6. Zyklon B zur Menschentötung

6.1. Toxikologische Wirkung von HCN

Die Wirkung der Blausäure beruht darauf, daß sie die Atmung jeder einzelnen Körperzelle lahmlegt. Der Sauerstoff kann nicht mehr vom Blut in die Zellen transportiert werden.[341] Das Tier bzw. der Mensch erstickt quasi durch die Erstickung der lebenswichtigen Zellfunktionen.

Insekten und besonders deren Eier sind gegenüber Blausäure wesentlich weniger empfindlich als Warmblüter. Dies liegt zum einen an deren größerer Resistenz (langsamerer Stoffwechsel), zum großen Teil aber auch daran, daß das Gas bis in den engsten Winkel und letzten Kleidersaum des Begasungsgutes in tödlicher Konzentration eindringen muß, um z.B. auch jede versteckte Laus zu töten. Warmblüter sind dagegen nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern vor allem wegen ihrer Lungenatmung recht rasch den großen Konzentrationen des Gases ausgesetzt.

Die Aufnahme von Cyanid kann sowohl oral, durch Atmung als auch durch die Haut in tödlichen Dosen erfolgen. Orale Vergiftungen mit hohen Konzentrationen (z.B. durch Zyankali, KCN) sind durch Erstickungskrämpfe der Muskulatur sehr schmerzhaft. Obwohl das Opfer bei Inhalation hoher Blausäurekonzentrationen schneller in Ohnmacht fällt als bei oraler Aufnahme, treten auch hier schmerzhafte Erstickungskrämpfe auf. Aus diesem Grunde ist die Anwendung von Blausäuregas-Exekutionen zur Vollstreckung der Todesstrafe, wie sie in einigen Staaten der USA bisher angewendet wurde, inzwischen äußerst umstritten, vgl. Abschnitt 1. Tödlich gilt allgemein eine Dosis von 1 mg Cyanid pro kg Körpergewicht. Nicht tödliche Mengen an Cyanid werden im Körper rasch unschädlich gemacht und ausgeschieden.[342]

Als Leichenbefund gilt allgemein u.a. die hellrote Färbung des Blutes wie der Totenflecken, bedingt durch die Sauerstoffübersättigung des Blutes, das den Sauerstoff nicht mehr an die Zellen abgeben kann.[343][344][345][346] Bezeugungen von blau angelaufenen Opfern können somit nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Die Aufnahme über die Haut wird besonders gefördert, wenn die Haut z.B. durch Arbeit feucht geschwitzt ist. Allgemein rät man, bei Umgang mit Blausäure darauf zu achten, daß man nicht schwitzt. Hier werden Konzentrationen ab 6000 ppm[347] (0,6 Vol.%) gesundheitsschädlich, bei 10000 ppm (1 Vol.%) kann nach wenigen Minuten ernste Lebensgefahr bestehen.[348]

Die in der Literatur auszufindenden Wirkungen verschiedener Blausäurekonzentrationen können der Tabelle 6 entnommen werden.[349]

F. Flury und F. Zernik geben an, 200 ppm seien innerhalb 5 bis 10 Minuten, 270 ppm seien sofort tödlich.[348] Naturgemäß handelt es sich hier nicht um die Ergebnisse von Versuchen am Menschen, sondern um Hochrechnungen, bei denen aus Sicherheitsgründen die untere Risikoschwelle angesetzt wurde. Nachfolgend soll dies nachvollzogen werden. Zur Tötung eines beleibten Menschen mit 100 kg Körpermasse muß dieser ca. 100 mg Blausäure aufnehmen (1 mg pro kg Körpergewicht). Die Ruheatmung eines Menschen beträgt etwa 15 Liter Luft pro Minute.[350] Bei einem Blausäuregehalt von 0,02% (ca. 0,24 mg pro Liter) muß das Opfer etwa 416 Liter einatmen, bevor es die tödliche Menge an Blausäure aufgenommen hat. Bei 15 Litern pro Minute dauert dies eine knappe halbe Stunde. Wenn es sich um eine robuste Natur handelt, kann er selbst diesen Zeitraum noch überleben. Setzt man dagegen einen empfindlichen Menschen von 50 kg Körpergewicht an, der durch körperliche Anstrengung oder Aufregung eine beschleunigte Atmung von 40 Litern pro Minute hat, so hat er seine tödlichen 208 Liter Luft innerhalb von 5 Minuten eingeatmet. Man erkennt aus diesen Rechenbeispielen, daß die Angaben in Sicherheitsanweisungen immer darauf ausgerichtet sind, auch die kleinsten und schwächsten Menschen unter den ungünstigsten Umständen vor Schäden zu bewahren. Die in dieser Literatur gemachten Angaben »sofort« und »schnell tödlich« sind außerdem so unbestimmt, daß sie uns nicht befriedigen können. Sie beschreiben zudem lediglich, wann ein Opfer eine tödliche Dosis aufgenommen hat, nicht aber, wann der Tod selbst eintritt, was mitunter noch sehr lange dauern kann.[351]

Tabelle 6: Wirkung verschiedener Blausäurekonzentrationen
in Luft auf den Menschen


2 bis 5 ppm:

merklicher Geruch

10 ppm:

maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration (MAK)

20 bis 40 ppm:

leichte Symptome nach einigen Stunden

45 bis 54 ppm:

tolerierbar für 1/2 bis 1 Stunde ohne signifikante unmittelbare oder verzögerte Effekte

100 bis 200 ppm:

tödlich innerhalb 1/2 bis 1 Stunde

300 ppm:

schnell tödlich

Ganz anders sehen unsere Grenzwerte aus, wenn wir fordern, daß auch der robusteste unter den vorstellbaren Opfern nach wenigen Minuten tot sein muß.[352] Die dafür nötige Konzentration liegt naturgemäß um ein Vielfaches über den oben angegebenen Werten. Sie wäre nur durch Reihenuntersuchungen festzustellen, was sich naturgemäß beim Menschen verbietet. Die einzigen uns hier zur Verfügung stehenden Daten sind einerseits jene, die bei den in den USA stattfindenden Exekutionen mit Blausäure gesammelt wurden. Leuchter berichtet von den in den USA bei Exekutionen angewandten Blausäurekonzentrationen in der Größenordnung von 3200 ppm. Dabei tritt der Tod je nach Konstitution des Opfers nach 4 bis 10 Minuten ein.[353] Presseberichten aus den USA ist zu entnehmen, daß Hinrichtungszeiten von 10 bis 17 Minuten eher die Regel als die Ausnahme sind (vgl. Kapitel 1.1.).

Bezüglich der Anwendungsmenge wird z.B. über die Gaskammer von Raleigh (North Carolina) berichtet, daß dort 454 g KCN in halbkonzentrierte Schwefelsäure gegeben wird, was zu einer schlagartigen Gasbildung führe, die für einen kurzen Augenblick sogar für die Zeugen im Zuschauerraum sichtbar sei und das Opfer in sekundenschnelle erreiche.[1] Rein rechnerisch entwickeln sich dabei etwa 180 g Blausäure, was 150 Litern Gas entspricht. Da allerdings ein erheblicher Teil davon in der halbkonzentrierten Schwefelsäure gelöst bleiben dürfte (etwa 50%, vgl. Abschnitt 7.3.3.4.), gehen wir nachfolgend von etwa 90 g bzw. 75 Litern freigesetzter Blausäure aus. Diese entstehen in North Carolinas Gaskammer unmittelbar unter dem Opfer, so daß das Opfer wenige Sekunden nach Beginn der Exekution einer Konzentration ausgesetzt sein dürfte, die kurzzeitig wahrscheinlich sogar über 10 Vol.-% liegen dürfte, dann aber durch die Verteilung der Blausäure in der Kammer stetig abfällt.[354]

Bei einem normalen Atemvolumen von ca. 15 - 20 Litern pro Minute und bei einer angenommenen mittleren Konzentration während der Exekution von nur 0,75 Vol.-%, sind in 10 Minuten (150-200 l geatmete Luft) etwa 1,35 bis 1,8 Gramm HCN aufgenommen worden, was in etwa der zehn- bis zwanzigfachen Menge der tödlichen Dosis entspricht. Bei nachfolgenden Kalkulationen werden wir nur von einer zehnfachen Überdosis ausgehen, um alle Menschen innerhalb von 10 Minuten mit Sicherheit zu Tode zu bringen.

6.2. Verdampfungscharakteristik von Zyklon B

Zyklon B gibt sein Giftgas nicht schlagartig ab, sondern über einen langen Zeitraum. Da dies sowohl für die Beurteilung von Zeugenaussagen als auch für die Bewertung chemischer Analysen entscheidend sein kann, wird es hier näher untersucht wird.

R. Irmscher von der DEGESCH berichtet in einem Beitrag des Jahres 1942, daß zu jener Zeit die Verwendung von Pappscheiben und Gips (Erco) als Trägermaterial meistüblich war,[355] wobei das Gips-Produkt - auch Zeugenaussagen zufolge - in den Konzentrationslagern verwendet wurde.

Die Verdampfungscharakteristik für dieses Produkt wird wie von Irmscher angegeben in Grafik 6 wiedergegeben. Bei hohen Luftfeuchtigkeiten verzögert sich die Verdunstung »besonders stark«, da die verdunstende Blausäure der Umgebungsluft erhebliche Mengen Wärme entzieht und somit Luftfeuchtigkeit am Träger auskondensiert, die wiederum die Blausäure bindet.

Für spätere Feststellungen gehen wir davon aus, daß bei 15°C und niedriger Luftfeuchtigkeit während der ersten fünf Minuten der Präparatauslegung etwa 10% der Blausäure den in Auschwitz verwendeten Trägerstoff verlassen haben und nach einer halben Stunde etwa 50 %. Bei kühlen Kellerräumen mit einer relativen Luftfeuchtigkeit um 100% würde sich die Verdampfungszeit »besonders stark« verlängert haben.

Etwas problematisch ist die Frage, wie sich am Boden liegendes Zyklon B in mit Menschen angefüllte Räumlichkeiten verhalten würde - davon ausgehend, daß das Zyklon B eben nicht in irgendwelchen Drahtnetzen eingelassen wurde. Leicht beschleunigend auf die Abdampfung würden hier die Abwärme der Körper wirken mit einer wenn auch nur mäßigen Temperaturerhöhung in Bodennähe, eine eventuelle Zerkleinerung der Trägerkörner durch darauf tretende bzw. fallende Menschen sowie der damit verbundene direkte Körperkontakt. »Besonders stark« hemmend würde die mit Sicherheit bei 100% liegende relative Luftfeuchtigkeit in den Keller der Krematorien II und III wirken,[356] sowie eventuelle durch Panik entstandene flüssige Ausscheidungen der Opfer am Boden, die bereits bei Torschluß, also vor Zugabe des Zyklon B, aufgetreten sein können. Es wäre daher unter solchen Bedingungen mit einer starken Verzögerung der Blausäureabgabe vom Träger zu rechnen. Für diese Studie gehen wir aber von der konservativen Annahme aus, daß das Zyklon B sich so verhalten würde, wie von Irmscher für 15°C beschrieben (s.o.).

Grafik 6: Verdampfungsgeschwindigkeit von Blausäure vom Trägermaterial Erco (Gips mit Stärkeranteil) bei 15°C und feiner Verteilung, nach R. Irmscher/DEGESCH 1942.[355]

6.3. Menschenvergasungen

6.3.1. Zeugenaussagen

6.3.1.1. Randbedingungen

Zur Feststellung der chemisch-physikalischen und technischen Rahmenbedingungen der angeblichen Menschenvergasungen werden in diesem Abschnitt einige diesbezügliche Zeugenaussagen untersucht. Eine vollständige und detaillierte Analyse der vielfältigen Zeugenaussagen in den einzelnen Gerichtsprozessen und in der Literatur wäre hier zu umfangreich.[357] Der folgende Überblick kann daher weder Anspruch darauf erheben, vollständig noch repräsentativ zu sein.

Zur Verdeutlichung der Problematik sei ein Auszug aus dem Urteil des Frankfurter Auschwitz-Prozesses zitiert:[358]

»Denn dem Gericht fehlten fast alle in einem normalen Mordprozeß zur Verfügung stehenden Erkenntnismöglichkeiten, um sich ein getreues Bild des tatsächlichen Geschehens im Zeitpunkt des Mordes zu verschaffen. Es fehlten die Leichen der Opfer, Obduktionsprotokolle, Gutachten von Sachverständigen über die Ursache des Todes und die Todesstunde, es fehlten Spuren der Täter, Mordwaffen usw. Eine Überprüfung der Zeugenaussagen war nur in seltenen Fällen möglich. Wo geringste Zweifel bestanden oder die Möglichkeit einer Verwechselung nicht mit Sicherheit auszuschließen war, hat das Gericht Aussagen von Zeugen nicht verwertet [...]

