Vierte Vorlesung

Die Zeugenaussagen, ein kritischer Überblick

4.0. Vorwort zur vierten Vorlesung

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!

Als Hellmut Diwald Ende der siebziger Jahre in seinem Buch Geschichte der Deutschen (1. Auflage, Propyläen, S. 165) feststellte, daß die Ereignisse während der »Endlösung der Judenfrage« trotz allem bis heute in zentralen Fragen ungeklärt sind, war das Geheule im bundesdeutschen Establishment groß. Die darauf einsetzende Flut von Publikationen versuchte, die gebrochenen Dämme mit Masse statt Klasse zu stopfen. Eine Fülle unkritisch aneinandergereihter Dokumente und Zeugenaussagen beweist zumeist nur, daß die Autoren zu einer undogmatischen, kritischen Betrachtung des Themas nicht fähig oder nicht willens sind. Eine Veröffentlichung zeigt dabei in ihrem Vorwort ganz kraß die Unfähigkeit der Autoren, an ein komplexes, interdisziplinäres Thema wissenschaftlich heranzugehen. In dem Buch »Endlösung der Judenfrage«: Massenmord oder »Gaskammerlüge« von Ludwig Rosenthal, erschienen 1979 im Verlag Darmstädter Blätter, liest man folgende Zeilen:

»Der Verfasser dieser Studie glaubt, daß es kein besseres Mittel zur Wahrheitsfindung gibt, als die Mörder und ihre Henkersknechte selbst zu Wort kommen zu lassen. Gegenüber solchen Beweismitteln kann selbst der Böswillige nicht einwenden, daß es sich um 'Lügen', 'Legenden' oder 'jüdische Propaganda' handelt.« Die unter Juristen allgemein bekannte Tatsache, daß jeder Sachbeweis einem Zeugenbeweis um ein Vielfaches überlegen ist, ja daß die Selbstbeschuldigung eines Angeklagten sehr häufig gar keinen Wert besitzt, wird hier nirgends erwähnt. Wenn im darauf folgenden Absatz schließlich das alliierte Siegertribunal als gerechtes Gericht dargestellt wird, das der Verteidigung »gestattete, ihre Stellungnahmen und ihre Einwendungen unbehindert vorzubringen«, so weiß der historisch Gebildete nicht, ob er über so viel Dummheit - oder ist es Böswilligkeit? - lachen oder weinen soll.

Wenn dann in dieser Darstellung auf Seite 73 das Lager Dachau neben z. B. Auschwitz und Treblinka als eines der angeblichen Massenmordlager aufgezählt wird, so ist der Schluß klar. Da der Verfasser für dieses Buch eine große Detailkenntnis von Zeugenaussagen und Dokumenten haben muß, kann ihm nicht entgangen sein, daß die im Lager Dachau präsentierten Gaskammern nie benutzt wurden, ja daß sie auf Befehl der Amerikaner von gefangenen Deutschen zu Propagandazwecken erbaut werden mußten. Dies ist nun seit drei Jahrzehnten offenkundig, und immer noch gibt es hartnäckig böswillige Menschen, die mit dieser Lüge die geistige Umwelt verschmutzen. Besonders traurig wird es dann, wenn man auf der Rückseite des Buches liest, daß es zur Verwendung im Schulgeschichtsunterricht gedacht ist. Bleibt nur zu hoffen, daß unseren Schülern solche Bücher erspart bleiben. Ich möchte nun bezüglich der Buchbesprechungen einmal konstruktiv werden. Wenn schon vieles, was gedruckt ist, nicht vertrauenswürdig ist, was ist dann empfehlenswert? Lassen Sie mich mit dem Vater des Revisionismus anfangen. Paul Rassinier gehörte während des 2. Weltkrieges als überzeugter Linker der französischen Resistance an. Er wurde deshalb von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und in Konzentrationslager gesteckt. Bis zum Kriegsende lebte er in den Lagern Dora und Buchenwald. Nach dem Krieg stieg er als Historiker bis zum Professor auf und widmete sich in dieser Funktion der Frage der deutschen Konzentrationslager. Aufgeschreckt durch die seiner Meinung nach verzerrte und einseitige Darstellung des Lagerlebens durch die Medien und viele ehemalige Mithäftlinge, versuchte er, frei von Emotionen zu berichten, wie es wirklich war. Als politisch links stehender Widerstandskämpfer und ehemaliger KZ-Häftling war er nicht totzuschweigen oder als parteiisch in eine unglaubwürdige Ecke zu stellen wie so viele Deutsche, die, in welcher Funktion auch immer, in den Lagern arbeiteten oder aber mit ihnen zu tun bekamen. Gerade deswegen war seine kompetente Stimme der Politik wie den Medien unangenehm. Seine Arbeiten setzen sich bezüglich ihres seriösen, sachlichen Tones wohltuend von allem ab, was man sonst an Literatur von Holocaust-Apologeten und auch -Bestreitern zu Gesicht bekam. Wenn Sie sich also ein objektives Bild von der Lagerwelt des Dritten Reiches machen wollen, so empfehle ich Ihnen die in der Bibliographie im Anhang angeführten Bücher Rassiniers, allen voran das Buch Was ist Wahrheit?

Ich möchte Ihnen einen weiteren Franzosen ans Herz legen. Maurice Bardèche, Professor für Literatur, engagierte sich nach dem Krieg ähnlich wie Professor Rassinier für die Wahrheitsfindung in den Frage/n der deutschen Konzentrationslager. Da er selbst weder Linker noch Widerstandskämpfer war, konnte er leider nicht den gleichen publizistischen Erfolg erzielen wie Rassinier. Offensichtlich mußte man auch damals schon ein Linker sein, um überhaupt Gehör zu finden.

Der Grund für den geringeren Erfolg Bardèches ist aber wohl in seinem Stil zu sehen. Er neigt nämlich eher zur romanhaften Darstellung seiner Erkenntnisse. Es fehlen häufig exakte und überprüfbare Quellenzitate, so daß seine Werke kaum zitierfähig sind. Nichtsdestotrotz kann man im Vergleich zu besser recherchierter Literatur wie der Rassiniers feststellen, daß seine Darstellungen seriös sind. Es lohnt sich also, ihn sich zu Gemüte zu führen.

Ihr E. Gauss

4.1. Gibt es doch ewige Wahrheiten?

G: Ich habe während der Betrachtungen der bautechnischen wie chemisch-physikalischen Gegebenheiten von Auschwitz des öfteren auf Zeugenaussagen zurückgegriffen, ohne tiefergehende Ausführungen dazu gemacht zu haben. Dies soll sich nun ändern. Die in die Tausende gehenden Zeugenaussagen über die Vorkommnisse in den angeblichen Vernichtungslagern stellen nach der offiziellen Darstellung eine Fülle von Beweisen dar, die durch nichts zu widerlegen sei. Diese Auffassung höre ich sogar gelegentlich von angesehenen Naturwissenschaftlern. Diese Damen und Herren, zum Teil mit Universitätslehrstühlen begnadete Forscher, sind selbst gegenüber Zeugenaussagen von anderen zum kritischen Denken erzogenen Forschem äußerst skeptisch. Lieber trauen sie einer auswertbaren und reproduzierbaren Meßreihe als dem intimsten ihrer Mitarbeiter. Wenn es aber darum geht, Passagen von Zeugenaussagen oder ganze Aussagen in diesem zeitgeschichtlichen Komplex einer kritischen Betrachtung zu unterwerfen, reagieren diese Hüter der reinen Wissenschaft (H) merkwürdig allergisch:

H: »Wie können Sie nur so borniert sein, diese vielen tausend Zeugenaussagen zu ignorieren?«

G: »Sie haben mich falsch verstanden! Ich ignoriere die Zeugenaussagen nicht, sondern nehme sie beim Wort! Dabei stellt sich aber heraus, daß die Zeugen in entscheidenden Passagen schlicht und ergreifend die Unwahrheit sagen!«

H: »Was interessieren mich Ungenauigkeiten! Das ändert aber doch nichts daran, daß eine Unmenge von Menschen immer das Gleiche erzählt: Es hat die Vernichtung gegeben! Sie können denen doch nicht vorwerfen, daß die alle gelogen haben!«

G: »Schon wieder liegen Sie daneben! Es geht überhaupt nicht darum, irgend jemandem etwas vorzuwerfen oder jemanden der Lüge zu bezichtigen. Mich interessiert nur, ob das Bezeugte technisch-naturwissenschaftlich möglich war. Wenn ich aber zu dem Schluß komme, daß dies in den meisten von den Zeugen berührten Fragen nicht der Fall ist, so kann ich als Naturwissenschaftler daraus nur schließen, daß das Bezeugte falsch ist!«

H: »Gut, die technischen Einzelheiten! Aber doch nicht die Sache selber!«

G: »Auch diese muß dann zur Disposition stehen, wenn die Zeugenaussagen ein Panoptikum von Absurditäten darstellen und damit die Zeugen bei allem, was sie sagen, als nicht mehr glaubwürdig gelten können!«

H: »Aber doch nicht Hunderte und Tausende ehrenwerter Personen!«

G: »Die vermeintliche Ehrenwertigkeit einer Person darf keinen Einfluß darauf haben, wie mein technisch-naturwissenschaftliches Urteil über die Aussage ausfällt: glaubhaft oder unglaubhaft.«

H: »Die Vernichtung hat es gegeben, was stören mich da Ungereimtheiten! «

G: »Dies ist die Aussage eines dogmatischen Theologen, aber nicht die eines Naturwissenschaftlers!«

H: »Also, wenn Sie hier meine Reputation als Naturwissenschaftler in Zweifel ziehen, dann können wir das Gespräch gleich beenden!«

G: »Ein Naturwissenschaftler muß in der Lage sein, auch das bisher als unumstößlich Geltende umzustoßen und neu zu überdenken! Es gibt keine ewigen Wahrheiten; das ist eine der grundlegendsten Erkenntnisse. die jeder Naturwissenschaftler im Blut haben muß«

H: »Das ist doch Quatsch! Doch nicht in einer solchen Angelegenheit, in der alles von Tausenden von Historikern schon eingehend untersucht und immer wieder mit dem gleichen Ergebnis abgeschlossen wurde!«

G: »Historiker sind nichts anderes als die Auguren der Neuzeit. Seit wann kann ein Historiker zu einer Zeugenaussage ein kritisches, auf technische und naturwissenschaftliche Detailkenntnis gegründetes Gutachten abgeben?«

H: »Sie sind ja wahnsinnig! Sie können doch nicht herkommen und die Feststellungen so vieler renommierter Historiker und Politiker in Frage stellen!«

G: »Es ist geradezu die Pflicht des Naturwissenschaftlers, die vermeintlichen wissenschaftlichen Aussagen solcher Leute zu überprüfen, wenn seine Fachkenntnisse gefragt sind.«

H: »Das ist doch alles Unsinn! Was ändert denn die Kritik an einem Detail an der Sache selbst?«

G: »Es ist eben nicht nur ein Detail, sondern es sind Tausende Details, die ein annähernd komplettes Mosaik ergeben!«[1]

Man könnte diese Auseinandersetzung ins Unendliche fortsetzen. Sie würde kein Ende finden, da hier zwei Menschen vollkommen aneinander vorbeireden. Der eine ist von der bisherigen Darstellung überzeugt und mag nicht hinsehen, ob es vielleicht auch anders sein könnte. Er wischt jede Kritik mit einem »Papperlapapp« vom Tisch und vertraut den Aussagen der Historiker, auch wenn sie sich dabei auf fatalste Weise an seinem Fachgebiet vergreifen. Der andere sieht die Lage als unentschieden an und verlangt nach einem althergebrachten Prinzip der Wissenschaften: Alles muß zu jeder Zeit von Grund auf in Frage gestellt werden können. Alles muß einer kritischen Prüfung von allen Seiten standhalten können. Erweisen sich alte Thesen als vollkommen unzureichend oder schlicht falsch, sind sie durch neue zu ersetzen. Ich möchte aber nun zu den Zeugenaussagen bezüglich der Massenvernichtung selber kommen. Sind sie nur in nebensächlichen Details unglaubhaft oder aber in weiten Passagen? Sind es kleinere Mißgeschicke, oder aber handelt es sich um groben Unsinn?

Tabelle 4.1: Zeugenaussagen (Übersicht)

  • Selektionen an der »Todesrampe«. Arbeitsunfähige (alte, kranke, und junge Menschen) werden ohne Registrienung sofort vergast;
  • Hinrichtung von 5 bis 30 Menschen pro m2 Vergasungsraumfläche (eine Telefonzelle hat ca. 1 m2);
  • meist vollkommen abwegige Angaben über die Örtlichkeiten;
  • Anwendung von 500 mg bis 5 g HCN pro Kopf (bei 70 - 80 mg tödlicher Dosis);
  • Tod der Opfer in wenigen Minuten ( »wenige Augenblicke«, »sofort, »2 Minuten«, »5 Minuten«);
  • entweder sofortiger oder (seltener bezeugt) nach wenigen Minuten Lüftung beginnender Leichenabtransport;
  • arbeiten in der Gaskammer ohne Schutzanzug und häufig explizit bezeugt und betont: ohne Gasmasken;
  • Leichenverbrennung in Krematorien, offenen Gruben oder auf Scheiterhaufen:
  • Krematorien:
    • 5 bis 12 Leichen auf einem Mal bei Muffelgröße 60 × 60 × 200 cm (1/3 m2 Grundfläche);
    • wenige kg Koks, manchmal ohne Brennstoff (normaler Bedarf: >30 kg pro Leiche);
    • flammenschlagende Kamine, schwarzer Rauch;
  • Offene Gruben:
    • mehrere Meter tief und breit, einige -zig oder hunderte Meter lang;
    • starke Rauchentwicklung, die das Lager und die Umgebung in dunkle Wolken hüllt;
    • Auffangen von abfließendem Menschenfett, Zurückführung zur Verbrennungsbeschleunigung;
  • Scheiterhaufen:
    • riesige, nachterhellende Flammen, wie oben;
  • Weitere Detalls:
    • schmerzhafter Todeskampf der Opfer;
    • blaue Giftgasschwaden über den Leichen;
    • blau angelaufene Leichen;
    • Leichenverbrennung mit Methanol und Ol;
    • Leichenbeseitigung durch Sprengung.

In Tabelle 4.1 ist ein Überblick der bezüglich Auschwitz-Birkenau abgegebenen Zeugenaussagen gegeben. Sie beinhaltet die Aussagen in ihrer Reihenfolge des angeblichen Verlaufs der Vernichtung. Ich werde diese Liste nun Punkt für Punkt, wenn auch nicht immer in der angegebenen Reihenfolge durchgehen. Dabei wird auch auf Parallelen hingewiesen werden, die zu anderen Vernichtungslagern bestehen. Um Sie, verehrte Zuhörer, nicht mit einer Unmenge an Zitaten von Zeugenaussagen w nerven, werde ich nur einige exemplarisch anführen. Ich möchte Ihnen aber eine Liste von Publikationen überreichen, die aus Büchern besteht, die entweder jede Menge Zeugenaussagen zitieren oder aber mit Bezug auf Zeugenaussagen inhaltliche Aussagen treffen.(Bibliographie siehe im Anhang.)

 

4.2. Selektionen an der Todesrampe

G: Einen der zentralen Punkte der Zeugenaussagen über das Vernichtungslager Auschwitz und gleichzeitig den ersten Punkt auf unserer Liste stellen die sogenannten Selektionen an der Todesrampe dar. Wir haben zuvor gesehen, daß es von der Bahnlinie durch Auschwitz eine Abzweigung in das Lager Auschwitz-Birkenau gab. Diese Linie endete an der sogenannten Rampe zwischen den Krematorien II und III[2]. Die Zeugenaussagen und Vernehmungsprotokolle der mit dem Komplex befaßten Gerichte berichten nun einhellig, daß die dort angekommenen Häftlinge einer Selektion unterzogen wurden. Die Arbeitsfähigen unter den Häftlingen seien danach in das Lager zur Verrichtung von Zwangsarbeit eingegliedert worden. Diese Häftlinge seien ordnungsgemäß in die Lagerkartei der Lagerverwaltung aufgenommen worden. Dabei hätten sie auch ihre Tätowierung bekommen, die viele der Auschwitz-Häftlinge bis heute als Mahnmal mit sich herumtragen. Diejenigen der Häftlinge, die den selektionierenden Ärzten als nicht arbeitsfähig erschienen, also Kranke, Gebrechliche, Alte und Kinder, sollen nach den Zeugenaussagen sofort in die Gaskammern geschickt worden sein. Dabei sei keine Aufnahme dieser Häftlinge in die Lagerdateien erfolgt. Diese vermeintlichen Gaskammeropfer seien also in keiner Weise registriert worden. Höchstens an Hand des täglichen Quantums könne die Gesamtzahl der Opfer geschätzt werden.

Szenenwechsel.

Zu Beginn des Jahres 1990 ging die Meldung durch die deutsche Presse, daß die Sowjets dem Suchzentrum des Internationalen Roten Kreuzes in Arolsen die Sterbebücher des Konzentrationslagers Auschwitz übergeben würden. Darin sei das Schicksal von 74 000 Opfern genauestens aufgeführt[3]. Nun ist es eigentlich nur den Signatarmächten dieses Suchzentrums, darunter die Siegermächte und Israel, sowie den Angehörigen der in den Büchern eingetragenen Opfer möglich, in diese Totenbücher Einblick w erhalten.

Dank gewisser Beziehungen ist es einem Bekannten von mir allerdings gelungen, in die Bücher selber Einblick w erhalten und einen ersten Überblick in die dort eingetragenen Fälle zu erhalten. Nach einem kurzen Besuch im Suchzentrum mußte der Leiter dieser Stelle zugeben, daß die uns vorliegenden Kopien echt sind. Weiterhin mußte er bestätigen, daß nicht 74 000, sondern lediglich 66 000 Todesfälle in diesen Büchern niedergelegt sind. Diese Totenlisten umfassen nur solche Opfer, die ordnungsgemäß in die Lagerkartei aufgenommen wurden. Vergasungsopfer tauchen hier also nicht auf.

Die heute vorhandenen Totenbücher reichen nur bis Ende 1943, der Rest gilt momentan als verschollen. Da also etwa 13 Monate der Geschichte des Konzentrationslager bis zur Besetzung durch die Russen fehlen, ist in der Summe mit einer Anzahl von maximal knapp unter 100 000 Toten w rechnen, wohl gemerkt: Ohne Vergasungen.

In den Totenbüchern sind bei jedem Todesfall die genauen persönlichen Daten vermerkt, wie Alter, Wohnort, religiöses Bekenntnis, auch die Todesursache. Wenn man davon ausgeht, daß diese Bücher ordnungsgemäß geführt wurden, die Eintragungen der Wahrheit entsprechen sowie nachträglich keine Veränderungen durchgeführt wurden, müßte das Bild nach den Zeugenaussagen wie folgt aussehen:

Todesfälle von Menschen über 60, gar 70 Jahren sowie solche unter 10 Jahren dürften so gut wie gar nicht auftauchen, da diese »arbeitsunfähigen« Menschen angeblich sofort vergast worden sein sollen. Dies trifft ganz besonders für Menschen mosaischen Bekenntnisses (Juden) zu.

Ob und wie Fälle von Selbstmord, mißlungener Flucht, Tod durch Mißhandlung und durch Entkräftung aufgeführt sind, kann darüber Auskunft geben, ob sich die von den Häftlingen beschriebenen Umstände des Lagers in den Totenbüchern widerspiegeln. Zuerst konnten leider nur stichprobenartig einige Fäll aus den Totenbüchern ausgewertet werden. Der Probennehmer selber, ein unbeteiligter Ausländer, legte hierbei allerdings keinen Wert auf irgendwelche Merkmale der Eintragungen. Natürlich ist die darauf beruhende, hier vorgelegte Statistik keinesfalls als repräsentativ anzusehen. Allerdings ergeben sich aus ihr zumindest Hinweise, die weitere Forschungsanstrengungen rechtfertigen.

