Geschichte und Pseudogeschichte

Eine Erwiderung auf Prof. Dr. Michael Shermers Thesen zum Revisionismus

Von Dipl.-Chem. Germar Rudolf

Zur Vorgeschichte

Es kommt selten vor, daß sich ein etablierter Geschichtsprofessor direkt auf eine Diskussion mit den Holocaust-Revisionisten einläßt, um nicht zu sagen: Dies war ein "erstes Mal": Am 22. Juli 1995 erschien Prof. Dr. Michael Shermer vom Occidental College, LA, in Costa Mesa bei einer extra zu seinen Ehren veranstalteten Podiumsdiskussion auf Einladung des Institutes for Historical Review, dem seinerzeit führenden revisionistischen Geschichtsinstitut. Anlaß für diese Einladung war die achte Ausgabe der von Shermer herausgegebenen Zeitschrift Skeptic, in der er sich mit den Thesen der Revisionisten auseinandergesetzt hatte Abb. 1).

Während der Diskussion machte Shermer erstaunliche Zugeständnisse, wie etwa, daß er die angebliche Gaskammer in Mauthausen für sehr fraglich halte, da die dort gezeigte Tür nicht abschließbar sei und die Museumsbehörden seine spezifischen Fragen über die Gaskammer widersprüchlich beantwortet hätten. Auch eine der im KL Majdanek gezeigten Gaskammern halte er schlicht für eine Entlausungsanlage. In Majdanek seien wie auch in Mauthausen oder Dachau Menschenvergasungen höchstens in kleinem Maßstab durchgeführt worden. Sogar bezüglich der Gaskammern in den Krematorien II und III in Auschwitz-Birkenau zeigte er sich skeptisch, da er bei einem Besuch vor Ort keine Spuren der von Zeugen beschriebenen Zyklon B-Einwurfsäulen habe finden können. Shermer hält zwar nicht den Holocaust an sich für einzigartig im nicht-trivialen Sinne, sehr wohl aber die in der Holocaust-Geschichte enthaltene mystische Macht. Auch habe er keine Probleme damit zuzugeben, daß die Holocaust-Geschichte schon zigmal revidiert worden sei und auch in Zukunft weiterhin revidiert werden werde, allerdings nicht von den Revisionisten. Das Problem der Revisionisten sei, daß ihnen fortwährend von anderen - zu Recht oder zu Unrecht - ein ideologisches Etikett angeheftet werde, wodurch man meint sich erlauben zu können, sie zu ignorieren oder gar zu bekämpfen.

Während dieser Diskussion fiel auf, daß Shermer den Revisionisten einerseits zwar erstaunlich viele Zugeständnisse machte, andererseits aber vielen von den Revisionisten aufgeworfenen Fragen auswich, wie etwa der, warum er nur die möglichen ideologischen Motive der revisionistischen Seite untersuche, nicht aber die der anderen Seite. Oder wie er zwar einerseits die vielen bereits auch von "offizieller" Seite inhaltlich verworfenen Zeugenaussagen ablehnen könne, andererseits aber andere bislang vom Establishment nicht angegriffene, inhaltlich aber nicht minder unglaubhafte Zeugenaussagen kritiklos hinnehmen könne.[1]

Skeptic Magazin

Abb. 1: Skeptic, Jg. 2, Bd. 4, 1994. Bezug: Skeptics Society, 2761 N. Marengo Ave., Altadena, CA 91001, USA

Wissenschaft und Pseudowissenschaft: eine Definition

Bevor man mit Prof. Shermer und anderen exterminationistischen Gelehrten in eine Diskussion tritt, sollte geklärt werden, was Wissenschaft und was Pseudowissenschaft ist. Nachfolgend will ich mich hierbei in groben Zügen an Prof. Dr. Karl R. Poppers oft zitiertes erkenntnistheoretisches Werk Objektive Erkenntnis halten.[2] Dafür möchte ich zunächst die wichtigsten Voraussetzungen der Wissenschaft kurz aufzählen:

  1. jede Anfangsthese ist erlaubt;
  2. kein Forschungsergebnis kann verboten, keines vorgeschrieben werden;
  3. jedes wissenschaftliche Ergebnis muß der Öffentlichen Debatte ausgesetzt werden, d.h. es muß veröffentlicht werden, damit es von der wissenschaftlichen Gemeinschaft verifiziert bzw. widerlegt werden kann;
  4. Thesen, die aus logischen Gründen auch theoretisch nicht widerlegbar sind, sind unwissenschaftlich;
  5. Thesen, die aufgrund juristischer Hindernisse praktisch nicht verifizierbar oder widerlegbar sind, können nicht auf ihren wahrscheinlichen Wahrheitsgehalt hin überprüft werden, da nur der Fehlschlag hartnäckigster Widerlegungsversuche den wahrscheinlichen Wahrheitsgehalt einer These darlegen kann;
  6. ernsthafte und hartnäckige Widerlegungsversuche sind das Herz des wissenschaftlichen Diskurses.

