Aus der Forschung

Hgg. von Dipl.-Ing. Michael Gärtner, Dr. Ing. Andreas Niepel, Dipl.-Ing. Werner Rademacher, Dr. phil. Wolfgang Meier und Dr. jur. Franz Schumacher

In dieser Rubrik berichten wir über neue Ergebnisse unserer Arbeit und geben Hinweise auf neue Erkenntnisse. Wir bitten unsere Leser um rege Beteiligung durch Hinweise auf weitere Informationen. Wir bitten weiter um Quellenangaben, in denen Ergänzungen zu finden sind. Wichtig ist hierbei, wo sie zu finden sind. Großen Wert legen wir auf Veröffentlichungen aus den Jahren unmittelbar nach Kriegsende, auch in
Fremdsprachen (möglichst mit Übersetzungen). Wer unsere Tätigkeit unterstützen will, wende sich an den Verlag. Wir können nicht alle Dokumente beschaffen, von denen wir Kenntnis haben, weil uns das Geld dazu fehlt. Wer hierzu Schwerpunkte setzen will, gebe als Verwendungszweck jeweils nur das Thema an, die am Anfang des jeweiligen Punktes genannt sind.


John Sack und die Gaskammern

1. Einführung

Während seines Vortrages auf dem vom Adelaide Institute veranstalteten International Revisionist Symposium trug der bekannte jüdisch-amerikanische Autor John Sack am 8. August 1998 über das Zustandekommen seines berühmten Buches Auge um Auge vor.[1] Diesen Vortrag sollte er ursprünglich im US-Holocaust-Museum halten (vgl. dazu zusammenfassend in VffG 1/98, S. 52ff.). Die Heldin von John Sacks Buch heißt bekanntlich Lola Pollock, die nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen als Jüdin ins KL Auschwitz eingeliefert wurde. Sack berichtet darüber:

»Lola wird in einen Zug nach Oswiecim gesteckt, das wir als Auschwitz kennen. Ihr Baby, ein Jahr alt, wird ihr aus den Armen gerissen und sie sieht das Baby nie mehr wieder. Sie wird nicht in die Cyanid-Gaskammer geschickt, aber ihre Mutter. Ihre Mutter wird ermordet, ihr Bruder und ihre Schwester, ihre Nichten und Neffen werden umgebracht. Vierzehn Angehörige.

Wissen Sie, lassen Sie mich hier kurz unterbrechen. Ich hätte dies nicht im Holocaust Museum gesagt, aber ich weiß, daß in diesem besonderen Raum Leute sind, die nicht glauben, daß es in Auschwitz Cyanid-Gaskammern gab. Meine Freunde, es gab Cyanid-Gaskammern in Auschwitz. Robert Faurisson sagt: "Nun, niemand hat sie je gesehen." Nein, Menschen haben sie gesehen. Da lebt eine Frau in Melbourne, die in einer gewesen ist. Mengele kam dort hinein und sagte ihr und 27 anderen Leuten: "Ihr könnt gehen." Er sagte 29 weiteren Leuten: "Bleibt hier und sterbt". Ich habe mit der Frau in Melbourne gesprochen. Ich habe in Ashkelon, Israel, und in Annecy, France, mit Leuten gesprochen, die auch in die Kammer geschickt wurden, und die unabhängig voneinander bestätigten, was die Frau in Melbourne sagte.«[2]

2. Problemstellung

John Sacks Darstellungen über die Vorkommnisse in Ostdeutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden insbesondere in revisionistischen Kreisen kritiklos geglaubt, da sie offenbar erwünscht sind. John Sack stützt sich bei seinen Darstellungen in den zumeist von polnischen Juden betriebenen Nachkriegs-Gefängnissen und Konzentrationslagern, in denen zigtausende Deutsche umkamen, auf inhaltlich deckungsgleiche Zeugenaussagen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit oder auch neueren Datums. Daneben ruhen seine Darstellungen aber auch auf Dokumenten, die er in Polen selbst hat einsehen können.

Nicht viel anders verhält es sich anscheinend mit John Sacks Darstellungen über die Gaskammern, die seine Zeugen in Auschwitz gesehen haben wollen, auch wenn er sich diesbezüglich auf keine Dokumente stützen kann.

