Verbotene Erkenntnisse gefährlicher Wissenschaft

Von Herbert Verbeke

Hier klicken, um das französische Originalschreiben zur Zensur des Oradour-Buches anzuschauen (24 KB)

In Frankreich herrscht immer noch die bereits seit Jahren bekannte Holocaust-Hysterie. Sie nahm im Prinzip schon mit der Auseinandersetzung um den Sozialisten und Ex-KZ-Häftling Paul Rassinier in den fünfziger und sechziger Jahren ihren Anfang, als Rassinier in seinem Buch Die Lügen des Odysseus seine Mithäftlinge der Lüge und Übertreibung bezichtigte. Für ernst- und dauerhaftere Aufregung sorgt seit Ende der siebziger Jahre Prof. Robert Faurisson, der durch seine durchschlagenden Forschungsergebnisse kompromißlos und hartnäckig Frankreichs Wissenschaft, Medien und Justiz, die alle das Tabuthema Gaskammern nicht angehen wollen, vor unlösbare Probleme stellt. Die Eruptionen, die durch den Fall Abbé Pierre/Roger Garaudy hervorgerufen wurden – im Prinzip nur Ausläufer der Faurisson’schen Tiefenwirkung in der französischen Gesellschaft – hat Faurisson selbst in der Erstausgabe dieser Zeitschrift beschrieben. Prof. Faurisson wird sein Wirken in einigen Monaten hoffentlich zu einem Buch zusammengefaßt haben, das all seine Publikationen und Schriftstücke enthält, die er im Laufe der letzten 2½ Jahrzehnte verfaßt hat. Dies wird ohne Zweifel eine Anthologie von ungeheurem Wert für die Geschichtswissenschaft, aber zugleich auch ein Stachel im Fleisch derer, die auf diesem Gebiet der Geschichtswissenschaft keine abweichenden Meinungen tolerieren wollen. Über die Reaktionen darf man gespannt sein. Wir werden uns nach Erscheinen sofort um eine Übersetzung ins Deutsche bemühen.

In den letzten Monaten ist die Hysterie in Frankreich erneut ausgebrochen. Dies geschah einerseits durch den Direktor für öffentliche Freiheiten, der erneut ein Buch verbot, das der offiziellen Geschichtsschreibung Frankreichs widerspricht: Le massacre d'Oradour von Vincent Reynouard. Darin wird die These, eine deutsche Waffen-SS Einheit habe 1944 in dem französischen Ort Oradour ein Massaker an der gesamten Zivilbevölkerung verübt, äußerst kritisch untersucht. Es wurde von Vrij Historisch Onderzoek verlegt, und wir sind stolz darauf zu verkünden, daß wir uns auch nach diesem lächerlichem Eingriff des "Freiheits"-Direktors in unsere Freiheit die Freiheit nehmen werden, dem freien Wort die Freiheit zu gewähren. Dies ist schon der zweite Fall einer direkten Zensur einer VHO-Publikation in Frankreich, der erste betraf bekanntlich das Rudolf Gutachten (Vgl. VffG 2/1997, S. 105).

Daß mit dem Verbot des Rudolf Gutachtens das Problem für Frankreich noch lange nicht vom Tisch ist, hat jetzt die Sektion Chemie der französischen Akademie der Wissenschaften bewiesen. Sie sah sich offenbar gezwungen, sich von dem chemisch-technischen Gutachten zu distanzieren, in dem unter Beweis gestellt wird, daß die bezeugten Massenvergasungen in den angeblichen Gaskammer von Auschwitz nicht stattgefunden haben können, was nachfolgend von Pierre Guillaume dargestellt wird. Daß diese Distanzierung nicht etwa in sachlichem Tone geschah, sondern ohne jede Sachargumente in geradezu infamer und beleidigender Weise – dem Autor des Gutachtens wird eine psychopathologische Natur unterstellt – beweist leider erneut, daß auch die meisten der hochgebildeten Menschen entweder aus Angst oder aufgrund ideologischer Indoktrination nicht in der Lage sind, sich zu diesem Themenkomplex sachbezogen zu äußern.

Daß die Kennzeichnung des Rudolf Gutachten als psychopathologisch voll und ganz auf der Linie der neuen Verfolgung revisionistischer Forscher und Autoren liegt, haben die letzten juristischen Ereignisse in Deutschland und Österreich gezeigt, wo die Justiz offenbar dazu übergeht, angeklagte historische Dissidenten nicht mehr mit dem Strafrecht abzuurteilen, sondern sie zu psychiatrisieren. Prof. Wolfgang de Boor war der erste, der in einem Leserbrief an die FAZ am 8.5.1995 öffentlich verlangt, daß Personen, die von ihren abweichenden Auffassungen zu Details der Geschichtsschreibung nicht ablassen wollen, in eine geschlossene psychiatrische Anstalt gehören. Das Strafverfahren gegen den österreichischen Ingenieur Emil Lachout, seit über 10 Jahren bekannt für seine revisionistischen Gutachten und Stellungnahmen, wurde nun jüngst eingestellt, weil ein Psychiater in Abwesenheit(!) des Angeklagten meinte feststellen zu können, daß der Angeklagte wegen einer geistigen Störung nicht schuldfähig sei (vgl. VffG 3/1997, S. 219). Nur wenig später entschied ein Richter in Berlin, daß ein Berliner Verleger, der auch revisionistische Artikel verlegt hatte, deswegen von einem Psychiater auf mögliche geistige Abnormalitäten untersucht werden solle (ebenda). Solange derartige Untersuchungen nur dazu führen, daß die Strafverfahren wegen Schuldunfähigkeit eingestellt werden, kann uns das recht sein. Es erhebt sich aber natürlich die Frage, wann der nächste Schritt erfolgt, nämlich tatsächlich die Einweisung in eine geschlossene Anstalt. Dann hätten wir Zustände wie in den Staaten des ehemaligen Ostblocks. Man darf hoffen, daß die Indifferenz einiger Menschenrechtsorganisationen, wie sie in diesem Heft beschrieben wird, vorher endet und einem Engagement hiergegen weicht.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1(4) (1997), S. 223.


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