Zurück in die Zukunft

Quo vadis, Germania? Deutschland, wohin führt Dein Weg?

Mit dem herrschenden System von libertärer Lobbykratie und der Farce eines Rechtsstaates wird Deutschland seine Zukunft vollends verspielen. Der Werteverfall wird sich bis zur endgültigen Liquidation Deutschlands noch beschleunigen; die Viererbande wird die liquidierte Nation dem unregierbaren Moloch Europäische Union schlachtreif und widerstandslos ausliefern.

»Das Volk ist frei geboren, ist frei und liegt doch überall in Ketten«, heißt es in der Einleitung von Jean-Jacques Rousseaus Contrat social. Seitdem hat sich hinsichtlich des Selbstbestimmungsrechts des Volkes de facto nur Unwesentliches geändert. Der Allmachtsanspruch der absoluten Monarchie wurde ersetzt durch das Omnipotenzinteresse der volksfernen Viererbande. C'est tout, plus ou moins.

Der Weg aus dem gegenwärtigen Jammertal führt zurück zu Kant und Hegel und mit ihnen in die Zukunft; das Programm heißt Rationalismus, Realismus und Pragmatismus. Es heißt: »Back to the roots!«

Von Kant lernen heißt zu akzeptieren, daß metaphysische Erkenntnisse für die Ratio unmöglich sind. Die Deutschen müssen endlich ihre Ängste und damit ihre latente Abhängigkeit von metaphysischen Heilslehren jedweder Art besiegen, um nicht länger manipulierbar zu sein. Angst macht angreifbar; Furchtlosigkeit immun.

Solange Deutschland darüber hinaus nicht seine Identität gefunden hat, wird es ein ständiger Fremdkörper, ein ständiger Unruheherd im Herzen Europas sein. Erst die gefundene Identität wird die Deutschen frei machen, in gelassener Souveränität mit ihren europäischen Nachbarn in Frieden zu leben, sie zu achten, wie das deutsche Volk dann endlich gelernt haben wird, sich selbst zu achten, sich selbst zu mögen. Der Weg zum anderen, dies gilt für das Individuum wie für die Nation, führt über die bessere Kenntnis seiner selbst und seiner Wurzeln. Die den Deutschen aufoktroyierte christlich-jüdische Religion hat seit jeher die Wurzeln der Deutschen verschüttet und eine Selbstfindung der Deutschen damit vereitelt. Die aber, die den Deutschen diese Selbstfindung heute weiter versagen und sie zusätzlich in ein neues Zwangskorsett namens Europäische Union à la Maastricht zwingen wollen, werden ernten, was sie gesät haben: No future, keine Zukunft, weder für uns noch für Europa, unseren alten Kontinent.

Die Hinwendung zum Rationalismus, dies lehrt uns Hegel, ist notwendig verknüpft mit Skeptizismus, mit der permanenten Infragestellung von Religionen, Ersatzreligionen (Ideologien) und allen Institutionen, die sich der praktischen Vernunft entziehen. Skeptizismus ist die ständige Revolte gegen die Verkalkung der Gehirne und die Manipulierbarmachung des Menschen; denn erst der nichtmanipulierte Mensch ist wirklich Mensch. Skeptizismus ist das eigentliche Wesensmerkmal der Aufklärung. Skeptizismus ist die Revolte gegen das, was gemeinhin als »gesunder Menschenverstand«, i. e. die »Leer«formel für Denk- und Argumentationsdefizite, vorgeschoben wird.

Die hegelsche Alternative bedeutet:

Die »repräsentative« Demokratie à la Bonn ist keine wirkliche Demokratie, sondern führt im Ergebnis zu einer von Partikularinteressen gesteuerten Lobbykratie. Die Benennung dieses Systems als »Demokratie« ist purer neusprachlicher Etikettenschwindel (siehe S. 161 f). Der Einfluß des einzelnen Volkssubjekts auf die Inhalte konkreter Politik ist in einer repräsentativen Parteien»demokratie« à la Bonn äußerst gering. Verantwortlich dafür ist das sogenannte Ostrogorski-Paradoxon, das heißt die ausschließliche Wählbarkeit von programmatischen Gesamtpaketen in Form von Parteien. Dies führt dazu, daß der einzelne stets nur das vermeintlich geringere Parteiübel wählen kann, obwohl er viele Aussagen dieses Übels nicht teilt, er sich letztlich aber dennoch für diese Partei entscheidet, weil aus seiner Sicht eine andere Partei noch weniger positive Programmpunkte aufweist. Es erfolgt letztlich eine programmatische Negativauslese statt einer selbstbestimmten, positiven Mitwirkung an einer Sachentscheidung.