Die allgemeinen Feststellungen [...] beruhen auf [...] den glaubhaften Aussagen der Zeugen [...] Böck, ferner auf den handschriftlichen Aufzeichnungen des ersten Lagerkommandanten Höss.«

Sehr viele der Zeugenaussagen besaßen also nach Meinung des Gerichts eine unzureichende Glaubhaftigkeit. Aber immerhin gelang es, von einigen "glaubwürdigen" Zeugen glaubhaft erscheinende Aussagen zu bekommen.

Bevor wir uns kurz einigen dieser Aussagen näher widmen, zunächst einige Ausführungen über die Umstände und Atmosphäre, unter denen in den ersten Nachkriegsjahren viele Geständnisse und Zeugnisse angeblicher Täter und Opfer zustandekamen. Damals wurde die Geschichte von der industriellen Menschenvernichtung in Auschwitz und anderswo zur Offenkundigkeit erhoben, die herauszufordern jedem Angeklagten seit jeher nur eine massive Strafverschärfung einbrachte und heute noch einbringt.

Gemäß den Berichten von Bernard Clarke, der nach Kriegsende den zeitweiligen Lagerkommandanten von Auschwitz, Rudolf Höss, festnahm, wurde Höss nach seiner Gefangennahme gefoltert.[359] Auch in seiner Autobiographie berichtet Höss diese sowie ähnliche Vorgänge in polnischer Haft.[360] Nach einem damals erstellten Bericht eines US-Senators sollen Mißhandlungen von deutschen Häftlingen in alliierter Gefangenschaft häufiger vorgekommen sein, und zwar mittels folgender Methoden:[361]

Seinerzeit rührten sich in den Medien der USA einige Stimmen, die klar aussprachen, daß es sich bei dem Nürnberger Tribunal um Rachejustiz, nicht aber um Gerechtigkeit handelte.[362] Darin ist die Rede von:

Ein Blick in das Londoner Statut, das den rechtlichen Rahmen für die Nürnberger Prozesse setzte, zeigt zwei auffallende Artikel, die unvereinbar mit rechtsstaatlichen Praktiken sind. In Artikel 19 heißt es:

»Der Gerichtshof ist an Beweisregeln nicht gebunden«

und in Artikel 21:

»Der Gerichtshof soll nicht Beweis für allgemein bekannte Tatsachen fordern, sondern soll sie von Amts wegen zur Kenntnis nehmen [...]«[363]

Um den Wert von Zeugenaussagen und Tätergeständnissen zum Holocaust sachgerecht beurteilen zu können, ist es unerläßlich, sich ausgiebig mit den Randbedingungen zu beschäftigen, unter denen die sogenannten NSG-Verfahren[364] stattfanden und immer noch stattfinden.[365]

6.3.1.2. Zeugenphantasien

Doch wie steht es um die inhaltliche Glaubhaftigkeit der Aussagen? Auf einige ausführliche Werke zu dieser Problematik sei hier verwiesen.[366] Nachfolgend seien drei der häufiger zititerten Zeugen näher betrachtet: Rudolf Höss, ehemaliger Lagerkommandant in Auschwitz, Richard Böck, niedriger SS-Rang im Lager, sowie Henrik Tauber, Häftling und Mitglied des Sonderkommandos im Krematroium II in Birkenau.

In der Aussage von Höss können wir in Broszats Ausgabe folgendes lesen:[360]

»Das Unterhalten des Feuers bei den Gruben, das Übergießen des angesammelten Fettes,[...] Beim Leichenschleppen aßen sie und rauchten [...]« (S. 126)

»Die Leichen wurden zuerst mit Ölrückständen, später mit Methanol übergossen [...] Er versuchte auch durch Sprengung die Leichen zu vernichten,[...]« (S. 157ff.)

»Eine halbe Stunde nach dem Einwurf des Gases wurde die Tür geöffnet und die Entlüftungsanlage eingeschaltet. Es wurde sofort mit dem Herausziehen der Leichen begonnen [...]« (S. 166.)

und woanders:

»[...] Q Aber war es für die Insassen nicht äußerst gefährlich, in diese Kammern zu gehen und zwischen all den Leichen und den Gasschwaden zu arbeiten?

A Nein

Q Trugen sie Gasmasken?

A Sie hatten welche, aber sie brauchten sie nicht, da nie etwas passierte. [...]«[367]

Wer nur einmal im Leben gegrillt hat, weiß, daß man Fett nicht von brennendem Fleisch abschöpfen kann. Fett entzündet sich bei etwa 184°C.[368] Es ist daher das erste, was bei einer in einem Feuer befindlichen Leiche brennt. Es ist daher schlicht unmöglich, daß sich bei Leicheneinäscherungen leicht brennendes Fett ansammelt. Schließlich werden die Leichen verbrannt und nicht gebraten.

Leichenverbrennungen im Freien mit brennbaren Flüssigkeiten funktionieren nicht, da Flüssigkeiten die Eigenschaft haben, wegzufließen bzw. zu verdampfen. Wenn Leichen, die zu über 60% aus Wasser bestehen, verbrannt werden, muß dies mit recht großem Brennstoffaufwand und großer Hitze geschehen. Insbesondere offene Öl- und Methanolfeuer reichen dazu nicht aus.

Der angebliche Versuch, Leichen durch Sprengungen zu vernichten, muß wohl nicht weiter kommentiert werden. Bei der Lektüre solcher Aussagen fragt man sich unweigerlich, in welchem Geisteszustand sich Höss befunden haben muß, aber auch, wie geistig rege jene sind, die derartige Aussagen ernst nehmen. Leider sind derartige Aussagen eher die Regel als die Ausnahme.[369]

Das Begehen der "Gaskammer" ohne Schutzfilter, das Essen und Rauchen in ihr sowie das unmittelbare Beginnen des Leichenschleppens nach Türöffnung ist nur denkbar, wenn keine gefährlichen Mengen an Giftgas mehr im Raume sind. Die Frage, ob dies möglich war, wird Thema des Abschnitts 6.3.3.2. sein.

Interessant erscheint, daß Broszat in seiner Edition der Aussagen von Rudolf Höss die letzten Seiten wegläßt, da sie »völlig abwegige Angaben über die zahlenmäßige Stärke dieser Juden« enthalten. Höss berichtet darin von 3 Mio. Juden in Ungarn, 4 Mio. in Rumänien, 21/2 Mio. in Bulgarien. Die tatsächlichen Zahlen lagen ungefähr um den Faktor 10 darunter.[370] Daneben liest man dort aber auch folgendes Unglaubhafte:[371]

»Obwohl gut verpflegt und mit Zulagen reichlich versehen, sah man sie [die Juden-Sonderkommandos] oft mit der einen Hand Leichen schleppen, in der anderen Hand etwas Eßbares haltend und kauend.

Selbst bei der schauerlichen Arbeit des Ausgrabens und Verbrennens der Massengräber ließen sie sich nicht stören beim Essen. Selbst das Verbrennen nächster Angehöriger konnte sie nicht erschüttern [...]«

Das ist wohl etwas zu dick aufgetragen.

Ein weiterer häufig als äußerst wichtig zitierter Zeuge ist Henrik Tauber. Tauber war nach eigenen Angaben während der Kriegszeit Mitglied des Häftlings-Sonderkommandos des Krematoriums II. J.-C. Pressac schreibt, daß diese Zeugenaussage die beste bezüglich der Krematorien und zu 95% historisch verläßlich sei. Man liest dort folgendes:[372]

»Während der Verbrennung solcher [nicht ausgemergelter] Körper verwendeten wir nur zum Anzünden der Ofenfeuerung Koks, da die fetten Körper dank der Freisetzung des Körperfettes von selber brannten. Gelegentlich legten wir bei Koksknappheit Stroh und Holz in die Aschenbehälter unter den Muffeln. Wenn die fetten Leichen erst zu brennen begannen, fingen die anderen Leichen von selbst Feuer. [...]

Später, als eine Verbrennung der anderen folgte, brannten die Öfen dank der durch die verbrennenden Körper entstehenden Glut von selbst. Somit wurde die Ofenfeuerung bei der Verbrennung fetter Leichen im allgemeinen gelöscht. [...]

Ein anderes Mal warf die SS einen Gefangenen, der nicht schnell genug arbeitete, in eine Grube nahe des Krematoriums V, die voll mit kochendem Menschenfett war. Zu dieser Zeit [Sommer 1944] wurden die Leichen im Freien in Gruben verbrannt, von denen das Fett in getrennte, im Erdreich eingegrabene Reservoirs floß. Dieses Fett wurde über die Leichen gegossen, um die Verbrennung zu beschleunigen. [...]«

Taubers Ausführungen über feuerfangende und selbstverbrennende Leichen sind völlig absurd und widersprechen naturwissenschaftlich-technischen Gesetzen.[373] Und auch er verwechselt hinsichtlich des angeblich kochenden Leichenfettes Braten mit Verbrennen. Fett kann zudem gar nicht kochen. Es fängt ab etwa 180-190°C schlicht Feuer.

Selbst im von ihm beschriebenen technischen Detail verrät sich Tauber als Lügner: Die Brenngase in einem Krematoriumsofen strömen vom Befeuerungsraum über den Brennraum mit der Leiche durch den Aschenraum in den Fuchs, der die Abgase aus dem Brennraum zum Kamin führt.[374] Wenn man im Aschenraum ein Feuer entzündet, um die darüber befindliche Leichen zu verbrennen, kehrt man den Gasstrom um: Frischluft wird über den Kamin angesaugt, die Abgase stauen sich im Brennraum, von wo sie sich einen Weg nach draußen in den Ofenraum bahnen. Die von Tauber geschilderte Verbrennung vom Aschenraum aus kann nicht funktionieren. Solche Aussagen sind, um Pressacs Worte zu verwenden, nichts als glatte Lügen und reine Erfindungen.[375]

Nun zu der Aussage des vom Frankfurter Gericht zitierten Zeugen Richard Richard Böck:[376]

»Eines Tages, es war im Winter 1942/43, fragte mich H., ob ich Lust hätte, einmal zu einer Vergasungsaktion mitzufahren. [...]

Der angekommene Transportzug stand auf der freien Strecke. [...]

Sie wurden alle aufgeladen und zu einem ehemaligen Bauernhaus gefahren. [...]

Nachdem der gesamte Transport - es dürfte sich um ca. 1000 Menschen gehandelt haben - in dem Gebäude war, wurde das Tor geschlossen. Anschließend kam ein SS-Mann, ich glaube es war ein Rottenführer, zu unserer Sanka und holte eine Gasbüchse heraus. Mit dieser Gasbüchse ging er zu einer Leiter [...] Dabei bemerkte ich, daß er beim Besteigen der Leiter eine Gasmaske auf hatte [...] er schüttete [...] den Inhalt der Büchse in die Öffnung [...] Als der das Türchen wieder geschlossen hatte, setzte ein unbeschreibliches Schreien in dem Raum ein [...] Das dauerte etwa 8-10 Minuten, und dann war alles still. Kurze Zeit später wurde das Tor von Häftlingen geöffnet und man konnte noch einen bläulichen Nebel über einem riesigen Knäuel Leichen schweben sehen [...] Allerdings habe ich mich gewundert, daß das Häftlingskommando, das zum Wegschaffen der Leichen bestimmt war, den Raum ohne Gasmasken betrat, obwohl dieser blaue Dunst über den Leichen schwebte, von dem ich annahm, daß es sich um Gas handelte [...]«

Nach dem bisherigen Studium der Materie können wir festhalten:

Zu der Aussage Böcks meint der Staatsanwalt Dreßen:[380]

»Sehr geehrter Herr xy,

die anliegenden Kopien von Zeugenaussagen ehemaliger SS-Angehöriger über Häftlingsvergasungen in Auschwitz [...] übersende ich Ihnen zu Ihrer Information. Sie sind nur eine Auswahl - es gibt zahlreiche weitere derartige Aussagen. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der Meinung, daß diese Augenzeugenberichte, was die Tatsache der Vornahme der Vergasungen von Menschen angeht, durchaus geeignet sind, das Leugnen dieses Faktums zu entlarven.

Mit freundlichen Grüßen (Dreßen) Staatsanwalt«

Und noch einmal:

»Sehr geehrter Herr xy,

[...] Übrigens ist die Aussage von B ö c k nur eine unter zahlreichen gleichartigen Bekundungen [...]

Mit freundlichen Grüßen (Dreßen) Staatsanwalt«

Die Aussage Böcks gehört zu den wenigen, die vom Frankfurter Gericht nach sorgfältiger Prüfung für glaubhaft befunden wurden, bei denen also im Gegensatz zu vielen anderen Aussagen die Unstimmigkeiten für den Laien so leicht nicht zu erkennen waren. Und dennoch ist sie gänzlich unglaubhaft.

