DIE EMANZIPATION UND DER ANTISEMITISUS IN DER JÜNGEREN NEUZEIT

Ebenfalls unter der Gesamtherausgeberschaft von Strauss und Kampe schreibt Reinhard Rürup gleich einmal die Schuldfrage fest: "Die Geschichte der Juden in Deutschland wird für immer durch den modernen Antisemitismus, die sogenannte "Judenpolitik" des Nationalsozialismus und den millionenfachen Mord an den deutschen und europäischen Juden überschattet bleiben." (1)

Bis 1933 habe es geschienen, als haben die Juden seit der Aufklärung eine Blütezeit in Deutschland erlebt. "Es war eine Geschichte des sozialen Aufstiegs und der staunenswerten Kulturleistungen einer Minderheit, die jahrhundertelang von der Mehrheit ausgeschlossen und verachtet worden war. "

Während also Strauss zwischen Juden und der Umwelt unterscheidet, tut Rürup es zwischen der Minderheit und der Mehrheit,

Großzügig räumt Rürup ein, die "gemeinsame" Geschichte von Deutschen und Juden war in der Tat nicht nur die Geschichte des Antisemitismus, sondern auch eine Geschichte der Emanzipation und der Integration". Er tut gerade so, als sei das Deutsche Volk verpflichtet gewesen (und als sei es das noch), die Juden zu emanzipieren und zu integrieren. Als habe das Deutsche Volk kein Recht auf s e i n e und nur seine Geschichte, als müsse es mit irgendwelchen Leuten eine "gemeinsame" Geschichte leben.

Das sagt er auch ganz deutlich: "Es muß uns heute selbstverständlich erscheinen, daß Juden und Christen (diesmal also nicht Juden und Umwelt) gleichberechtigt neben- und miteinander leben. Doch muß man daran erinnern, daß es dieses Miteinander jahrhundertelang nicht gegeben hatte, daß die Juden seit dem Mittelalter außerhalb der allgemeinen Rechtsordnung lebten, sozial und kulturell isoliert waren. Sie bildeten eine ethnisch-religiöse Gemeinschaft, die unter diskriminierenden Sonderrechten stand, weder Land erwerben durfte noch zum ordentlichen Handel noch zum zünftigen Handwerk zugelassen war. "

Wie man diese dem Selbstbestimmungsrecht der Völker hohnsprechende Selbstverständlichkeit begründen muß, sagte ich schon: Der Nomade weiß sich "genetisch" überall lebensberechtigt. Wie man es den Gojim begründet, das sagt uns Rürup: "Christian Wilhelm Dohm (ein Jude veranlaßt durch Mendelssohn) hat die klassischen Sätze geschrieben: Daß die Juden Menschen wie alle übrigen sind, daß sie also auch wie Menschen behandelt werden müssen, daß nur eine durch Barbarei und, Religions-Vorurteile veranlaßte Drückung sie herabgewürdigt habe, daß allein ein entgegengesetztes, der gesunden Vernunft und Menschlichkeit gemäßes Verfahren sie zu besseren Menschen und Bürgern machen könne; daß das Wohl der bürgerlichen Gesellschaften erfordere, keinen ihrer Glieder den Fleiß zu wehren; daß endlich verschiedene Grundsätze über die Glückseligkeit des künftigen Lebens nicht in diesem (Leben) bürgerliche Vorzüge und Lasten zur Folge haben müssen: dies sind so natürliche und einfache Wahrheiten, daß sie richtig verstehen und ihnen beistimmen beinahe eins ist."

Und dann noch: "Menschlichkeit, Vernunft und Staatsinteresse verbanden sich zu der Forderung, die Juden endlich wie Menschen zu behandeln, sie nicht länger zu diskriminieren und sie in die e n t s t e h e n d e neue Gesellschaft zu integrieren. " Wann ist wohl das Deutsche Volk entstanden?

Und schließlich: "Es war in der Tat der allgemeine Entwicklungsstand der Gesellschaft, der es nun nicht mehr zuließ, daß eine bestimmte Gruppe von Bürgern aufgrund eines Religionsunterschieds weiterhin rechtlich benachteiligt wurde."

