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7. Dr. Joseph Goebbels (1897 -1945) und die "Reichskristallnacht" von 1938.

Dr. Joseph Goebbels

"Kommen Sie, meine Herren! Sie sind mit Ihren Aktivitäten bereits das Tagesgespräch. Jeder wartet schon darauf, von Ihnen aufgesucht zu werden. Daß ich so schnell die Ehre haben soll, erstaunt mich. Haben Sie ein besonderes Thema? Ich höre."

"Ich bin Mister Ford, Henry Ford, um Verwechslungen auszuschließen. Bei uns in den USA sind Titel in der Anrede nicht üblich. Ich habe gelesen, daß Sie von Ihren Leuten oft mit 'Doktor' angesprochen wurden, als Zeichen der Nähe und einer gewissen Kameradschaft. Da Sie bei Ihren Feinden ein vielgeschmähter Mann sind, möchte ich hier die ausgleichende Gerechtigkeit spielen und Sie mit 'Doktor' anreden. Was ist Wahrheit, was ist Dichtung zur 'Reichskristallnacht' vom 9. November 1938?"


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"Danke für Ihre freundlichen Worte, Mister Ford. Ich darf Ihnen zuerst sagen, daß ich Ihr Buch kenne, das Sie, ich glaube, 1920 geschrieben haben. Ich finde, es ist Ihnen eine tadellose Analyse gelungen. Meinen Glückwunsch! Nun aber zu Ihrer Frage. Sie sollten auch die Vorgeschichte kennen. Als wir am 30. Januar 1933 auf ganz legalem Wege und entsprechend der Verfassung von 1919 die politische Macht in Deutschland übernahmen, fanden wir auf allen Gebieten einen Trümmerhaufen vor. Es schien uns eine schier unmenschliche Arbeit zu erwarten. Ich übernahm das Reichspropagandaministerium. Ich hatte also die Aufgabe, nach außen, aber besonders nach innen die nötige Aufmerksamkeit zu wecken, um den Menschen Mut zu machen und mit anzupacken. Sie sollten sehen, daß wir es ernst meinten, wenn wir dem deutschen Volk nicht nur Brot und Arbeit versprachen, sondern ihm auch wieder die Freude am Leben und die Aussichten auf eine gute Zukunft geben wollten. Deshalb mußte ich jede Gelegenheit wahrnehmen, das Gegenteil von dem zu vermitteln, was wir seit dem Ende des Ersten Weltkrieges zur Genüge kannten: Not, Elend, Angst und Sorgen.

Leider gab es aber auch genug Feinde, die uns den Mißerfolg nicht nur wünschten, sondern die bereit waren, kräftig daran mitzuwirken.

Da wurde am 27. Februar 1933 der Reichstag in Brand gesteckt. Wir Nationalsozialisten waren fest der Meinung, dies sollte ein Fanal der Kommunisten sein, eine Revolte anzuzetteln. Wir reagierten sofort und sperrten alle potentiellen Umstürzler einfach ein. Damit hatten wir wohl nach der einen Seite Ruhe, aber außenpolitisch gefiel uns die ganze Aktion nicht. Später, bei der Gerichtsverhandlung, hat sich herausgestellt, daß es die Tat eines Einzelgängers war; allerdings war er holländischer Kommunist.


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Nach der Reichstagswahl am 5. März 1933, die unsere Position festigte, erklärte uns das Weltjudentum den Finanz- und Wirtschaftskrieg. Das war für uns ein harter Schlag. Und Sie, meine Herren aus den USA, kennen die Weltmacht der Finanzen. Die einzige Antwort, um nicht alles stumm hinzunehmen, war, daß wir für einen Tag, und zwar für den 1. April 1933, einen Boykottaufruf erließen: Kauft nicht bei Juden!

Hier, meine Herren, begann der Bau des Lügengebäudes gegen das nationalsozialistische Deutschland. Sie wissen es selbst, was man aus diesem einen Boykott-Tag gemacht hat. Es wurde im Ausland so dargestellt, als wären plötzlich alle Juden im Deutschen Reich ihres Lebens nicht mehr sicher.

