Jagd auf Germar Rudolf

Von Dipl.-Chemiker Germar Rudolf

Nachfolgender Beitrag beruht einerseits auf autobiographischen Aufzeichnungen und andererseits auf einem Vortrag, den der Verfasser Germar Rudolf am 24. September 2000 während David Irvings zweiter Real History Konferenz in Cincinnati, Ohio gehalten hat. Dieser Beitrag berichtet über die sich anscheinend immer weiter steigernden Verfolgungsmaßnahmen gegen den Herausgeber der Vierteljahreshefte und Eigentümer des Verlages Castle Hill Publishers und die damit einhergehenden Schwierigkeiten. Die Art und Weise, in der Medien, Politker und Justiz Germar Rudolf behandeln, läßt vermuten, daß es sich bei ihm um einen gefährlichen Schwerstkriminellen handeln muß. Zum ersten Mal geht Germar Rudolf daher in diesem Beitrag etwas detaillierter darauf ein, was eigentlich sein "Verbrechen" war, das ihn zum gehetzten Freiwild werden ließ. Die Schlußfolgerung ist erstaunlich: Das Gericht, das Rudolf verurteilte, hat selbst zugeben müssen, daß überhaupt kein Verbrechen begangen wurde. Aus Sicherheitsgründen haben wir Personen- und Ortsnamen geändert.


Eine Welt bricht zusammen

Herbst 1999. Der 29. Oktober ist mein Geburtstag. Das ständig über mir schwebende Damoklesschwert einer drohenden britischen Auslieferung an Deutschland hat meine Frau zermürbt. Im Januar 1999 ist sie daher mit unseren zwei Kindern nach Deutschland zurückgekehrt, wohin ich ihr nicht folgen kann. Sie hat die ständige Angst um die Zukunft ihrer Kinder und unseren von allerlei Vorsichtsmaßnahmen geprägten Lebensstil nicht mehr ausgehalten. Sie hatte öfters Alpträume und war zunehmend nervös. Im März 1999 teilte sie mir dann mit, daß sie sich von mir scheiden lassen wolle, eine für mich völlig unerwartete Entscheidung, weil wir ursprünglich vereinbart hatten, es in ein paar Jahren noch einmal miteinander zu versuchen, wenn sich herausgestellt hat, daß England nichts gegen mich unternehmen würde. Somit droht mein 35. Geburtstag zugleich mein frustrierendster zu werden, den ich je hatte, da ich ihn das erste Mal seit sieben Jahren ohne meine geliebte Frau und meine süßen Kinder würde verbringen müssen. Aber Kopf hoch, immerhin hat meine Frau mir versprochen, sie würde mich mit den Kindern zu meinem Geburtstag besuchen. Und auch meine Geschwister haben angekündigt, eine Woche darauf bei mir reinzuschneien. Ganz so schlecht sieht es also gar nicht aus.

Es ist Freitag, der 15. Oktober 1999. Ich erledige meine übliche Arbeit. Während der letzten Woche sind einige Bestellungen eingegangen, die nun versandt werden müssen. Ich entscheide mich daher, zu Andy Brokers Druckerei in Ashford zu fahren, die zugleich meinen Versand mit erledigt, und dort die gesammelten Briefe und Päckchen abzugeben. Während ich meine Sachen richte, bekomme ich einen Telefonanruf von Frau Sally Broker, Andys Ehefrau. Sie drängt mich, die Druckerei in Ashford anzurufen. Aus Sicherheitsgründen wissen die weder, wo ich wohne, noch haben sie meine Telefonnummer. Wenn sie mich erreichen wollen, müssen sie immer zuerst eine dritte Person anrufen, die sich weitab jedes öffentlichen Rampenlichtes und weitab der Suchscheinwerfer der Polizei befindet, oder eben Sally, die einzige, die in diesen Kreisen völlig unpolitisch ist. Sie interessiert sich für mein Schicksal aus rein menschlichen Gründen, weshalb ich sie als besonders verläßlich ansehe. Sicher ist sicher.

Ich rufe also in Ashford an. Howard geht ran, mein bester Freund, der mir hilft, wo immer er kann. Er holt für mich die Post vom Postfach in Hastings ab, und ich kann seine Anschrift für meinen bürokratischen Schriftverkehr verwenden, um für das System die Illusion aufrechtzuerhalten, daß ich wirklich da wohne: Banken, Versicherungen, Steuern. Howard vergißt, mich zu grüßen. Das ist sonst nicht sein Stil:

»Irgendwer von den Medien ist hinter dir her. Der Kerl hat in meiner Wohnung eine Nachricht hinterlassen. Er muß herausgefunden haben, wo du offiziell wohnst.« teilt er mir mit. Ich bin geschockt.

»Was? Was hat er gesagt?«

»Zuerst hat er eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen. Er will, daß du ihn zurückrufst. Aber dann muß er sich entschieden haben, vorbeizuschauen. Er hat eine handschriftliche Notiz unter meine Tür geschoben mit dem Hinweis, daß er dich treffen möchte.«

»Verdammt. Wie heißt er denn?«

»Jau. Ein gewisser Hastings.«

»Hastings? In Hastings? Oder ist das sein Name?«

»So heißt er.«

»Komisch. Er behauptet, daß das sein Name ist. Und für welchen Sender oder Zeitung arbeitet er?«

»The Sunday Telegraph, sagt er. Ich habe seine Nummer. Es wäre wohl ratsam, wenn du hierher kommst, damit wir das besprechen können.«

»Ja, in Ordnung, ich bin schon auf dem Wege. Wollte sowieso kommen. Bis dann.«

»Bis dann.«

Mist. Jetzt haben sie mich aufgespürt. Muß eine Folge der Real History Konferenz in Cincinnati Ende September sein. Das war mein erster öffentlicher Auftritt seit 1994, oder so. Das war wohl genug für die Medien, um auf mich loszugehen. Wie dem auch sei. Pack deine Sachen und ab nach Ashford, so schnell du kannst.

Ich sammle also meine sieben Sachen, hechte ins Auto und fahre den Zufahrtsweg zu meiner Siedlung hinauf, über Viehgitter und Bodenwellen mit 50 Sachen. Die Frontstoßdämpfer sind ohnehin schon kaputt, mach dir darum also keine Sorgen. Es eilt! Ich will nur hoffen, daß sich keine Kuh und kein Schaf hinter einem Busch versteckt, wo das Vieh sich dann zu Tode erschreckt und mir auf die Kühlerhaube springt, wenn ich vorbeibrettere.

Keine Verluste, diesmal. Und weiter gehts, von Langley runter nach Ulcombe. Diese Straße fährt sich wie eine Achterbahn. Die Kinder haben das Kribbeln im Bauch geliebt, wenn das Auto mit 100 Sachen über die wellige Straße schwebt. Meine Frau hat meinen Fahrstil gehaßt. Durch die Kastanienallee geht es nach Ulcombe rein, und weiter über Grafty Green nach Boughton, eine Straße, die so eng und kurvig ist, daß ein entgegenkommender Laster oder Bus bei einer Geschwindigkeit von 60-80 km/h ein sicheres Todesurteil ist. Warum mache ich das? Also gut, ich weiß, ich liebe und kenne diese Straße wie keine zweite, aber ich hatte schon ein paar "beinahe" Fälle, also warum dieses Risiko? Langsam, Mann! Du bist immer noch ein Vater, und Deine Kinder würden Dich sehr vermissen! Ich beruhige mich und fahre langsamer weiter.

Sobald ich auf der A20 gen Ashford bin, verliere ich wieder die Geduld. Hatte ich je welche? Geduld hat man vergessen, in meine Gene einzubauen, schätze ich. Ich breche also noch ein paar englische Verkehrsregeln, aber ohne Konsequenzen, wie üblich. Die sind hier sehr lax mit Geschwindigkeitskontrollen. Ich mag das.

35 Minuten später bin ich im Büro der Druckerie in Ashford. Howard gibt mir die Telefonnummer von diesem Hastings und wiederholt, was dieser ihm gesagt hat.

»Er hat heute morgen wieder angerufen, und ich habe etwa 20 Minuten mit ihm geredet«, erklärt Howard.

»Wie lange hast du mit ihm geredet? Und was hast du ihm gesagt?«

»Nun, wir hatten eine etwa 20-minütige nette Unterhaltung. Ich habe ihm gesagt, daß du nicht bei mir wohnst und daß ich für dich nur die Post ...«

»Was hast du?«

»Ich habe ihm gesagt, daß du hier nicht...«

»Wie kannst du nur? Ich meine, Ich will nicht, daß du lügst, aber warum hast du ihm überhaupt irgend etwas erzählt?«

»Nun, ich habe nicht gedacht, daß es so wichtig ...«

»Hör mal! Die Kerle sind doch nicht dumm. Die können sich denken, wenn ich nicht bei dir wohne, daß ich dann woanders sein muß, und dann fangen sie wieder an herumzuschnüffeln!«

»Hey, ich tue das alles, weil ich dich mag. Ich muß es überhaupt nicht tun, und diese Art Umgangston kann ich schon gleich gar nicht haben!«

»Entschuldigung. Ich bin halt aufgeregt und hab Angst.«

»Ist schon in Ordnung. Nun, ich habe ihm gesagt, du würdest in Tunbrigde Wells wohnen.«

»In Tunbridge Wells

»Ja.«

»Warum?«

»Es kam mir gerade in den Sinn.«

»Ich hatte bisher einmal pro Monat meine schönsten Mittagessen in Tunbridge mit meinem Freund Robert. Das ist jetzt wohl auch hin. Na ja. Hat er es wenigstens geschluckt?«

»Anscheinend.«

»Ahh. Zumindest etwas. Und die restlichen 18 Minuten eures Gesprächs?«

»Das war's so ziemlich.«

»Um Himmels Willen, bitte, Howard, das nächste Mal sag bitte nichts zu niemandem. Nimm bitte nur Nachrichten für mich entgegen, ja?«

»In Ordnung. Wie hat er überhaupt herausgefunden, wo ich wohne und daß das deine offizielle Adresse ist?«

»Ich nehme an übers Internet. Bei der Anmeldung von Websites bei InterNic soll man eine Straßenadresse angeben. Ziemlich dumm von mir. Ich werde das wohl jetzt ins Postfach umändern.«

»Das wäre wirklich sehr nett. Ich habe auch keine Lust, noch mehr derartige Besucher zu bekommen.«

Andy kommt zu uns aus dem Druckerraum und warnt mich:

»Hey Germar. The Sunday Telegraph ist die Wochenendausgabe des Daily Telegraph. Ich denke du weißt das, oder?«

»Grüß dich. Nein, aber jetzt weiß ich es. Das ist also die berühmte Deutschen-Hasser-Zeitung, berüchtigt für ihre Greuelpropaganda während beider Weltkriege, ja?«

»Genau. Erwarte keine Fairneß. Du läßt dich besser nicht auf die ein.«

»Und, was soll ich jetzt tun? Die sind mir auf den Fersen, richtig?«

»Jau.«

»Er wird irgendwas über mich schreiben, korrekt?«

»Ja, aber glaub bloß nicht, daß du beeinflussen kannst, was er schreiben wird!«

»Nun, eines ist sicher: Ich kann es garantiert dann nicht, wenn ich es nicht versuche. Laß mich mit ihm reden, um herauszufinden, was er will. Kann ich dein Telefon benutzen?«

»Ja, nur zu.«

Ich rufe also diesen Chris Hastings an. Er will mich so schnell wie möglich treffen, da er seinen Artikel am kommenden Sonntag veröffentlichen will. Ich hasse Drängler. Ich sage ihm, daß ich ihn in zehn Minuten zurückrufen werde, und lege auf.

»Und was jetzt?« frage ich Andy.

»Also, wenn du gehst, dann sieh zu, daß er dir keinen Ärger machen kann.«

»Wie lange fährt man von hier mit dem Zug zum Bahnhof London-Victoria?«

»Hängt davon ab, wann der Zug abfährt.«

»Können wir das herausfinden?«

»Sicher, ruf die Bahn an. Deren Nummer findest du in den Gelben Seiten.«

Gesagt, getan. Es würde ca. 80 Minuten dauern.

»Ich gebe ihm, sagen wir, drei Stunden von jetzt an, also um drei Uhr nachmittags, und behaupte, daß ich so lange brauche, um zum Treffpunkt zu gelangen: Das lenkt seine Gedanken in die falsche Richtung. Und ich gebe ihm als Treffpunkt den falschen Bahnsteig. Und keine Fotos!«

So wird's abgemacht. Ich sage ihm, daß wir uns am Bahnsteig zehn treffen, an dem ich ankommen würde. Tatsächlich kommt mein Zug mehr als eine Stunde früher am Bahnsteig paar-und-zwanzig an. Ich vertreibe mir die Zeit, indem ich ruhelos und nervös im Bahnhof auf und ab gehe. Währenddessen bemerke ich, daß ich mich nicht rasiert habe und meine Arbeitsklamotten anhabe. Das ist ja ein schöner Aufzug für eine Star-Fotositzung, denke ich mir. Ich hoffe nur, daß er meinen Wunsch respektiert, keine Fotos zu machen, obwohl ich gestehen muß, daß ich ihm nicht traue. Um drei Uhr schließlich gehe ich zum Ausgang des Bahnsteigs 10, zu meinem Erstaunen sehe ich, daß dort Züge von Tunbridge Wells einfahren. Das paßt ja super! Jemand anderer wartet dort ebenfalls. Ich spreche ihn an, aber er reagiert nur sehr befremdet. Das war wohl der Falsche. Etwa fünf Minuten später steht er dann vor mir. Ein kleiner Kerl, etwas untersetzt, vielleicht in meinem Alter. Also gut, zugegeben, ich habe wieder mal mich als Norm gesetzt, und das sollte ich nicht tun. Er ist also von normaler Statur, und ich bin groß und schlank.

Wir einigen uns darauf, uns im Bahnhof in eine Cafeteria zu setzen. Wir kaufen uns dort etwas zu trinken. Hastings ist ein Jahr jünger als ich. Er sagt, er sei neu beim Telegraph und dies sei seine erste große Story. Ach Herr Je! Und ich werde sein erstes Opfer sein, denkt es in mir. Er braucht Erfolg. Er möchte seinen neuen Arbeitsgeber beeindrucken. Das kann ja heiter werden!