Es stellt sich daher die Frage, ob und mit welcher sachlichen Begründung man Sacks Darstellungen in dem einen Punkt verwerfen, in dem anderen aber annehmen kann.

3. Analyse

John Sack selbst schreibt, es gebe zum Holocaust an den Juden inzwischen etwa 85.000 Bücher, während es zu dem von ihm aufgegriffenen Thema keine Darstellung gibt. Dies stimmt zwar nicht ganz - im deutschen Sprachraum wird das Thema durchaus seit Jahrzehnten wenn auch nur am Rande behandelt. Aber es ist wohl in der Tat so, daß der Juden-Holocaust in der Weltöffentlichkeit seit jeher omnipräsent ist, während der Deutschen-Holocaust seit jeher überall ausgeblendet wird. Weiterhin zeigt John Sack an seinem eigenen Fall selbst, daß Darstellungen über den Deutschen-Holocaust mitunter zu massiven Nachteilen führen, Darstellungen über den Juden-Holocaust aber - wie allgemein bekannt - mitunter äußerst lukrativ sein können. Umgekehrt sind Widersprüche gegen Darstellungen des Deutschen-Holocaust im allgemeinen lukrativ, während Widersprüche gegen Darstellungen des Juden-Holocaust geradezu selbstmörderisch sind.

Mit anderen Worten: Bewußte wie unbewußte Dramatisierungen des Juden-Holocaust sind leicht möglich und unter günstigen Umständen auch (politisch, wirtschaftlich, persönlich-emotional) lukrativ. Doch selbst wenn man auffliegt, ist das "Schlimmste", was einem passieren kann, eine temporär erhöhte Medienaufmerksamkeit, die sich bei geschickter Ausnutzung auch wieder gewinnbringend umsetzen läßt (vgl. den Fall von Wilkomirski in diesem Heft).

Bewußte wie unbewußte Dramatisierungen des Deutschen-Holocaust hingegen haben keinerlei Chance auf gesellschaftliche Aufmerksamkeit und führen mittel- und langfristig zu intellektuellen Blamagen und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Unterstellt man beispielsweise Sack, er habe übertrieben, so ist sein Schicksal als gesellschaftlich zunehmend Ausgegrenzter ein Beleg für unsere These. Unterstellt man ihm hingegen, er habe nicht übertrieben, so muß man fragen, wie es einem Autor erst ergehen würde, wenn er denn übertriebe. Ähnlich ergeht es ja auch James Bacques mit seinen weiter ausgreifenden Forschungen über den Holocaust an den Deutschen.[3]

Da also, wie Sack selbst beschreibt, alle relevanten gesellschaftlichen Kräfte weltweit nur ein Interesse an (auch dramatisierten) Darstellungen über den Juden-Holocaust haben, ist hier aus sachlichen Gründen eine wesentlich höhere Skepsis gegenüber Zeugendarstellungen angebracht als im Falle von Darstellungen des Deutschen-Holocaust, wo die Triebkräfte zu Untertreibungen jene zu Übertreibungen bei weitem überwiegen.

4. Forderung

John Sack hat sich bisher dem Thema "Gaskammern in Auschwitz" nur peripher zugewandt, da es nicht sein Thema war. Er hat von Zeugen bestimmte Geschichten zu hören bekommen, aber diese nicht zu verifizieren versucht, etwa indem er die Zeugen kritisch befragt hat, wie denn die Gaskammern ausgesehen haben, wie sie ihres Kenntnisstandes nach funktionierten, wo sie lagen etc. Auch hat er nicht versucht zu überprüfen, inwieweit die Aussagen der Zeugen durch äußere Einflüsse verzerrt worden sein können: Stehen einige Zeugen in Kontakt zueinander? Haben sie Kontakt zu anderen ehemaligen Häftlingen oder Häftlingsorganisationen? Welche Literatur über den Holocaust haben sie gelesen? Welche Filme gesehen? Welche Hörspiele gehört? Welche Gerichtsverfahren verfolgt? Welche Museen besucht? Was haben sie in Schulen und Fortbildungsstätten gelernt? Welche Nachrichten haben sie darüber vernommen? Was haben sie darüber in der Familie besprochen? All diese Faktoren, die beim Thema Vertreibung und Völkermord an den Deutschen wegen der fast vollständigen Ausblendung und Verdrängung des Themas - sogar innerhalb der Familien, wie ich aus eigenen Erfahrungen weiß - fehlen, werden die Erinnerungen der angeblichen Gaskammer-Zeugen derart massiv - und heute wohl unkontrollierbar - überformt haben, daß es vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen unredlich ist, zu behaupten: "Dieser Zeuge hat mir persönlich gesagt, er habe eine Gaskammern gesehen, und deshalb weiß ich, daß es sie gegeben hat." Meine Tochter sagt mir auch jeden Tag, es gebe Monster. Aber das überzeugt mich keineswegs, zumal die vielen Sachbeweise hier wie da klar dagegen sprechen.