Damit hat Rürup uns hier die wesentlichen Teile seines Argumentensatzes geliefert, wie sie auch und gerade heute immer wieder vorgebracht werden.

Rürup tut gerade so, als sei ein Volk verpflichtet, einem fremden Volk zu erlauben, sich bei ihm einzunisten. Da war JAHWE seinerzeit ehrlicher: Er sprach überhaupt nicht von den Pflichten noch gar von den Rechten der Ammoniter, der Midianiter oder der Moabiter: Sie mit der

Schärfe des Schwertes zu vernichten, sie umzubringen und sie auszurotten, das war der Befehl Jahwes an die Juden. Die Methoden haben sich gewandelt. Jetzt zeigt uns Rürup, daß es die MENSCHLICHKEIT, die VERNUNFT, die GLÜCKSELIGKEIT IN DER ZUKUNFT und der ALLGEMEINE ENTWICKLUGNSSTAND verlangen, den Juden in europäischen Ländern das Hausrecht abzutreten. Oder um es mit Goethe zu sagen: "Vom Rechte, das mit uns geboren, ist leider Gottes nie die Frage."

Nehmen wir doch nur an, es gäbe noch ein Dutzend solcher Nomadenvölker wie die Juden: Müßten wir ihnen nicht allen hier eine Heimstatt, Gleichberechtigung und künftige Glückseligkeit schenken? Jawohl, wir müssen es, und zwar heute! Schon geht die Zahl der hier auf Nimmerwiedergehen von den europäischen Staatsvölkern, auch von den Schweizern, ausgehaltenen Fremden unter der Parole "A s y l', in die Millionen. Diese Mißachtung des Heimatrechtes eines seßhaften Volkes und der Ersatz dieses Rechtes durch das kosmopolitische genetisch begründete Recht des Nomaden, überall sich einzunisten, d a s ist der Kein der Judenfrage.

Was Rürup sonst noch an soziologischer Wirrnis vorbringt, sei nur der Vollständigkeit halber auszugsweise angeführt:

Rürup zitiert Rotteck & Welcker: "Die Geschichte der Judenemanzipation bietet ein lehrreiches Blatt in der Geschichte des allmählichen Fortschritts zur Humanität und des politischen Fortschritts, der die Staaten aus der Sphäre der Willkür und der Rechtsungleichheit allmählich zur Gestaltung des Rechtsstaates und der Rechtsgleichheit führte. Der Gang der Judenemanzipation ist daher für die einzelnen Staaten ein Prüfstein und ein Maßstab. ... (der Satz geht noch endlos so weiter)." (38)

"Durch die Emanzipation sollte nicht eine Minderheit als Minderheit gleichgestellt werden: Die Gleichstellung sollte vielmehr die mehr oder weniger rasche Auflösung dieser Minderheit einleiten."

"In der Emanzipation steckte trotz aller guten Absichten von vornherein ein beträchtliches Maß an Intoleranz gegenüber allem Jüdischen, das sich in der Andersartigkeit gegenüber der christlich-deutschen Mehrheit ausdrückte. "

"Es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der Verschmelzungsprozeß zu einem positiven Abschluß gekommen sein würde."

Dazu einige Anmerkungen: Ich zitiere hier aus einem modernen Buch, aber dieses Buch selbst zitiert aus älteren Schriften und Büchern. Da fällt auf, daß durchweg die anti-nationalen Ausdrücke verwendet werden (es sei denn von den Juden die Rede!). Das Deutsche, das französische, das Schweizer Volk, die gab es allesamt nicht. Diese Leute lebten als "Gesellschaften". Ganz allgemein wird von "Bürgern" gesprochen, wobei genau wie beim heutigen deutschen Grundgesetz dieser Begriff nicht bestimmt ist. Die Juden geben sich meist als Religionsgemeinschaft, aber sie sehen sich auch als Volk. Bei der selbstverständlich mit Recht geforderten "Menschlichkeit" wird nur vom einen Teil Leistung gefordert, von den Deutschen, den Russen oder Spaniern. Von den Juden wird keine Leistung verlangt. Es wird von den Deutschen und den anderen Europäern verlangt, daß sie die Gleichheitsgrundsätze der Französischen Revolution zu den ihren machen; die Juden aber denken (und das erkenne ich hoch an!) nicht daran, ihre Art, biologisch wie kulturell, aufzugeben. Nirgends ist von angestammten Rechten die Rede, immer aber von Interessen, von Fortschritt und der Gesellschaftsentwicklung. Darunter kann jeder verstehen, was ihm paßt. Jedenfalls ist das ganze Entrechtungsvokabular schon seit langer Zeit angelegt, in dessen Tentakeln wir heute festsitzen: Wir, das sind alle europäischen Völker, nicht nur die Schweizer und die Deutschen.

