23

2. Adolf Hitler (1889 - 1945) und der Zweite Weltkrieg.

Adolf Hitler

"Mein Name ist Hearst und dies ist mein deutscher Freund Otto Schulz aus Königsberg in Ostpreußen. Wir möchten gern ein paar Fragen an Sie stellen, die den Zweiten Weltkrieg betreffen. Wären Sie damit einverstanden?"

"Natürlich, das Fragestellen gehörte ja wohl zu Ihrem Beruf, nicht wahr? Aber zuerst möchte ich meinen Landsmann aus Königsberg besonders begrüßen. Es tut mir leid, Herr Schulz, daß Ihre engere Heimat so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Haben Sie familiäre Schicksale zu beklagen?"

Schulz: "Ja, leider. Meine Mutter wurde von einem sowjetischen Soldaten mit einem Gewehrkolben erschlagen; sie war 68 Jahre


24

alt. Und meine Schwester war 35, erwartete ein Kind und ist seit Anfang 45 vermißt."

"Es fehlen mir die Worte für all dieses Elend. Zwar hatten die westlichen Politiker der Menschheit versprochen, daß es keine Kriege mehr geben würde, wenn ich erst einmal beseitigt wäre. Aber Sie haben ja selbst feststellen können, daß dies eine bewußte Lüge war, um das deutsche Volk gefügig zu machen. Leider kommt das Ausmerzen der Lüge für alle Erdenbewohner zu spät. Und ob dieses Gespräch ein Mittel zur Besserung insgesamt ist, ist doch sehr fraglich. So, meine Herren, ich stehe Ihnen zur Verfügung."

Hearst: "Mister Hitler, welches Datum gilt für Sie als der Beginn des Zweiten Weltkrieges?"

"Wenn ich nicht irre, hat Churchill davon gesprochen, daß die Welt sich in einem 30jährigen Krieg befinde. Und er hatte die Jahre ab dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gezählt."

Hearst: "Ist dies auch Ihre Meinung, Mister Hitler?"

"Ja und nein. Im Grunde hatte der Krieg 1914 - 1918 gar nicht aufgehört. Der Waffenstillstand war unter Täuschung durch die 14 Punkte Wilsons ergaunert worden. Danach kam die Knebelung des Deutschen Reiches auf allen Ebenen. Das deutsche Volk wurde durch die Hungerblockade in die Knie gezwungen. Man plünderte das Land aus. Das versprochene Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde gegen uns mißachtet.

Nach 1933 haben wir Schritt für Schritt versucht, unser Recht wiederzuerlangen, wo man es uns verweigert hatte. Aber bereits am 24. März 1933 wurde uns vom Weltjudentum der uneingeschränkte Wirtschaftskrieg erklärt.

Sie sehen, meine Herren, der Krieg hat viele Möglichkeiten. So gesehen, hatten wir wohl alle nur eine Pause. Der Erste Weltkrieg


25

ging im März 1933 auf einer anderen Ebene weiter. Aber es war ein Krieg!