Wir verbringen etwa dreieinhalb Stunden miteinander. Wir sprechen über Gott und die Welt. Ich erzähle ihm meine ganze Geschichte. Er läßt meine Worte fließen und fragt mich nur hier und da ein paar einfache Fragen. Ich berichte ihm die Geschichte meiner Verfolgung sowie über den zunehmenden Verfall der Menschenrechte in Deutschland im allgemeinen. Er akzeptiert, daß ich allerlei Einzelheiten ausbreite. Irgendwie bin ich froh, daß mal jemand von den Medien einfach nur zuhört. Was kann schon passieren? Wenn er mich so erlebt, wie ich wirklich bin und wie ich argumentiere, muß er doch merken, daß ich kein Neo-Nazi bin, wie mich die Medien immer wieder verunglimpfen. Ich hoffe wenigstens, daß er es merkt. Seltsamerweise versucht er noch nicht einmal, irgendwelche Notizen zu machen. Er scheint aber ein recht angenehmer Kerl zu sein. Aber das ist wohl eine Grundvoraussetzung für alle Journalisten, um Erfolg zu haben. Niemand würde einem Fiesling gegenüber offen sein.

The Sunday Telegraph, 17. Oktober 1999

Deutscher Neo-Nazi - auf der Flucht
im Versteck in England aufgespürt

Von Jessica Berry und Chris Hastings

EIN NEO-NAZI, der aus Deutschland floh, nachdem er wegen Aufstachelung zum Rassenhaß verurteilt worden war, ist vom Telegraph in England entdeckt worden.

Germar Rudolf, der von Rechtsextremisten auf der ganzen Welt als Held angesehen wird, entkam 1995 einer 14-monatigen Haftstrafe wegen Verstoß gegen das deutsche Holocaust-Leugnungsverbot. Seine Schriften, die die Ansicht infragestellen, daß Millionen von Juden in Gaskammern in Auschwitz starben, verstoßen gegen ein Gesetz, das geschaffen wurde, um den Antisemitismus zu bekämpfen und das Andenken an die Opfer Hitlers zu schützen.

Die Polizei in Deutschland, die immer noch einen Haftbefehl gegen Rudolf vollziehen soll, sucht ihn, seit er sein Zuhause in Stuttgart verließ. Dem Telegraph gelang es nun, den 34-jährigen Vater zweier Kinder aufzuspüren, der seither in einer Reihe sicherer Wohnungen an der Südküste lebte.

[...] Über das Internet und über seinen Verlag, den er über ein Postfach in Hastings betreibt, fährt Rudolf fort, Erkenntnisse über den Holocaust herauszufordern. Er hat zudem regelmäßigen Besuch von seiner Familie und von Freunden aus Deutschland, die seinen genauen Aufenthaltsort in England als strenges Geheimnis hüten.

[...] Sheila Evans, Rudolfs frühere Vermieterin, sagte: "Ich erinnere mich, daß er sagte, er sei ein Schriftsteller für Zeitschriften in Deutschland. Ich war beeindruckt, wie sauber er das Haus hinterließ, als er auszog. Er hinterließ alles blitzsauber und leer. Ich denke, daß er seine Spuren verwischen wollte."

Die Leichtigkeit, mit der Rudolf in der Lage war, seine revisionistische Arbeit fortzusetzen, hat in Deutschland und England für Aufruhr gesorgt. Der Ruf nach Einführung eines Holocaust-Leugnungs- und Rassenhaßgesetzes in England ist daher lauter geworden.

Andrew Dismore, Labour-Parlamentsmitglied für Hendon und Mitglied des Rates gegen Antisemitismus, sagte: "Ich denke, daß ein Fall wie dieser die Forderung nach der Einführung eines Holocaustleugnungsverbots in England nur stärken kann. Ich hoffe, daß die deutschen Behörden sofort tätig werden, um sich dieses Mannes anzunehmen. Ich habe vor, diesen Fall der Staatsanwaltschaft vorzulegen."

Lord Janner, Vorsitzender der Stiftung für Holocaust-Erziehung, sagte: "Ein Holocaust-Leugnungsverbot ist lange überfällig in England. Ich habe vor, diesen speziellen Fall dem Innenminister vorzutragen."

Sabine Mylander, Staatsanwältin in Stuttgart, sagte: "Dieser Mann entkam nach seiner Verurteilung zu 14 Monaten Haft. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor."

http://www.telegraph.co.uk/et?ac=003428397956595&rtmo=aq5qC5JJ&atmo=tttttttd&pg=/et/99/10/31/nger31.html

Hastings beantwortet mir auch ein paar Fragen. Über das Internet hat er herausgefunden, daß ich zeitweilig in Pevensey Bay als EU-Wähler registriert war. (Wenn man sich nicht registrieren läßt, begeht man ein Delikt, und um die Polizei fernzuhalten, entschloß ich mich, das Spiel mitzuspielen, bis ich eine andere Lösung fand.) Die Wähler-Daten sind öffentlich einsehbar, erklärt Hastings. Der jetzige Eigentümer des Hauses, in dem ich einst wohnte, konnte ihm aber nur den Namen des Immobilienmaklers geben, von dem er das Haus vermittelt bekam. Dieser Händler schließlich gab ihm die Adresse meiner damaligen Vermieterin. Aber keiner von denen wußte, wohin ich umgezogen war. Ich muß Hastings wiederholt darauf hinweisen, daß ich ihm nicht sagen werde, wo ich jetzt wohne. Er gibt es schließlich nach einigen Versuchen auf.

Offenbar führen keine Spuren zu meiner neuen Wohnung. Gut gemacht, Germar! Zumindest das hat geklappt!

Gegen Ende unseres Gesprächs ruft er seine Freundin an, die ihn am Bahnhof abholt. Wir verabschieden uns, und ich gebe vor, zum Bahnsteig zehn zu gehen. Aber bevor ich die Richtung zu meinem wirklichen Bahnsteig wechsele, versichere ich mich, daß er wirklich weg ist.

Am Sonntag Abend bekommen ich noch einen Anruf von Sally. Der Telegraph Artikel ist erschienen. Sie will, daß ich zu ihr komme. Ich springe also in meinen Wagen und fahre die 60 km zu ihrem Haus. Im Hause Broker werde ich freundlich empfangen und Sally gibt mir sogleich den Zeitungsartikel.

»Andy hat versucht, die Zeitung vor mir zu verstecken«, sagte sie.

»Das stimmt nicht« erwidert er.

»Das stimmt ja doch! Du hast die Zeitung mitgenommen, damit ich sie nicht sehe!«

»Würdet ihr mir den Gefallen erweisen und mich den Artikel erst mal lesen lassen, bevor ihr euch zu streiten anfangt?« werfe ich ein.

Das Hauptanliegen des Artikels ist offenbar, mich als Neo-Nazi zu verunglimpfen und Stimmen von Persönlichkeiten zu sammeln, die meine Auslieferung an Deutschland fordern.

»Zumindest hat Hastings Howards Geschichte geschluckt, daß ich in Tunbridge wohne,« merke ich an. »Und das Bild von mir ist so schlecht, daß mich niemand darauf erkennen kann. Das ist auch ein Vorteil. Irgend jemand muß mich aus der Distanz fotografiert haben, als ich Hastings die Hand gab.«

Sally hat wirklich schlechte Laune. Sie verdächtigt ihren Mann, daß er wieder versucht hat, vor ihr zu verbergen, daß Ärger in der Luft liegt, wie er dies schon mehrmals zuvor versucht hat.

»Welche Art von Verbindungen hast du eigentlich zu Rechtsextremisten geschmiedet?« fragt sie mich.

»Nun, ich war wohl Hastings gegenüber zu ehrlich,« antworte ich. »Er hat mich gefragt, ob ich in England Kontakt zu Personen der politischen Rechten gehabt habe.«

»Und, was hast du ihm gesagt?«

»Die Wahrheit. Ich meine, daß ich David Irving getroffen habe, war nicht Teil meiner Antwort, da ich ihn nicht als Teil einer politischen Bewegung ansehe. Irving war schlicht eine Station bei meiner Übersiedlung nach England, und das habe ich Hastings gegenüber wohl erwähnt.«

Gegen Ende Mai 1996, etwa zwei Monate nachdem ich von Deutschland nach Spanien geflohen war, erfuhr ich, daß die Spanier gerade ein anti-revisionistisches Gesetz erließen. Ich teilte daher meiner Frau mit, daß ich lieber mit der ganzen Familie nach England gehen würde, wo kein derartiges Gesetz geplant war. Sie war froh, dies zu hören, da keiner von uns Spanisch sprach und ihr Spanien kulturell zu fremdartig war. Ich fing also an, einen Weg zu suchen, wie ich nach England kommen könnte. David Irving, der weltberühmte britische Historiker, war die einzige Person, die ich in England zumindest flüchtig kannte. Ich hatte ihn 1991 in Deutschland während einer Vortragsveranstaltung getroffen. Damals hatte ich ihm eine frühe Fassung meines Gutachtens übergeben, weshalb ich hoffte, daß er sich an mich erinnern würde. Ich rief ihn von Estepona aus an, und er war bereit, mich zu empfangen. Er beschrieb mir, wie ich von Heathrow zu seiner Wohnung gelangen könne. Er hatte dann allerdings praktisch keine Zeit für mich, und Babysitter für seine 21/2-jährige Tochter zu sein, war das Einzige, was ich bei ihm am ersten Abend tat. Ich selbst übernachtete einige Tage in einer billigen, schmuddeligen Absteige hinter dem Bahnhof Victoria, von wo aus ich herauszufinden versuchte, ob ich meine Doktorarbeit vielleicht an einer englischen Universität fertigstellen könnte. Später, im Herbst 1996, als ich in Pevensey Bay wohnte, habe ich dann Irving auf seine Bitte hin als Beifahrer in einem Kleinlaster während einer Buchauslieferungstour zu verschiedenen Großhändlern durch Südostengland begleitet. Während dieser Tour frug er mich, ob ich als Zeuge in seinem anstehenden Prozeß gegen Deborah Lipstadt aussagen wollte, und ich erklärte mich damit einverstanden. Ich habe dann nie wieder von ihm in dieser Sache gehört.

»Und was ist mit der National Front und der British National Party?«[1] Sally kann all dieses rechte Zeug nicht ausstehen. Sie verachtet es.

»Ich habe Hastings gesagt, daß ich 1998 von einem englischen Zensurfall gegen einen Kerl namens Nick Griffin erfahren hatte. Du kennst doch den Fall Griffin, oder?«

»Nein, ich weiß gar nichts über diesen Kerl und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich was wissen will« beeilt sich Sally zu bekräftigen.

»Nun, Griffin hatte in seinem Magazin 'Rune' einen Artikel veröffentlicht, in dem er irgendwie den Holocaust bestritten hatte, und zudem wurde er wegen Aufstachelung zum Rassenhaß gegen Schwarze angeklagt. Da ich sehr an der britischen Gesetzgebung und Rechtspraxis hinsichtlich Holocaust-Revisionismus interessiert war und wissen wollte, welche Art von 'Aufstachelung zum Rassenhaß' als Verbrechen angesehen wird, wollte ich mehr über diesen Fall erfahren. Schließlich konnte mein eigenes Schicksal davon abhängen. Und außerdem widmet sich meine Geschichtszeitschrift ja selbst dem Kampf gegen Zensur. Da ich über den Fall berichten wollte, brauchte ich weitere Informationen. Ich nahm also mit Griffin per Email Kontakt auf. Ich wußte damals nicht, ob er irgendwie politisch tätig war. Alles, was ich wußte, war, daß er irgendwie der BNP nahestand. In seiner Antwort schrieb er, er habe von meinem Fall gehört, und er lud mich zu sich nach Wales ein. Das war im Februar 1999. Meine Familie hatte mich gerade einen Monat zuvor verlassen, und in dieser Zeit hatte ich schreckliche Alpträume, daß ich meine Kinder und meine Frau verlieren würde. Ich war froh, mal aus meinen vier Wänden herauszukommen und etwas Ablenkung zu finden von meiner mißlichen Lage. Ich nahm daher diese Gelegenheit wahr, meiner Einsamkeit zu entfliehen. Die Zeit bei Griffin war wirklich schön. Wir sprachen über unsere Familien und unsere persönlichen Schicksale, über die ethnische und Sprachensituation in Wales, und natürlich über den Holocaust-Revisionismus und über Zensur in England. Erst bei diesem Besuch erfuhr ich über Griffins führende Rolle in der BNP und, daß er drauf und dran war, den seinerzeitigen Parteivorsitzenden herauszufordern. Das war es, was ich Hastings erzählte.«

»Und die National Front?«[2] beharrt Sally.

»Ich kann mich da an nichts erinnern. Ich weiß noch nicht mal, ob ich überhaupt jemals mit irgend jemandem von der NF Kontakt hatte. Hastings muß das einfach hinzugefügt haben.«

»Ich hätte nicht gedacht, daß du so naiv bist. Warum hast du Hastings das überhaupt erzählt?« fragt Sally entrüstet.

»Ich sag nur die Wahrheit! Ich fang doch nicht wegen so einem Typ wie Hastings plötzlich an zu lügen!«

»Es geht doch nicht ums Lügen«, wirft Andy ein, »es geht hier um Vorsicht und darum zu schweigen, wenn es nötig ist.«

»Wie auch immer, dafür ist es jedenfalls jetzt zu spät. Ich kann's nicht mehr rückgängig machen. Ich habe dreieinhalb Stunden mit Hastings über Menschenrechte, Zensur, Bücherverbrennung und Verfolgung geredet, und alles, was der dazu zu sagen hat, ist "NAZI", und wie ich angeblich Verbindungen zu Rechtsextremisten geschmiedet hätte.«

Sally, Andy und ich beschließen, zunächst einmal abzuwarten und zu beobachten, was passiert. Inzwischen quillt meine Emailbox über vor Nachrichten von Freunden aus aller Welt, die den Artikel des Sunday Telegraph per email bekommen haben. David Irving wird massiv. Er droht mit Konsequenzen, falls sich der britische Staat an mir vergreifen sollte. Ich weiß nicht, was er damit meint. Immerhin hat er keinerlei Möglichkeiten, irgendwelche Konsequenzen umzusetzen. Aber zumindest zeigt er Solidarität, und dafür bin ich ihm dankbar. Er fürchtet womöglich, daß er der nächste sein könnte, wenn sie erst einmal anfangen, dissidente Historiker in Gefängnisse zu sperren.

David Botsford von der Libertarian Alliance schreibt mir in einem rührigen Brief, ich solle auf mich aufpassen. Er bietet mir umfangreiche Unterstützung an, sollte ich untertauchen müssen. Er weiß offenbar nicht, daß ich seit Mitte 1997 bereits untergetaucht bin. Ich habe David Botsford nie getroffen, aber wir kamen gut miteinander aus, als ich mit ihm an der Übersetzung, Aktualisierung und Veröffentlichung seines Werkes über Geschichtsschreibung und Zensur arbeitete. In diesem Jahr der Zusammenarbeit haben wir entdeckt, daß unsere Ansichten recht ähnlich sind. Es ist schön zu sehen, daß mir all diese Leute ihre Hilfe anbieten.