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Frankfurter Rundschau
Unabhängige Tageszeitung

Samstag, 6.Januar 1990, Nr. 5

Moskau öffnet Rotem Kreuz
die Totenbücher von Auschwitz

Schicksal von 74 000 Nazi-Opfern kann jetzt geklärt werden

Von unserem Korrespondenten Peter Amstutz

BERN, 5. Januar. Marion Scheinberger, Leiterin für osteuropäische Angelegenheiten des Zentralen Suchdienstes beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf, kann aufatmen. »Wir haben während mehr als 25 Jahren versucht, Einblick in 48 sogenannte Totenbücher mit den Namen von schätzungsweise 74 000 Personen zu erhalten, die im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben gekommen sind«, schildert die IKRK-Mitarbeiterin die aufs Jahr 1944 zurückgehenden Versuche der humanitären Organisation, von den sowjetischen Behörden Originalakten aus einem Nazi-Todeslager zu erhalten. Knapp 20 Jahre nach Schluß des Zweiten Weltkrieges hatte das IKRK erfahren, daß die Sowjetarmee bei der Befreiung von Auschwitz auch gleich alle Dokumente beschlagnahmt und nach Moskau gebracht hatte.

Nachdem unlängst nun IKRK-Delegierte aus Genf erstmals in der sowjetischen Hauptstadt Einblick in die Totenbücher erhalten hatten, wurde nun damit begonnen, die Dokumente auf Mikrofilm zu übertragen, damit die rund 120 Mitarbeiter des Suchdienstes anhand von Familiennamen, Vornamen, Geburtsdatum und Geburtsort, Nationalität, Namen der Eltern, Beruf, Adresse der Lagerinsassen und ärztlich beglaubigter Todesursache das Schicksal von weiteren Zehntausenden von Menschen abklären können. Die Sowjets haben dem IKRK außerdem Karteien aus Auschwitz zugänglich gemacht. in denen die Namen von schätzungsweise 130 000 Personen stehen, »die als Zwangsarbeiter außerhalb des Lagers für die deutsche Industrie arbeiteten«, wie Manon Scheinberger sagt.

Der Zentrale Suchdienst entstand sieben Jahre nach der IKRK-Gründung durch den Schweizer Henry Dunant während des deutsch-französischen Kriegs von 1870/71 als »internationale Zentralstelle für Auskünfte und Hilfeleistungen an Verwundete und Kranke beider Kriegsparteien«. Heute zählt das gigantische Archiv in seinem vor fünf Jahren bezogenen Neubau, den die Schweiz mit einer Spende von 15 Millionen Franken hatte bauen lassen, rund 45 Millionen Karteikarten sowie Informationsmaterial über weitere etwa 15 Millionen Frauen, Männer und Kinder. Alte Dokumente werden systematisch auf Mikrofilm gesichert, Daten über heutige Kriege und Konflikte bearbeitet der Suchdienst in Genf per Computer. Der Hauptauftrag des Suchdienstes besteht darin, Auskünfte über zivile und militärische Kriegsopfer zu sammeln und weiterzugeben. Noch immer werden pro Jahr rund 300 000 Fälle von Kriegsgefangenen, Zivilinternierten, Vermißten und Toten bearbeitet.

In Arolsen in der Bundesrepublik Deutschland besteht ein internationaler Suchdienst, der eigens eingerichtet wurde, um Informationen über de Zivilopfer des Zweiten Weltkrieges in Deutschland und in den vom »Reich« besetzten Gebieten zu sammeln. Diese ebenfalls vom IKRK verwaltete Suchstelle dürfte in absehbarer Zeit dank der Verhandlungshartnäckigkeit Genfs weiteres aufschlußreiches Material aus der Sowjetunion erhalten. Moskau hat eingewilligt, in rund 200 Archiven des Landes gründliche Nachforschungen anzustellen und allenfalls weitere Totenbücher und Opferlisten aus jenen Konzentrationslagern freigeben zu wollen, die damals von der Roten Armee befreit worden sind.

Der Tabelle 4.2 entnimmt man eine Aufteilung der untersuchten 123 Eintragungen je nach Alter der Opfer. Die Spalte daneben gibt Auskunft darüber, wie viele der entsprechenden Altersgruppe an Typhus verstarben. Auffallend und nicht in Übereinstirnmung mit den Zeugenaussagen ist die Tatsache, daß offensichtlich die Zahl der Todesfälle sehr alter Menschen unter den regulären, registrierten Häftlingen besonders groß ist. Sogar die Gruppe zwischen 70 und 80 Jahren übertrifft an Zahl die der mittleren Altersgruppe um das Doppelte. Beachtet man außerdem, daß die Zahl der Typhus-Opfer unter den mittleren Altersgruppen besonders hoch, unter den oberen aber besonders niedrig ist, so ergibt sich nach diesen Angaben, daß im Lager Auschwitz nach diesen Totenbüchern offensichtlich der Alterstod die Regel war.

Tabelle 4.2: Statistik der Totenbücher von Auschwitz
Todesfälle nach Alter davon an Typhus
0-10 Jahre 3 4
28,6%
11-20 Jahre 11
21-30 Jahre 10 10
50%
31-40 Jahre 10
41-50 Jahre 12 10
47,6%
51-60 Jahre 9
61-70 Jahre 43 5
5,9
71-80 Jahre 21
>80 Jahre 4
Summe 123 29 (23,6%)

Noch deutlicher wird dieses Ergebnis, wenn man die Todesfälle nach den Todesursachen aufgliedert, Tabelle 4.3. Altersschwäche ist in über einem Drittel aller Fälle der Grund für den Tod, gefolgt von der Typhus-Seuche mit einem Viertel aller Fälle. Die dann folgende Todesursache Herz- und Kreislaufschwäche erfaßt ebenfalls wiederum einen Großteil alter Menschen, jedoch ist der Anteil jüngerer Menschen auffällig erhöht, was nicht für günstige Lebensbedingungen spricht. Auch die sich anschließenden Ursachen wie Magen-Darm-Katarrh und Angina Pectoris mußten bei korrekter medizinischer Behandlung nicht unbedingt zum Tode führen. Dies spricht für eine unzureichende medizinische Versorgung.

Als weiteres erstaunliches Ergebnis kann man festhalten, daß von den an Altersschwäche gestorbenen Menschen über die Hälfte jüdischen Bekenntnisses war.

Schließlich kann festgehalten werden, daß die Aussagen über die Selektionen an der Rampe nicht korrekt sein können. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit, die durchaus bei einer Selektion stattgefunden haben kann, bedeutete offensichtlich nicht den sofortigen Tod in einer Gaskammer. Die Tatsache, daß die größte Gruppe der ordentlich registrierten Toten von Auschwitz von jüdischen Menschen über 60, ja 70 Jahren gebildet wird, die an Altersschwäche starben, widerlegt diese in Massen bekannten Zeugenaussagen. Dieser Punkt, meine Damen und Herren, ist kein nebensächlicher! Offensichtlich fangen die Zeugen schon ganz zu Beginn ihrer Aussagen an, massiv zu schwindeln!

Tabelle 4.3: Anteil der Todesursachen in Auschwitz
Todesursache Anzahl der Fälle Prozentsatz
Altersschwäche 44
davon 25 jüdisch
35,8%
davon 56,8% jüdisch
Typhus 29 23,6%
Herz- und Kreislaufschwäche 21
davon >60 Jahre: 8
35,8%
davon >60 Jahre: 38,1%
Lungenentzündung 8 6,5%
ak. Magen-Darm-Katarrh 5 4,1%
Selbstmord 3 2,4%
Rippenfellentzündung, Angina Pectoris, Gehirnschlag, Kachexie bei Noma je 2 je 1,6%
Auf der Flucht erschossen, Sepsis bei Phlegmonen, Magengeschwür, Diphterie, Urämie je 1 je 0,8%
Summe 123 99,9%

Z: Wollen Sie damit sagen, daß es die Selektionen gar nicht gegeben hat?

G: Ich sagte, daß die Aussagen über die Selektionen nach den hier dargestellten Erkenntnissen nicht korrekt sind. Ich habe nicht behauptet, daß es gar keine Selektionen gab. Vielmehr bin ich der Überzeugung, daß die Häftlinge bei Einlieferung in das Lager sehr wohl einer Selektion unterworfen wurden. Auch die kranken oder schwachen Häftlinge des Lagers konnten durchaus einer Selektion, das heißt Auswahl, unterworfen werden. Nach den hier dargestellten Erkenntnissen war aber der Zweck dieser Auswahl nicht unbedingt »Gaskammer« oder »Zwangsarbeit«, sondern wohl eher die Frage, in welchen Block welcher Häftling eingeliefert werden sollte und ob dann welchem Außenlager die Häftlinge zugewiesen werden sollten. Auschwitz hatte in seinem Umland weit über 30 Außenlager, in denen die Häftlinge jeweils unterschiedlichen Beschäftigungen nachgingen. Auch die Verlegung kranker oder schwacher Häftlinge aus diesen Außenlagern nach Birkenau muß nicht deren Tod bedeutet haben, sondern kann schlicht die Einweisung in den großen Krankenlagerbereich von Birkenau bedeutet haben, also eine besondere medizinische Versorgung.

Z: Sie meinen also, daß für das Wohl der Häftlinge in Auschwitz alles Mögliche getan wurde?

G: Wieso zwingt Sie Ihr Geist eigentlich, immer nur in Extremen zu denken? Können Sie sich zwischen grausamer Vernichtung und einem Ferienerholungsheim nicht auch Schattierungen vorstellen? Wer behauptet denn, das Lager Auschwitz sei ein Häftlingserholungsheim gewesen? Das ist doch barer Unsinn, den Sie hier von sich geben! Ich habe zuvor schon von den in Birkenau wütenden Seuchen gesprochen und habe erwähnt, daß einige Todesursachen in den Totenbüchern von Auschwitz von einer medizinischen Unterversorgung zeugen. Ferner kann die genannte Zahl von knapp 100 000 Toten des Lagers Auschwitz kaum ein Indiz für das Wohl der Häftlinge sein. Immerhin handelt es sich bei diesen Toten um knapp 10 % der dorthin eingelieferten oder durchgeschleusten Häftlinge, wenn man den Transportlisten Glauben schenken darf. Was soll also Ihre offensichtlich kontraproduktive Polemik?

Z: ...

 

4.3. Passen 50 Menschen in eine Telefonzelle?

G: Nun kommen wir zum nächsten Punkt. Er betrifft die Menge der Opfer, die pro Vergasung umgebracht worden sein sollen. Die Zeugenaussagen schwanken hier stark. In der Regel wird von 1 000 bis 3 000 Häftlingen gesprochen, die bei einer Vergasung in den Krematorien II und III bei einer Aktion vergast worden sein sollen[4]. Daneben gibt es in einigen Fällen auch andere Angaben. Interessant wird die Angelegenheit, wenn man sich die zu den Opferzahlen gleichzeitig bezeugte Grundfläche vergegenwärtigt, auf denen sich diese Aktionen abgespielt haben sollen. Daraus kann man errechnen, wie viele Menschen auf einem Quadratmeter Platz gefunden haben sollen. So bezieht sich der Zeuge Bendel auf eine Fläche von 40 m2 für 2 000 Personen, also 50 Menschen pro Quadratmeter, also in etwa die Grundfläche einer Telefonzelle. Diese vollkommen absurde Aussage ist durchaus kein Einzelfall; sie tritt vielmehr auch bei Aussagen bezüglich anderer angeblicher Vernichtungslager auf. Nun sind die Leichenkeller I der Krematorien II und III in der Tat 30 Meter lang und 7 Meter breit, haben also eine Grundfläche von rund 210 m2. Danach ergäbe sich nach den Aussagen eine Menschendichte zwischen 5 und 15 Personen. Nun habe ich eine Zeit lang in der S-Bahn meiner Heimatstadt beobachtet, wie viele Personen im etwa 4,5 m2 großen Eingangsbereich während des Berufsverkehrs Platz finden. Die Menschen drängeln sich manchmal extrem hinein, haben sie doch alle ein großes Interesse, mit der Bahn mitzufahren. Ergebnis: Mehr als 25, mit Gewalt vielleicht 30 Personen bekommen Sie dort nicht hinein. Dies entspricht einer Dichte von unter 7 Personen pro Quadratmeter. Problematisch wird die Sache, wenn man die ganze S-Bahn derart auffüllen will. k weiter man sich vom Ausgang entfernt, um so weniger dicht stehen die Menschen, da die wenigsten Personen aufzurücken bereit sind. Die tatsächliche Personendichte wird also nicht über 5 pro m2 gelegen haben können. Eine Anzahl von mehr als 1 000 Personen pro Vergasung ist also unglaubhaft.

Ich möchte bezüglich der Zeugenaussagen in diesen Punkten J.-C. Pressac, den Papst der Extemlinationisten, sinngemäß zitieren. Er bezeichnet solche unmöglichen Aussagen als 'glatte Lüge', 'reine Erfindung', 'Übertreibung', 'pure Propaganda', 'reine Einbildung'[5].

Z: Aber sind das nicht nebensächliche Fragen?

G: Natürlich kann man sich auf diesen Standpunkt stellen. Tatsächlich kann eine falsche Aussage in diesen Dingen nur eines erschüttern, nämlich die Glaubwürdigkeit der Zeugen. Offensichtlich neigen diese zu maßlosen Übertreibungen. Und auch die häufig vollkommen falschen Angaben über die Örtlichkeiten kann man damit entschuldigen, daß das Gedächtnis der Zeugen etwas nachgelassen hat, obwohl diese Aussagen unmittelbar nach Kriegsende aufgezeichnet wurden. Wenn die Aussagen aber so kraß neben der Wahrheit liegt, wie z. B. im oben zitierten Fall mit den 40 m2 großen Kammern, so muß man ernsthaft in Zweifel ziehen, ob die Zeugen überhaupt wissen, wovon sie reden, oder ob sie nicht einfach nur phantasieren. In einem Prozeß in Kanada mußte ein solcher Zeuge zugeben, daß seine Erzählungen eher romanhafte Darstellungen als wahrheitsgetreue Zeugnisse seien[6]. Aber es bleiben nach dem Ausscheiden der offensichtlich falschen Aussagen auch solche übrig, die die Örtlichkeiten verhältnismäßig gut umschreiben. Die Zeugen waren also wahrscheinlich tatsächlich vor Ort. Das kann nicht verwundern, da ja auch die Krematorien von Häftlingspersonal bedient wurden, seien es nun normale Krematorien gewesen oder Anlagen zur Menschenvernichtung. Darunter fällt die Aussage von H. Tauber, die von J.-C. Pressac allerdings mit gleichen Prädikaten versehen wird wie die bereits erwähnten.

Z: Wie erklären Sie sich diese Übertreibungen?

G: Nun die Sache läuft immer wieder auf das eine hinaus: Erstens mußte die Zahl von 4 Millionen erreicht werden, da wurde wohl mit physikalischen Fragen nicht besonders pingelig umgegangen. Zweitens ging es ja um die Darstellung der Leistungsfähigkeit deutscher Vernichtungstechnologie.

Z: Ist denn nicht wenigstens den Verteidigern in diesen Prozessen solch grober Unfug aufgefallen?

G: Doch. Bendel (B) wurde zum Beispiel gefragt, wie 1 000 Leute in einen Raum von 64 m3 passen würden. Er antwortete darauf wie folgt:[7]

B: »Dies muß man sich selbst fragen. Es kann nur mit der deutschen Methode geschafft werden [...] Die 4 Millionen Menschen, die in Auschwitz vergast worden sind, sind die Zeugen dafür.«

G: Die Nazis hatten also offensichtlich die Macht, die Naturgesetze außer Kraft zu setzen. Dieser Zeuge wird noch heute als einer der Kronzeugen zitiert.

 

4.4. »Nach zwei Minuten waren alle tot. . .«

G: Ich möchte nun auf ein Thema zu sprechen kommen, das ich schon im Laufe der Abhandlung über die Chemie der Gaskammerwände angesprochen hatte[8]. Ich bin bei der Simulation der quasistationären Cyanidkonzentration in den Wänden von Entlausungs- und Menschengaskammern davon ausgegangen, daß die Anwendungskonzentration in beiden Fällen ähnlich gewesen sein muß. Ich will Ihnen jetzt anhand der Zeugenaussagen belegen, daß diese Aussage richtig ist. Zuerst möchte ich zwei sicherlich unverdächtige Quellen zitieren. Zum einen handelt es sich um unseren Freund J.-C. Pressac. Er geht als Kenner der Zeugenaussagen in seiner Studie von Anwendungskonzentrationen aus, wie sie in den Sachentlausungsanlagen verwendet wurden[9], also einer Konzentration von 12 g Blausäure pro m3 Luft (1 Vol .%). In den Krematorien II und III mit einem Raumvolumen von etwa 500 m3 (30 × 7 × 2,3 m3) abzüglich 1 000 × 70 Liter für das Volumen der Menschen, also ca. 430 m3, bedeutet dies den Einsatz von ungefähr 5 kg Blausäure. Analoges entnimmt man einer polnischen Veröffentlichung, die in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum in Auschwitz erstellt wurde.[10] Dort ist sogar von 6 bis 12 kg pro Vergasung die Rede. Nun kann man auch einen anderen Weg gehen. Ich habe zuvor ja die Verdampfungscharakteristik der Blausäure vom Trägermaterial des Zyklon B vorgestellt[11].

Wenn man die bezeugte Exekutionsdauer kennt, so kann man mittels der Verdampfungskenndaten des Zyklon B Rückschlüsse auf die angeblich eingesetzte Menge des Präparates machen. Den Zeugenaussagen entsprechend, sollen die Opfer einen schnellen Gastod gestorben sein, wobei die meisten Aussagen zwischen sofortiger Wirkung und 5 Minuten Dauer schwanken. Im Extremfall soll der Prozeß bis zu 15 Minuten gedauert haben.[12] Dies kann man in Vergleich zu den bekannten Exekutionszeiten in den amerikanischen Hinrichtungsgaskammern setzten. Hier dauert der Todeskampf des Opfer bei einer Konzentration von etwa 0,32 Vol. % (3,8 g/m3) HCN vier bis maximal zehn Minuten, bei aufgeregten Opfern auch kürzer[13]. Mit anderen Worten: Wenn in den Gaskammern in Auschwitz die Opfer in ähnlichen Zeiträumen gestorben sind wie die zum Tode Verurteilten und Hingerichteten in den Vereinigten Staaten, so müssen dort ähnliche Konzentrationen geherrscht haben. Bei einem Volumen von 430 m3 der angeblichen Gaskammern der Krematorien II und III müssen also mindestens 430 × 3,8 g = 1,6 kg HCN eingesetzt worden sein. Darüber hinaus muß festgehalten werden, daß sich die Blausäure nur allmählich im Raum verteilt. Da aber auch die Opfer schnell gestorben sind, die fern der Blausäurequelle standen, muß in diesem Zeitraum ein entsprechender Überschuß an Blausäure freigesetzt worden sein. Man kann also damit rechnen, daß zumindest 2 kg Blausäure in den ersten zehn Minuten der Exekution freigesetzt wurden. Diese Schätzung ist extrem konservativ, wahrscheinlich hätte es weit mehr Blausäure sein müssen. Ich bleibe hier aber lieber auf der ganz sicheren Seite.

Wie früher festgestellt, gibt das Präparat Zyklon B in den ersten zehn Minuten nur etwa 10 % des Gesamtblausäuregehaltes ab. Um also in den ersten Minuten 2 kg Blausäure freizusetzen, hätte insgesamt Zyklon B mit 20 kg Blausäuregehalt angewendet werden müssen. Dieser Wert liegt um den Faktor 2 bis 4 über den Zeugenaussagen bezüglich der Anwendungsmenge. Neuerdings gibt es sogar Tendenzen, diese Anwendungsmenge weiter herabzusetzen, da man glaubt, daß die Blausäure für den Menschen giftig genug sei, um schnell zu töten[14]. Leider macht aber die kinetisch gehemmte Freisetzung und Verteilung der Blausäure dieser Spekulation einen Strich durch die Rechnung. Andere Autoren gehen dazu über, die Hinrichtungszeiten den Zeugenaussagen zuwider zu verlängern, um diesen offensichtlichen Widerspruch zu umgehen. Vor allem aber soll dieser Schachzug wohl dazu dienen, der Chemie einen Haken zu schlagen. Ich werde bei der Behandlung der widerstreitenden Argumente hierauf zurückkommen[15].

Eine andere Frage, die hier berührt wird, ist, ob denn soviel Zyklon B, wie nach dieser Rechnung benötigt worden wäre, überhaupt zur Verfügung stand.