Beispiel: Für viele CDU-Wähler ist die EU-Mitgliedschaft Deutschlands völlig unannehmbar, dennoch sind sie, um überhaupt mitzuwirken, gezwungen, diese Partei zu wählen, weil einerseits die SPD dieselbe EU-Politik verfolgt, andererseits unter ihren Brandt-Enkeln noch eher dazu tendiert, den Rechtsstaat libertär verkommen zu lassen. Besonders eklatant ist das Demokratiedefizit, wenn sich die herrschenden Parteien zu programmatischen Kartellabsprachen in essentiellen Politikbereichen gegen die Volksmeinung verbünden, wie dies nach allen Umfragen für die EU-Mitgliedschaft und die Höhe des Anteils von Ausländern bestimmter ethnischer Provenienz der Fall ist. In diesem Fall ist die Entmachtung des Volkes, seine Ohnmächtigkeit, total; denn neue mehrheitsfähige Alternativparteien lassen sich in Deutschland nicht über Nacht aus dem Boden stampfen.

In einer unmittelbaren Demokratie werden die Parteien endlich ihren bisher vernachlässigten Verfassungsauftrag, an der politischen Willensbildung mitzuwirken, erfüllen können. In Vorbereitung auf Plebiszite, die in der modernen, total vernetzten Informationsgesellschaft problemloser denn je zu realisieren sind (zum Beispiel wie bei Btx mittels PIN und TAN), können die Parteien die zur Entscheidung anstehenden Sachthemen mit den Bürgern diskutieren. Ihnen wird also vor allem die Funktion von Moderatoren verbleiben. Hat das Volk, der Souverän des Gemeinwesens Deutschland, einmal entschieden, sind seine Sachentscheidungen streng nach dem Legalitätsprinzip durchzusetzen. Unabhängige Gerichte, modern und effizient organisiert, sowie starke Polizeien haben die Durchsetzung des Volkswillens zu vollziehen. Ein Katalog essentieller Sachthemen und -gebiete, zu denen das Volk obligatorisch per Volksentscheid direkt zu befragen ist, bekäme, ähnlich wie Artikel 29 Grundgesetz, Verfassungsrang. Andere Themen minderer Bedeutung könnten von den in Mehrheitswahlen direkt gewählten Abgeordneten selbst entschieden werden; der unmoralische Fraktionszwang wäre gesetzlich abgeschafft. Das Mehrheitswahlrecht würde bewirken, daß die Abgeordneten von den Parteien unabhängiger werden. Der Wähler hätte andererseits die direkte Möglichkeit, den Abgeordneten mit seiner Stimme zu belohnen oder durch Stimmentzug zu bestrafen. Starke Persönlichkeiten würden so gefördert werden, statt parteitaktisches, opportunistisches, intrigantes, subalternes Statisten- und Hinterbänklertum über anonyme Listenwahlen zu belohnen oder, wie Helmut Schmidt zur heutigen Situation feststellt, daß »eine kleine Schicht von Leuten, ergänzt um ein paar wenige andere Funktionäre, die Listenplätze untereinander selbst auskungelt und niemand sonst darauf Einfluß hat«.