Inzwischen posaunen die Medien in Deutschland die vom Telegraph präsentierte heiße Nachricht heraus: »Neonazi«, »Rassist«, »Faschist«, »Antisemit«. Ich fange an, mich selbst zu hassen für dieses Ekelpaket von leibhaftigem Teufel, als den mich die Medien darstellen. Wie können Menschen nur so gemein sein und andere dermaßen herabsetzen, ohne sie zu kennen?

Meine Frau macht sich Sorgen, ob es ihr überhaupt möglich sein wird, mich zu besuchen und bei mir für ein paar Tage zu übernachten. Sie befürchtet, daß ich wieder mal Hals über Kopf abhauen muß. Ich versuche sie zu beruhigen:

»Keine Sorge. Hier ist alles beim alten. Nichts ist passiert. Das war nur die aufgeblasene Story eines profil-neurotischen jungen Reporters. Er mußte seinen Arbeitgeber beeindrucken, und es ist schließlich immer einfach, eine "Nazi-Sau" durchs Dorf zu treiben. Diesmal bin halt ich die Sau, aber die Dinge werden sich hier auch bald wieder beruhigen.«

Obwohl bereits Ende Oktober, ist das Wetter immer noch recht schön. Dieser Sommer war extrem warm und trocken, und es scheint, als wolle er überhaupt nicht aufhören. Sonnenschein dominiert immer noch. Ich mache wie immer fast täglich meine 25 km Fahrradtour auf meinem geliebten Rennrad, durch saftige Weiden voller Kühe und Schafe, eine herrliche Aussicht genießend. Jedesmal versuche ich, meine eigene Bestzeit zu unterbieten, und ich bin stolz, daß ich die anfänglichen 65 Minuten nun schon auf 45 Minuten heruntergedrückt habe. Jedes Mal, wenn ich diese Tour hinter mich gebracht habe, fühle ich mich großartig. Am Tag vor der Ankunft meiner Familie bekomme ich jedoch leider einen Platten, so daß ich nicht mehr fahren kann, bis das repariert ist. Und da ich damit keine Zeit verschwenden will, solange meine Familie da ist, verlege ich alles auf die Zeit danach. Ich wußte damals nicht, daß dies das letzte Mal sein würde, daß ich diese absolut fantastische Fahrradtour machen kann, und daß ich dieses Naturerlebnis, die Landschaft und das Körpergefühl noch mit am meisten vermissen würde.

Am Freitag jedenfall, meinem Geburtstag, hole ich meine Familie vom Flughafen in Heathrow ab. Die Zeit mit ihr ist wunderbar. Am Samstag besuchen wir Hastings Castle und die Schmuggler-Höhlen. Die Kinder sind wie im Himmel und Papa auch. Wir verbringen die Nacht alle zusammen in meinem großen, 2,20 m langen und 2 m breiten Doppelbett, und keine Nacht ist entspannender als diejenige, in der ich die Hand meiner Tochter und meines Sohnes halten kann, während sie einschlafen. Oder ist es anders herum? Wen kümmerts...

Am Sonntag Morgen erhalte ich wieder einen Alarm-Anruf von Sally:

»Sie haben wieder einen Artikel im Telegraph über dich gebracht. Du mußt das sehen. Es wird jetzt ernst. Komm so schnell wie möglich hierher, schnell!« drängt sie. Sie macht mir Angst.

Ich sage es meiner Frau, und sie ist entsetzt. Jetzt müssen wir schnell reagieren. Sie meint, ich könne sie und die Kinder bei Schumachers abladen, einer deutschen Familie, Freunde von uns, die einige Kilometer entfernt in Staplehurst wohnen. Ich müßte ja nicht mit zu ihnen kommen. Ich bin damit einverstanden. Wir packen also unsere Sachen, und ich lasse sie bei Schumachers raus. Dann fahre ich weiter zu Brokers. Die Atmosphäre im Hause Broker ist eisig. Diesmal gibt es kein herzliches Willkommen und keine Umarmungen wie sonst üblich. Sie zeigen mir den Artikel. Ich fange an zu lesen:

»Deutschland strebt Auslieferung Rudolfs an«

Ich habe plötzlich einen dicken Kloß im Hals.

»Ein flüchtiger Krimineller, der vom Telegraph in England aufgespürt wurde, sieht sich nun von seiner Auslieferung bedroht.

Hohe Beamte der Deutschen Botschaft in London haben bestätigt, daß Schritte unternommen wurden, um Germar Rudolf nach Deutschland zurückzubringen...«

Und so weiter, und so fort. Ich wußte seit 1997, daß die Lage kritisch ist, zumal ich für etwas verurteilt worden war, das - formell gesehen - auch in England strafbar ist. Ein Anwalt hatte mir bereits 1997 mitgeteilt, daß die Dinge für mich nicht gut aussehen. Ich hatte einfach gehofft, daß sich England mit seiner Tradtition der Meinungsfreiheit und seiner antideutschen Politik nicht deutschen Befehlen beugen würde. Ich lag wohl falsch. Deutschlands Politik ist antideutsch, und da ist es wohl jedem Briten eine Ehre, dies zu unterstützen.

»Und nun?« frag ich Andy.

»Wir müssen jetzt vorausplanen« sagt er.

»Ich gehe davon aus, daß sie mich jetzt aktiv suchen, wenn nicht jetzt, dann doch in einer Woche oder so.«

»Es sieht nicht gut aus. Zuallererst mußt du sofort aus deiner Wohnung verschwinden. Du brauchst zunächst eine Unterkunft irgendwo anders, wo dich niemand kennt«, schägt Andy vor.

»Ich glaube nicht, daß sie so schnell reagieren. Ich lebe hier unter einer anderen Identität, und außer meiner Familie weiß niemand, wo ich wohne. Noch nicht einmal ihr. Es wird Monate dauern, bis sie herausfinden, wo und unter welchem Namen ich lebe, falls es ihnen überhaupt gelingt. Immerhin habe ich ja hier kein einziges Verbrechen begangen. Die werden daher Wichtigeres zu tun haben, als Gespenster zu jagen.«

»Und was ist, wenn sich dein Immobilienhändler an dich erinnert, oder wenn sie anfangen, Bilder von dir in den Medien zu zeigen und die Bevölkerung auffordern, dich zu suchen? Oder wenn sie Telefone oder deinen Internet-Server abhören? Wenn sie dich wirklich aufspüren wollen, dann finden sie dich auch.« widerspricht Andy.

»Nun mal' mal nicht den Teufel an die Wand. So wichtig bin ich auch wieder nicht«, versuche ich ihn zu beschwichtigen.

»Germar, wir können dir aus diesem Schlamassel heraushelfen. Aber, Germar, schau mir in die Augen« meint Sally. Jetzt legt sie wieder los, denk ich.

»Du weißt, daß ich dich mag als Mensch«, fährt sie fort. »Wenn ich dir meine Hilfe anbiete, dann muß ich sicher sein, daß du mich nicht anlügst. Schau mir in die Augen!

Gut. Ich habe dich das schon öfter gefragt, und ich frage dich wieder: Hast du je irgendwas mit Neo-Nazi-Zeug zu tun gehabt?«

»Ich habe dir das doch schon so oft gesagt: Nein, habe ich nicht«, antworte ich.

»Kannst du beschwören, daß das stimmt?« hakt sie hartnäckig nach.

The Sunday Telegraph, 31. Oktober 1999

Deutschland strebt Auslieferung Rudolfs an
Von Chris Hastings and Jessica Berry

Ein flüchtiger Krimineller, der vom Telegraph in England aufgespürt wurde, sieht sich nun von seiner Auslieferung bedroht.

Hohe Beamte der Deutschen Botschaft in London haben bestätigt, daß Schritte unternommen wurden, um Germar Rudolf nach Deutschland zurückzubringen. [...]

Rudolf, der der deutschen Regierung gegenüber sehr kritisch eingestellt ist, hat angenommen, er könne von England nicht ausgeliefert werden, weil Holocaust-Leugnung in diesem Land kein Delikt ist. Beamte haben aber bestätigt, sie werden seine Auslieferung aufgrund von Aufstachelung zum Rassenhaß fordern, was in beiden Ländern ein Verbrechen ist. Ein hoher Beamter der Botschaft sagte: "Es ist jetzt sehr wahrscheinlich, daß wir um die Auslieferung von Herrn Rudolf bieten werden.

Holocaust-Leugnung mag in England kein Verbrechen sein, aber Aufstachelung zum Rassenhaß sehr wohl. Und Herr Rudolf wurde wegen dieses Delikts verurteilt. Jetzt, da wir definitiv wissen, daß er in England ist, werden wir tätig werden. Wir hoffen, daß wir dann unseren Antrag innerhalb weniger Wochen dem Innenministerium vorlegen werden." Um eine Auslieferung zu bewerkstelligen, muß der Fall durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart an Interpol übergeben werden. Erst dann würde ein internationaler Haftbefehl gegen Rudolf erlassen werden.

[...] Letzten Monat hat Rudolf die Vereinigten Staaten besucht, wo er bei einer Revisionismus-Konferenz einen Vortrag hielt. Die Nachricht, daß Rudolf wahrscheinlich ausgeliefert werden wird, wurde von Parlamentsmitgliedern und jüdischen Gruppen begrüßt.

Stephen Twigg, Vorsitzender der Lobbygruppe Labour-Freunde für Israel, sagte: "Ich begrüßte jede Handlung, die diesen Mann vor Gericht bringt." Parlamentsmitglied Mike Gates, Vize-Präsident des Rates gegen Antisemitismus, sagte: "Das sind hervorragende Neuigkeiten. Dieses Land sollte nicht als Zufluchtsstätte von Leuten benutzt werden, die im Ausland Verbrechen begangen haben. Es ist falsch, daß Leuten, die in einem Land zum Rassenhaß aufgestachelt haben, erlaubt wird, in einem anderen Land ihre Arbeit fortzusetzen."

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte: "Wir würden niemals einen Kommentar über die Existenz eines Auslieferungsgesuches abgeben." Andrew Dismore, Labour-Parlamentsmitglied für Hendon, hat das Innenministrium gebeten, Rudolf abzuschieben.

http://www.telegraph.co.uk/et?ac=003428397956595&rtmo=aq5qC5JJ&atmo=tttttttd&pg=/et/99/10/31/nger31.html[3]

»Jawoll, das kann ich,« bestätige ich, »und ich tue es hiermit wieder. Du kennst die Geschichte doch. Du weißt, warum ich den ganzen Ärger habe. Es ist wegen der Kommentare, die Wolfgang meinem Gutachten hinzugefügt hat, ohne mich darüber zu informieren. Und noch nicht einmal diese Kommentare waren irgend etwas Nazihaftes. Sie waren nur emotional, unkontrolliert und dumm. Alles Material, das ich veröffentlicht habe, ist strikt wissenschaftlich.«

»Ich kann kein Deutsch lesen, ich muß dir daher trauen«, erwidert Sally. »Ich hasse dieses Nazischwein Wolfgang. Er hat dein Leben zerstört, und uns hat er auch jede Menge Ärger eingebracht.«

»So einfach ist das nun auch wieder nicht«, werfe ich ein.

»Doch, es ist so einfach. Jeder macht Fehler, aber im Gegensatz zu dir entschuldigt er sich nie. Er beschuldigt immer nur andere und wird aggressiv, wenn man ihm seine Verfehlungen, schlechten Manieren und Fehler vorhält.«

»Was hat das jetzt mit unserem Problem zu tun«, versucht Andy zu unterbrechen.

»Sehr viel, weil Wolfgang hier nämlich die Ursache unseres Problems ist. Horch, Germar! Sollte ich jemals herausfinden, daß du mich angelogen hast, daß du tatsächlich in irgendwelches Nazizeug verstrickt warst, dann werde ich nicht zögern, alle Informationen über dich an die Polizei weiterzugeben.

Aber wenn du recht hast, und ich hoffe und glaube dir, daß dem so ist, dann verdienst du unsere Hilfe. Du weißt, daß ich dich mag. Du bist nicht einer dieser Nazi-Bastarde, mit denen sich Andy sonst so umgibt. Ich werde dir also helfen. Ich werde alles riskieren, um dir aus diesem Schlamassel rauszuhelfen. Ich werde die dreckigsten Lügen erzählen, die du je gehört hast, um dir zu helfen. Sieh mir in die Augen! Wenn du mich angelogen hast, dann kriegst du einen Riesenärger, das verspreche ich dir!«

Das ist Sally live! Es hat zwei Jahre gebraucht, bis ich verstanden habe, daß dieses ihr Verhalten ihre Art ist, um Leuten ihre Zuneigung mitzuteilen. Andy ist ein äußerst duldsamer Ehemann. Obwohl ihn seine Frau ständig beschimpft, steht er nur daneben und lächelt. Ich frage mich, was er in solchen Augenblicken wohl denkt.

»Du kannst heute nacht bei uns schlafen«, bietet Sally mir an.

»In Ordnung. Danke. Aber ich muß zuerst zurück nach Hause, den Rest des Tages mit meiner Familie verbringen, mit meiner Frau besprechen, wann ich sie morgen zum Flughafen bringe, und dann einige wichtige Dokumente und meinen Computer sicherstellen. Ich werde dann später am Abend zu euch kommen. In Ordnung?«

»Das geht in Ordnung. Wir warten hier auf dich.«

»Gut. Danke. Bis dann, tschüß!«

»Tschüß«

Ich gehe zu meinem Auto, setze mich hinters Steuer, verschnaufe für ein paar Sekunden und versuche, mich von Sallys Standpauke zu erholen. Dann fahre ich zurück nach Hause, um Waschbeutel, Schlafanzug, Schlafsack, meinen Rechner und ein paar wichtige Dinge einzupacken. Anschließend hole ich meine Familie bei Schumachers ab, und wir verbringen den Rest des Nachmittages in einem Vergnügungpark für Kinder. Ich spiele mit den Kindern, und versuche, die Umstände meiner momentanen Existenz zu verdrängen. Im besagten Vergnügungspark treffen wir zufällig auf ein paar alte Nachbarn von unserer gemeinsamen Zeit in Cranbrook, einschließlich der früheren Freundin meiner Tochter Patricia. Die Kinder haben viel Spaß miteinander. Patricia kramt ihr nunmehr gebrochenes Englisch aus. Vor einem Jahr noch war sie perfekt zweisprachig. Kaum 10 Monate in Deutschland, und vieles ist vergessen. Stefan, mein Sohn, hat alles vergessen. Er war erst knapp drei, als ihn seine Mutter nach Deutschland brachte. Er versteht hier nur noch Bahnhof. Patricia aber erinnert sich recht schnell wieder, einschließlich des netten südostenglischen Akzents. »Noi« sagen sie hier für No, so wie auch die Schwaben »Noi« sagen, wenn sie Nein meinen. Meine Kinder wachsen nun im Schwabenländle auf. Lustig, diese Parallele. Und bei all dem Spaß, den die Kinder haben, tun die Eltern so, als sei alles in Ordnung...

