Leserbriefe

Allgemeine Stellungnahmen

Solidarität mit der unabhängigen Forschung

Liebe Mitleser,

nach der Durcharbeitung des 1. Heftes, 2. Jahrgang, stelle ich mit Freude fest, daß die Qualität der Artikel ständig steigt. Vor allem - worauf ich wert lege - hat sich die Zahl der Dokumente aus Archiven als Beweismittel deutlich gesteigert. Damit wird es möglich, dem alten forensischen Grundsatz: »Sachbeweis geht vor Zeugenbeweis« wieder mehr Geltung zu verschaffen. Noch mehr Zeugenbeweise werden dadurch desolat und unterstützen die Zweifel, sogar Zeugenschelten, die J.-C. Pressac in seinem ersten Buch laufend zum Ausdruck bringt.

Jeder von uns kann das Ergebnis der enthaltenen Artikel bewerten und - soweit Sie im gleichen Alter sind - auch den Wahrheitsgehalt prüfen und feststellen, wieviel Fachwissen darin verborgen ist. Alle Artikel sind getragen von dem Wunsch, wirklich geschehenes Unrecht von behauptetem zu trennen.

Zwischen den Zeilen lese ich natürlich auch, welche Geldmengen von den Autoren - sicher auch unter Beihilfe von Lesern, wie mir bekannt ist, aufgebracht werden müssen, um die Dokumente beizubringen. Dem gilt mein Aufruf. Es ist und muß unser Interesse sein, die wir auch die Wahrheit lieben, die Verfasser der Arbeiten mit einem Optimum an Dokumenten auszurüsten. (Wer die Anmerkungen der Artikel aufmerksam liest, erkennt auch die Listenbasis, aus der sie zu entnehmen sind. In Amerika liegen die Filmrollen der Dokumente seit 1992. Eine Veröffentlichung - nicht einmal eine uns belastende - ist bisher nicht bekannt.) Wir sind also aufgerufen zu spenden, und das so viel jeder es vermag. Nur schnell und viel gegebene Spenden können sinnvoll sein.

Wir sollten jedoch dem Redakteur der Vierteljahreshefte, Germar Rudolf, den Auftrag erteilen, dafür zu sorgen, daß jede Mark so eingesetzt wird, daß alle Autoren darauf Zugriff haben. Ich meine, so bekunden wir ihm auch unseren Dank für sein bahnbrechendes Gutachten, sein Buch Vorlesungen zur Zeitgeschichte, die von ihm herausgegebenen Sammelwerk Grundlagen zur Zeitgeschichte und Auschwitz: Nackte Fakten und nun die Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung genauso wie für die Folgen, die er daraus noch heute trägt wie viele andere auch.

Meine Altersgenossen und -genossinnen erinnere ich daran, daß wir alle nur noch wenige Jahre haben, unseren Kindern und Enkelkindern das Rüstzeug zu hinterlassen, das es ihnen ermöglicht, eines Tages die Wahrheit nachzulesen und vielleicht weiter dafür einzutreten.

Es soll auch ein Zeichen des Dankes sein, das wir unseren Mitstreitern aus allen Ländern für ihren Einsatz setzen können. Denken wir daran, daß dieser Einsatz z.B. dem Franzosen Prof. Dr. Robert Faurisson fast das Leben gekostet hätte. Nicht zu vergessen sind alle, die verurteilt wurden und sogar, wie Dipl.-Pol. Udo Walendy, im Gefängnis darben, weil sie sich nicht vom Weg der Wahrheit haben abbringen lassen und mittelalterlicher »Offenkundigkeit« Widerstand entgegengesetzt haben. Nicht zuletzt aber denken sie auch an die Vorkämpfer, wie den Franzosen Prof. Paul Rassinier (selbst ehemaliger KL-Häftling) und andere, denen man in übelsten Formen mitspielte.

