Schlußfolgerung

 

Die Darstellung der Ereignisse im KL Stutthof seitens der offiziellen Geschichtsschreibung veranschaulicht die Sackgasse, in der sich letztere befindet, auf beklemmende Weise.

1947 wurde von der kommunistischen »Kommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen in Polen« die Behauptung aufgestellt, daß Stutthof als »behelfsmäßiges Vernichtungslager« gedient habe. Die Opferzahl wurde per Dekret auf 65.000 festgelegt, und es wurde behauptet, in Stutthof seien zahlreiche Menschen in der Entlausungskammer ermordet worden.

Dieses offizielle Bild des Lagers ist auch nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Polen nicht revidiert worden, im Gegensatz zu Auschwitz und Majdanek, wo zumindest die - allerdings unvergleichlich krasser als im Fall Stutthof übertriebenen - Opferzahlen massiv herabgesetzt worden sind.

Die westlichen Historiker haben sich niemals bemüht, eigene Erkenntnisse über Stutthof zu gewinnen; sofern sie sich überhaupt dazu geäußert haben, gaben sie sich damit zufrieden, die polnische Version getreulich nachzubeten[220].

Heute, über ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wäre es allmählich an der Zeit, unbefangener an dieses Thema heranzutreten und das propagandistisch verzerrte Bild des Lagers zurechtzurücken. Die tatsächlichen Leiden der Stutthof-Häftlinge werden dadurch in keiner Weise verharmlost, das Andenken an die 26.000 tatsächlich im Lager umgekommenen Menschen sowie die Opfer der Evakuierung wird in keiner Hinsicht geschmälert - im Gegenteil: In der Geschichtsschreibung über die nationalsozialistischen Konzentrationslager - vor allem der westlichen - ist ungemein viel von den erfunden und recht wenig von den wirklichen Opfern dieser Lager die Rede, und nur diesen letzteren gebührt unser Mitgefühl.


Anmerkung

[220] In der deutschen Literatur zu Stutthof wird selbst die primitivste aus polnischen oder jüdischen Quellen stammende Greuelpropaganda gierig übernommen. So druckt H. Kuhn in dem von ihm herausgegebenen Sammelband Stutthof. Ein Konzentrationslager ..., aaO. (Anm. 35), die aberwitzige Behauptung J. Grabowskas ab, wonach das Lager »nach dem Willen der Nazi-Mörder ein Zentrum der Vernichtung für die Völker Nordeuropas werden sollte« (S. 32). H. Kuhn entblödet sich nicht einmal, den Schwachsinn der Trudi Birger wiederzugeben, der zufolge in Stutthof an einem Tag Hunderte von nackten Frauen lebendig in die »riesengroßen Öfen« des Krematoriums »geworfen« wurden, ohne daß sich nur eine einzige davon im geringsten wehrte - auch die Birger nicht, die dem Flammentod dann durch ein Wunder entrann und bald danach durch ein zweites Wunder noch dem Tod im Wasser (S. 129-133).


Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zum Dokumentenanhang
Zum vorhergehenden Kapitel