Daraus ergeben sich auch direkt die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft:

  1. Thesen oder Argumente, die aus logischen Gründen nicht widerlegt werden können, sind unwissenschaftlich oder pseudowissenschaftlich. Ein Beispiel dafür sind Argumente im Stil von: »Die Tatsache, daß es keine materiellen Beweise gibt, beweist, daß diese Beweise spurlos beseitigt wurden«. Hier dient das Fehlen von Beweisen für eine These nicht etwa der Widerlegung der These, sondern ihrer Bestätigung. Derartige Argumente sind theoretisch unwiderlegbar und daher pseudo- bzw. unwissenschaftlich.
  2. Arbeiten, die wichtige, in allgemein bekannten bzw. zugänglichen Publikationen veröffentlichte Gegenargumente ignorieren, die ihre Gültigkeit untergraben bzw. widerlegen, sind pseudowissenschaftlich. Wenn beispielsweise eine wissenschaftliche Arbeit vorgibt, eine andere These zu widerlegen, zugleich aber die wichtigsten Argumente der angegriffenen These gar nicht erst aufgreift, so handelt es sich um ein pseudowissenschaftliches Werk.
  3. Werke, die fächerübergreifenden logischen Regeln oder auch fachspezifische Regeln und Gesetzmäßigkeiten eines Fachgebietes mißachten, können als unwissenschaftlich eingestuft werden, sofern es nicht diese Regeln und Gesetzmäßigkeiten selbst sind, die zur Diskussion gestellt werden. Denn schließlich unterliegen auch die fächerübergreifenden sowie fachspezifische Regeln und Gesetze der Revision.[3]

Aus dem Ausgeführten folgt, daß eine These selbstverständlich weder dadurch pseudowissenschaftlich wird, daß sie von einem Laien oder Fachfremden vorgelegt wird, noch automatisch wissenschaftlich ist, wenn sie von einem Experten dargeboten wird. Ferner ist ersichtlich, daß irgendwelche ideologischen Interessen eines Autors keinen unmittelbaren Einfluß auf die Frage haben können, ob dessen Arbeit(en) wissenschaftlich sind oder nicht. Deshalb wird diese Frage hier grundsätzlich nicht behandelt, auch wenn es Grund zu der Annahme gibt, daß es auch auf exterminationistischer Seite Individuen mit massiven ideologischen Interessen gibt.

Wissenschaft und Pseudowissenschaft bei Revisionisten und Exterminationisten

Norman G. Finkelstein hat jüngst und zu Recht die über den Holocaust existierende Literatur in »unhistorische Holocaust-Literatur« und »Holocaust-Wissenschaft« unterteilt.[4] Dies trifft nicht nur auf die exterminationistische Seite zu, sondern auch auf die revisionistische. Zumal das Thema »Holocaust« wie kein anderes mit Emotionen angefüllt und von ideologischen Verführungen durchsetzt ist, fühlen sich auf beiden Seiten viele Menschen dazu berufen, zu diesem Thema ihre Meinung zum Besten zu geben, ohne dabei über eine ausreichende sachliche Basis zu verfügen bzw. ohne sie sich verschaffen zu wollen. Dementsprechend wimmelt es hier von Literatur und natürlich auch Filmen und Rundfunkreportagen, die ungeachtet des heutigen Forschungsstandes viele Legenden kolportieren. Diese pseudowissenschaftlichen Darstellungen dürften die überwiegende Mehrheit stellen.

Michael Shermer hat zu Recht darauf hingewiesen, daß es unwissenschaftlich ist, aus dem Fehlen eines Teiles in unserem riesigen Geschichtspuzzle des Titels »Zeitgeschichte« zu schließen, daß das ganze bisher zusammengesetzte Puzzle falsch sei.[5] Es wäre in der Tat unwissenschaftlich, aus dem Fehlen von Kenntnissen und aus einzelnen Unklarheiten und Widersprüchen auf die Falschheit des Ganzen zu schließen. Denn da es prinzipiell immer unmöglich sein wird, alles über unsere Vergangenheit zu wissen, es mithin also immer Wissenslücken geben wird, wäre es unmöglich, eine mit derartiger Beweisführung vorgelegte These von der Falschheit unseres Geschichtsbildes zu widerlegen. Eine derartig begründete These wäre mithin pseudowissenschaftlich.

Anders sieht es allerdings aus, wenn man nicht aus dem Fehlen eines oder einzelner Teile auf die Falschheit des Ganzen schlösse, sondern aus dem Fehlen enorm vieler Teil bzw. aus der Existenz vieler nicht ins Bild passender Teile. Hier ist der Unterschied zu finden zwischen dem pseudowissenschaftlichen (Pseudo-)"Revisionismus", wie er sich gelegentlich am Stammtisch zeigen mag, und dem wissenschaftlichen Revisionismus, der in einer Vielzahl von Publikationen eine inzwischen kaum mehr überschaubare Menge fehlender Teile aufgezeigt und ungezählte andere, nicht ins Bild passende Teile herausgearbeitet hat. Dazu später mehr.

Im Gegenzug findet man bei den Exterminationisten andere pseudowissenschaftliche Arbeitsweisen, die den Wert dieser Arbeiten häufig sehr mindern. So wird man in diesen Werken fast nie eine Diskussion der vom wissenschaftlichen Revisionismus vorgebrachten Argumente finden, ja es wird zumeist noch nicht einmal erwähnt, wer eigentlich diese Revisionisten sind und was sie publiziert haben. Da viele dieser Bücher aber ausdrücklich zur Widerlegung der »Auschwitz-Leugner« veröffentlicht werden, man also zugibt, daß man um deren Existenz weiß und um die "Notwendigkeit", sie zu widerlegen, ist dieses Manko allein ein sicheres Zeichen der Unwissenschaftlichkeit derartiger Werke.

Michael Shermer beim IHR

Abb. 2: Michael Shermer, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift Skeptic, spricht auf der vom Institute for Historical Review organisierten Veranstaltung.