In den Plebisziten hätte das Volk, um nur wenige aktuelle Problemfälle aufzugreifen, zum Beispiel zu entscheiden, ob es eigene Souveränitätsrechte an Drittinstitutionen, zum Beispiel an die EU, NATO oder die UNO abtreten oder welche Ausländer es unter dem deutschen Dach als Dauergäste dulden will und welche nicht. Dadurch würde sich im übrigen erweisen, daß die Deutschen nicht generell ausländerfeindlich sind; den ewigen Hetzern, die das deutsche Volk als ausländerfeindlich bezeichnen, würde der Wind sehr schnell aus den Segeln genommen werden. Sollte das deutsche Volk in den entsprechenden Plebisziten bestimmen, daß Angehörige bestimmter Völker und Kulturen wieder in ihre Heimatländer zurückverbracht werden müssen, um die Homogenität des Gemeinwesens Deutschland zu stabilisieren, würde sich die Kostenfrage stellen. Da es, anders als Richard von Weizsäcker in grober Verfälschung historischer Tatsachen behauptete, nicht die Deutschen als Volk, sondern allenfalls deutsche Unternehmen waren, die Türken, Italiener und Jugoslawen etc. als billige Arbeitskräfte nach Deutschland holten, wären diese auch an den immensen Rückführungskosten nach dem Verursachungsprinzip zu beteiligen. Nach dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip sollten sie dafür tunlichst schon heute Rückstellungen bilden.

Das Volk hätte aber auch zum Beispiel zu entscheiden, ob deutsche Truppen deutsches Gebiet verlassen dürfen, wie jüngst in Somalia, oder eine reine Verteidigungsarmee sind.

In einem hegelschen Staatswesen

Staaten, die den hegelschen Prinzipien heute wenigstens in Ansätzen folgen, werden in Kürze die erfolgreichsten weltweit sein: Singapur, Japan, Südkorea, China. In ihnen wird die libertäre, anonyme »Gesellschaft« durch die »Gemeinschaft« (japanisch: Nihonjinrou) ersetzt, ein System vertrauter, organischer, homogener Solidarbeziehungen. Die Mitverantwortung wird dadurch gestärkt werden. Entscheidungsprozesse werden nicht nur von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben verlaufen. Sie werden auf dem Weg fachlicher, technologischer Expertisen herbeigeführt; machiavellistische Politranküne wird nicht mehr gefragt sein.

Unternehmen und Gewerkschaften haben sich am Wohl der Gemeinschaft zu orientieren.

Das Recht auf Streik darf im übergeordneten Interesse des Staates nur die absolute »ultima ratio« sein.

Gewerkschaften, die durch eine von der Entwicklung auf den Weltmärkten abgekoppelte Lohnpolitik für ein Millionenheer von Arbeitslosen mitverantwortlich wurden, sind nicht tolerabel. Ein überdimensionales Heer ideologisch indoktrinierter, unproduktiver, innovationsfeindlicher Funktionäre sitzt sich heute in einer viel zu großen Anzahl von Gewerkschaften die Arsche platt, rülpst von Zeit zu Zeit einige ideologische Sprechblasen heraus und verfällt dann wieder in ihren Tiefschlaf, während draußen die von ihnen mitproduzierte Arbeitslosenschar schon wieder nach der starken Hand ruft, die den Augiasstall ausmisten soll. Die verfetteten, von dem Wohl des Ganzen abgekoppelten Gewerkschaften lähmen notwendige volkswirtschaftliche Anpassungen, begünstigen die Perpetuierung inhomogener Strukturen und Verhältnisse und lassen so Deutschland im Wettbewerb mit den homogenen Gemeinschaften Südostasiens immer weiter zurückfallen.

In einem nach hegelschen Prinzipien geformten Staatswesen gäbe es nur noch eine streng demokratisch organisierte Einheitsgewerkschaft mit verschiedenen Fachabteilungen; denn die Aufsplitterung der Gewerkschaftsbewegung führt zu volkswirtschaftlich unvertretbaren Belastungen, Reibungsverlusten und, wie sich gezeigt hat, zu kaum kontrollierbarer Korruption. Ein Beispiel für die oft gemeinschaftsschädliche Wirkung von Kleingewerkschaften spielt unter ihrem Vorsitzenden Hermann Lutz die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Lutz sabotiert aktuell den vernünftigen Vorschlag des Bundestagsabgeordneten Johannes Gerster (CDU), Wehrpfliehtige in der heillos unterbesetzten Polizei (Personalbedarf

ca. 80 000) einzusetzen, obwohl nach inoffiziellen Quellen bereits heute ca. 2 000 000 Straftaten nicht mehr bearbeitet werden können und die Aufklärungsquote im Jahre 1992 auf 42,3 % gesunken ist.