Germar Rudolf


Anmerkungen

[1]John Sack, Auge um Auge, Kabel Verlag, Hamburg 1995.
[2]Vgl. http://www.adelaideinstitute.org/symposium_john_sack.html.
[3]J. Bacques, Der geplante Tod, Ullstein, Frankfurt/Main 1989; ders., Verschwiegene Schuld, Herbig, München 1995.

 


Diesel-Splitter

Ein recht interessantes Detail zur Frage der Ungiftigkeit von Abgasen aus Dieselmotoren[1] fand ich jüngst in einem 1988 in den USA veröffentlichten Handbuch über Luftverschmutzung durch Verbrennungsmotoren, das von einem israelischen Professor herausgegeben wurde: Handbook of Air Pollution from Internal Combustion Engines: Pollutant Formation and Control (Academic Press, Boston 1998). In einem Abschnitt in dem ein Überblick über das Thema Diselmotoremissionen gegeben wird (»Overview of emissions from CI engines«) lesen wir auf S. 288 das folgende:

»Obwohl die Emission von Kohlenmonoxid (CO) gesetzlich geregelt ist, wird sie hier nicht behandelt, da der Verbrennungsprozeß des Dieselmotors die Erzeugung von CO hemmt.« (»Although carbon monoxide (CO) emissions are regulated, they will not be considered here, as the diesel engine combustion process by definition inhibits the production of CO.«)

Herausgeber des Bandes ist Eran Sher, Department of Mechanical Engineering, The Pearlstone Center for Aeronautical Studies, Ben-Gurion Universität in der Negev, Beer-Sheva, Israel. In der »Widmung« seines Buches erklärt Prof. Sher, daß er seine wissenschaftlichen Wurzeln Professor Chaim Elata verdanke, der ihm lehrte, »wie man denkt.« Offenbar dachte er nicht an den Holocaust oder an John Demjanjuk, als er dieses Kapitel über Dieselmotore verfaßte.[2]

Conrad Grieb


Anmerkungen

[1]Vgl. dazu C. Grieb, »Holocaust: Dieselmotorabgase töten langsam«, VffG 1(3) (1997), S. 134-137.
[2]Vgl. Friedrich P. Berg, »Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos« in: E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 321-345; Arnulf Neumaier, »Der Treblinka-Holocaust«, ebenda, S. 347-374.

 


Jüdische Emigration und die Devisenstelle Berlin

Allgemeines

Die Förderung der jüdischen Emigration war eines der primären Ziele von Hitlers Politik nach 1933, für das eine Reihe wirtschaftlicher Anreize auf der Basis internationaler Abkommen eingesetzt wurden.

Zu den unter anderem von Prof. Yehuda Bauer[1] beschriebenen internationalenVereinbarungen zählen das ab 1933 mit zionistischen Organisationen ausgehandelte Haavara-Abkommen für die Auswanderung nach Palästina sowie die nach der Konferenz von Evian zwischen dem Intergovernmental Committee und dem Deutschen Reich im Januar 1939 getroffene Rublee-Schacht/Wohltat-Vereinbarung zur Auswanderung in westliche Staaten.