Um die Abendessenszeit geht es dann heimwärts nach Headcorn. Unterwegs beschließen wir, am morgigen Montag mit dem Zug nach London zu fahren und den dortigen Zoo zu besuchen, alleine schon, damit wir nicht zuhause sind und dort angetroffen werden können. Ich sag den Kindern, daß ich heute Abend leider nicht bei ihnen sein kann. Diesmal muß meine Frau ihnen das Abendessen bereiten und sie ins Bett bringen. Sie ist das zwar von Deutschland gewöhnt, aber sie ist dennoch etwas enttäuscht darüber. Ich hoffe bloß, daß die Kinder nicht fragen, wo und warum der Papa heute Nacht nicht bei ihnen ist. Denn sind sie nicht diese tausend Kilometer gereist, um seinen Gutenacht-Geschichten zuzuhören und mit ihm zusammen einzuschlafen? Es tut weh, auch nur daran zu denken, meine Kinder zu enttäuschen - und mich selbst, zugegebenermaßen.

The Sunday Telegraph, 16. Januar 2000

Wegen ‚Rassenhaß' angeklagter Neo-Nazi geht auf die Flucht

Von Jessica Berry und Chris Hastings

DEUTSCHLAND hat einen internationalen Haftbefehl erlassen für einen Holocaust-Revisionisten, der nach England geflohen war, um einer Gefängnisstrafe wegen Aufstachelung zum Rassenhaß zu entgehen.

Die Polizei hier hat sich der Jagd auf Germar Rudolf angeschlossen, der 1995 von seinem Zuhause in Stuttgart auf die Flucht ging. Wenn er auf britischem Boden verhaftet wird, droht ihm die Deportation. Eine mit dem Fall beschäftigte Quelle meinte: "Höchste Stellen haben sich besorgt geäußert über die Anwesenheit dieses Mannes in England. Der Innenminister wird womöglich alles tun wollen, um den Deutschen zu helfen, diesen Mann vor Gericht zu bringen."

Drei Monate nach der Entdeckung Rudolfs an der Südküste durch den Telegraph wurde nun der Haftbefehl erlassen. Er ist nun schon seit einiger Zeit nicht mehr in seiner Wohnung gesehen worden, und die Polizei schließt nicht aus, daß er das Land verlassen hat.

Seine Internetseite, die er von einem Postfach in Hastings aus führt, ist erst letzte Woche aktualisiert worden. Sie trägt die Nachricht: "Germar Rudolf ist immer noch lebendig und frei." Diese Seite enthält zudem einen Aufruf, die revisionistische Sache mit Geld und freiwilliger Arbeit zu unterstützen. [...]

http://www.telegraph.co.uk/et?ac=001544227852496&rtmo=faav0lMs&atmo=faav0lMs&pg=/et/00/1/16/ncrim216.html

Sobald die Kinder die Autotür zugeschlagen haben, fahre ich zurück nach Ashford. Dort angekommen bemerke ich, daß ich mein Portemonnaie vergessen haben. Verflixt, das wichtigste von allem. Also wieder zurück. Das Wetter hat sich nun der Stimmung angepaßt. Es bläst ein starker Westwind. Obwohl es bereits dunkel ist, wage ich nicht mehr, den normalen Weg zu meiner Wohnung zu nehmen, so nervös bin ich inzwischen. Ich lasse meinen Wagen in einem Feldweg stehen, gehe zu Fuß über die Weiden und nähere mich meiner Parterre-Wohnung von hinten. Alles ist dunkel, alles scheint friedlich zu sein. Ich klopfe ans Fenster, und nach einigen Sekunden macht meine Frau die Terrassentüre auf. Ich frage sie, wie die Kinder meine Abwesenheit aufgenommen hätten, und sie meint, alles sei in Ordnung. Sie waren zwar nicht allzu glücklich, aber auch nicht übermäßig traurig. Ich sage ihr, daß ich mein Portemonnaie vergessen habe. Sie lacht.

»Wenn dein Kopf nicht angewachsen wäre, würdest du den auch noch vergessen, wie?«

Ich grinse und gebe ihr einen Kuß auf die Wange. Wir einigen uns auf eine Zeit, zu der ich sie am nächsten Morgen abhole, um sie zum Flughafen zu bringen. Ich bitte sie, die Sachen so weit vorzubereiten, daß wir alles schnell in den Kofferraum werfen und sofort abfahren können. Ich würde ungern längere Zeit hier sein wollen. Sie macht all diese Nervosität und Angst, die durch meine Instruktionen durchscheint, ebenso unruhig.

»Soll ich mir nicht lieber ein Taxi nehmen, das uns zu einem Treffpunkt bringt, wo uns niemand vermutet?«

»Ich glaube nicht, daß es wirklich ein Risiko gibt«, versuche ich zu erläutern. »Ich möchte nur das minimale Restrisiko minimieren. Das ist alles. Mach dir also keine Sorgen. Das geht schon gut.«

Wir umarmen uns ein letztes Mal.

»Paß gut auf dich auf

Die Stimme meiner Frau ist erfüllt von Sorge.

Ich verlasse die Wohnung wieder durch die Terrassentür und steige über den Grundstückszaun. Rrrraaaattttsssccchhhh. Ein rostiger Nagel in einer Latte hat etwas gegen meine Hose. Gott sei Dank beschränkt sich der Schaden auf den Stoff. Schöne Bescherung! Jetzt, da ich all meine Pfennige zusammenhalten muß, fang ich auch noch an, meine Kleidung zu zerfetzen. Großartig!

Nach dem Marsch durch die Weiden zurück zum Auto geht es dann zurück nach Ashford. Irgendwie bin ich nicht allzu glücklich darüber, bei Brokers zu übernachten. Würde die Polizei nicht schnell herausfinden, daß Andy's Druckerei eine wichtige Rolle in meinen Geschäftsangelegenheiten spielt? Wäre das also nicht ein Ort, wo sie zuerst nach Informationen über meinen Aufenthaltsort suchen würde? Ich werde den Eindruck nicht los, daß ich vom Regen in die Traufe komme.

St. Leonards & Hastings Observer, 31. März 2000:

»Ein Neo-Nazi, von dem man annimmt, daß er sich in Hastings versteckt, [...] wird immer noch gejagt «

Noch nicht einmal meine Richter, die mich ganz offensichtlich haßten, haben es gewagt, mich in ihrem Schandurteil als (Neo-)Nazi zu beleidigen. (Zum Vergrößern anklicken)

Ich parke mein Auto einige Blocks abseits von Brokers Haus. Sicher kennen sie mein Auto und mein Kennzeichen und werden danach Ausschau halten. Also ist es gut, es nicht gleich neben Andys Haus zu parken. Den Rechner lasse ich im Auto (was mich nervös macht), und ausgerüstet mit Waschbeutel, Schlafanzug, Schlafsack und Papieren geht es durch Ashfords abendliche Straßen. Sally heißt mich im Hause Broker willkommen. Sie führt mich geradewegs ins Dachgeschoß, wo sie ein altes ausziehbares Sofa hat. Ich hasse diese Möbelstücke. Am nächsten Morgen steht man meistens mit Kreuzschmerzen davon auf. Decke und Kissen, die ich ausgehändigt bekomme, sehen auch erbärmlich aus. Aber ich bin wohl kaum in der Lage, mich über solche Nebensächlichkeiten beschweren zu können. So ist denn auch das erste, was ich mache, nach guten Versteck- und Fluchtmöglichkeiten Ausschau zu halten für den Fall, daß Polizei hier auftaucht: Aus einem Dachgeschoß-Fenster, das zum Garten hinter dem Haus hinausführt, kann man leicht aufs Dach klettern und von da runter in den Garten gelangen. Ich werde langsam paranoid.

Die Nacht vergeht ohne besondere Vorkommnisse, ausgenommen vielleicht, daß ich ziemlich mies schlafe. Ich stehe daher früh am Morgen auf, noch vor der Dämmerung. Andy macht sich gerade fertig, um zur Arbeit zu gehen. Er sagt, er werde sich heute bei verschiedenen Leuten erkundigen, wo ich am besten dauerhaft und sicher unterkommen könnte. Seiner Meinung nach müßte ich ab jetzt in Wohnungen leben, die mir von zuverlässigen Freunden vermietet werden, nicht mehr von wildfremden Menschen. Die Freunde könnten mir dann helfen, eine ganz neue Identität aufzubauen. Das alleine würde garantieren, daß wirklich kein Dritter weiß, wer ich bin und woher ich komme. Das sind ja schöne Aussichten, denke ich mir. Ich werde mich also noch tiefer in die englische Muttererde eingraben...

Etwa eine Stunde später sitze ich mit Sally beim Frühstück in der womöglich dreckigsten Küche der Welt. Ich habe halt meinen deutschen Sauberkeits- und Ordnungssinn immer noch nicht verloren ...

Etwa eine weitere Stunde später fahre ich gen Headcorn, um meine Familie von meiner Wohnung abzuholen. Als ich dort ankomme und aus dem Auto aussteige, grüßt mich mein dortiger Nachbar Andrew, der wieder mal an seinem Auto rumbastelt:

»Hallo Peter, wie gehts?« fragt er mich.

»Danke gut. Und dir?«

»Danke.«

Er hat also den Telegraph-Artikel nicht gelesen, oder zumindest konnte er mich anhand dessen nicht identifizieren. Mein Pseudonym ist also noch sicher.

Ich bin heute Morgen weitaus weniger nervös, und so lassen wir uns denn auch alle Zeit der Welt, um all die Klamotten meiner Familie ins Auto zu packen. Dann gehts zum nächsten Bahnhof und ab nach London. Die Kinder sind ganz aus dem Häuschen. Zugfahren ist für sie weitaus ungewöhnlicher als fliegen. So ändern sich die Zeiten! In London bahnen wir uns per U-Bahn und Bus den Weg zum Zoo. Der stellt sich dann allerdings als recht enttäuschend heraus, was wohl auch an der fortgeschrittenen Jahreszeit liegen mag. Viele Tiere sind einfach nicht in den Freigehegen. Aber auch sonst scheint dieser Zoo für diese 10-Millionen-Stadt zu winzig zu sein. Jedenfalls meint meine Frau, die Wilhelma in Stuttgart sei wesentlich schöner. Aber zumindest die Kinder sind zufrieden. Gegen 3 Uhr nachmittags müssen wir uns dann zum Flughafen aufmachen. Wir warten fast eine halbe Stunde vergeblich auf den Bus. Um zu verhindern, daß wir zu spät kommen, entschließe ich mich, das Taxi zur nächsten U-Bahn-Haltestelle zu nehmen. Ich nehme Stefan auf die Schulter und alles mögliche Gepäck auf den Rücken und unter die Arme und hechte los. Meine Frau und Patricia haben Probleme, mir zu folgen. Ich finde gewandt meinen Weg durch Londons etwas verwirrendes U-Bahn-System von einer Linie zur nächsten, treppauf, treppab, linker Gang, rechte Röhre, Linie 1 zur Linie 14, treppauf, links herum, treppab, dann auf die Linie 4 gewechselt. Alles muß schnell gehen, und so habe ich die völlig irritierte und orientierungslose Familie im Schlepptau.

»Woher weißt du bloß, daß wir richtig sind? Wo sind wir überhaupt? Ich wäre hier völlig verloren, wenn ich dich nicht hätte« meint meine Frau.

»Ich hab' halt begriffen, wie es hier funktioniert. Vertrau einfach auf mich. Wir haben jetzt keine Zeit.«

Erst in der Linie raus nach Heathrow kommen wir zur Ruhe, und ich erkläre ihr, wie das U-Bahn-System funktioniert und warum ich mich ein wenig auskenne. Erfahrung eben.

Während unserer etwa 45-minütigen Fahrt raus nach Heathrow erkläre ich meiner Frau, daß ich aus Sicherheitsgründen lieber nicht mit ihr zum Schalter gehe. Ich werde statt dessen im Hintergrund warten, während sie sich einbucht.

»Ich verstehe«, sagt sie.

»Ich glaube nicht, daß es wirklich gefährlich werden kann, aber es ist theoretisch möglich, daß sie wissen, daß du hier bist und wann du abfliegst. Sie könnten es zumindest wissen, falls sie Zugriff auf die Flugdaten haben. Ich muß dich wohl nicht daran erinnern, daß sie 1995 Günter Deckert in Handschellen vom Flughafen abgeführt haben, als er gerade aus dem Flugzeug ausstieg. Er kam von einem Urlaub auf den Kanarischen Inseln zurück, und sie wußten genau, wann er aus welchem Flugzeug aussteigen würde. Sie sind also absolut in der Lage, so was zu machen.«

Günter Deckert war in Deutschland strafrechtlich verfolgt worden, weil er 1991 einen "Holocaust-leugnenden" Vortrag des US-Bürgers Fred Leuchter übersetzt hatte, einem Experten für Hinrichtungstechnologien, der 1989 ein Gutachten über die angeblichen Gaskammern von Auschwitz und Majdanek angefertigt hatte. Leuchter war in seinem Gutachten zu dem Schluß gekommen, daß es solche Gaskammern nicht gegeben habe, und diesen Bericht hatte er in besagtem Vortrag auf Englisch zusammengefaßt. Deckert wurde später für seine Übersetzung zu zwei Jahren Haft verurteilt. Daß er Deutschland während des laufenden Verfahrens für einen Urlaub verlassen hatte, wurde von dem deutschen Gericht unglaublicherweise als Fluchtversuch interpretiert. Hätte Deckert wirklich fliehen wollen, wäre er wohl kaum zurückgekehrt.

Ich habe ein Talent dafür, meiner Frau Angst einzujagen. Ich berichte ihr meist ohne Umschweife über die Risiken und Gefahren dessen, was ich mache. Es liegt wohl in meinen Genen. Im Lügen war ich schon immer schlecht. Meine Frau hat das nach nur wenigen Monaten, die wir zusammenlebten, spitz gekriegt. Sie sieht es mir an der Nasenspitze an, wenn ich etwas zu verbergen suche. Jeder kann dies nach einer Weile. Schon während meiner Kindheit sind die wenigen Versuche, zu flunkern, fürchterlich daneben gegangen, und so habe ich es mir zum Prinzip gemacht, nicht zu schummeln. Das geht häufig soweit, daß ich nicht nur nicht zu lügen versuche, sondern die Dinge demonstrative offen präsentiere. Das hat mich freilich auch schon immer wieder in große Schwierigkeiten gestürzt, schon als Kleinkind, wie meine Mutter zu berichten weiß. Meine Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe, so ihre Aussage, werde mir noch zum Verhängnis werden.