Die Lieferungen von Zyklon B an das Lager Auschwitz-Birkenau sind den Gerichtsprotokollen des IG-Farben-Prozesses zu entnehmen[16]. Sie betrugen 1942 7.478,6 kg und 1943 12.174,9 kg. Die Daten für 1944 fehlen leider, dürften aber unter 20 000 kg liegen. Die Gesamtliefermenge der Jahre 1942 bis 1944 lag also unter 40.000 kg, wahrscheinlich bei 35.000 kg. Aussagen, nach denen der überwiegende Teil dieser Lieferungen für Menschenvergasungen verwendet worden sei, werden inzwischen als unglaubwürdig beurteilt[17]. Trotz der von ihm angenommenen Anwendungskonzentration geht Pressac davon aus, daß von den Zyklon B-Lieferungen weniger als 5 % für Menschenvergasungen aufgewendet wurden[18], wobei er sich auf die Feststellungen der alliierten Nachkriegstribunale stützen kann[19]. Damit kommt er bezüglich der angeblich rund 1.000.000 in Auschwitz mit Gas Getöteten allerdings in Schwierigkeiten, da bei einem Pro-Kopf-Einsatz von etwa 5 g (5 kg für 1 000 Menschen) eine Summe von 5.000 kg allein für Vergasungen aufgewendet worden wäre, was auf jeden Fall mindestens 12 % der Gesamtliefermenge entspräche.

Bei 1.000 Vergasungsaktionen à 1.000 Opfern (Summe: 1.000.000 Opfer) kommt man nach den hier angestellten Berechnungen sogar auf 20 Tonnen Zyklon B für Menschenvergasungen, also mindestens 50 % Anteil an den Gesamtlieferungen.

Es bleibt also festzustellen, daß die Zeugenaussagen in sich nicht konsistent sind. Die bezeugten kurzen Exekutionszeiten sind schlicht und einfach mit dem Präparat Zyklon B nicht ohne weiteres möglich gewesen. Es hätte dazu des Einsatzes aberwitziger Zyklon B-Mengen bedurft. Dies hätte die Lager-SS dazu bewegen müssen, zusätzliche Apparaturen zu installieren, die die Blausäure verdampft (Heißluftstrom) und im Raum verteilt (Umluftsystem) hätten. Solches ist aber weder belegt noch bekundet.

Z: Welche Bedeutung hat nun diese Feststellung?

G: Nun, zuerst kann man beobachten, daß die Zeugen ohne technischen Sachverstand und offensichtlich ohne praktische Erfahrungen Dinge erzählen, die mit der Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen sind. Triebfeder der Aussagen von kurzen Tötungszeiten ist meines Erachtens wieder, die Massenvernichtung als reibungslos und schnell funktionierendes System darzustellen, das innerhalb eines Tages viele Vergasungen durchführen konnte. Tatsächlich wäre das mit dem dafür ungeeigneten Präparat Zyklon B unmöglich gewesen. Auch hier also erscheinen annähernd alle Zeugen als unglaubwürdig, da ihre Aussagen erneut unglaubhaft, da tatsachenwidrig sind.

Weiterhin kann man festhalten, daß Exekutionszeiten, die wenigstens annähernd im Rahmen des Bezeugten liegen, die Anwendung von Blausäurekonzentrationen vorausgesetzt hätten, wie sie in den Blausäureentlausungskammern angewendet wurden. Die Randbedingungen für die zuvor angestellten Simulationsrechnungen beruhen also auf realistischen Annahmen.

 

4.5. Sonderkommandos - immun gegen Zyklon B?

G: Doch schreiten wir in dem bezeugten Vernichtungsablauf fort. Ich möchte vorerst ohne weiteren Kommentar zwei Zeugen zitieren, die immer wieder als Kronzeugen aufgeführt werden. Sie gelten als unverdächtig, da sie selber auf der Täterseite gestanden hätten. Zuerst folgt die Aussage von Rudolf Höß (H), der bis zum Jahre 1943 Lagerkommandant von Auschwitz war:

H: »[...] Es beanspruchte zwischen 3 und 15 Minuten, die Menschen in der Todeskammer zu töten, je nach den klimatischen Verhältnissen [...]«[20]

»[...] Eine halbe Stunde nach dem Einwurf des Gases wurde die Tür geöffnet und die Entlüftungsanlage eingeschaltet. Es wurde sofort mit dem Herausziehen der Leichen begonnen [...].«[21]

»[...]

Q: Aber war es für die Insassen nicht äußerst gefährlich, in diese Kammern zu gehen und zwischen all den Leichen und den Gasschwaden zu arbeiten?

H: Nein.

Q: Trugen sie Gasmasken?

H: Sie hatten welche, aber sie brauchten sie nicht, da nie etwas passierte [...]«[22]

G: Es schließt sich die Aussage des Richard Böck (B) an, eines niederen SS-Ranges, der Zeuge einer Vergasung in einem der westlich des Lagers Birkenau gelegenen Bauernhäuser gewesen sein will:

B: »[...] Eines Tages, es war im Winter 1942/43, fragte mich H., ob ich Lust hätte, einmal zu einer Vergasungsaktion mitzufahren. [...]

[...] Der angekommene Transportzug stand auf der freien Strecke. [...]

[...] Sie wurden alle aufgeladen und zu einem ehemaligen Bauemhaus gefahren. [...]

[...] Nachdem der gesamte Transport - es dürfte sich um ca. 1000 Menschen gehandelt haben - in dem Gebäude war, wurde das Tor geschlossen. Anschließend kam ein SS-Mann, ich glaube, es war ein Rottenführer, zu unserer Sanka und holte eine Gasbüchse heraus. Mit dieser Gasbüchse ging er zu einer Leiter. [...] Dabei bemerkte ich, daß er beim Besteigen der Leiter eine Gasmaske aufhatte. [...] er schüttete [...] den Inhalt der Büchse in die Öffnung. [...] Als der das Türchen wieder geschlossen hatte, setzte ein unbeschreibliches Schreien in dem Raum ein. [...] Das dauerte etwa 8-10 Minuten, und dann war alles still. Kurze Zeit später wurde das Tor von Häftlingen geöffnet, und man konnte noch einen bläulichen Nebel über einem riesigen Knäuel Leichen schweben sehen. [...] Allerdings habe ich mich gewundert, daß das Häftlingskommando, das zum Wegschaffen der Leichen bestimmt war, den Raum ohne Gasmasken betrat, obwohl dieser blaue Dunst über den Leichen schwebte, von dem ich annahm, daß es sich um Gas handelte. [...]«[23]

G: Man stelle sich vor: Während aus dem Zyklon B zwischen und unter den Leichen noch über Stunden heftig Blausäure abgegeben wird, arbeiten die Häftlinge der Sonderkommandos in diesen Räumen ohne Gasmasken. Wie ich zuvor gezeigt habe, hatten beide hier angesprochenen Räumlichkeiten keine Entlüflungsanlage[24]. Wie also kann man so etwas erklären? Doch wohl nur mit der wundersamen Immunität der Sonderkommandos gegen das Giftgas Blausäure?

Z: Aber gibt es nicht auch Zeugenaussagen, die von der Verwendung von Gasmasken sprechen?

G: Freilich, die gibt es. Auch das kann niemanden verwundern, sind doch im Lager mit den vielen Tonnen Zyklon B zweifellos große Entlausungsaktionen durchgehührt worden, so daß jeder Häftling von der Gefährlichkeit des Gases gewußt haben muß. Die Häftlinge schließlich, die in der Sachentlausung eingesetzt waren, hätten bei vollem Bewußtsein solche Zeugenaussagen, wie sie von Höß und Böck gemacht wurden, nicht gemacht.

Z: Aber warum gerade diese beiden? Wußten die nicht Bescheid?

G: Von Höß kann man das nicht behaupten, obwohl es solche Erklärungsversuche gibt[25]. Dies steht allerdings in krassem Widerspruch zu Anweisungen, die Höß zu seiner Dienstzeit ausgegeben hat. In diesen wird dazu aufgerufen, bei den anstehenden Entlausungsaktionen besonders vorsichtig zu sein und Abstand zu den begasten Räumen zu wahren, da es wiederholt zu Unfällen gekommen sei[26]. Übrigens ging dieses Schreiben an alle Stellen des Lagers. Es zeigt eine seltsame Fürsorgepflicht auch gegenüber denjenigen, die doch angeblich früher oder später an dem Giftgas sterben sollten.

Ich werde aber später noch auf die Entstehungsweise der Aussage von Höß zurückkommen, so daß sich dann einiges klären wird. Ebenso möchte ich Sie bitten, alle weiteren Fragen über das »Warum« etwas zurückzustellen. Ich werde nachher ganz allgemein und im einzelnen dazu Stellung nehmen.

Bei Böck muß man etwas näher hinsehen, um zu erkennen, daß er eine blühende Phantasie hat. Die von ihm vermeintlich gesehenen blauen Gasschwaden über den Opfern überführen ihn nämlich der Falschaussage. Blausäure heißt nicht deshalb so, weil sie blau ist; sie ist vielmehr farblos. Der Name rührt von der blauen Farbe der Eisencyanide her. Der Name der Säure jedoch führt beim Laien immer wieder zu der Vorstellung, daß diese Säure blau sei. Hätte Böck tatsächlich einer Vergasung zugesehen, so hätte er weder von blauen Dämpfen berichtet noch davon, daß die Sonderkommandoarbeiter ohne Gasmasken in diesen Räumen gearbeitet hätten.

Z: Aber hatten denn nicht die Leichenkeller der Krematorien II und III Entlüftungsanlagen?

G. Freilich. Diese Räume hätten nach einer erfolgreichen Lüftung ohne Gasmasken betreten werden können. So wird auch einhellig von allen Zeugen bekundet, daß man wegen der Lüftung in diesen Anlagen keine Masken benötigte. Es stellt sich nur die Frage, wie schnell denn diese Raume zu lüften gewesen wären. Zunächst einmal hätte man intelligenterweise jede Lüftung unterlassen, bevor nicht das Zyklon B sein Gas annähernd vollständig abgegeben hätte, also 2 Stunden nach Exekutionsbeginn. Die sich anschließende Lüftungszeit hängt von der Motorenstärke der Lüftung und von der Geometrie der Lüftungskanäle ab. Ich greife hier nun auf eine Berechnung eines befreundeten Ingenieurs zurück. Sie wurde neulich unabhängig davon von W. Lüftl im Kern bestätigt. Bevor ich jedoch darauf eingehe, habe ich für Sie eine Denksportaufgabe. Vor uns steht ein Eimer mit 100 blauen Kugeln. Bei jedem Hineingreifen legen wir nun eine rote Kugel hinein, mischen kurz den Inhalt und holen blind eine beliebige Kugel heraus, ohne sie zurückzulegen. Wie oft müssen wir hineingreifen, bis nur noch 10 blaue Kugeln im Eimer sind?

Z: 90 mal?

G: Nein. Kleine Hilfe: Vorausgesetzt, wir haben schon die Hälfte aller blauen durch rote Kugeln ersetzt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß wir beim blinden Herausholen eine rote statt einer blauen Kugel herausnehmen, also vergeblich gehandelt haben?

Z: 50 %.

G: Richtig. In der Mathematik nennt man die dem Problem entsprechende Gleichung eine lineare, homogene Differentialgleichung. Ich möchte hier auf einen mathematischen Fachvortrag verzichten. Es sei Ihnen aber soviel mitgeteilt: Je weiter die Lüftung eines Raumes fortgeschritten ist, um so unwirksamer wird jeder weitere Luftaustausch. Die Konzentration des Stoffes, der ausgetauscht werden soll, nimmt nicht linear, sondern nur exponentiell ab. Tatsächlich müssen wir hier noch weiter eingreifen. Aus den Plänen der Leichenkeller kann man erkennen, daß Luftein- und -ausgang sehr eng beieinanderliegen[27]. In der Wirklichkeit bekommt man also einen Luftkurzschluß. Man tauscht in erster Linie frische Luft gegen frische Luft aus. Eine Auffüllung des Raumes mit Leichen würde schließlich die Lüftung des Kellers extrem verlängern. In Tabelle 4.4 ist ein Beispiel der Konzentrationserniedrigung durch die Lüftung des Leichenkellers angeführt. Diese Berechnung beruht auf der Annahme, daß die Anlage in Birkenau in 10 Miauten einen kompletten Luftwechsel schafft. Diese Annahme beruht auf Berechnungen, die von Ingenieuren mittels der über Birkenau erhältlichen Daten angestellt wurden.

Tabelle 4.4: Blausäure-Konzentrationsabnahme bei idealem und realem (behindertem) Luftaustausch

Anzahl der Luftaustausch-
vorgänge

Zeit

Blausäure-Restbestand

ideal

real
(Faktor 4)

1

10 min.

36,8%

77,9%

2

20 min.

13,5%

60,7%

3

30 min.

5,0%

47,2%

4

40 min.

1,8%

36,8%

5

50 min.

0,7%

28,7%

7

1 Std. l0 min.

0,1%

17,4%

10

1 Std. 40 min.

0,0%

8,2%

15

2 Std. 30 min.

0,0%

2,4%

20

3 Std. 20 min.

0,0%

0,7%

Die Zeugen behaupten nun, daß die Lüftung sofort nach dem Ende der Exekution, also nur wenige Minuten nach Exekutionsbeginn, eingesetzt haben soll. Weiterhin soll die Lüflung nur etwa eine halbe Stunde benötigt haben, um die Giftgase zu entfernen und die Kammer ohne Gasmaske begehbar zu machen. Diese Aussagen müssen aus zwei Gründen als unglaubhaft zurückgewiesen werden. Erstens konnte eine erfolgreiche Lüftung der Kammern nicht vor Ende der Blausäureabgabe des Trägers, also vor 2 Stunden nach Exekutionsbeginn, erfolgen. Zweitens hätte die Lüftung einer rnit hohen Giftgaskonzentrationen belegten Kammer mit der vorhandenen Lüftungsgeometrie und einer vollständigen Füllung der Kammer mit Menschenleibern mindestens 2 Stunden benötigt, um die Giftgaskonzentration soweit zu erniedrigen, daß ein Zutritt ohne Gasmasken möglich gewesen wäre. Somit hätte eine Lüftung der Kammern mindestens 3 Stunden gedauert.

Z: Soviel ich weiß, ist Blausäure auch ein Kontaktgift. Hätten sich die Arbeiter der Sonderkommandos nicht auch durch die Haut vergiften können?

G: Das ist richtig. Beim Umgang mit Blausäure gilt die erste Regel, daß man schweißtreibende Arbeit vermeiden soll, da die feuchte Haut jede Menge Blausäure aufnimmt. Auch Vergiftungen durch die Haut können tödlich sein. Tatsache ist, daß die angebliche Arbeit der Sonderkommandos, nämlich das Wegschleppen der Leichen, schweißtreibend gewesen wäre. Das Arbeiten in den nicht lüftbaren angeblichen Gaskammern mit Gasmasken, aber ohne Schutzhandschuhe oder sogar kompletten Schutzanzug wäre also ein Himmelfahrtskommando gewesen. Auch in den lüftbaren Kammern kann es passieren, daß man beim Anfassen der mit Blausäure bedeckten Leichen eine Vergiftung bekommt. Allerdings kann man sich ja als SS-Mann auf den Standpunkt stellen, daß es egal ist, ob die Menschen des Sonderkommandos an ihrer Arbeit zugrunde gehen. Schließlich sollen diese Menschen ja früher oder später selber umgebracht worden sein. Dieser Kritikpunkt an den Aussagen ist daher eher nebensächlicher Natur. Festzuhalten ist aber, daß die Aussagen über das Betreten von Kammern mit tödlichen Giftgaskonzentrationen falsch sind und daß auch die Aussagen über die Lüftungsdauer völlig fehl gehen. I m übrigen gibt uns diese Erkenntnis wiederum recht in der Annahme, die zuvor in der Simulationsrechnung gemacht wurde. Die Kontaktzeit des Giftgases mit den Wänden der angeblichen Menschengaskammern hätte höher gelegen, als von den Zeugen berichtet und von uns angenommen, da die Lüftung niemals so effektiv sein konnte, wie von den Zeugen berichtet.

Z: Also auch hier wieder das Bestreben, die Technik des Holocausts als ausgereift sowie schnell und effektiv arbeitend darzustellen?

G: Richtig. Und wieder kollidieren die Darstellungen frontal mit der Wirklichkeit.

Ich möchte nun eine Reihe weiterer Indizien dafür anführen, daß viele Zeugenaussagen zumindest passagenweise reine Phantasieprodukte sind. So kann man zum Beispiel immer wieder lesen, daß die Vergasungsopfer blau angelaufen seien. Das trifft auch für andere Lager zu. Tatsache ist aber, daß Blausäure- oder auch Kohlenmonoxid- Vergasungsopfer rosa-rötlich anlaufen. Die Vorstellung der Menschen, daß Vergasungsopfer wie Erstickungsopfer auszusehen hätten, läuft eben den Tatsachen vollkommen zuwider. Ein echter Zeuge hätte diesen auffälligen Unterschied zu seinen Vorstellungen bemerkt und korrekt wiedergegeben. Ebenfalls sprechen die Berichte über schmerzhafte Todeskämpfe der Blausäureopfer für phantasievolle Darstellungen. Sie beruhen auf der Annahme, daß die Blausäureopfer einen ähnlichen Tod sterben wie Zyankaliopfer. Letztere nehmen Blausäuresalze (zum Beispiele KCN, »Zyankali«) über den Mund ein. Dabei wird durch die Magensäure Blausäure freigesetzt. Diese diffundiert durch die Magenwände und setzt die Zellatmung der Bauchmuskulatur lahm. Die Muskeln verkrampfen darauf auf eine sehr schmerzhafte Weise. Diese sogenannten Erstickungskrämpfe der Muskulatur nimmt das Opfer bewußt und somit schmerzhaft wahr. Anders sieht es jedoch im Falle der Blausäurevergiftung durch die Lunge aus. Hier wird die Blausäure gleichmäßig im Körper verteilt, wobei primär das Gehirn wegen der guten Durchblutung und seiner Empfindlichkeit gegen Sauerstoffunterversorgung reagiert. Der erste Effekt einer Blausäuregasvergiftung ist daher eine Trübung des Bewußtseins. Bevor es überhaupt zu schmerzhaften Erstickungskrämpfen der Muskulatur kommen kann, ist das Opfer in der Regel schon bewußtlos[28]. Außerdem mögen Sie beachten: Wäre der Blausäuretod tatsächlich schmerzhaft, so würde er in den USA niemals als Exekutionsmethode angewendet werden. Der somit verhältnismäßig schmerzarme Tod mit Blausäuregas kann nicht der Grund für die Berichte der Zeugen über schmerzhafte Todeskämpfe sein. Diese Aussagen können ihre Begründung eher in der Lektüre von Kriminalromanen haben.

Z: Sind dies Ihrer Meinung nach nun unbedeutende Einzelheiten, die Sie uns hier vorlegen, oder zentrale Fragen?

G: Teils, teils. Die Frage der Gasmasken erschüttert die entsprechenden Zeugenaussagen in ihren Grundfesten. Der immer wiederkehrende unsinnige Kleinkram unterstützt dagegen die These, daß die Zeugen sich etwas aus der Nase ziehen, nie aber wirklich das beobachtet haben, was sie behaupten. Ein solches Indiz allerdings, auf sich allein gestellt, vermöchte die gesamte Aussage kaum in Frage zu stellen. Der Punkt ist aber eben, daß die Zeugenaussagen von vom bis hinten voll mit solchem Unsinn sind.