Zum Transfer jüdischer Vermögen im Rahmen der Haavara heißt es bei Bauer:

»So wurde Haavara, entgegen der Wünsche nahezu aller Wirtschaftsexperten in der deutschen Regierung [1938] fortgeführt, weil Hitler der Meinung war, die Auswanderung der Juden sei wichtiger als alle wirtschaftlichen Erwägungen, und weil er die Haavara als eines der Mittel zu diesem Zweck ansah.«[2]

Zur Umsetzung der Rublee-Schacht/Wohltat-Vereinbarung wurde Anfang 1939 die Reichszentrale für die Auswanderung der Juden gegründet mit der Anweisung Görings:

»Die Auswanderung der Juden aus Deutschland ist mit allen Mitteln zu fördern.«[3]

Über die Arbeitsweise dieser Stelle sagte der auf amerikanischer Seite verantwortliche Präsident des Intergovernmental Committee und Washingtoner Rechtsanwalt George Rublee:

»Die Deutschen erfüllten alle ihr Verpflichtungen. [...] In den Monaten zwischen meiner Abreise und dem Ausbruch des Krieges kam es kaum noch, wenn überhaupt, zu Judenverfolgungen in Deutschland. Einige reisten aus und die übrigen hatten es in Deutschland leichter. Ich erhielt eine ganze Anzahl von Briefen aus Deutschland, in denen [...] mir [Juden...] ihren Dank für das, was ich für sie getan hatte, zum Ausdruck brachten.«[4]

Transfer von Vermögen

Im Gefolge der mit dem Zusammenbruch des Österreichischen Creditanstalt-Bankvereins im Mai 1931 ausgelösten finanziellen Vertrauenskrise sah sich die Regierung Brüning zur Eindämmung der Kapitalflucht durch Einführung der "Reichsfluchtsteuer" auf Vermögen ab RM 200.000 gezwungen.

Die Freigrenze dieser auch nach 1933 beibehaltenen Steuer wurde im Mai 1934 auf RM 50.000 gesenkt.

Für die Genehmigung und Zuteilung von Devisen der Reichsbank für Vermögenstransfers waren im Rahmen der allgemeinen Devisenbewirtschaftung die Devisenstellen der Oberfinanzpräsidenten der Länder zuständig.

Die Unterlagen der Devisenstelle Berlin im Berliner Landesarchiv und im Moskauer Sonderarchiv (Fond Nummer 1461, 383 Akten) enthalten neben einer Vielzahl von Firmenprüfungsberichten auch Akten zu natürlichen Personen.

Aus den dort vorhandenen Einzelfallakten zum Transfer jüdischer Vermögen an bereits ausgewanderte Erben bis Mitte 1941 sowie aus einer im Archiv des Verfasser befindlichen Genehmigung zum Transfer des Verkaufserlöses eines inländischen Grundstückes im Jahr 1940 geht hervor, daß bereits ausgewanderte deutsche Juden in der Behandlung durch die Berliner Devisenstelle nichtjüdischen Ausländern offensichtlich devisenrechtlich gleichgestellt waren.

Gesetzliche Grundlage dieser bis zur kriegsbedingten Einstellung des Zahlungsverkehrs mit dem westlichen Ausland geübten Verwaltungspraxis war das »Gesetz über die Devisenbewirtschaftung« mit der Definition von »Ausländern« als im Sinne des Gesetzes »natürliche[n] oder juristische[n] Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt [...] im Ausland haben.«[5]

In der »Dienstanweisung für die Devisenüberwachung« von 1939 werden »Devisenausländer« gleichlautend als Personen bezeichnet, »die im Ausland ihren ständigen Wohnsitz haben.«[6]

Im genannten Grundstücksfall wurde von der Devisenstelle gemäß § 40 Devisengesetz genehmigt, welcher ebenfalls keine Unterscheidungen zur Glaubenszugehörigkeit von »Ausländern« trifft.[7]

Für die einheitliche Handhabung der Überweisung von Erbschaftsgeldern nach den USA war laut Erlaß des Reichswirtschaftsministers seit März 1939 die Berliner Devisenstelle und dort laut interner Verfügung das Sachgebiet 50 zuständig.[8]

Der Erwerb von inländischen Grundstücken gegen Zahlung im Ausland wurde laut Erlaß des Reichswirtschaftsministers vom Dezember 1939 ebenfalls durch die Berliner Devisenstelle (Sachgebiet 50) bearbeitet .[9]

Dort waren sieben Reichsbank Inspektoren und Oberinspektoren als Sachbearbeiter unter der Leitung von Reichsbank Oberinspektor Dr. Barthel (später: Rbk OI Becker) tätig.[10]

Erbschaftstransfer in die USA im Jahre 1941: Der Fall Löwenstein

Erben des am 2.4.1938 in Köln verstorbenen Moritz Löwenstein waren seine Witwe und seine nach den USA ausgewanderten Söhne Frank (Franz) Löwenstein und Walter R. Lowe (Löwenstein), die in Deutschland von Dr. jur. Moritz Weinberg, Köln, vertreten wurden.