Übersehen Sie aber auch nicht, daß man bereits wieder versucht, Archive zu schließen, die erst wenige Jahre (6) geöffnet waren. Die FAZ berichtete am 17.10.1997 über das Prager Archiv in dem das »Kriegsarchiv der Waffen-SS« aufbewahrt wird:

»Die Schließung könnte nach dem Bericht der Tageszeitung »Dnes« auch auf Druck aus Bonn hin erfolgt sein.«

Ein tschechischer Geheimdienstmajor namens Ladislav Bittmann berichtete 1972 in einem Buch Geheimwaffe D über daraus von Sowjetrußland gefertigte Fälschungen. Darüber soll wohl nichts bekannt werden. Kommentar überflüssig.

Jüngere Leser sollten der Erlebnisgeneration von meinem Aufruf berichten, aber auch nach ihren Möglichkeiten mitmachen. »Einigkeit macht stark!« gilt auch heute noch, gegen die auf der anderen Seite unbegrenzten Geldmittel.

Friedrich Faßbender, Bielefeld


Über das Schicksal der Juden in Weißrußland

Verehrte Redaktion,

zur Zeitschrift im Großen und Ganzen: ausgezeichnet! Ich beschäftige mich erst seit kurzer Zeit, d. h. seit Rudolfs Gutachten, mit diesen Fragen, und Ihre Publikationen sind sehr hilfreich. Nicht alles ist gleich gut, wie sollte es auch. Manches ist mit zuviel Dampf formuliert, leider neigt auch Herr Rudolf dazu, aber zum Glück nur selten. Die Dinge sprechen doch für sich selbst, also Stil wie Irving oder Greg Raven (und nicht Faurisson). Eine Sorge habe ich: Kommen Sie mit dem Preis zurecht? Ich könnte gut etwas mehr bezahlen, wenn damit die Zukunft der Zeitschrift gesichert wäre.

Am wichtigsten erscheinen mir die Zeitzeugenberichte, denn die bekommt man nur noch kurze Zeit. Leider war die Befragung von Münch ja wenig ergiebig, dafür um so besser Holming über Becker und Nemo Anonymus. Diese (und eventuelle ähnliche) Aussagen sollten Sie notariell beurkunden lassen. Es wird irgendwann einmal wichtig sein zu beweisen, daß diese Personen existiert haben, und daß es Dokumente gibt, die zeigen, daß sie die Beobachtungen tatsächlich gemacht haben können, z. B. Anonymus in Birkenau mit Kriegstagebuch des Regiments. Besonders wichtig wären Befragungen der in den Treblinka- und Auschwitzprozessen Verurteilten. Auch die Lebenslänglichen müßten inzwischen wohl entlassen sein oder bald entlassen werden. Welche Motive hatten sie für ihre Aussagen bzw. Geständnisse? Welche (Schweige-)Auflagen gab man ihnen, und womit wurde das begründet?

Besonders wichtig scheint mir die Frage zu sein, was sich eigentlich in Belarus abspielte, genauer im östlichen, militärverwaltetem Teil. Herr Werner hatte ja einiges an Material publiziert, vielleicht hat er auch danach noch weiter gesammelt. Leider reagiert er nicht auf Anschreiben. Ich hatte ihm ein, wie mir schien, wichtiges Zitat geschickt, aber das war wohl keine ausreichende Eintrittskarte. So will ich es Ihnen mitteilen, es stammt nämlich aus einer ziemlich abgelegenen Quelle. Ich fand es bei Fritz Arlt, Polen- Ukrainer- Judenpolitik, Lindhorst 1995. Das Buch enthält eine erfolgreiche Widerlegung von Vorwürfen, die ihm Götz Aly in Vordenker der Vernichtung gemacht hat. Arlt druckt im Faksimile einen Brief Alys ab. In diesem Brief zitiert Aly aus dem Brief eines mit Arlt bekannten SS-Mannes aus dem Generalgouvernement (wohl Krakau) an einen Freund vom 21.6.42:

»Wir nehmen jeden Tag züge [sic] mit je über 1000 Juden aus ganz Europa an und verarzten sie hier, bringen sie mehr oder weniger provisorisch unter oder schieben sie meist weiter, hinein in die weißruthenischen Sümpfe Richtung Eismeer, wo sie alle - wenn sie es überleben (und das tun die Juden vom Kurfürstendamm oder aus Wien und Freiburg bestimmt nicht) - gegen Kriegsende versammelt sind, nicht ohne einige Autostraßen fertig gebaut zu haben. (Aber man soll nicht darüber sprechen.) «

Interessante Informationen dazu finden sich auch in den Protokollen des Nürnberger Hauptprozesses (Bd. I, 51 und VII, 635). Die Anklage hat vorgetragen, die Deutschen hätten im Februar/März im Ozarichi-Gebiet (Polessigegend) Vernichtungslager ohne Krematorien und Gaskammern in unmittelbarer Frontnähe errichtet. Die Rote Armee fand dort 33.000 Kinder, Frauen und arbeitsunfähige Männer.

Werner hat Karten publiziert, aber nur vom zivilverwalteten Teil von Belarus, die eine starke Zunahme der Besiedlungsdichte zeigen (Umsiedlung der Weißrussen aus dem östlichen Teil). Eigentlich müßte es doch Luftaufnahmen des militärverwalteten Teils geben, vergleichbar denen, die Ball ausgewertet hat.

Eine endgültige Lösung aller Probleme wird sich aber wohl nur zusammen mit den Russen erreichen lassen. Es müßte doch noch Menschen geben, die im großen vaterländischen Krieg als Wlassow-Anhänger auf unserer Seite standen. Ob Joachim Hoffmann welche kennt? Was ist mit den Überlebenden der ukrainischen galizischen Division, was wissen sie z. B. über Babi Jar und vergleichbares? Auch von Bandera-Anhängern und Kosaken kann man vielleicht Manches erfahren. Sie alle sähen wohl kaum Schwierigkeit darin, angeblich deutsche als gegebenenfalls tatsächlich kommunistische Verbrechen zu entlarven. Damit hätten Leute wie Jelzin sicher ihre Schwierigkeiten, denn es würde den Ruhm des großen Sieges mindern.

U.B.


Die Prinzipien der Geschichtsforschung

In der heimatkundlichen Zeitschrift Schöne Heimat - Erbe und Auftrag (hgg. vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V., München) erschien kürzlich ein interessanter Artikel von Toni Siegert über die Mängel und Aufgaben der Zeitgeschichtlichen Heimatforschung unter dem Titel »Forum Heimatforschung: Zeitgeschichte als Regionalgeschichte. Beispiele aus der NS-Zeit aus der Oberpfalz«. Daraus seien folgende interessante Passagen zitiert:

»So suchen KZ-Gedenkstättenbesucher in Dachau und Flossenbürg Gaskammern, die es dort nie gegeben hat.[...]

Bis zur Stunde wissen wir auch nichts darüber, wieviel Menschen denn nun hierzulande im Bombenhagel anonym umgekommen sind! Über die Flammenhöllen von München, Nürnberg und Würzburg wurde publiziert. Aber wer weiß schon, daß es auch auf dem flachen Land lokale Infernos gab - beispielsweise in Schwandorf oder Neumarkt in der Oberpfalz? In monatelanger Arbeit habe ich unlängst versucht, aus unveröffentlichten Akten und Zeugenberichten eine einigermaßen greifbare Zahl für den damals vereinigten Regierungsbezirk Niederbayern/Oberpfalz zu rekonstruieren. Man glaubt es kaum: Vom Herbst 1944 bis Frühjahr 1941 starben in den Kleinstädten und Dörfern 4810 Menschen bei Luftangriffen.