Pressac selbst urteilt in seinem Buch an etlichen Stellen sehr kritisch, was die Zuverlässigkeit und Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen anbelangt,[381] auf denen immerhin alle Darstellungen der Gaskammertötungen beruhen. Er zählt die Unwahrheiten, Unmöglichkeiten und Übertreibungen der Zeugen auf und erklärt deren vermeintliches Zustandekommen. In einem Interview meinte er schließlich:[382]

»Nein, nein. Man kann keine seriöse Geschichtsschreibung nur auf Zeugenassagen aufbauen.«

Zugleich aber baut er all seine Ausführungen über die angebliche Existenz von Menschen-"Gaskammern" ausschließlich auf genau diesen Zeugenaussagen auf! Und woanders meint er in kaum zu übertreffender Naivität:[383]

»Zeugen lügen nie, aber sie können sich täuschen.«

Pressac scheint der einzige des Establishments zu sein, der von den wissenschaftlichen Fortschritten revisionistischer Forschung Notiz nimmt. Er weiß, daß die herkömmliche Geschichtsschreibung durch die zutage geförderten Fakten zusehends ad absurdum geführt wird. Dementsprechend ändert er auch immer mehr seinen Tonfall, wenn er sich in der Öffentlichkeit äußert. Die bisher heftigste Attacke des Medienlieblings Pressac gegen die herrschende Geschichtsschreibung erfolgt in einem jüngst veröffentlichten Buch zur Geschichte des Revisionismus in Frankreich, in dem er die etablierte Holocaust-Geschichtsschreibung als »verfault« bezeichnet und weiter ausführt:[384]

»Kann man das Steuer herumreißen? Es ist zu spät. Eine allgemeine Korrektur ist menschlich und faktisch unmöglich [...]. Neue Dokumente tauchen unvermeidlicherweise auf und werden die offiziellen Gewißheiten mehr und mehr umstürzen. Die jetzige Ansicht über die Welt der [NS-]Lager, obwohl triumphierend, ist verdammt. Was wird man davon retten können? Nur wenig.«

In seinem ersten und bisher ausführlichsten Buch sieht sich Pressac gezwungen, die Angaben der Zeugen in vielen Fällen zu korrigieren, um Fehler und seiner Meinung nach technisch Unmögliches zu beseitigen, wobei er oft offen läßt, auf welcher Grundlage er diese Korrekturen vornimmt. Tatsächlich ersetzt er die Zeugenwillkür nur durch seine eigene. So liegen die von Pressac geschätzten Opferzahlen pro Vergasungsvorgang z.B. wesentlich unter denen der Zeugenaussagen, die für die Krematorien II und III häufig von mehreren tausend Opfern pro Vorgang berichten. Schon eintausend Menschen dürften nur bei Wahrung äußerster Disziplin und Kooperationsbereitschaft(!) der Opfer in einem Keller mit 210 m2 Grundfläche unterzubringen gewesen sein (siehe Kapitel 6.3.2.1.1.). Die stellenweise von Zeugen bekundeten Menschenzahlen dagegen (2000 und mehr[385]) sind in den Leichenkellern 1 nicht unterzubringen. Um auf die bis Ende der 80er Jahre kolportierte falsche Opferzahl für Auschwitz und Birkenau - 4 Millionen - zu kommen, ist man in der Tat gezwungen, zu technisch unmöglichen Zahlen zu greifen, wie es die Zeugen taten. Momentan geht man offiziell von ca. 1 bis 11/2 Mio Opfern aus.[386] Im folgenden sind für die einzelnen Anlagen die Verfahren der Menschenvergasungen beschrieben, wie sie nach Pressac unter der Annahme von etwa einer Millionen vergasten Menschen aussehen müßten:

Krematorium I:

Sperren der näheren Krematoriumsumgebung für Dritte; zumeist Auskleiden der jeweils 500 bis 700 Opfer im Freien; Begehen der "Gaskammer" (Leichenhalle) durch den Ofenraum; nach Schließen der Türe Einfüllen von Zyklon B durch Stutzen mit Gasmaskenschutz; nach dem Tode der Opfer (rund 5 min) Einschalten der Ventilatoren (falls vorhanden) bzw. Öffnen der Türen; Räumen der Kammer ohne Atemfilter, Kremierung der Opfer.[387] Gemäß Pressac nur wenige Vergasungen, insgesamt weniger als 10000 Opfer.[388]

Krematorien II/III:

Eingang für die 800 bis 1200 Opfer über die westliche Abgangstreppe in den Leichenkeller 2; dort Auskleiden; Gang durch das Treppenhaus in den Leichenkeller 1 ("Gaskammer"); nach Schließen der Türe Einfüllen von Zyklon B durch Stutzen mit Gasmaskenschutz; nach dem Tode der Opfer (5 min) Einschalten der Lüftung; nach ungefähr 20 min. Öffnen der Türen; Abspritzen der mit Blut, Auswurf, Kot verschmutzten Leichen; Abtransport der Leichen ohne Atemschutz; noch im Keller Haarschnitt und Goldzahnzug; Transport mit dem Aufzug (1,5 t Nutzlast) ins Erdgeschoß; dort Transport durch wassergefüllte Rinne zu den Öfen; Kremierung.[389] Rund 400000 Opfer für Krematorium II, 350000 für Krematorium III nach Pressac,[390] nach älteren Angaben das dreifache (bei Gesamtopferzahl 4 Mio.).

Krematorium IV/V:

Auskleiden von einigen hundert Opfern bei gutem Wetter im Freien, sonst in der Leichenhalle, z.T. neben dort von der letzten Vergasung gelagerten Leichen, die auf ihre Einäscherung warteten; Gang in die "Gaskammer" an Kohlenraum und Arztzimmer vorbei; nach Türschluß Einwurf von Zyklon B durch Luken von der Leiter aus; nach 15 bis 20 min. Öffnen der Türen; Leichenabtransport in die Leichenhalle bzw. nach draußen zu den Verbrennungsgräben hinter Krematorium V durch das Sonderkommando teils mit, teils ohne Gasmasken. Nach Pressac nur schwer kalkulierbare Opferzahl, wahrscheinlich je ungefähr 100000 bzw. nach älteren Darstellungen das Dreifache davon.[391] Ähnliches gilt für die Bauernhäuser I und II (siehe Abschnitt 4.4.3.).

6.3.1.3. Giftgasmengen

Bezüglich der bei den vermeintlichen Exekutionen angeblich angewendeten Giftgaskonzentration gehen die Meinungen auseinander.[392] Als einzige indirekte Quelle, die uns diesbezüglich zur Verfügung steht, sind die von den Zeugen bekundeten angeblichen Hinrichtungszeiten, aus denen sich die Anwendungskonzentration und daraus wiederum die Anwendungsmenge grob abschätzen läßt. Diese bezeugten Hinrichtungszeiten liegen durchgehend im Bereich weniger Minuten.[393]

Geht man von einer Exekutionszeit aus, die ungefähr der in amerikanischen Gaskammern entspricht (etwa 10 min. bei 3200 ppm HCN, vgl. Abschnitt 6.1.), so muß mindestens nach der Hälfte dieser Zeit (5 min.) auch im hintersten Winkel der Kammer eine Konzentration von mindestens 3000 ppm (3,6g/m3) geherrscht haben. Dies entspricht bei 430 m3 in den Leichenkellern 1 der Krematorien II und III[394] einer nach fünf Minuten mindestens freigesetzten Blausäuremenge von etwa 1,5 kg. Da das Trägermaterial nach 5 Minuten erst etwa 10% der Blausäure abgegeben hat (vgl. Abschnitt 6.2.), müßte für eine Tötung, die in wenigen Minuten erfolgt, mindestens die zehnfache Menge, also mindestens 15 kg Zyklon B eingesetzt werden.[395] Dies gilt freilich nur unter der Voraussetzung, daß die freigesetzte Blausäure die Opfer sofort erreicht, was in überfüllten, großen Kellern nicht erwartet werden kann. Somit ist festzuhalten, daß für die bezeugten Vergasungsvorgänge Zyklon B-Mengen von wahrscheinlich mindestens 20 kg pro Vergasung eingesetzt hätten werden müssen.[396]

Halten wir fest: Die von den Zeugen beschriebenen Szenarien setzen ein schnelles Ansteigen der Blausäurekonzentration überall in der Kammer voraus. Somit kann es logischerweise nicht zur gleichen Zeit zu einer Verringerung der Blausäurekonzentration in der Kammer gekommen sein - etwa durch die Atmung der Opfer. Derartige Blausäureverlust hätten durch das weitaus schnellere Verdampfen frischer Blausäure überkompensiert werden müssen, denn zur schnellen Hinrichtung mußte die Blausäurekonzentration schnell ansteigen. Nach dem minutenschnellen Aussetzen der Atmung von immer mehr Opfern wäre zudem diese wichtigste Ursache für einen Verlust an Blausäure weggefallen. Da das Zyklon B dann aber immer noch viel Blausäure abgäbe, muß davon ausgegangen werden, daß der Blausäuregehalt in einer solchen Kammer in der ersten viertel Stunde ständig sehr steil angestiegen wäre. Da selbst im hintersten Winkel der Kammer schon nach wenigen Minuten schnell tödliche Konzentrationen (3 200 ppm) hätten erreicht werden müssen, heißt dies, daß der Blausäuregehalt in der Kammer nach etwa einer viertel Stunde im Mittel 10 000 ppm überstiegen und danach zwar langsam, aber immer noch beständig angestiegen wäre.

Es widerspricht den Zeugenaussagen massiv, davon auszugehen, die Atmung der in den Kammern eingesperrten Opfer hätte den Blausäuregehalt der Luft merklich reduzieren können.[397] Dies würde nämlich voraussetzen, daß die eingesperrten Opfer über den Großteil der Zeitspanne, während der das Zyklon B merklich Blausäure abgibt (mindestens eine Stunde lang), quasi als lebende Filter gewirkt hätten. Eintausend in diesem hermetisch abgeschlossenen Keller eingesperrte Menschen aber würden nach einer Stunde schon allein aufgrund des auftretenden Sauerstoffmangels sterben.[398]

Aus diesen Überlegungen ergibt sich, daß in den Leichenkellern 1 der Krematorien II und III während der angeblichen Vergasungen eine Blausäurekonzentration auf das Mauerwerk eingewirkt hätte, die mindestens so groß gewesen wäre, wie sie bei Entwesungen angewandt wurde. Besonders am kühlen und feuchten Mauerwerk der Keller der Krematorien II und III wäre daher für diesen Zeitraum mit hohen Blausäure-Absorptionsraten zu rechnen gewesen. Wie lange dieser Zeitraum der Begasung gewährt hätte, hängt vor allem von der sich anschließenden Lüftung ab, die nachfolgend untersucht wird.

6.3.2. Kritik der Zeugendarstellungen

6.3.2.1. Absurdes Theater

Zunächst sollen hier einige kritische Anmerkungen zu drei Komplexen der Zeugenaussagen über Menschenvergasungen angebracht werden:

6.3.2.1.1. Notwendigkeit zur Kooperation

Folgende Szene stelle man sich vor: 1 000 Menschen sollen sich in den Auskleidekeller von 390 m2 Fläche begeben. Es steht also jedem zum Ausziehen lediglich eine Fläche von 60 cm Kantenlänge zur Verfügung. Erfahrungsgemäß rücken die Menschen aber nicht selbständig gleich bis zum Raumende dicht auf dicht auf, und zwar selbst dann nicht, wenn sie prinzipiell gewillt sind dies zu tun.[399] Um die Menschen dennoch dazu zu bringen, dies zu tun, muß man diesen Vorgang mit ihnen üben; man muß sie dazu bringen, sich einzuprägen, um was es geht und was zu tun ist, und sie müssen hilfsbereit sein.

Alternativ kann man die Auskleidung freilich auch mit jeweils nur wenige Menschen durchführen, was voraussetzt, daß sich die bereits entkleideten Menschen schon einmal in die "Gaskammer" begeben und dort viele Minuten geduldig auf die nächsten Ladung eintretender Nackedeis warten. Aber spätestens in der "Gaskammer" stellt sich das Problem wieder. Hier steht jedem Menschen nur eine Fläche von 45 cm Kantenlänge zur Verfügung. Die Menschen müssen sich also dicht an dicht aufstellen, wobei die ersten, die den Raum betreten, diszipliniert bis zum Raumende vorgehen müssen und sich dort an der Wand aufstellen müssen. Die nächsten bilden die folgende Reihe direkt davor, und so weiter, bis die ganze Kammer voll ist, was bei perfekter Choreographie etwa eine halbe Stunde in Anspruch nehmen dürfte.