Die Bundesbank, die durch überzogene Hochzinspolitik Arbeitsplätze vernichtet und dadurch mitverantwortlich ist, daß diese in Niedrigzinsländer exportiert werden, wird bei aller Unabhängigkeit dem Gemeinwohl verpflichtet sein.

In Deutschland wurde der Sozialstaatsgedanke pervertiert. Kinderreiche Familien, deren Alleinverdiener einer unteren Lohngruppe angehört, stehen sich nicht besser als entsprechende Familien, die nur von Sozialhilfe leben. Clintons Vorschlag, die Sozialhilfe zeitlich zu begrenzen und sie an die Bereitschaft zu koppeln, sich intensiven staatlichen Weiterbildungsprogrammen zu unterziehen, könnte weiterführen. Sozialhilfe muß Hilfe zur Selbsthilfe werden und darf nicht länger ein Lebensstil sein. Die soziale Sicherung individueller Notlagen ist prädominant. Nur derjenige kann Solidarität von der Gemeinschaft erwarten, der sich ihr gegenüber auch solidarisch verhält.

Die westliche Doktrin, die größeren Konsum als Zweck ökonomischer Aktivitäten versteht (Adam Smith, David Ricardo) ist überholt; Zweck muß vielmehr sein, weltweit wirtschaftlich vorn zu sein, um, mit Josef Schumpeter zu sprechen, die neueste Technologie, die besten Rohstoffquellen und die effizientesten Organisationsstrukturen im Kampf auf den Weltmärkten anbieten zu können. Dieser Kampf kann nur erfolgreich bestanden werden, wenn die Gemeinschaft (Nation oder Unternehmen) in sich homogen und mit einer gefestigten Identität (unternehmensbezogen: Corporate Identity) versehen ist. Aus der Europäischen Union, dies ist Fakt, wird nie eine homogene Einheit werden können, zu groß sind die Interessengegensätze.

Die Thesen Schumpeters stehen zugleich im Widerspruch zum Menschenbild des Adam Smith, der das Eigennutzprinzip möglichst ungezügelt walten lassen wollte. »Laissez faire, laissez passez, le monde va de lui-même«. Was endgültig passé ist, sind die Thesen von Smith, die den Kern der liberalen Wirtschaftstheorie immer noch bilden. Der ungezügelte homo oeconomicus kennt keine Natur, keine Gemeinschaft und keine Kultur, nur sein Gewinnstreben. Sein Eigennutzinteresse trifft sich nur zufällig mit dem Gemeinschaftsinteresse, so wie sich das Interesse der verfilzten Viererbande nur zufällig mit dem Interesse des deutschen Volkes trifft.

Wir werden begreifen müssen, daß die Nation selbst ein Großunternehmen ist. Das Großunternehmen Nation und die Subunternehmen bzw. ihre Kopfstellen (Verbände) sind optimal aufeinander einzustimmen, zum Wohle aller. Wir nennen diese Abstimmung heute neudeutsch »social engineering«. Das Großunternehmen Nation ist quasi eine Familie, die Familie ist unter Vermittlung solidarischer Werte und in skeptischer, wenngleich tolerierender Distanz zu entmündigenden Kräften metaphysischer Provenienz fürsorglich zu führen.

Unternehmen können im Wettbewerb mit ausländischer Konkurrenz eine solidarische Unterstützung der Gemeinschaft erwarten. Unternehmen, deren führende »Nieten in Nadelstreifen«, statt rechtzeitige innovative Produktanpassungen an die Weltmärkte vorgenommen zu haben, Entlassungen vornehmen, werden diese solidarische Unterstützung wieder verlieren.

Die libertäre Gesellschaft produziert nur so gut wie nötig, die hegelschen Prinzipien folgende Gemeinschaft so gut wie môglich. C'est la différence.

Industriepolitik der Unternehmen ist nationale Industriepolitik; nationale Industriepolitik hat sich mit den Interessen der Unternehmen, weltweit Spitzenpositionen im Interesse aller zu erobern, zu identifizieren und sie auf dem Weg dahin in jeder Hinsicht zu fördern und zu begleiten. Der Staat hat dafür Sorge zu tragen, daß Forschung und Entwicklung (F + E) der Unternehmen durch Subventionen vorrangig gefördert werden. (Zum Vergleich: Die homogene Gemeinschaft Japans investiert nach einem Bericht der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco), der Anfang Februar 1994 herausgegeben wurde, pro Jahr DM 1225.- je Einwohner in die Forschung, die libertären Gesellschaften der EU dagegen nur DM 525.-).