Wieviel Menschen in Bayern wurden ferner von alliierten Tieffliegern auf offener Straße erschossen, von marodierender SS ermordet, von fanatischer Feldgendarmerie aufgehängt?« (S. 176)

»Geschichte darf nicht mißbraucht werden, Manipulation anstelle ernsthafter Forschung stehen. Nicht forsche Interpretation ist gefordert, sondern qualifizierte Quellenkritik. Wer, wie dies eine Zeithistorikerin aus Niederbayern mehrfach demonstriert hat, in diesen hochsensiblen Bereichen zuerst die Interpretation und dann hinterher die dünnen Fakten liefert, wird zwangsläufig die Peinlichkeit erleben, passen zu müssen, vor Gericht, gegenüber unumstößlichen Gegenbeweisen. [...]

»Bei der Arbeit mit den Quellen darf der Forscher keinesfalls davor zurückscheuen, sich die Finger schmutzig zu machen. Er muß sich vielmehr fragen, wo liegen - außerhalb der offiziellen Archive - noch verschüttete Quellen, auf Rathausspeichern, in alten Kellern von Landratsämtern, im Privatbesitz? Und was mündliche oder schriftliche Zeugenüberlieferungen angeht: Wie zuverlässig ist mein Zeitzeuge? Wie war sein Vorleben? Passen seine Angaben mit den gesicherten Daten überein? Sind Ungereimtheiten da? Und vor allem: Kann er schriftliche Aufzeichnungen bieten, am besten aus der Zeit vor 1945, Briefe, Tagebücher, Notizen? Wer eine dieser Grundregeln mißachtet, wird Schiffbruch erleiden. [...]

Im Computerzeitalter ist zwar das Auffinden der gängigen Literatur wesentlich erleichtert, aber ihre mühsame Auswertung immer noch der Sorgfalt des einzelnen Forschers überantwortet. Heutzutage läßt sich ein bibliographischer Apparat mittels moderner EDV-Recherche problemlos aufschäumen. Das macht Eindruck. Notfalls "scannt" man aus Spezialwerken ganze Seiten bibliographischer Daten ein. Das Textprogramm sortiert das dann so, als hätte man alles wirklich durchstudiert und gelesen. Alles Bluff.

Zum Schluß dürfen Zeitzeugen munter plaudern. Die Quellenkritik fällt nahezu unter den Tisch. Wir sehen: Moderne Technik bringt nicht unbedingt Segen in die Forschung. Hier lauern Gefahren.

Darüber hinaus neigen moderne Wissenschaftler leider dazu, schnell zu kapitulieren, wenn die Computer-Abfrage im Internet mit Null-Ergebnis endet. An die Stelle der Feldforschung mit breitangelegter Aktenauswahl tritt mitunter worthülsige Interpretation schmaler Aktenbestände.«

Welch größeres Lob kann es für den Revisionismus, so wie er in dieser Zeitschrift präsentiert wird, geben, und welch größeren Tadel für das Holocaust-Establishment?

Bernd Altmann, Cottbus


zu: M. Gärtner und W. Rademacher, Grundwasser... (VffG 1/1998, S. 2-12)

Interpretation des VffG-Titelbildes

Verehrte Redaktion,

als fachkundiger Leser darf ich Sie darauf hinweisen, daß das Titelbild eine sicher übersehene Aussage macht. Es ist mir erinnerlich im Gutachten von G. Rudolf enthalten. Wenn man den Aushub des Grabens genau betrachtet, so zeigt sich ein sehr grobes Material und nicht etwa Erdreich. Vermutlich ist es aus einer Packlage (Frostschutzschicht), die auf das ursprünglich vorhandene Gelände aufgeschüttet wurde, um den Straßenkörper zu schützen. Das wiederum läßt die Vermutung zu, daß die Differenz vom Grundwasser zum ursprünglichen Gelände auch 1991 wieder unter 50 cm lag. Vielleicht haben die auf dem Photo erkennbaren Herren ein gutes Gedächtnis und erinnern sich noch.