Wie bekommt man diese 1 000 Menschen nun aber soweit, daß sie sich diszipliniert dicht auf dicht aufstellen, wie man dies etwa von über Wochen gedrillten Soldaten beim Antreten verlangen kann? Die einzige Lösung ist auch hier, daß man es durch Exerzieren üben muß.[400]

6.3.2.1.2. Männlein und Weiblein

Allen Zeugendarstellungen ist nach Wissen des Autors gemeinsam, daß die Opfer, bevor sie in die "Gaskammer" geschickt werden, nicht nach Geschlechtern getrennt wurden. Die Zeugenbehauptungen von der unterbleibenden Geschlechtertrennung sind aus vier Gründen unglaubhaft:

  1. Dieses Verfahren steht im krassen Gegensatz zu dem Verfahren bei Entwesungen, wo, den gleichen Aussagen zur Folge, die Geschlechter sehr wohl grundsätzlich getrennt wurden.
  2. Da zumindest in Birkenau von jeder angeblichen "Gaskammer" immer zwei zur Verfügung standen (in Krema II bzw. III und IV bzw. V, Bunker I bzw. II), ist kein Grund ersichtlich, warum man nicht auch hier die Opfer hätte trennen können.
  3. Die sonst immer vorgebrachten Darstellung, man habe die Opfer glauben machen wollen, sie würden in ein Bad oder zu einer Desinfektionsprozedur gehen, würde implizieren, daß aus den gleichen Tarnungsgründen die Geschlechter getrennt worden wären.
  4. Man wird davon ausgehen dürfen, daß die Menschen in der ersten Hälfte der vierziger Jahre nur mit Gewalt und Drohungen dazu zu bewegen waren, sich unter den Augen fremder Personen des anderen Geschlechts völlig zu entkleiden. Diese Gewaltmaßnahmen hätten die sonstigen Tarnungsbemühungen zunichte gemacht.

6.3.2.1.3. Handtuch und Seife

Einigen Zeugenaussagen folgend sollen den Opfern vor ihrer Hinrichtung aus Tarnungsgründen Handtuch und Seife ausgehändigt worden sein, um sie glauben zu machen, sie würden nun geduscht werden. (Wer geht eigentlich mit einem Handtuch unter die Dusche?). Diese Behauptung ist ebenfalls unglaubwürdig. Man stelle sich nur das Chaos in hypothetischen Menschen-"Gaskammern" vor mit 1 000 Leichen, 1 000 Stück Seife, 1 000 Handtüchern, Erbrochenem, Kot, Urin, Blut! Wie hätte man die 1 000 Stück Seife wiedergewonnen? Wie die 1 000 Handtücher gereinigt? Oder hätte man für jede Vergasung 1 000 Stück Seife und 1 000 Handtücher geopfert? Es ist daher auszuschließen, daß die entsprechenden Aussagen wahr sind.[401]

6.3.2.2. Lüftungsgeschwindigkeit der "Gaskammern"

Ein Gedankenexperiment mag einen etwas komplizierten mathematischen Zusammenhang erläutern: Vor Ihnen steht ein Eimer bis zum Rand voll mit Meerwasser. Nun nehmen Sie einen zweiten Eimer gefüllt mit Süßwasser und gießen ihn vorsichtig in den ersten Eimer und lassen den Überschuß überlaufen. Nun die Frage: wenn Sie den Süßwassereimer ausgelehrt haben, was befindet sich dann im anderen Eimer? Süßwasser? Sicher nicht. Es wird ein Gemisch sein aus Süß- und Salzwasser.

Die Lüftung eines Raumes ist ein ähnliches Problem, wenn sich die Frischluft mit der Altluft vermengt, was normalerweise der Fall ist. Es ist daher ein Trugschluß zu glauben, man könne das Giftgas aus einem Raum entfernen, indem man nur einmal das Raumvolumen umwälzt. Wenn sich Frisch- und Altluft miteinander vermischen, hat sich dessen Konzentration dann tatsächlich lediglich auf etwa 37% des Ausgangswertes erniedrigt, und nach einem doppelten Luftwechsel dann auf etwa 14%.[402]

Einzig über die Krematorien II und III liegen uns Daten über deren Lüftungsanlagen vor, so daß wir alle anderen hier übergehen müssen.[403] In Abschnitt 4.4.1.2.4. wurde die Lüftungsleistung des Leichenkellers 1 der Krematorien II und III mit 4 800 m3 pro Stunde bestimmt. Bei einem freien Luftvolumen in den Leichenkeller 1 von 430 m3 würde das Raumvolumen also einmal in etwa 5-6 Minuten umgewälzt.[394]

Für die von uns nachfolgend betrachteten Leichenkeller 1 der Krematorien II und III ergibt sich aber ein weiteres Problem. Man hat dort nämlich die Zuluftöffnungen nur in etwa 2 m Entfernung von den Abluftöffnungen an der gleichen Wand(!) angebracht. Der Weg zu den Abluftöffnungen auf der gegenüberliegenden Seite beträgt aber 7,3 m, ist also 3,5 mal so lang. Somit kommt es in diesen Kellern zu einem "Luftkurzschluß", insbesondere wenn man davon ausgeht, daß sich besonders in der Mitte des Raumes die Opfer der angeblichen Massenvernichtung stapeln, wodurch sich der Weg der Frischluft von der einen Seite des Kellers zur anderen noch weiter verlängert. Die zu den Zuluftöffnungen hineingeblasene Luft wird daher an den nahegelegenen Abluftöffnungen überwiegend sofort wieder abgesaugt.[404] Es ist daher damit zu rechnen, daß sich die tatsächliche Lüftungszeit durch diese schlechte Planung gegenüber der einer perfekten Mischung von Frisch- und Altgas massiv verlängert.

Zusätzlich dazu ergäbe sich das Problem, daß das inzwischen mit Sicherheit nasse Zyklon B irgendwo unter den Leichen liegt. Um zu erfassen, wie sich dies auf die Lüftung auswirkt, haben wir eine Simulationsrechnung durchgeführt, die auf folgenden Annahmen beruht:

Grafik 7: Simulation der Blausäurekonzentration in einer hypothetischen Menschen-"Gaskammer" nach Art der Leichenkeller 1 der Krematorien II in Auschwitz-Birkenau, vgl. Text.

  1. Das feuchte Zyklon B gibt die Blausäure in der von R. Irmscher für 15°C in trockener Umgebung festgestellten Weise ab (vgl. Abschnitt 6.2.).
  2. Zur Erreichung von einer durchschnittlichen Blausäurekonzentration in der ganzen Kammer von etwa 5-6 g/m³ nach 5 Minuten bzw. etwa 10-12 g/m³ nach 10 Minuten (0,5 bzw. 1 Vol.-%) - was zur schnellen Tötung aller Opfer gemäß den Zeugenaussagen notwendig ist - müssen dann etwa 20 kg eingesetzt werden (vgl. Abschnitt 6.3.1.3.).
  3. Die Lüftung wird nach 10 Minuten eingeschaltet. Sie reduziert die Blausäurekonzentration entsprechende der bekannten Formel.[402]

Das Ergebnis ist der Grafik 7 entnehmbar, und zwar für vier verschieden starke Lüftungen: ein Luftwechsel in 6, 12, 24 und 96 Minuten.[405] Tabelle 7 kann man einige durchschnittliche Eckwerte der einzelnen Szenarien entnehmen. Der Wert für 5g/m3 zeigt an, wann die HCN-Konzentration unter einen Wert abgesunken ist, bei dem ein Begehen der Kammer mit Gasmaske, aber ohne Schutzanzug und unter Vermeidigung körperlicher Arbeit möglich ist. Der Wert für 2g/m3 dürfte in der Nähe eines Wertes liegen, der schweres körperliche Arbeit mit Gasmasken, aber ohne Schutzanzug erlaubt. Der Wert für 0,1g/m3 zeigt an, wann die HCN-Konzentration unter einen Wert abgesunken ist, bei dem ein Begehen ohne Gasmaske möglich ist, ohne dabei irgendein Gesundheitsrisiko einzugehen. Die Spalte mit dem Kopf »∫c(t) dt/10g/m3« schließlich entspricht einem Zehntel der Fläche unter der jeweiligen Kurve. Der Wert entspricht der Dauer einer hypothetischen Begasung eines Raumes mit konstant 10g/m3 HCN, wenn die Blausäure zu Beginn schlagartig vorhanden und bei Beendigung dieser Zeit schlagartig wieder verschwunden wäre. Diese Werte kann man nun für Simulationsrechnungen verwenden, siehe nächstes Kapitel.

Tabelle 7: Eckwerte des Lüftungserfolges einer hypothetischen Menschen-"Gaskammer", vgl. Text. Angaben in Minuten

Luftwechseldauer

t (5g/m3)

t (2g/m3)

t (0,1g/m3)

c(t) dt/10g/m3

6

24

61

192

35

12

56

97

228

63

24

81

123

254

90

96

100

144

278

118

Die 6 min/Luftwechsel gelten für den Fall, daß wir keinen Luftkurzschluß der Kammer haben. Die 12 min/Luftwechsel entsprechen dieser notwendigen Korrektur. Beide Fälle gehen aber davon aus, daß der Raum leer ist. Tatsächlich wird die Lüftung der Zwischenräume zwischen den angeblich zu Hunderten herumliegenden Leichen und das darunter liegende Zyklon B die Sache noch wesentlich weiter verzögern, so daß in Bezug auf ein risikoloses Betreten der Kammer die Wahrheit wohl eher irgendwo zwischen den Fällen drei und vier oder jenseits davon liegen dürfte.

Fest steht, daß diese Keller auf keinen Fall vor 3-4 Stunden nach Beginn der Vergasung ohne Masken hätten betreten werden können. Schwere körperliche Arbeiten, also das angebliche Leichenschleppen, wären nicht vor 11/2 bis 2 Stunden möglich gewesen.

Das sind freilich nur begründete Berechnungen, und wenn man mich fragte, ob ich mich auf diese Werte verlassen und eine solche Gaskammer dann ohne Gasmaske betreten würde, so würde ich doch lieber darauf bestehen, vorher einen chemischen Test durchzuführen. Das liegt einfach daran, daß das unter den Leichen liegende Zyklon B sowie die massiv mit Blausäure benetzten feuchten Leichen eine verläßliche Kalkulation unmöglich machen.

Die als "Gaskammern" bezeichneten Räume der Krematorien IV und V hatten wie die Bauernhäuser I und II angeblich keine Entlüftungsanlage und nur geringe Lüftungsmöglichkeiten über wenige Türen. Die Verwendung eines Raumes zum Massenmord ohne leistungsfähige Lüftungsanlage in einer Zeit und an einem Ort, wo man sogar Sezier-, Wasch- und Aufbahrungsräume mit Lüftungsanlagen ausstatten konnte und gleich nebenan in den Entwesungsanlagen jede Menge Frischluftgebläse zum Einsatz brachte, ist derart absurd, daß sich jeder vernünftige Mensch weigern sollte, derartige Geschichten überhaupt ernsthaft zu diskutieren.[406]

6.3.2.3. Simulationsrechnungen

Im nachfolgenden werden Simulationsrechnungen zur Bestimmung der relativen Sättigung von Mauerwerk mit Blausäure durchgeführt, basierend auf der Annahme, daß in allen Fällen gleiche Konzentrationen von Blausäure verwendet wurden. Wir unterscheiden hier zwei Fälle:

1. Entwesungskammer. Die zur Berechnung angenommene konstante Konzentration liegt bei 10 g/m³. Eine konstante Konzentration kann allerdings insbesondere für die in Birkenau bestehenden Sauchentwesungsanlagen BW 5a und 5b nicht angenommen werden, da einerseits durch das undichte Dachgestühl reichlich Blausäure entwich, und da andererseits sowohl das Mauerwerk als auch die Kleidung mit der Zeit nicht unerhebliche Mengen an Blausäure aufgenommen haben.[407] Wir nehmen daher nachfolgend zwei Modelle an: a) eine Begasung täglich mit konstanter Konzentration über je 4 Stunden, und b) drei Begasungen täglich mit je 4 Stunden konstanter Konzentration, was einer einzelnen, zwölfstündigen Begasung mit konstanter Konzentration entspricht.[408] Dies würde bedeuten, daß die Kammer rund um die Uhr, also mehr oder weniger 24-stündig, sieben Tage die Woche benutzt wurde, was als oberster Extremwert angesehen werden muß.

2. Menschen-"Gaskammer". Auch hier wird für unsere Berechnung eine konstante Konzentration von 10 g/m³ angenommen. Aus Tabelle 7 im vorhergehenden Kapitel ergibt sich die Zeit, während der die Wände im Mittel dieser konstanten Konzentration ausgesetzt waren. Ich habe hier drei Zeiten gewählt, von denen die ersten zwei (12 min, 24 min) unterhalb des in Tabelle 7 bestimmten Minimalwertes liegen und einer (48 min) knapp darüber.

