Gemeinschaft und feministische Ideologie

Wir haben endlich die judeo-christliche Ideologie wenigstens insoweit überwunden, als wir, entgegen dem Paulus-Gebot, die Frau nicht irgendwo zwischen Mann und Tier anzusiedeln pflegen. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Für die tatsächliche Durchsetzung der Gleichbehandlung (nicht Gleichsetzung) sind Männer und Frauen in solidarischer Gemeinsamkeit verantwortlich. Alles dies ist inzwischen selbstverständlich und hat bekanntlich mit der feministischen Ideologie nichts zu tun. Diese Ideologie ist nicht darauf angelegt, das solidarische Zusammenwirken von Mann und Frau zu fördern, sondern im Gegenteil, den Spaltpilz in die Geschlechterbeziehung, die ihrerseits ein wesentliches Grundelement zur Schaffung einer harmonischen Gemeinschaft ist, zu tragen. Separation der Geschlechter und der Aufbau einer eigenen Frauenkultur ist ihre sexistische Devise.

Wie die Psychotherapeuten oder Pfaffen am anderen Ende des künstlich angefachten Geschlechterkonflikts leben die feministischen Agitatorinnen nicht schlecht vom Krieg und der Entfremdung der Geschlechter.

Feminismus ist nicht nur verbale Kriegführung. Die Möglichkeit, daß, wie jüngst in den USA geschehen, einem schlafenden Mann von seiner Ehefrau der Penis abgeschnitten wurde, war lange zuvor gedacht und geäußert worden. Als es im Oktober 1989 wieder einmal einen von einer sensationsgeilen Presse reißerisch aufgemachten Artikel über einen Akt ›sexueller Belästigung‹ gab, äußerte sich die Feministin Kristen Asmus wie folgt: »Sehen wir den Tatsachen insAuge. Männer können sich in unserer Gesellschaft einfach nicht kontrollieren. Frauen müssen anfangen, zurückzuschlagen. Frauen werden aufhören, nur über Kastration zu sprechen, sondern sie tatsächlich ausführen. Frauen werden beginnen, ihre innere lebensgebende und sorgende Natur aufzugeben und statt dessen Waffen tragen. Falls erforderlich, werden Frauen beginnen, Männer zu töten.«

Die feministische GleichheitsfanatikerIn Allison Jagger erklärte die Familie (wie auch die Kommunisten) zum »Eckpfeiler der Unterdrückung« der Frauen.

Feminismus ist also wie Sozialismus bzw. Kommunismus gegen die Gemeinschaft der Familie gerichtet. In der Tat speist sich die antifamiliäre feministische Haltung seit eh' und je aus marxistischem Gedankengut, das wiederum nur die frühkapitalistischen Zustände Englands reflektiert. Viele feministische PropagandistInnen sind bekanntlich gescheiterte 68erInnen. Marx reduzierte die bürgerliche Familie zur Keimzelle des Kapitalismus. Die bürgerliche Familie sei, so nachzulesen im Kommunistischen Manifest, nur auf Kapital und privaten Gewinn begründet. Das ›Proletariat‹, das über kein Kapital verfüge, habe, so der absonderliche Umkehrschluß, keine Familie; denn sämtliche Familienbande des Proletariats seien (im englischen Frühkapitalismus) auseinandergerissen und die Kinder zu bloßen Handelsartikeln und Arbeitsinstrumenten umgewandelt worden. Ähnlich äußerte sich auch Engels über die seiner zeitigen Zustände Englands.

Die historische Beschreibung Marxens mag, wenn auch bewußt überzeichnet, im Kern richtig gewesen sein, seine abstrakten Verallgemeinerungen daraus waren es gewiß nicht. Die Familie ist nicht die Keimzelle des Kapitalismus, sondern die Keimzelle der (nationalen) Gemeinschaft. In ihr kann Solidarität erlernt, erfahren und geübt werden, die es dann in die größere Gemeinschaft umzusetzen gilt. Deshalb ist für die Feinde der nationalen Gemeinschaft die Familie ein Hauptangriffsziel. Die Zerstörung einer Nation führt über die Zerstörung der Familie. Die ›Hollywoodisierung‹ der Kinder und sexistische Aufladung der Geschlechter sind einander sich ergänzende Methoden in diesem Vernichtungskampf ›Hollywoodisierung‹ und Geschlechterkampf lassen überall verbrannte Erde und vereinsamte, isolierte Menschen zurück. Die kommende Generation wird mehr und mehr vereinzelt aufwachsen - in kleinen Wohnungen, die häufig eher Karnickelställen ähneln. Für Kinder wird es kaum noch Platz geben. Frauen denken an ihre ›Karriere‹ und an die Probleme einer Doppelbelastung, die zukünftigen Väter an ihre skandalöse ›Diskriminierung‹ vor deutschen Gerichten, an demütigende Besuchsregelungen und ›ausblutende‹ Unterhaltsverpflichtungen. Frauen und Männer werden sich ›versuchsweise‹ noch verheiraten, aber dies wird nicht mehr als eine langfristige, quasi ›ewige‹ Schicksalsgemeinschaft angesehen werden, sondern eher als ein Sonntagsausflug, gegen dessen Mißlingen man sich vorehelich vertraglich absichert. ›Job‹, nicht Familie, wird im Mittelpunkt des entwurzelten, neurotischen Ego-Freaks stehen.