Nach Klärung der Erbberechtigung und der Zahlung von geringeren Einkommenssteuerrückständen an das Kölner Finanzamt konnte mit Genehmigung der Devisenstelle Köln vom 17.12.1940 die Erbschaft in Höhe von RM 133.179,54 auf zwei Vorzugssperrkonten der Erben bei der Deutschen Bank AG, Köln, eingezahlt werden.[11]

Die Devisenstelle Berlin hat ab Februar 1941 auf Grund der Namensänderungen der Erben die Bearbeitung mit der Klärung der Identität der Antragsteller fortgesetzt[12] und den Rechtsvertreter am 7.3.1941 um Einsendung einer Testamentsabschrift gebeten.[13]

Trotz dessen Versicherung, daß ein Testament nicht vorliege und die gesetzliche Erbfolge von 3/4 zugunsten der ausgewanderten Söhne zu greifen habe, besteht die Devisenstelle mit Schreiben vom 21.3.1941 auf Testamentseinsendung.[14]

Am 2.4.1941 übersendet der Rechtsvertreter dann ein gemeinschaftliches Testament der Eheleute Löwenstein, welches die zum Todeszeitpunkt noch nicht ausgewanderte Gattin zur Alleinerbin einsetzt, sowie eine nach dem Tode des Erblassers aufgesetzte Erbausschlagung der Witwe zugunsten Ihrer ausgewanderten Söhne.[15]

Die Unterdrückung der für die Devisenstelle erheblichen Tatsache der Erbausschlagung der Witwe stellte offenkundig einen Fall versuchter Genehmigungserschleichung durch den Rechtsvertreter der Erben nach §69 (1) 7, (2) Devisengesetz von 1938 dar.[16]

Entsprechend folgt eine Rückfrage des zuständigen Sachbearbeiters bei der Überwachungsabteilung der Devisenstelle zum Vorgehen.[17]

Über die Genehmigung seines Antrages, die Erbschaft zum amtlichen Kurs von RM 2,50 transferieren zu dürfen, informiert die Devisenstelle Berlin mit Schreiben vom 9.5.1941 den Rechtsvertreter der Erben[18].

Der Transfer erfolgt mit zwei Devisenzuteilungen, deren Erledigung intern mit dem 17.5.1941 und dem 17.6.1941 vermerkt ist[19].

Deutsche Guthaben in den Vereinigten Staaten werden durch Verordnung des Präsidenten der USA vom 14.6.1941 eingefroren, worauf der Reichswirtschaftsminister per Runderlaß vom 26.6.1941 die Einstellung des Zahlungsverkehrs mit den USA verfügt.[20]

Mit Schreiben vom 18.7.1941 informiert die Devisenstelle Berlin den Rechtsvertreter der Erben, daß weitere Transferierungen laut Runderlaß nicht mehr durchgeführt werden können.[21]

