Gemeinschaft und Psychotherapie

Die Zerstörung homogener Gemeinschaften in der christlieh-jüdisch, universalistisch geprägten Welt zu Gunsten beziehungsloser, anonymer, ›offener‹ Gesellschaften führte zu einem Verlust an Wärme und Geborgenheit des einzelnen Menschen, zu seiner ständig zunehmenden psychischen Überforderung und zur Hochkonjunktur eines Berufsstandes, der in homogenen harmonischen Gemeinschaften kaum sein Auskommen findet. Psychotherapeuten haben Wartelisten, lassen sich dafür entlohnen, daß der in der ›offenen‹ Gesellschaft vereinsamte, desorientierte Mensch seine seelische Notdurft bei ihnen entrichtet. Cash gegen das gekaufte Ohr. Mitmenschlichkeit gegen Bares.

»Hundert Jahre Psychotherapie - und der Welt geht's immer schlechter«, so die selbstkritischeAnalyse des bekannten amerikanischen Hohenpriesters der Tiefenpsychologie, James Hillman.

Erwiesen ist nicht etwa, so manche Kritiker, daß die Liegendanalyse, die der ›Philosoph‹ Popper als eine »Sache für Schwachköpfe« bezeichnete, als solche vollends versagt hätte. Sie war nur in der Fokussierung auf das individuelle Selbst a priori überfordert, politische Fehlentwicklungen in der westlichen Welt und deren verheerende Auswirkungen auf das Individuum aufzufangen.

Von Blindheit geschlagen hängen auch heute noch viele der naiven Illusion an, man brauche nur den inneren Menschen zu bessern, dann verändere sich auch die äußere Welt zum Besseren. Das Gegenteil ist richtig. Das Milieu, in dem sich der einzelne Mensch befindet, läßt ihn entweder leiden oder sich geborgen fühlen. Das Milieu, das ihm diese Geborgenheit gewährt, ist die durch gemeinsame Sprache und Tradition gebildete Identitätsund Solidargemeinschaft artverwandter Menschen, die für ihr Wohlergehen fortschrittlichste Lebensform.

Tatsächlich ist die Wiederbesinnung auf den Nationalstaat nicht Rückschritt, wie uns bestimmte Kreise weismachen wollen, sondern der Rückfall in eine Fortschrittsentwicklung, die einerseits durch die ›Nazis‹, andererseits durch die Apologeten der offenen, beziehungslosen, ›inhumanen‹ Gesellschaft unterbrochen wurde.

Wie die christliche Ideologie fokussiert die Psychotherapie lediglich auf die ›Seele‹ des Einzelnen und vernachlässigt die ›Seele‹ der Gemeinschaft, jene Gemeinschaft, der in den Volksreligionen religiöse Bedeutung zukommt, während die christlich-jüdische Weltreligion Gemeinschaft zerstört, um den von seiner Sozialität isolierten Gläubigen alternativ zu binden, eine Bindung, die so vage ist, daß sie häufig erst zur Therapiebedürftigkeit führt. Jüdisch-christliche Weltreligion und Psychotherapie zerren also mitunter Hand in Hand an der Psyche des seiner Wurzeln beraubten Menschen. Der Renner der Therapie, das ›innere Kind‹, ist in diesem Zusammenhang besonders gemeinschaftsschädlich, weil diese Therapieform den einzelnen zwingt, zurückzuschauen, statt solidarisch um sich zu schauen. Dabei wird völlig vernachlässigt, daß oft die geübte Solidarität im Rahmen einer bestehenden Gemeinschaft gleichzeitig auch die beste Therapie zur Genesung des einzelnen ist. Der »Kindarchetypus« (Jung) führt zu einem apolitischen und machtlosen Freak, der sich häufig nicht mehr vom Gängelband des Therapeuten befreien kann. Gerade dieser Mensch aber ist es, den das Viererkartell und andere westliche Oligarchien dieser Welt idealiter benötigen, um ungehemmt ihren demokratiefeindlichen Machenschaften nachzugehen.

Tatsächlich, so der Jude Ivan Illich, ist die Psychotherapie eine Industrie, die ständig neue Minen braucht, um diese ausbeuten zu können - geriatrische Fälle, Firmenbüros, kleine Kinder, ganze Familien.

Die westliche Entwicklungspsychologie ist anderen Kulturen völlig fremd. Sie ist ein absurder Mythos einer degenerierten Gesellschaft: Nicht das Trauma richtet häufig den Schaden beim einzelnen an, sondern erst die ihm durch die Therapie ›aufgezwungene‹ traumatische Erinnerung; denn das permanente Sich-Erinnern macht den Menschen auch zum permanenten Opfer.

