VII. Hitlers Friedensangebote
Blockade gegen Deutschland
"Ich will keinen Krieg. Wir brauchen jetzt 15-20 Jahre friedlicher Aufbau-Arbeit, um das zu sichern, was wir geschaffen haben ... Ich werde daher jedem Kompromiß zustimmen, welcher mit der Ehre und dem Ansehen des deutschen Volkes vereinbar ist, um einen Krieg zu vermeiden." (Adolf Hitler, vor dem Reichstag am 27.8.1939)
Hitlers Angebot an England vom 25.8.1939, den Bestand des Englischen Empire als eine globale Ordnungsmacht mit deutscher Hilfe zu erhalten, wird abgelehnt. (Damit lehnte England ein Angebot ab, das – zumindest indirekt – friedenssichernd war.)
Am 29.8.1939 bot Hitler einen "Sechzehn-Punkte-Vorschlag" zur friedlichen Lösung der deutsch-polnischen Probleme. Dazu der schwedische Naturforscher Sven Hedin:
- "Die diplomatischen Akten der neueren Geschichte werden kaum ein Schriftstück aufweisen, das diesem Vorschlag an Mäßigung, an Entgegenkommen und Verständnis für die Bedürfnisse eines anderen Landes entgegenkommt. Daß Polen ihn trotzdem nicht einmal einer Empfangsbestätigung für wert hielt, kann nur durch die inzwischen bekannt gewordene Tatsache erklärt werden, daß es sich nicht nur auf seine europäischen Freunde Großbritannien und Frankreich verließ, sondern vor allem auf die Unterstützung der Vereinigten Staaten. Roosevelt hatte sie ihm durch seine Botschafter in Warschau und Paris zusagen lassen ..." (Sven Hedin, schwedischer Naturforscher, der in beiden Weltkriegen den Standpunkt Deutschlands vertrat) (vgl. Sven Hedin, "Amerika im Kampf der Kontinente", Leipzig, 1942, S. 60 ff)
- Hitlers Friedensangebot vom 6.10.1939 an die Westmächte wird abgelehnt.
- Hitlers erneutes Friedensangebot an England vom 19.7.1940 wird abgelehnt. England verhängt am 17.8.1940 die totale Blockade gegen Deutschland.
- "Der Stand der deutschen Rüstung 1939 liefert den entscheidenden Beweis dafür, daß Hitler nicht an einen allgemeinen Krieg dachte und wahrscheinlich überhaupt keinen Krieg wollte". (A.J.P.
Taylor, "Ursprünge des Zweiten Weltkriegs", Gütersloh, 1962)
Die Mission des Rudolf Heß
Am 10.5.1941 fliegt Rudolf Heß nach England, um einen Frieden zu vermitteln. Heß wird, statt angehört, bis Kriegsende inhaftiert. Ein beispielloser Verstoß gegen völkerrechtliche Regeln, wonach ein Friedensbote oder Parlamentär stets Anspruch hat auf freies Geleit! Der Gipfel des Unrechts war, daß Heß 1946 in Nürnberg zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Die Akte Heß steht bezeichnenderweise in England bis zum Jahre 2015 unter Staatsverschluß.
Anmerkung:
Nach dem Scheitern der Heß-Mission distanzierte sich Hitler von Heß. Jedoch liegt sehr nahe zu denken, daß Hitler sich die so kläglich gescheiterte Mission nicht ankreiden lassen wollte.
- "... Heß kam im Jahre 1941 in dieses Land als Botschafter des Friedens ... Kein Verbrechen wurde Heß nachgewiesen ... Heß' einziges Verbrechen war, Frieden zu suchen ... Die britischen, amerikanischen und französischen Richter in Nürnberg sprachen Heß schuldig, allein um den Russen einen Gefallen zu tun ..." (A.J.P. Taylor in "Sunday Express") (vgl. Maier-Dorn "Alleinkriegsschuld", Großaitingen 1970, S. 39)
- Wolf-Rüdiger Heß ("Mord an Rudolf Heß", Leoni 1989) weist nach, daß Heß als letzter Häftling von Spandau vor einer zu erwartenden Freilassung (wahrscheinlich) von (englischen) Agenten ermordet wurde ... (vgl. Hugh Thomas "A Tale of Two Murders", London 1988)
Man wollte wohl nicht, daß Heß noch einmal ein freier Mann sei und dann frei rede.
- "Hitler und das deutsche Volk haben den Krieg nicht gewollt.
Wir haben auf die verschiedenen Beschwörungen Hitlers um Frieden nicht geantwortet. Nun müssen wir feststellen, daß er recht hatte. An Stelle einer Kooperation Deutschlands, die er uns angeboten hatte, steht die riesige imperialistische Macht der Sowjets. Ich fühle mich beschämt, jetzt sehen zu müssen, wie dieselben Ziele, die wir Hitler unterstellt haben, unter einem anderen Namen verfolgt werden." (Sir Hartley Shawcross, der britische Generalankläger in Nürnberg) (vgl. Shawcross "Stalins Schachzüge gegen Deutschland", Graz, 1963)
- "England kämpft, um die Balance of Power aufrecht zu erhalten (also nicht wegen Polen) – aus diesem Grunde und aus keinem anderen ..." (vgl. "The nineteenth Century", London, September 1943, zit. bei Leher, H. "Das Tribunal", München, 1965, S. 127)
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