Dipl.-Ing. Jörg Wartenburg


Anmerkungen

  1. Yehuda Bauer, Freikauf von Juden - Verhandlungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und jüdischen Repräsentanten von 1933 bis 1945, Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Frankfurt, 1996.
  2. Bauer, aaO. S. 47.
  3. IMT NG-2586-A, zit.n. Bauer, aaO. S. 65.
  4. Columbia University: Oral Histories, New York, 1965, zit. n. Rolf Vogel, Ein Stempel hat gefehlt. Dokumente zur Emigration deutscher Juden, Droemer Knaur, München 1977.
  5. Devisengesetz §5 (2) Satz 1, RGBl Teil I, Nr 211 vom 13.12.1938, S. 8.
  6. Reichsfinanzministerium, Dienstanweisung für die Devisenüberwachung, Berlin, 1939, S.14 und 189.
  7. Devisengesetz §40: »Über ein im Inland gelegenes Grundstück eines Ausländers darf nur mit Genehmigung verfügt werden.«, aaO., S. 11
  8. Siehe Verfügung Nr. 1342 der Devisenstelle Berlin vom 1.3.1939, Archiv des Verfassers.
  9. Zeitschrift Das Devisenarchiv, Berlin, 5. Jg., 1940, Folge 2/3, S. 34.
  10. Geschäftsplan der Devisenstelle vom 1.7.1939 und vom 1.7.1940, Sonderarchiv Moskau 1461-3-138, S.24-25 und 1461-2-3, S.17-18.
  11. Sonderarchiv Moskau, 1461-2-121, S. 54-83.
  12. Sonderarchiv aaO., S. 84-87.
  13. Sonderarchiv aaO., S. 88.
  14. Sonderarchiv aaO., S. 89-92.
  15. Sonderarchiv aaO., S. 93-95.
  16. Devisengesetz § 69 (1) »Mit Gefängnis [...] sowie mit Geldstrafe bis zum Zehnfachen des Wertes [...] wird bestraft, wer vorsätzlich [...] 7. Unrichtige oder unvollständige Angaben tatsächlicher Art macht oder benutzt, um für sich oder einen anderen eine Genehmigung zu erschleichen, die nach diesem Gesetz oder den zu seiner Durchführung erlassenen Vorschriften erforderlich ist. (2) Der Versuch ist strafbar.«, aaO., S. 15.
  17. Sonderarchiv aaO., S. 97.
  18. Sonderarchiv aaO., S. 96.
  19. Sonderarchiv aaO., S. 109.
  20. Runderlaß 54/41 D.St. des RWM, Sonderarchiv Moskau, 1461-2-38, S. 330.
  21. Sonderarchiv Moskau, 1461-2-121, S. 111.

 


Schindlers Liste: verschwiegene Fakten

Amon Goeth, Kommandant des KL Krakau-Plaszow, wurde von SS wegen Gewalt gegen Insassen verhaftet

Die den Academy Award einheimsende Liturgie unserer Staats-»Holocaust«-Religion - Spielbergs heiliger Film - wäre in Ungnade gefallen und hätte angesichts der Behauptung, das ganze deutsche Militär habe aus mordenden Robotern bestanden, nur noch für Gelächter gesorgt, hätte die Öffentlichkeit gewußt, daß der SS-Kommandant des Konzentrationslagers Krakau-Plaszow (Amon Goeth), der Oberteufel in »Schindlers Liste«, durch die SS u.a. wegen »Gewalt und Sadismus« an Häftlingen verhaftet worden war.

Zwar endete der Krieg, bevor Goeth von der SS hingerichtet werden konnte, aber andere üble KL-Kommandanten (wie die von Buchenwald und Lublin-Majdanek) wurden u.a. wegen Gewalt gegen Häftlinge von der Reichsführung-SS zum Tode verurteilt und erschossen.

Diese äußerst wichtige und entlastende Information hat Spielberg wegzensiert, um in seiner Propaganda das deutsche Militär der damaligen Zeit so schlecht wie möglich darstellen zu können.

Die Tatsache, daß die SS unter Heinrich Himmlers Befehl versuchte, die Konzentrationslager in menschlicher Weise zu betreiben, teilweise auch durch die strafrechtliche Verfolgung, Inhaftierung und sogar Hinrichtung brutalen Konzentrationslagerpersonals, ist in der Diskussion der Geschichte des Zweiten Weltkrieges fast völlig unterdrückt worden.

Einer der wichtigen Offiziere, die Himmler für seinen Feldzug zur Sicherung der Menschenrechte der KL-Insassen einsetzte, war der heldenhafte und unkorrumpierbare SS-Richter Konrad Morgen. Seine Aussage lautete wie folgt:

Aus dem Affidavit SS-65 des SS-Richters Konrad Morgen, IMT Bd. 42, S. 556:

»Die einzelnen kriminellen Handlungen - die in diesen Fällen weitreichende Auswirkungen hatten - schlossen ein: die Annahme von Kommandanten und Untergebenen, man verfüge über eine Lizenz zum Töten, getarnt durch die Fälschung medizinischer Totenscheine.