 

4.6. Das Märchen vom brennenden Paulinchen

G: Ich möchte diesen Umstand an einem weiteren Beispiel deutlich machen. Es handelt sich um die Aussage von Henryk Tauber, einem ehemaligen Mitglied des Sonderkommandos im Krematorium II in Birkenau. Pressac beschreibt ihn als den besten Zeugen, den wir haben. Er bezeichnet ihn als 95 % historisch zuverlässig. Die fehlenden 5 % sieht er darin, daß auch Tauber von Übertreibungen und geringfügigen Abweichungen in der Beschreibung der Örtlichkeiten nicht lassenkann[29]. So erwähnt Tauber zum Beispiel, daß die Sonderkommandos während alliierter Luftangriffe auf Auschwitz besonders viele Leichen (bis zu acht) in die Kremierungsmuffeln schoben, um mit großen, aus den Schornsteinen schlagenden Flammen die alliierten Flugzeuge auf sich aufmerksam zu machen. Schon zuvor haben wir festgestellt, daß aus Krematoriumskaminen keine Flammen schlagen können[30]. Diesen technischen Unsinn Taubers bemerkt der Pharmazeut Pressac allerdings nicht. Aussagen über flammenschlagende Kamine sind übrigens keine Seltenheit. Sie gehen meistens Hand in Hand mit Aussagen, daß das Lager während der Jahre 1942 bis 1944 unter einer dunklen Rauchdecke erzeugt von den Kremierungen, gelegen habe. Aber auch diese Aussagen entstammen lediglich derPhantasie. Die von den Alliierten im Jahre 1944 angefertigten Aufnahmen zeigen zu keinem Zeitpunkt rauchende Feuer oder sogar ein gänzlich im Rauch verhülltes Lager[31]. Bezüglich der angeblichen Anzahl auf ein Mal in eine Muffel eingeschobener Leichen möchte ich nur soviel ausführen: Die Muffeltüren der Kremierungsöfen waren nur 60 cm hoch und breit[32]. Es dürfte reichlich schwierig sein, dort acht Leichen hineinzubekommen. Zu diesem Punkt verliert Pressac denn auch die bereits vorhin erwähnten kritischen Töne (Abschnitt 4.3).

Aber ich möchte hier auf eine ganz andere Passage von Taubers (T) Aussage kommen:

T: »[...] Während der Verbrennung solcher [nicht ausgemergelter] Körper verwendeten wir nur zum Anzünden der Ofenfeuerung Koks, da die fetten Körper dank der Freisetzung des Körperfettes von selber brannten. Gelegentlich legten wir bei Koksknappheit Stroh und Holz in die Aschenbehälter unter den Muffeln. Wenn die fetten Leichen erst zu brennen begannen, fingen die anderen Leichen von selbst Feuer. [...]

[...] Später, als eine Verbrennung der anderen folgte, brannten die Öfen dank der durch die verbrennenden Körper entstehenden Glut von selbst. Somit wurde die Ofenfeuerung bei der Verbrennung fetter Leichen im allgemeinen gelöscht. [...]«

G: Sehr verehrte Damen und Herren! Sie alle dürften noch aus ihrer Kinderzeit oder aus der Kleinkinderzeit ihrer Söhne und Töchter das Märchen vom brennenden Paulinchen von Wilhelm Busch kennen. Eine Frage nun an Sie: Können Menschen von selber gänzlich verbrennen?

Z: Der Mensch besteht zu 60-70 % aus Wasser. Zur Verbrennung ist eine Menge Energie nötig.

G: Richtig. Aber der 95 % historisch zuverlässige Zeuge Tauber berichtet wie viele andere Zeugen aus allen möglichen Lagern oder auch über Ereignisse in Rußland, daß die Leichen nach einem kurzen Stroh- oder Holzfeuer von selber brannten! Was sagen Sie nun dazu?

Z: Offensichtlicher Unsinn! Die Zeugen lügen!

G: Sie müssen differenzieren! Ob die Zeugen lügen, also wissentlich die Unwahrheit sagen, können nur die Zeugen selber wissen! Tatsache aber bleibt, daß sie die Unwahrheit sagen.

Z: Aber warum erzählen die Zeugen einen solchen Unsinn, wenn es auch vernünftig gegangen wäre?

G: Im Grunde weiß ich es nicht. Möglicherweise standen die Zeugen vor dem Dilemma, daß sie zu erklären hatten, wie man mit wenig Brennstoff viele Menschen verbrennen kann.

Z: Weiß man denn, wieviel Brennstoff zur Verfügung stand?

G: Ja, wir wissen es heute, da die Kokslieferungen an die Krematorien von Auschwitz für einen gewissen Zeitraum lückenlos dokumentarisch überliefert sind. Sie lagen im Bereich von 60 bis 80 Tonnen pro Monat[33], was für wenige tausend Kremierungen pro Monat ausgereicht hätte. In der Summe der Betriebszeit von etwa 18 Monaten erhält man somit ungefähr die Anzahl der in den Totenbüchern angegebenen Toten.

Z: Aber die Zeugen konnten doch über solche Einzelheiten nicht nachgedacht haben, das haben sie ja bei anderen Dingen offensichtlich auch nicht getan?

G: Richtig, sonst hätten sie solchen Unsinn unterlassen. Aber eine Erklärung kann es trotzdem haben. Der Zeuge Tauber hat sich möglicherweise über den Brennstoffbedarf von Leichenverbrennungen gar keine Gedanken gemacht, sondern hat mit dem vorhandenen Brennstoffmaterial einfach drauflos extrapoliert. Frei nach dem Bendel-Motto: »Das kann nur mit der deutschen Methode geschafft werden.«

Z: Aber ist das Thema Massenvernichtung nicht schon gelaufen, wenn die Kokslieferungen alle anderen Behauptungen widerlegen?

G: Mitnichten! Das einfachste Gegenargument lautet: Wenn die Deutschen die Massenvernichtung geheimhalten wollten, so hätten sie auch die Brennstofflieferungen geheimhalten können. Freilich ist es Unsinn, vom Lager Birkenau zu behaupten, dort hätte irgend etwas geheimgehalten werden können. Allein die Tatsache, da6 die Bauern der Gegend ihre Felder bis an die Lagergrenzen bebauten, jede Menge Zivilfirmen im Lager mit Bauarbeiten beschäftigt waren und viele Häftlinge das Lager täglich durchliefen, entweder auf dem Weg in andere Lager, auf dem Weg zur täglichen Arbeit in der umliegenden Industrie, Seite an Seite mit deutschen Zivilisten, oder aber auf dem Weg nach Hause nach ihrer Entlassung, auch so etwas gab es, führt die These von der Geheimhaltung ohne weiteres ad absurdum. Aber das ist jetzt nicht unser Thema.

 

4.7. Leichen in der Pfanne?

G: Ich möchte Ihr Augenmerk nun auf ein anderes Aussagedetail lenken, das von vielen Häftlingen aus manchen Lagern überliefert ist. Ich zitiere hierzu wiederum den ehemaligen Lagerkommandanten Höß[34]:

H: »[...] Das Unterhalten des Feuers bei den Gruben, das Übergießen des angesammelten Fettes [...] Beim Leichenschleppen aßen sie und rauchten. [...]«

In dieselbe Kerbe, aber noch etwas deutlicher, schlägt Henryk Tauber:

T: »[...] Ein anderes Mal warf die SS einen Gefangenen, der nicht schnell genug arbeitete, in eine Grube nahe des Krematoriums V, die voll mit kochendem Menschenfett war. Zu dieser Zeit [Sommer 1944] wurden die Leichen im Freien in Gruben verbrannt, von denen das Fett in getrennte, im Erdreich eingegrabene Reservoirs floß. Dieses Fett wurde über die Leichen gegossen, um die Verbrennung zu beschleunigen. [...]«

G: Diese und ähnliche Aussagen sind nicht etwa eine Ausnahme, sondern die Regel. Nun kann man sich dazu eigentlich jeden Kommentar verkneifen. Oder gibt es hier jemanden, der das Problem nicht überblickt?

Z: Ja ich! Sie können das doch nicht einfach übergehen!

G: Gut, dann gehe ich kurz darauf ein. Ich habe schon zuvor eingehend dargelegt, warum die Berichte über Leichenverbrennungen in tiefen Gruben unglaubhaft sind, und möchte mich daher hier nicht wiederholen[35]. Angenommen, die Zeugen haben mit ihren Aussagen recht: Viele Leichen wurden in kurzer Zeit unter freiem Himmel restlos verbrannt. Wie das auch immer funktioniert haben soll: Dafür war ein heißes Feuer nötig. Bei lauwarmen Feuerchen dauern Kremierungen nämlich eine halbe Ewigkeit und gelingen immer nur unvollkommen, da der Mensch nunmal vor allem aus Wasser besteht. Wenn also solche offenen Feuer brannten, so wird, hypothetisch betrachtet, wenn überhaupt, dann zuallererst das aus den Körpern austretende Fett verbrennen. Leichen, die in offenen, heißen Feuern liegen, können ihr Fett unmöglich abgeben, ohne daß es verbrennt. Das wissen die Zeugen sehr gut, denn sie behaupten ja im gleichen Atemzug, daß das Fett zur Unterhaltung des Feuers und zur Beschleunigung der Verbrennung benutzt wurde. Wenn das Fett aber die Verbrennung beschleunigt, so tut es dies schon in dem Augenblick, in dem es aus dem Körper tritt. Es kann also niemals in Kanälen gesammelt und abgeführt werden. Fett sammelt sich nur dort, wo die Flammen vom Fleisch ferngehalten und die Zündtemperatur des Fettes nicht überschritten wird, zum Beispiel bei der Verwendung von Pfannen. Daß die Leichen in Pfannen gelegen hätten, wird man aber wohl nicht annehmen, noch hat dies jemals jemand ernsthaft behauptet.

Bei diesen Passagen handelt es sich also um nichts anderes als um klassische Gruselmärchen. Wer jemandem noch irgend etwas abnimmt, nachdem dieser so etwas erzählt hat, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.

 

4.8. Leichenbeseitigung durch Sprengung

G: Nun mag ich damit noch nicht Ruhe geben, sondern möchte dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufsetzen. Ich zitiere wiederum R. Höß[36]:

H: »[...] Die Leichen wurden zuerst mit Ölrückständen, später mit Methanol übergossen. [...] Er versuchte auch durch Sprengung die Leichen zu vernichten. [...]«

G: Dies ist nun ein ganz besonders trauriges Beispiel für mindere Zurechnungsfähigkeit der damaligen SS-Leute. Wer käme ernsthaft auf die Idee, Leichen durch Sprengungen zu vernichten? Der einzige Effekt, den man damit erzielen kann, dürfte eine gleichmäßige Verteilung der Extremitäten und Eingeweide in den Astgabeln der umliegenden Bäume sein. Wenn solch ein Unsinn vom Lagerkommandanten R. Höß allen Ernstes erzählt wird und von unseren Historikern kritiklos wiedergegeben wird, weiß man nicht mehr, an wessen Verstand man eigentlich verzweifeln muß. An dem von R. Höß, an dem unserer Historiker oder aber an dem eigenen.

Ähnlich skurril sind Zeugenaussagen, die ernsthaft meinen, daß aus Massengräbem Blutgeysire aufgestiegen seien. Kommentar überflüssig. Wie Sie merken, verehrte Damen und Herren, handelt es sich bei den Zeugenaussagen um ein kunterbuntes Panoptikum perverser Phantasien, die nichts, aber auch gar nichts mit der möglichen Wirklichkeit zu tun haben.

 

4.9. Todesstatistik von Dachau

Z: Wollen Sie damit sagen, daß alles, was die Zeugen berichten, falsch ist?

G: Alles ist bestimmt nicht falsch. Es ist aber erwiesen, daß fast alle Zeugen über weite Bereiche die Unwahrheit sagen, daß sich die Balken biegen. Wem soll ich also Ihrer Meinung nach noch etwas glauben?

Ich möchte hier auf einen Komplex eingehen, der nicht direkt mit Auschwitz zusammenhängt. Es geht um die Todesstatistik des Lagers Dachau. Sie wurde von den Amerikanern nach den Eintragungen der Lagerbücher nach der Lagerübemahme angefertigt. An dieser Statistik, die repräsentativ für viele Lager im damaligen Reich ist (z.B. BergenBelsen[37]), kann man die Geschichte der angeblichen Vernichtung gut verfolgen. In Grafik 4.1 sehen wir die Anzahl der Todesfälle im Lager Dachau im Zeitraum vom Februar 1940 bis zum April 1945[38]. Im Jahreswechsel 1940/41 sowie im Sommer und Herbst 1942 kommt es in Dachau, einem etwa 10.000 Menschen fassenden Lager, zu einer merklichen Erhöhung der Totenzahlen. Sie sind mit dem Auftreten von Seuchen zu erklären. Erst gegen Ende des Krieges, als die Infrastruktur des Reiches durch den Kriegsfortgang und durch die verheerenden Bombardements zusammengebrochen war, schnellen die Todeszahlen ins Extreme und erreichen im Februar 1945 die Spitze mit knapp 4 000 Toten. Der Grund dafür ist, wie in anderen Lagern auch, folgender: Mit der durch den Vormarsch der Sowjets im Osten bedingten Räumung der Lager in Osteuropa und Ostdeutschland wurden die dort Inhaftierten in westliche Lager verlegt. Das Lager Dachau mußte z. B. gegen Kriegsende über 60 000 Gefangene aufnehmen, obwohl seine Infrastruktur nur auf höchstens 20000 ausgelegt war[39]. Durch den Zusammenbruch der Infrastruktur des Reiches durch die alliierten Flächenbombardements war es nicht nur unmöglich, die deutsche Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln und medizinischen Gütern zu versorgen. Auch die Situation der vollkommen überfüllten Konzentrationlager war hoffnungslos. Die Lebensmittelrationen wurden auf ein lächerliches Minimum gekürzt, die dann sogar teilweise wegen des zerbombten Transportnetzes nicht angeliefert werden konnten. Medizinische Hilfe konnte niemand mehr gewähren, die sanitären Anlagen fielen wegen der zerbombten Frisch- und Abwasserleitungen und der gestörten Energieversorgung ebenso aus. Katastrophal wurde die Situation dadurch, daß die aus dem Osten kommenden Häftlinge häufig Seuchen, wie die Typhus-Epidemie, einschleppten. Man muß sich die Lage in ganz Deutschland damals vor Augen halten. In der Endphase des Krieges bis zum Jahre 1947 fuhr der Tod überall in Deutschland eine reiche Ernte ein. Hunger und Seuchen gab es in der Zivilbevölkerung überall. Im Osten wütete z. B. die Vertreibung mit Millionen Opfern. Und dennoch: Die Sterblichkeit in den Lagern war außergewöhnlich hoch und konnte auch von den alliierten Befreiern erst im Laufe der Monate herabgesenkt werden, da auch sie wegen der zerstörten Infrastruktur, den überfüllten Lagern und den wütenden Seuchen erhebliche Probleme hatten, das herrschende Chaos in den Griff zu bekommen. Ich habe zuvor schon über die Bilder mit den Leichenbergen berichtet, die von den Amerikanern und den Briten aufgenommen wurden und genau diese Umstände festhielten[40]. Es handelt sich hier nicht um Opfer eines vorsätzlichen Massenmordes, sondern um die Opfer des zusammenbrechenden Reiches. Aus der obigen Grafik können wir ersehen, daß mindestens die Hälfte aller Opfer der Konzentrationslager des westlichen Reiches auf das Konto dieser Umstände gehen.

Z: Wollen Sie damit sagen, daß die Alliierten schuldig für die Toten sind, da sie den Krieg gewonnen haben?

Todesstatistik des KL Dachau (wenn wir's noch kleiner machen, erkennt man nix mehr. Sorry :-))
Todesstatistik des KL Dachau

G: Jede Nation, die einen Krieg so total verliert, wie ihn Deutschland seinerzeit verlor, hätte mit ähnlichen Zuständen in ihren Lagern zu kämpfen gehabt. Die Frage ist nicht, ob man Schuld an diesen Umständen trägt, sondern ob man zumindest grob fahrlässig unschuldige Menschen solchen Gefahren ausgesetzt hat. Die Diskussion erübrigt sich, wenn man über Kriminelle oder Kriegsgefangene redet, deren Festsetzung völkerrechtlich erlaubt ist. Anders sieht es bei politisch und rassisch Verfolgten aus, deren Verfolgung und Inhaftierung schließlich verboten ist. Die Begründung für die Festnahme vieler Menschen im Dritten Reich war ja

die Zugehörigkeit zu einer Minderheit, von der der Staat der Überzeugung war, daß sie den Staat oder das Volk gefährde. Das Festsetzen vermeintlicher Staatsfeinde in Konzentrationslagern wurde im Zweiten Weltkrieg aber auch von den Amerikanern durchgeführt. Sie sperrten seinerzeit die japanischen Einwanderer in Konzentrationslager, obwohl die meisten dieser Japaner vollkommen schuldfrei waren[41].

Auch nach dem Krieg sperrten die Amerikaner viele hunderttausend unschuldige Deutsche ein und ließen sie in Massen, diesmal aber vorsätzlich, jämmerlich verrecken; die Opferzahlen dieser wilden Inhaftierung unter dem Stichwort »automatic arrest« gehen an die Million[42]. Aber dieses »tu quoque« (du auch) soll hier keine Entschuldigung für irgendeine Seite sein. Solche rechtsstaatlich nicht gedeckten Inhaftierungen bleiben völkerrechtswidrig, und die Verantwortung für die daraus entstehenden Schäden bei den derart Inhaftierten bleibt bei dem handelnden Staat. Somit hat das Dritte Reich die aus politischen oder rassischen Gründen Inhaftierten zumindest grob fahrlässig dem Risiko eines Schicksals ausgesetzt, das sie dann am Kriegsende ereilte. Nur: Dies war eben kein vorsätzlicher Massenmord, also keine geplante Vernichtung von Menschenleben.

Ich möchte zum Schluß noch auf zwei Eckdaten verweisen, die im Zusammenhang mit der Todesstatistik von Dachau interessant sind. Da ist zuerst der angebliche Befehl zum Beginn der Massenvernichtung im Juni 1941. Zwar hat bisher niemand ein Dokument vorbringen können, daß dieser Befehl tatsächlich erteilt wurde, aber dennoch wird dieses oder ein ähnliches Datum oft erwähnt. Wir sehen in der Todesstatistik, daß sich die Todesfälle nach diesem Datum nicht merklich ändern. Gleichzeitig behauptet die etablierte Historikerschaft, daß Himmler im November 1944 den Befehl zur Einstellung der Vernichtung gegeben habe. Der einzige Befehl, der erhalten ist, ist der zum Abbau der beweglichen Einrichtungen des Lagers Auschwitz sowie zur Vorbereitung der Räumung des Lagers. Von Vernichtung ist darin nicht die Rede. Erstaunlicherweise ist der November 1944 gerade der Monat, in dem in Dachau und in den anderen Lagern des Reiches die Todesziffern dramatisch ansteigen. Die Statistiken der Todeszahlen in den deutschen Konzentrationslagern spiegeln also eventuelle Vernichtungsmaßnahmen nicht wider. Nach diesen Daten hat es in Dachau keine geplante, vorsätzliche Vernichtung gegeben, sondern höchstens ein grob fahrlässig herbeigeführtes Massensterben durch Lagerüberfüllung und durch den Zusammenbruch der Infrastruktur.

 

4.10. Renommierte Historiker zu Zeugenaussagen

G: Was sagen nun aber die Historiker zu den hier besprochenen Zeugenaussagen? Zu Beginn dieser Vorlesung habe ich bereits Herrn Prof. Nolte zu Wort kommen lassen. Ich möchte nun den Historiker und Fachmann der Geschichte des Dritten Reiches H.-H. Wilhelm (W) zitieren[43]:

W: »Und erst neuerdings häufen sich die Verdachtsmomente, daß mit der systematischen Vernichtung der Juden möglicherweise erst einige Zeit nach dem Überfall auf die Sowjetunion begonnen worden ist, und zwar ohne völlig unmißverständliche Direktiven aus Berlin.

Es gibt recht eindeutige Hinweise darauf, daß erst in Nürnberg 1945 'Sprachregelungen' verabredet worden sind, nach denen die betreffenden Befehle 1941 schon vor dem Antreten im Osten ausgegeben worden sein sollen. Die Zeugenaussagen differieren ganz erheblich. Es gibt Zeugen, die in einer ganzen Serie von Prozessen zu den gleichen Fragen immer wieder vernommen worden sind und gezwungen waren, in der direkten Konfrontation mit ihren früher gemachten Aussagen diese nicht nur zu modifizieren, sondern völlig umzustoßen. Die sich daraus ergebenden quellenkritischen Probleme liegen auf der Hand.«

G: Offensichtlich hat man unter den Historikern sehr wohl gemerkt, daß die Zeugenaussagen ein sehr unsicheres Pflaster sind. Auch der jüdische Princeton-Professor und Fachmann für die jüdische Geschichte der Neuzeit Arno J. Mayer (M) macht zu den Zeugenaussagen mittlerweile kritische Anmerkungen[44]:

M: »Die Quellen zur Untersuchung der Gaskammern sind vor allem rar und unzuverlässig. [...] Keine schriftlichen Befehle zur Durchführung von Vergasungen sind bisher aufgetaucht. [...]