Dennoch habe ich mich bemüht, nichts auf die Spitze zu treiben. Mein Ziel war, das Unrecht des Versailler Diktats zu beseitigen. Ich wollte die geraubten Ostgebiete wiederhaben, die unbeschränkte Hoheit für das Deutsche Reich, aber vor allem dem deutschen Arbeiter zu einem lebenswerten Leben verhelfen. Mir war klar, daß allein diese Absicht diejenigen gegen uns auf den Plan rufen würde, denen alles daran gelegen war, uns nicht am Weltmarkt zu beteiligen, wie es einem fleißigen Volk zusteht. Lassen Sie mich etwas zur internationalen Wirtschaftslage sagen. Das Deutsche Reich hatte keine Kolonien mehr. Die USA, England, Frankreich und die Sowjetunion waren mit unermeßlichen Schätzen und Ländern gesegnet. Sie konnten aus dem Vollen schöpfen. Und der internationale Kapitalismus, der in England und den USA seine Wurzeln hat, wollte seine Fäden weiterhin ziehen, ohne vom neuen Deutschland gestört zu werden. Wir hatten also nur das eine Kapital, aus dem wir schöpfen konnten: Die Arbeitskraft des deutschen Volkes. Während die Plutokratien über das halsabschneiderische System der Zinswirtschaft in der Lage waren, auf Kosten der Ärmsten aus einem Dollar drei machen zu können, somit also auch international gesehen die armen Länder an den Bettelstab zu bringen, wollten wir uns von dieser Fessel befreien. Wir wollten nicht über unsere Verhältnisse, also nicht auf Pump leben, sondern nur soviel für unseren Bedarf ausgeben, wie wir erarbeiten konnten. Das, meine Herren, ging gegen das Geschäft der Plutokraten. Man hat mir unmißverständlich angeboten, das Deutsche Reich nicht zu behelligen, wenn ich meine These der Abkehr von der Herrschaft des Dollars und des Goldstandards fallen lassen würde. Aber damit


26

wären wir wieder von den Geldsäcken abhängig geblieben, und man hätte das alte Spiel fortgesetzt. Das tat ich aber nicht. Meinen guten Willen habe ich anders bewiesen. Man hat mir vorgeworfen, ich würde neuen Lebensraum für das deutsche Volk im Osten suchen. Dies stehe auch in meinem Buch 'Mein Kampf'. Meine Herren, darauf könnte ich mit einem saloppen Wort von Adenauer antworten: Was stört mich mein Geschwätz von gestern! Das tue ich jedoch nicht. Ich will aber betonen, daß jeder Mensch in die Verlegenheit kommen kann, in früheren Jahren Gesagtes revidieren zu müssen. Und ich kann dieses sogar an meinen Handlungen beweisen.

Ich habe um des Friedens willen auf Südtirol verzichtet, was mir viele Menschen dort verübelt haben. Aber was noch bedeutender ist: Ich habe gegenüber Frankreich auf Elsaß-Lothringen verzichtet, um endlich diesen Zankapfel zu beseitigen. Ich habe ferner der polnischen Regierung gegenüber keinen unbedingten Anspruch auf das Gebiet des 'Korridors' erhoben. Ich habe ein faires Angebot gemacht, dort eine Abstimmung vornehmen zu lassen, um dem Wunsch der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Das waren Angebote meinerseits, die nicht einmal von den Regierungen der Weimarer Republik gemacht wurden. Wenn Sie aber an den Anschluß Österreichs denken, so hätten Sie dabei sein sollen! Einen solchen "Blumenkrieg" hatte die Welt noch nicht erlebt. Dieser Zusammenschluß war bereits von der sozialdemokratischen Regierung im Jahre 1919 vorgesehen und in der Verfassung verankert. Aber die Alliierten, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker proklamiert hatten, verboten die Vereinigung. Der betreffende Passus in der Verfassung mußte gestrichen werden. Konnte sich jemals ein Volk dieser Erde so etwas gefallen lassen? Deshalb war auch der Sozialdemokrat Dr. Renner einer der ersten Österreicher, der die Eingliederung ins


27

Reich vor aller Welt begrüßte. Die Menschen in Österreich waren glücklich. Und wenn jemals echte demokratische Entscheidungen etwas bedeuten sollten, so war es hier der Fall. Man sollte im Nachhinein nicht darauf pochen, daß zweihunderttausend Juden gegen den Anschluß waren. Wenn es nach ihrem Willen gegangen wäre, sollte eine Diktatur einer Minderheit gegen das Volk durchgesetzt werden!

Es gibt auch Menschen, die unsere Vereinbarungen mit der Tschechei ablehnen. Dazu, meine Herren, sollten Sie sich vor Augen führen, daß die Sowjetunion selbst dieses Gebiet mit einer Art Flugzeugträger verglichen hat, den sie gegebenenfalls auch zu benutzen gedachte.