Feminismus hat die absurdesten Erscheinungen hervorgebracht, von feministischer Linguistik (›Frauschaft, AusländerIn, BewerberIn, SeniorInnen‹ usw.) über Frauenhotels, Frauenreisen, Frauenzentren, Frauenmessen bis hin zur verfassungswidrigen Frauenquote.

Man stelle sich vor, es gäbe Männerhotels, Männerreisen, Männerzentren, Männermessen, Männerquoten; man würde uns, die männlichen Unterdrücker und Ausbeuter, zu Recht fragen, ob wir noch alle Tassen im Schrank haben.

Auch der terminologische Schwachsinn kam im übrigen, wie so vieles, aus den USA, wo feministische IdeologInnen das Wort ›Women‹ (Frauen), dessen zweite Silbe (›men‹) ›Männer‹ bedeutet, durch ›Wimmin‹ oder ›Wombyn‹ ersetzten. Gleiches geschah zum Beispiel mit ›Cow persons‹ statt ›Cowboys‹. Den Vogel der Absurdität schoß wohl eine feministische Hochschullehrerin an der Washington Universität in St. Louis ab, die es allen Ernstes ablehnte, das Wort ›Seminar‹ zu benutzen, weil es in seinem ersten Teil ›Semen‹ (Samen, Sperma) enthalte. Statt dessen bevorzugte sie das Wort ›Ovular‹.

In den USA gibt es eine Inflation von Klagen wegen ›sexual harassment‹ (sexuelle Belästigung). Der harmlose Flirt ist plötzlich für Männer zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden. Die sexistischen SeparatistInnen wissen, daß sich das Haupthindernis zur Verwirklichung ihrer Ideologie nicht in den Köpfen, sondern zwischen den Schenkeln der Geschlechter befindet. Sie versuchen daher, gewissermaßen ›im Vorfeld der Triebe‹, Distanz per Gesetz zu erzwingen. In der Terminologie des kalten Krieges heißt dies ›Abschreckung‹.

In Deutschland ist kein Bundesland so eilfertig, gemeinschaftsschädliche Entwicklungen in den USA nachzuvollziehen, wie dies seit jeher in Hessen geschieht. Hessen ist in Deutschland Vorreiter der kulturell-sexistischen Apartheid zwischen Mann und Frau.

In den letzten rot-grünen Koalitionsvereinbarungen hieß es: »Die Landesregierung wird den Erkenntnissen der Frauenbewegung bezüglich der Differenz zwischen Frauen und Männern und dem damit verbundenen Wandel Rechnung tragen. « Nach dem hessischen ›Gesetz über die Gleichstellung von Frauen und Männern und zum Abbau der Diskriminierung von Frauen in der öffentlichen Verwaltung‹ gelten als sexuelle Belästigung »unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche und Körperkontakte sowie sexuell abfällige oder abwertende Bemerkungen, Gesten oder Darstellungen, die von der betroffenen Person als beleidigend, erniedrigend oder belästigend empfunden werden«. Mit Ausnahme des subjektiven, weder straf- noch disziplinarrechtlich umsetzbaren Tatbestandsmerkmales ›Empfindung‹ ist dagegen an sich nichts zu sagen -Alles dies ist aber bereits durch einschlägige Strafnormen (zum Beispiel §§ 223, 240 StGB) abgedeckt. Nur diese Strafnormen haben eben für die sexistischen Ideologen den Nachteil, daß der Mann durch diese Norm nicht einseitig ›diskriminiert‹ wird, daß ihm nicht von vornherein quasi unterstellt wird, er sei eigentlich ein böses, keiner Solidarität fähiges Tier, vor dem es gelte, die Frauen zu schützen. Es ist diese gewollte negative Signalwirkung, die das hessische Gesetz so fatal hinsichtlich der Harmonie in der Gemeinschaft macht.