Dipl.-Ing. C. Rowedder, Fulda


zu: Carlo Mattogno, Die »Gasprüfer«... (VffG, 1/1998, S. 13-22)

Carlo Mattogno hat in guter Revisionistenart - von unseren Gegnern und der deutschen Justiz in einschlägigen Gerichtsurteilen als »pseudowissenschaftlich« bezeichnet - aus einem Rohdiamanten einen geschliffenen geformt. Wir wollen lediglich kundtun, daß wir, die Ingenieure aller Sparten, uns mit seiner erweiterten Beweisführung identifizieren. Unsere folgenden Ergänzungen sind also Marginalien und sollen nur "nachpolieren".

In 4) hat Mattogno völlig richtig den bürokratischen Hintergrund geschildert und nur übersehen, daß die Zentralbauleitung in vielen Fällen Leistungen abgelehnt hat, die nicht zu den Baukosten gehörten. Die Akten der ZAM, identisch mit seiner Abkürzung TCIDK, weisen solche Fälle vielfach nach. Es muß somit davon ausgegangen werden, daß a) einerseits die Bestellung der Gasprüfer zu betreiben die Angelegenheit des ZA Jährling war (und nur das ist die Begründung für seine Beteiligung) und b) andererseits die Bauleiter Janisch und Kirschneck die Bestellung von »Anzeigegeräten für Blausäure-Reste« sicher abgelehnt hätten, weil es eben keine Baukosten gewesen wären. Offenbar waren beide Bauleiter beteiligt, das beweist ein Dokument (ZAM 502-1-313-57), eingegangen vom Standortarzt am 23.1.43, über eine Unterredung mit Janisch. Damit ist u. a. aber auch bewiesen, daß der Standortarzt beim Bauvorhaben als Sachkundiger mitgewirkt hat.

Ansonsten sind wir der Überzeugung, daß die Beweisführung keine Zweifel zuläßt und daß es daher eigentlich unnötig ist, auf das Thema "Fälschung" einzugehen. Wenn wir dennoch hierzu Ausführungen anschließen, dann nur deshalb, weil eine Fälschung nicht auszuschließen ist und wir uns auch damit befaßt haben. Schließlich wäre es nicht der erste und nicht der einzige Fall.

Zunächst haben wir die erhaltene Kopie wieder auf den richtigen Maßstab gebracht. Wir benutzen, sofern auf den Kopien erkennbar (wie hier der Fall), die Ausstanzungen des Lochers im Briefbogen als Maßstab. Der Eingangsstempel hat dann an mehreren Stellen auffällig auseinanderlaufende, nicht rechtwinklige Linien im Bereich der Paraphe von Bischoff. Weitere Hinweise sind überflüssig.

Es ist bedauerlich, daß man J.-C. Pressac eine Fälschung unterschiebt, aber leider läßt sein ganzes Verhalten es zu. Ständig finden sich in seinen Büchern ganze Passagen, ja Seiten wieder, in denen er die gewagtesten Behauptungen aufstellt, ohne dafür den geringsten Beweis zu führen. So eine klare Beweisführung, wie u. a. die von Mattogno, kennt er in seinem ersten Buch nicht. Seine Phantasie geht mit im laufend durch. Es nimmt ihm niemand übel, daß er versucht Beweise für seine Theorien zu erbringen, nur seine Wege, die er dazu beschreitet, kann man nicht akzeptieren. Nicht einmal seine Versuche, die Zeugenaussagen zu relativieren, ändern daran etwas.

In seinem ersten Buch ab ca. Seite 413 artet seine Phantasie derart aus, daß man den Eindruck gewinnt, er sei seiner Sinne nicht mehr mächtig. Er findet Begründungen, die einen sachlich und nüchtern denkenden Ingenieur an seinem Verstand zweifeln lassen. Seine Eskapaden werden erst verständlich, wenn er auf Seite 537 eingesteht:

»Ich habe ein paar schlechte Angewohnheiten mitgebracht, mich bis zur Bewußtlosigkeit mit harten Getränken zu besaufen, wenn die Dinge schlecht laufen und alles grau aussieht, Mahlzeiten auszulassen, Benzin zuschieben, [...].« (Übersetzung d. Verf.)