Zur Berechnung der relativen Sättigung des Mauerwerks mit Blausäure habe ich die in Kapitel 5.7.4. bestimmten Gleichungen verwendet. Bei einer Wechselbelastung des Mauerwerks (n Stunden konstante Blausäurekonzentration, m Stunden keine Blausäure in der Luft) wird sich unter diesen Bedingungen im Mauerwerk ein quasistationärer Zustand annähernd konstanter Blausäure-Konzentration ausbilden.[409]

Grafik 8 zeigt die Ergebnisse der beiden Simulationen für eine Entwesungskammer mit unterschiedlichen Begasungsweisen.[410] Aufgetragen ist der relative Blausäuregehalt des Mauerwerks bezüglich seiner Sättigungskonzentration, also der maximal durch die Wand aufnehmbaren Blausäuremenge (100%). Fall eins zeigt den HCN-Konzentrationsverlauf in der Mauer einer Entwesungskammer bei gleichmäßig abwechselnder Be- und Entlastung im Langzeit-Dauerbetrieb, d.h. abwechselnd vier Stunden Begasung und Lüftung, also drei Begasungen täglich, was einer einzigen Begasung von 12 Stunden entspricht. Die mittlere Konzentration pegelt sich bei dieser Belastungsweise bei ca. 50% der Sättigungskonzentration ein.

Grafik 8: Simulation der relativen Blausäure-Konzentration bezüglich der Sättigung (100%) im Mauerwerk einer Entwesungskammer bei abwechselnden Begasungen und Lüftungen und idealem mathematischen Verhalten. Siehe Text.

Fall zwei zeigt den Fall einer einmaligen täglichen Begasung, wobei die mittlere Konzentration im quasistationären Zustand gut 2/3 des Wertes von Fall eins erreicht (etwa 38% gegen 50%), obwohl die Begasungszeit nur 1/3 so lang ist wie im Fall eins. Der Grund dafür ist die Tatsache, daß Wände mit geringem relativen Blausäuregehalt ihre Blausäure nur mäßig schnell abgeben, wohingegen sie neue Blausäure noch recht schnell aufnehmen ("Schwammwirkung").

Grafik 9 enthält als Fall drei, vier und fünf die Ergebnisse der Simulation der relativen Blausäure-Konzentration bezüglich des Sättigungswertes des Mauerwerks durch eine 48-, 24- und eine 12-minütige, tägliche Begasung einer Menschen-"Gaskammer" mit anschließend 23 Std. und 12, 36 bzw. 48 min. Lüftung. Die dabei auftretenden mittleren Blausäuregehalte des Mauerwerkes im quasistätionären Zustand liegen bei etwa 17,3%, 10% bzw. 5,5% der Sättigungskonzentration. Obwohl also im Fall drei die tägliche Begasungszeit gegenüber dem Entwesungsszenarium von Fall eins nur 1/15, im Fall vier nur 1/30 und im Fall fünf sogar nur 1/60 beträgt, liegen die relativen Blausäurekonzentrationen im quasistätionären Zustand bei etwa einem Drittel, einem Fünftel bzw. einem Neuntel des Wertes der Entwesungskammer von Fall eins. Hier macht sich die oben beschriebene "Schwammwirkung" sehr stark bemerkbar, daß Mauern mit geringen relativen Blausäuregehalten ihre Blausäure nur extrem langsam abgeben, neue HCN dagegen recht rasch aufnehmen können.

Grafik 9: Simulation der relativen Blausäure-Konzentration bezüglich der Sättigung (100%) im Mauerwerk einer Menschen-"Gaskammer" bei abwechselnden Begasungen und Lüftungen sowie idealem mathematischen Verhalten. Siehe Text.

Grafik 10 zeigt nun die durch die Simulationswerte erhaltene Funktion des Blausäure-Sättigungsgrad einer begasten Wand in Abhänigkeit von der täglichen Begasungszeit. Man erkennt hier ganz deutlich den durch die Exponentialfunktionen in den Gleichungen 1 und 2 verursachten nichtlinearen Effekt ("Schwammwirkung"), daß nämlich blausäurefreie oder -arme Wände anfangs hohe Blausäuremengen aufzunehmen in der Lage sind, wohingegen blausäuregeschwängerte Wände die volle Sättigungsgrad nur sehr langsam ereichen (die Diffussion in die Tiefe und die kleinen Poren des Materials dauert sehr lange). Umgekehrt geben gesättigte Wände anfangs rasch jede Menge Blausäure ab, während Wände, die weit entfernt sind von ihrer Sättigung, ihre Restblausäure nur langsam abgeben.

Grafik 10: Blausäure-Sättigungsgrad einer begasten Wand in Abhänigkeit von der täglichen Begasungszeit.

Die hier betrachteten Werte sind Prozentwerte der maximalen Aufnahmefähigkeit einer Wand, also relative Werte. Richtig vergleichbar werden die Fälle der Entwesungs- und Menschen-"Gaskammer" erst, wenn man die absoluten Blausäurekonzentrationen im Mauerwerk betrachtet. Zieht man z.B. in Betracht, daß insbesondere die Innenwände der Sachentwesungskammern warme, trockenen Wände hatten, die angeblichen Menschen-"Gaskammern" in den Krematorien II und III aber kühle und sehr feuchte, so muß man bei gleichen Begasungskonzentrationen die relativen Konzentrationen der Menschen-"Gaskammern" um den Faktor der erhöhten Blausäureaufnahmefähigkeit kühl-feuchter Wände multiplizieren. Nimmt man dafür den auf siehe Seite 118 ermittelten Faktor 8 an, so läge der absolute, mittlere Blausäuregehalt der Menschen-"Gaskammer" bei einem Wert, der zwischen 138% und 44% der Sättigungskonzentration einer trocken-warmen Entwesungskammerwand liegt (48 min. Begasung: 8×17,3% = 138; 24 min. Begasung: 8×10% = 80; 12 min. Begasung: 8×5,5% = 44) Man erkennt, daß selbst bei solch geringen Begasungszeiten die Mauern einer Menschen-"Gaskammer" durch die Schwammwirkung einerseits und ganz besonders durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt andererseits einen Blausäuregehalt aufwiesen, der dem von Entwesungskammerwänden durchaus vergleichbar wäre. Es wäre nur dann in den hypothetischen Menschen-"Gaskammer"-Wänden mit merklich weniger Blausäure im quasistätionären Zustand zu rechnen als in trockenen Entwesungskammern, wenn man absurd kurze, technisch nicht zu realisierende Begasungszeiten oder nur wenige Vergasungen überhaupt annähme.

 

6.3.3. Beurteilung der Zeugenaussagen

Die Problematik der Zyklon B-Einwurflöcher in den Dächern der Leichenkeller 1 ("Gaskammern") der Krematorien II und III konnte mittels Interpretation der Luftbildaufnahmen und bautechnischer Überlegungen einer befriedigenden Antwort zugeführt werden. Man muß demnach davon ausgehen, daß die heute sichtbaren Löcher erst nach der Zerstörung der Gebäude im Winter 1944/45 hergestellt wurden. Damit aber konnte in diese angeblichen "Gaskammern" das Giftgas nicht den Zeugenaussagen entsprechend eingeführt werden.

Die von den Zeugen beschriebene Geschwindigkeit der Exekutionen wiederum ist mit Zyklon B unter den gegebenen technischen Voraussetzungen in ihren extremen Werten (»wenige Augenblicke«, »wenige Minuten«, »zwei Minuten«...) unter keinen Umständen, und ansonsten (einige Minuten) nur unter Einsatz sehr großer Zyklon B Mengen zu erreichen.

Das Begehen der "Gaskammern" ohne Schutzmaßnahmen, das schwere Arbeiten in ihnen, z.T. mit bloßem Oberkörper und bei gleichzeitigem Essen und Rauchen, bei gleichzeitiger Bezeugung großer Einsatzmengen an Giftgas, überführt diese Zeugen der falschen Aussage.[411]

Ebenso falsch sind die Zeitangaben zur Lüftungsdauer der Leichenkeller 1 ("Gaskammer") der Krematorien II und III, da die Lüftung durch verschiedene Faktoren massiv beeinträchtigt wird (Zirkulationsbehinderung durch Leichen, Luftkurzschluß, Blausäureabgabe von Zyklon B). Tatsächlich wäre eine sicheres Eintreten in die Gaskammer ohne Schutzmaßnahmen kaum vor drei bis vier Stunden möglich gewesen. Körperliche schwere Arbeiten schließlich wären selbst mit Gasmaske kaum vor Ablauf von mindestens anderthalb Stunden denkbar gewesen.

Die Zeugenaussagen über die angeblichen Verbrennungsweisen der Leichen schließlich sind voll blühender Phantasien: Verbrennung in tiefen Gruben, Leichenverbrennung mit flüssigen Brennstoffen, gänzlich ohne oder mit nur lächerlich wenig Brennstoff, Sprengungen von Leichen, Ansammeln von Leichenfett. Diese haben nichts mit der technisch möglichen Realität zu tun und sind in weiten Bereichen durch die alliierten Luftaufnahmen widerlegt (keine riesigen Gruben, kein Rauch, kein Feuer, keine Brennstofflager).

Die schon nach den Worten Pressacs unlogischen und lächerlichen, vor allem für die Sonderkommandos aber lebensgefährlichen Vergasungsszenarien der "Gaskammern" der Krematorien IV und V (vgl. Abschnitt 4.4.2.) sowie entsprechend der Bauernhäuser I und II, die doch als Massenmordinstrumente geplant und gebaut worden sein müßten,[412] wenn es die geplanten und zur Bauzeit im Gange befindlichen Massenvergasungen in der behaupteten Form gegeben haben soll, zwingen den technisch-naturwissenschaftlich denkenden Menschen zu der Auffassung, daß man damals unbedingt den teuersten, aufwendigsten, gefährlichsten und problematischsten Weg suchte, Menschen massenhaft umzubringen.

Es hätte nahegelegen, aus propagandistischen Gründen Anlagen wie die Sachentwesungskammern der Bauwerke 5a und 5b als Menschenvergasungsräume zu präsentieren. Dies wurde jedoch weder versucht, noch gibt es für eine solche Verwendung der Räumlichkeiten Zeugenaussagen. Außerdem gehen sowohl die in den Plänen eingezeichneten Türen des Entwesungsraumes des Bauwerkes 5b als auch die heute darin befindlichen nach innen auf, was bei Massenvergasungen das Entfernen der vor den Türen liegenden Leichen unmöglich gemacht hätte. Diese Räume wurden also mit Sicherheit nie als Menschen-"Gaskammern" verwendet. Es ist jedoch möglich, daß versucht wurde, die Entwesungskammer im Bauwerk 5b als (gefälschte) Menschen-"Gaskammer" zu präsentieren. Die dort sichtbaren Wasserleitungen hängen ohne jeden Anschluß frei im Raum, sind nur teilweise mit Duschköpfen versehen und enden in den Ventilationsöffnungen in der Außenmauer, sind also nach dem Ausbau der Entwesungsapparaturen (Öfen, Ventilatoren u.a.m.), d.h. wahrscheinlich nach dem Rückzug der Deutschen, eingebaut worden (siehe Abbildung 19). Bezeichnenderweise sind sämtliche Leitungen und Armaturen aus dem eigentlichen Duschraum des Traktes (siehe Abbildung 17) entfernt, nicht jedoch die im Entwesungstrakt. Falls dies kein Fälschungsversuch ist, wäre es noch möglich, daß dieser Trakt gegen Ende des Krieges oder nach Kriegsende, als Birkenau als Gefangenenlager für Deutsche benutzt wurde, auf stümperhafte Weise zu einem Duschraum umgebaut werden sollte. Dies erscheint allerdings unwahrscheinlich, da es in diesem Gebäude ja an anderer Stelle Duschanlagen mit der entsprechenden Ausrüstung gegeben hatte.

Hier sei kurz auf die weit verbreitete Vorstellung eingegangen, daß das Giftgas in den vermutlichen Menschen-"Gaskammern" durch Duschköpfe einströmte, zumal es auch einige derartige Zeugenaussagen gibt. Beim Produkt Zyklon B ist der Wirkstoff Blausäure auf dem festen Trägerstoff (Gips) adsorbiert und wird nur allmählich freigesetzt. Da es sich hier weder um eine Flüssigkeit noch um ein unter Druck stehendes Gas handelt, hätte die Blausäure aus diesem Produkt niemals durch enge Wasserleitungen und Duschköpfe hindurchgeleitet werden können. Eventuelle Duschen oder Duschattrappen hätten also nur der Täuschung der Opfer dienen können, niemals aber der Einleitung des Giftgases. Darüber ist man sich bei allem Streit allgemein einig.

Tabelle 8: Beurteilung der Zeugenaussagen

Zeugenaussage

Beurteilung

Tod aller Opfer nach 0 (augenblicklich) bis 15 Minuten.