Wie sehr sich die jüdische Sicht darauf versteift, den Antisemitismus als eine aus sich selbst entstandene, durch nichts weiter als durch Vorurteile hervorgerufene Art Gehirnerweichnung der Gojim darzustellen, zeigen die folgenden Beispiele von Aussagen des Herrn Rürup:

"Auch darf nicht übersehen werden, daß die wirtschaftliche und soziale Eingliederung einer b i s  d a h i n  f r e m d e n Minderheit immer Probleme schaffen wird."

"In Krisenzeiten wird jede neue Konkurrenz aggressiv abgewehrt. " Was ist da wohl aggressiv: Die Aggression oder ihre Abwehr?

"Dadurch (weil die Rechtsgleichheit nur allmählich hergestellt wurde) gewöhnte man sich daran, daß auch in der modernen Gesellschaft die Juden nicht wie alle anderen Bürger behandelt wurden. Alte V o r u r t e i l e schienen so durch Recht und Gesetz bestätigt zu werden."

"Die Tatsache, daß auch nach Jahrzehnten die Juden noch immer als eine Minderheit erkennbar waren, konnte als scheinbar durchschlagendes Argument gegen Theorie und Praxis der Emanzipation gebraucht werden. "

" Seit dem 18. Jahrhundert hatten die Juden in Deutschland einen tiefgreifenden Prozeß der Verbürgerlichung durchgemacht. Sie hatten sich in hohem Maße der deutschen Kultur und Gesellschaft assimiliert. Sie waren wirtschaftlich voll integriert und unübersehbar erfolgreich. " (Wie dieses Experiment dem Wirtsvolk bekommen ist, danach fragt keiner).

Dann diskutiert Rürup die Judenfrage im Kaiserreich (im Zweiten Reich) Rürup sagt: "Nur wenige Jahre nach dem Abschluß der Emanzipations-Gesetzgebung entstand in Deutschland eine neue "Judenfrage", deren Urheber die Emanzipation rückgängig machen wollten und darüber hinaus versuchten, alle von ihnen bekämpften Erscheinungen der modernen Gesellschaft als "jüdisch" zu bezeichnen und mit den Juden ursächlich in Verbindung zu bringen."

Ganz verkehrt liegt Rürup mit der Feststellung: "Weltbürgertum, Humanität und Rationalität konnten plötzlich ohne weiteres als bloße Phrasen der Liberalen oder als Wunschbilder bezeichnet werden." Nein diese Scheinideale waren den Deutschen mit Recht verdächtig und wurden als Gefahr gesehen, vor allem das "Weltbürgertum" in der Zeit des jungen Nationalstaates.

Weiter bei Rürup: "Neu war auch, daß die ethnische Zugehörigkeit, die 'Abstammung' (warum setzt Rürup das bloß in Anführung?), jetzt wichtiger als die Religionszugehörigkeit erschein, daß Vorstellungen von 'Rasse' als einer Art Naturgesetz (43, S. 280) mit einer jüdischen Zuspitzung in Umlauf kamen, so daß die 'Judenfrage' als 'Rassenfrage' definiert werden konnte." Ganz offensichtlich beunruhigt es Rürup, daß die "Masche" mit der fremden Religion bei den Deutschen nicht mehr verfing, daß die Fremden als Fremde erkannt waren, mit denen die Deutschen ihr Land nicht widerspruchslos teilen wollten. So wenig wie heute die Juden das Land der Palästinenser mit diesen teilen wollen, mögen diese nun Moslems oder Christen sein: Fremde sind es!