Der wirtschaftliche Aufbau begann zu greifen. Die Arbeitslosen wurden weniger. Es vollzog sich ein 'Wirtschaftswunder', wie es die Welt und wir selber nicht für möglich gehalten hätten. Die ehemaligen Kommunisten und Sozialdemokraten, die 'kleinen' Leute also, liefen uns in Scharen zu. In gar nicht langer Zeit hatten wir die Klassengesellschaft abgeschafft und eine Volksgemeinschaft zusammengeschweißt. Jeder war stolz auf das Erreichte und fühlte sich als Mitwirkender dieses Aufschwunges. Zu den Olympischen Spielen 1936 hatten wir die Menschen der ganzen Welt eingeladen, Deutschland zu besuchen, um mit eigenen Augen zu erleben, welch ein Wandel sich in der kurzen Zeit vollzogen hatte. Wir konnten berechtigt stolz sein. Was wir jetzt noch brauchten, waren zehn oder fünfzehn Jahre, um auf wirtschaftlichem, kulturellem und völkischem Gebiet das in Gang zu setzen, was uns für das deutsche Volk vorschwebte. Wir wollten ein gleichberechtigter Partner unter anderen Völkern sein und nicht mehr von den Großmächten, die den ganzen Globus beherrschten, unter Druck gehalten werden. Meine Herren, Sie können sich auf einer Weltkarte ansehen, wie die Erde aufgeteilt


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war: in Besitzende und Habenichtse. Wir gehörten zu den letzteren. Und den Menschen wollte man einreden, wir hätten die Absicht, die ganze Welt zu erobern? Welch ein Unsinn! So hat man bis zum heutigen Tage mit Lügen und Fälschungen gegen uns gewütet.

Aber lassen Sie mich zurückkommen auf die politische Lage in den dreißiger Jahren. Wir hatten alle Hände voll zu tun, uns gegen den Wirtschafts- und Finanzkrieg zu behaupten. Wir hatten uns nämlich von der Goldwährung losgesagt. Es ist eine alte Weisheit, daß allein Arbeit die Werte schaffen kann, die ein Volk für seinen Unterhalt benötigt. Die Plutokraten sind da anderer Ansicht. Sie meinen, Geld könne sich durch Zinsen vermehren, was ein absoluter Unsinn ist. Wenn man Geld ohne Arbeit vermehren will, muß man dies durch Zinsen erreichen. Zinsen werden aber immer nur von denen verlangt, die zu wenig Geld haben und sich daher etwas leihen müssen. Den Ärmsten beißen also die Geldhaie. Dieses grausame Spiel haben wir nicht mitmachen wollen. Daher der Haß derjenigen, die am Geld verdienen wollten und bis heute verdienen.

Wir waren also froh, wenn die weltpolitische Lage ruhig blieb, soweit es uns betraf. Die Fesseln des Versailler Diktats hatten wir vorsichtig und mit Zustimmung Frankreichs und Englands abgeschüttelt. Wir wollten nur das Selbstbestimmungsrecht der Völker auch für uns beanspruchen. Aber wir merkten doch bald, daß internationale Kräfte am Werk waren, die dem Deutschen Reich auf alle mögliche Weise Schaden zufügen wollten. Es zeichnete sich der alte Konkurrenzneid ab.

Man wollte uns provozieren. 1936 wurde in der Schweiz der Deutsche Wilhelm Gustloff von David Frankfurter ermordet. Wir waren betroffen und empört. Aber wir behielten die Nerven und gingen nicht darauf ein, brutal zu reagieren. Es lag in unserem


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Interesse, Ruhe zu bewahren. Jede Art von Unruhe hätte sich zu unserem Nachteil ausgewirkt.

Dann wurde am 7. 11. 1938 in der deutschen Botschaft in Paris auf den Botschaftsbeamten vom Rath durch Grynsczpan ein Attentat verübt, dem er am 9. November erlag.

Diese Vorgeschichte, das Attentat, wird heutzutage in allen Medien verheimlicht. Man erwähnt es einfach nicht. Wie aus heiterm Himmel wird lediglich von der 'Reichskristallnacht' gesprochen. Und die haben natürlich die Nazis auf dem Gewissen. Meine Herren, welches Interesse sollten wir gehabt haben, die jüdische Welt gegen uns noch mehr aufzubringen als es bereits durch allerlei ausländische Hetztiraden geschehen war? Wir hatten das geringste Interesse, daraus eine Riesenaktion zu veranstalten. So, meine Herren, sieht die Wahrheit aus!"

"Doktor, was Sie uns berichten, haben wir zum Teil in Amerika verfolgen können. Ihre Darlegungen sind durchaus schlüssig. Aber waren Sie durch den Mord in Paris innerlich so ruhig, um alle überzogenen Reaktionen auszuschließen?"