© Scott Lidgren

Brisant wird es, wenn wir uns dem Thema der Einhaltung fachübergreifender und fachspezifischer Regeln zuwenden. Michael Shermer und mit ihm viele andere Historiker werfen den Revisionisten vor, die der Geschichtswissenschaft eigenen Regeln zu ignorieren oder auf den Kopf zu stellen, indem einzelne Dokumente oder Zeugenaussagen aus dem Zusammenhang gerissen werden und indem ignoriert wird, daß viele Dokumente und Aussagen im Kontext des gesamten Beweismaterial zumindest partiell verifizierbar sind.5 Da es sich bei vielen Revisionisten in der Mehrzahl nicht um Historiker handelt, mag dieser Vorwurf in gewisser Weise sogar zutreffen. Es wäre zumindest verwunderlich, wenn Nichthistoriker derartige Fehler überhaupt nicht machen würden.

Andererseits schallt es natürlich aus dem revisionistischen Wald hinaus, wie es die Exterminationisten hineinriefen, denn gerade die in dieser Zeitschrift besonders im letzten Jahr vorgelegten Facharbeiten zu spezifischen Fachfragen um das KL Auschwitz[6] haben deutlich gemacht, daß es gerade die etablierte Geschichtswissenschaft ist, die Dokumente aus dem Zusammenhang reißt, anstatt sie im Kontext ihrer vielen tausend Nachbardokumente zu beurteilen.[7]

Zusätzlich dazu gibt es natürlich auch Vorwürfe, die ausschließlich die Revisionisten den Exterminationisten vorhalten, und die halte ich für weitaus schwerwiegender.

Der erste dieser Vorwürfe lautet konkret, die Historiker würden die in allen Fachdisziplinen übergreifend anerkannte Reihenfolge in der Beweiskraft der Beweismittel nicht beachten. Demnach sei der naturwissenschaftlich-technische bzw. physische Beweis allen anderen überlegen. Daran anschließend folge das zeitgenössische Dokument, gefolgt von dem schwächsten aller Beweismittel, der Zeugenaussage. An einem unverfänglichen Beispiel sei dies demonstriert: Zur Streitfrage: wer ist der Vater des Kindes, der Ehemann oder der Liebhaber? liegen drei Beweisarten vor: Die Zeugenaussagen der drei beteiligten Personen, ihre drei zeitgenössisch verfaßten Tagebücher sowie eine genetische Analyse des Nachkömmlings und der drei Erwachsenen. Natürlich würde jeder vernünftige Mensch bei auftauchenden Widersprüchen zwischen den Beweismitteln der Genanalyse den Vorzug geben, denn diese allein kann eine derartig hohe Wahrscheinlichkeit bieten, daß sie auch zutrifft. Nicht anders verhält es sich mit anderen Ereignissen der individuellen oder kollektiven Geschichte. Hier aber tendiert die Historikerschaft dazu, bei auftauchenden Widersprüchen weiter an Zeugenaussagen festzuhalten (Dokumente gibt es kaum oder gar nicht) und die technisch-naturwissenschaftlichen Erklärungen entweder zu ignorieren oder mit fadenscheinigen, oftmals kapriolenhaft argumentativen Jonglierereien beiseitezuschieben. Auch hierauf wird noch einzugehen sein. Beides ist ein klares Indiz für Pseudowissenschaftlichkeit, werden doch die allgemein anerkannten Regeln bei der Beweiswürdigung einfach mißachtet. Daß diese Regeln von den Exterminationisten nicht etwa in Frage gestellt, sondern vielmehr sogar bestätigt werden, indem man etwa die angeblich technischen Arbeiten J.-C. Pressacs zur "Widerlegung" der Revisionisten sehr hoch und wichtig einstufte, bekräftigt dies nur.[8]

Der zweite revisionistische Vorwurf bezieht sich auf exterminationistische Thesen, deren Widerlegung logisch unmöglich ist, weshalb sie als unwissenschaftlich abzulehnen sind. Als ausgezeichnetes Beispiel sei hier die von Prof. Shermer angeführte These von der angeblichen Funktionsfähigkeit der Gaskammertüre im KL Majdanek angeführt (vgl. den vorstehenden Beitrag in diesem Heft). Die Revisionisten sagen: die im KL Majdanek gezeigte Gaskammertüre ist funktionsunfähig, so daß sie als materieller Beweis für die Existenz einer Gaskammer untauglich ist. Shermer stellt nun als Gegenthese folgendes auf: diese Tür sei nicht das Original, sondern nur ein "Nachbau" ohne Bezug zum Original, da sowohl das Original als auch die Baupläne spurlose verschwunden seien. Somit könne die Feststellung, der "Nachbau" sei funktionsunfähig, die Existenz der Gaskammer nicht widerlegen. Hier ist Shermer nun in die pseudowissenschaftliche Falle getappt: Seine These setzt nämlich voraus, daß es diese ominöse originale Gaskammertüre überhaupt gegeben hat, was aber mangels Beweisen weder zu beweisen noch zu widerlegen ist - ein klassischer Fall unwissenschaftlicher "Beweisführung". In genau gleicher Weise argumentieren die Exterminationisten im übrigen auch bezüglich der funktionsunfähigen "Gaskammertür" in der angeblichen Gaskammer im KL Auschwitz-Stammlager.

Ähnlich verhält es sich hinsichtlich mancher exterminationistischer Argumentation im Hinblick auf das Fehlen glaubhafter Zeugenaussagen, Dokumente und materieller Spuren der Gaskammern insgesamt. So führte beispielsweise anno 1983 Simone Veil einst aus:

»Jeder weiß nun aber [behauptet sie], daß die Nazis diese Gaskammern zerstört und alle Zeugen systematisch beseitigt haben.«[9]

Diese These von der systematischen Beweismittelvernichtung bringt die Exterminationisten aber in noch größere Beweisschwierigkeiten, denn nun müssen Sie neben

  1. der Existenz der Gaskammern außerdem beweisen,
  2. daß die Beweise, deren Vernichtung behauptet wird, überhaupt existiert haben, und
  3. daß diese überhaupt vernichtet wurden.

