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5. Otto Frank (18?? - 1991) und das mysteriöse Tagebuch seiner Tochter Anne.

Hearst: "Mister Frank, mein Freund Schulz aus Deutschland hat mir von einem Tagebuch Ihrer Tochter Anne erzählt, mit dem Sie eine Menge money gemacht haben. Aber es soll da auch einige Dinge geben, die nicht ganz klar sind. Ich habe mich umgehört und erfahren, daß es in der Literatur sogar drei Tagebücher geben soll, die nicht einheitlich sind. Was wissen Sie darüber?"

"Herr Hearst, das ist eine lange Geschichte. Im übrigen ist mir die ganze Sache doch recht peinlich. Können Sie mich nicht über etwas anderes befragen? Ich stehe Ihnen gern zur Verfügung."

Hearst: "Bleiben wir lieber bei diesem Thema, und ich werde ganz einfache Fragen stellen: Wieviel verschiedene Tagebücher Ihrer Tochter Anne gibt es inzwischen in der Literatur? "


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"Das kann ich Ihnen nicht sagen, es können auch mehr als drei sein. Nachdem das Geschäft mit den Tagebüchern erst einmal in Schwung gekommen war, fanden sich immer mehr Verleger, die sie drucken wollten. Und Sie wissen ja, wie das mit den lieben Moneten ist. Früher hatte ich zu wenig davon, plötzlich ging dann der Geldsegen wie ein Platzregen nieder, und da konnte ich nicht mehr 'nein' sagen. So weiß ich jetzt überhaupt nicht, wieviel verschiedene Ausgaben es gibt."

Hearst: "Fangen wir mal von vorn an, Mister Frank! Hat Ihre Tochter Anne denn mehrere Tagebücher geführt?"

"Das war so: Als meine Tochter 13 wurde, habe ich ihr ein Poesie-Album geschenkt, wie es wohl alle Mädchen in dem Alter bekamen. Zuerst war sie davon begeistert. Bald hat ihr Interesse daran nachgelassen. Ich habe nie gesehen, daß sie darin geschrieben hat."

Hearst: "Hat es denn gar kein echtes Tagebuch Ihrer Tochter Anne gegeben, sondern nur dieses Poesie-Album?"

"Genauso ist es. Das Poesie-Album wurde ihr Tagebuch."

Hearst: "Mister Frank, es gibt ein Gutachten einer Lektorin für Niederländisch, denn Sie haben ja in Holland, in Amsterdam, gelebt, sie meint: "Das Tagebuch der Anne Frank" gibt es gar nicht. Es gäbe nur dieses Album mit Kreuz- und Quer-Eintragungen aus dem zweiten Halbjahr 1942; allein der 28. September kommt auf acht verschiedenen Seiten vor. Dazu ein paar Fotos von Anne. Außerdem eine ganze Anzahl leerer Blätter. Was sagen Sie dazu?"

"Was soll ich sagen? Die ganze Sache ist mir eigentlich über den Kopf gewachsen."

Hearst: "Wissen Sie, wieviel Seiten inzwischen das Literaturwerk "Das Tagebuch der Anne Frank" umfaßt? "

"Nein, ich habe keine Ahnung."


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Hearst: "Es sind cirka 790 Seiten, Mister Frank! Kann man eine solche Leistung von einem 15jährigen Mädchen erwarten, das keineswegs besonders intelligent gewesen sein soll? Sie werden doch aber wissen, daß es Gutachten über die Echtheit gibt, nicht wahr?"

"Ja, das weiß ich. Das Bundeskriminalamt ist der Meinung, daß die Eintragungen mit einem Kugelschreiber nicht von Anne sein können, weil es diesen erst nach ihrem Tode 1945 gab."

Hearst: "Wo und wann hat man Annes angebliche Tagebücher gefunden?"

"Das war so: Alle Juden in Amsterdam sollten sich 1942 zum Arbeitseinsatz melden. Das haben wir, also meine Familie, nicht getan. Wir tauchten unter. Das heißt, wir lebten dann in einem Hinterhaus in der Prinsengracht. Wir müssen dann, nach zwei Jahren, verraten worden sein, denn im August 1944 erschien eines Tages der deutsche Hauptwachtmeister Silberbauer von der Sicherheitspolizei mit acht holländischen Kollegen. Die haben uns festgenommen und die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt. Man vermutete schriftliche Unterlagen, die auf Komplizen hindeuten könnten. Alles, was sie an schriftlichen Aufzeichnungen fanden, nahmen sie mit. Als die Durchsuchung beendet war, nahm man uns mit. Meine Frau und ich kamen nach Auschwitz, unsere Töchter Anne und Margot kamen ins Lager Bergen-Belsen. Meine Frau ist in Auschwitz gestorben. Die Todesursache kann Typhus oder körperliche Schwäche gewesen sein."

Hearst: "Lassen Sie mich hier eine Frage stellen: Haben Sie in Auschwitz etwas von Gaskammern und Vergasungsanlagen gesehen?"

"Nein, dazu kann ich überhaupt nichts sagen. Ich habe keine solche Anlagen gesehen und weiß auch nicht, daß es sie gegeben haben soll.


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Von unseren Töchtern hörte ich, daß sie in Bergen-Belsen während der Typhus-Epidemie gestorben seien. In einem Vorwort zu einem der gedruckten Tagebücher steht, daß Anne ermordet worden sein soll. Das stimmt aber nicht."