Bei der Anwendung hoher Blausäure-Konzentrationen, wie in den amerikanischen Exekutionsgaskammern, tritt der Tod innerhalb von 10 Minuten oder gar später ein. Das Opfer wird dabei sofort einer hohen Blausäure-Konzentration ausgesetzt. Technisch ist dies mit Zyklon B nicht möglich, da hier der Träger das Gas nur sehr zögernd abgibt (50 % in 30 bis 90 Minuten, je nach Temperatur und rel. Feuchte). Die Verteilung des Gases im Raum bei nur wenigen Blausäure-Quellen und die Absorption des Gases an den feuchten Wänden und den quellennahen Opfern verzögern den Prozeß nochmals. Selbst bei Anwendung sehr hoher Zyklon B-Mengen (viel mehr als 10 g pro m3) ist eine Tötung aller Opfer in wenigen (<5) Minuten nicht durchzuführen.

Öffnen der Gaskammertüren nach Vollzug und sofortiger Beginn des Leichenabtransports ohne Gasmaske und Schutzanzug.

Wenn man annimmt, die Opfer wären durch die hohen Giftgaskonzentrationen rasch gestorben, dann wären auch die Arbeiter der Sonderkommandos durch das Gas getötet worden. Ein Arbeiten ohne Filtermasken ist vollkommen undenkbar, bei hohen Giftgaskonzentrationen sind selbst diese sehr unsicher. Bei Konzentrationen über 0,5 Vol.% muß schweres Atemschutzgerät getragen werden, was das Leichenschleppen extrem erschwert. Bei der hier betrachteten schweißtreibenden Arbeit und hohen Blausäure-Konzentrationen auf der Haut der Opfer muß mit einer Kontamination durch die Haut gerechnet werden. Dabei reichen solche Konzentrationen aus, die die Arbeitsfähigkeit der Arbeiter zum Erliegen bringen (Schwindel, Brechreiz u.a.). Schutzbekleidung ist also erforderlich.

Blauer Dunst über den Opfern.

Blausäure ist eine farblose Flüssigkeit bzw. ein unsichtbares Gas. Der Name beruht auf der Reaktion von Blausäure mit Eisen zum Eisenblau-Pigment. Es kann keinen »blauen Dunst« gegeben haben.

Bläuliche Färbung der Haut der Opfer.

Blausäure blockiert die Sauerstoffversorgung der Zellen. Das Blut kann den Sauerstoff nicht mehr an die Zelle abgeben. Es tritt daher eine Sauerstoffübersättigung des Blutes ein, die Haut des Opfers, besonders an den Schleimhäuten und Totenflecken, erscheint daher rötlich, nicht blau. Wären die Opfer dagegen langsam erstickt, könnte damit die Farbe erklärt werden.

Beseitigungsversuche der Leichen durch Sprengung.

Völlig ungeeignet.

Verbrennen von Leichen in Kremierungsöfen ohne Brennstoff.

Eine völlig absurde Aussage. Leichen verbrennen niemals allein durch ihren eigenen Fettgehalt. Eine Zusatzfeuerung ist immer notwendig.

Beginn des Leichenabtransportes aus der Kammer der Krematorien II und III 20 Minuten nach Lüftungsbeginn, ohne Gasmasken.

Die ungeheizten, mit Leichen angefüllten Leichenkeller 1 der Krematorien II und III wären mit der angeblich eingebauten Lüftungsanlage in 15 bis 20 Minuten nur unvollständig zu lüften gewesen. Über Stunden nachgasende Blausäure aus dem zwischen den Leichen verteilten Zyklon B, Ausgasen der auf Haut und Wänden absorbierten Blausäure und fehlender Luftaustausch zwischen den Leichen hätte zu Lüftungszeiten geführt, die mehrere Stunden betragen hätten, bevor die Keller ohne Filtermaske begehbar gewesen wären.

Verbrennung der Leichen mit Methanol und/oder Altöl.

Die vollständige Verbrennung von Leichen bedarf hoher Temperatur. Flüssige Brennstoffe brennen immer nur neben und auf der Leiche, so daß die Hitze nach oben verloren geht, außerdem versickern sie im Freien im Untergrund. Methanol verdunstet sehr leicht und hat eine sehr niedrige Flammtemperatur. Die Erfahrungen mit Freiluftölverbrennungen zeigen, daß damit Leichen äußerlich verkohlt, nicht aber gänzlich verbrannt werden können.

Übergießen der Leichen mit herauslaufendem Fett.

Dies ist eine vollkommen absurde Aussage. Wenn etwas am Fleisch brennt, dann ist es das Fett. Da die Leichen im Feuer gelegen hätten, kann sich das Fett unmöglich in irgendwelchen Rinnen außerhalb des Feuers ansammeln.

Flammenschlagende Krematoriumskamine

Koksfeuer sind kurzflammig. Auch verkohlte, brennende Leichen erzeugen kaum Flammen. Daß diese Flammen über einen 10 Meter langen Fuchs und 15 Meter langen Kamin nach außen dringen, ist technisch unmöglich. Selbst jeder Widerschein des Feuers verliert sich schon im Fuchs.

 

6.3.4. Warum gerade Zyklon B?

Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum die SS eigentlich auf Zyklon B für den Massenmord zurückgegriffen haben soll. Immerhin haben die Sowjets Abermillionen von Menschen entweder durch einfache Genickschüsse ermordet oder in Lagern unter elendigen Verhältnissen krepieren lassen. Sicher wäre es am einfachsten gewesen, die nach Auschwitz deportierten Menschen ihrem Schicksal zu überlassen, wo sie innerhalb kürzester Zeit an Hunger und Epidemien zugrunde gegangen wären. Ähnlich haben die Amerikaner nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges etwa 1 Million deutsche Zivilinternierte ermordet.[413] Statt dessen hat die SS in Auschwitz nach heutigem Wert viele Millionen DM ausgegeben, um die dort wütenden Seuchen unter Kontrolle zu bringen und einen enormen medizinischen Aufwand betrieben, um die Gefangenen von der oft tödlichen Fleckfieberseuche zu kurieren.[414] Das alleine spricht schon Bände über die Glaubwürdigkeit der herkömmlichen Darstellungen.

Die akademische Frage also, welches Giftgas für den Massenmord besser geeignet sein könnte als Blausäure in Form von Zyklon B, ist letztlich nicht zu beantworten, da es keine wissenschaftliche dokumentierten Erfahrungswerte mit Giftgas-Massenmorden gibt.

Theoretisch hätte man damals zwischen Stickstoff (N2), Kohlendioxid (CO2), Kohlenmonoxid (CO), Phosgen (COCl2), Chlor (Cl2), Blausäure (HCN), Nervengasen vom Typ Tabun und Sarin, Dieselmotorabgasen, Ottomotorabgasen, Generatorgas, Kokerei- bzw. Stadtgas, Prozeßgas und möglicherweise noch anderen, unter Umständen auch völlig anders gearteten Massenmordwerkzeugen (Genickschuß, Hunger, Seuchen) wählen können. Wenn man sich aber schon den Aufwand machen wollte, mit Giftgas massenhaft zu töten, so ist es am wahrscheinlichsten, daß man dazu Kohlenmonoxid verwendet hätte, das oberhalb 0,1% für den Menschen mit Sicherheit tödlich ist, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Das Giftgas CO war im Dritten Reich quasi an jeder Straßenecke zum Spotpreis in unbegrenztem Umfang und höchstgiftiger Konzentration erhältlich, wesentlich billiger als Zyklon B:
    1. Ottomotorabgase erreichen leicht ein CO-Gehalt von 7 Vol.-%, so daß sie für einen Massenmord geeignet gewesen wären. Dennoch berichtet nur eine sehr kleine Minderheit in widersprüchlicher Weise über die Verwendung von Ottomotoren in nur einem Lager (Sobibor).[415]
    2. Generatorgasanlagen erzeugen aus Holz oder Koks, Luft und Wasser ein Gasgemisch mit einem CO-Anteil von bis zu 35 Vol.-%. Diese Anlagen waren während des Zweiten Weltkrieges überall im deutsch besetzten Europa in einigen hunderttausend Fahrzeugen installiert, da man wegen der alliierten Ölblockaden auf alternative Treibstoffe umsteigen mußte. Wie F.P Berg gezeigt hat, war jedes Mitglied in der deutschen Reichsregierung vertraut mit diesen äußerst leicht zu handhabenden, außerordentlich preiswerten Anlagen mit ihrem schnell tötenden Giftgas, insbesondere die Transportexperten, deren Pflicht es war, alle Diesel- und Ottomotore Schritt für Schritt durch Generatorgasanlagen zu ersetzen. Dies waren z.T. die gleichen Personen, die mit der Deportation und angeblich auch mit der Tötung der Juden betraut waren, wie zum Beispiel Adolf Eichmann.[416] Niemals aber ist über die Verwendung dieser Anlagen zum Mord berichtet worden.
    3. Das giftige Stadtgas mit einem CO-Anteil bis zu 30 Vol.-% war damals in jeder größeren Stadt zu einem Spottpreis zu haben. Es wurde aber offenbar nie erwogen, damit zu morden.
    4. Prozeßgas: Nur wenige Kilometer entfernt vom Konzentrationslager Auschwitz hatte die deutsche I.G.-Farbenindustrie AG in den frühen 40er Jahren eine Kohlevergasungs- bzw. -verflüssigungsanlage errichtet. Darin wurde Kohle durch verschiedene Umwandlungsschritte in chemische Ausgangsprodukte umgewandelt, aus denen Öle, Fette, Treibstoffe und Kunstgummi produziert werden konnten. Der erste Schritt in diesem Prozeß ist die Erzeugung von Prozeßgas, das eine ähnliche Zusammensetzung hat wie das Kokerei- bzw. Stadtgas. Diese I.G.-Farbenindustrie AG Fabrik hatte in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein Konzentrationslager namens Monowitz, das dem mehr als 30 verschiedene Lager in Oberschlesien und Westpolen umfassenden Konzentrationslagersystem von Auschwitz angeschlossen war. Wenn die SS nach einem einfachen Weg gesucht hätte, Millionen Juden umzubringen, würde das Vernichtungszentrum sicherlich nahe Monowitz gebaut worden sein, mit einer direkten Prozeßgasleitung von der Fabrik der I.G. Farbenindustrie AG.
  2. Es wäre nicht nötig gewesen, CO zu bestellen, zu lagern und auf das Verfallsdatum zu achten, wie es im Falle des Zyklon B nötig war, da Kohlenmonoxid immer zur Verfügung gestanden hätte, sobald die preiswerten Anlagen installiert waren.
  3. Der Umgang mit CO wäre für die Henker wesentlich einfacher gewesen: Das Auf- und wieder Zuzudrehen des CO-Ventils wäre so ziemlich das einzige gewesen, worauf zu achten gewesen wäre. Der Umgang mit Zyklon B hingegen erfordert eine bemerkenswerte Menge an Sicherheitsmaßnahmen für die Henker: Das Tragen von Gasmasken und womöglich weiterer Schutzbekleidung (Handschuhe), das vorsichtige Öffnen der Dosen mit einem angemessenen Werkzeug, das vorsichtige Einfüllen des Trägers durch die Öffnungen, die sichere Entsorgung der Zyklon B-Überreste.
  4. CO wird einfach und schnell über Druckleitungen oder durch ein Gebläse eingeleitet, Zyklon B hingegen gibt sein Giftgas nur zögerlich ab.
  5. Im Fall von CO treten nicht derartig viele Probleme beim Lüften der Massenexekutionsräumlichkeiten auf wie bei Blausäure/Zyklon B, da die CO-Zufuhr durch einfaches Zudrehen eines Ventils gestoppt werden konnte und weil CO nirgendwo haftet und in Wasser annähernd unlöslich ist - im extremen Gegensatz zu Blausäure.
  6. Zyklon B war knapp und teuer und wurde zur Bekämpfung von Seuchen wie Fleckfieber überall dringend benötigt, so auch bei der Wehrmacht und den verbündeten Streitkräften, so daß jede vermeidbare Verschwendung für andere Zwecke vermieden worden wäre - auch und besonders in Auschwitz, wo Fleckfieber nicht nur das Leben der Häftlinge bedrohte, sondern auch das der Wachen und der Zivilisten, die das Lager betraten oder in dessen Nachbarschaft lebten. Auf gut Deutsch: die Fleckfieber-Epidemien im KZ Auschwitz gefährdeten die äußerst wichtige Produktion der Kriegsindustrie in Oberschlesien, nach dem Ruhrgebiet das zweitgrößte Industriegebiet Deutschlands zu jener Zeit. Somit war die Bekämpfung der Epidemien von größter Wichtigkeit, wofür Zyklon B verzweifelt benötigt wurde, und zwar in größeren Mengen, als die Herstellerfirma DEGESCH jemals zu liefern in der Lage war.