Tatsächlich geht es den feministischen IdeologInnen schon längst nicht mehr um die Gleichstellung von Frau und Mann, sondern um die Besserstellung der Frauen. Wie in den USA mit der Besserstellung von Schwarzen und Frauen (›affirmative action‹, siehe Seite 62 ff.) wird auch in Deutschland eine Ungleichbehandlung des Mannes als »kompensatorische Gerechtigkeit« (Luise Pusch) gerechtfertigt. Mit anderen Worten: Dessen heutige Benachteiligung wird mit der früheren ›Unterdrückung‹ der Frauen, die auf der judeo-christlichen Religion beruhte, gerechtfertigt. Was aber, zum christlichen Teufel, hat Carl-Friedrich Berg mit früher (und heute) an den Frauen begangenen Schandtaten der Kirchen zu tun? Wieso muß Berg heute als Mann für deren frauenfeindliche Untaten Nachteile in Kauf nehmen? Hat Berg jetzt als männlicher Nachkriegsgeborener nicht nur eine Kollektivschuld gegenüber den Juden, sondern auch gegenüber den Frauen?

Nein, er hat weder die eine noch die andere Schuld. Es gibt keine kompensatorische Gerechtigkeit; denn mit ihr werden nur neues Unrecht, neue Ressentiments und neuer Haß geschaffen. Es gibt nur die Gleichbehandlung von Mann und Frau vor dem Gesetz. Und dieses verbietet Frauenquoten, verbietet geschlechterspezifische Privilegien für Frauen, wie sie in Hessen an der Tagesordnung sind. Projekte wie ›Maßnahmen zur beruflichen Integration von SozialhilfeempfängerInnen‹, ›Förderung von Projekten von wohnungslosen Frauen‹, ›Programme für behinderte Frauen‹, ›Maßnahmen zur Integration von straffälligen Frauen‹ usw. sind schlichtweg verfassungswidrig, wenn es nicht gleichzeitig dieselben Programme für Männer gibt; denn ein behinderter, wohnungsloser oder straffälliger Mann ist genauso viel oder so wenig schutzbedürftig wie eine behinderte, wohnungslose oder straffällige Frau.

Es ist daher auch eine ideologische Schandtat, wenn das rot-grüne hessische Wohnungsbauministerium einen Wettbewerb ›frauengerechtes Bauen‹ mit dem Ziel ausschrieb, Frauen männer-freies Wohnen zu ermöglichen. Man stelle sich das berechtigte Geschrei vor, wenn ein staatlich gefördertes Projekt ›frauen-freies Wohnen‹ für Männer initiiert würde.

Die Existenz der feministischen Ideologie ist vor allem auch das Produkt einer Gesellschaft, die die Menschen einander entfremdet und entsolidarisiert hat. Wenn davon auszugehen ist, daß in der Wolfsgesellschaft Deutschland die Frau immer noch die schwächere ist und sie deshalb der praktizierten, nicht gesetzlich verordneten Solidarität der Männer bedarf, dann müßten die FeministInnen, wenn ihnen wirklich das Wohl der Frauen und nicht nur ihre ideologische Kriegführung am Herzen läge, die entschlossensten VorkämpferInnen zur Umwandlung der heutigen Gesellschaft in eine harmonische Solidargemeinschaft sein, eine Gemeinschaft, die ihre auch gegen die bestehenden Gesellschaftsverhältnisse gerichtete Ideologie zwar überflüssig machen würde, in der aber die für viele Frauen noch besonders schmerzlichen Widersprüche dieser Gesellschaft überwunden sein werden; denn zur nationalen Solidargemeinschaft gehört der Schutz der Frau. Diese Nagelprobe steht allerdings noch aus.

Die feministische Ideologie ist ein absurder Reflex einer absurden Gesellschaft. Tatsächlich waren Frauen in der Funktion der Mütter seitjeher mächtiger als Männer, es sei denn, sie unterließen es zu erziehen. Frauen waren in der Regel durch ihre verfehlte (antiautoritäre) (Nicht)Erziehung dafür (mit)verantwortlich, daß ihre Söhne und Töchter ohne die Vermittlung von Werten, Kultur und Traditionen einer Solidargemeinschaft heranwuchsen. Frauen haben durch dieses Unterlassen das Entstehen einer Wolfsgesellschaft erst (mit)ermöglicht. Es waren in der Regel Frauen, die unsere heutige verkommene Politikerkaste (nicht) erzogen haben. Es sind in der Regel Frauen, die durch ihre geglückten oder mißratenen Kinder für den Hoch- oder Tiefstand von Kultur und Politik (mit)ursächlich sind. Als erziehende Mütter sind sie vor allem auch die Frauen, die unser aller Zukunft in Händen halten. Und es sind schließlich Frauen, die als FeministInnen sich einer solchen Verantwortung zu entziehen versuchen. Statt für das Ganze wollen sie nur noch für ihre Hälfte Verantwortung tragen - gegen die andere Hälfte.


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