Hearst: "Mister Frank, der deutsche Bundeskanzler hat bei einer Gedenkfeier in Bergen-Belsen gesagt, die Nazis hätten dort 50.000 Lagerinsassen ermordet. Was halten Sie davon?"

"Dann lügt der deutsche Bundeskanzler. Ich weiß, wie hart es in den Lagern zuging, aber ich weiß auch, daß alles getan wurde, um die Menschen am Leben zu erhalten, damit sie für die deutsche Wehrmacht arbeiten sollten. So war es jedenfalls in Auschwitz. Von Bergen-Belsen hörte ich, daß die Lebensmittel völlig unzureichend waren. Durch die Luftangriffe der Alliierten sollen nämlich viele Verkehrswege zerstört worden sein. Als die Sowjets das Lager Auschwitz einnahmen, habe ich mich auf den Weg nach Westen gemacht. Im Juni 1945 kam ich in Amsterdam an und ging sofort in die Prinsengracht, in meine alte Wohnung. Später habe ich dann von Frau Gies, einer ehemaligen Mitarbeiterin von mir, Annes Aufzeichnungen erhalten. Sie sagte mir, sie habe sie auf dem Fußboden unserer Wohnung gefunden, und zwar am 4. August 1944 als wir verhaftet wurden."

Hearst: "Mister Frank, nun hat aber der Hauptwachtmeister Silberbauer gesagt, dies sei unmöglich gewesen. Ein solches Manuskript wäre ihm bestimmt aufgefallen. Was sagen Sie dazu?"

"Dazu kann ich gar nichts sagen. Ich habe ja das Poesie-Album nicht gefunden. Es gibt aber zwei Kladden mit Eintragungen vom 22. Dezember 1943 bis 1. August 1944. Dann gibt es noch über 300 lose Blätter Durchschlagpapier. Auch eine Kladde mit Geschichten existiert. Zusammen sind das etwa 800 Blatt Papier. Daraus sind später 177 Kapitel in Briefform entstanden, die ich gewissermaßen lektoriert habe."


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Hearst. "Wieviel Seiten aus dem Poesie-Album bildeten die Grundlage für die 177 Kapitel, Mister Frank?"

"4 Seiten stammen aus dem Poesie-Album, der Rest aus den losen Blättern."

Hearst: "Sie erinnern sich doch an den Professor Faurisson, den Historiker, der 'Das Tagebuch der Anne Frank' auf seine Echtheit untersucht hat. Er hat die Echtheit angezweifelt und Ihnen unter anderen ein paar Gründe genannt. Es erschienen die unterschiedlichsten Situationsschilderungen. Zum Beispiel hätte man sich in Ihrer Wohnung wegen der Gefahr der Entdeckung kaum etwas zuflüstern können, andererseits wird berichtet, man hätte donnernd gelacht, sich angeschrien, gestritten, geheult, getost. Sie haben ja ein Gespräch mit ihm geführt. Ich darf wiederholen, was Sie ihm damals geantwortet haben:

'Herr Faurisson, Sie haben theoretisch und wissenschaftlich recht und ich stimme Ihnen 100%ig bei ... Was Sie mir angaben, war tatsächlich unmöglich. Aber in der Praxis haben sich doch die Dinge so abgespielt.'

Professor Faurisson hat ganz deutlich gesagt: '... ein reiner und einfacher literarischer Schwindel.' Was sagen Sie heute dazu?"

"Natürlich habe ich heute keine Scheu, alles offen und ehrlich zuzugeben. Das, was Anne seinerzeit in ihrem Poesie-Album festgehalten hat, ist für die Katz. Das hätte nie den Inhalt eines Buches abgegeben. Aber sehen Sie sich doch einmal die gesamte Literatur über diese Zeit an! Es gab und gibt überhaupt nur eine Richtung! Wenn Sie auf der ganzen Welt heute die Wahrheit verbreiten wollten, würden Sie keinen Verleger finden, der dies druckt. Oder denken Sie auch an die Filme! Haben Sie schon einmal einen Film gesehen, der bei der Wahrheit bleibt? Keiner! Ich habe schon damals damit gerechnet, daß eines Tages das ganze 'Tagebuch' eingestampft werden könnte. Ein Richter hat den Nagel


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auf den Kopf getroffen, als er sagte: 'Man sieht es, es sind verschiedene Schriften.' Es hat mich .gewundert, daß der Richter dies zu sagen wagte, denn von unserer Seite traten ja auch bestellte Radaubrüder vor den Gerichten auf, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und die Richter einzuschüchtern. Damals habe ich gedacht, nun wird alles bald eine Ende haben, was das Lügen betrifft. Ich habe mich getäuscht. Wenn man heute die Gerichtsverhandlungen auf der Erde betrachtet, so muß man die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Kein Richter wagt es, Recht zu sprechen. Alle sind sie abhängig von denjenigen, die den Ton angeben und das Geld haben. Ja, einmal werden auch diese Leute einsehen müssen, daß sie ihre Seele verkauft haben. Aber was hilft dies im Augenblick?! Einsicht und Reue kommen immer zu spät. Ob das mit der irdischen Lüge zusammenhängt, daß Jahve einen Lügengeist unter die Menschen geschickt hat? Ich weiß es nicht. Von Jahve habe ich hier nichts sehen können. Man hat ihn sich wohl selbst gemacht und die Lüge dazu. Es ist alles so furchtbar traurig!"

Hearst: "Mister Frank, wir wollen Sie in Ihren tiefgehenden Gedanken nicht stören. Ihr freimütiges Bekenntnis war sehr wohltuend."

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