Natürlich hätte CO den Hinrichtungsvorgang gegenüber Blausäure nicht unbedingt beschleunigt, aber es wäre sicherer, naheliegender, weniger kompliziert und billiger gewesen.[417]

Sicherlich aber wäre der

»Flaschenhals im Vernichtungsprozeß [die] Einäscherung der Leichen gewesen, nicht aber die Vergasungen selbst. Tausend Menschen konnten [bei entsprechender Ausrüstung theoretisch] innerhalb von Minuten, einer oder höchstens zwei Stunde getötet werden, und zwar gerechnet bezüglich des gesamten Vorgangs von der Ankunft im Lager bis zur Lüftung der Gaskammer.

Die Einäscherung dieser tausend Menschen jedoch [...hätte] eine ziemlich Weile gedauert.«[418]

Und wie C. Mattogno und F. Deana gezeigt haben, wären die Auschwitzer Kremierungsanlagen nie in der Lage gewesen, über die Einäscherung der ohnehin anfallenden Toten der verschiedenen Seuchen und sonstigen widrigen Umstände des Lagers Auschwitz hinaus auch noch die angeblich durch Massenmorde angefallenen Leichen einzuäschern,[373] so daß dies ein weiterer Beweis dafür ist, daß es in Auschwitz nie einen Massenmord gab.