[...] Inzwischen bestreitet man auch nicht mehr die vielen Widersprüche, Vieldeutigkeiten und Fehler in den bestehenden Quellen. [...] Das gleiche gilt für die unterschiedlichen Schätzungen und Extrapolationen bezüglich der Zahl der Opfer, da es keine verläßlichen Statistiken gibt, mit denen sich arbeiten ließe. [...]

[...] Zumal kein schriftlicher Befehl ausgemacht werden konnte, wird verstärkt angenommen, daß die Anordnung mündlich ausgegeben und erhalten wurde. [...]

[...] Zwischen 1942 und 1945 wurden überdies sicherlich in Auschwitz, wahrscheinlich aber auch überall sonst, mehr Juden durch sogenannte 'natürliche' Ursachen getötet als durch 'unnatürliche' [...]«

G: Das Ohr hörtes, doch vermag es nicht zu glauben: Die Quellen bezüglich der Gaskammern sind rar und unzuverlässig. Die vielen tausend Zeugenaussagen besitzen also selbst für einen der Historikerpäpste kaum mehr Beweiswert. Da es aber keine schriftlichen Befehle für Vergasungen gibt und sonstige Quellen kaum gegeben sind, fragt man sich unweigerlich, worauf nun eigentlich das ganze Gebäude der Massenvergasungen ruht?

 

4.11. Falschbeschuldigung und Selbstbeschuldigung

G: Ich möchte nun zu der anfangs zurückgestellten Frage zurückkehren: Warum gibt es so viele vermutlich oder nachweislich falsche Aussagen? Diese Frage berührt ein großes Problemgebiet der Justiz, nämlich die Frage nach dem Wert und Unwert von Zeugenaussagen allgemein. Dazu möchte ich einen kleinen Exkurs machen, bevor ich mich den hier besonders zu untersuchenden Fragen zuwende. Wiederum können Sie in einer Liste die einzelnen hier angesprochenen Punkte wiederfinden. Die richtige Wertung und Gewichtung von Zeugenaussagen ist seit jeher eines der größten Probleme der Rechtsprechung. So gelten z. B. gerichtliche wie außergerichtliche Geständnisse nicht als Beweismittel, sondern nur als Indizien. Der Zeugenbeweis wiederum gilt als ungewisser, schlechter Beweis, da er selten die objektive Wahrheit wiedergibt (§ 373 Zivilprozeßordnung, analoges gilt für die Strafprozeßordnung).

Allgemein müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein, damit eine Zeugenaussage gerichtlich verwertbar ist:

  1. Der Zeuge muß glaubwürdig sein.

Ohne Anspruch auf Vollzähligkeit zu erheben, seien einige Bewertungskriterien der Glaubwürdigkeit aufgezählt:

  1. Emotionale Verwicklung. Sind Zeugen in den zu untersuchenden Fällen zu stark emotional verwickelt, so kann dies die Aussage in die eine oder andere Richtung verfälschen, ohne daß dies bewußt geschehen muß.
  2. Wahrheitsliebe. Zeigt sich vor Gericht, daß es ein Zeuge mit der Wahrheit nicht so genau hält, so erschüttert dies seine weitere Glaubwürdigkeit.
  3. Aussage unter Zwang. Ein Zeuge kann in seiner Aussagefreiheit eingeschränkt sein, wenn er mittelbarem oder unmittelbarem Druck ausgesetzt ist, die es ihm ratsam erscheinen lassen, seine Aussage danach auszurichten.
  4. Beeinflussung durch Dritte. Das Gedächtnis eines Menschen ist leicht manipulierbar. Ereignisse, die von anderen tatsächlich oder vermeintlich erlebt wurden und die der Zeuge in Erfahrung brachte, können leicht als eigenes Erleben interpretiert werden. Ist also ein Zeuge vor seiner Aussage intensiv mit der Materie der Verhandlung in einer bestimmten, einseitigen Weise konfrontiert worden, so kann dies leicht seine Aussage im Sinne dieser Eindrücke verändern.
  5. Zeitlicher Abstand zum Vorgang der Verhandlungssache.
  1. Die Zeugenaussage muß glaubhaft sein.

Entscheidend für die Glaubhaftigkeit einer Aussage ist, daß sie in sich schlüssig ist, also in Übereinstimmung mit den Regeln der Logik, dem zur Tatzeit technisch Möglichen und den Naturgesetzen steht.

Die oben unter 1. zusammengefaßten Punkte sind bei Zeugenaussagen z. T. nur schwer zu überprüfen. Besonders Punkt l trifft fast immer auf die von einem Fall persönlich betroffenen parteiischen Zeugen zu (vermeintliche Opfer und vermeintliche Täter). Die Parteivernahme, mit der wir es hier fast ausschließlich zu tun haben, gilt somit als besonders unzuverlässige Zeugenaussage und als das schwächste Glied in einem Prozeß. Selbst bezüglich der ebenfalls oftmals unzuverlässigen unparteiischen Zeugenaussagen (neutrale, nicht beteiligte Zeugen) herrscht zwischen der Rechtspraxis und der Rechtslehre ein augenfälliges Mißverhältnis, da trotz einhelliger Warnungen der Zeugenbeweis als der nach der Parteivernehmung schlechteste Beweis sogleich auch der häufigste ist, dem die Gerichte zumeist kritiklos gegenüberstehen[45]. Erst kürzlich erschien über die Unzuverlässigkeit von Zeugenaussagen ein bemerkenswerter Artikel, in dem festgestellt wurde, daß gerade die eigentlich als geübt geltenden Polizisten bei Aussagen am häufigsten neben der Wahrheit liegen[46].

Auch in der Bundesrepublik Deutschland kommt es immer wieder vor, daß Angeklagte sich schuldig bekennen, obwohl sie nachweislich nichts mit der Tat zu tun hatten. Nicht selten sehen die Beschuldigten nur noch in einem Geständnis einen strafmildernden Lichtblick angesichts ihrer ausweglosen Lage. Spiegel-TV berichtete im Sommer l990 von zwei Fällen, bei denen sich die Angeklagten des Mordes schuldig bekannten, nachdem sie äußerst »wirkungsvollen Verhörmethoden« sowie einer nicht weniger »effektiven Verfahrensweise« ausgesetzt waren. Obwohl laborwissenschaftliche Untersuchungen in beiden Fällen ergaben, daß beide Angeklagte mit der Tat nichts zu tun hatten, lehnten die Gerichte die Sachbeweise wegen »Offenkundigkeit durch Geständnis« ab. Durch einen glücklichen Zufall wurden die tatsächlichen Täter kurze Zeit später gefaßt, die beiden Verurteilten daraufhin entlassen[47].

Tabelle 4.5: Problem Zeugenaussage

Allgemein:

    • Parteivernahme (verm. Opfer /Täter) ist schlechtestes Indiz in einem Prozeß, der Zeugenbeweis ist der schlechteste Beweis; (MDR 34 (1980) 112)
    • Selbstbeschuldigung ohne objektive Schuld ist sehr häufig; (Spiegel-TV, RTL-Plus, 15.7.90, 2145, heute-Journal, ZDF, 26.3.92, 2145)

Speziell:

    • IMT Art. 19: »Der Gerichtshof ist an Beweisregeln nicht gebunden.«
    • IMT Art. 21: »Der Gerichtshof soll nicht Beweis für allgemein bekannte Tatsachen fordern, sondern soll sie von Amts wegen zur Kenntnis nehmen. [...]«
    • erzwungene Zeugenaussage unter Strafandrohung;
    • Ablieferungszwang aller Dokumente an die Anklage;
    • Dokumenten- und Akteneinsichtsverweigerung für Verteidiger;
    • Reise- und Devisenverbot für Verteidiger;
    • vielfach bezeugte Folter an Angeklagten (Senator McCarthy, Richter van Roden);
    • VVN: Drohung gegen Entlastungszeugen (ehem. Häftlinge)

Frankfurter Ausschwitz- Prozeß 1963-66:

    • Zeugenvernahme durch Sicherheitsdienste/ Justizministerien des jeweiligen Herkunftslandes;
    • Rücksprache der Zeugen bei jeweiligen Botschaften in Verhandlungspausen; (BGH Az. StR 280/67)
    • Zeugenbeeinflussung durch Aussagen von Vorzeigezeugen in den Medien vor den und während der Verhandlungen;
    • Vorverurteilung der Angeklagten durch Medien;
    • Vorverurteilung durch das Gericht: Ausstellung über die Täter, in Paulskirche durch Staatsanwaltschaft während des Prozesses;
    • VerteidigerLaternser: »es [hat] zu keiner Zeit - auch nicht vor dem IMT [...] eine so gespannte Atmosphäre wie im Auschwitz-Prozeß gegeben.«
  • Viele beeidete Zeugenaussagen über Massenvernichtungen in KZs im Altreich (z. B. Dachau, Bergen-Belsen, Buchenwald, Sachsenhausen) sind heute als Lügen entlarvt; ( If Z, M. Broszat, DIE ZEIT, 19. 8. 60; Stadt Dachau, Az. 42/Ra.Ri, 8.2.83)
  • Gut 2/3 aller Zeugenaussagen zu den Lagern in Polen werden heute von politisch links eingestellten Historikern als unglaubwürdig verworfen; (Prof. Jagschitz, Gutachten zum Verfahren gegen Honsik, Landgericht Wien, Az. 20e Vr 14184 & Hv 5720/90)
  • Forensische Gutachten über Glaubhaftigkeit der Aussagen, über logische, naturwissenschaftliche und technische Möglichkeit des Bezeugten wurden im angeblich größten Verbrechen der Menschheit niemals erhoben.
  • Neuere Versuche durch Verteidiger werden wegen »Offenkundigkeit des Gegenteils der Beweisbehauptung« abgelehnt, z. B. unter Verweis auf die Tatsache, daß die Massenvernichtung im 'Brockhaus' stehe und damit nicht widerlegbar sei.

Ein weiterer Fall ereignete sich kürzlich in den USA. Zwei Männer, die 1973 wegen Polizistenmordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, wurden freigelassen, nachdem ein Detektiv bewiesen hatte, daß die Polizei die Hauptzeugen zu Falschaussagen gezwungen hatte48.

Je mehr ein vermeintlicher Tatbestand in der Öffentlichkeit thematisiert wird, um so wahrscheinlicher ist ferner eine Gedächtnismanipulation bei den Zeugen. Erfolgt die Darstellung des Themas zudem nur einseitig, ist eine massive, unbewußte Manipulation fast nicht zu verhindern. Die in der umseitigen Aufzählung unter 2. erwähnte logische Schlüssigkeit und Übereinstimmung mit technischen Möglichkeiten und naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten läßt sich im Gegensatz zu den unter 1. angeführten Punkten meist recht gut überprüfen. Dazu steht dem Gericht das Sachverständigengutachten zur Verfügung, das von einer neutralen, sachkundigen Person erstellt wird. Häufig stehen die Feststellungen des Sachverständigen im Gegensatz zu gewissen Zeugenaussagen. In Anbetracht der oben angeführten Unabwägbarkeiten bei Zeugenaussagen wird das Sachverständigenurteil diesen im allgemeinen vorgezogen. Es kann in der Regel nur durch ein Gegengutachten in seiner Glaubhaftigkeit erschüttert werden.

W. Lüftl (L), bis vor kurzem Präsident der Bundesingenieurkammer Österreichs, schreibt zu dem Problem der Gegenüberstellung von Zeugenaussage und Sachverständigengutachten[49]:

L: »Der Sachverständige hat häufig die Richtigkeit von Zeugenaussagen zu beurteilen. [...] er hat [...] mit seiner Sachkunde zu beurteilen, ob die Aussage im Einklang mit den technischen Möglichkeiten und den Naturgesetzen steht. Ich darf zunächst auf Wittgenstein verweisen [...] 'Über Gewißheit' [...] Satz 441 [...]: 'Im Gerichtssaal würde die Versicherung des Zeugen 'Ich weiß. . .' niemanden überzeugen. Es muß gezeigt werden, daß der Zeuge in der Lage war zu wissen.'

Das heißt, daß technische Fakten niemals allein durch Zeugenaussagen geklärt werden können, sondern daß der Wahrheitsgehalt einer Prüfung durch den Sachverständigen standhalten muß. [...]

Wir kennen Fälle aus der Vergangenheit: Auch wenn 46 Zeugen mehr oder weniger dezidiert angeben, nichts gehört zu haben, so spricht dennoch der 47. Zeuge die Wahrheit, dessen Angabe durch Sachverständige verifiziert werden kann. [...]

Jedes Gericht eines modernen Rechtsstaates bewertet unbedenkliche Urkunden und Sachverständigengutachten höher als die Aussagen nicht gerade unbeteiligter Zeugen. Auf die Zahl der Zeugen kam es nur in grauer Vorzeit (Übersiebnungsverfahren) an. [...]

Daher ist der Widerspruch zwischen Zeugenaussage und Sachverständigengutachten häufig dadurch zu erklären, daß. [...] der Sachverständige zeigt, daß der Zeuge 'nicht wissen kann' oder 'bewußt die Unwahrheit sagt'. Die Widersprüche sind in der Regel nicht dem Sachverständigen anzulasten. [...]«

 

4.12. Das IMT - Rachejustiz als Normsetzung

G: Ich möchte nun über den Komplex der deutschen Kriegsverbrechen allgemein sprechen, wie er vor dem Tribunal der Sieger, also vor dem Nürnberger Militärgerichtshof, behandelt wurde. Zuerst möchte ich Ihnen einen Eindruck geben von der Einstellung des Chefanklägers dieses Gerichtshofes, R. Jackson (J), der sich in diesen Dingen einig wußte mit den Richtern, die als Mitglieder der Feindstaaten Deutschlands zugleich Ankläger waren[50]:

J: »[...] Deutschland hat sich bedingungslos ergeben, aber es ist noch kein Friedensvertrag unterzeichnet oder eine Einigung erzielt worden. Die Verbündeten befinden sich technisch genommen noch im Kriegszustand mit Deutschland, obschon die politischen und militärischen Einrichtungen des Feindes zusammengebrochen sind. Als Militärgericht ist dieses Gericht eine Fortsetzung der Kriegsanstrengungen der Vereinten Nationen. Als Internationaler Gerichtshof wird er nicht gebunden durch die einschränkenden Bestimmungen, die in materieller und verfahrensmäßiger Hinsicht in den Verfassungs- und Gerichtssystemen der einzelnen Länder bestehen. [...]«

G: Noch deutlicher wird das Londoner Statut, in dem die Verfahrensregeln festgelegt wurden, nach denen in Nürnberg gerichtet wurde. In seinem Artikel 19 liest man:

»Der Gerichtshof ist an Beweisregeln nicht gebunden.«

Artikel 21 schließlich ist der Kernpunkt unseres Problems:

»Der Gerichtshof soll nicht Beweis für allgemein bekannte Tatsachen fordern, sondern soll sie von Amts wegen zur Kenntnis nehmen. [...]«

Hier wird nichts anderes ausgesagt, als daß Dinge, die von genügend Zeugen glaubhaft versichert oder durch Dokumente belegt werden, nicht mehr des Sachbeweises bedürften. Aber es kann auch noch weitergehend interpretiert werden. Selbst das Vorhandensein eines Zeugen- oder Dokumentbeweises ist nicht nötig, wenn sowieso jeder weiß, daß es das betreffende Ereignis gegeben hat.

Wie aber sahen die Konsequenzen dieses Statutes aus? Ich möchte mich hier auf unverdächtige Stimmen aus dem damals feindlichen Ausland beschränken. Natürlich gab es in den USA einige gewissenhafte Männer, die diese unrechtmäßigen Normen mit ihren Konsequenzen nicht akzeptierten. Da war zum Beispiel der Richter van Roden. Er bewirkte im Jahre 1947 eine großangelegte Diskussion in den amerikanischen Zeitungen über die breitangelegten Rechtsbrüche des Nürnberger Tribunals[51]. Diesen Beiträgen kann man folgende Hauptkritikpunkte entnehmen:

Ein weiterer Komplex ist das Thema Folterungen in alliierter Haft. Bis heute gibt es keine umfassende Untersuchung zu diesem Problem. F. Oscar hat schon recht früh zu diesem Thema ein Buch veröffentlicht. Darin zitiert er eine Rede von Senator McCarthy vor dem US-Kongreß. McCarthy war als Beobachter des Senats Mitglied eines Sonder-Wehr-Untersuchungsausschusses. Dieser wurde ins Leben gerufen, nachdem verstärkt Nachrichten von Folterungen in amerikanischem Gewahrsam an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Es gab seinerzeit eine Vielzahl solcher Untersuchungsausschüsse, deren Ergebnisse alle ähnlich lauteten, die aber allesamt in der Versenkung verschwanden. McCarthy trat nach nur zwei Wochen von diesem Beobachterposten zurück. Als Grund dafür gab er an, daß er von den Militärs nur als Feigenblatt benutzt werde. Er meinte, die Vorgehensweise der Militärs mit seinem Gewissen nicht vereinbaren zu können. Anläßlich seines Rücktrittes hielt McCarthy (C) vor dem US-Senat eine Rede, die ich hier auszugsweise zitieren möchte[52]:

C: »[...] Über die Scheinverfahren als solche besteht kein Streit. [...] Er [der Angeklagte] wurde dann mitten in der Nacht mit einer schwarzen Kapuze über dem Kopf in ein kleines dunkles Zimmer geführt. [...] Scheinrichter [...] Scheinstaatsanwalt [...] Scheingeistlicher [...] Scheinhinrichtung [...] Sicherlich ist es nicht allzu schwer, unter solchen Umständen Geständnisse zu erlangen.

Schlagen, Treten in die Hoden, andere körperliche Mißhandlungen der Gefangenen gehörten auch dazu, um die Angeklagten 'weich zu machen' und Geständnisse von ihnen zu erlangen. [...]«

G: Nun gibt es eine Anzahl von Erlebnisberichten deutscher Gefangener über Folterungen. Auch hiervon möchte ich ein Beispiel zitieren. Es handelt sich um den bereits häufig zitierten Rudolf Höß (H), ehemals Lagerkommandant von Auschwitz[53]:

H: »[...] Am 1 l.März [1946] 23 Uhr wurde ich verhaftet' [...] Es wurde mir übel zugesetzt durch die Security-Field-Police. [...] Unter schlagenden Beweisen kam meine erste Vernehmung zustande. Was in dem Protokoll drin steht, weiß ich nicht, obwohl ich es unterschrieben habe. Doch Alkohol und Peitsche waren auch für mich zuviel. [...] Minden a. d. Weser. [...] Dort wurde mir noch mehr zugesetzt durch den 1. englischen Staatsanwalt. [...] Die psychische Quälerei der drei Satane war doch zuviel. [...]«

G: Sein Zeugnis ist deshalb so zuverlässig, weil einer der bei der Festnahme anwesenden britischen Soldaten, R. Butler (B), im Jahre 1983 einen Erlebnisbericht veröffentlichte, in dem er die von Höß beschriebenen Umstände bestätigt und weiter ausführt[54]:

B: »[...] Wir merkten später, daß er seine Zyankalitabletten verloren hatte. Aber er hätte ohnehin keine große Chance gehabt, diese einzunehmen, da wir ihm sofort eine Stablampe in den Rachen stießen. [...]

'Wie heißen Sie?'

Mit jeder Antwort 'Ich heiße Franz Lang' landete die Hand von Clark krachend im Gesicht des Gefangenen. Nach dem vierten Schlag war Höß gebrochen und gestand, wer er war. Das Geständnis entlud plötzlich den Abscheu der jüdischen Sergeants des Verhaftungskommandos, deren Eltern in Auschwitz aufgrund eines Befehls von Höß starben.

Der Gefangene wurde von der oberen Schlafkoje gezerrt, und seinen Schlafanzugrissen sie ihm vom Leib. Anschließend wurde er nackt auf eine der Schlachtbänke gestoßen, wobei seine Schreie und sein Stöhnen Clark endlos vorkamen. Endlich drängte der anwesende Mediziner den Hauptmann, die Folter an Höß einzustellen: 'Rufen Sie sie zurück, wenn Sie keinen toten Körper wegschaffen wollen.'

