Enrique Aynat : Les « Protocoles d’Auschwitz » sont-ils une source historique digne de foi ?

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Appendice 2

Protocole 2
Texte reproduit dans : Michael Dov WEISSMANDEL, Min Hametzar, Emunah, New York, 1960.
(Document MDW)

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Nach der Flucht der zwei slowakischen Juden aus Birkenau am 7 April 1944 herrschte im Lager grosse Aufregung. Die politische Abteilung hat eine grosse angelegte Untersuchung eingeleitet, die Freunde und Vorgesetzte der Flüchtlinge wurden einem strengen Verhör unterzogen, aber vergeblich. Da die Flüchtlinge die Posten eines « Blockschreibers » bekleidet haben, wurden strafweise und vielleicht auch vorsichts- halber alle jüdischen Amtsträger abgesetzt, da vermutet wurde – /mit Recht/, dass die Flucht durch den Bauabschnitt 3 erfolgt ist, hat man die grosse Postenkette in dieser Richtung erheblich gekürzt, sodass jetzt diese Postenkette die Mitte des Bauabschnittes III. durchquert.

 

176.000 Anfangs April kam ein Transport griechischer Juden, von denen ca. 200 in das Lager gebracht wurden, die restlichen ca. 1.500 wurden sofort vergast.

Zwischen dem 10. und 15. April 1944 kamen etwa 5.000 Arier, vorwiegend Polen, mit 2.000-3.000 Frauen aus den aufgelassenen Lager Lublin-Majdanek nach Birkenau. Sie erhielten Nummern von circa.

176.000-181.000 unter den Frauen befanden sich ca. 300 jüdische Mädel aus Polen. Der überwiegende Teil der Abkömmlinge war krank, schwach und sehr herabgekommen. Nach ihrer Mitteilung wurden die Gesanden aus Lublin nach deutschen Konzentrationslagern geschickt. Ueber das Los der dort konzentriert gewesenen Juden haben wir von ihnen, insbesondere von den jüdischen Mädels folgendes erfahren.

Am 3. November 1943 wurden alle Juden des Lagers Lublin Majdanek ca.

11.000 Männer und 
  6.000 Frauen hingerichtet.

Wir können uns daran erinnern, dass uns in dieser Zeit SS-Leute in Birkenau erzählt haben, dass Lublin von Partisanen überfallen wurde, weshalb ein Teil der Birkenauer SS-Leute zur Bekämpfung der Partisanen zeitweilig hindirigiert wurde. Jetzt wurde uns klar, zu welchem Zweck unsere SS-Leute damals nach Lublin fahren mussten. 
Am Feld V, des Lagers Majdanek mussten die Juden vorher lange tiefe Graben graben. Am 3. November wurden sie dann in Gruppen von 200-300 hingebracht, erschossen in Massen in die Graben geworfen. Innerhalb 24 Stunden war alles erledigt. Während der Hinrichtung spielte eine laute Musik, welche die Schüsse weit übertönte.

300 Mädel wurden am Leben gelassen, sie waren in Lublin in den Aufräumungskommandos und als Schreiberinnen tätig. 3 Tage nach ihrer Ankunft in Birkenau wurden sie auf Grund eines Separatbefehls aus Berlin vergast und verbrannt. Durch einen Irrtum des Rapportschreibers wurden

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zwei Mädel nicht in die Gaskammer gebracht. Am nächsten Tag ist man aber draufgekommen, die Mádel wurden sofort erschossen und der Rapportschreiber wurde abgesetzt.

Das Los der Lubliner Juden hat unter den Juden des Lagers Birkenau eine grosse Depression hervorgerufen. Man fürchtet sich, dass eines Tages Birkenau ebenso wie Lublin auf einmal liquidiert wird.

 

Ca. 182.000  - Ende April kamen wieder griechische Juden, vom denen um die 200 in das Lager gebracht wurden, ca. 3.000 wurden vernichtet. 
 "    183.000-185.000 Anfang Mai 1944 kamen kleinere Transporte von holländischen, französischen, belgischen, griechischen Juden und polnischen Ariern. Die meisten wurden in Auschwitz zum Bau der « Buna » zugeteilt.

Um den 10. Mai 1944 kam in Birkenau der erste Transport ungarischer Juden an. Es waren Juden, die aus dem Budapester Schubhaus und Gefängnissen verschickt wurden. Ferner solche, die damals in den Budapester Strassen und Bahnhöfen zusammengefangen wurden. Unter den Frauen befanden sich u.a. /mit denen wir gesprochen haben/

Ruth Lorant, Zilina/ Haschomer Hazair/
Mici Lorant,   "               "             "     /Schwester/
Ruth Quasztler, Bratislava             " 
Irene Roth, Michalovce, später Királyhelmec 
Frau Dr. Barna Fuchs, Michalovce.