Pressac scheint gegen Ende des Buches häufig seiner angegebenen Krankheit verfallen zu sein. Sah er seinerzeit schon, wie schlecht die Dinge für ihn liefen? Wie muß er sie dann heute erst sehen, nachdem uns wirkliche Dokumente zur Verfügung stehen.

Andererseits belegt er die Unterschiede, die zwischen uns bestehen. Er schreibt gegen Honorar Auftragsarbeiten und stand deshalb, ja steht noch, unter Erfolgszwang. Wir schreiben für die Wahrheit mit eigenem Geld und nur unserem Gewissen verpflichtet. Als "Honorar", das zeigen viele Beispiele, winken uns eher Verfolgung durch den Staatsanwalt und sogar Gefängnis in Deutschland.

Arbeitskreis Zeitgeschichte der VDI-Ingenieure, Berlin


zu: Nemo Anonymus, Ein Deutscher Soldat... (VffG 4/1997, S. 263f.)

Über den Tod von Ernst Thälmann

Sehr geehrter Herr Chefredakteur,

In Heft 4, 1. Jg. dieser Zeitschrift wird auf den Seiten 263f. (Ein deutscher Soldat in Auschwitz und Buchenwald) u.a. über den Tod des Ernst Thälmann im KL Buchenwald berichtet. Dieser wurde, heißt es dort, »beim Bombenangriff neben dem Bahngleis getötet«. Diese Angabe steht natürlich im Widerspruch zu der, wenn auch inzwischen etwas verhaltener, verkündeten Version der Hofgeschichtsschreibung, wonach Ernst Thälmann »von der "SS" erschossen« worden sei. Ein diese These stützender Prozeß gegen den ehemaligen SS-Oberscharführer Wolfgang Otto, ist im Frühjahr 1988 vor einem Düsseldorfer Schwurgericht geführt worden. Daß die Behauptung der Ermordung E. Thälmanns durch die SS durchaus und trotz des damals angestrengten Verfahrens zweifelhaft ist, ergibt sich in signifikanter Weise auch aus einem weiteren, höchst unverdächtigen Indiz: Nach dem Ende des 2. Weltkrieges (vermutlich sogar unmittelbar danach, das Jahr der Drucklegung ist nicht angegeben) erschien im Verlag für Wissenschaft und Literatur GmbH, Leipzig, eine, als »ein Tatsachenbericht« apostrophierte Schrift unter den Titel Das war Buchenwald. Herausgeber war die Kommunistische Partei Deutschland, Stadt und Kreis Leipzig; sie wurde vorgestellt als eine »Kollektivarbeit einer Anzahl Buchenwald-Häftlinge aus Leipzig, zusammengestellt von Rudi Jahn/Leipzig, Buchenwald-Häftling Nr. 5495«. Im Inhaltsverzeichnis dieser Broschüre sind 29 Einzelbeiträge genannt, darunter zwei Gedichte und eine Totentafel. Bei 24 dieser Beiträge sind die Verfasser jeweils mit Namen und Häftlingsnummern genannt. Auf Seite 88, unter der Überschrift »Der Luftangriff auf Buchenwald« steht u.a., eingerückt als besonderer Absatz und durch kursive Schrift hervorgehoben:

»Ernst Thälmann kein Opfer dieses Luftangriffes er wurde feige von der SS ermordet«.