Bemerkenswert ist die Feststellung Rürups, daß "die antisemitische Agitation in Frankreich oder die Erfolge des sozialen Antisemitismus in Wien verstärkend auf Deutschland zurückwirkten. "

So kann Rürup nur bedauern, daß "der moderne Antisenütismus zwar ein Produkt der Krise war, in den späteren Jahren der wirtschaftlichen Erfolge und der politischen Stabilität aber nicht wieder verschwand. Der deutschen Gesellschaft des Kaiserreiches fehlten die Kräfte, um das plötzlich entstandene antisemitische Potential wieder abzubauen."

Und dann der herrliche Satz:

"Die Vorurteile konnten sich verfestigen und wurden zunehmend durch andere Positionen imperialistischer, nationalistischer, militaristischer und sozialdarwinistischer Art abgestützt und verstärkt."

Hier haben wir "in nuce" das Programm der Ent-Immunisierung eines Wirtslandes und -Volkes: Schimpft es "imperialistisch", werft ihm "Nationalismus" vor, verleumdet es als "militaristisch", und wenn es euch dann immer noch nicht hereinläßt, dann ist es krank im Kopf, dann leidet es an "Sozialdarwinismus".

Ich möchte dem aufmerksamen Leser nicht Rürups Quintessenz vorenthalten: "Schließlich müssen wir uns auch fragen, was die Beschäftigung mit der Geschichte zur Bekämpfung des Antisernitismus beitragen kann. Die historische Analyse kann nach meiner Überzeugung vor allem die Einsicht vermitteln oder vertiefen, daß eine isolierte Bekämpfung des Antisemitismus wenig effektiv ist, daß vielmehr die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse insgesamt für die Überwindung ebenso wie für die Ausbreitung des Antisemitismus von entscheidender Bedeutung sind. Nur eine konsequent demokratische, gesellschaftliche und politische Ordnung wird langfristig in der Lage sein, den (v e r d a m m t e n !, d. V.) Antisenütismus wirksam zu unterdrücken."

Auf deutsch: Wenn sich das blöde Volk nicht gründlich ändert, dann wird es leider antisenütisch bleiben. Ich kenne dafür eine noch einfachere Formel: Und willst du nicht mein Bruder sein (und zwar in deinem Hause!), dann schlag ich dir den Schädel ein. Dies ist die beim Nomaden genetisch angelegte Selbstverständlichkeit: Er hat ein ganz natürliches Recht, sich beim seßhaften Volk einzunisten; die Argumente finden sich dann schon. (Anlage 5)

Ernst Heilmann
Ernst Heilmann, jüdischer Parlamentarier in Preussen um 1880.

DER DEUTSCHE ANTISEMITISMUS 1878 bis 1939

Wiederum unter der Herausgeberschaft von Strauss und Kampe äußert sich auch der Jude Werner Jochmann. Ich möchte hier nur die auffälligsten Ansichten Jochmanns anführen und kommentieren: (1)

Wieder ist es die deutsche "Gesellschaft", die einen Wandlungsprozeß durchmacht. Dieser habe zur Lockerung jahrhundertealter Bindungen, zur Aushöhlung religiöser Traditionen und zur E n t w e r t u n g  e t h i s c h e r  S y s t e m e geführt. (Hier sei erwähnt, daß das "moderne" Soziologenlatein wesentlich vom INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG an der Universität Frankfurt, gegründet 1923, geschaffen wurde. Dieses Institut, kurz "FRANKFURTER SCHULE" genannt, war von allem Anfang an eine ganz und gar jüdische Einrichtung. Seine Köpfe waren WEIL, GRUNBERG, HORKIHEIMER, ADORNO, BENJAMIN, MARCUSE, FROMM und dann HABERMAS. Dieses Institut in Deutschland geduldet zu haben zeugt von unfaßbarem Langmut der Deutschen.) (39)