Eine Decke warf man über Höß und trieb ihn zu Clarks Auto, wo der Sergeant ihm eine Flasche Whisky in die Kehle schüttete. Höß fielen die Augen zu. Clark schob seine Gummiknüppel unter die Augenlider von Höß und schrie ihn auf deutsch an: 'Halte deine Schweinsaugen offen, du Schwein!'

[...] Es dauerte drei Tage, bis Höß ein zusammenhängendes Geständnis ablegte. Aber dann redete er, ohne aufzuhören. [...]«

G: Ein weitaus weniger wichtiger Sachverhalt, und damit möchte ich die Rahmenbedingungen des Militärtribunals beenden, ist das Verhalten der ehemaligen Häftlinge untereinander. Es ist durchaus vorgekommen, da6 Häftlinge zur Entlastung von Angeklagten ausgesagt haben. Allerdings war dies nicht die Regel. Interessant sind in diesem Zusammenhang aber die Aussagen der Häftlinge, die zugunsten der Angeklagten aussagten bzw. aussagen wollten. Sie berichten davon, da6 sie von der Organisation ehemaliger Verfolgter des Naziregimes, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN, mittels massiver Drohungen unter Druck gesetzt wurden, entlastende Aussagen zu unterlassen[55]. Als Druckmittel standen dieser Vereinigung zwei Möglichkeiten zur Verfügung, die sie gnadenlos einsetzte. Erstens entschied diese Vereinigung über die Anerkennung des Verfolgtenstatus eines ehemaligen Häftlings. Damit konnte sie darüber entscheiden, ob diesen Menschen im damals hungernden und wohnungsarmen Deutschland zusätzliche Nahrungsmittelrationen und eine Unterkunft zugewiesen wurden oder nicht. Zweitens drohte man den damaligen Häftlingen, daß man sie im Falle einer entlastenden Aussage selber vor Gericht schleppen werde, da es eine Leichtigkeit sei, Zeugen zu finden, die versichern, daß der Beschuldigte Mithäftlinge mißhandelt oder sogar getötet habe. Diese Dinge sind in den Protokollen des Nürnberger Tribunals festgehalten, da einige Häftlinge sich von diesen Drohungen glücklicherweise nicht einschüchtern ließen und dies vor Gericht bezeugten. Doch wie viele Menschen haben soviel Mut und Edelmut, selbst unter solchen Bedingungen für ihre damaligen Gefängniswärter auszusagen, deren Schicksal ihnen reichlich schnuppe sein konnte?

Ergänzend sei hier angeführt, daß die VVN von Leuten geführt wurde, die schon im Kriege in den internen Selbstverwaltungen der Konzentrationslager eine zentrale Rolle spielten. Zumeist waren es Kommunisten und Sozialisten, die von den Nazis als erste in die Lager gesteckt wurden, und auch Schwerstkriminelle, die einen erheblichen Anteil der Häftlinge stellten. Aufgrund ihrer Lagererfahrungen und ihres politischen und ideologischen Drills beziehungsweise ihrer Skrupellosigkeit wurden sie immer wieder als Führer nach oben geschwemmt. Schon in den Lagern waren sie verantwortlich für viele Mißstände, die zu Unrecht der Lagerverwaltung angelastet werden. Über die Schikanen und Mißhandlungen der Häftlinge untereinander gibt es interessante Berichte ehemaliger Häftlinge, die ich zur Lektüre nur empfehlen kann[56].

Heute gilt die VVN übrigens als kommunistische Organisation, die regelmäßig im Verfassungsschutzbericht als verfassungsfeindlich bewertet wird.

Ich möchte abschließend betonen, daß die Feststellungen des damaligen Nürnberger Tribunals die Grundlage für all das bilden, was heute als unumstößlich bewiesen gilt. Das Nümberger Tribunal hat somit die Nom1 für die Geschichtsschreibung wie für die Rechtsprechung gesetzt.

Z: Aber die Zeugen hätten sich doch in späteren Erlebnisberichten ohne die Drohungen der WN anderweitig, z. B. schriftlich, äußern können.

G: Ich möchte diesbezüglich ein Beispiel nennen. Dr. Benedikt Kautsky, österreichischer Sozialdemokrat, hat sieben Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbracht. Hiervon verbrachte er vier Jahre in Auschwitz, während deren er unter anderem in dem großen Krematorium II arbeitete, dessen Keller angeblich als Gaskammer diente. In der ersten Auflage seines Buches Teufel und Verdammte schreibt er, daß er während dieser Zeit niemals etwas von Vergasungsanlagen gesehen habe. Diese Auflage ist nicht mehr zu haben. Kurz darauf erschien eine zweite Auflage, die dahingehend »verbessert« wurde, daß er jetzt Gaskamrnergeschichten aufgenommen hat. Er erwähnt aber, daß sie nicht auf eigenem Erleben beruhen, sondern auf Berichten glaubwürdiger Dritter.

Schließlich darf ich ein eigenes Erlebnis berichten. Auf die Aussage eines Bekannten, daß sein Vater selber vergast worden sei und seine noch lebende Mutter dies bestätigen könne, besuchte ich besagte Mutter. Diese bekam wegen dieser Aussage des Sohnes Streit mit diesem. Er solle, so ihre Reaktion, nicht einen solchen Unsinn erzählen. Sein Vater sei eines natürlichen Todes im Lager gestorben. Über die Frage: Gaskammer - ja oder nein - war aus dieser werten Dame aber nichts herauszuholen. Sie weigerte sich, weiter über dieses Thema zu sprechen.

Ich darf zusammenfassen: Für jeden, der gegen die »Gaskammern« etwas ins Felde führt, wird das Pflaster schnell heiß, egal, von welcher Seite er kommt. Ich werde das gleich noch ausführen.

 

4.13. Der Frankfurter Auschwitz-Prozeß ein Schauprozeß

G: Nun möchte ich den Blick einem der zentralen Prozesse der bundesdeutschen Justiz in der Auschwitz-Frage zuwenden. Es handelt sich um den von 1963 bis 1966 durchgeführten »Auschwitz-Prozeß« in Frankfurt/ Main. In seinem Verlauf wurde von keiner Seite die Frage aufgestellt, ob es Gaskammern gegeben hat oder nicht. Somit unterblieb eine forensische Untersuchung des Komplexes. Ich machte zuerst einige Zitate aus dem Urteil (U) des Verfahrens bringen[57]:

U: »Denn dem Gericht fehlten fast alle in einem normalen Mordprozeß zur Verfügung stehenden Erkenntnismöglichkeiten, um sich ein getreues Bild des tatsächlichen Geschehens im Zeitpunkt des Mordes zu verschaffen. Es fehlten die Leichen der Opfer, Obduktionsprotokolle, Gutachten von Sachverständigen über die Ursache des Todes und die Todesstunde, es fehlten Spuren der Täter, Mordwaffen usw. Eine Überprüfung der Zeugenaussagen war nur in seltenen Fällen möglich. Wo geringste Zweifel bestanden oder die Möglichkeit einer Verwechselung nicht mit Sicherheit auszuschließen war, hat das Gericht Aussagen von Zeugen nicht verwertet. [...]

Die allgemeinen Feststellungen [...] beruhen auf [...] den glaubhaften Aussagen der Zeugen [...] Böck, ferner auf den handschriftlichen Aufzeichnungen des ersten Lagerkommandanten Höss.«

G: Man hält die Luft an: Kein Opfer gefunden, keine Erkenntnis über die Mordwaffe oder über die Todesursache, keine Spuren der Täter. Noch nicht einmal ein Versuch der Erbringung von forensischen Gutachten wurde gemacht. Jeder normale Mordprozeß hätte eingestellt werden müssen. Nicht so hier. Über die Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen habe ich bereits ausführlich berichtet. Wenn Böck und Höß im Gegensatz zu den meisten anderen dem Gericht als glaubwürdig erschienen, um welchen Unsinn handelt es sich dann bei den verworfenen Aussagen? Und: Wie intensiv ist die geistige Vernebelung unserer Juristen? Doch weiter vernehmen wir in diesem Urteil:

U: »[...] Es bedarf keiner Frage, daß die Gefahr bestand, daß Zeugen guten Glaubens Dinge als eigene Erlebnisse darstellten, die ihnen in Wirklichkeit von anderen berichtet worden waren oder die sie nach der Befreiung in Büchern und Zeitschriften, die sich mit den Geschichten in Auschwitz beschäftigten und in großer Zahl vorhanden sind, gelesen hatten. [...]«

G: Nun ist es in der Tat so, daß vor und während des Prozesses ein regelrechter Presserummel um die Zeugen stattfand. So konnten schon vor Prozeßbeginn viele Zeugen ihre Aussagen in der Presse verbreiten und somit die ganze Öffentlichkeit einschließlich anderer Zeugen beeinflussen. Dadurch bedingt, fand eine massive Vorverurteilung der Angeklagten durch die Medien statt. Mehr noch: Während des Prozesses veranstaltete der im Prozeß engagierte Staatsanwalt Bauer in der Frankfurter Paulskirche eine Ausstellung, in der die Angeklagten als Täter vorgestellt wurden.

Der Verteidiger Laternser (L), der auch an dem Nürnberger Militärtribunal als Verteidiger mitgewirkt hatte, führte daher über den Frankfurter Auschwitz-Prozeß folgendes aus[58]:

L: »Es [hat] zu keiner Zeit - auch nicht vor dem IMT [...] - eine so gespannte Atmosphäre wie im Auschwitz-ProzeB gegeben.«

G: Wer nun glaubt, damit sei das Maß voll, der irrt. Im Laufe des Prozesses stellte sich nämlich heraus, daß besonders die Zeugen, die aus dem Ostblock heranreisten, vor ihrer Ausreise vor den Justizministerien oder Sicherheitsdiensten ihrer Länder vorsprechen mußten. Ferner wurde festgestellt, daß die Zeugen während des Prozesses regelmäßig vor jedem Verhandlungstag zu der Botschaft ihres Landes beordert wurden. Der Bundesgerichtshof führt zu diesen Revisionsgründen der Verteidigung aus, daß diese Vorkommnisse durchaus als gegeben angesehen werden können[59]. Es sei aber, so die Auffassung des Gerichts, eine unbegründete Annahme, daß die Zeugen bei der Vorsprache bei ihren Sicherheitsdiensten, Justizministerien oder Botschaften in ihrer Aussage beeinflußt worden seien. Gleichzeitig lehnte er die Ablehnung der vermeintlich betrügerischen Zeugen seinerseits ab, obwohl nachgewiesen wurde, daß einige davon sich Zeugengelder in der Größe mehrerer Monatsverdienste ihres Heimatlandes zusammengeschwindelt hatten, ja daß einige als Berufszeugen von Prozeß zu Proze9 fuhren. Der Bundesgerichtshof verwarf daher die Revision.

Mir fehlen hier die Worte. Ihnen auch, wie ich höre.

Wir haben es hier mit einem klassischen Schauprozeß zu tun. Und das im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland!

Z: Aber hat es nicht auch hier ehemalige Häftlinge gegeben, die für die Angeklagten aussagen wollten?

G: Die hat es. Mit diesen ist auch etwas anders umgesprungen worden als noch im Nürnberger Tribunal. Dort konnten diese Zeugen, sofern sie sich nicht hatten einschüchtern lassen, ohne weiteres vortreten. Nicht so im Frankfurter Prozeß. Da gab es zum Beispiel in Frankreich den Historiker Prof. Rassinier. Er wurde wegen seiner Tätigkeit für die französische Resistance in deutschen Konzentrationslagern inhaftiert. In mehreren Büchern hat er über diese Zeit berichtet und seine historische Forschung darauf konzentriert. Er wurde von der Verteidigung geladen, um über die interne Struktur der KZs w berichten. Rassinier war seinerzeit schon dafür bekannt, daß er die Darstellungen anderer Zeugen wegen deren Unsachlichkeit, Einseitigkeit und Übertreibungen hart angriff. Der deutsche Rechtsstaat reagierte auf die Ladung dieses Zeugen rabiat. Er verweigerte Professor Rassinier an der Grenze die Einreise nach Deutschland.

Weitere Fragen dazu?

Z: Rassinier berichtet ja von seiner Zeit äußerst interessante Dinge. So hat sich die SS in die Verwaltung des Lager kaum eingemischt. Vielmehr wurde es den Häftlingen überlassen, ihre internen Angelegenheiten selber zu regeln. Nach Rassinier gehen danach die überaus meisten Mißhandlungen von Häftlingen nicht auf die SS, sondern auf übergeordnete sadistische bzw. machtgierige Mithäftlinge zurück.

G: Sie haben die Aussagen Rassiniers richtig im Kopf. In der Tat hatten die KZs eine weitgehend unabhängig arbeitende Häftlingsselbstverwaltung. Sie alle werden möglicherweise gewisse Szenen aus amerikanischen Krimis kennen, die sich in dortigen Gefängnissen abspielen. Natürlich sind die Umgangssitten in Haftanstalten sehr rüde, und sie werden noch brutaler, wenn man die Häftlinge sich selbst überläßt. Es zeigt aber auf seiten der Lagerleitung ein gewisses Maß an Gleichgültigkeit und sogar Fahrlässigkeit, wenn man solche Zustände duldet.

Z: Wenn ich mich nicht irre, gab es damals in der SS strenge Vorschriften, die Mißhandlungen an Häftlingen streng verboten und Zuwiderhandlungen mit harten Strafen zu ahnden drohten. Es hat ja zur Kriegszeit auch entsprechende Verfahren wegen Häftlingsmißhandlungen gegeben.

G: Es stimmt, daß es solche Anordnungen für die SS gab[60]. Und es stimmt auch, daß es vereinzelt zu Prozessen gekommen ist[61]. Man muß allerdings hinzufügen, daß oberste Stellen der Reichsregierung die entsprechenden Untersuchungskommissionen in Fragen der Konzentrationslager gezielt an ihrer Arbeit hinderten[62]. Man wird wohl vermuten müssen, daß es dann wohl etwas zu verbergen gab.

Z: Nun hat es in jüngster Zeit ja einige Prozesse gegeben, zum Beispiel den Schwammberger-Prozeß. Was halten Sie von diesen Prozessen?

G: Nun, mir liegt gerade zu diesem Fall ein ausführlicher Prozeßbericht von einer Rechtsschutzorganisation vor. Nach dessen Lektüre sträubten sich mir die Nackenhaare ähnlich wie bei dem hier über Nürnberg und Frankfurt Berichteten. Es handelt sich auch hier lediglich um das Abmessen eines Strafmaßes für einen längst vor dem Prozeß für schuldig erklärten Täter. Analoges gilt für das Verfahren gegen G. Weise, genannt der »Wilhelm Tell von Auschwitz«.[63]

 

4.14. Die Ludwigsburger Nazijäger

Z: Werfen Sie nicht alles unzulässigerweise in einen Topf?

G: Ich habe längst nicht alle Prozesse untersucht, so daß ich alles in einen Topf werfen könnte. Nur leider ist diese Welt so von ihren Vorstellungen überzeugt, daß sie gar nicht merkt, daß irgend etwas nicht stimmen könnte. Es läuft bei solchen Prozessen immer wieder das gleiche Schema ab: Die Tat, wie widersinnig sie auch immer bezeugt wird, steht fest. Ein Schuldiger muß gefunden werden, und er wird gefunden.

Lassen Sie mich ein wenig auf die Geschichte der NS-Prozesse in der Bundesrepublik zurückschauen. Gegen Ende der fünfziger Jahre gab es in Deutschland praktisch keine Öffentlichkeit für die Verfolgung tatsächlicher oder vermeintlicher Kriegsverbrechen. Gerade in dieser Zeit wurde von der deutschen Justiz eine Behörde gegründet, die weniger als die normalen Justizbehörden durch ihre örtliche Bindung gehindert sein sollte, solche Verbrechen w untersuchen. Nun mag einem diese Begründung schon seltsam vorkommen, doch ging es hier immerhin um die Verfolgung von Verbrechen, die vor allem auf dem Gebiet des jetzigen Auslandes vollzogen worden sein sollen. Natürlich sind damit nur vermeintliche Verbrechen Deutscher gemeint, nicht aber der alliierten Sieger. Bei dieser Behörde handelt es sich um die Ludwigsburger Zentralstelle zur Erfassung der NS-Verbrechen. Ihre erste große Tat war die Initiierung einer Verlängerung der Verjährungsfrist, die für Morde spätestens 1965, also nach 20 Jahren, alles Geschehen des Zweiten Weltkrieges abgedeckt hätte[64]. Es folgten u. a. auf Initiative durch diese Behörde schließlich immer wieder Verlängerungen, und auch heute noch sind alle Verbrechen von damals straffällig, nur deutsche, versteht sich[65]. Nun ist es rechtlich gesehen so, daß Gesetze immer nur ab dem Zeitpunkt gelten können, zu dem sie erlassen wurden. Die rückwirkende Anwendung (ex post facto) ist menschen- und damit grundgesetzwidrig (Artikel 103, Abs. 2). Die verlängerten Verjährungsfristen dürften also nur für Verbrechen gelten, die nach der Gültigkeit der Gesetze begangen wurden. Nicht so hier. Übrigens war die rückwirkende (ex post facto) Anwendung von Gesetzen ein Anklagepunkt der Alliierten gegen die NS Justiz.

Z: Aber solch große Verbrechen, wenn Sie geschahen, rechtfertigen doch eine Fristaussetzung!

G: Die Verjährung ist nicht ohne Grund ein wichtiger Bestandteil der Rechtsordnung. Wie soll z. B. nach über 20 Jahren eine Identifizierung möglich sein? Wenn Sie sich die Identifizierungen in diesen Prozessen ansehen, so kann man nur weinen. Nehmen Sie als Beispiel den Demjanjuk-Prozeß. Da sagte ein Zeuge früher aus, daß er sah, wie Demjanjuk totgeschlagen worden sei. Heute sagt er, daß er lebe, da er ja dort sitze[66]. Wie sollen sich die Zeugen, wie die vermeintlichen Täter an die Geschehnisse erinnern können, die so lange zurückliegen? Wer will hier noch Recht sprechen?

Aber wie dem auch sei. Schauen wir uns die Arbeitsweise der Zentralstelle an. Sie wurde und wird tätig, sobald durch Darstellungen in Rundfunk, Literatur, Wissenschaft oder privaten Mitteilungen irgendein Sachverhalt an sie herangetragen wird, der untersuchenswert erscheint. Von tatsächlichen Gegebenheiten bis zu persönlichen oder anonymen Verleumdungen kann also alles zu einer Untersuchung führen. Als Quellen für Dokumente und Aussagen dienten in der Vergangenheit vor allem die Archive des Yad Vashem, Jerusalem, und der Museen sowie amtliche Archive der Ostblockländer[67]. Die Sachlichkeit dieser Quellen muß hier nicht diskutiert werden. Eine kritische Hinterfragung dieser Quellen durch die Zentralstelle findet naturgemäß nicht statt.

Wenn genügend Material zusammengestellt wurde, wurde ein Prozeß eingeleitet. Dieser Prozeß richtete sich nicht gegen einen Angeklagten, sondern er ging um ein Ereignis. So gab es zum Beispiel zu jedem Vernichtungslager einen Prozeß, zu dem dann alle möglichen Angeklagten und Zeugen aufgefahren wurden. Dies ist ein typisches Merkmal eines Schauprozesses, bei dem der Öffentlichkeit das tatsächliche oder vermeintliche Ereignis in Erinnerung gerufen werden soll. Würde es nämlich um die Schuldfrage jedes einzelnen Angeklagten gehen, so würde man die Vorwürfe gegen jeden einzelnen vor dem zuständigen Gericht seines Wohnsitzes überprüfen, wie in jedem normalen Strafprozeß, nicht aber in Form eines Mammutprozesses mit zig, ja Hunderten von Angeklagten und bis zu tausend Zeugen und mehr. Wer kann hier noch gegenüber den Zeugenaussagen kritisch sein?