Der Transport wurde in Auschwitz bezw. Birkenau nach der bekannten Prozedur /total rasiert, tätoviert etc/ in das Lager aufgenommen. Die Männer erhielten Nummern um 186.000. Die Frauen wurden dem Frauenlager zugeführt. Ungefähr 600 Männer, hievon etwa 150 zwischen 45-60 Jahren wurden nach Birkenau gebracht, wo sie diversen Arbeitsgruppen /Arbeitskommandos/ zugeteilt wurden. Die übrigen blieben in Auschwitz, wo sie bei dem Bau der « Buna » Fabrik arbeiten.

Die Teilnehmer dieser Transporte wurden alle am Leben gelassen. keiner wurde – wie es sonst üblich ist – direkt dem Krematorium zugeführt. In den Briefen, die sie schreiben durften, mussten sie als Aufenthaltsort « Waldsee » angeben.

Um den 15. Mai 1944 begannen Massentransporte aus Ungarn nach Birkenau zu strömen. Täglich kamen 14.000-15.000 Juden in Birkenau an. Das Schleppgeleise, welches in das Lager Birkenau bis zu den Krematorien führt, wurde vorher in einem riesigen Tempo mit Tag- und Nachtarbeit fertiggestellt, sodass die Transporte bereits bis zu den Krematorien geführt werden. Von diesen Transporten werden bloss etwa 10 % in das Lager gebracht, die übrigen unverzüglich vergast und verbrannt. Es werden jetzt Juden in Massen vergast, was selbst in Birkenau noch nie dagewesen ist. Das Sonderkommando musste auf 600, nach 2-3 Tagen auf 800 Personen /schon aus den Angehörigen des ersten ungarischen Transportes/ vergrössert werden, das Aufräumungskommando vom 150 auf 700 Personen. 3 Krematorien arbeiten Tag und Nacht /das vierte wird der-

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seit repariert/. Da die Krematorien nicht genügen, wurden im Birkenwald wieder – wie in der Zeit bevor die Krematorien erbaut wurden – 4 Graben ca. 30 m lang und 15 m breit gegraben, wo Tag und Nacht Leichen verbrannt werden. Die Vernichtungskapazität ist daher eine fast unbeschränkte.

Die am Leben gelassenen ca. 10 % gehören nicht dem normalen Lagerstand von Birkenau an, sie werden wohl total rasiert, erhalten Häftlingskleider, werden aber nicht tätoviert. Sie sind in einem separaten Lagerabschnitt « C » untergerbracht und werden sukzessive nach diversen Konzentrationslagern im Reich, wie z.B. Buchenwald, Matthausen, Grossrosen, Gusen, Flossenburg, Sachsenhausen etc. weitergeschickt, Die Frauen werden vorübergehend im Zigeunerlager in separaten Blocks placiert und dann auch weiter befördert. Blockälteste sind dort jüdische Mädel aus der Slowakei.

Die ersten Transporte kamen aus :

Munkács 
Nagyszáilàs 
Nyiregyhása

Ungvár 
Huszt 
Kassa

Beregszász 
Mármarosaziget 
Nagyberezna

Unter den am Leben Gelassenen befanden sich :

die Brüder

 

Robert und Ervin Waizen aus Kassau
Stark, Reisender               "         "
Khrenreich                       "    Ubla /Transp. Kagyberszna/ 
Katz Chaim                      "    Snina               

Die letzten zwei sind bereits weiter verschickt werden. Die Eltern der Brüder Waizen wurden vergast.

Die oberste Leitung über die ungarischen Transporte hat der gewesene Lagerkommandant, Haupsturmbannführer H ö s s inne. Er befindet sich derzeit ständig auf der Reise zwischen Auschwitz und Budapest. Der derzeitige Lagerkommandant von Birkenau ist der gewesene Adjutant von Höss, Hauptsturmführer K r a m e r.

Ca. 185.000-189.000

 

1.600 Franzosen /Arier/, ausschliesslich Intelektuelle, prominente Franzosen, darunter eine kleinere Anzahl polnischer Emigranten. Unter den Franzosen befanden sich hohe Offiziere, Vertreter der französischen Hochfinanz, bekannte Journalisten, Politiker, unter ihnen angeblich auch gewesene Minister. Bei ihrer Ankunft hatten einige von ihnen rebelliert. Die SS ist sehr brutal eingeschritten, einige von ihnen wurden auf der Stelle erschossen. Die Franzosen benahmen sich sehr tapfer und waren sehr selbstbewusst. Sie wurden in Birkenau streng isoliert, durften mit niemanden verkehren. Nach zwei Wochen wurden sie auf Befehl von Berlin nach dem KZ Matthausen weitergeschickt.