Jochmann würfelt nun alle möglichen sozialen Bewegungen, Erscheinungen und Ausformungen durcheinander. Dabei spart er nicht mit recht dreisten Frechheiten. So seien die Elsässer eine Minderheit in Deutschland gewesen. Die große, unpolitische und bildungsmäßig rückständige Mehrheit katholischer Provinzbewohner habe sich nur durch Emotionen leiten lassen. Der Paderborner Bischof Martin und angesehene Geistliche sowie die Professoren Rebbert und Rohling haben mit "pseudowissenschaftlichen" Veröffentlichungen gegen den Talmud Zeichen gegeben.

Das Wort "pseudowissenschaftlich" gehört zu den Totschlagworten" heutiger Anti-Nationalisten, also auch der Juden.

Im Rückgriff auf die vorchristliche Zeit habe der Kreis der Judenfeinde eine neue, auf Blut und Herkommen (er meint Herkunft!) basierende Tradition entwickelt und auf ihr die geistige Einheit der Nation begründen wollen.

Insbesondere die Mitglieder des Adels, deren Selbstbewußtsein in der Regel in krassem Mißverhältnis zu ihren politischen und ökonomischen Fähigkeiten gestanden haben, scheuten vor der Kritik am Kaiser und an Bismarck nicht zurück, sagt Jochmann.

Diese Nationalisten "klagten in immer neuen Variationen über die Bedrohung ihrer Welt durch 'materialistischen Ungeist', durch die 'Wut des schnellen Reichwerdens', durch 'kulturfeindliche Selbstsucht der Volksmehrheit' und durch den 'Tanz um das Goldene Kalb', der keine Zeit mehr zur Besinnung lasse."

Dann muß Bismarck als Antisemit herhalten: "Als Bismarck zu erkennen gab, daß er im Kampf gegen die Fortschrittspartei auch den Antisemitismus als massenwirksames Agitationsinstrument einzusetzen bereit war, gaben manche die Zurückhaltung auf Wissenschaftler, Beamte, Theologen und Publizisten veröffentlichten Polerniken und tendenziöse Abhandlungen, in denen sie oft ihre Unkenntnis noch mehr unter Beweis stellten als ihr Voreingenommenheit. Zeitschriften und Verlage witterten die Konjunktur und öffneten ihre Spalten den neuen Demagogen. So trugen sie dem Ungeist der Zeit Rechnung." Gemeint ist der Antisenütismus. (40)

"Lehrer, Beamte, Pastoren, Handlungsreisende und ehemalige Offiziere verteilten Flugblätter und verschenkten Schriften und beeinflußten so Menschen, die noch nie Berührung mit Juden hatten, die unter keiner Beschwernis litten und nur, weil es in ihrer Umgebung so üblich war, die Juden ablehnten und verketzerten."

Jochmann spricht von der "Legierung von Antisemitismus und Nationalismus", als ob völkisches Denken (Fremdwort "Nationalismus") nicht die Abweisung Fremder aus dem Staatswesen bedingte genau so wie es der Staat Israel heute praktiziert.

Nach Jochmann wurden die Juden vor dem ersten Weltkrieg "als die heimlichen Herren und Herrscher der Welt denunziert". Er meint "die Antisemiten haben vorgegeben, ihre Triebkraft sei reiner Patriotismus, das einfache und schlichte Pflichtgefühl, für die geistigen Güter des eigenen Volkes sorgen zu müssen. Im Klartext hieß das, im Nationalstaat dürfe ein Meinungspluralismus nicht geduldet werden." So sei unmerklich an die Stelle des religiösen der weit effektivere politische Dogmatismus getreten.

Die "Skala behördlicher Willkürakte jüdischen Staatsbürgern gegenüber reichte von der Nichtachtung über die bewußte Beleidigung bis zur versteckten oder offenen Benachteiligung." Das heißt ganz einfach, daß die Juden in Deutschlande es damals als selbstverständliche Pflicht der Deutschen erachteten, ihnen, den Fremden, in ihrer angestammten Heimat alle Rechte einzuräumen, die sie selbst hatten. Man stelle sich vor, die Palästiner forderten das heute von den Juden in Israel, nur daß jenes Land eben nicht den Juden, sondern den Palästinensern gehört.

