricht teilnehmen müssen. Urteile dieser Art sind der Einstieg in eine Gesellschaft der Sonderrechte, in der jede Gruppe das Maß der Sonderrechte konkurrierender anderer Gruppen neidisch verfolgt und gegebenenfalls bekämpft. Sie ebnen den Weg in die disharmonische, inhomogene, chaotische, dahinsiechende Gesellschaft ständig im Streit liegender Gruppenegoismen und sind das fatale, reaktionäre Hindernis auf dem Weg von der schlechten zur guten Freiheit.

Mit dem freien, grenzenlosen Zugang der Mafia zum deutschen Markt (siehe Seite 45 ff. ) erfolgt zum Beispiel eine stetige »Italienisierung« Deutschlands. Hinzukommt eine »Orientalisierung« der Sitten und Gebräuche. Ein typisches Beispiel dafür ist die Abschaffung des Rabattgesetzes. Mit dieser Maßnahme wird Deutschland allmählich zu einem orientalischen Basar umfunktioniert werden. Feilschen, für viele abendländische Deutsche eine Horrorvorstellung, wird nicht nur gesellschaftsfähig, es wird auch zu einem wirtschaftlichen Zwang werden, um ständigen Übervorteilungen zu entgehen. Die vielen aber, denen dieses Verhalten zutiefst zuwider ist, die älteren, die weder Preisvergleiche anstellen können, noch mit windigen türkischen Gemüsehändlern feilschen wollen, werden das Nachsehen haben.

Cui bono? Wem nützt dies alles? Denen, die an einer Destabilisierung der Gesellschaft ein Interesse haben, deren dubiose Geschäfte in einer atomisierten, mit sich selbst im Streite liegenden Gesellschaft erst richtig zu blühen beginnen, die allgemein eine Gesellschaft von Sonderrechten anstreben, die die Forderung nach Minderheiten-Sonderrechten als Mittel dafür benutzen, Sonderrechte für Homos, Lesben, Kinderschänder oder Gummibärchen durchzusetzen.

Wer sind die exponierten Protagonisten einer multikulturellen Gesellschaft? Die mosaischen Juden Daniel CohnBendit und Burkhard Hirsch gehören dazu; sie scheinen schon aufgrund ihrer Provenienz multikulturell eingestellt zu sein. Dazu gehören auch Heiner Geißler und Rita Süssmuth (beide CDU). Schließlich Peter Glotz (SPD), der zur Toskanafraktion seiner Partei gehört und sich in diese Toskana zurückzieht, weil er dort nach eigenen Worten von Deutschem und Deutschen kaum gestört wird.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bemerkte zu diesen Protagonisten: »Noch immer gilt als unverbesserlicher Chauvinist und Kleingeist, wer vor den möglichen Gefahren (der multikulturellen Gesellschaft, der Verfasser) warnt. Es scheint schon schwer genug zu sein, mit den gegenwärtig herrschenden Verhältnissen zurecht zu kommen. Wer die ›völkerverbindene Utopie‹ will, wird, so ist zu befürchten, mit dem alltäglichen Völkerhaß leben müssen.«

Mölln und Solingen sind in Vielvölkerstaaten der Alltag. Aber das verschweigt die Viererbande geflissentlich. Cui bono? Gewiß nicht uns, den Deutschen!

Zu einem Zeitpunkt, da feststeht, daß die Zukunft homogenen, nach hegelschen Prinzipien organisierten Gemeinschaften gehören wird (siehe Seite 138 ff.), praktiziert die Viererbande, in dieser kardinalen Problematik einmal mehr das Votum des deutschen Volkes nicht eingeholt habend, die Atomisierung des Staates durch die Betonung von Minderheitenrechten. Die sogenannte Verfassungskommission verständigte sich darauf, in das Bonner Grundgesetz als Artikel 20 b die reaktionäre Staatszielbestimmung aufzunehmen, daß der Staat »die Identität der ethnischen, kulturellen und sprachlichen Minderheiten« achtet.