Es ist eine enge organisatorische Verknüpfung zwischen Universitäten und Unternehmen herzustellen. Universitäten haben elitaristischen Prinzipien zu folgen, damit Unternehmen die von ihnen dringend gebrauchten Eliten tatsächlich im Inland rekrutieren können. Auch die Schulen wären streng nach elitären Gesichtspunkten umzuorganisieren; die Gesamtschule würde wieder abgeschafft. Selbst Clinton hat die Notwendigkeit einer solchen Politik inzwischen anerkannt. »Industriepolitik« ist kein Schimpfwort mehr. Zum erstenmal in der Geschichte der USA fördert die US-Regierung die enge Kooperation zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor. Sie dient erklärtermaßen dem alleinigen Zweck, die wirtschaftliche und technische Vorherrschaft der amerikanischen Industrie in möglichst vielen Produktionszweigen zu sichern.

Energiepreise und Kredite für Unternehmen wären, wie in Japan, zu subventionieren. Gleiches gilt für Preise, falls dies erforderlich ist, um weltweit in neue Märkte einzudringen, und bilaterale bzw. multilaterale Verträge (zum Beispiel GATT) nicht entgegenstehen.

Die deutsche GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) wäre zum Beispiel entsprechend der japanischen Miti, die seinerzeit den Wechsel der japanischen Wirtschaft von der Schwerindustrie zur Elektronikindustrie vorbereitete und organisierte, völlig neu auszurichten; sie wäre eine der Speerspitzen im marktwirtschaftliehen Wettstreit um die Weltmärkte, nicht mehr Technologie-Austausch, sondern Sicherung bzw. Wiedererlangung eines deutschen Technologie-Vorsprunges wäre ihr neuer Auftrag. Zugleich wäre sie ein ökonomischer Abschirmdienst, um so für Deutschland ein Höchstmaß an autarken Positionen zu sichern. Dies ist dringend erforderlich, denn die weltweite ökonomische Verflechtung und Spionage entziehen den einzelnen Regierungen immer mehr die Kontrolle über die Wirtschaft und untergraben die Souveränität der Staaten. Supranationale Konzerne entscheiden unabhängig von nationalen Interessen über Investitionen und Kapitalflüsse. Dies erzwingt zwangsläufig einen Konkurrenzkampf zwischen den Industrieländern, in dem für Sozial- und Umweltpolitik immer weniger Spielraum bleibt. Ein wachsender Teil der Bevölkerung wird inmitten des Reichtums vieler Weniger verarmen, wenn die Nationen sich nicht frühzeitig ein Höchstmaß autarker Positionen erobern. Ohne einen gesunden »Samurai-Instinkt« wird dies mißlingen.

Rechnungshöfe würden in einem nach hegelschen Prinzipien geführten Gemeinwesen nicht nur feststellen, sie würden weitreichende Sanktionsbefugnisse erhalten.

In einer nach hegelschen Prinzipien organisierten Gemeinschaft sind die Gerichte wirklich unabhängig, und zwar bis hoch zum Verfassungsgericht. Der Skandal, daß Verfassungsrichter heute durch eine widerwärtige Kungelei der Viererbande in ihre Positionen gelangen, und zwar primär aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Partei der Viererbande und nicht aufgrund ihrer fachlichen Qualifikationen, wird der Vergangenheit angehören. Heute ist für ein Richteramt am Bundesverfassungsgericht die Mitgliedschaft zu einer Partei der Viererbande fast ein Muß. Dabei landen oft extreme, vom Volk völlig abgehobene oder fachlich unterqualifizierte Protagonisten politischer Positionen auf dem Richterstuhl. Herta Däubler-Gmelin (SPD), eine nach ihren Examensergebnissen allenfalls durchschnittliche Juristin, war eine solche Kandidatin. Kaum verheißungsvoller ist Jutta Limbach (SPD), die allen Ernstes dafür eintritt, Ausländer in den Polizeidienst aufzunehmen, eine Meinung, die sie zum Beispiel in den USA eher in die psychiatrische Behandlung, kaum aber auf den Richterstuhl des höchsten Gerichts befördern würde. Auch hier ist deshalb zu fordern, daß wenigstens gehobene Richterämter (ab Landgerichtspräsident aufwärts) nicht mit Parteigängern besetzt werden dürfen und nur die fachliche Qualifikation, ausgewiesen durch eine langjährige Tätigkeit an Gerichten (nicht in Parteien), über deren Besetzung entscheidet. Parteibuchwirtschaft wäre allgemein geächtet.