Hätte diese Absicht nicht bestanden, so wären dem Präsidenten Hacha und mir nie der Gedanke gekommen, die Tschechei unter das Protektorat des Deutschen Reiches zu stellen. Im übrigen beleuchten Sie die Zeit in der Tschechei danach! Wie ist es den Menschen damals ergangen? Sie hatten dieselben Lebensverhältnisse wie das deutsche Volk. Allerdings mit dem Vorteil, daß die Männer keinen Wehrdienst zu leisten brauchten. Auch während des Krieges ging es den Tschechen besser als dem deutschen Volk. Sie brauchten keinen Kriegsdienst zu leisten und keinen Bombenterror zu erleiden. Es herrschte deshalb eine Ruhe, wie es sich das tschechische Volk nicht besser wünschen konnte. Diese Tatsache paßte den Engländern jedoch gar nicht. Da es genug Tschechen in England gab, wurden diese dazu aufgehetzt, Maßnahmen gegen das Reich zu unternehmen. Es wurden Leute zu Mordanschlägen ausgebildet und mit Fallschirmen über der Tschechei abgesetzt. Nicht das tschechische Volk wollte diese Konfrontation, sondern die Engländer brauchten die Unruhe im Protektorat."


28

Hearst: "Mister Hitler, ich glaube, wir haben jetzt ein bißchen den Faden verloren. Wann brach der Zweite Weltkrieg Ihrer Meinung nach aus?"

"Ich meine, man kann dieses Datum nicht eindeutig festlegen. Ich nannte Ihnen bereits den 24. März 1933, als das Weltjudentum dem Deutschen Reich den Krieg erklärte.

Wenn Sie jedoch meinen, wann der erste Schuß abgegeben wurde, so muß ich Sie darauf aufmerksam machen, daß 1939 in den letzten Augusttagen zwei Flugzeuge der Deutschen Lufthansa beim Anflug auf den Internationalen Flughafen bei Danzig von den Polen beschossen wurden.

Außerdem hatte Polen bereits im Frühjahr 1939 mobilgemacht. Natürlich habe ich daraus die Konsequenzen gezogen und ebenfalls die nötigen Vorbereitungen getroffen. Wir waren also auf die weiteren Schritte der Polen nicht unvorbereitet. Aus diesem Grunde wurden von mir auch die verschiedensten Zeitpunkte des Abwehrens polnischer Aktionen genannt und auch widerrufen. Entscheidend war dann jedoch mein Befehl zum Gegenschlag am 1. September 1939, den ich nicht mehr widerrufen habe, als der Warschauer Rundfunk am 31. August meldete, daß die polnischen Truppen bereits auf dem Vormarsch in Richtung Berlin seien. Außerdem gilt eine Generalmobilmachung, die Polen am 30. August anordnete, nach Völkerrecht als Kriegserklärung. Hier wird also den Menschen eine entscheidende Tatsache vorenthalten. Daraufhin ließ ich meinen vorsorglichen Sicherheits-Befehl bestehen. Wir haben am Morgen des 1. September 1939 zurückgeschossen.

Auch dieses Datum ist fraglich. Alles hätte bei einer begrenzten Aktion bleiben können. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß die Engländer tatsächlich ihren Blancoscheck einlösen würden, den sie den Polen gegeben hatten. Erst am 3. September, als England und