Jochmann kritisiert dann die wissenschaftliche und kulturell Tätigen in Deutschland, denen "nicht mehr die kulturelle Veredelung der Menschheit, sondern Reichtum und Macht der Nation als erstrebenswert galten. " Da bleibt nichts, was die Deutschen für sich selbst entscheiden dürfen, ob richtig oder falsch.

Schwer tut sich Jochmann mit den Anstrengungen der Deutschen, ihre alte Überlieferung zu neuem Leben zu erwecken und sich nach 1500 Jahren christlicher Geistesherrschaft auf sich selbst zu besinnen. So wertet er denn alles einfach als reine Negation, was Deutsche aus welchen Gründen auch immer ablehnten. Er sieht dieses Mühen nur als den Wunsch "atheistischer Gruppen, eine neue deutsche Weltanschauung auf vorchristlichen, germanisch-heidnischen Überlieferungen zu fundieren". Es sei nicht erforderlich, "das Ausmaß geistiger Verwirrungen eingehend zu beschreiben oder in diese Widersprüche einzudringen. Dabei herrschte keinerlei Einigkeit über das, was die Germanen den modernen Deutschen als Erbe hinterlassen hätten. Folgenschwer war allein, daß sich antichristliche Rassenideologen wie antisemitische Sozialdarwinisten auf der einen Seite und konservative und christliche Judenfeinde auf der anderen immer wieder kompromißbereit fanden, wenn politische Aktionen gegen die Juden durchgeführt wurden."

Jochmann läßt niemanden aus in Deutschland, alle sind sie antisemitisch: "Die Zugeständnisse an den antisemitischen Ungeist ist seitens der Regierungen, Behörden und öffentlichen Institutionen zeigen deutlicher als manches andere, wie weit die Autorität des Staates ... vom Wohlverhalten der antisemitisch orientierten 'nationalen' Kreise abhängig war."

Dann wieder die geradezu fteche Analyse der Beweggründe der Deutschen: "Der Antisemitismus war die Protestbewegung aller derer, die durch die Modernisierung des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens beunruhigt waren. ... Der Antisemitismus habe das Bewußtsein großer Volksschichten stark geprägt. Ob hochgebildet oder ganz ungebildet, die so indoktrinierten Menschen verschlossen sich, wenn es um die Juden ging, allen Argumenten. Was immer auch geschah, die Juden waren verantwortlich. Mit deren konkretem Verhalten hatte das überhaupt nichts oder wenig zu tun."

Sehen wir von dem scheußlichen Deutsch Jochmanns ab: Es ist alles (mit seinen eigenen Worten) stereotyp, also immer das selbe. Der Antisemitismus hat mit dem Verhalten der Juden nichts zu tun. Alles läßt sich, so hört man da, soziologisch erklären. So sagt Jochmann weiter:

"So gab es in Deutschland zwei große Lager. Diejenigen, die bewußtseinsmäßig in einer besonnten Vergangenheit lebten, weil sie sich den Anforderungen der Gegenwart nicht gewachsen fühlten. Es waren die, die es nicht verwinden konnten, daß ihre überlieferten Wertvorstellungen verblaßten, die der Meinungspluralismus verwirrte. Zu ihnen gesellten sich diejenigen, die ihre wirtschaftliche Position bedroht sahen, um den Bestand liebgewordener gesellschaftlicher Institutionen bangten, einen Prestigeverlust ihres Berufsstandes nicht akzeptieren wollten oder von ihrem gewohnten Lebensstil Abschied nehmen mußten. Viele dieser insgesamt braven und gehorsamen Staatsbürger schlossen sich dem Antisemitismus an."