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Seit Mitte Mai 1944 erhalten die eingelieferten Juden nicht mehr dir [sic] fortlaufende Nummerierung bisher. Es wurde bei ihnen mit einer neuen Nummerierung begonnen, u.zw. von No. 1 angefangen, wobei vor die Nummer der Buchstabe « A » tätoviert wird. Der Grund dieser Massnahmen ist uns unbekannt. Bis zu unserer Flucht am 27. Mai 1944 wurden etwa 4.000 Juden bereits mit diesen neuen Nummern versehen. Es sind dies 

l.000 holländische, französische und italienische Juden, die seitdem in 

das Lager gebracht wurden. Ferner 

3.000 Juden, die am 23. Mai 1944 aus Theresienstadt in Birkenau ankamen.

Diese wurden wieder genau so wie die ersten 2 Transporte aus Theresienstadt behandelt. Man hat sie vollzählig /ungeschoren/ zu ihren Landsleuten, die seit dem 20.XII.1943 in Birkenau sind und deren « quarantäne-Zeit » am 20. Juni 1944 abläuft, im Abschnitt II/b einquartiert.

Laut Mitteilung eines Juden aus dem Sonderkommando soll am 15. oder 16. Mai 1944 der Reichsführer Himmler Birkenau einen Besuch abgestattet haben. An diesen Tage sah ich selbst 3 Autos mit 5 Herren in zivil auf dem Weg zu den Krematorien fahren. Mein Gewährsmann erklärte mir, dass sowohl er, als auch andere Himmler erkannt haben. Er hat das Krematorium II besichtigt und ist dann nach einem Aufenthalte von ca. 1/2 Stunde mit seinen Begleitern zurückgefahren. Am nächsten Tag konnte man in den schlesischen Zeitungen über den Besuch Himmlers in Krakau einen Bericht lesen. Die Mitteilung dürfte daher stimmen.

Noch eine Begebenheit – die nicht in Vergessenheit geraten soll – wurde uns von den Leuten des Sonderkommandos erzählt. Es war noch im Spätsommer 1943. Es kam eine Kommission von 4 holländischen Juden, – es waren repräsentativ aussehende Herren – nach Auschwitz. Sie wurden der Lagerleitung scheinbar schon früher avisiert. Die holländischen Juden in Auschwitz bekamen gute Kleider, erhielten anständiges Essgeschirr und Besteck und bessere Kost. Die 4 Herren wurden sehr höflich empfangen. Es wurde ihnen das Lager Auschwitz, dessen Gebäude und Rasenanlagen, ferner die dort herrschende Reinlichkeit einen tatsächlich guten Eindruck machen, gezeigt. Die holländischen Juden wurden ihnen vorgeführt, wobei ihnen mitgeteilt wurde, dass sich hier nur ein Teil dieser Juden befindet, die übrigen sind in anderen ähnlichen Lagern untergebracht. Die Herren wurden auf diese Weise zufriedengestellt. Es wurde sodann eine Erklärung abgefasst, nach welcher die Kommission in Auschwitz alles in grösster Ordnung befunden hat. Diese Erklärung wurde von den vier Herren unterzeichnet. Die Holländer haben dann den Wunsch geaussert, von Birkenau und insbesondere über die Krematorien, über welche sie etwas gehört haben, etwas zu erfahren. Man hat sich ohne weiteres erbötig gemacht, ihnen auch Birkenau und die Krematorien zu zeigen. Man sagte ihnen, dass die Krematorien lediglich zur Kremation der im Lager Verstorbenen benützt werden. Sie fuhren in Begleitung des Lagerführers Aumayer nach Birkenau, wurden dort gleich in das Krematorium I. geführt, wo sie von hinten erschossen hat. Angeblich wurde nach Holland ein Telegramm abgerichtet, wonach die 4 Herren der Kommission nach Verlassen des Lagers Auschwitz einem Autounfall zum Opfer fielen.

In Auschwitz besteht ein biologisches Laboratorium. Es sind dort SS-Aerzte,

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Zivil- und auch Häftlings-Aerzte beschäftigt. Die Frauen und Mädel, an denen die Versuche durchgeführt werden, sind im Block X in Auschwitz untergebracht. Eine Zeit lang war dort Blockälteste Magda Hellinger aus Michalovce und ein Mädchen namens Rozsi /Familienname unbekannt/ aus Humenné.

Versuche werden nur an jüdischen Mädchen und Frauen vorgenommen. Slowakische Mädchen waren bisher nicht darunter. Versuche an Männern werden ebenfalls durchgeführt, diese Männer sind aber nicht separat untergebracht.

Zufolge der Untersuchungen starben sehr viele. Soweit es uns bekannt ist, sind Versuche von künstlicher Befruchtung, Kastrierungen und dergleichen vorgenommen worden. Manchmal werden zu diesen Versuchen auch Zigeuner herangezogen.

Der Block X. wo die Versuchsobjekte untergebracht sind, ist vollkommen isoliert, die Fensterladen sind ständig verschlossen. Hierher hat niemand Zutritt.

Die bisherigen Kommandanten von Auschwitz und Birkenau waren die folgenden :

Aumayer, Schwarzhuber, Weiss, Hartenstein, Höss, Kramer.


Source: Akribeia, n° 3, octobre 1998, p. 5-208


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