Weiter heißt es dort:

»Wenige Tage nach dem Luftangriff erschien in der gesamten deutschen Presse eine Notiz, in welcher mitgeteilt wurde, daß bei einem am 27. August 1944 erfolgten Luftangriff auf das Konzentrationslager Buchenwald der Führer der Kommunistischen Partei, Ernst Thälmann, ums Leben gekommen sei. Das ist eine infame Lüge. Erstens einmal wurde das Lager Buchenwald überhaupt nicht angegriffen und zweitens hat sich Ernst Thälmann nicht im Lager Buchenwald befunden. [Auch dieser Satzteil ist durch Kursivschrift hervorgehoben, d.V.] Er wurde feige und hinterhältig von SS-Banditen ermordet [...] Weil man sich vor einem Prozeß gegen Thälmann [...] fürchtete, hielten ihn die faschistischen Mörder zwölf Jahre lang [...] hinter Zuchthausmauern, um ihn in der letzten Phase ihres Zusammenbruches zu ermorden«.

Es ist auffallend, daß der Berichterstatter zwar in signifikanter Weise festhält, daß sich Thälmann »nicht im Lager Buchenwald befunden« habe, es aber merkwürdigerweise unterläßt zu sagen, hinter welchen »Zuchthausmauern« er nun eingesperrt und schließlich ermordet worden war. Freilich, und auch dies auffallend (oder müßte man sagen "einleuchtend"?), ist dieser Bericht einer von den o.e. Vieren, bei denen die Verfasser nicht genannt sind.

K.D. Schönherr, Otterfing


zu: Otto Humm, Die Gespensterkrankheit (VffG 2/1997, S. 75-78)

Nachhilfe in Griechisch

Lieber Chefredakteur,

da Altgriechisch mein Fachgebiet ist, ist mir dieser Fehler sofort aufgefallen und ich habe ihn nochmals überprüft. Entgegen der Ausführung von Humm: »Der Name Typhus leitet sich aus dem griechischen tgfos ab, was soviel wie blind heißt« bedeutet dieses Wort im Altgriechischen etwas anderes:

1. tu j os bedeutet a) Fieber [wie im Falle von Typhus); b) Verwirrung und c) Unsinn

2. Es hätte heißen müssen: u , Upsilon, nicht g , Gamma, und schließlich s für Sigma, nicht s , das nur bei einem beginnenden oder mittigen Sigma verwendet wird.

3. Blindheit hingegen ist ein ähnliches griechisches Wort: tu j lós

4. Sowohl tu j os als auch tu j lós leiten sich, so glaube ich sagen zu könne, von tu ptw ab, was soviel bedeutet wie schlagen, hieben, stoßen, befallen (vgl. auch Typ, typisch).

Falls in Zukunft bei griechischen Wörtern wieder einmal Hilfe gebraucht wird, so bin ich gerne dazu bereit.

Robert Countess, Toney, Alabama


zu: Göran Holming, Wieviele Gefangene... (VffG 4/1997, S. 255-257)

Geographischer Irrtum

Verehrter Herr Herausgeber,

Mir scheint, daß Major Holming auf Seite 257 seines Beitrages Saloniki (Thessaloniki) irrtümlich nach Thessalien verlegt. Saloniki befindet sich in Mazedonien. Seine Überlegungen bezüglich Griechenlands brechen daher schon an diesem Punkt zusammen. Aber womöglich hat ja auch Linnér Saloniki irrtümlich zu Thessalien gezählt, jedoch kann man dies dem kurzen von Holming zitierten Auszug aus Svenska Dagbaded nicht entnehmen.

Jedenfalls sollte Major Holming diesbezüglich eine Richtigstellung bringen, da ich wohl nicht der einzige sein werde, der dies bemerkt hat.

N.N.


Errata

VffG 3/97, S. 219, rechte Spalte: Herrn Dr. Sander wurden die Gerichtskosten sehr wohl auferlegt.

VffG 3/97, S. 198, linke Spalte: Entgegen der dortigen Darstellung ist der Redaktion kein Dokument bekannt, aus dem eine Sonderbehandlung von Simone Veil hervorgeht.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(2) (1998), S. 158-161.


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