Heimatliebe, der Wunsch, unter seinesgleichen zu leben, das Recht der Selbstbestimmung des Volkes, das zählt alles nicht in der Diagnose Jochmanns. Restlos alles wird soziologisch erklärt, und damit materialistisch. Daß das einheimische Volk, das Staatsvolk, auch sein eigenes Recht hat, das zählt nicht." Und nicht mit e i n e m Wort erwähnt Jochmann, was denn die Juden zu der Entstehung (oder doch wohl besser, zur Erhaltung) des Antisemitismus beigetragen haben und beitragen.

Heute haben die Juden ihren eigenen Staat, wenn auch nicht auf ihrem eigenen Boden. Der dortige Anti-Palästinismus hat keinen Ankläger. Noch immer sind trotz ständiger Friedensgelöbnisse 12000 Palästinenser in jüdischen Gefängnissen. Noch immer haben die Palästinenser in Israel nichts Entscheidendes zu sagen. Und orthodoxe wie "gemäßigte" Juden sind sich darin einig: Wir sind das Staatsvolk, wir bestimmen, was hier geschieht. Oder wie Sharon sagte: Juden brauchen keine Bestätigung ihres Existenzrechtes. Noch immer fliegen israelische Bomber Angriffe auf den Libanon, nur "um Ruhe zu schaffen vor ihren Feinden", wie es im Buche ESTHER heißt.

Die rabulistischen Argumente der Autoren in dem Buch von Strauss und Kampe verblassen heute angesichts dessen, was wir in Israel beobachten. Sie verblassen aber auch angesichts der heute viel dicker aufgetragenen Anmaßung der führenden Juden in Deutschland. Die soziologische Masche zieht nicht mehr, die Konturen der reinen Machtgier werden deutlich. Der Antisemitismus zeigt sich immer deutlicher als die natürliche Reaktion auf den Versuch Fremder, sich in einem Lande einzunisten, das ihnen nicht gehört, und als die Einmischung in die Belange des Staatsvolkes, welches von ihnen als ihr Wirtsvolk ausersehen ist, das aber überhaupt nicht gefragt wird.

Wiederum in dem Buch von Strauss und Kampe kommt der Jude Arnold Paucker zu Worte. Er behandelt, wie es der Titel seines Aufsatzes sagt, "Die Abwehr des Antisemitismus in den Jahren 1893 - 1933". Dabei unterschlägt die sonst ziemlich lückenlose Darstellung der Mit-Verfasser unter Strauss/Kampe das Allerwichtigste, nämlich, was sich nicht soziologisch, sondern politisch in jener Zeit ereignete. (1)

Schon im Jahre 1905 scheiterte eine von Juden wie Bronstein (Trotzki) inszenierte Revolution gegen das russische Kaiserreich. Im Jahre 1917 gelang sie dann, und zwar in jüdischer Regie, nach jüdischem Plan und von Juden geführt. Ich nenne nur Lenin, Kaganowitsch (Stalins Schwiegervater), Dserschinski, Swerdlow (den Mörder der Zarenfamilie) Kamenew, Berija. Unmittelbar danach griff die kommunistische Internationale auf Deutschland über, mit ihren bedeutenden Vertretern Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, beide Juden. Im Laufe dieser politischen Ereignisse entwickelte sich eine enge Verflechtung der kommunistischen Führung in der Sowjetunion und in Deutschland. Wegen und trotz der unruhigen Lage in Rußland und dann in der Sowjetunion wanderten Hunderttausende von Juden aus Rußland und wegen der Pogrome in Polen noch mehr aus Polen nach Deutschland. Insgesamt hat nach Solschenizyn dieser kommunistisch-jüdische Amoklauf gegen das Leben über 60 Millionen Morde gezeugt, fast so viele wie die Vereinigten Staaten mit den Indianermorden und den Verlusten bei der Verschleppung der Negersklaven nach Amerika auf dem Gewissen haben. (41)

Diese weltgeschichtlichen Ereignisse stehen selbstverständlich mit dem Volke der Juden in engem Zusammenhang, und sie haben die Ablehnung der Juden nicht nur durch viele Deutsche beeinflußt.

Nicht nur beeinflußt, sondern unmittelbar bestimmt hat die Veröffentlichung der Protokolle der Weisen von Zion und die Vorbereitung des späteren Staates Israel, also der "Zionismus", das Verhältnis zwischen den Deutschen und den Juden.