Vordergründig scheint diese Maßnahme wohlgefällig zu sein, entspricht sie doch dem, was manche in ihrer bequemen Denkart als »human« bezeichnen würden. Was geschieht wirklich? Es ist das konfliktscheue, bequeme Nachgeben gegenüber Sonderinteressen. Bequemlichkeit aber ist eine besonders subtile Art korrupten Verhaltens oder Unterlassens. Tatsächlich ist es das falsche gesetzliche Signal zur völlig falschen Zeit, weil es gerade gegen die Bildung einer überlebensfähigen, homogenen Gemeinschaft gerichtet ist. Nicht nur wird die Atomisierung des deutschen Volkes legalisiert, das »Jeder gegen jeden«, sondern vor allem werden bereits vorhandene Identitäten fremder Minderheiten gestärkt, bevor sich eine gemeinsame deutsche Identität überhaupt hat bilden können. Existierende Identitäten fremder, stark anwachsender Minderheiten wirken hinsichtlich des Entstehens einer deutschen Identität hindernd. Parallel dazu betreibt die Viererbande ohne Zustimmung des deutschen Volkes die allmähliche Liquidation der neu entstandenen Nation durch deren Einverleibung in die EU. Es darf in Deutschland keine reaktionäre Renaissance ethnischen Denkens geben. Minderheitenschutz hat eben nicht nur den »menschenrechtlichen« Ansatz, was immer »Menschenrechte« überhaupt sind, sondern wird erfahrungsgemäß in der Regel gruppenrechtlich begründet. Der gruppenrechtliche Ansatz zielt auf die Bewahrung ethnischer, sprachlicher und sonstiger Eigenschaften einer Minderheit, die vom Staat, zum Beispiel durch die Einräumung einer Sonderstellung, garantiert werden soll. Das wiederum lädt ein, so der Experte für Minderheitenrechte, Hans Alexy, »den Begriff des Staatsvolkes ethnisch aufzuladen in Mehrheit und Minderheit, in Deutsche hier und Türken dort«. In den USA sind die staatlichen Arbeitsplätze ethnisch quotiert. Ein solches Denken verfestigt erfahrungsgemäß die Grenzen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und wirkt gegen das Staatsziel Integration bzw. Assimilation; denn Lebenschancen werden nach ethnischen Kriterien ausgeformt und in nicht endenden Gruppenauseinandersetzungen neidisch gegeneinander aufgerechnet - das Vorstadium jedes Bürgerkriegs.

Manche führen an, Integration benötige Zeit und Geduld. Eine »Zwangs«homogenisierung oder »Zwangs«assimilation (an ihren Worten sollt Ihr sie erkennen!) sei abzulehnen. Wo leben diese Traumtänzer eigentlich? Die demographische, ökologische und ökonomische Zeitschere gewährt uns nicht mehr den Luxus von Zeit, falls nicht Deutschland als Ganzes im Orkus verschwinden soll. Darum aber scheint es der Viererbande gerade zu gehen, jedenfalls stellt sich ihr Handeln vordergründig so dar. Oder hat sie etwa »second thoughts«, eine »reservatio mentalis«? Ist der Art. 20 b-Coup in Wirklichkeit nur eine verdeckte Art tiefster Fürsorge für das deutsche Volk, kalkulierend, daß dieses Volk unter Fortschreibung demographischer Inlandsentwicklung und in Anbetracht explosionsartig ansteigenden Migrationsdrucks von außen (siehe Seite 91 ff.) bald Minderheit im eigenen Land sein wird? Soll hier der zukünftigen deutschen Minderheit möglicherweise schon heute ein letztes Reservat, eine letzte institutionelle Zufluchtsstätte geschaffen werden? Haben wir alle das Treiben der Viererbande völlig falsch eingeschätzt? Ist ihr das Prinzip der Fürsorge für ihr eigenes Volk doch nicht völlig unbekannt? Wenn dem so ist, dann gäbe es freilich effizientere Möglichkeiten, diese Fürsorge auszuüben.


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