Das Rudolf Gutachten auf http://www.vho.org/D/rga/rga.html

3.4.2. Kritik der Zeugendarstellungen


Zunächst sollen hier einige kritische Anmerkungen zu zwei Komplexen der Zeugenaussagen über Menschenvergasungen angebracht werden:

  1. Das angeblich gemischte Entkleiden der weiblichen und männlichen Opfer.

Allen Zeugendarstellungen ist nach Wissen des Autors gemeinsam, daß die Opfer, bevor sie in die 'Gaskammer' geschickt werden, nicht nach Geschlechtern getrennt wurden. Die Zeugenbehauptungen von der unterbleibenden Geschlechtertrennung sind aus zwei Gründen unglaubhaft:
  1. Dieses Verfahren steht im krassen Gegensatz zu dem Verfahren bei Entlausungen, wo, den gleichen Aussagen zur Folge, die Geschlechter sehr wohl grundsätzlich getrennt wurden.

  2. Da zumindest in Birkenau von jeder angeblichen 'Gaskammer' immer zwei zur Verfügung standen (in Krema II bzw. III und IV bzw. V, Bunker I bzw. II), ist kein Grund ersichtlich, warum man nicht auch hier die Opfer hätte trennen können.

  3. Die sonst immer vorgebrachten Darstellung, man habe die Opfer glauben machen wollen, sie würden in ein Bad oder zu einer Desinfektionsprozedur gehen, würde implizieren, daß aus den gleichen Tarnungsgründen die Geschlechter getrennt worden wären.

  4. Man wird davon ausgehen dürfen, daß die Menschen in der ersten Hälfte der vierziger Jahre nur mit Gewalt und Drohungen dazu zu bewegen waren, sich unter den Augen fremder Personen des anderen Geschlechts völlig zu entkleiden. Diese Gewaltmaßnahmen hätten die sonstigen Tarnungsbemühungen zunichte gemacht.

  1. Die angebliche Ausgabe von Handtuch und Seife an die Opfer zur Tarnung.

Diese Maßnahme ist ebenfalls unglaubwürdig, denn wie hätte man nach einer hypothetischen Vergasung eine Gemenge von beispielsweise 1000 Leichen, 1000 Stück Seife, 1000 Handtüchern, Erbrochenem, Kot, Urin, Blut etc. getrennt und gereinigt? Wie hätte man die 1000 Stück Seife wiedergewonnen? Wie die 1000 Handtücher gereinigt? Oder hätte man für jede Vergasung 1000 Stück Seife und 1000 Handtücher geopfert? Es ist daher auszuschließen, daß die entsprechenden Aussagen wahr sind.
Diese beiden Punkte sind ein Indiz dafür, daß auch Randaspekte der vermeintlichen Vergasungen die entsprechenden Aussagen als zweifelhaft erscheinen lassen[253
].
Um die Realitätsnähe weiterer Aspekte der amtlichen Zeugenaussagen und anderer Darstellungen bezüglich der vermeintlichen Vergasungsvorgänge beurteilen zu können, muß man folgende Größen berücksichtigen:
  1. Verteilungsgeschwindigkeit der Blausäure im Raum und Zeitbedarf des Tötungserfolges.

  2. Zeitbedarf der Lüftung der mit Menschen gefüllten Räumlichkeiten in Abhängigkeit von deren Beladung, Architektur und Lüftungsanlagen sowie nachgasender Blausäure aus im Gasträger verbliebenem Rest bzw. an Mauerwerk und Leichen absorbierten Mengen.

  3. Wirksamkeit und Kapazität von Schutzfiltern und Filtermasken.


Anmerkung

  1. Vgl. dazu die Analyse einer ausführlichen Aussagen des SS-Mannes Dr. Hans W. Münch: G. Rudolf, »Auschwitz-Kronzeuge Dr. Hans Münch im Gespräch«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, 1997, 1(3), S. 139-190.



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