Im Heathrow Flughafen halte ich mich dann auch wirklich im Hintergund, während meine Frau sich und die Kinder einbucht. Ich sehe die irritierten Blicke meiner Kinder, die mich aus den Augen verloren haben und nun die Menschenmenge nach mir absuchen. Ich hoffe, daß sie mich nicht sehen, denn es kann schlimme Auswirkungen haben, wenn sie plötzlich laut "Papa" und "Germar" rufend quer durch die Abfertigungshalle zu mir gerannt kommen. Es tut weh, die Kinder so verstört zu sehen.

Und dann geht tatsächlich etwas schief. Die Dame am Schalter nimmt die Flugkarten meiner Frau und verschwindet damit für 5 bis 10 Minuten. Ich werde nervös. Aber schließlich stellt sich heraus, daß es nur ein Problem mit der Reservierung war. Sobald sie ihr Gepäck los ist, macht sich meine Frau, die mich ebenfalls aus den Augen verloren hat, mit den Kinder und dem Handgepäck auf den Weg. Sobald sie in der Menschenmenge verschwunden ist, pirsche ich mich ran und helfe ihr beim Tragen des Gepäcks. Wir verbringen etwa eine halbe Stunde in einem Restaurant und gehen dann zur Personenkontrolle.

»Würdest du mir den Gefallen erweisen und nicht wieder zu weinen anfangen, wenn wir uns verabschieden?« bittet mich meine Frau. »Sonst sitzen wir nämlich nachher alle in der Abflughalle und heulen wie die Schloßhunde, und die Kinder haben während des ganzen Fluges eine fürchterliche Laune.«

»Ich werd's versuchen.« Ich nehme es mir wirklich vor. Aber dann, als wir uns alle ein letztes Mal umarmen, werden meine Augen feucht. Ich kann meine Tränen aber gerade noch unterdrücken.

»Tschüß Papa.« Ich verliere die Kontrolle, aber nur für ganz kurz. Und jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, verliere ich sie wieder.

»Mach schnell, ich halt's nicht mehr lange aus«, dränge ich meine Frau. Sie versteht und passiert mit den Kindern den Metalldetektor, ohne sich nochmal umzudrehen. Ich drehe mich um und gehe zurück Richtung Aufzug, gleichfalls ohne auch nur einmal zurückzuschauen.

Auf meinem Rückweg nach Ashford versuche ich, mich auf die vor mir liegenden Aufgaben zu konzentrieren: Wieder mal umziehen, wieder eine neue Identität aufbauen, wieder andere, noch sicherere Postzustellwege finden...

Die Jagd ist eröffnet

Mein Umzug auf Umwegen, Haken schlagend wie ein Hase, der einen Fuchs ablenken muß, dauerte einige Zeit. Kaum, daß ich mich aus dem Staub gemacht habe, tauchen dann Ende November tatsächlich zwei Herren in Hastings bei der Adresse auf, an der ich seit 1997 vorgebe zu wohnen. Sie suchen nach mir, sagen sie meinem Freund Howard, der ihnen aber nur berichten kann, daß er nicht weiß, wo ich bin (was glücklicherweise die Wahrheit ist), und daß er sich nur um meine Post kümmert. Daß die zwei Herren sich damit zufrieden geben, ist etwas seltsam. Aber womöglich wissen sie selbst, daß sie dort keine weiteren Informationen erwarten können. Schließlich habe ich ja nach britischem Recht kein Verbrechen begangen, und so können sie rein gar nichts dagegen unternehmen, daß ich aus dem Untergrund heraus meine völlig legalen Geschäfte mit Hilfe meiner Freunde weiterführe.

Die Dinge gestalten sich anfangs freilich schwierig. Unser neues Postzustellsystem ist aus Sicherheitsgründen recht kompliziert, und es dauert Wochen, bis ich meine Post bekomme. Es kommt somit zu einigen Pannen, über die sich einige meiner Kunden endlos aufregen. Ach, wenn die nur wüßten, unter welchen Bedingungen ich arbeiten muß!

In all dem Tumult versucht mich David Irving zu erreichen. Er will, daß ich die gegen ihn eingereichten Gutachten von Deborah Lipstadts Experten meinerseits begutachte. Aus Sicherheitsgründen habe ich auch all meine englischen Internetkonten kündigen müssen, und es hat einige Zeit gedauert, bis ich einen Weg gefunden habe, wie man einen finanzierbaren Internetzugang erhalten kann, den die Behörden in England nicht so einfach zu meiner Telefondose zurückverfolgen können. So kommt es, daß ich Irving meine Kommentare erst kurz vor dem Kreuzverhör des wichtigsten Zeugen, Prof. van Pelt, zukommen lassen kann. Irvings Prozeß hat darunter wahrscheinlich sehr gelitten. Viele Freunde stellen daher die Vermutung an, daß man gegen mich absichtlich eine Hexenjagd losgetreten hat, um es David Irving unmöglich zu machen, sich vernünftig zu verteidigen. Vielleicht ist da was Wahres dran, denn noch am 7. Januar äußert Kim Murphy in einem recht fairen Artikel in der Los Angeles Times die Ansicht,[4] ich könnte durchaus für Irving als Experte auftreten. Der Gedanke allein kann bei bestimmten Gruppen vielleicht tatsächlich Panik ausgelöst haben. Aber wer weiß schon, daß Irving dies nie wirklich beabsichtigte...

Am 16. Januar dann, pünktlich zu Irvings Prozeßbeginn, posaunt Chris Hastings seinen Triumph heraus: "Hurra, ich habe das ‚Nazi-Schwein' erledigt! Ich bin ein glorreicher Drachentöter, ein heldenhafter Großinquisitor, ich habe einen unschuldigen, machtlosen jungen Mann zur Strecke gebracht!" Noch nicht ganz, Herr Hastings, denn ein erlassener Haftbefehl, über den er sich so freut, ist nicht gleichzusetzen mit dessen Umsetzung! Aber die Sprache wird nun sehr deutlich:

»Die Polizei hier hat sich der Jagd auf Germar Rudolf angeschlossen«

Menschenjagd auf Dissidenten im "freien Westen".

Vollends zur Hysterie schlägt die Menschenjagd auf mich dann im März um, eingeleitet von einem Bericht des britischen Staatsfernsehsenders BBC am 28.3.2000, der dann tags darauf im südenglischen regionalen Fernsehsender ITV um 23:20 Uhr wiederholt wurde: Es wurden etwa sechs Bilder von mir gezeigt, entnommen meiner Internet-Seite,[5] und die Zuschauer wurden eindringlich vor diesem »Nazi-Sympathisanten« gewarnt. Mike Whine vom englischen Zentralrat der Juden durfte sich vor laufenden Kameras dahingehend äußern, daß es sich bei mir um eine neue Brut gefährlicher Nazis handele.

Um das ganze Ausmaß dieser Hexenjagd erfassen zu können, muß man wissen, was der englische Fernsehzuschauer unter einer »gefährlichen Brut neuer Neo-Nazis« wahrscheinlich versteht: Im Jahr 1999 wurden in London zwei schwere Bombenattentate gegen Farbige und Homosexuelle verübt, denen viele Menschen zum Opfer fielen. Die Presse machte dafür - wie immer vorschnell -"gefährliche Neo-Nazis" verantwortlich. Noch nicht einmal ein Jahr später berichtet die BBC über mich als eine »neue Brut gefährlicher Neo-Nazis«. Der Sender zeigt viele Bilder von mir, stellt mich als Kriminellen vor, der sich immer noch in der Gegend von Hastings verstecke, und die Bevölkerung solle wachsam sein. Was muß der Normalbürger also denken, was für ein Mensch ich bin? Ein massenmordender, bis an die Zähne bewaffneter gemeingefährlicher Schwerstverbrecher?

Die Lokalpresse in Hastings, der Hastings & St. Leonards Observer, konnte sich kurz darauf, am 31. März, natürlich auch nicht mehr zurückhalten:

»Entkommener Neo-Nazi versteckt sich immer noch in Hastings [...] er wird immer noch gejagt.«

Offenbar will man erreichen, daß die lokale Bevölkerung mich erkennt und aus Angst vor diesem "Unmenschen" umgehend die Polizei verständigt.

Doch wen juckt es wirklich? Nun, das britische Unterhaus sah sich am 22. Mai veranlaßt, meinen Fall zu erwähnen. Das umtriebige Labour-Parlamentsmitglied Andrew Dismore hatte den Innenminister während einer Sitzung zur Verbrechensvorbeugung [sic!] aufgeforderten, zu meinem Fall Stellung zu nehmen. Die Antwort des Innenministeriums war zwar nicht umfangreich:[6]

»Die Regierung weiß um die Berichte von bestimmter Seite, daß Herr Rudolf im Vereinigten Königreich sein mag. Die Polizei ist über die Angaben zu Herrn Rudolf unterrichtet worden.«

Sie enthüllt aber doch, daß man sich für den Fall ganz oben interessiert und davon ausgeht, daß die Polizei den Fall lösen wird - mit Handschellen, womit auch sonst...

Das Stephen Roth Institut der Universität Tel Aviv fertigt jedes Jahr einen Bericht über den Anti-Semitismus in der Welt an. Aufgrund typisch jüdischem Verfolgungswahn wird dort der Revisionismus ebenfalls aufgeführt. In der Rubrik für Deutschland geht es unter "Revisionismus" im neuesten Bericht von 1999/2000 nur um eine Person: Germar Rudolf.[7] Hatte die Stiftung Vrij Historisch Onderzoek in den Jahren bis 1999 wenigstens noch die Ehre, als zweites genannt zu werden, so konzentriert sich seit neuestem alles nur noch auf mich. Diese Berichte finden leider weltweit Beachtung. So berichtet z.B. Günther Hörbst am 27.5.2000 im Hamburger Abendblatt darüber, erwähnt in Sachen Deutschland aber wieder nur eine Person:

»Deutschland sind in dem Bericht zwölf Seiten gewidmet. Beklagt wird die steigende Verbreitung der Holocaust-Lüge, vor allem durch das Internet und rechtsextreme Gruppen. Zwar sei das deutsche Strafgesetzbuch eines der "fortgeschrittensten und effektivsten Mittel zur Bekämpfung der Holocaust-Lüge", dennoch stelle sie "ein wachsendes Phänomen" dar. So verbreite der führende deutsche Holocaust-Lügner Rudolf Scheerer[31] seine Schriften per Internet aus dem Ausland weiterhin, obwohl er rechtskräftig verurteilt sei.«

Viel Feind, viel Ehr.

Das Verbrechen

Wieviele Kinder habe ich also mißbraucht, wieviele Frauen vergewaltigt, wieviele Ausländer gemeuchelt und wieviele Juden vergast, daß ich solch eine Behandlung verdient hätte?

Nichts von alledem. De facto habe ich gar nichts gemacht. Aber de jure hat man mir etwas angehängt, was andere machten, ohne das ich davon wußte, und was gar nicht strafbar war. Wie das, fragen Sie?

In dem Prozeß, in dem ich 1995 zu 14 Monate Haft verurteilt wurde, ging es um ein Vorwort und einen Anhang zu einem Gutachten über die "Gaskammern" von Auschwitz, das ich verfaßt hatte. Das Gutachten selbst war nie Thema des Prozesses, noch waren es die anderen Schriften, die ich verfaßt hatte. In dem Urteil gegen mich schrieb das Gericht auf Seite 23 über mein Gutachten:

»Diese Schrift, die die Grundlage aller seiner [Rudolfs] publizistischen Aktivitäten ist, ist im wesentlichen in wissenschaftlichem Stil gehalten. Sie beschäftigt sich mit einem chemischen Detail (Blausäure-Problematik) und verzichtet auf allgemeine politische Schlußfolgerungen.«

Auch über meine anderen Hauptwerke weiß sich das Gericht auf der gleichen Seite lobend zu äußern:

»Sie sind durch wissenschaftlichen Habitus und die Berufung auf seine Autorität als ausgebildeter Chemiker geprägt. Tonfall und Form sind im wesentlichen so gehalten, als seien sie ausschließlich an der Sache orientiert. Zusätzlich sollen ausführliche Detailerörterungen, Tabellen und Schaubilder sowie umfangreiche Literaturhinweise den Eindruck einer unbefangenen und ergebnisoffenen Wissenschaftlichkeit erwecken. Dies gilt vor allem für die drei großen Veröffentlichungen des Angeklagten«

Meinem unter dem Pseudonym Ernst Gauss verfaßten Hauptwerk Grundlagen zur Zeitgeschichte spricht es sogar einen »größt-möglichen Anschein von Sachlichkeit« zu (Urteil, S. 26). Man beachte den krampfhaften Versuch des Gerichts, die unübersehbare formelle Sachlichkeit meiner Schriften, die es zugeben muß, durch eine möglichst negative Wortwahl in ein schlechtes Licht zu stellen. Nicht Sachlichkeit, sondern Anschein von Sachlichkeit. Tonfall und Form sind nicht an der Sache orientiert, sondern sind nur gewählt, um diesen »Anschein« zu erwecken. Denn wäre ich tatsächlich nur an der Sache interessiert, könnte man mich schließlich nicht verurteilen.

Doch weiter. Die Straftat wurde also nicht durch meine Schriften erfüllt, sondern angeblich mit »polemischen Kommentierungen in einem Vor- und Nachwort« (Urteil, S. 8). Zum fünfseitigen Nachwort schreibt das Gericht:

»In der Nachbetrachtung unter dem Namen E. Haller, die der Ausgabe November 1992 der Zeitschrift "Remer Depesche" entnommen ist, werden in Form eines Berichtes über einen Prozeß gegen Remer wegen Volksverhetzung, der im Oktober 1992 vor dem Landgericht Schweinfurt stattfand, unter anderem die Verhältnisse im Konzentrationslager Auschwitz verharmlost. Es wird bestritten, daß Auschwitz ein Vernichtungslager war, und behauptet, daß die Berichte über den Holocaust eine Legende zur Rechtfertigung der "Abschlachtung und Ausraubung" des deutschen Volkes durch die Alliierten des 2. Weltkrieges und zur "Identitätsstiftung" für die Juden seien.« (Urteil, S. 9f.)

Es wird in Form eines Berichtes verharmlost? Das Gericht hat nichts getan, um festzustellen, ob dieser Bericht den Prozeßverlauf genau wiedergibt, mußte also nach dem Motte "Im Zweifel für den Angeklagten" davon ausgehen, daß dies so war! Demnach ist das nicht eine Verharmlosung in Form eines Berichtes, sondern es ist ein Bericht! Und außerdem ist das, was laut Gericht darin bestritten wird (Auschwitz als Vernichtungslager), nichts anderes als eine Darlegung der Beweisanträge, die die Verteidiger während des Remer-Prozesses laut diesem Bericht gestellt haben. Der Bericht selbst leugnet nicht, er berichtet nur. Außerdem ist klar, daß ich unmöglich der Verfasser dieses Berichtes sein konnte, denn als sachverständiger Zeuge konnte ich gar nicht am ganzen Prozeß teilnehmen. Zeugen werden erst dann in den Saal gerufen, wenn sie gehört werden, und danach wieder entlassen.