Da sie aber behaupten, sie seien spurlos vernichtet worden, ist es logisch unmöglich, diese exterminationistische These zu beweisen oder zu widerlegen. Derartige Argumentationsstrukturen sind also ein definitiver Beweis von Unwissenschaftlichkeit.[10]

Letztlich soll der gegen die exterminationistischen Historiker erhobene Vorwurf nicht unerwähnt bleiben, sie würden ihre wichtigste Regel, nämlich die der schonungslosen Quellenkritik, völlig unbeachtet lassen, etwa indem sie noch nie auch nur einen der angeblichen Augenzeugen einem kritischen Kreuzverhör unterzogen hätten oder auch nur zu fragen gewagt hätten, ob denn alle "Beweisdokumente" in Sachen Holocaust auch wirklich authentisch sind. Anlaß zu derartigen Zweifeln gäbe es wohl in keiner Geschichtsepoche mehr als in jener des Zweiten Weltkrieges, denn noch nie wurde ein Krieg mit derartigen Emotionen und ideologischem Engagement ausgetragen und mit derartigen Gewaltorgien beendet. Warum sollte da ausgerechnet den Dokumenten und Zeugen bzw. deren Aussagen keine Gewalt angetan worden sein?

Michael Shermers Beweismittel[11]

Prof. Shermer teilt seine Beweismittel in fünf Kategorien ein:[12]

  1. Geschriebene Dokumente. Darunter zählt er alle zeitgenössischen schriftlichen Dokumente. Wie wir wissen, ist Papier geduldig. Bevor man ein Dokument als authentisch akzeptiert, muß geklärt werden, ob es echt ist bzw. sein kann und ob sein Inhalt sachlich richtig ist bzw. sein kann.
  2. Augenzeugenaussagen. Da es sich bei diesem Beweismittel um das schwächste handelt, sollte es nur zur Auffüllung des geschichtlichen Netzwerkes dienen, das von Dokumenten und Sachbeweisen aufgespannt wird. Dies gilt insbesondere beim vorliegenden Thema, das wie kein anderes in der Lage ist, durch die damit verbundenen Emotionen und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen das Gedächtnis bzw. die Aussage zu manipulieren.[13]
  3. Fotografien und Filme. Auch bei diesen Dokumenten ist naturgemäß eine Quellenkritik notwendig. Ist nachprüfbar, wann das Foto/der Film von wem wo aufgenommen wurde und was dargestellt ist?
  4. Physische Beweise (Sachbeweise). Auch hier kann es naturgemäß zu Verfälschungen kommen, so daß zu überprüfen ist, ob bzw. in welchem Ausmaß physische Beweise sich veränderte haben bzw. verändert wurden.
  5. Demographien: Sie beruhen auf bevölkerungstatistischen Erhebungen, festgehalten in zeitgenössischen Dokumenten, sowie deren Auswertungen, wobei beide Vorgänge fehleranfällig bzw. manipulierbar sind und daher überprüft werden müssen.

Shermer gibt uns keinen Hinweis darauf, ob er den Beweismitteln unterschiedliche Beweiskraft zuordnet. Vielmehr handelt er eines nach dem anderen ab. Wir wollen uns hier den von uns zuvor aufgezeigten Prioritäten unterwerfen und uns zunächst den aussagenkräftigsten Beweisen zuwenden und erst später den anderen.

Shermers physische Beweise

An physischen Beweisen bietet uns Shermer in seinem Buch ... nichts.

Halt, doch, eines weiß er gelehrig zu zitieren, nämlich die Ausführungen des Prof. Dr. Arno J. Mayer:[14]

»Die Quellen zum Studium der Gaskammern sind zugleich selten und unzuverlässig. Auch wenn Hitler und die Nazis kein Geheimnis aus ihrem Krieg gegen die Juden machten, vernichteten die SS-Fachleute pflichtbewußt alle Spuren ihrer mörderischen Aktivitäten und Instrumente. Kein geschriebener Befehl für Vergasungen ist bisher aufgetaucht. Die SS zerstörte nicht nur die meisten Lager-Akten, die ohnehin unvollständig waren, sondern schleiften zudem noch fast alle Mord- und Kremierungsanlagen lange vor der Ankunft der sowjetischen Truppen. Auf ähnliche Weise wurde darauf geachtet, die Knochen und Asche der Opfer zu entsorgen.«

Auf die Gefahr hin, Sie zu langweilen, darf ich mich wiederholen:

Thesen oder Argumente, die aus logischen Gründen nicht widerlegt werden können, sind unwissenschaftlich oder pseudowissenschaftlich. Ein Beispiel dafür sind Argumente im Stil von: »Die Tatsache, daß es keine materiellen Beweise gibt, beweist, daß diese Beweise spurlos beseitigt wurden«. Hier dient das Fehlen von Beweisen für eine These nicht etwa der Widerlegung der These, sondern ihrer Bestätigung. Derartige Argumente sind theoretisch unwiderlegbar und daher pseudo- bzw. unwissenschaftlich. Das heißt: Arno Mayers (und damit auch Michael Shermers?) These, daß Beweise spurlos vernichtet wurden, ist unwissenschaftlich.[15]

Michael Shermer und Mark Weber

Abb. 3: Mark Weber, Direktor des Institute for Historical Review, und Prof. Michael Shermer im Gespräch während der vom IHR organisierten Holocaust-Debatte. (© Scott Lidgren)