»Parteipolitische Ämterpatronage führt zu einer allmählichen Zersetzung der Verwaltung, der Rechtsprechung und der Wissenschaft, und - wegen der Dominanz des parteipolitischen Machtkalküls - allmählich auch zu einer Zurückdrängung sach- und richtungsorientierten, kreativen und innovativen Denkens in diesen Bereichen«, so zutreffend Hans Herbert von Arnim in Demokratie ohne Volk.

Gleichzeitig werden die Besten des Volkes demotiviert, desillusioniert und an die Seite gedrängt. Die, die eigentlich unser Volk in bessere Zeiten führen müßten, bleiben am Rande, während die Mittelmäßigkeit, moderat ausgedrückt, regiert. Ämterpatronage aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Partei ist zutiefst leistungsfeindlich und verstößt gegen Artikel 33 Grundgesetz, wonach öffentliche Ämter nur nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung besetzt werden dürfen. Parteibuchwirtschaft führt zur künstlichen Aufblähung der Verwaltungen und damit zur Verletzung des Wirtschaftlichkeitsgebots, dessen Einhaltung durch die Rechnungshöfe zu kontrollieren ist. Sie führt auch zur Verletzung des Prinzips der Unparteilichkeit und Neutralität von Verwaltungen, das für demokratisch organisierte Gemeinwesen von überragender Bedeutung ist. Umgekehrt ist die Existenz von Parteibuchwirtschaft ein Indiz dafür, daß das Demokratieprinzip in einem Staatswesen nicht existiert oder verletzt wird.

Die faktische Einführung des Gewaltenteilungsprinzips wäre eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme. Dazu müßte mit Artikel 137 Grundgesetz endlich Ernst gemacht werden und das passive Wahlrecht von Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes drastisch eingeschränkt werden.

Spitzenbeamte dürfen keiner Partei angehören. Gleiches gilt für Spitzenpositionen in öffentlich-rechtlichen Medien (ARD, ZDF).

Die Legislative muß von reinen Berufspolitikern gesäubert werden. Unabdingbar für ein Abgeordnetenmandat muß sein, daß ein Parlamentarier bereits in einem zivilen Beruf Erfahrung gesammelt und sich dort bewährt hat. Dies verschafft ihm die nötige sachlich-fachliche, oft auch finanzielle Unabhängigkeit und Souveränität.

Das passive Wahlrecht für dasselbe Parlament ist auf zwei Legislaturperioden zu begrenzen. Die Begrenzung der Anzahl der Wahlperioden führt zu einer ständigen Auffrischung der Parlamente und beugt Verkalkung und Verfilzung vor.

In einer nach hegelschen Prinzipien organisierten Gemeinschaft kommen die Helden und Stars nicht aus dem Showgeschäft, sondern sind Forscher und Erfinder. Ihre Leistungen würden ähnlich den Nobelpreisen jährlich prämiert werden. Statt einem Showwert würde der Sport wieder zu einem Erziehungswert werden.