Aber gehen wir weiter. Der Generalstaatsanwalt von Hessen, F. Bauer, zuständig für den Frankfurter Auschwitzprozeß, erklärte zum Sinn dieser Prozeßformen freimütig, daß sie der Umerziehung des deutschen Volkes

dienten[68]. In der Tat strömten z. B. Schulklassen zuhauf in den Gerichtssaal. Allerdings war die Öffentlichkeit nicht anwesend, als die Verteidiger plädierten. Ihnen wurde beim sonstigen Mediengroßrummel um diese Prozesse kaum Aufmerksamkeit gewidmet.

Ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Art, wie die Zentralstelle Zeugenaussagen gewann, wurde durch ein Schreiben der nordrhein-westfälischen Zweigstelle der Zentralstelle offenkundig, das an alle potentiellen Zeugen im sogenannten Sachsenhausen-Prozeß gesandt wurde[69]. Darin sind von allen Beschuldigten die persönlichen Daten inklusive Lichtbilder wiedergegeben, ja sie werden als 'die Schuldigen' ausgegeben. Ebenso werden die ihnen zur Last gelegten Taten sowie eine Liste der im Lager tatsächlich oder vermeintlich vorgekommenen Verbrechen aufgelistet mit vielen Einzelheiten. Natürlich kommen in der Liste auch Vergasungen vor, obwohl diese zu der damaligen Zeit schon als Greuellügen widerlegt waren[70]. Schließlich wird der Empfänger gebeten, dieses Schreiben vertraulich zu behandeln. Man darf davon ausgehen, daß dies die normale Vorgehensweise dieser Behörden ist.

Z: Das ist ja ungeheuerlich! So etwas schreit ja geradezu nach Manipulation!

G: Richtig. Aber damit nicht genug. Die Instrumentalisierung dieser Verfahren erkennt man an den Gutachten, die eingeholt wurden. Es handelt sich hier ausschließlich um historische Gutachten, die vor dem Gericht, dem Publikum, den Zeugen und den Angeklagten, eine Horrorschau der NS-Zeit abzogen, aber zur jeweiligen Tataufklärung nichts beitrugen. Der ehemalige Leiter der Zentralstelle, Dr. Rückerl, gesteht offenherzig ein, daß in diesen Gerichtsverfahren eine historische Zusammenfassung der NS-Zeit in der Beurteilung des Sobibor-Verfahrens einfloß[71]. Dies, obwohl es nach allgemeiner Rechtslage niemals Aufgabe der Justiz sein kann, historische Fragen aufzuarbeiten oder sogar festzuschreiben. Also auch hier wieder: Einflußnahme auf die öffentliche Meinung.

Wenn man sich die Ermittlungen der einzelnen Schuldfragen in diesen Prozessen ansieht, so erkennt man, daß die hier nötigen technischen, chemischen, toxikologischen Gutachten nie erbracht wurden, daß die unsinnigsten Zeugenaussagen blindlings geglaubt wurden, wie ich bereits ausführte. Daneben gab es eine Unmenge Zeugen, die sich in verschiedenen Prozessen auf ungeheuerliche Weise widersprachen oder die des Meineides überführt wurden, was das Gericht aber grundsätzlich ignorierte. Ja sogar dem Hören-Sagen wurde ein beachtliches Gewicht zugemessen. Die Literatur, die diese Fälle bezeugt, ist reich, von Laternser, Stäglich, Servatius bis Scheidl, Aretz, Rassinier und wie sie alle heißen tausendfach belegt und doch ignoriert.

Angesichts der Tatsache, daß das Verbrechen feststand und daß ein Leugnen nur Strafverschärfung bedeuten konnte, war der einzige Ausweg für die Angeklagten tatsächlich der, die Tat zuzugeben und die Ausführung oder die Verantwortung dafür anderen zuzuschieben, um selber Strafmilderung zu erlangen. Wer in einer solchen Zwickmühle sitzt, fragt nicht danach, was die historische Wahrheit ist, sondern will seinen eigenen Kopf retten. Genau diese Taktik war auch die einzige, die den damaligen Verteidigern erfolgversprechend erschien. Insofern ähneln diese Prozesse in der Tat Hexenprozessen aus dem Mittelalter, bei denen es durchaus auch häufig vorkam, daß die Angeklagten ihre Schuld eingestanden, ohne vorher physisch gefoltert worden zu sein[72].

Z: Aber warum tun die Belastungszeugen so etwas? Kann es denn soviel Böswilligkeit geben?

G: Lassen Sie mich zur Beantwortung dieser Frage etwas weiter ausholen und Ihnen eine Anekdote erzählen, die mir von einem äußerst scharfsinnigen Studenten berichtet wurde. Dieser Student lebte mit vier weiteren Kommilitonen in einer reinen Junggesellen-Wohngemeinschaft zusammen. Wie es sich so ergab, verspürten drei der fünf Bewohner eines Tages des öfteren ein störendes Jucken und auffällige Hautrötungen, besonders nach der Nachtruhe. Der Verdacht kam auf, daß man sich in der Gemeinschaft Flöhe eingehandelt habe. Eines Morgens kam dann auch tatsächlich einer der Mitbewohner aus der Toilette gelaufen mit der Nachricht, daß er den Beweis dafür gefunden habe, daß man in der Wohnung tatsächlich Flöhe habe. Er berichtete, daß er bei seiner Sitzung an der Wand einen Floh entlangspringen sah. [...]

Meine Damen und Herren, wo liegt hier die Lüge? Ich kann immer wieder beobachten, daß sogar Personen, die eigentlich auf Skepsis bezüglich Zeugenaussagen getrimmt sein müßten, nicht merken, daß dies eine glatte Lüge war. Warum? Nun, der scharfsinnige Student und Mitbewohner dieses Augenzeugen dachte bei sich, wie er diesen Zeugen wohl widerlegen könne, da er ihm eins auswischen wollte. Erst dachte er, daß der Zeuge, da Brillenträger, einen Floh unmöglich habe an der Wand sehen können, zumal der Zeuge morgens normalerweise noch keine Brille trug. Aber das war nur ein schlechtes Indiz. Doch dann kam ihm die Erleuchtung! Meine Damen und Herren! Auf dieser Erde kann kein Lebewesen an einer Wand entlangspringen, da schon der erste Sprung unweigerlich auf dem Fußboden endet! Keine Kraft dieser Welt zieht den Floh zurück an die Wand, wenn er sich von ihr einmal abgestoßen hat!

So glasklar Ihnen die Sache jetzt ist, so glasklar muß Ihnen jetzt auch sein, warum so vielen Zeugen so viel Unsinn geglaubt wird! Selbst die offenkundigste Lüge erkennt auch der naturwissenschaftlich gebildete Mensch erst, wenn er gegenüber der Aussage argwöhnisch ist. Genau das aber ist bei dem hier behandelten Thema in der Regel nicht der Fall.

Und noch mehr lernen wir aus diesem Beispiel: Die Lüge ist in unserer Welt allgegenwärtig. Warum hat jener Mitbewohner, der das 'Wunder' erlebte, gelogen? Er konnte sich vor seinen Mitbewohnern hervortun, mehr nicht.

Geltungsbedürtnis und Eitelkeit, also der Wille, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, sind sehr starke Triebfedem für Lüge und Übertreibung. Dies ist ein allgemeines gesellschaftliches Phänomen, dem sich seit neuester Zeit sogar die Literaturwissenschaft widmet. Es geht um die Frage, wie moderne Märchen und Sagen entstehen. Nach Ranke ist das Erzählen zum Verarbeiten von Ängsten und Erlebnissen sowie zur Kommunikation mit der Umwelt und zur sozialen Bindung für den Menschen von erster Priorität[73]. Die soziale Bedeutung der Übertreibung und sagenhaften Erfindung hat Röhring eingehend untersucht[74]. Brednich schließlich hat eine recht populäre Sammlung moderner Sagen und Märchen herausgebracht, die Geschichten erzählt, die an verschiedensten Stellen der Welt glaubhaft als selbst erlebt berichtet werden und doch nichts anderes sind als Lügen[75]. Die Lüge ist also fester Bestandteil unserer Welt, ja sie erfüllt sogar soziale Funktionen. Und wer zu sich selber ehrlich ist, der weiß, wie häufig er in Gesprächen mit Dritten schon Dinge als selbst erlebt dargestellt hat, die zumindest Übertreibungen, wenn nicht sogar glatte Lügen, darstellen.

Nicht weniger häufig geht es natürlich bei der Lüge und Übertreibung auch um materielle Interessen, wobei hier dann die soziale Funktion der Lüge in eine asoziale umschlägt. Rachsucht und Haß wiederum mögen bei unserem Thema auch eine Rolle spielen. Was aber als einer der Hauptfaktoren für das Ausufern der Lüge angesehen werden kann, ist die absolute Sicherheit, daß die Zeugen selber niemals verfolgt werden würden, auch wenn sie unter Eid noch so lügen. Entsprechende Anträge der Verteidigung, eidbrüchige Zeugen entsprechend zu bestrafen, werden nämlich von den Gerichten abgelehnt mit der Begründung, daß man unmöglich die Opfer der damaligen Verfolgung heute wiederum verfolgen könne. Das öffnet natürlich der Lüge Tür und Tor.

4.15. »Beweis abgelehnt wegen Offenkundigkeit«

G: Zuletzt möchte ich bezüglich der Beweislage die Frage stellen, wie die Sachlage heute aussieht.

Dazu sei zuerst ein Überblick über die allgemeine Lage gegeben: Die teilweise beeideten Zeugenaussagen über Massenvernichtungen in den Lagern auf dem Reichsgebiet gelten heute als Falschaussagen, obwohl sie in den Nürnberger Prozessen als wahrhaftig hingestellt wurden. Klassisches Beispiel hierfür ist das Lager Dachau, dessen heute bestehende Gaskammern nie als solche benutzt wurden[76]. Es gibt hierzu einige eidesstattliche Versicherungen, die berichten, wie Deutsche, die von den Amerikanern nach dem Krieg in Dachau gefangengehalten wurden, gezwungen wurden, die Gaskammern zu errichten. Das ist übrigens weder ein Einzelfall noch im Prinzip unter Historikern ein strittiges Thema. Auch für einige Lager in der sowjetischen Besatzungszone, in die die Sowjets Deutsche internierten, gibt es entsprechende eidesstattliche Erklärungen, in Sachsenhausen auch z. B. bezüglich der Errichtung einer Genickschußanlage[77].

Wenn aber die vielen z. T. beeideten Aussagen über Massenvernichtungsanlagen im Altreich falsch sind, wie will man dann ausschließen, daß analoge Behauptungen für Konzentrationslager im Osten ebenso falsch sein können? Was berechtigt uns zu der Annahme, daß die von den stalinistischen Kommunisten produzierten Zeugen mitsamt deren Aussagen, ihre Dokumente und die darauf aufbauenden Geschichten glaubwürdiger sind als die erwiesenen Lügen unserer westlichen Freunde?

Ich möchte hier noch ein Beispiel anfügen, mit dem die Methoden schlaglichlartig verdeutlicht werden, die die Sieger damals anwendeten. Ich zitiere hierfür das Protokoll der Vernehmung des Reichsminister A. Speer durch den Chefankläger Jackson (J)[78]

J: »Now, I have certain information [...] of an experiment which was carried out near Auschwitz [...] The purpose of the experiment was to find a quick and complete way of destroying people without the delay and trouble of shooting and gassing and burning, as it had been carried out [...] A [...] small village was provisionally erected, with temporary structures, and in it approximatly 20,000 Jews were put. By means of this newly invented weapon of destruction [atomic bomb], these 20,000 people were eradicated almost instantaneously, and in such a way that there was no trace [...]«

G: Zu deutsch:

J: »Nun, ich habe hier zuverlässige Informationen über einen Versuch, der nahe Auschwitz durchgeführt wurde [...] Der Zweck des Versuches war, eine Möglichkeit der schnellen und vollständigen Vernichtung von Menschen zu finden ohne die Zeitverschwendung und den Ärger der Erschießungen, Vergasungen und Verbrennungen, wie sie bisher durchgeführt wurden. [...] In einen kleinen, mit temporären Strukturen provisorisch errichteten Ort wurden 20.000 Juden gesteckt. Mittels dieser neu entwickelten Vernichtungswaffe [Atombombe] wurden diese 20 000 Menschen zumeist schlagartig ausgelöscht, so daß von ihnen keine Spuren übrigblieben. [...]«

G: Diese Worte, zehneinhalb Monate nach Hiroshima, stammen aus dem Mund eines amerikanischen Anklägers gegen deutsche Staatsmänner, die nie in den Besitz von Atomwaffen kamen. Hat man da noch Luft zum Atmen? Natürlich konnte diese Behauptung nicht aufrechterhalten werden, die Lüge war hier zu offenkundig. Doch: Was bedeutet das für die Glaubhaftigkeit sämtlicher anderer Anschuldigungen?

Ich habe zuvor gezeigt, daß selbst das Gericht des Frankfurter Auschwitz-Prozesses die meisten Zeugen für unglaubwürdig hielt. Es ist aber sehr leicht zu zeigen, daß auch die verbliebenen Zeugen unglaubwürdig sind. Auch heutige linksgewirkte Historiker und Fachleute dieses Themas kommen zu der Aussage, daß der überwiegende Teil der Aussagen unglaubwürdig ist, ohne auch nur im mindesten fähig gewesen zu sein, an die Aussagen kritische Maßstäbe der Logik und der Naturwissenschaften anlegen zu können[79].

Ferner muß hier festgestellt werden, daß es in keinem Prozeß auf der Welt in diesen Dingen bisher auch nur einen Sachbeweis gegeben hätte oder auch nur der Versuch unternommen wurde, einen Sachbeweis zu erheben. Forensische Gutachten, die in ihrer Aussagekraft auch tausend Zeugenaussagen weit überlegen sind, wurden nie angefordert, da der hier behandelte Sachverhalt seit den Feststellungen des Nürnberger Tribunales offenkundig sei und nicht mehr bewiesen werden müsse. Daß auch dieses Tribunal vorweg definierte, daß es diese Beschuldigungen nicht beweisen müsse, und daß die Umstände des Tribunals mehr als hanebüchen waren, kümmert dabei niemanden. Die Einstellung der Staatsauwaltschaft aber, daß sie die Tat selber wegen Offenkundigkeit (§ 244 StPO) nicht mehr zu beweisen brauche, wird heute von den Gerichten rechtswidrig so ausgelegt, daß es der Verteidigung de facto verboten sei, Gegenbeweise vorzubringen. In der Tat werden alle Beweismittel der Verteidigung in sogenannten »Auschwitz-Leugner-Prozessen« wegen Offenkundigkeit des Gegenteils der Beweisbehauptung abgelehnt. Damit raubt man der Verteidigung die Möglichkeit, die Unschuld des Angeklagten zu beweisen. Ein solches Vorgehen hat nichts mehr mit Rechtsstaatlichkeit gemein. Dies sind totalitäre Methoden. Über die Rechtmäßigkeit solcher Vorgehensweise, besonders der Ablehnung von Sachverständigen, sei W. Lüftl (L) zitiert[80]:

L. »Es darf kein Beweisantrag - insbesondere ein beantragter Sachverständigenbeweis - mit der Begründung abgelehnt werden, das Gegenteil der Behauptung sei schon (auf andere Art) bewiesen. Eine solche vorweggenommene (antizipierte) Beweiswürdigung ist grundsätzlich unzulässig. Es kann daher in einem Gerichtsverfahren nichts, was noch durch Sachverständigenbeweis erwiesen oder widerlegt werden könnte, 'notorisch' sein. Als notorisch kann nur vorausgesetzt werden, was auch unbestritten ist. Auch wenn etwas unbestreitbar erscheint, kann - man denke an den Fortschritt der Technik oder die Entwicklung des Vaterschaftsnachweises - bislang Notorisches durch Sachverständigenbeweis widerlegt werden. Wer da noch Bedenken hat, der sei darauf hingewiesen, daß es jahrhundertelang notorisch war, daß es Hexen gibt. [...]«

G: Der Vergleich mit den Hexenprozessen aus dem Ende des Mittelalters scheint unter diesem Blickwinkel der angebrachteste zu sein. Daß sich in der Frage der Offenkundigkeit in letzter Zeit nichts bewegt hat, beschreibt H. Kater, der die vertrackte Situation der Rechtslage bei der Überprüfung der deutschen Zeitgeschichtsschreibung darstellt[81].

Z: Hat denn nicht Prof. Jagschitz im Jahre 1991 in einem Zwischenbericht zu seinem Gutachten geschrieben, daß die Offenkundigkeit in diesen Fragen nicht gegeben sein kann?

G: Lassen Sie mich Herrn Jagschitz (J) zuerst zitieren, bevor ich auf seine Aussagen eingehe. Er schrieb zu Beginn des Jahres 1991 einen Tätigkeitsbericht und bat darin um weitere Mittel für weitergehende Forschungen. Die entscheidenden Passagen, auf die Sie anspielen, sind folgende[82]:

J: »Zudem sind [...] substantielle Zweifel an grundlegenden Fragen [bezüglich der Gaskammern in Auschwitz] verstärkt worden, so daß die [...] Fortschreibung einschlägiger Gerichtsurteile [...] nicht mehr ausreichen, Urteile in einem demokratischen Rechtsempfinden darauf aufzubauen.«

G: Dieses eigentlich sensationelle Eingeständnis in die Unzulänglichkeit bisheriger Kenntnisse über die Gaskammern in Auschwitz wird durch Jagschitz' Gutachten noch verstärkt, da er hierin davon spricht, daß die meiste Literatur nur romanhafte Darstellungen biete, mit denen keine ernsthafte Forschung betrieben werden könne. Nach solchen Aussagen eines Sachverständigen müßte eigentlich die Offenkundigkeit gefallen sein. Herr Jagschitz kommt aber schließlich zu dem Urteil, daß es Gaskammern gab, und untermauert somit die zuvor wackelig erscheinende Offenkundigkeit. Letztlich also hat sich nichts bewegt.

Z: Wie erklären Sie sich dann die Äußerungen von Jagschitz aus dem Jahre 1991?

G: Nur wer Forschungsbedarf anmeldet, kann auch erwarten, daß er Forschungsgelder bekommt. Herr Jagschitz hat für dieses Projekt sehr viel Geld erhalten, wobei sicher nicht alles für Spesen und Reisekosten verwendet wurde. Schließlich macht es sich immer gut, wenn man alle bisherigen Forschungsergebnisse in einem schlechten Licht erscheinen läßt, um dann sagen zu können, daß man der erste war, der die Existenz der Gaskammern nun bewiesen habe. J.-C. Pressac macht z. B. in seinem Buch diesbezüglich eine sehr deutliche Äußerung[83]. Letztlich wird die erregte Diskussion in der Öffentlichkeit über diesen Bericht Herrn Jagschitz dazu bewogen haben, nicht auch noch weiterhin für Unruhe zu sorgen, wenn er dies überhaupt jemals in Erwägung gezogen hat.

Sie sehen also, daß sich trotz einiger überraschender Äußerungen nichts bewegt.

Es gibt aber auch eine andere Perspektive, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Die Justiz steht vor dem Dilemma, entscheiden zu müssen, was die Wahrheit ist. Sie kann sich hierbei nicht wie die Wissenschaft auf die Tatsache zurückziehen, daß die absolute Wahrheit nie gänzlich zu ergründen ist. Wegen des Zwanges, zu einem Abschluß des Verfahrens zu gelangen, ist es daher nötig, den prozessualen Rahmen zu beschränken. Dies betrifft z. B. solche Fragen, die allgemein anerkannt sind und deshalb nicht vor Gericht überprüft werden müssen, da dies von den Prozeßparteien zur Prozeßverschleppung genutzt werden könnte. Genau zu diesem Zweck gibt es die Formel der offenkundigen Wahrheiten. Sie ist eine notwendige Formel in jedem Rechtssystem. Offenkundig ist eine Tatsache dann, wenn sie in der Öffentlichkeit weitgehend unbestritten ist. Erst wenn aufgrund neuer Erkenntnisse in der Öffentlichkeit ein merklicher Widerspruch gegen diese »Wahrheit« besteht, kann die Offenkundigkeit fallen. Vor Gericht bedeutet dies nachzuweisen, daß es einen merklichen inhaltlichen Widerspruch gibt und daß dieser aufgrund neuer Erkenntnisse erfolgt. Wie der Petitionsausschuß des deutschen Bundestages neulich beschlossen hat, gilt dies auch für die hier behandelten zeitgeschichtlichen Fragen[84]. Für einen Verteidiger in solchen Prozessen gilt es also nachzuweisen, daß ein merklicher Widerspruch in der Öffentlichkeit aufgrund neuer Erkenntnisse besteht, um in ein Beweisaufnahmeverfahren zu gelangen.