Außerdem ist es absurd zu glauben, man könnte in einer Bürokratie, die zwischen 1941 und 1945 Abermillionen von Dokumenten produzierte und in alle Winkel des Reiches versandte und dort archivierte, alle direkten dokumentarischen Hinweise auf einen Massenmord in kurzer Zeit verschwinden lassen, genauso wie es technisch-naturwissenschaftlich unmöglich ist, den angeblich auf jeweils wenigen Hektar Land durchgeführten Mord an Hundertausenden oder Millionen von Menschen (in Auschwitz, Belzec, Treblinka, Sobibor, Babij Yar usw.) spurlos zu vertuschen.[16]

Die tatsächlich vorgefunden physischen Beweise stimmen nicht nur nicht mit den Zeugenaussagen überein, sondern widersprechen ihnen mitunter diametral.[17] Besonders die vielfältigen revisionistischen Sachargumente über die naturwissenschaftlich-technische Absurdität der Massenvernichtungsbehauptungen zeigen klar und deutlich, daß die Zeugenbekundungen nicht stimmen können.[18] Shermer geht auf diese Argumente mit keinem Wort ein. Ob sie ihm nicht bekannt waren, sei dahingestellt. Eine Beschäftigung mit diesen zentralen revisionistischen Thesen wäre aber Voraussetzung für die Wissenschaftlichkeit einer derartigen Abhandlung.

Shermers Dokumente

DEMOGRAPHIEN

Shermer bezieht sich bei seiner Anführung angeblicher Verlustziffern der Juden während des Zweiten Weltkrieges auf die englische Ausgabe der Enzyklopädie des Holocaust,[19] einem selbst in Fachkreisen nicht sonderlich hoch angesehenen Werk der Tertiärliteratur. Fachlich weitaus angesehener ist hingegen die einzige bisher von exterminationistischer Seite vorgelegte Monographie zu diesem Thema des Titels Dimension des Völkermordes, herausgeben von Prof. W. Benz.[20] Manko dieser Arbeit ist im wesentlichen, daß einerseits die Bevölkerungsdaten Polens und Sowjetrußlands sehr nachlässig gehandhabt werden, und andererseits, daß die Auswanderung vieler Juden während des Zweiten Weltkrieges und danach, bekannt geworden als Exodus, völlig unterschlagen wird, so daß die in die Millionen gehenden Auswanderer einfach als »Holocaust-Opfer« veranschlagt werden. Walter N. Sanning hat diese Fehler in seiner acht Jahre zuvor erschienenen Studie nicht gemacht, so daß sie in wesentlichen Teilen bis heute als unwiderlegt gelten muß.[21] Shermer ignoriert sie genauso wie es W. Benz in seinem Werk tat, das allein schon deshalb als pseudowissenschaftlich einzustufen ist.[22]

FOTOGRAFIEN

Stoecker und Seidler haben beide zu Recht festgestellt, daß es zu keinem der in der Anti-Wehrmachtsausstellung gezeigten Bilder, die als Beweise für angebliche Verbrechen der Wehrmacht vorgeführt werden, einen dokumentarischen sauberen Nachweis darüber gibt, was bzw. wen und welches Ereignis genau diese Bilder eigentlich zeigen.[23] Dies trifft um so mehr zu, wenn es um Bilder oder gar Filme geht, die als angebliche Beweise für einen Massenmord an den Juden vorgelegt werden. Man kann noch von Glück reden, wenn man weiß, wer das Bild aufgenommen hat. Fast nie ist zudem dokumentarisch gesichert, was auf den Bildern genau zu sehen ist. Irgendwelche Behauptungen heutiger Buchautoren können einen derartigen Herkunftsnachweis nicht ersetzen, der unbedingte Voraussetzung ist, bevor man derartige Bilder als ein Beweis für irgend etwas akzeptieren kann. Auch Prof. Shermer läßt diese grundlegenden quellenkritischen Untersuchungen völlig vermissen.[24] Seine Wiedergabe eines Bildes, angeblich insgeheim aufgenommen von einem Sonderkommandomitglied in Auschwitz, auf dem die Kremierung von Leichen zu sehen sein soll, bestätigt dies: selbst wenn das Bild echt sein sollte, beweist es in keiner Weise einen Massenmord, sondern nur die Freilufteinäscherung von Leichen, die auf alle möglich Arten umgekommen sein können (vgl. Abb. 4).

Eine Gruppe von Fotodokumenten freilich ist hinsichtlich ihrer Entstehungsweise und ihrem Verbleib im wesentlichen durchgehend dokumentiert, und das sind die von den Alliierten wie von den Deutschen aufgenommenen Luftaufnahmen der Regionen, in denen Zeugen zufolge Massenverbrechen stattgefunden haben sollen, sowie jene, die etwa die Bauleitung der Waffen-SS selbst in Auschwitz aufgenommen hat. M. Shermer widmet sich diesen Fotos, um zu klären, ob es in den Decken der Leichenkeller 1 (angebliche »Gaskammern«) der Krematorien II und III jene legendären Einwurflöcher gegeben hat, durch die das Giftprodukt Zyklon B eingeworfen worden sein soll. Das Thema wird im übernächsten Beitrag in diesem Heft ausführlich behandelt, worauf verwiesen wird.