Anmerkungen

[341]Reversiblen Anlagerung des Cyanids an das Fe3+ des zelleigenen Atmungsenzyms Cytochromoxidase, dadurch Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr der Zelle, wodurch die für die Zelle lebenswichtigen Oxidationsprozesse unterbunden werden.
[342]Bindung an Schwefel (zum Rhodanid).
[343]W. Wirth, C. Gloxhuber, Toxikologie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1985, S. 159f.
[344]W. Forth, D. Henschler, W. Rummel, Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Wissenschaftsverlag, Mannheim 1987, S. 751f.
[345]S. Moeschlin, Klinik und Therapie der Vergiftung, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1986, S. 300.
[346]H.-H. Wellhöner, Allgemeine und systematische Pharmakologie und Toxikologie, Springer Verlag, Berlin 1988, S. 445f.
[347]ppm steht für englisch 'parts per million', Teilezahl pro Million Bezugsteile; hier entspricht ein ppm HCN 1 ml HCN pro m3 (1000000 ml) Luft.
[348]F. Flury, F. Zernik, Schädliche Gase, Dämpfe, Nebel, Rauch- und Staubarten, Berlin 1931, S. 405; vgl. auch M. Daunderer, Klinische Toxikologie, 30. Erg.-Lfg. 10/87, ecomed, Landsberg 1987, S. 4ff.; angesichts des Alters der ersten zitierten Quelle, aber auch angesichts der Angaben in der umfangreichen, im Kapitel 4.2.2. zitierten Literatur ist die Behauptung Pressacs auf S. 148 seines ersten Buches, aaO. (Anm. 67), völlig falsch, man habe damals die für Menschen tödliche Menge nicht gewußt. Es war damals auch schon bekannt, daß eine Aufnahme von HCN durch die Haut möglich war.
[349]DuPont, Hydrogen Cyanid, Wilmington, Delaware 7/83, S. 5f.
[350]Robert F. Schmidt, Biomaschine Mensch, Piper, München 1979, S. 124.
[351]M. Daunderer, aaO. (Anm. 348), S. 15.
[352]Unter Toxikologen bekannt als letale Dosis für 100% alle Opfer, LD100.
[353]F. A. Leuchter, Boston, FAX an H. Herrmann vom 20.4.1992 sowie mündliche Mitteilung von Herrn Leuchter.
[354]Bei einem angenommenen Kammervolumen von 10 m3 entsprechen 75 Liter HCN 0,75 Vol.-%, also etwas mehr als dem Doppeltem des von Leuchter genannten Endwertes.
[355]R. Irmscher, »Nochmals: "Die Einsatzfähigkeit der Blausäure bei tiefen Temperaturen"«, Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1942, S. 35f.; zur Entwicklungsgeschichte des Zyklon B vgl. Wolfgang Lambrecht, »Zyklon B - eine Ergänzung«, VffG 1(1) (1997), S. 2-5 (online: vho.org/VffG/1997/1/Lambrecht1.html) sowie ders., O. Karl, aaO. (Anm. 87).
[356]Ungeheizte Kellerräume haben naturgemäß sehr hohe relative Luftfeuchtigkeiten. Diese würde durch die darin eingesperrten Menschenmassen mit Sicherheit bei 100% liegen und zu ständigem Auskondensieren von Wasser an kalten Gegenständen führen.
[357]Vgl. dazu die hervorragende Analyse von J. Graf, Auschwitz. Tätergeständnisse und Augenzeugen, aaO. (Anm. 42).
[358]Urteil des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Aktenzeichen 50/4 Ks 2/63, S. 108ff.; vgl. I. Sagel-Grande, H.H. Fuchs, C.F. Rüter (Hg.), Justiz und NS-Verbrechen, Band XXI, University Press, Amsterdam 1979, S. 434.
[359]R. Butler, Legions of Death, Arrows Books Ltd., London 1986, S. 236f.; vgl.: R. Faurisson, Annales d'Histoire Révisionniste 1 (1987) S. 137-152; D. Irving, Nuremberg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 241-246.
[360]R. Höss, in: M. Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1958.
[361]Hier bezogen auf die Dachauer KL-Schauprozesse der US-Amerikaner, vgl. Rede vom US-Senat als Beobachter entsandten Senators J. McCarthy, Congressional Record-Senate No. 134, 26.VII. 1949, S. 10397ff., komplett abgedruckt in R. Tiemann, Der Malmedy-Prozeß, Munin, Osnabrück 1990, S. 269ff.; vgl. F. Oscar, Über Galgen wächst kein Gras, Erasmus-Verlag, Braunschweig 1950, S. 38 ff. R. Aschenauer, Macht gegen Recht, Arbeitsgemeinschaft für Recht und Wirtschaft, München 1952, S. 13ff.; Freda Utley, Kostspielige Rache, H.H. Nölke-Verlag, Hamburg 71952, bes. S. 216ff.
[362]Siehe dazu besonders die Artikel in: New York Times, 23., 25., 29.2., 6.3., 30.7., 7.10.1948, 7.1., 2., 5.3., 5.5.1949; Chicago Daily Tribune, 23.-26., 28., 29.2.1948, 12.3., 13.9.1949; Our Sunday Visitor, USA, 14.6.1959, 15; Daily News, Washington, 9.1.1949; Sunday Pictorial, Großbritannien, 23.1.1949.
[363]W. Maser, Das Exempel, Blaue Aktuelle Reihe Band 9, Mut-Verlag, Asendorf 1986, besonders S. 35, 37 und 54; zum Prozeß im allgemeinen vgl. besonders A. von Knieriem, Nürnberg. Rechtliche und menschliche Probleme, Klett, Stuttgart 1953.
[364]Verfahren über National-Sozialistische Gewaltverbrechen.
[365]Vgl. dazu Manfred Köhler (alias G. Rudolf), »Der Wert von Aussagen und Geständnissen zum Holocaust«, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 22), S. 61-98 (online: vho.org/D/gzz/4.html).
[366]E. Kern, Meineid gegen Deutschland, Schütz, Pr. Oldendorf, 21971; E. Gauss, Vorlesungen..., aaO. (Anm. 42; online: vho.org/D/vuez/v1.html); Jürgen Graf, Auschwitz. Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust, aaO. (Anm. 42); auch: M. Köhler, aaO. (Anm. 365).
[367]J. Mendelsohn, The Holocaust, Vol. 12, Garland, New York 1982, S. 113, Vernehmung von R. Höss, 2.4.1946.
[368]J.H. Perry, Chemical Engineer's Handbook, Wilmington Delaware 1949, S. 1584.
[369]Eine eingehendere Untersuchung dazu erschien von Arnuf Neumaier, »Der Treblinka-Holocaust«, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 22), S. 347-374 (online: vho.org/D/gzz/15.html).
[370]Intensive statistische Untersuchungen dazu wurden unternommen von: W.N. Sanning, aaO. (Anm. 40); W. Benz, Dimension des Völkermords, Oldenbourg, München 1991; vgl. G. Rudolf, »Statistisches über die Holocaust-Opfer. W. Benz und W.N. Sanning im Vergleich«, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 22), S. 141-168 (online: vho.org/D/gzz/7.html).
[371]J. Bezwinska, KL Auschwitz in den Augen der SS, Verlag des Staatlichen Auschwitz-Museums, Auschwitz 1973, S. 135 f.
[372]Vernehmung des Henryk Tauber vom 25.5.1945, Anlage 18, Band 11 des Höss-Verfahrens, zitiert nach J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), S. 489f.; jedenfalls ist diese Aussage nicht untypisch, vgl. A. Neumaier, aaO. (Anm. 369).
[373]Zum Energiebedarf einer Leichenverbrennung generell und in den Krematorien von Auschwitz im besonderen vgl. C. Mattogno und F. Deana, »Die Krematoriumsöfen von Auschwitz«, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 22), S. 281-320 (online: vho.org/D/gzz/13.html).
[374]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), S. 93ff., Kapitel über Bau- und Funktionsweise der in den damaligen deutschen Konzentrationslagern errichteten Kremierungsöfen.
[375]Ebenda, S. 469ff., über einige Aussagen der Zeugen C.S. Bendel, M. Nyiszli und H. Tauber; zur Kremierungstechnik vgl. auch C. Mattogno und F. Deana, aaO. (Anm. 373).
[376]Vernehmung des Zeugen R. Böck im sog. Frankfurter Auschwitz-Prozeß, Az 4 Js 444/59, Blätter 6878 ff. Zitiert: Blatt 6881 f.
[377]Vgl. J.C. Ball, aaO. (Anm. 42).
[378]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), S. 161 ff.
[379]Vgl. Abschnitt 6.2.
[380]Brief des Staatsanwalt Dreßen, Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltung Baden-Württemberg, Ludwigsburg, Aktenzeichen 110 AR 916/89, 26.7.89 bzw. 11.10.89; vgl. das Buch Ernst Klee, Willy Dreßen, Schöne Zeiten, S. Fischer, Frankfurt 1988.
[381]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), S. 124-128, 162, 174, 176f., 181, 229, 239, 379f., 459-502. Für weitere Zeugenaussagen siehe auch Anm. 371 und E. Kogon, H. Langbein, A. Rückerl et al. (Hg.), Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas, S. Fischer Verlag, Frankfurt 1983, S. 194-239.
[382]Focus Nr. 17/1994, S. 118, 120.
[383]Die Woche, 7.10.1993, S. 8
[384]In: Valérie Igounet, Histoire du négationnisme en France, Editions du Seuil, Paris 2000, S. 652. Herzlichen Dank für diesen Hinweis gebührt R. Faurisson.
[385]2000 nach C.S. Bendel, 3000 nach M. Niyszli, siehe Anm. 375.
[386]Zur 1990 erfolgten offiziellen Korrektur der Opferzahl vgl. Werner Rademacher, »Die Wandlungen der Totenzahl von Auschwitz«, VffG 3(3) (1999), S. 256-267 (online: vho.org/VffG/1999/3/Rademacher256-267.html); Robert Faurisson: »Wieviele Tote gab es in Auschwitz?« VffG 3(3) (1999), S. 268-272 (online: vho.org/VffG/1999/3/Faurisson268-272.html).
[387]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), S. 125.
[388]Ebenda, S. 131f.
[389]Ebenda, S. 253
[390]Ebenda, S. 187.
[391]Ebenda, S. 384-390.
[392]Die Zeugen gehen von mehreren kg aus, vgl. J. Buszko (Hg.), Auschwitz, Nazi Extermination Camp, Interpress Publishers, Warschau 21985, S. 118: 6 bis 12 kg; Leon Poliakov, Harvest of Hate, Greenwood Press, Westport, Conn., 1971, S. 205: 5-7 kg; eine Analyse von Zeugenangabe hat D. D. Desjardin durchgeführt: »Kenneth Stern's Critique of The Leuchter Report: A Critical Analysis«, online: codoh.com/newrevoices/nddd/ndddstern.html. Sie zieht jedoch die zögerliche Abgabe der Blausäure durch den Träger nicht in Betracht. Vgl. auch Desjardins Interview mit F. Piper, aaO. (Anm. 145), indem Piper von 6 kg pro 1 400 Menschen spricht.
[393]Bezüglich der Tötungszeiten siehe neben den Aussagen von R. Höss und R. Böck z.B.: Schwurgericht Hagen, Urteil vom 24.7.1970, Az. 11 Ks 1/70, S. 97 (5 Minuten); Final Trial Brief of the Prosecution, nach U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Prozeß, aaO. (Anm. 137), S. 47-50 (3 bis im Extremen 15 min); E. Kogon, H. Langbein, A. Rückerl et al., aaO. (Anm. 381), ubiquitär (sofort bis 10 min., seltener bis 20 min.); J. Buszko (Hg.), Auschwitz, Nazi Extermination Camp, Interpress Publishers, Warschau 21985, in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz, S. 114 + 118 (wenige Minuten); H.G. Adler, H. Langbein, E. Lingens-Reiner (Hg.), Auschwitz, Europäische Verlagsanstalt, Köln 31984, S. 66, 80 + 200 (wenige bis 10 Minuten); Hamburger Institut für Sozialforschung (Hg.), Die Auschwitz-Hefte, Band 1, Beltz Verlag, Weinheim 1987, S. 261ff. +294 (augenblicklich bis 10 min.); C. Vaillant-Couturier, Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Miltärgerichtshof Nürnberg (IMT), Band VI, S. 242 (5 bis 7 Minuten); M. Nyiszli in: G. Schoenberner (Hg.), Wir haben es gesehen, Fourier, Wiesbaden 1981, S. 250 (5 min.); C.S. Bendel in: H. Langbein, Menschen in Auschwitz, Europaverlag, Wien 1987, S. 221 (Ende der Opferschreie nach 2 min.); S. Broad in: B. Naumann, Auschwitz, Athenäum, Frankfurt/Main 1968, S. 217 (4 min.), nach 10-15 min Türöffnung: A. Rückerl, NS-Verbrechen vor Gericht, C.F. Müller, Heidelberg, 21984, S. 58f.; K. Hölbinger in: H. Langbein, Der Auschwitz-Prozeß, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt/Main 1965, S. 73 (1 min.): R. Böck, ebenda, S. 74 (Nach Türschluß 10 min schreiende Opfer, anschließend Türöffnung); H. Stark, ebenda, S. 439 (10-15 min. schreiende Opfer); F. Müller, ebenda, S. 463 (8-10 min.); E. Pyš, ebenda, S. 748 (nach einigen Minuten Anschalten des Ventilators); K. Lill, ebenda, S. 750 (ein paar Sekunden nach Zyklon B-Einwurf ein Schrei, ein paar Minuten danach quoll Qualm aus dem Schornstein); Protokoll des Gutachtens von Prof. Dr. G. Jagschitz, 3.-5. Verhandlungstag der Strafsache Honsik, 29.4., 30.4., 4.5.1992, Az. 20e Vr 14184 und Hv 5720/90, Landgericht Wien, S. 443 (2-3 min); Dokument 3868-PS, IMT-Band 33, S. 275ff., zitiert nach L. Rosenthal, »Endlösung der Judenfrage«, Massenmord oder »Gaskammerlüge«?, Verlag Darmstädter Blätter, Darmstadt 1979 (2 bis ausnahmsweise bis zu 15 min); R. Höss, aaO. (Anm. 360) (30 min für Gesamtprozedur, einschließlich Lüftung); Hans Münch, in G. Rudolf, »Auschwitz-Kronzeuge Dr. Hans Münch im Gespräch«, VffG, 1(3) (1997), S. 139-190 (2 bis im Winter 5 min) (online: vho.org/VffG/1997/3/RudMue3.html); Salmen Lewenthal, Hefte von Auschwitz, Sonderheft 1, Handschriften von Mitgliedern des Sonderkommandos, Verlag Staatliches Museum Auschwitz, 1972, S. 155 (plötzliche Stille); Dov Paisikovic, in: Léon Poliakov, Auschwitz, René Julliard, 1964, S. 159 ff. (3-4 min.), Franke-Gricksch Report, in: J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), p. 238 (eine Minute zum Töten, eine weitere, bis die Türen geöffnet wurden); Rudolf Vrba alias Walter Rosenberg, Alfred Wetzler, Ref. M 20/153, Yad Vashem (nach War Refugee Board, »German Extermination Camps - Auschwitz and Birkenau«, in David S. Wyman (Hg.), America and the Holocaust, Bd. 12, Garland, New York/London 1990, S. 20 (Nach drei Minuten war jeder im Raum tot); Jerzy Tabeau, in: The Extermination Camps of Auschwitz (Oswiecim) and Birkenau in Upper Silesia (10 min., zitiert nach Enrique Aynat, Los protocolos de Auschwitz. i Una fuente historica? Verlag Garcia Hispan, Alicante 1990); André Lettich, Trente-quatre mois dans les Camps de Concentration, Imprimerie Union Coopérative, Tours, 1946 (einige Augenblicke). Janda Weiss, in David E. Hackett, (Hg.), The Buchenwald Report, Beck, München 1997, S. 394 (3 min.). Falls längere Tötungszeiten in Zeugenaussagen vorkommen, so beziehen sie sich nicht auf die Krematorien II und III, sondern auf die Krematorien IV/V, die Bunker 1/2 oder das Krematorium I im Stammlager. Die Tötungen in den Krematorien II&III sollen also sehr schnell vonstatten gegangen sein.
[394]504 m3 des Kellers minus 75m3 von 1 000 Personen.
[395]Mindestens deshalb, weil die anfängliche Verdampfung der Blausäure zu einer unmittelbaren Auskondensierung der Umgebungsfeuchtigkeit auf dem Träger geführt hätte, wodurch die weitere Verdampfung von Blausäure quasi zusammengebrochen wäre, vgl. Abschnitt 6.2.
[396]Ausführungen zur Frage, ob diese Menge überhaupt zur Verfügung gestanden hätte, erspare ich mir hier, da wir die Entlarvung der Absurditäten nicht auf die Spitze treiben wollen; vgl. dazu die Erstausgabe dieses Gutachtens, aaO. (Anm. 42), S. 65f.
[397]So etwa die These von G. Wellers, aaO. (Anm. 54); ähnlich in der Konsequenz, aufgrund der falschen These von der Anwendung geringer Zyklon B-Mengen: J. Bailer, aaO. (Anm. 51); W. Wegner, aaO. (Anm. 48).
[398]Vgl. dazu meine detaillierten Ausführungen in der Erstausgabe, aaO. (Anm. 42), S. 67ff.
[399]Man erinnere sich nur an die S-Bahn oder den Linienbus, wo sich alles an der Tür staut, auch wenn weiter hinten Platz ist.
[400]Vgl. dazu meine Ausführungen in »Das üben wir jetzt bis zur Vergasung! "Wie Lämmer zur Schlachtbank" ∙ Analyse eines Zeugenaussagen-Schemas«, VffG 4(2) (2000), S. 165ff. (online: vho.org/VffG/2000/2/Rudolf165-167.html).
[401]Vgl. dazu die Analyse einer ausführlichen Aussagen des SS-Mannes Dr. Hans W. Münch: G. Rudolf, »Auschwitz-Kronzeuge...«, aaO. (Anm. 393).
[402]Es ist dies eine einfache Differentialgleichung, vgl. die Erstausgabe meines Gutachtens, aaO. (Anm. 42), S. 71f.: Für die Konzentration zur Zeit t gilt: c(t) = c0×e-t, wobei c0 die Ausgangskonzentration darstellt und t den Kehrwert der für einen Austausch benötigten Zeit.
[403]Das Krematorium I wird hier bewußt ausgespart, da der dortige angebliche Massenmord ja inzwischen allgemein in Frage gestellt wird.
[404]Eine vernünftige Anordnung wäre gewesen, die Zuluftöffnungen an der einen Seite des Raumes anzubringen und die Abluftöffnungen an der anderen.
[405]Für diejenigen, die es nachrechnen wollen:
  • Gleichung für HCN-Abgabe vom Träger (in Bruchteilen):
    A(t) = e-t/a
    mit t = Zeit nach Beginn der HCN-Abgabe in Minuten
    mit a = 43,5/min (um die von Irmscher für 15°C und niedrige Luftfeuchtigkeit angegebene Geschwindigkeit zu erreichen (Anm. 355))
  • Gleichung für die Reduktion des HCN-Gehalts durch Lüftung:
    B(t) = e-t/b mit b = notwendige Zeit zum einmaligen Luftaustausch des betrachteten Raumes.
  • Gleichung für den tatsächlichen HCN-Gehalt:
    • Für die ersten 10 Minuten (keine Lüftung, nur HCN-Abgabe):
      C1(t)=(1-A(t)) ×D mit D = e/f
      mit e = Masse des eingeworfenen Zyklon B-HCN (in Gramm)
      mit f = Volumen der Kammer = 430 m³ (Nettoraum, also ohne das Volumen der Opfer)
      e wird so eingerichtet, daß nach 10 Minuten eine Konzentration von etwa 10g/m³ erreicht wird. Der Einfachheit halber habe ich 20 kg = 20,000 g gewählt.
    • Differentialgleichung für den tatsächlichen HCN-Gehalt für Zeiten nach 10 Minuten, also mit Lüftung, iterative gelöst in Ein-Minuten-Schritten:
      C2(t+1)=C2(t) ×e-1/b+(A(t))-A(t+1)) ×D
      wobei (A(t))-A(t+1)) ×D die HCN-Menge ist, die mit jeder neuen Minute vom Träger abdampft.
[406]Wer es dennoch nicht lassen kann, multipliziere die Werte aus Tabelle 7 mit Faktoren jenseits von 4 und vgl. dazu die Ausführungen in der Erstausgabe meines Gutachtens, aaO. (Anm. 42), S. 73.
[407]Vgl. dazu die Konzentrationsverläufe in Entwesungskammern in der Literatur: F. Puntigam et al., aaO. (Anm. 339), S. 35ff., L. Schwarz, aaO. (Anm. 336), G. Peters, aaO. (Anm. 104); wiedergegeben in der ersten Auflage meines Gutachtens, aaO. (Anm. 42), S. 67.
[408]Tatsächlich wäre eine täglich dreimalige Nutzung der Entlausungskammern der Bauwerke 5a und 5b aus Mangel an Zyklon B nicht möglich gewesen: Die dafür notwendige Menge an Zyklon B von insgesamt 24 bis 30 kg täglich oder ca. 9 bis 11 Tonnen jährlich entsprach ungefähr der gesamten Liefermenge an das Lager, vgl. Abschnitt 4.2.3.
[409]Da man beim Umschalten von "Begasung" auf "Lüftung" den Kreuzungspunkt beider Gleichungen bestimmen muß, diese aber aus zwei Exponentialfunktion bestehen, die sich nicht analytisch nach t auflösen lassen, ist eine iterative Interpolation des Anfangswertes bei jedem ersten Begasungs- bzw. Lüftungsschritt nötig.
[410]Die Ergebnisse der Simulation weichen erheblich von jenen ab, dieich in der Erstausgabe meines Gutachtens veröffentlichte, aaO. (Anm. 42), S. 54f. Das liegt daran, daß dort ein folgenschwerer Fehler gemacht wurde: Bei jedem Belüftungsschritt der Probe wurde die Zeit t auf Null zurückgesetzt, so daß die Probe in der Simulation immer derart massive ausgaste, als wäre sie zu 100% gesättigt. Tatsächlich muß aber mit der Zeit t begonnen werden, die dem entsprechenden Sättigungsgrad entspricht; das gleiche gilt demensprechend auch für die Gasaufnahme.
[411]Es gibt freilich auch Zeugen, die die Verwendung von Gasmasken behaupten. Von Schutzanzügen ist freilich nirgends die Rede.
[412]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 67), S. 447
[413]J. Bacques, Der geplante Tod, Ullstein, Frankfurt/Main 1989; ders., Verschwiegene Schuld, ebenda, 1995.
[414]Hans Jürgen Nowak, aaO. (Anm. 79), S. 103; sowie zur medizinischen Versorgung: unveröffentlichte Forschungsergebnisse von C. Jordan (†) zum Fall G. Weise; vgl. ders., »Politik und Rechtsprechung - Ein Fallbeispiel«, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm 22), S. 111-139 (online: vho.org/D/gzz/6.html).
[415]Vgl. dazu die Analyse von Fritz Berg in »Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos«, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 22), S. 321-345 (online: vho.org/D/gzz/14.html).
[416]Ebenda; vgl. auch Conrad Grieb, »Holocaust: Dieselabgase töten langsam«, VffG 1(3) (1997), S. 134-137 (online: vho.org/VffG/1997/3/Grieb3.html).
[417]Das auch allein schon deshalb, weil man im Zusammenhang mit der Euthanasieaktion der etablierten Literatur zufolge auch schon auf CO zurückgegriffen hatte.
[418]So ein Teil der Antwort von "Nizkor" (www2.ca.nizkor.org/features/qar/qar29.html) auf die Frage Nr. 29 »Why did they use this instead of a gas more suitable for mass extermination?« (www.zundelsite.org/english/debate/debatetoc.html) des Institute for Historical Review in: 66 Questions and Answers on the Holocaust, IHR, Costa Mesa, o.J.

Nächstes Kapitel
Vorhergehendes Kapitel
Zurück zum Inhaltsverzeichnis