Die Bestrafung wegen dieses Berichtes war also erstens nicht etwa gegen die gerichtet, die die Behauptung aufstellten, Auschwitz sei kein Vernichtungslager gewesen (die Verteidiger O. E. Remers bzw. Remer selbst), sondern nur gegen den Prozeßberichterstatter. Der Überbringer der Nachricht wird bestraft! Und zweitens traf sie mit mir jemanden, der unmöglich der Verfasser dieses Berichts sein konnte - was das Gericht auch nicht behauptete. Es ging nur von meiner Komplizenschaft bei der Verbreitung dieses Berichtes aus.

Außerdem hat das Gericht die Tatsachen verfälscht. In dem Prozeßbericht wird nämlich nicht behauptet, wie das Gericht ausführt, der

»Holocaust [sei] eine Legende zur Rechtfertigung der "Abschlachtung und Ausraubung" des deutschen Volkes durch die Alliierten des 2. Weltkrieges und zur "Identitätsstiftung" für die Juden«

Im Prozeßbericht wird zunächst der Verteidiger Dr. Herbert Schaller mit den Worten seines Plädoyers zitiert:

»Warum muß ein Mensch über die Klinge springen, nur damit diese Legende am Leben erhalten werden kann?«

Und was ein Verteidiger im Plädoyer sagt, dafür darf kein Mensch der Welt verurteilt werden! Mehrere Absätze später führt dann der Berichterstatter zusammenfassend aus:

»Wenn Remer recht behält, entfällt für die Alliierten die Rechtfertigung im nachhinein, das deutsche Volk abgeschlachtet und ausgeraubt zu haben. Für die Juden entfiele, wie es Prof. Wolffsohn ausdrückt, "die einzig übriggebliebene Identitätsstiftung". Dafür soll General Remer im Kerker verrecken?.«

Nirgendwo wird also im Prozeßbericht behauptet, der Holocaust sei eine Legende zur Ausraubung der Deutschen und Identitätsstiftung der Juden. Das Gericht hat es zudem nicht für nötig erachtet zu prüfen, ob die Alliierten den Holocaust heute benutzen, um ihren Massenmord an unschuldigen Deutschen zu rechtfertigen (was wohl wirklich offenkundig ist und leider nicht auf die Alliierten beschränkt ist!), und auch nicht, ob Prof. Wolffsohn sinngemäß richtig zitiert wurde. Das Gericht mußte dies also zu Gunsten des Angeklagten annehmen. Ich darf hier Prof. Wolffsohn zitieren, annehmend, daß sich die Anmerkung in diesem Anhang auf diesen wohlbekannten Artikel Wolffsohns in der FAZ bezog. Ein weiterer Beweis dafür, daß ich diesen Bericht eben nicht abgesegnet habe, ist allein schon die Tatsache, daß ich derartige Behauptungen nie ohne genaue Quellenangabe aufstellen würde. In besagtem Bericht aber fehlt eben diese Quellenangabe:[8]

»Einige kritische Fragen zur Washingtoner
Holocaust-Gedenkstätte

Von Michael Wolffsohn

[...] In den Vereinigten Staaten sprießen Holocaust-Memorials wie Pilze aus dem Boden. Als antideutsche Herausforderung werden hierzulande viele diese Entwicklung mißverstehen. Sie übersehen, daß die Erinnerung an die Judenvernichtung eine entscheidende "innerjüdische Funktion" erfüllt: ohne Holocaust keine jüdische Identität der nichtreligiösen Diasporajuden. Das ist die tragische Wirklichkeit des jüdischen Volkes...

Die Gedenkstätte wird zu Gottersatz

[...] Holocaust-Gedenkstätten als Instrument zur Stiftung diasporajüdischer Identität sind nicht nur eine Tragödie. Sie sind zutiefst unjüdisch. Jüdisches Erinnern ist traditionell ein Erinnern in Wort und Schrift - dem "Volk des Buches" gemäß. Auch indem Bilder vom Mord an Menschen und von mordenden Menschen gemacht werden, verstößt man gegen das Bilderverbot. Noch schärfer formuliert: Holocaust Memorials sind ein Indikator für die Dejudaisierung der Juden. Für dejudaisierte, säkularisierte Juden, für die "Gott tot" ist. Die Gedenkstätte wird zum Gottersatz und damit zum Götzen. [...]

Diese Dejudaisierung des Judentums durch die Historisierung des jüdischen Leids und die religiöse Entleerung bewirken, daß die jüdische Geschichte, die jüdische Situation und nicht mehr die Religion jüdische Identität stiftet. Die Juden benötigen deshalb den Holocaust als allgemeines und, daraus abgeleitet, Deutschland als besonderes Symbol der Sinnstiftung. Sie sind an Deutschland gekettet, um jüdische Identität zu bewahren. Auch dies ist eine Tragödie. Jüdische Identität wird dabei nicht durch positive Selbstbestimmung, sondern durch negative Fremdbestimmung, durch den Antisemitismus erworben. [...]

"Christlich gesehen", so der katholische Theologe Eugen Biser in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, "steht der Holocaust in einer offenkundigen Konkurrenz zu Golgatha. Während das Christentum als bisher einzige Weltreligion es wagte, mit dem Kreuz den Inbegriff der Negativität ins Zentrum seines Kults zu rücken, soll nunmehr das seiner Tradition entfremdete Judentum im Holocaust einen neuen ‚unheilsgeschichtlichen' Orientierungspunkt gewinnen."

Für viele Deutsche ist die scheinbar antideutsche Mechanik ein quälendes Ärgernis, für Juden eine große Gefahr. [...]«

Man sieht also: Ich wurde unter anderem für die Plädoyer-Worte eines Verteidigers und die Ausführungen eines jüdischen Professor zu 14 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Dem Gericht gelang dies, indem es einen x-beliebigen Text durch willkürliches Zusammenfügen von aus dem Zusammenhang gerissenen Worten zusammenfälschte. Wer klagt solche Richter an?

Bezüglich des Vorwortes führte das Gericht aus, darin werde behauptet, die Darstellungen über den

»Holocaust seien eine Lüge zur Erpressung des Deutschen Volkes. Außerdem heißt es, es handele sich hierbei um eine "unglaublich satanische Geschichtsverdrehung", an der sich Politiker und Medien zum Nachteil des deutschen Volkes seit Jahrzehnten beteiligt hätten.« (S. 9)

Tatsächlich schrieb Remer (bzw. sein Ghostwriter):

Stützen sich Richter Siebenbürger und Staatsanwalt Baumann auf diese Art von Zeugen, wenn sie ausrufen: "Beweis abgelehnt wegen Offenkundigkeit"?

Holon, Israel 2.5-1991

Ich hab in Karlsruhe B/Baden einen Onkel gehabt der fergast geworden ist in Dchau. Ob ich welche entschädigung bekomen kan?? Fielen Dank foraus!

Dieser Text ist die Wiedergabe eines Briefes, der in Holon/Israel am 2.5.1991 verfaßt und an einen deutschen Bekannten mit der Bitte um Mithilfe bei der Beantragung von Wiedergutmachung geschickt wurde. Der Onkel des Briefschreibers wurde also in Dachau "vergast", wofür er "Entschädigung" haben möchte. Für Richter Siebenbürger und Staatsanwalt Baumann dürfte auch dieser Zeuge die Grundlage für die "Offenkundigkeit" der Gaskammern sein.

Dazu die Stadt Dachau:

STADT
DACHAU
(Wappen)
1200jähriger Künstlerort
Große Kreisstadt

Uns. Zeichen: 4.2/Ra/SaDatum: 14.11.88

Sehr geehrter Herr Geller!

Auf Ihre Anfrage teile ich Ihnen mit, daß Vergasungen im ehemaligen Konzentrationslager Dachau nicht stattgefunden haben...

Mit freundlichen Grüßen
- Rahm; Verwaltungsdirektor

»Unser Volk soll mit Hilfe einer unglaublich satanischen Geschichtsverdrehung wehrlos und "erpressbar" gehalten werden, wie der Ring deutscher Soldatenverbände in seiner Publikation Soldat im Volk Nr. 7/8 1992 schreibt. In diesem Zustand von Selbstaufgabe will man uns letztlich mittels einer teuflischen Multikultur abschaffen.«

Das Gericht hat nichts getan, um zu prüfen, was in der zitierten Ausgabe der halboffiziellen bundesdeutschen Soldatenzeitung Soldat im Volk denn nun wirklich stand (ich habe diese Ausgabe selbst nie gesehen), mußte also im Zweifel für den Angeklagten davon ausgehen, daß die hier gemachte Behauptung stimmt.

Weiter schrieb Remer:

»Ganze Politikergenerationen beteiligten sich seit 1945 nicht nur an den abscheulichsten Lügen gegen das deutsche Volk, nein, sie betätigten sich sogar als Aktivisten im Erfinden von Lügen. Genauso verhält es sich mit den Medien. Heute setzen diese Kräfte alles daran, die gräßlichsten Lügen der Weltgeschichte mit Hilfe der Strafjustiz aufrechtzuerhalten.«

Um nach dem §130 in der bis 30.11.1994 gültigen alten Fassung wegen Volksverhetzung zu einer Haftstrafe verurteilt werden zu können, mußte die sogenannte "qualifizierte Auschwitzlüge" begangen werden, d.h., es mußte ausdrücklich behauptet werden, Juden hätten Darstellungen über den Holocaust insbesondere um ihres politischen und materiellen Vorteiles willen erfunden. Genau das aber hat Remer eben nicht getan. Er nimmt das Wort "Jude" überhaupt nicht in den Mund, und unterstellt auch sonst niemandem, er habe um politischer oder materieller Vorteile willen gelogen, weder im Vorwort noch im Anhang. Wie also konnte mich das Gericht dann aber doch verurteilen? Ganz einfach, es phantasierte:

Urteil, Seite 115:

»Obwohl in Vor- und Nachwort den Juden nicht ausdrücklich angelastet wird, sie hätten die Darstellungen über den Holocaust insbesondere um ihres politischen und materiellen Vorteiles willen erfunden...«

- man lese: obwohl das Verbrechen eigentlich gar nicht begangen wurde -

»hatte die Remer-Fassung des "Gutachtens" zur Überzeugung der Kammer den Zweck, dies zu suggerieren...«

- man lese: die Richter können hellsehen und daher meine damaligen angeblichen Gedanken und Intentionen erkennen -

»und damit feindselige Emotionen gegen die Juden zu schüren. Dies folgt schon daraus, daß der Leser, die Richtigkeit der Behauptungen des "Gutachtens" vorausgesetzt,...«

- das Gericht tat nichts, um herauszufinden, ob mein Gutachten richtig ist, mußte dies also im Zweifel für den Angeklagten annehmen -

»unter anderem auf Grund der tendenziösen Ausführungen und der Diktion zu dem Schluß kommen mußte und sollte, daß die überlebenden Juden als die wichtigsten Zeugen des Geschehens, die Hinterbliebenen als die unmittelbar Betroffenen und die jüdischen Forscher die Berichte über den Holocaust bewußt wahrheitswidrig gefälscht haben müssen.«

Woher wissen die Richter, was der Leser denken muß, wenn er das liest? Das Gericht hat nichts unternommen, um das festzustellen. Kein einziges Wort in Vorwort und Anhang wirft also "den" oder auch nur einem einzigen Juden irgend etwas vor. Und dennoch findet das Gericht ein Haar in der Suppe, woraus es mir den Strick dreht, Urteil S. 235:

»Insbesondere im Nachwort der Remerversion des "Gutachtens" wird gezielt mit eindeutigen Unterstellungen und Anspielungen der Eindruck erweckt, als werde der Holocaust von Juden zur Ausbeutung Deutschlands genutzt. Dies gilt insbesondere für den Abdruck des angeblichen Briefes eines Juden vom 2.5.1991«

Worum handelt es sich da? Siehe dazu den Kasten, der wiedergibt, was in Remers Prozeßbericht aufgeführt war. Man erkennt, daß kein Wort im Begleittext unterstellt, die Person, die diese Postkarte schrieb - ob sie Jude ist, ist noch nicht einmal bekannt! -, würde Dinge erfunden haben, um damit Geld oder Macht zu erschleichen. Es wird nur der Widerspruch zwischen der Behauptung des Briefeschreibers und der offiziellen Darstellung der Stadt Dachau aufgezeigt und gefragt, wie man aufgrund solch zweifelhafter Zeugenaussagen Menschen ins Gefängnis schicken kann. Und dafür bekomme ich 14 Monate? Das Gericht hat zudem nichts unternommen, um festzustellen, ob es diese Postkarte tatsächlich gibt, mußte also im Zweifel für den Angeklagten davon ausgehen (und noch heute wäre ich womöglich in der Lage, eine Kopie dieser Postkarte zu organisieren). Die Wiedergabe einer echten Postkarte aber kann niemals ein Verbrechen sein.

Zusammenfassend ist also mit dem Gericht festzustellen:

a) meine Schriften sind wissenschaftlich;

b) weder Vorwort nach Anhang lasten den Juden ausdrücklich an, Berichte zu ihrem Vorteil erfunden zu haben;

c) das Gericht hat die "Straftat" schlicht erfunden, indem es zwischen den Zeilen las, meine zwei Jahre zuvor gehabten Gedanken und Absichten angeblich erfolgreich las, die Auswirkung meiner Arbeiten auf den Leser vorhersagte und die Fakten und Beweise so verfälschte, bis sie paßten.

Terrorjustiz

Die Tatsache schließlich, daß ich bis zuletzt darauf bestand und zu beweisen versuchte, daß ich das Vorwort und den Anhang weder verfaßt hatte noch darüber informiert worden war, daß sie meinem Gutachten hinzugefügt wurden, wofür ich umfangreiche Dokumenten- und Zeugenbeweise vorbrachte, sowie mein Beharren darauf, daß meine »wissenschaftlichen« Werke (die Worte des Gerichts!) vom Recht auf Freiheit der Wissenschaft und Meinungsäußerung geschützt sein müßten, interpretierte das Gericht wie folgt (S. 237f.):

»Zu Lasten des Angeklagten war insbesondere die hohe kriminelle Energie zu berücksichtigen, mit der die Tat begangen wurde. Der Angeklagte handelte auf Grund einer ausgeklügelten und besonders raffinierten und verdeckt ausgeführten Strategie, die mit großem Vorbedacht gewählt worden war, zahlreiche Täuschungen und Manipulationen beinhaltete und deswegen besonders schwer zu durchschauen war. [...] So führte er seinen massiven Angriff auf den sozialen Frieden unter der Maske bürgerlicher Wertvorstellungen und unter Berufung auf deren fundamentale Errungenschaften wie etwa die Freiheit der Meinungsäußerung und der Wissenschaft durch.«.