Singapur hat Vollbeschäftigung, politische Stabilität, Prosperität, kaum Kriminalität, keine Pornographie, keine Drogen und vor allem keine Korruption. Drogendealer werden in Singapur hingerichtet, nicht »resozialisiert«, das heißt wieder auf die Jugend des Landes, ihre zukünftigen Opfer, losgelassen. »Amnesty International« sieht in der Hinrichtung generell eine Verletzung der »Menschenrechte«, was immer diese sind, betrachtet man zum Beispiel die heuchlerische »Menschenrechts«politik der USA, der Gesellschaft, in der der Mensch zu einem »Dollar-Bimbo«, zu einem Zuordnungs»objekt« des Dollars geworden ist. Aber was ist eigentlich mit den Lebensrechten der Drogentoten auf Abruf? Die Todesstrafe ist in der Tat eine grausame Strafe, aber ist sie deshalb im Einzelfall notwendigerweise ungerecht? Kann eine Strafe, wenn sie gerecht ist, überhaupt gegen »Menschenrechte« verstoßen, trifft doch der Strafausspruch einen Täter, der durch seine Tat sämtliche »Menschenrechte« gerechterweise verwirkt hat. Und, wenn dies zutreffend ist, wie ist dann die Haltung von »Amnesty International« zu qualifizieren? Ist eine Gesinnung, die gegen das Gerechtigkeitsprinzip verstößt, nicht zutiefst reaktionär, weil sie objektiv gegen die Gemeinschaft als Ganzes gerichtet ist? Und schließlich, ist ein Staat, der bestimmte gerechte Strafen tabuisiert und dadurch ungerecht handelt, überhaupt ein Rechtsstaat?

In Singapur herrscht ein striktes Ethos von Rechtschaffenheit, nicht, wie in christlich-jüdisch geprägten Staaten, das Ethos des Eigennutzes, der Habgier und der Korruption.

Der kleine Tiger Singapur lacht über die libertäre «Affenkomödie« (Büchner) und übt sich in der Disziplin des beharrlichen Tuns. Angewidert von dem moralischen Verfall der libertären Welt, lebt man in der Tradition der Lehren von Konfuzius, der bereits ähnlich wie Freud warnte, daß die Scham das Rückgrat jeder Zivilisation sei.

Der kleine Tiger hat gut lachen, während das deutsche Volk im Sumpf libertärer Schamlosigkeit und Heuchelei versinkt. Schamlos wird der Nächste ausgeplündert, betrogen und vernichtet, schamlos werden schon Kinder gezielt dem konsumterroristischen Materialismus ausgesetzt, schamlos werden die Ostdeutschen durch westdeutsche Glücksritter und Goldgräber beraubt und gedemütigt, als seien sie die Besiegten und nicht die Geschlagenen, als sei der westdeutsche libertäre Abschaum die Invasion der Sieger und nicht die der Ratten. Keine Worte werden vergessen machen können, was unseren ostdeutsehen Landsleuten angetan wurde, die, soweit sie nicht zu den vielen Krauses gehören, noch Jahrzehnte mit diesem Trauma libertärer Plünderungswirtschaft werden leben müssen, kaum daß sie Zeit hatten, sich von der planmaßigen Ausbeutung durch die »Sozialistische Einheitspartei Deutschlands« zu regenerieren.

Die Zukunft wird ökologisch-marktwirtschaftlichen, autoritär-rechtsstaatlichen und national-solidarischen Gemeinschaften gehören, wobei die fortschrittlichsten unter ihnen darüber hinaus direkte Demokratien aufweisen werden.

Libertäre Gesellschaften à la Bonn werden immer weiter zurückfallen.

Zum Vergleich: In den Jahren 1990-1993 betrug das Wirtschaftswachstum in China 44%, Thailand 38 %, Südkorea 30 %, Indonesien 28 % und Taiwan 27 %, während es in den westlichen Industrieländern nur 6 %, in der EU sogar nur 5 % war. Libertäre Gesellschaften (sogenannte »Mac-Jobs-Gesellschaften«) werden sich für eine gewisse Zeit noch als Dienstleistungsgesellschaften halten können, während zukunftsträchtige High-techZentren und damit die Macht sukzessive in nach hegelsehen Prinzipien organisierte Gemeinschaften verlagert oder von ihnen übernommen werden. Dieser globale Verdrängungs- und Übernahmeprozeß ist bereits in vollem Gange. Die Dienstleister aber werden die Sklaven der Zukunft, ihre Gesellschaften Sklavengesellschaften sein. Das deutsche Volk wird sein Gemeinwesen nach hegelsehen Prinzipien neu organisieren müssen, um sich endlich aus seiner geschichtlichen Entmündigung zu befreien. Viel Zeit, so scheint es, bleibt nicht mehr. Die Liquidation der Nation hat bereits begonnen.


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