ZEITGENÖSSISCHE SCHRIFTLICHE DOKUMENTE

Ich möchte die schriftlichen Dokumente selbst in zwei Gruppen einteilen. Da sind zunächst die bürokratischen Dokumente, die meist irgendwelche Verwaltungsvorgänge wiedergeben, ohne dabei in der Regel persönliche Meinungen oder Stimmungen widerzuspiegeln. Die zweite Gruppe von Dokumenten umfaßt persönliche Niederschriften, also persönliche Briefe, Tagebücher, Berichte, auch Reden und ähnliches. Diese sind oft mit Stimmungen und Meinungen angefüllt und können daher eher Verzerrungen aufweisen als rein bürokratische Dokumente. Sie ähneln daher eher den Zeugenaussagen. Hiervon getrennt zu betrachten sind die von Shermer aufgeführten dokumentarisch niedergelegten »Geständnisse«, die im Prinzip nichts anderes sind als die vielen nach Kriegsende gesammelten Zeugenaussagen. Sie sind daher dort zu behandeln.

Angebliche Leichenverbrennung in Auschwitz-Birkenau

Abb. 4: Angeblich eine Freilufteinäscherung hinter dem Krematorium V im Lager Auschwitz-Birkenau, insgeheim aufgenommen von einem im Krema tätigen Mitglied des Sonderkommandos.[25] Die im Hintergrund sichtbaren abgewinkelten Betonzaunpfähle hat es so niemals in Auschwitz gegeben. Die dortigen Zaunpfähle waren alle abgerundet, vgl. Abb. 5, unten (Birkenau, B1b, BW 5b, aufgenommen vom Autor anno 1991).[26]

BW 5b in Auschwitz-Birkenau; Lüftungsöffnungen, Zaunpfosten

Aufgrund ihrer mehr sachlichen Natur ist den rein bürokratischen Dokumenten naturgemäß eine höhere Beweiskraft zu eigen als den persönlichen Dokumenten. Um es deutlich zu machen: Auch wenn Hitler in einer seiner Reichstagsreden den Juden die Vernichtung androhte und Himmler, Goebbels und Hans Frank sowie viele kleinere NS-Chargen sich in der Presse oder in Tagebüchern in Verbalinjurien gegenüber den Juden bisweilen geradezu überschlugen, beweist dies letztlich nur die Stimmung und die Meinungen der Redner bzw. Briefeschreiber, nicht aber unbedingt, daß das Gesagte auch stimmt[27] (der Tag muß erst noch kommen, an dem ein Politiker einmal die Wahrheit sagt...).

Wenn sich hingegen aus den umfangreichen Akten der Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei Auschwitz durchgehend ein gänzliches anderes Bild ergibt als das eines Vernichtungslagers oder auch nur gemischten Arbeits- und Vernichtungslagers6 (und zudem noch die Luftbilder und Sachbeweise in die gleiche Richtung deuten, ebenso im Fall Majdanek7), so kommt derartigen Dokumenten eine weitaus höhere Bedeutung zu als den Schimpftiraden und Drohungen von ohnehin verbal nicht gerade zimperlichen Politikern, die sich immerhin in einem gegen ihre Nation erklärten Vernichtungskrieg befanden und dies auch sehr wohl wußten.

Prof. Shermers Behauptung, es gebe außer diesen Meinungsäußerungen führender NS-Politiker auch bürokratische Dokumente, die den Massenmord beweisen, ist zumindest eine Falsch-interpretation, die er wahrscheinlich seinen selektiv interpretierenden Kollegen zu verdanken hat.[28]

So meint Shermer, man habe »Baupläne der Gaskammern« gefunden, womit er in dem Zusammenhang nur »Menschengaskammern« meinen kann.[29] Und genau das ist falsch. Man hat Baupläne von Krematorien und Leichenhallen gefunden und solche von eindeutig für Sachentlausungszwecke konzipierten und verwendeten »Gaskammern«, mehr nicht. Die von ihm konstatierten großen Liefermengen von Zyklon B an das Lager Auschwitz beweisen nur den massiven Einsatz des Mittels im Lager, nicht aber den Zweck der Verwendung. Daß im Lager in vielfältigen Anlagen mit Zyklon B entlaust wurde, um Menschenleben zu retten, ist unbestritten. Daß die dafür benötigte Menge weit geringer war als die, die geordert wurde - daß damit also schon aus Mengengründen auch Menschen getötet worden sein müssen -, hat noch niemand ansatzweise nachgewiesen.

ZEUGENAUSSAGEN

Es hat von revisionistischer Seite vielfältige Kritiken der verschiedenen Zeugenaussagen gegeben, die zu wiederholen ich mir hier erspare.[30] Entsprechend den oben aufgestellten allgemein akzeptierten Regeln ist man aber verpflichtet, Zeugenaussagen in dem Augenblick als falsch zu verwerfen, wenn sie in zentralen Bereichen mit höherstehenden Beweisen nicht in Deckung zu bringen sind. Da dies über weite Bereiche der Fall ist, und da zudem eine Erklärung für das Zustandekommen derartiger falscher Zeugenaussagen alles andere als schwierig ist,[30] ist nicht einzusehen, weshalb der sachorientierte Forscher seine Zeit mit minderwertigen, widerlegten Zeugenaussagen verschwenden soll. Solange die angeführten Sachbeweise nicht widerlegt und die vorgelegte Indizienkette aus einer Vielzahl von Dokumenten nicht zum Einsturz gebracht worden ist, ist nicht einzusehen, warum auf Shermers Ausführungen hinsichtlich einzelner Zeugen einzugehen ist, zumal er die anderweitig vorgebrachten massiven revisionistischen Kritiken an diesen Aussagen ohnehin meint ignorieren zu können, was nebenbei bemerkt ein weiteres Indiz seiner Unwissenschaftlichkeit ist.