Meine umfangreich vorgebrachten Entlastungsbeweise wurden kurzerhand allesamt als Täuschungsmanöver deklariert! Alles sei, so das Gericht, seit Jahren vorausgeplant gewesen. Hunderte von Dokumenten seit Jahren gefälscht und fabriziert, zig Zeugen manipuliert. Wer so mit Beweisen umgeht, kann freilich alles beweisen!

Als zusätzliches Indiz meiner Schuld mußte mein Kontakt zu Personen herhalten, die rechte politische Ansichten hegen. Daß ich auch viele Freunde im politisch gemäßigten Lager habe, half mir aber nichts, denn auch das wurde mir zum Verhängnis:

»Dabei kam es ihm insbesondere darauf an, auf subtile Weise Unruhe auch in die Teile der Bevölkerung zu bringen, die rassistischen oder nationalistischen Vorstellungen fernstehen.« (S. 238)

Das Gericht schließt dann wie folgt (S. 238):

»Unter Berücksichtigung aller für und gegen den Angeklagten sprechenden Umstände erschien der Kammer die Freiheitsstrafe von

einem Jahr und zwei Monaten

für tat- und schuldangemessen.«

Obwohl ich nicht vorbestraft war, wollte das Gericht mich nicht auf Bewährung verurteilen (S. 239):

Wichtiger Hinweis

In einem Artikel in einer der diesjährigen Ausgaben der Unabhängigen Nachrichten wurde darüber berichtet, daß die Ausgabe 2/1998 unserer Zeitschrift eingezogen und vernichtet wurde. Ich selbst habe darüber in der Ausgabe Nr. 3/1999 dieser Zeitschrift berichtet (S. 357). Dennoch hat es nach diesem UN-Artikel von einigen wenigen Lesern Panikreaktionen gegeben, sie wollten nichts mehr mit mir zu tun haben und forderten mich dazu auf, ihnen nie mehr etwas zuzustellen. Dazu darf ich folgendes erklären:

  1. Der Verlag Castle Hill Publishers veröffentlicht und vertreibt ausschliesslich Literatur, die in Deutschland verboten wurde bzw. von einem Verbot bedroht ist. Wir sehen es nämlich als unsere Aufgabe an, die menschenrechtswidrige deutsche Zensur zu umgehen und dadurch zu brechen. Ausserdem ist dies für einen im teuren Ausland ansässigen Verlag die einzige Marktlücke, in der er neben den weitaus preiswerter produzierenden deutschen Verlagen überhaupt bestehen kann.

  2. Sollte sich herausstellen, daß eines meiner Produkte nicht im bundesdeutschen Reißwolf landet, so bitte ich die deutsche Staatsanwaltschaft, dies doch nachzuholen, denn mein Werbeerfolg hängt wesentlich davon ab, daß meine Schriften verboten sind. Sollte selbst das keinen Erfolg haben, so muß ich mich ernsthaft fragen, ob ich etwas falsch gemacht habe. Denn angesichts des herrschenden Systems fühle ich mich persönlich beleidigt, wenn meine Schriften nicht vernichtet werden.

  3. Nicht die Leser unserer Verlagsprodukte machen sich strafbar, sondern allein die für Herstellung und Vertrieb verantwortlichen Personen von Castle Hill Publishers. Denn selbst nach dem heutigen drakonischen deutschem Recht ist der Bezug von Einzelexemplaren verbotener Schriften zur privaten Verwendung absolut straffrei. Es kann Ihnen also rein gar nichts geschehen, solange Sie nicht mehr Exemplare unserer Schriften beziehen, als erwachsene Personen in Ihrem Haushalt leben.

  4. Straffrei bleibt zudem, wer sich nicht erwischen läßt. Vernichten Sie also alle Belege regelmäßig!

  5. Diktaturen florieren gerade da, wo sich ihre Bürger willig jedem Diktat unterordnen. Es ist bedrückend zu sehen, wie selbst die meisten rechten Blätter in Deutschland allen von oben erteilten Befehlen artigst gehorchen und ihre Leser vor denen warnen, die sich staatlicher Rechtsbeugung widersetzen. Kann man selbstzerstörerischer sein? Ein glücklicher Staat, der solch unterwürfige Untertanen hat!

    Ich gehe daher davon aus, daß es sich bei meinen Lesern um mutige Zeitgenossen handelt, die sich ihrer Verantwortung als mündige Bürger bewußt sind und ihr auch nachkommen.

    Herzlichen Dank für Ihren Mut und Ihre Hilfe, Ihr

    Germar Rudolf

    Castle Hill Publishers

»Dies kam schon deswegen nicht in Betracht, weil dem Angeklagten, der als fanatischer Überzeugungstäter einzustufen ist, keine positive Sozialprognose gestellt werden kann (§56 Abs. 1. StGB). Der Angeklagte hat, was seine Einstellung einmal mehr dokumentiert, während und trotz des laufenden Verfahrens weitere "revisionistische" Schriften veröffentlicht bzw. vorbereitet, die nach der gleichen Strategie der scheinbaren Objektivität wiederum darauf abzielen, den Holocaust zu leugnen. So erschien im Herbst 1994 das Buch "Grundlagen zur Zeitgeschichte"[9] und wurde das Buch gegen Pressac vorbereitet.[10] Die Kammer hat deshalb keine Zweifel, daß der Angeklagte nicht gewillt ist, sich im Hinblick auf die genannten Strafvorschriften künftig rechtstreu zu verhalten.«

Hier läßt das Gericht entgültig die Maske fallen. Nicht nur, daß die beiden vom Gericht getadelten neuen Bücher zur Zeit des Urteilsspruches noch von keinem Gericht als ein "Verbrechen" eingestuft worden waren, weshalb sie überhaupt nicht zur Beurteilung meiner Strafwürdigkeit hätten herangezogen werden dürfen. Außerdem gibt das Gericht hier ausdrücklich zu, daß es mich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wegen meiner wissenschaftlichen Schriften, die mich angeblich als unverbesserlichen Überzeugungs- bzw. Gesinnungstäter ausweisen. Damit ist bewiesen, daß ich nichts anderes bin als ein Dissident, der wegen seiner wissenschaftlichen Überzeugungen politisch verfolgt wird.

Wieviele Jahre gibt es doch gleich für Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung, Herr Vorsitzender Richter Dr. Mayer, Herr Beisitzender Richter Helwerth und Herr Berichterstattender Richter Heitmann? Schauen Sie mal ins Strafgesetzbuch! Glauben Sie bloß nicht, daß Sie ungeschoren davonkommen!

Ȥ 239 Freiheitsberaubung

(1) Wer einen Menschen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter

1. das Opfer länger als eine Woche der Freiheit beraubt. [...]«

Ȥ 339 Rechtsbeugung

Ein Richter, ein anderer Amtsträger oder ein Schiedsrichter, welcher sich bei der Leitung oder Entscheidung einer Rechtssache zugunsten oder zum Nachteil einer Partei einer Beugung des Rechts schuldig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft.«

Bereiten Sie sich schon mal mental auf Ihre Haft von einem Jahr bis zehn Jahre vor!

Finkelstein und die Konsequenzen

Prof. Dr. Norman Finkelstein hat mit seinem neuen Buch The Holocaust Industry, das in dieser Ausgabe besprochen wird, einen wahrhaftigen Durchbruch geschafft. Er als auserwählter Jude darf eben tun, was uns deutschen Untermenschen versagt bleibt: Er behauptet im Prinzip nichts anderes, als daß viele Juden und jüdische Organisationen im Zusammenhang mit dem Holocaust alle möglichen Behauptungen erfinden und übertreiben, um daraus politsch und finanziell ungeheures Kapital zu schlagen, wie noch kein Volk der Erde je Kapital aus Lügen und Übertreibungen geschlagen hat.

Wird Prof. Finkelstein dafür in Deutschland demnächst die Höchststrafe von fünf Jahren erhalten? Nein, denn erstens ist er Jude, und als solcher darf er sich gegenüber Nichtjuden ja dank des Holocaust alles erlauben - wie er selbst auf S. 51 seines Buches schreibt -, zweitens schützt ihn als Juden ja der Holocaust vor jeder Kritik - wie er selbst auf S. 37 schreibt -, und drittens leugnet er ja den holocaust gar nicht - er leugnet ja bloß den Holocaust! Er unterscheidet nämlich zwischen dem "wirklichen" holocaust, den er klein schreibt, und dem Hollywood-Holocaust, den er groß schreibt. Wie er aber als Nicht-Historiker das eine vom anderen unterscheidet, sagt er nicht. Und da ich in jüdischer Dialektik noch nie gut war, überlasse ich es späteren Generation zu entscheiden, wer hier aufrichtiger ist.

Ein Stakkato von Strafverfahren

14 Monate kann man auf einer Pobacke absitzen. Warum tue ich also alles, um nicht ausgeliefert zu werden? Ganz einfach: Es geht gar nicht mehr um 14 Monate, sondern um satte zusätzliche etwa 25 weitere Strafverfahren. Seit ich Deutschland im März 1996 verlassen habe, habe ich nämlich jede Menge wissenschaftlich-revisionistische Literatur veröffentlicht und gezielt dafür gesorgt, daß die bundesdeutsche Zensur im allgemeinen durch das Internet unterlaufen wird, indem ich alles, was in Deutschland verboten wird, im Internet kostenlos anbiete, vorausgesetzt, es hat nichts mit Pornografie oder Gewaltdarstellung zu tun. Die nachfolgende Liste enthält zunächst Fälle, bei denen ich von konkreten Strafverfolgungen erfuhr. Da der Vertrieb von Literatur, die von der Bundesprüfstelle indiziert wurde, ebenfalls eine Straftat darstellt, und ich mich schon immer einen feuchten Kehricht darum gekümmert habe, was Deutschlands Meinungsdiktatoren mir vorzuschreiben versuchen, enthält diese Liste zudem auch Fälle von Indizierungen von Literatur, die ich entweder in gedruckter Form oder aber frei übers Internet anbiete. In jedem dieser Fälle muß damit gerechnet werden, daß er zu einem Strafverfahren führte oder führen wird. Schließlich habe ich all jene Literatur aufgeführt, die ich seit Sommer 1998 veröffentlicht habe, zu einem Zeitpunkt also, ab dem die deutschen Behörden noch nicht einmal mehr indirekt in der Lage waren, mir irgendwelche Strafbescheide zukommen zu lassen. (Bis Sommer 1998 geschah dies meist über die belgische Stiftung Vrij Historisch Onderzoek, die formell als Herausgeber dieser Zeitschrift fungierte). Da inzwischen alles, was ich bis zum Sommer 1998 verfaßt und veröffentlicht hatte, in den Müllverbrennungsanlagen staatlich-deutscher Meinungsterroristen gelandet ist, muß ich davon ausgehen, daß es all meinen Schriften, die ich seither erstellt habe, nicht anders ergangen ist bzw. ergehen wird. Ich nehme mir daher die Freiheit, auch diese anzuführen.

  1. 1994 beschlagnahmt die Staatsanwaltschaft Böblingen während einer Hausdurchsuchung bei mir die nachfolgend aufgeführten Schriften und teilt mit im Sommer 1996 mit, daß sie vernichtet werden. Da ich diese Schriften nach 1994 fortwährend weiter verbreitet habe - und zwar sowohl in gedruckter Form als auch über das Internet - wird es wohl zu weiteren Strafverfahren in diesen Fällen gegen mich gekommen sein:

  1. 1996 befiehlt des Amtsgericht München die Einziehung und Vernichtung der Ausgabe 6/1995 der Staatsbriefe (Castel del Monte, München), u.a. wegen eine Beitrages von mir (Amtsgericht München, 8440 Ds 112 Js 10161/96)[13]
  2. 1996 beschließt das Amtsgericht Berlin Tiergarten Einziehung und Vernichtung der Ausgaben 2 und 3/1995 der Zeitschrift Sleipnir, (Verlag der Freunde, München), u.a. wegen eines von mir verfaßten Artikels (Amtsgericht Berlin-Tiergarten, 271 Ds 155/96)[14]
  3. Im März 1997 eröffnet Richter Dr. Payer vom Amtsgericht Böblingen ein Strafverfahren gegen mich wegen der Verbreitung verbotener Schriften über die Internetseite www.codoh.com (Amtsgericht Böblingen, Az. 9(8) Gs 228/97).
  4. 1997 befiehlt das Amtsgericht Weinheim die Einziehung und Vernichtung der formell von Herbert Verbeke, de facto aber von mir herausgegebenen Schrift Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1996 (Amtsgericht Weinheim, Az. 2 Ds 11 Js 5428/97)[15]
  5. 1997 befiehlt das Amtsgericht Böblingen die Einziehung und Vernichtung des von Rüdiger Kammerer und Armin Solms herausgegebenen, aber von mir verfaßten Werkes Das Rudolf Gutachten, Cromwell Press, London 1993 (Amtsgericht Böblingen, Ref. 9(8) Gs 228/97)[16]
  6. 1997 befiehlt das Amtsgericht Böblingen die Einziehung und Vernichtung des formell von Herbert Verbeke, de facto aber von mir herausgegebenen Buches Auschwitz: Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1996 (Amtsgericht Böblingen, Az. 9(8) Gs 228/97).[17] Am 8. April 1999 schließlich wird das Buch von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften auf den Index verbotener Schriften gesetzt (Bundesanzeiger Nr. 81, 30.4.1999)
  7. Am 2. Dezember 1997 informiert die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften den Herausgeber der Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, formell Herbert Verbeke, de facto aber ich, daß es die Ausgaben 1+2/1997 der Zeitschrift auf den Index verbotener Schriften setzen wird.[18]
  8. Am 12. Mai 1998 informiert die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften den Verantwortlichen der Webseite www.vho.org, formell Siegfried Verbeke, de facto aber immer, und auch formell seit Sommer ich, daß sie die gesamte Website auf den Index verbotener Schriften setzen wird. (Az. Nr. BPjS, Pr. 273/98 UK/Schm)[19]
  9. Am 25. August 1998 benachrichtigt die Staatsanwaltschaft München I den Verleger der Zeitschrift Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, formell Herbert Verbeke, de facto aber Germar Rudolf, daß gegen ihn ein Strafverfahren wegen eines Artikels in der Nr. 1/1998 der Zeitschrift eröffnet wurde, in dem der Grundwasserstand im KL Auschwitz-Birkenau behandelt wird (Staatsanwaltschaft München I, Az. 112 Js 11282/98)[20]
  10. Am 12. Januar 1999 benachrichtigt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften den Verleger der Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, formell Herbert Verbeke, de facto aber Germar Rudolf, daß die Ausgaben 3+4 1997 auf den Index verbotener Schriften gesetzt wurde (Az. No. 5490 (V)).[21]
  11. Am 30. März 1999 befiehlt das Amtsgericht München die Einziehung und Vernichtung der Ausgabe 2/1998 der Zeitschrift Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, veröffentlicht von mir, und teilt mir mit, daß gegen mich ein Strafverfahren eröffnet worden sei.[22] Als Grund werden zwei Artikel angeführt, in denen das KL Majdanek[23] und die Kurzwellenentlausungsanlage in Auschwitz[24] behandelt werden (Amtsgericht München, Az. 812 Gs 16/98).
  12. Am 5. Januar 2000 teilt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften mir als Verleger des Buches KL Majdanek. Eine historische und technische Studie mit, daß es dieses Buch auf den Index verbotener Schriften gesetzt hat. (Az. 5715(V), Bundesanzeiger Nr. 20, 29.1.2000)[25]
  13. Am 19. April 2000 zieht die Staatsschutzpolizei Baden-Württemberg auf Befehl des Amtsgerichts Tübingen das von mir unter dem Pseudonym Ernst Gauss verfaßte Buch Vorlesungen über Zeitgeschichte ein und vernichtet es (Amtsgericht Tübingen, Az. 4 Gs 312/2000).[26]
  14. In folgendem Fall ist mir ein Strafverfahren bisher noch nicht bekannt geworden, erscheint aber wahrscheinlich: J. Graf, C. Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, Castle Hill Publishers, Hastings 1999.[27]
  15. In folgendem Fall ist mir ein Strafverfahren bisher noch nicht bekannt geworden, erscheint aber wahrscheinlich: J. Graf, Riese auf tönernen Füßen. Raul Hilberg und sein Standardwerk über den "Holocaust", Castle Hill Publishers, Hastings 1999.[28]
  16. In folgenden Fällen ist mir ein Strafverfahren bisher noch nicht bekannt geworden, erscheint aber wahrscheinlich: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, Ausgaben 3/98, 4/98, 1-4/99, 1/00, 2/00, 3&4/00.[29]
  17. In folgendem Fall ist mir ein Strafverfahren bisher noch nicht bekannt geworden, erscheint aber wahrscheinlich: Ernst Gauss (ed.) (i.e., Germar Rudolf), Dissecting the Holocaust. The Growing Critique of 'Truth' and 'Memory', Theses & Dissertations Press, Capshaw 2000.[24]
  18. In folgendem Fall ist mir ein Strafverfahren bisher noch nicht bekannt geworden, erscheint aber wahrscheinlich: Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten. Gutachten über chemische und technische Aspekte der "Gaskammern" von Auschwitz, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2000.[30]