Willkür, Schikanen, ungesetzliche körperliche Züchtigungen, brutale und sadistische Handlungen, Liquidierung unliebsamer Komplizen, Diebstahl und Schwarzmarkthandel.

Alle diese Delikte wurden sowohl von Gefangenen alleine als auch durch das Personal der SS begangen, meist allerdings durch eine Verschwörung zwischen dem SS-Personal und den Kapos (jüdische Funktionärshäftlinge).

Der Eingriff der SS-Gerichtsbarkeit in die Konzentrationslager begann mit der Aufnahme meiner Untersuchungen im Juli 1943 und dauerte bis zum Ende des Krieges. Es konnte nicht früher damit begonnen werden, weil es diesbezüglich keinen Verdacht gab.

Verhaftet wurden die Kommandanten von Buchenwald, Lublin, Warschau, Herzogenbosch, Krakau-Plaszow.

Die Kommandanten von Buchenwald und Lublin wurden erschossen.

Mehr als hundert Fälle wurden abgeurteilt. Mitglieder aller Ränge erhielten die Höchststrafe.«

Das ist die Wahrheit, die Spielberg in seinem Film nicht darstellen konnte. Der rassistische Haß seines Film gegen Deutsche in Uniform konnte keinen Widerspruch durch dokumentierte Tatsachen dulden.

Millionen von Menschen haben keine Ahnung von den Tatsachen, und Spielberg hat durch diese Kinophantasie den Fanatismus und Haß der Welt noch geschürt. Schindlers Liste ist ein Film, der das gesamte deutsche Militär dämonisiert und, nebenbei bemerkt, auch die deutsche Sprache an sich, denn immer dann, wenn deutsche Soldaten in dem Film auftreten, ist selbst im englischen Original und in den nichtdeutschen Synchronisationen die von den Soldaten verwendete Sprache deutsch: »ACHTUNG! SCHNELL, SCHNELL!!! STIIIILLGESTANDEN!!!«. Kein Wunder also, daß die deutsche Sprache international zunehmend unbeliebt wird.

Tatsächlich waren aber die Führer des deutschen Militärs genauso entsetzt und zornig über die gegen die Häftlinge verübten Brutalitäten, wie es jeder andere anständige Mensch auch wäre, und sie handelten umgehend, um dies zu unterbinden.

Aber in der rassistischen Kampagne zur Entmenschlichung der Deutschen werden Fakten, die die negativen Stereotypen nicht stützen, als »antisemitisch« stigmatisiert und anschließend dem Vergessen preisgegeben.

© 1997 by Alan R. Critchley, Michael A. Hoffman II


Weiterführend: U. Walendy, »Bild-"Dokumente" zur NS-Judenverfolgung?« in: E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 232f.; J.C. Ball, »Air Photo Evidence«, http://www.air-photo.com


Nochmal »Ausrottung«

In Heft 4/97, S. 260f., hat G. Rudolf einige zusammenfassende Bemerkungen über die NS-Sprache gegenüber den Juden gebracht, die zum großen Teil auf dokumentarischen Funden beruhen, die ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten meiner Forschung gemacht habe. Im Zuge meiner zivilrechtlichen Auseinandersetzung u.a. gegen die Verleumdungen von Frau Prof. Dr. Deborah Lipstadt (in ihrem Buch Leugnen des Holocaust, Rio, Zürich 1994, vgl. http://www.fpp.co.uk/) bin ich auf eine weitere Fundstelle gestoßen, die die Mehrdeutigkeit des Begriffes »Ausrottung« illustriert, so wie er damals verstanden wurde. Himmler selbst verwendete des Wort Ausrotten zu Anlässen, bei denen er etwas anderes meinte als Mord. So antwortete er beispielsweise am 21. Februar 1944 auf einen Bericht von Bormann über die Übergriffe im KL Lublin-Majdanek wie folgt:

»Lieber Parteigenosse Bormann!

Ich bestätige den Empfang Ihres Briefes vom 29.1.44 mit dem Bericht über die Zustände im Konzentrationslager Lublin.

Der schuldige Kommandant, SS-Sturmbannführer Florstedt, ist nun schon seit 2 Monaten in Haft. Die Mißstände werden in einem durchgreifenden in unnachsichtiger Weise ausgerottet und abgestellt

Heil Hitler

Ihr

gez. H. Himmler.«

(National Archives Mikrofilm T-175, roll 53, auf S. 7290).