Zusammenfassung

Ohne Zweifel radikalisierten sich die Intentionen der NS-Führung hinsichtlich der Juden mit der Ausweitung des Krieges, und Öffentliche oder private Mord- bzw. andere Strafandrohungen kamen ohne Zweifel vor. Angesichts der tatsächlichen Umstände, denen die Juden in den Lagern und den Gebieten ihrer Deportationen ausgesetzt waren, kann man die NS-Politk gegenüber den Juden im umgangsprachlichen Sinne durchaus als mörderisch bezeichnen. Die volksverhetzende antijüdische Propaganda des Regimes wird viele der mit den Juden in Kontakt kommenden Personen in Wehrmacht, SS, SD und Polizei sicherlich zu einem rücksichtslosen Verhalten angetrieben haben, so daß damit zu rechnen ist, daß von oben gedeckte oder ungedeckte Ausschreitungen gegenüber Juden häufiger waren als gegen andere Minderheiten. Angesichts der dokumentarischen und physischen Beweislage ist aber nach wie vor davon auszugehen, daß es in den Lagern des Dritten Reiches keinen technisierten Massenmord gegeben hat. Auch die in Rußland angeblich durchgeführten Massenerschießungen an Juden sind angesichts einzelner bisher durchgeführter Untersuchungen zumindest in ihrem Umfang fragwürdig geworden.[31]Weitere, auf physischen Beweisen ruhende Untersuchungen, wie etwa die Suche und Exhumierungen von Massengräbern, müssen erst noch durchgeführt werden.

Erstaunlich ist, wie unterschiedlich Prof. Shermer während der Diskussion mit den Revisionisten im IHR anno 1995 und während eines Vortrages anno 1998 in Berlin argumentiert hat (vgl. vorhergehenden Beitrag). Hat er 1995 den Revisionisten viele Zugeständnisse gemacht und seine Pseudowissenschaftsvorwürfe nur sehr moderat vorgebracht, so stellte er sich dem Berliner Publikum weitaus kompromißloser dar. Es ist anzunehmen, daß dies dem Druck der Political Correctness zu verdanken ist.

Mittlerweile dürfte es jedem Historiker äußerst schwierig fallen, der revisionistischen Holocaustforschung noch zu folgen, da diese in den letzten Jahren nicht nur an Umfang und Tiefgang enorm zugenommen hat, sondern auch eine Vielfalt von Hilfswissenschaften zurate zieht, die ein Historiker unmöglich beherrschen kann. Zudem liegt die revisionistische Literatur im wesentlichen in fünf Sprachen vor (Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Spanisch), was zur Erfassung ihres ganzen Umfangs zusätzlich große Sprachkenntnisse erfordert. (Polnische und russische Sprachkenntnisse sind zur Erforschung der Primär- und Sekundärquellen ohnehin eine Mindestvoraussetzung).

Prof. Shermer hat durch seine Publikationen und sein Verhalten gezeigt, daß er den Willen hat, sich mit den revisionistischen Thesen auf sachlicher Ebene auseinanderzusetzen und sich für die Meinungs- bzw. Wissenschaftsfreiheit der Revisionisten einzusetzen. Dafür gebührt ihm unser Dank. Wir können aber wohl nicht erwarten, daß er als Wissenschaftshistoriker, der selbst eigentlich kein Holocaust-Fachmann ist, mit leider begrenzten Fremdsprachenkenntnissen in der Lage ist, die interdisziplinären, in vielen Sprachen auftretenden revisionistischen Arbeiten wirklich zu erfassen. Gleichwohl müßte diese Leistung erbracht werden, wollte er oder ein anderer Historiker sich mit uns Revisionisten wirklich messen.


