2. Der Coup

2.1. Fred Leuchter über Auschwitz und Majdanek

Am 3. Februar 1988 erhielt Frederick A. Leuchter in seiner Wohnung in Boston unerwarteten Besuch. Ein französischer Professor für Französisch, Griechisch, Latein sowie Aussagen-, Text- und Dokumentenkritik von der Universität Lyon 2, Dr. Robert Faurisson, hatte ein merkwürdiges Anliegen: Er wollte Fred Leuchter dazu gewinnen, für einen zu jener Zeit in Toronto/Kanada ablaufenden Strafprozeß[25] ein Gutachten in seiner Funktion als Experte für Hinrichtungstechnologien anzufertigen. Konkret wollte Dr. Faurisson Leuchter dafür gewinnen, festzustellen, ob die allgemein behaupteten Massentötungen in Konzentrationslagern des Dritten Reiches mit Blausäuregiftgas technisch überhaupt möglich gewesen seien. Leuchter hatte sich bis dahin niemals Fragen über die deutschen Menschengaskammern gestellt. Er glaubte damals an deren Vorhandensein. Sobald Prof. Faurisson ihm jedoch einige vor allem technische Unterlagen vorgelegt hatte, begann er an der technischen Durchführbarkeit der behaupteten Menschenvergasungen zu zweifeln. Er willigte daher ein, nach Toronto zu kommen, um dort weitere Dokumente zu prüfen. Danach reiste er mit einer Sekretärin (seiner Frau), seinem Zeichner, einem Videokameramann und einem Dolmetscher nach Polen, um im Auftrag der Verteidigung im oben genannten Verfahren in den Konzentrationslagern Auschwitz, Auschwitz-Birkenau und Majdanek technische Untersuchungen durchzuführen. Er kehrte von dort zurück, um einen 192seitigen Bericht zu schreiben (einschl. Anhänge). Ferner nahm er 32 Gemäuerproben mit, die er einerseits in den Krematorien von Auschwitz und Birkenau entnommen hatte, wo es zu den bezeugten massenhaften Vergasungen gekommen sein soll, und andererseits in einer Entwesungs-Gaskammer zur Tötung von Läusen. Der Sinn dieser Probeentnahmen war folgender:

Es gab in fast allen Konzentrationslagern des Dritten Reiches Anlagen, in denen die Kleidung der Häftlinge von Läusen befreit wurden. Dabei wurden ganz unterschiedliche Verfahren angewandt: Heißluft, Heißdampf, verschiedene Giftgase und gegen Kriegsende sogar Mikrowellen. Die Entlausungen waren insbesondere deshalb nötig, weil die Laus das Fleckfieber überträgt, eine Seuche, die besonders in Kriegszeiten in Ost- und Mitteleuropa immer wieder ausgebrochen ist. So war es auch im Zweiten Weltkrieg, als diese Seuche sowohl in den Konzentrationslagern, in den Kriegsgefangenenlagern, als auch unter den deutschen Soldaten an der Front hunderttausende Opfer forderte. Das seit dem Ersten Weltkrieg wirksamste und weltweit am häufigsten verwandte Mittel zur Tötung von Läusen und anderem Ungeziefer war die Blausäure unter dem Handelsnamen Zyklon B.

Abbildung 5: (Einzel-)Tür einer Gaskammer zur Hinrichtung einer einzigen Person je Vergasungsvorgang mit Blausäure (Baltimore, USA, 1954, Technologie der 30er Jahre). Die Hinrichtung eines Menschen mit Blausäure ist zwangsläufig viel komplizierter und gefährlicher für die Umgebung als eine Entlausung von Kleidungsstücken mit Blausäure (selbst in einer Degesch-Gaskammer).

Abbildung 6: Eine der drei Türen einer vermeintlichen NS-Gaskammer zur Hinrichtung Hunderter von Personen mit Zyklon B (Blausäure) in einem Vorgang (Auschwitz, Polen, Anfang der 40er Jahre, Krematorium I). Diese kleine, nicht gerade feste und völlig undichte (s. das Schlüsselloch) Tür ist zum Teil verglast und öffnet nach innen, das heißt in den Raum, in dem sich die Leichen angehäuft haben sollen.

Es ist nun seit Jahrzehnten bekannt, daß es in jenen Gebäuden, wo dieses Zyklon B nachweislich zur Entlausung von Häftlingskleidung eingesetzt wurde, zu einer massiven, fleckigen Blaufärbung derjenigen Wände gekommen ist, die der Blausäure ausgesetzt waren. Bei dieser blauen Farbe handelt es sich um eine Eisenblau genannte chemische Substanz, die sich aus der Blausäure bildet, wenn sie unter bestimmten Umständen mit Bestandteilen des Gemäuers eine chemische Reaktion eingeht. Diese Substanz kann bis heute in den entsprechenden, heute noch bestehenden Entlausungsanlagen besichtigt werden, ist also offensichtlich sehr stabil. Prof. Faurisson war der erste, der darauf hingewiesen hat, daß diese blaue Verfärbung in den angeblichen Menschengaskammern in Auschwitz nicht zu sehen ist. Es ist seine Idee gewesen, Gemäuerproben aus den angeblichen Menschengaskammern auf Rückstände des damals verwendeten Giftgases bzw. seiner Reaktionsprodukte (Cyanide) zu untersuchen und sie mit Proben aus den Entwesungskammern zu vergleichen. Fred Leuchter hat diesen Vorschlag 1988 aufgegriffen und umgesetzt.