Die Idee des ›Selbst‹ in der Psychotherapie der gemeinschaftsschädlichen ›offenen‹ Gesellschaft ist das abstrakte Individuum. Das ›Selbst‹ in der homogenen, harmonischen Gemeinschaft dagegen ist das Individuum als Teil dieser Gemeinschaft, ein Individuum, das die Gemeinschaftswerte verinnerlicht hat und sich von ihnen getragen fühlt, ein Individuum, das die Solidarität der Gemeinschaft und dadurch seinen psychischen Rückhalt erfährt. Convivo ergo sum. Ich bin mit meinesgleichen, also bin ich.

Die gemeinschaftsschädliche Psychotherapie der westlichen Welt nährt sich aus der Vereinsamung des in dieser Gesellschaft allein gelassenen Menschen, jedenfalls insoweit, wie sich dieser aus Selbstachtung und Selbstrespekt dagegen wehrt, in irgendeine religiöse oder esoterische Abhängigkeit zu verfallen.

Einsamkeit aber ist für viele der psychische Tod auf Raten. Der Mensch fürchtet nichts mehr, als allein zu sterben. Das permanente psychische Sterben wird notdürftig aufgefangen durch den Therapeuten, aber das bevorstehende physische Sterben in Einsamkeit bleibt dennoch ständig als drohendes Menetekel bestehen.

»Daß wir alleine sterben, ist eine Idee des individualistischen Selbst, ist ein Teil seiner Ängste und ein Teil einer Individualität, die glaubt, daß ihr das Leben gehört und daß ihr deshalb auch der Tod gehört«, so James Hillman.

In einer Gemeinschaft aber stirbt der Mensch nicht allein. Er verbindet sich auch im Tod mit dieser Gemeinschaft, und die Last seiner Individualität wird von ihr und dem Gemeinschaftsgefühl aufgefangen.

Tatsächlich macht das Bestehen einer homogenen, harmonischen nationalen Gemeinschaft den auf das individualistische Selbst ausgerichteten Psychotherapeuten weitgehend überflüssig. Je mehr aber westliche Vorstellungen der offenen Gesellschaft übernommen bzw. oktroyiert werden, desto größer die Vereinsamung des Menschen, desto zahlreicher die von ihrer Vereinsamung parasitierenden Psychotherapeuten, wie unterschiedliche Entwicklungsstufen des Zerfalls nationaler Gemeinschaften in Japan, Südkorea oder Singapur anschaulich beweisen. In diesem Zusammenhang ist geradezu tragisch, daß Japan, eine einst homogene und harmonische Traditionsgemeinschaft, durch ihren hohen Entwicklungsstand auf dem Gebiet der elektronischen Medientechnik die dekadente »Hollywoodization« (Dan Rather, CBS) seiner Gemeinschaft und damit deren Transformation in eine Gesellschaft westlichen Stils begünstigt. Die Geister, die man rief, wird man nicht mehr los. Ein Großteil der Jugend Japans wurde bereits durch ›Hollywoodization‹ vergiftet und scheint für eine gesunde Gemeinschaftsentwicklung endgültig verloren zu sein.

Ziel einer positiven Entwicklung für den Menschen kann daher nur sein, politische Verhältnisse zu schaffen, die den Psychotherapeuten wieder weitgehend überflüssig machen, mindestens aber, diesen gemeinschaftsschädlichen ›Berufs‹stand zu mahnen, die Idee des individualistischen Selbst aufzugeben und fortan das Selbst als »Verinnerlichung der Gemeinschaft« (James Hillman) neu zu definieren.

Die westliche Idee des individualistischen Selbst und mit ihr die amerikanisch-christlich-jüdisch geprägte Zivilisation sind endgültig gescheitert, dies um so mehr, als wir im Zeichen der Bevölkerungsexplosion erst am Anfang gigantischer Verteilungskämpfe stehen. In diesen weltweiten Verteilungskämpfen werden nur starke, harmonische und homogene Gemeinschaften, die durch gemeinsame Traditionen und Werte verbunden sind, überleben.

Deutschland befindet sich unter der Herrschaft des antideutschen Viererkartells bereits in Liquidation, und mit dieser Liquidation werden die desorientierten, bindungslosen Deutschen mächtigen supernationalen Kapitalinteressen nahezu wehrlos ausgeliefert werden.


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