Anmerkungen

[1]Eine detaillierte Zusammenfassung der Diskussion erschien in The Journal for Historical Review, 16(1) (1996), S. 23-35. Parallel dazu vertreibt das IHR Video-Kassetten mit einer Aufnahme dieser Diskussion im US-Format NTSC, erhältlich: PO Box 2739, Newport Beach, Kalifornien 92659, USA.
[2]Hoffmann & Campe, Hamburg 41984.
[3]Andere mögliche Kriterien zur Feststellung der Wissenschaftlichkeit, wie etwa das nachvollziehbare Belegen von Tatsachenbehauptungen, die Trennung von Tatsachenbehauptungen und Wertungen oder der systematische Charakter einer Arbeit bzw. Argumentation, lasse ich hier aus Platzgründen außer acht, zumal es diesbezüglich im wesentlichen keinen Streit gibt.
[4]Norman G. Finkelstein, Ruth Bettina Birn, A Nation on Trial: The Goldhagen Thesis and Historical Truth, Metropolitan Books, New York 1998. Vgl. die Rezension von R.A. Widmann in VffG 2(4) (1998) S. 311f.
[5]M Shermer, Why People Believe Weird Things, W.H. Freeman & Co., New York 1997, S. 213ff. Shermer bereit zur Zeit eine aktualisierte Fassung dieses Bandes vor, der im Jahr 2000 erscheinen soll..
[6]M. Gärtner, W. Rademacher, »Grundwasser im Gelände des KGL Birkenau«, VffG 2(1)(1998), S. 2-12; H.-J. Nowak, »Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz«, VffG 2(2) (1998), S. 87-105; H. Lamker, »Die Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz, Teil 2«, VffG 2(4) (1998), S. 261-272; M. Gerner, »›Schlüsseldokument‹ ist Fälschung«, VffG 2(3) (1998), S. 166-174; H.J. Nowak, W. Rademacher, »›Gasdichte‹ Türen in Auschwitz« VffG 2(4) (1998), S. 248-261.
[7]Vgl. dazu auch besonders das Werk von J. Graf und C. Mattogno, KL Majdanek. Eine historische und technische Studie, Castle Hill Publishers, Hastings 1998. Weitere Werke von C. Mattogno, die diese Ansicht stützen, sind zur Zeit in Übersetzung.
[8]Vgl. dazu H. Verbeke (Hg.), Auschwitz; Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995.
[9]S. Veil, geborene Jacob, ehemalige französische Justizministerin, ehemalige Vorsitzende des europäischen Parlaments, war im Krieg im KZ Auschwitz interniert, ohne dabei Zeugin der Gaskammern geworden zu sein. Entnommen den Ausführungen von R. Faurisson in: »Die Zeugen der Gaskammern von Auschwitz«, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 100.
[10]Analoges gilt für die angeblich spurlose Beseitigung der Überreste der Massenvernichtung in den anderen angeblichen Vernichtungslagern oder auch im Zuge der tatsächlichen oder angeblichen Massenerschießungen von Juden im besetzten Rußland.
[11]Ich ignoriere hier bewußt Shermers Spekulationen über die möglichen Motivationen der Revisionisten, zumal sie selten sachlich sind, etwa wenn er R. Faurisson als »Schmeißfliege« bezeichnet (S. 190) oder glaubt, Irving könne als Revisionist mehr Bücher verkaufen als wenn er bei weniger provokativen Thesen geblieben wäre (S.197). Daß die Auflage von Irvings Büchern nach seiner Konversion um mindestens den Faktor 10 zurückging, weil er nur noch Kleinverleger findet und von den Buchhändlern bzw. vom Großhandel geschnitten wird, ist Shermer wohl nicht zu Ohren gekommen. Shermer kolportiert daher in diesem Abschnitt eher die üblichen Ammenmärchen, und einem derartigen Kindergarten geselle ich mich nicht zu.
[12]M Shermer, aaO. (Anm. 5), S. 214;
[13]Vgl. G. Rudolf, »Falsche Erinnerungen überall - nur nicht in der Zeitgeschichte«, VffG 2(3) (1998), S. 214-217.
[14]M Shermer, aaO. (Anm. 5), S. 228; A.J. Mayer, Why Did the Heavens Not Darken? Pantheon, New York 1990, S. 362.
[15]Nebenbei: Die Interpretation der jüngsten Grabungsfunde im Bereich des ehemaligen KL Belzec weisen eine analoge pseudowissenschaftliche Argumentationsstruktur auf, vgl. S. Crowell, »Ausgrabungen in Belzec«, VffG 2(3) (1998), S. 222.
[16]Vgl. dazu beispielhaft die Ausführungen von Arnulf Neumaier »Der Treblinka-Holocaust«, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 9), S. 347-374.
[17]Als Beispiel seien hier nur die fehlenden Zyklon B-Einwurflöcher in den Decken der Leichenkeller 1 (»Gaskammern«) der Krematorien II und III in Birkenau genannt, vgl. den übernächsten Beitrag in diesem Heft.
[18]Vgl. beispielsweise zur Frage der Krematoriumskapazitäten, den Freiluftverbrennungen und den angeblichen Dieselabgasmorden neben Anm 9 und C. Mattogno, »Auschwitz: Das Ende einer Legende« in H. Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 8) auch C. Mattogno und Franco Deana, »Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau«, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm 9), sowie Conrad Grieb, »Dieselabgase töten langsam«, VffG 1(3) (1997), S. 134-137 (mit weiteren Verweisen).
[19]M. Shermer, aaO. (Anm. 5), S. 237; Y. Gutman (Hg.), Encyclopedia of the Holocaust, Macmillan, New York 1990.
[20]Oldenburg, München 1991.
[21]W. N. Sanning, The Dissolution of the Eastern European Jewry, Institute for Historical Review, Newport Beach, CA 1983; dt.: Die Auflösung des osteuropäischen Judentums, Grabert, Tübingen 1983.
[22]Vgl. G. Rudolf, »Statistisches über die Holocaust-Opfer«, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 9), S. 141-168.
[23]Wolf Stoecker, »Fälschung und Agitation« , in: Joachim F. Weber (Hg.), Armee im Kreuzfeuer, Universitas, München 1997; F.W. Seidler, Verbrechen an der Wehrmacht, Pour Le Mérite, Selent 1997.
[24]Von der Möglichkeit von Falschbetitelungen, Retouschierungen und Totalfälschungen, die es gerade bei Bildern und Filmen zu jeder Zeit massenhaft gegeben hat, wollen wir hier ganz absehen; vgl. U. Walendy, »Bild-"Dokumente" zur NS-Judenverfolgung?«, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 9), S. 219-233.
[25]M. Shermer, aaO. (Anm. 5), S. 232.
[26]Vgl. dazu und weitere Kritikpunkte in E. Gauss, Vorlesungen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1993, S. 141-145.
[27]Vgl. G. Rudolf, »Einige Anmerkungen zur NS-Sprache gegenüber den Juden«, VffG 1(4), (1997), S. 260f.
[28]Vgl. R. Faurisson, »Keine Beweise für Nazi-Gaskammern!«, VffG, 1(1) (1997), S. 19ff.
[29]M. Shermer, aaO. (Anm. 5), S. 215.
[30]Vgl. als Einleitung z.B. J. Graf, Auschwitz. Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust, Verlag Neue Visionen, Würenlos 1994; M. Köhler, »Der Wert von Aussagen und Geständnissen zum Holocaust«, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 9), S. 61-98; R. Faurisson, »Die Zeugen der Gaskammern von Auschwitz«, ebenda, S. 99-110.
[31]Zu Babij Yar vgl. H. Tiedemann, »Babi Jar: Kritische Fragen und Anmerkungen«, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 9), S. 375-400; vgl. Reginald T. Paget, Manstein, seine Feldzüge und sein Prozeß, Limes, Wiesbaden 1952.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(1) (1999), S. 68-74.
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