"Selbstverständlich waren wir mehr als empört über diesen erneuten Mord. Wir alten Kämpfer der NSDAP hatten uns am 9. November zum Jahrestag des Marsches zur Feldherrnhalle in München getroffen. Nachdem der Tod des Opfers bekannt wurde, habe ich vor der Versammlung eine Rede gehalten, in der ich dieses Verbrechen verurteilte und auch Maßnahmen der Reichsregierung ankündigte. Allerdings habe ich auch davor gewarnt, unüberlegt etwas zu tun, was dem Reich schaden könnte. Trotz aller Trauer und innerer Wut müßten wir einen klaren Kopf behalten. Das etwa war der Sinn meiner Worte. In dieser Nacht hörte ich dann von Übergriffen gegen jüdische Einrichtungen. Auch Synagogen gingen dabei in Flammen auf. Der Führer wurde benachrichtigt. Soviel ich mich erinnern kann, war


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Himmler bei ihm. Es wurde von Hitler unverzüglich angeordnet, alle jüdischen Einrichtungen zu schützen und die Juden selbst, soweit sie in Gefahr wären, in Schutzhaft zu nehmen. Ich selbst bin sofort per Eisenbahn nach Berlin gefahren."

"In der ausländischen Presse wurden die verschiedenen Initiatoren dieser 'Reichskristallnacht' genannt: Die SA, die SS, und Sie selbst als Propagandaminister. Wer war es nun wirklich?"

"Das, meine Herren, haben wir nicht herausfinden können und auch das Nürnberger Siegertribunal hat sich nur auf Spekulationen berufen können."

"Doktor, alle jüdischen Stellen waren sich einig, daß Sie die SA und SS angestiftet hätten. Man sprach von einer telefonischen Anordnung eines Gaupropagandaamtes in München, das den Stein ins Rollen gebracht haben soll. Kam die Anordnung von Ihnen, da Sie ja in München waren? "

"Ich habe nie Anordnungen erteilt, ohne mit meinem Namen dafür geradezustehen. Und ich betone nochmals: Ich war derjenige, der dafür eintrat, Ruhe zu bewahren, um nicht größeren Schaden heraufzubeschwören. An Unruhe im Reich und im Ausland waren ganz bestimmte Leute interessiert. Wir niemals!"

"Nun wurde in Nürnberg ein Dokument vorgelegt, das Ihre Schuld an diesem Pogrom beweist. Was sagen Sie dazu?"

"Sie sprechen im Zusammenhang mit der 'Reichskristallnacht' von einem Pogrom. Dieses Wort kommt aus dem Osten. In Rußland und in Polen hat es echte Pogrome gegeben. Es kamen dabei Tausende von Juden ums Leben. Was in Deutschland geschah, kann mit den Auswüchsen im Osten nicht verglichen werden. Ausländische Zeitungen brachten wahre Horrormeldungen: Es sollten alle Synagogen brennen. Synagogen sind ebenso Gemeindehäuser, Schulen, es können sogar Privatwohnungen sein, in denen Gebete verrichtet oder Versammlungen abgehalten


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werden. Es gab ein echtes jüdisches Gebetshaus. Das war der Tempel in Jerusalem, der im Jahr 70 n. Chr. zerstört wurde. Erst später wurden Synagogen in ihrer Form mehr den christlichen Kirchen angeglichen.

Ich möchte Ihnen nun einige Zahlen nennen: Es gab 1938 in Deutschland 1420 Synagogen, 177 wurden durch Brand zerstört. Das sind 12 %. Interessierte Kreise machten daraus 100 %. Sie sehen, meine Herren, es wird wie zu alten Zeiten kräftigst gelogen. Im ganzen Reich wurden rund 7500 jüdische Geschäfte demoliert; die Gesamtzahl jüdischer Geschäfte betrug zu dem Zeitpunkt etwa 100.000. Die Anzahl der Todesfälle differiert zwischen 36 und 91. Diese Opfer sind besonders zu beklagen.

Das, meine Herren, sind die nackten Zahlen ohne Bewertung, wer sie zu verantworten hat.

Ich komme nun zur Nürnberger Anklage der SS, die Urheber der 'Reichskristallnacht' zu sein. Die SS wurde von einem Rechtsanwalt verteidigt, dessen Name mir nicht mehr geläufig ist. Er suchte, und das ist sein gutes Recht, nach Entlastungsmomenten. Die fand er in einem 'Dokument', das von der Anklage stammte. Ich möchte das Wort Dokument in Anfuhrungsstriche gesetzt wissen, denn es ist alles andere als ein Dokument. Ein Dokument muß erstens echt sein, und es muß inhaltlich der Beweiswürdigkeit entsprechen.