Leider ist dies aus zwei Gründen kaum möglich:

  1. Die kontroverse Diskussion über dieses Thema wird durch vielfältige Mechanismen so stark unterdrückt, daß der hier erfolgende Widerspruch in der Öffentlichkeit nicht merklich wird. Einer der stärksten Unterdrückungsfaktoren ist die Offenkundigkeitsformel selber. Sie verhindert genau diesen öffentlichen Widerspruch, indem sie jedem, der widersprechen will, mit Strafe droht und es ihm gerade durch die Verweigerung der Beweisaufnahme unmöglich macht, vor Gericht seine Argumente darzulegen. Hier verbietet die Rechtspraxis also jene Diskussion, die allein jene Rechtspraxis ändern könnte. Ein klassischer Teufelskreis also.
  2. Die hier in dieser Arbeit zusammengefaßten Erkenntnisse revisionistischer Geschichtsforschung sind heute zum großen Teil nicht mehr neu. Diese in den letzten Jahrzehnten erarbeiteten Ergebnisse gelangten aber nicht an die Öffentlichkeit. Dies geschieht zumeist erst durch die tatsächlichen oder vermeintlichen Widerlegungen dieser Erkenntnisse durch die etablierte Geschichtsschreibung. Dadurch haben diese Erkenntnisse in der gängigen Literatur Niederschlag gefunden, allerdings nur im negativen Sinne: Sie gelten als veraltet und widerlegt. Damit handelt es sich zum großen Teil nicht nur um alte Erkenntnisse, sondern im Licht der Öffentlichkeit auch um falsche Ergebnisse.

Eine hypothetische Anerkennung als richtiges Ergebnis läßt sich wegen der Strafandrohung kaum erwarten, da sich jeder hüten muß, gewisse Thesen zu vertreten oder zu unterstützen. Dies würde ihn in eine Situation bringen, in der er zwar möglicherweise die Argumente auf seiner Seite hat, es hört ihm aber wegen der Offenkundigkeiten keiner zu.

Die Offenkundigkeit verhindert also auch, daß neue Erkenntnisse überhaupt bekannt werden, bzw. sorgt dafür, daß diese unabhängig von der Frage nach Recht und Wahrheit als falsche Erkenntnisse entlarvt werden. Es gibt also keinen Grund, warum diese 'widerlegten' Erkenntnisse eine Beweisaufnahme erzwingen sollten.

Z: Sie sind also der Meinung daß die hier angeführten Argumente gar nicht neu sind.

G: Richtig. Der Leuchter-Report zählt mittlerweile fünf Lenze und ist so häufig in der Öffentlichkeit zerrissen worden, daß alle darauf beruhenden weitergehenden Forschungen gleich in den gleichen Topf geworfen werden: alt und widerlegt.

Z: Aber eine inhaltliche Diskussion unter Fachleuten hat doch noch gar nicht stattgefunden!

G: Leider scheint das niemanden zu stören. Es gibt eine Menge von Laien und Autodidakten auf beiden Seiten, die sich an dem Thema wund gescheuert haben, wie wir in der nächsten Vorlesung sehen werden. Das hat natürlich nichts mit einer fachlichen, inhaltlichen Auseinandersetzung zu tun, aber es ist das einzige, was der sachunkundige Richter und der normale Bürger wie auch der Medienmensch erfährt. Dies macht die subjektiv wahrgenommene Wirklichkeit dieser Menschen aus, nicht die Frage nach der wissenschaftlichen Wahrheit. Die kann von keinem Richter gelöst werden.

Z: Dann führen die vielen Prozesse ihrer Meinung nach zu nichts.

G: Der Kampf um die wissenschaftliche Wahrheit wurde noch nie vor den Gerichten gewonnen und hat dort auch nichts zu suchen. Juristen sind die letzten, denen man diese Fragen überantworten kann und sollte. Alle Prozesse müssen und können nur zu dem Ergebnis führen, daß sich nichts ändert. Erst bei einer Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit können die Richtererkennen, daß Handlungsbedarf besteht. Und erst dann, wenn die Richter keine Repressionen fürchten müssen, können sie nach ihrem Gewissen entscheiden.

Z: Aber die Richter sind doch unabhängig.

G: Formell ja, aber keiner ist von der Gunst seiner Umwelt unabhängig. Der Druck auf einen Richter, der einen Holocaustleugner freispricht, kann enorm werden. Ein solches Risiko wird kaum einer freiwillig eingehen. Sehen Sie: In den heute ablaufenden Prozessen geht es ja letztlich um die Frage: Wird der Angeklagte ein Märtyrer, oder der Richter. Da der Richter dies zu entscheiden hat, wird er sich immer für den Angeklagten entscheiden. Ich glaube, daß es nur wenige selbstlose (oder verrückte?) Helden gibt, die sich in einer solchen Situation aufopfern, zumal einzelne Richteropfer an der Gesamtsituation nichts ändern würden. Die Staatsanwaltschaft würde nämlich so lange in Berufung und Revision gehen, bis der Angeklagte verurteilt ist. Die Rückendeckung von oben hat sie dafür zweifellos.

Z: Und wie, glauben Sie, kann man aus diesem Dilemma herauskommen?

G: Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma ist das Bohren wissenschaftlicher Bretter: Es muß versucht werden, durch seriöse Forschung unserer technisch-wissenschaftlichen Gesellschaft eine Diskussion aufzuzwingen.


4.16. Anmerkungen
  1. Bei dieser Unterhaltung handelt es sich um ein Gedächtnisprotokoll mit einem der renommiertesten Festkörperchemiker Deutschlands. Um ihn nicht zu kompromittieren, sei er hier nicht namentlich erwähnt. Die Daten sind auf Anfrage beim Autor erhältlich.
  2. Siehe dazu Abbildung 2.1, Abschnitt 2.1.
  3. Frankfurter Rundschau, 6. 1. 1990, S. 5: Moskau öffnet Rotem Kreuz die Totenbücher von Auschwitz.
  4. So z. B. zwei Kronzeugen: 2000 Opfer nach C.S. Bendel, 3000 nach M. Niyszli, zitiert nach J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate-Klarsfeld-Foundation, New York 1989, S. 469ff.
  5. J.-C. Pressac, aaO., S. 469ff., über einige Aussagen der Zeugen C.S. Bendel, M. Nyiszli und H. Tauber.
  6. District Court of Ontario, Az. 251/85, Verfahren gegen E. Zündel.
  7. U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Prozeß, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1981, S. 58.
  8. Siehe Abschnitt 3.7.
  9. J.-C. Pressac, aaO., S. 253.
  10. Siehe z. B.: J. Buszko (Hg.), Auschwitz, Nazi Extermination Camp, Interpress Publishers, Warschau 21985, S. 118.
  11. Siehe Abschnitt 3.1.
  12. Bezüglich der Tötungszeiten siehe z. B.: Schwurgericht Hagen, Urteil vom 24. 7. 1970, Az. 11 Ks 1n0, S. 97 (5 Minuten); Final Trial Brief of the Prosecution, nach U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Prozeß, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1981, S. 47-50 (3 bis im Extremen 15 Min.); E. Kogon, H. Langbein, A. Rückerl et al., Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas, S. Fischer Verlag, Frankfurt 1983, ubiquitär (sofort bis 10 Min., seltener bis 20 Min.); J. Buszko (Hg.), Auschwitz, Nazi Extermination Camp, Interpress Publishers, Warschau 21985, in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz, S. 114 und 118 (wenige Minuten); H. G. Adler, H. Langbein,E. Lingens-Reiner(Hg.), Auschwitz, Europäische Verlagsanstalt, Köln 31984, S. 66, 80 u. 200 (wenige bis 10 Minuten); Hamburger Institut für Sozialforschung (Hg.), Die Auschwitz-Hefte, Band 1, Beltz Verlag, Weinheim 1987, S. 261ff. u.294 (augenblicklich bis 10 Min.); Protokoll des Gutachtens von Prof. Dr. G. Jagschitz,3.-5. Verhandlungstag der Strafsache Honsik, 29.4., 30.4., 4.5.1992, Az. 20e Vr 14184 und Hv 5720/90, Landesgericht Wien, Aussage des Dr. Fischer, angeblich beaufsichtigender Arzt bei Vergasungen (2 Minuten).
  13. F. A. Leuchter, The Leuchter Report, Samisdat Publishers, Toronto 1988, sowie F.A. Leuchter, Boston, FAX an H. Herrmann, Düsseldorf, vom 20. 4. 1992; ferner mündliche Mitteilung von Herrn Leuchter. Siehe dazu Stuttgarter Zeitung, 22. 4. 1992, S.18: »Das lange Sterben in der Gaskammer«.
  14. W. Wegner, Vortrag zum Seminar über die Revisionismus-Debatte, Thomas-Dehler-Stiftung, 20.-22. 9. 91, Nürnberg-Fischbach.
  15. Siehe Abschnitt 5.6.
  16. Office of Chief of Counsel for War Crimes, hier eidesstattliche Erklärung von A. Zaun, Hamburg 24. 10. 1945, Document No. NI-11 396, zitier, nach U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Prozeß, aaO., S. 62.
  17. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, aaO., S. 471f.
  18. J.-C. Pressac, aaO., S. 15 u. 188.
  19. Office of Chief of Counsel for War Crimes, Britisches Militärgericht, Verfahren gegen B. Tesch et al., Hamburg 1.-8. 3. 1946, Document No. NI-12 207, zitiert nach: U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Prozeß, aaO., S. 83.
  20. Dokument 3868-PS, IMT-Band 33, S.275ff., zitiert nach L. Rosenthal, »Endlösung der Judenfrage«, Massenmord oder »Gaskammerlüge«?, Verlag Darmstädter Blätter, Darmstadt 1979.
  21. R. Höß, in: M. Broszat, Kommandant in Auschwitz, Deutsche VerlagsAnstalt, Stuttgart 1958, S. 166.
  22. J. Mendelsohn, The Holocaust, Vol. 12, Garland, New York 1982, S. 113, Vernehmung von R. Höß, 2. 4. 1946.
  23. Vernehmung des Zeugen R. Böck im sog. Frankfurter Auschwitz-Prozeß, Az 4 Js 444/59, Blätter 6878 ff. Zitiert: Blatt 6881 f.
  24. Siehe Abschnitt 2.8.
  25. J.-C. Pressac, aaO., S. 123.
  26. J.-C. Pressac, aaO., S. 201.
  27. Siehe Abbildung 2.8, Abschnitt 2.4.
  28. Siehe Anmerkung 16, dritte Vorlesung.
  29. Vernehmung des Henryk Tauber vom 25. 5. 1945, Anlage 18, Band 11 des Höß-Verfahrens, zitiert nach J.-C. Pressac, aaO., S. 489f.
  30. Siehe Abschnitt 1.8.
  31. Siehe dazu die entsprechenden Luftaufnahmen in: J. C. Ball, Fußnote 61, erste Vorlesung.
  32. J.C. Pressac, aaO., S. 93ff., Kapitel über Bau- und Funktionsweise der in den damaligen deutschen Konzentrationslagern errichteten Kremierungsöfen.
  33. J.-C. Pressac, aaO., S. 224. Siehe dazu in Abschnitt 2.11.
  34. R. Höß, in: M. Broszat, aaO., S. 126.
  35. Siehe dazu Abschnitt 2.12.
  36. R. Höß, in: M. Broszat, aaO., S. 157ff.
  37. Siehe dazu den Bericht von Dr. Ernst von Briesen, »Das KZ Belsen«, in Erich Kern, Deutschland im Abgrund, K. W. Schütz Verlag, Göttingen 1963, S.69 ff.; ebenso in E. Kern, Meineid gegen Deutschland, K. W. Schütz Verlag, Göttingen 1968, S. 91-100.
  38. Prosecution Exhibit no.35, National Arcives USA May 13 1945, ref. no. M-1174; Roll 4; Frame 54.
  39. M. Bardèche, Nürnberg oder die Falschmünzer, Verlag Karl-Heinz Priester, Wiesbaden 1957; Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur, Viöl 1992, S. 154ff.
  40. Siehe Abschnitt 2.13.
  41. U. Walendy, US-amerikanische Konzentrationslager, Historische Tatsachen Nr. 41, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1990.
  42. J. Baques, Der geplante Tod, Ullstein, Frankfurt/Main 1989.
  43. H.-H. Wilhelm, in: U. Backes, E. Jesse, R. Zitelmann (Hrsg.), Die Schatten der Vergangenheit, Propyläen, Frankfurt 1990, S. 408 f.
  44. A. J. Mayer, Why did the Heavens not darken?, Pantheon Books, New York 1988, S. 362 ff.
  45. S. Klippel, Monatschrift für deutsches Recht, 1980, 34(2), 112-113.
  46. »Trügerische Gewißheit bei Zeugenaussagen«, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. 12. 1991.
  47. Spiegel-TV, RTL-Plus, 15. 7. 1990, 21.45 Uhr.
  48. heute-Journal, ZDF, 26. 3. 1992, 21.45 Uhr.
  49. W. Lüftl, »Sachverständigenbeweis versus Zeugenbeweis«, Konstruktiv, Dezember 1991, 166, 31f.
  50. R. H. Jackson, 3. Anklagerede vom 26. 7. 1946 vor dem IMT in Nürnberg, in: Ders., Staat und Moral, Nymphenburger Verlagshandlung, München 1946, S. 107.
  51. Siehe dazu besonders die Artikel in: New York Times, 23., 25., 29.2., 6.3., 30.7., 7.10.1948, 7.1., 2., 5.3., 5.5.1949; Chicago Daily Tribune, 23.-26., 28., 29.2.1948, 12.3., 13.9.1949; Our Sunday Visitor, USA, 14.6.1959, Daily News, Washington, 9.1.1949; Sunday Pictorial, Großbritannien, 23.1.1949;
  52. F. Oscar, Über Galgen wächst kein Gras, Erasmus-Verlag, Braunschweig 1950, S.38 ff. Originalquelle der Rede: Congressional Record-Senate No. 134, 26. VII. 1949, S. 10397 ff.
  53. R. Höß, in: M. Broszat, Kommandant in Auschwitz, Deutsche VerlagsAnstalt, Stuttgart 1958, S. 145 ff.:
  54. R. Butler, Legions of Death, Arrows Books Ltd., London 1986, S. 236f.
  55. M. Bardèche, Nürnberg oder die Falschmünzer, aaO.
  56. Siehe im Anhang vor allem die Literatur von P. Rassinier und F. J. Scheidl.
  57. Urteil des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Aktenzeichen 50/4 Ks 2/ 63, S. 108ff.
  58. H. Laternser, Die andere Seite im Auschwitz-Prozeß, Seewald-Verlag, Stuttgart 1966, S. 28f.
  59. Bundesgerichtshof, Strafsenat, Az. StR 280/67.
  60. Der Inspekteur der Konz.-Lager und Führer der SS-Totenkopfverbände, Berlin, den 4. Juni 1937, Befehlsblatt SS-TV/IKL Nr.5, Mai 1937, Nr. 29: Mißhandlung von Häftlingen, Strenge Behandlung von Mißhandlungen, Degradierung, Ausschluß, Strafgericht.
  61. Siehe als Beispiel den Fall Koch, wiedergegeben in: A. Mohler, Der Nasenring, Heitz & Höffkes, Essen 1989; jetzt Langen Müller, München 1991; siehe auch die Vernehmung des SS-Untersuchungsrichters Dr. Reinecke vor dem Internationalen Militärtribunal am 7. 8. 1946, IMT, Bd. XX, S. 473ff.
  62. A. M. deZayas, »The Wehrmacht Bureau on war crimes«, The Historical Journal, 35(2), 1992, S. 383-399.
  63. G. Stübiger, Der Schwammberger-Prozeß in Stuttgart, Prozeß-Bericht, Schriftenreihe zur Geschichte und Entwicklung des Rechts im politischen Bereich, Heft 4, 1992, Selbstverlag Verein Deutscher Rechtsschutzkreis e.V. Bochum Mai 1992; R. Gerhard (Hg.), Der Fall Weise. Dokumentation über einen Auschwitz-Birkenau-Prozeß, Türmer-Verlag, Berg 21991; Das Freie Forum, 1991, Nr. 2, S. 6 f.
  64. Bundesgesetzblatt I (1965) S. 315.
  65. Siehe hierzu Bundesgesetzblatt I (1969) S. 1065. Das gleiche dann wieder 1979.
  66. SemitTimes, »Ivan der Schreckliche oder John Demjanjuk, Justizirrtum? Justizskandal!«, Sondernummer, März 1992.
  67. A. Rückerl, NS-Prozesse, C.F. Müller, Karlsruhe 1971, S. 25-29, 43-46, 53-58.
  68. C. von Schrenck-Notzing, Charakterwäsche, Seewald, Stuttgart 1965, S. 274.
  69. Brief des nordrhein-westfälischen Zentralamtes für NS Konzentrationslager-Verbrechen, unterschrieben vom Staatsanwalt Dr. Gierlich, Az.24 AR I/ 62 (Z). Name der Behörde rückübersetzt aus dem Englischen und zitiert nach: W. Stäglich, »West german Justice and so-called National Socialist Violent Crimes«, J. Hist. Rev., Sommer 1901, 3 (2), 249-281.
  70. M. Broszat vom Institut für Zeitgeschichte, München, in Die Zeit, 26. 8. 1960.
  71. A. Rückerl, NS-Vernichtungslager im Spiegel deutscher Strafprozesse, Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1977, S. 87 u. 90ff.
  72. M. Bauer (Hg.), Soldan-Heppe, Geschichte der Hexenprozesse, 2 Bände, Müller, München 1912, bes. Bd.1, S. 311 ff.; siehe auch die Ausarbeitung von W. Kretschmer, »Der mittelalterliche Hexenprozeß und seine Parallelen in unserer Zeit«, in Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 2 (1993).
  73. K. Ranke, Die Welt der einfachen Formen, Berlin 1978.
  74. L. Röhrich, Sage und Märchen, Freiburg 1976; ders. in: G. Eifler (Hg.), Angst und Hoffnung, Mainz 1984; ders., »Die Moral des Unmoralischen«, in: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde 1985/86, 26, 209-219.
  75. R.W. Brednich, Die Spinne in der Yuca-Palme, Beck, München 1990.
  76. Siehe z. B. Schreiben des Verwaltungsdirektors Rahm der Stadt Dachau, Az 4.2/Ra. -Ri. vom 8. 2. 1983. Über eine englische Gaskammer in Ravensbrück siehe: H. Wendig, Richtigstellungen zur Zeitgeschichte, Heft 1, Grabert-Verlag, Tübingen 1990, S. 51 f.
  77. G. Schirmer, Sachsenhausen - Workuta, Grabert, Tübingen 1992.
  78. Internationales Militärtribunal, Vernehmung von A. Speer am 21.6.1946, IMT Band XVI, S. 529; zitiert nach C.W. Porter, Made in Russia: The Holocaust, Historical Review Press, Costa Mesa, Kalifornien 1988.
  79. Protokoll des Gutachtens von Prof. Dr. G. Jagschitz, 3.-5. Verhandlungstag der Strafsache Honsik,29.4., 30.4., 4.5.1992, Az.20e Vr 14184 und Hv 5720/ 90, Landesgericht Wien.
  80. W. Lüftl, Über Wahrheit und Wahrheitsfindung, unveröffentlichtes Manuskript, 7 Seiten, Wien 1992.
  81. H. Kater, »Die Rechtslage bei der Überprüfung der deutschen Zeitgeschichte«, Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 1992, 4, 7-11.
  82. Tätigkeitsbericht des Sachverständigen Prof. Jagschitz an das Landesgericht für Strafsachen, Abt. 26b, Wien, vom 10.1.1991.
  83. J.-C. Pressac, aaO., S. 264. Er spricht davon, daß sein Werk eine Bankrott-Erklärung für alle Historiker und für alle Revisionisten wäre.
  84. Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages, Az.: Pet4-12-074514934, Schreiben an H.W. Woltersdorf vom 30.7.1992.

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