Da muß man sich doch wundern, wie Paucker es fertigbringen kann, am Schluß seiner sonst recht unwesentlichen Ausführungen zu sagen: "Kein Demokrat, kein Sozialist, kein wahrer Christ und gewiß keiner von uns überlebenden (Juden, d.V.), für die sich 1983 zum 50.Male der Tag jährte, an dem die Mehrheit des deutschen Volkes sich anschickte, uns aus unserer Heimat (!) zu verstoßen, kann den jüdischen Männern und Frauen seine Anerkennung versagen, die viele Jahre hindurch ihr möglichstes getan haben, um den Sieg der faschistischen Barbarei in Deutschland zu verhindern." Wo ist des Juden Heimat?? Ich jedenfalls bezweifle, ob Herr Paucker, auch wenn er Jude war, es überlebt hätte, was Hitler verhinderte, indem er dem Sowjetreich beim Angriff auf Europa zuvorkam.

Ich gehe deshalb auch nur kurz auf den ebenfalls unter Strauss/Kampe veröffentlichten Aufsatz von Walther Hofer ein.

Hofer kritisiert die Gedanken und Äußerungen Hitlers zur Rassenlehre. Damit will er den behaupteten Massenmord an den Juden Europas aus der Weltanschauung Hitlers ableiten. Über diese Kausalität und ihren Wahrheitsgehalt haben andere Schlüssiges ausgesagt. Ich zitiere nur eine andere falsche Gedankenverbindung Hofers: "Hier (in Hitlers Gedanken über den "Kampf' ums Dasein) verbindet sich seine Rassenlehre, die sich vor allem als eine Übertragung darwinscher Gedankengänge von der Natur auf die Gesellschaft und die Geschichte erweist, mit dem Imperialismus, eben der Eroberung neuen Lebensraumes."

Da haben wir also wieder den Versuch, uns einzureden, daß "das alles" soziologischer Art wäre. Daß es falsch, wissenschaftlich nicht zu vertreten sei, Darwins Evolutionslehre auf Menschen anzuwenden. Und schließlich, daß Hitler ein "Imperialist" gewesen sei. Dieser verschobene Gedankengang dient immer wieder zur Diffamierung aller Deutschen.

Unter dem Titel "Die Juden als Bürger minderen Rechts" behandelt Hofer die Nürnberger Gesetze. Sie liegen als Anhang diesem Buch bei. Hier sei angemerkt, daß diese Gesetze von dem Volk stammen, welches in dem Lande daheim ist, in dem sie gelten. Wenn man diese Gesetze mit den tatsächlichen Handlungen der Juden in i h r e in Staate vergleicht, wo die Juden n i c h t daheim sind, und die die dortigen Einheimischen betreffen, die Palästinenser, dann wird auch der überzeugteste Hitlerfeind zugeben, daß die Nürnberger Gesetze heute für die Palästinenser eine Wohltat wären. (Anlage 4)

Glatt gelogen ist Hofers Behauptung, die "Rassenschande" sei im Dritten Reich mit der Todesstrafe bedroht gewesen.

Das nächste Thema Hofers ist die sogenannte "REICHSKRISTALLNACHT".

Hofer übergeht auch die in großen Zeitungen der Weltpresse wiederholt veröffentlichten Kriegserklärungen, der Juden, nicht an die Nationalsozialisten, sondern an "Germany". Die Wahrheit über die Reichskristallnacht ist von anderen dargestellt worden, für diese Abhandlung scheint es mir wichtig zu sagen, daß auch hier die Ablehnung der Juden, der Antisemitismus, nicht das Primäre war, daß der Antisemitismus auch hier nicht die Ursache war, sondern die Folge.

Das gilt insbesondere für die sogenannte Reichskristallnacht selbst. Es gilt aber auch für die Frage des Antisemitismus allgemein. Wie soll ein Volk, dem ein anderes den Krieg erklärt hat, diesem anderen Volk denn sonst gegenübertreten als mit Ablehnung und Abneigung?


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