29

Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatten, war uns bewußt, daß es jetzt nicht bei einem lokalem Waffengang bleiben wird. Ich möchte Sie, meine Herren, auf noch etwas hinweisen: Polen hat immer Probleme mit seinen ethnischen Minderheiten gehabt, die 1939 dreißig Prozent ausmachten. Mein Vorschlag, die Frage der deutschen Minderheit durch Abstimmung zu regeln, war also ein absolut faires Angebot. Sie erwarten jetzt wahrscheinlich meine Stellungnahme zum Datum der militärischen Auseinandersetzung mit der Sowjetunion am 22. Juni 1941. Wir haben sehr bald gemerkt, daß es Stalin nicht daran gelegen war, mit dem Deutschen Reich auf dem Fuße guter Nachbarschaft zu leben. Als ich darauf verzichtete, die Baltischen Staaten als ein Interessengebiet des Deutschen Reiches zu betrachten, haben wir niemals damit gerechnet, daß die Sowjets diese Länder besetzen würden. Als das jedoch geschah, mußten wir uns auf weitere sowjetische Aktivitäten gefaßt machen. Es war bald zu entdecken, daß das Ziel, die Weltrevolution, immer deutlicher wurde. Obgleich wir im Westen stark gebunden waren, wußte ich doch, daß ganz Europa den Sowjets ausgeliefert sein wird, wenn nicht der Versuch gelingt, durch einen Präventivschlag diese Absichten zu durchkreuzen. Unsere Aufklärung bestätigte sehr bald Stalins Absichten. Er hatte ganz und gar auf Angriff gesetzt. Nichts war für die Verteidigung eines Angriffs durch die Wehrmacht getan worden. Für mich hieß es deshalb, loszuschlagen, bevor die Rote Armee ins Rollen kommt. Es war dies ein ganz und gar durch die Sowjets aufgezwungener Entschluß.

Der 22. Juni 1941 galt vor allem in der Sowjetunion als der Beginn des Zweiten Weltkrieges. Für mich ist das Datum nicht wichtig. Wenn Ihnen, meine Herren, so viel daran liegt, so haben Sie nun die Möglichkeit zu wählen."


30

Hearst: "Mister Hitler, wir wissen nun Ihre Meinung und sehen auch selbst ein, wie schwierig es ist, sich auf einen bestimmten Tag festzulegen. Wären Sie einverstanden, daß wir Sie zu einem weiteren Gespräch aufsuchen, wenn es sich um spezielle Fragen aus Ihrer Wirkungszeit handelt?"

"Ich stehe Ihnen gern zur Verfugung."

***

"Herr Hearst, sind Sie enttäuscht, von Hitler kein genaues Datum erfahren zu haben?"

"Aber nein! Wir unternehmen doch diese Befragungen nicht nach den Gepflogenheiten einer gelenkten Presse, die nur dann zufrieden ist, wenn sie zu einem Ergebnis kommt, das von ihr im voraus festgelegt wurde. Sie dürfen nicht vergessen, daß alle Gesprächspartner nur die absolute und nackte Wahrheit aussprechen können, ohne schmückende oder auf Vorteil bedachte Lügen."

"Nun, dann bin ich ja beruhigt. Ich hatte schon befürchtet, Sie könnten die Lust an unserem Unterfangen verlieren."

"Also machen wir weiter! Wen wollen wir als nächsten um seine unverblümte Meinung befragen? Haben Sie einen besonderen Vorschlag, Mister Schulz?"

"Sie haben ganz gewiß auch von dem 'Wannsee-Protokoll' gehört, nicht wahr?"

"Aber natürlich! Da handelt es sich doch um den Beschluß, die Juden in Europa zu vernichten."

"Genauso ist es! Jedenfalls spricht die veröffentlichte Meinung in diesem Sinn."

"Also gut! Wer war damals derjenige, der diese Konferenz einberufen und das Protokoll geführt hat?"

"Die Sitzung hat sicher Heydrich angeordnet. Er war Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Ihm unterstanden die Polizei und die


31

Gestapo. Das Protokoll hat er bestimmt nicht selbst gefuhrt. Er wird uns aber Aufschluß darüber geben können."

"Okay, dann fragen wir doch ihn!"

"Alles klar, ich bin dabei! Bis morgen dann, Herr Hearst!"

"So long, Mister Schulz!"

***


Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zum nächsten Kapitel
Zum vorhergehenden Kapitel
Zurück zum Archive