Am 20. und 21. April 1988 stand Leuchter dann im Gerichtssaal in Toronto als Sachverständiger im Zeugenstand. Er berichtete über seine Untersuchung und entwickelte seine Schlußfolgerung. Im Gerichtssaal von Toronto herrschte eine gespannte Atmosphäre. Leuchters Schlußfolgerung war eindeutig und sensationell zugleich: Weder in Auschwitz noch in Birkenau noch in Majdanek hätten jemals Vergasungen zur Menschentötung stattgefunden:[26]

»Es ist die beste Ingenieursmeinung des Autors, daß die angeblichen Gaskammern der untersuchten Anlagen weder damals als Gaskammern benutzt oder für eine solche Verwendung ernsthaft hätten in Erwägung gezogen werden können, noch heute dafür benutzt werden könnten.«

Abbildung 7: Frederick A. Leuchter, erster und womöglich einziger Blausäure-Gaskammer-Experte der Welt, bei einem Vortrag während der Konferenz des Institute for Historical Review im Jahre 1992

Kurz vor F. Leuchter war B. Armontrout, Leiter der Wachmannschaft in der Haftvollzugsanstalt von Jefferson City (Missouri), in den Zeugenstand getreten. Er war es, der auf Anfrage der Anwältin Barbara Kulaszka darauf hinwies, daß in den Vereinigten Staaten die Frage der Funktion von Gaskammern niemand besser beantworten könne als ein Ingenieur aus Boston: Fred A. Leuchter. Armontrout selbst bestätigte dem Gericht die Tatsachen über die äußerst großen Schwierigkeiten einer Menschentötung durch Gas, die zuvor bereits von Prof. Faurisson vor Gericht geäußert worden waren.

James Roth, Direktor eines Laboratoriums in Massachusetts, trat anschließend in den Zeugenstand, um über die Analysenergebnisse der 32 Gemäuerproben zu berichten, deren Herkunft ihm unbekannt war: Alle Proben aus den Gaskammern, die zur Menschentötung gedient haben sollen, wiesen einen Cyanidgehalt auf, der entweder nicht aufspürbar oder äußerst gering war, während die Probe aus der Entwesungskammer, die als Kontrollprobe entnommen wurde, eine schwindelerregend hohe Cyanidmenge enthielt.[27]

Leuchters Ergebnisse erschütterten das Fundament der Holocaust-Geschichte - die Geschichte von den "Nazi-Gaskammern".

Angesichts der vielen zigtausend weltweit verbreiteten Exemplare des Leuchter Reports in allen Hauptsprachen der Welt sowie der vielen von Leuchter gehaltenen Reden war die Wirkung dieses Werkes dieses einen Mannes enorm.

2.2. Schadensbegrenzung

Dadurch aufgeschreckt verschwendete die »Niemals vergeben, niemals vergessen« Fraktion keine Zeit zur Ergreifung von Gegenmaßnahmen. Die »Nazi-Jägerin« Beate Klarsfeld verkündete, daß Fred Leuchter

»begreifen muß, daß er für sein Leugnen des Holocaust nicht unbestraft bleiben kann.«

Jüdische Organisationen begannen eine bösartige Schmutzkampagne gegen ihn, um sein Ansehen und damit seinen Lebensunterhalt zu zerstören. An vorderster Front befand sich dabei Shelly Shapiro und ihre Gruppe »Holocaust Überlebende und Freunde auf der Jagd nach Gerechtigkeit«, die Leuchter einen Fälscher, Schwindler und Hochstapler nannten. Sie behaupteten wider besseres Wissen, er besitze gar keine Qualifikationen als Spezialist für Hinrichtungstechnologien und habe Titel verwendet, die ihm nicht zustünden.[28]

Obwohl alle diese Beschuldigungen unfundiert waren und einer juristischen Überprüfung nicht standhielten, war diese Kampagne dank der Kooperation der großen US-Medien erfolgreich. Leuchters Verträge mit den Bundesstaatsbehörden zur Herstellung, Installation und Wartung von Hinrichtungseinrichtungen wurden gekündigt. Er wurde gezwungen, seine Heimat in Massachusetts zu verlassen und im Verborgenen eine neue private Existenz aufzubauen. Kein US-Amerikaner hat mehr unter der Hetze der Holocaust-Lobby gelitten als er.


Anmerkungen

[25]Bez. Hintergrund und Verlauf des Strafverfahrens vgl. R. Lenski, Der Holocaust vor Gericht, Samisdat Publishers, Toronto 1996 (online: www.zundelsite.org/german/lenski/lenskitoc.html); eine längere Zusammenstellung des gesamten Verfahrens: Barbara Kulaszka (Hg.), Did Six Million Really Die? Report on the Evidence in the Canadian »False News« Trial of Ernst Zündel - 1988, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1992 (online: www.zundelsite.org/english/dsmrd/dsmrdtoc.html).
[26]F. A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1988, 195 pp.; dt.: Der erste Leuchter Report, ebenda, 1988 (online: ihr.org/books/leuchter/leuchter.toc.html).
[27]Teilweise entnommen Prof. Faurissons Beschreibung in »Zum Zündel-Prozeß in Toronto, Teil 2. Vorgeschichte - Ablauf - Folgen«, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 36(4) (1988), S. 4-10 (online: vho.org/D/DGG/Faurisson36_4.html) (nachfolgend als DGG abgekürzt).
[28]Vgl. Journal of Historical Review (nachfolgend als JHR abgekürzt), 12(4) (1992), S. 421-492 (online: vho.org/GB/Journals/JHR/12/index.html#4).

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