Es handelt sich um die 'Eidesstattliche Erklärung' eines SS-Führers Schallermeier. Diese Erklärung beinhaltet die Bestätigung eines Diktats, in welchem Himmler sich zum Geschehen in der 'Reichskristallnacht' äußerte. Darin befinden sich folgende zwei Sätze:

'Als ich den Führer fragte, hatte ich den Eindruck, daß er von den Vorgängen nichts wußte. Der Befehl kommt von der Reichspropaganda-Leitung und ich vermute, daß Goebbels in


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seinem mir schon lange aufgefallenem Machtstreben und in seiner Hohlköpfigkeit gerade jetzt in der außenpolitisch schwersten Zeit diese Aktion gestartet hat.'

Daß Himmler und ich uns manchmal nicht 'grün' waren, brauche ich nicht zu verheimlichen. Aber Himmler läßt sich sogar dazu hinreißen, zu vermuten, ich sei der Anstifter dieser Krawalle gewesen.

Einmal freut es mich, daß damit die SS entlastet wurde. Zum ändern gibt es diese 'Eidesstattliche Erklärung' in vielfältigen Abschriften, die jedesmal anders ausfallen. Sehen so Dokumente aus?

Bei dieser Gelegenheit muß ich darauf hinweisen, daß es in Nürnberg, und auch später, nur so gewimmelt hat von Fälschungen. Sie sehen, die Wurzel allen Übels ist und bleibt die Lüge!"

"Doktor, wer war denn der Anrufer der Gaupropagandastelle in München, der den Startschuß gab?"

"Das, meine Herren, möchte ich auch wissen. Es hat ja in anderen Städten in dieser Nacht ebensolche Anrufe gegeben, die alle anonym blieben. Einige Empfänger solcher Gespräche haben nachgefragt, aber es wurden in keinem Falle Namen genannt, und auch nicht, wer diesen angeblichen Befehl erteilt habe. Alle, auch spätere Nachforschungen blieben ergebnislos. Leider ist es ja heute noch so auf der Erde, daß Nachforschungen bei politisch möglichen Fällen nur in einer Richtung unternommen werden. Von vorn herein wird jemand zum Täter abgestempelt, und alle anderen Möglichkeiten werden überhaupt nicht verfolgt. Sie wissen genau wie ich, daß es bestellte Hakenkreuzschmierer, vom Fernsehen bezahlte Rowdys, und sogar bezahlte Attentäter gibt, um zu bestimmten Zwecken gewünschte Verleumdungen zu verbreiten."


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"Da sind wir mit diesem Gespräch um keinen Schritt der Wahrheit nähergekommen. Allerdings muß ich sagen, mein Horizont hat sich erheblich erweitert. Und ich glaube, meinen Freunden wird es nicht anders gehen. Wenn Himmler lediglich eine Vermutung geäußert hat, so darf ich Sie bitten, Doktor, ebenfalls eine Vermutung zu äußern."

"Ich tue es nicht, weil Vermutungen allein nichts einbringen. Man sollte in der Lage sein, den Urheber hier zu befragen, dann kann er nicht ausweichen.

Noch eine Bitte: Suchen Sie hier den Anstifter der 'Reichskristallnacht'! Hier muß er die Wahrheit sagen!"

"Doktor Goebbels, wir danken Ihnen für Ihre interessanten Aus-fuhrungen." *

"Nun, meine Herren Hearst und Ford, was sagen Sie zu dieser Persönlichkeit? Geben seine Antworten nicht Anlaß, über vieles, was sich damals zugetragen hat, nachzudenken?"

"Ich kenne die 'Wahrheitsliebe' gewisser Menschen. Was hat man mir für Schwierigkeiten bereitet, als mein Buch 'Der internationale Jude' erschienen war?! Bisher haben diese Kreise mit der Drossel der Geldschlinge es fertiggebracht, die Wahrheit zu ersticken. Ich glaube, daß sich dies nicht so schnell ändern wird, weil die persönlichen Schwächen der Menschen zu groß sind. Lassen wir uns nicht abhalten, hier unserm Hobby nachzugehen! Ich habe einen neuen Kandidaten, den ich Ihnen aber erst morgen nennen werde. So long, Gentlemen!"

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