Und selbstverständlich ist jede neue Ausgabe dieser Zeitschrift und jedes neue Buch, das ich verlege, ein weiteres Verfahren wert, so daß die Liste wächst und wächst und wächst...

Jeder einzelne dieser Fälle kann in Deutschland mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Freilich würden einige dieser Fälle zusammengefaßt werden, aber es ist wohl unwahrscheinlich, daß man alles in einem großen Fall zusammenfaßte, denn dann würde ich ja nach fünf Jahren schon wieder frei sein und endgültig unerreichbar ins Ausland verschwinden, und alles ginge wieder von vorne los, diesmal aber ohne die leiseste Chance, daß man mich nochmals ausgeliefert bekommt. Also wird man alles tun, um mich so lange wie möglich in Isolationshaft zu halten, um mich womöglich psychisch zu brechen. Würde ich mich also den deutschen Behörden ergeben, so hätte ich im günstigsten Fall mit fünf Jahren Gefängnis zu rechnen, im ungünstigsten Fall aber mit weitaus mehr, vielleicht 10 bis 15 Jahre, und dies alles wegen meiner anerkanntermaßen wissenschaftlichen Schriften und wegen meines recht erfolgreichen Kampfes gegen die totalitäre bundesdeutsche Zensur, der ich meine Webseite www.vho.org gewidmet habe.

Wie geht es weiter?

Seit Oktober 1999 bin ich dreimal umgezogen. Der vierte Umzug steht gerade vor der Tür. Ich komme kaum mehr dazu, meine Sachen richtig auszupacken und zu ordnen, da geht es schon wieder los. Wo auch immer ich mich aufhalte, es ist nur ein Provisorium. Ich schlüpfe einmal bei diesem, ein andermal bei jenem Freund unter. Über die Kosten dieses ewigen Vagabundierens schweigt des Sängers Höflichkeit. Und dennoch ist es mir gelungen, die Vierteljahreshefte weiterhin herauszugeben, wenn auch etwas verzögert, so doch mit gleicher oder, wie manche meinen, mit gar noch erhöhter inhaltlicher Qualität. Ja, mehr noch: Im August ist endlich die englische Ausgabe des Buches Grundlagen zur Zeitgeschichte erschienen: Dissecting the Holocaust, The Growing Critique of "Truth" and "Memory" (Sezierung des Holocaust. Die wachsende Kritik an "Wahrheit" und "Erinnerung" ). 608 Seiten höchster Druckqualität. Die zweite, massiv erweiterte und korrigierte Auflage meines Gutachtens, verfaßt in einem Stil, den auch der Laie versteht, geht heute in den Druck, und die Übersetzung zur englischen Ausgabe wird gerade abgeschlossen. Die Bücher KL Majdanek, KL Stutthof und Riese auf tönernen Füßen sind entweder schon ins Englische übersetzt oder zumindest fast abgeschlossen und werden Anfang/Mitte 2001 erscheinen. Meine Internet-Webseite, die zweitgrößte revisionistische Seite der Welt, wächst nun mit der größten, codoh.com, zusammen. Das alles wurde und wird von jemandem geleistet, der permanent auf der Flucht ist. Denn ich habe beschlossen: Ich weiche Argumenten, niemals aber Gewalt!

Wie das alles möglich ist? Ganz einfach: Solange ich meinen Rechner und eine Telefonsteckdose in der Nähe habe, also solange ich ins Internet komme, solange kann ich auch arbeiten. Wer also mit mir effektiv kommunizieren will, der kommt ums Internet nicht herum. Ich werde also weiter kämpfen - vorausgesetzt, mir geht nicht das Geld und die psychische Kraft aus.

Die Kosten

Freilich hat dieses mein Tun teure Konsequenzen. Da ist zunächst die familiäre Seite. Ich bin nun rechtswirksam geschieden. Ich sehe meine Kinder nur noch etwa einmal im Jahr für wenige Tage, wenn ich Glück habe.

Sodann kommt das Finanzielle. Obwohl ich den Umfang der Vierteljahreshefte 1999 von 80 auf 120 Seiten erhöht habe, wodurch sich Druck- und Portokosten um etwa 35% erhöhten, blieb der Preis bisher gleich. Solange ich es finanzieren konnte, wollte ich mein ohnehin nicht billiges Produkt für Sie nicht auch noch teurer machen. Durch die Talfahrt der DM bzw. des Euros seit seiner Ankündigung im Jahre 1997 bleiben mir von jeder verdienten Mark allerdings zur Zeit nur noch 70 Pfennige: Ende 1996 stand das Pfund bei einem bezüglich der Kaufkraft realistischen Wechselkurs von DM 2,30. Es stieg dann auf DM 2,90, stagnierte dann aber 1999 bei DM 2,70. Die Londoner Wirtschaftfachleute sagten damals voraus, das der Kurs eher noch weiter fallen werde, da das Pfund überbewertet sei. Seit der Einführung des Euro trat aber das krasse Gegenteil ein: der Kurs ist auf DM 3,26 explodiert (Stand: Anfang Oktober 2000). Ich stehe daher nun vor der Wahl, entweder den Preis mit Beginn des Jahres 2001 merklich zu erhöhen, oder aber bei einer nur milden Preissteigerung den Umfang von VffG etwas zu reduzieren, um die Druckkosten etwas abzusenken. Ich gehe zunächst den letzten Weg und werde mit den nächsten Ausgaben des neuen Jahres den Umfang erniedrigen, um mich von einem ungeheuren Kostendruck zu befreien und meine bereits bestehende hohe Verschuldung nicht noch weiter zu verschlimmern.

Zudem ist es für mich zur Zeit sehr schwierig, mit Ihnen als Lesern oder Beitragenden zu meiner Zeitschrift in schriftlichem Kontakt zu bleiben. Da ich keine permanente Adresse habe und mir jeder Brief und jedes Fax auf sicherem, aber umständlichem und zeitaufwendigem Wege zugestellt werden muß, dauert es mindestens vier Wochen, manchmal sogar weitaus länger, bis mich eine Sendung erreicht. Dies gilt insbesondere dann, wenn ich mal wieder umgezogen bin und alle falsch adressierte Post auf eine lange Odyssee geht. Der Rückweg ist auch nicht immer schneller.

Ich bekomme in letzter Zeit immer häufiger Post erboster Kunden, die nicht verstehen, warum ich auf ihre Anfragen, Bestellungen oder Beschwerden nicht umgehend reagiere. Ich darf Sie hier nochmals um Geduld bitte. Selbst ein Fax, das Sie an die in meinem Briefkopf angegebene Nummer senden, erreicht mich nicht wesentlich schneller als ein Brief, denn auch das Fax muß mir nachgesandt werden! Wer in unserer Zeit die Freiheit des Geistes und die Erkenntnisse unabhängiger Geschichtsforschung genießen will, sollte Verständnis aufbringen für die Umstände, unter denen ich zu leben und zu arbeiten habe. Ich habe für die Sache alles geopfert: Karriere, akademischer Titel, Ehe, Familie, Erbe, Freiheit, Sicherheit. Ist es da zu viel verlangt, wenn ich Sie um nichts weiter als um etwas Geduld bitte?

(Fortsetzung folgt)

Willst Du Deine Mitmenschen ärgern, so erzähle ihnen Lügen.

Willst Du Deine Mitmenschen zu rasender Wut aufstacheln, so berichte ihnen die Wahrheit

Der Grund für die gegen Germar Rudolf gerichtete hemmungslose Verfolgungswut:

Germar Rudolfs letzte Werke: Obwohl verboten und verbrannt, erscheinen sie ungehindert in Neuauflagen und in anderen Weltsprachen.

Erhältlich bei CHP,
PO Box 118, Hastings
TN34 3ZQ, England


Anmerkungen

[1]Vergleichbar der NPD in Deutschland.
[2]Eine noch weiter rechts angesiedelte Gruppierung, über die ich herzlich gar nichts weiß.
[3]Mehr oder weniger wiederholt in Jewish Telegraph Agency, 19.10.1999, www.jta.org/story.asp?story=4638; Pressemitteilung des Board of Deputies of British Jews, 19.10.1999, www.bod.org.uk/pr/991019.html; Canadian Jewish News, 21.10.1999, www.cjnews.com/pastissues/99/oct21-99/international/int7.htm.
[4]www.latimes.com/news/nation/updates/lat_libel000107.htm
[5]www.vho.org/Authors/Germar_Rudolf.html.
[6]http://www.parliament.the-stationery-office.co.uk/pa/cm199900/cmhansrd/vo000522/text/00522w13.htm#00522w13.html_wqn1
[7]www.tau.ac.il/Anti-Semitism/asw99-2000/germany.htm
[8]Michael Wolffsohn, »Eine Amputation des Judentums?«, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.4.1993, S. 32.
[9]Ernst Gauss (Hg.), Grabert, Tübingen 1994, zu beziehen für DM 70,- von CHP, PO Box 118, Hastings TN34 3ZQ, UK, online: www.vho.org/D/gzz.
[10]Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Postbus 46, B-2600 Berchem 1, Begien, 1995, online: www.vho.org/D/anf.
[11]Online: www.vho.org/D/Nolte.
[12]Online: www.vho.org/D/dfr; Engl.: www.vho.org/GB/Books/trc
[13]»Naht ein deutscher Bürgerkrieg?«, Staatsbriefe 6(6) (1995), pp. 6-8, online: www.vho.org/D/Staatsbriefe/Rudolf6_6.html.
[14]G. Rudolf and J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, »Briefwechsel«, Sleipnir, 1(3) (1995) S. 29-33; online: www.vho.org/D/Kardinal/LeuchterR.html; Engl.: www.vho.org/GB/Books/cq/leuchter.html; G. Rudolf, »Kein Brief ins Gefängnis?«, Sleipnir 1(2) (1995), nicht online erhältlich. Das Strafverfahren wurde am 21. März 1996 mit Az. 81 Js 2305/95 nach §154 StPO vorläufig eingestellt, weil die zu erwartende Strafe im Vergleich zu der in meinem ersten Przozeß verhängten Strafe »nicht beträchtlich ins Gewicht fallen würde«. Es ist mir nicht bekannt, ob der Fall wieder aufgenommen werden könnte, da ich flüchtig bin.
[15]Online: www.vho.org/D/Kardinal; Engl.: www.vho.org/GB/Books/cq
[16]Online: www.vho.org/D/rga; Engl.: bald online: www.vho.org/GB/Books/trr.
[17]Online: www.vho.org/D/anf; Engl.: www.vho.org/GB/Books/anf
[18]Online: www.vho.org/VffG/1997/1/1_97.html und www.vho.org/VffG/1997/2/2_97.html.
[19]Vgl. auch die Abschrift dieses Dokuments online: www.vho.org/censor/BPjS_vho.html.
[20]Online: www.vho.org/VffG/1998/1/GaeRad1.html; Engl.: www.vho.org/tr/2003/1/GaertnerRademacher3-12.html.
[21]Online: www.vho.org/VffG/1997/3/3_97.html und www.vho.org/VffG/1997/4/4_97.html.
[22]Online: www.vho.org/VffG/1998/2/2_98.html.
[23]Dies war eine Rezension des im nächsten Punkt aufgeführten Buches.
[24]Hans Jürgen Nowak, »Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(2) (1998), pp. 87-105; online: www.vho.org/VffG/1998/2/Nowak2.html; Engl.: in E. Gauss (ed.), Dissecting the Holocaust, Theses & Dissertations Press, Capshaw, AL, 2000, S. 331-324 (online: www.vho.org/GB/Books/dth/found.html).
[25]Autoren: Jürgen Graf, Carlo Mattogno, Castle Hill Publishers, Hastings 1998; online: www.vho.org/D/Majdanek; bald auch in Englisch.
[26]Online: www.vho.org/D/vuez.
[27]Online: www.vho.org/D/Stutthof/index.html.
[28]Online: www.vho.org/D/Riese/index.html.
[29]Online: www.vho.org/VffG/index.html.
[30]Online: www.vho.org/D/rga2
[31]Anm. Juli 2002: Nach der Scheidung von seiner Ex-Frau Scheerer nahm G. Rudolf seinen Geburtsnamen Rudolf wieder an.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(3&4) (2000), S. 393-409.


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