David Irving, 18.3.98


Abgehackte Köpfe

Der Lügen-Lange und seine "Welt"

Um so weiter die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Hitlerreichs in die Vergangenheit entrückt, um so absurder und kräftiger fallen die Lügen aus, die über sie verbreitet werden. Die in allen deutschen Städten gezeigte und dort von prominenten Politikern eröffnete "Anti-Wehrmachtausstellung" hätte mit ihren gefälschten Fotos in den fünfziger Jahren überhaupt nicht gezeigt werden können, weil sie eine Proteststurm und vermutlich tätliche Auseinandersetzungen zur Folge gehabt hätte. Aber nachdem die Zeitzeugen abgetreten oder doch müde geworden sind, ist jetzt jedes Mittel recht, um eine ganze Generation und das eigene Volk in den Schmutz zu ziehen.

Ein drastischen Beispiel für die Lügengespinste des Zeitgeistes liefert der in Berlin lebende Kolumnist der Tageszeitung Die Welt, Hartmut Lange. Er schriebt dort am 20.6.98:

»Denn wir haben heute noch jene Fotos in Erinnerung, auf denen lachende HJ-Jugend gefangengenommenen "Untermenschen" vor einer Grube den Kopf abhacken.«

In keinem der nach 1945 veröffentlichen Bücher über die Hitler-Jugend werden solche makabren Fotos wiedergegeben. Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg sprach die Hitler-Jugend von dem Vorwurf frei, eine verbrecherische Organisation gewesen zu sein. Keine Rede eines Jugendführers, keine Anordnung der Reichsjugendführung kann vorgelegt werden, mit der auch nur im Entferntesten das Abhacken von Köpfen hätte gerechtfertigt werden können. Doch die Erinnerung an die britische Lügen-Propaganda aus dem Ersten Weltkrieg von den von deutschen Soldaten abgehackten Kinderhänden wird geweckt, genauso wie die an das britische Flugblatt aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem gefälschten Aufruf des Erzbischofs von Paderborn, mit dem er sich gegen die Teilnahme von Jugendlichen an der Kinderlandverschickung aussprach, durch die damals mehr als eine Million Kinder dem Bombenterror der Alliierten entzogen wurden.

Lügen-Lange versteigt sich ferner zur Behauptung in seiner einst als seriös eingeschätzten Welt:

»Auch noch im Untergang ließ sich diese Jugend dazu verführen, auf die bis zum Skelett abgemagerten KZ-Häftlinge, die zur Evakuierung gezwungen wurden, einzuschlagen.«

Eine Behauptung, die nicht erläutert, wer die Jugend wann, wo und durch was dazu verführt hat, auf abgemagerte KZ-Häftlinge einzuschlagen!

Der Marburger Völkerrechtler und Universitätsprofessor Dr. Erich Schwinge, Jahrgang 1903, hat in seinem Buch Bilanz der Kriegsgeneration hinreichende Angaben darüber gemacht, wozu die HJ-Generation erzogen worden ist. Und dabei kommt er zu dem Schluß:

»Einzig und allein der Widerstandskraft und dem Durchhaltewillen des deutschen Soldaten ist es zu verdanken, daß Westeuropa in der Zeit, in der die Westmächte zu einer Invasion noch nicht bereit waren, vor bolschewistischer Überflutung bewahrt wurde. Das war eine Leistung von welthistorischem Ausmaß.«

Der Kolumnist und Welt-Autor Lange hat davon offenbar nichts erfahren.

Wenn Feindpropaganda sich im Kriege erlogener Behauptungen bedient, um damit die Moral des Gegners zu treffen, so läßt sich allenfalls ein solches Vorgehen erklären, wenn auch nicht rechtfertigen. Doch wenn ein halbes Jahrhundert nach einem Krieg von eigenen Nestbeschmutzern Lügen kolportiert werden, um das Selbstwertgefühl der Bevölkerung zu zerstören, so kann das nur massive Empörung - und die Abbestellung der Welt - auslösen!

Günter Kaufmann


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(1) (1999), S. 94-99.
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